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FinanzbildungInvestieren13 Min.

Dividende Risiko: So erkennst du die wahren Gefahren und investierst sicher

Dividenden klingen nach sicherem Zusatzeinkommen, doch auch sie bergen Risiken. Wir zeigen dir, wo die echten Gefahren lauern und wie du sie als Einsteiger erkennst.

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Brauche ich das?
Ja, unbedingt
Wer Dividenden kassiert, muss die Risiken kennen.
Ist das gefährlich?
Nicht zwangsläufig
Mit Wissen lassen sich die größten Fallen umgehen.
Was bringt mir das?
Mehr Sicherheit
Du erkennst Warnsignale, bevor du Geld verlierst.
Wie starte ich?
Erst lernen
Bevor du kaufst, solltest du die Mechanismen verstehen.

Warum Dividenden auch dich betreffen, obwohl du noch nicht investierst

Vielleicht denkst du, dass Dividenden nur etwas für reiche Aktionäre oder Börsenprofis sind. Das ist ein Irrglaube, denn auch du kommst täglich mit Dividenden in Berührung, ohne es zu merken. Deine Altersvorsorge, dein Bausparvertrag oder dein Riester-Vertrag investieren oft in Aktien von Unternehmen, die Gewinne ausschütten. Wenn diese Unternehmen ihre Zahlungen kürzen, kann das deine Rendite schmälern, auch wenn du selbst keine einzige Aktie besitzt.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du in den nächsten Jahren selbst über Aktienanlagen nachdenken wirst. Die gesetzliche Rente wird 2026 voraussichtlich nicht ausreichen, um deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Viele Finanzberater empfehlen daher, frühzeitig in Aktien oder Aktienfonds zu investieren. Und genau dort spielen Dividenden eine wichtige Rolle, denn sie machen einen erheblichen Teil der langfristigen Rendite aus.

Ein weiterer Punkt ist die Inflation, die dein Erspartes auf dem Girokonto langsam aber sicher entwertet. Dividenden können ein Baustein sein, um dieser Entwertung entgegenzuwirken. Allerdings ist das kein Selbstläufer, denn nicht jede Dividende ist gleichwertig. Manche Unternehmen zahlen hohe Dividenden, weil sie keine besseren Investitionsmöglichkeiten haben, andere zahlen, um ihren Aktienkurs zu stützen.

Deshalb ist es so wichtig, dass du dich mit dem Thema Dividende Risiko auseinandersetzt, bevor du dein Geld investierst. Dieses Wissen schützt dich vor bösen Überraschungen und hilft dir, fundierte Entscheidungen zu treffen. Du musst kein Finanzexperte werden, aber die Grundlagen solltest du verstehen, um nicht auf typische Anfängerfehler hereinzufallen.

Am Ende geht es darum, dass du die Kontrolle über deine Finanzen behältst. Wer versteht, warum Dividenden gezahlt werden und welche Risiken damit verbunden sind, der kann besser einschätzen, ob eine Investition zu ihm passt. Dieses Verständnis ist der erste Schritt zu mehr finanzieller Unabhängigkeit und Sicherheit.

40+ Jahre
kann eine Dividendenkürzung die Renditehistorie zerstören
3 bis 4 %
Rendite gelten bei vielen Aktien als normal, mehr ist oft riskant
~50 %
der Ausschüttungen werden von wenigen Großkonzernen getragen

Die Grundlagen: Was eine Dividende überhaupt ist und wie sie entsteht

Eine Dividende ist der Teil des Gewinns, den eine Aktiengesellschaft an ihre Aktionäre ausschüttet. Stell dir vor, du besitzt ein Stück von einem Unternehmen, zum Beispiel von einem großen Autobauer. Wenn dieses Unternehmen am Ende des Jahres Gewinn macht, kann es entscheiden, was mit diesem Geld passiert. Es kann es reinvestieren, um zu wachsen, Schulden abbauen oder einen Teil an dich als Miteigentümer auszahlen. Diese Auszahlung ist die Dividende.

Die Höhe der Dividende wird in der Regel einmal im Jahr von der Hauptversammlung beschlossen. Dort legen die Aktionäre fest, wie viel vom Gewinn ausgeschüttet wird. Üblich ist eine Ausschüttung von 30 bis 60 Prozent des Gewinns, der Rest bleibt im Unternehmen. Die Dividende wird pro Aktie angegeben, das heißt, wenn du zehn Aktien besitzt, bekommst du zehnmal die Dividende pro Aktie ausgezahlt.

Wichtig zu verstehen ist, dass die Dividende keine garantierte Zahlung ist, sondern eine Entscheidung des Unternehmens. Wenn es dem Unternehmen schlecht geht oder es das Geld für andere Zwecke braucht, kann es die Dividende kürzen oder ganz streichen. Das ist ein zentraler Punkt beim Thema Dividende Risiko, denn viele Anleger behandeln Dividenden fälschlicherweise wie feste Zinsen, was sie nicht sind.

Es gibt verschiedene Arten von Dividenden, wobei die Bardividende am häufigsten ist. Es gibt aber auch Stockdividenden, bei denen du zusätzliche Aktien statt Geld bekommst. Für Einsteiger ist die Bardividende am relevantesten, da sie direkt auf dein Konto überwiesen wird. Die Höhe der Dividende wird oft als Dividendenrendite angegeben, die das Verhältnis zur Aktie beschreibt.

Die Dividendenrendite berechnet sich, indem du die jährliche Dividende durch den aktuellen Aktienkurs teilst. Wenn eine Aktie 100 Euro kostet und eine Dividende von 4 Euro zahlt, beträgt die Rendite 4 Prozent. Diese Kennzahl hilft dir, verschiedene Aktien zu vergleichen, aber sie hat auch ihre Tücken, wie du später noch sehen wirst. Eine hohe Rendite ist nicht automatisch gut, sie kann auch ein Warnsignal sein.

So funktioniert die Zahlung: Vom Gewinn bis zu deinem Konto

Der Weg der Dividende beginnt im Unternehmen selbst. Am Ende des Geschäftsjahres stellt der Vorstand den Jahresabschluss auf und schlägt der Hauptversammlung eine Dividende vor. Die Hauptversammlung, an der alle Aktionäre teilnehmen können, stimmt über diesen Vorschlag ab. Erst nach dieser Abstimmung steht die Dividende offiziell fest und wird zur Zahlung freigegeben.

Es gibt drei wichtige Termine, die du als Anleger kennen solltest. Der erste ist der Ex-Dividenden-Tag, das ist der Tag, an dem die Aktie ohne Anspruch auf die Dividende gehandelt wird. Wenn du die Aktie an diesem Tag kaufst, hast du keinen Anspruch mehr auf die laufende Dividende. Der zweite Termin ist der Record Date, an dem festgelegt wird, wer die Aktie im Bestand hat und die Dividende erhält.

Der dritte Termin ist der Zahlungstag, an dem das Geld tatsächlich auf deinem Konto eingeht. Zwischen dem Ex-Tag und dem Zahlungstag liegen oft mehrere Wochen. Am Ex-Tag selbst sinkt der Aktienkurs in der Regel um den Betrag der Dividende, da das Unternehmen diesen Wert nun ausgeschüttet hat. Das ist kein Verlust für dich, denn du hast die Dividende ja erhalten, aber es zeigt, dass die Dividende kein Geschenk ist.

Viele Anleger haben ein automatisches Wiederanlageprogramm, bei dem die Dividende sofort in neue Aktien investiert wird. Das kann den Zinseszinseffekt verstärken, birgt aber auch Risiken, wenn du zum falschen Zeitpunkt nachkaufst. Für Einsteiger ist es oft sinnvoll, die Dividende erst einmal auf dem Konto zu lassen und zu beobachten, wie sich das Unternehmen entwickelt.

Die Besteuerung von Dividenden ist ein weiterer wichtiger Aspekt. In Deutschland unterliegen Dividenden der Abgeltungsteuer, die direkt von deiner Bank abgeführt wird. Du musst dir also keine Sorgen um die Anmeldung machen, aber du solltest wissen, dass von deiner Bruttodividende noch Steuern und gegebenenfalls Solidaritätszuschlag abgehen. Der Freibetrag von 1.000 Euro pro Person kann hier helfen, Steuern zu sparen.

Die versteckten Kosten: Was deine Rendite wirklich schmälert

Beim Thema Dividende Risiko denken die meisten zuerst an Kursverluste, aber auch Kosten können deine Rendite erheblich beeinflussen. Wenn du einzelne Aktien kaufst, fallen Ordergebühren an, die bei jeder Transaktion anfallen. Diese Gebühren können bei kleinen Anlagebeträgen einen großen Teil deiner Dividende auffressen. Deshalb solltest du bei Einzelaktien immer auf die Kostenstruktur deiner Bank achten.

Wenn du stattdessen in Dividenden-ETFs investierst, fallen laufende Verwaltungsgebühren an, die als TER bezeichnet werden. Diese Gebühr wird jährlich von deinem Fondsvermögen abgezogen und reduziert deine Rendite. Eine TER von 0,2 Prozent klingt harmlos, aber über 30 Jahre kann das einen erheblichen Unterschied machen. Es gibt auch ETFs mit höheren Gebühren, die du meiden solltest, wenn sie keinen Mehrwert bieten.

Ein weiterer Kostenpunkt ist der Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis einer Aktie. Besonders bei weniger gehandelten Aktien kann dieser Spread hoch sein, was deine effektiven Kosten erhöht. Du solltest also nicht nur auf den Kurs schauen, sondern auch auf die Handelsvolumina. Bei großen, bekannten Unternehmen ist der Spread in der Regel geringer.

Auch Steuern sind eine Form von Kosten, die du nicht vergessen solltest. Die Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer wird auf deine Dividenden erhoben. Es gibt jedoch einen Sparerpauschbetrag, den du nutzen solltest. Wenn du diesen Freibetrag bei deiner Bank einrichtest, bleiben deine ersten 1.000 Euro Dividenden pro Jahr steuerfrei.

Zusätzlich gibt es noch die sogenannte Vorabpauschale bei ETFs, die auch dann anfällt, wenn keine Dividende ausgeschüttet wird. Diese Pauschale ist eine Art Steuervorauszahlung auf zukünftige Gewinne. Sie wird von deiner Bank berechnet und kann deine Rendite schmälern, wenn du sie nicht einplanst. Informiere dich bei deiner Bank über die genauen Konditionen, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Worauf du bei der Auswahl von Dividendenaktien achten solltest

Die Auswahl der richtigen Dividendenaktien ist entscheidend für deinen Erfolg und dein Risiko. Ein wichtiger Indikator ist die Ausschüttungsquote, also der Anteil des Gewinns, der als Dividende ausgezahlt wird. Eine Quote von 40 bis 60 Prozent gilt als gesund, da das Unternehmen genug Gewinn für Investitionen behält. Wenn die Quote über 100 Prozent liegt, wird die Dividende aus der Substanz bezahlt, was langfristig nicht funktionieren kann.

Ein weiteres Kriterium ist die Dividendenhistorie. Unternehmen, die seit vielen Jahren ihre Dividende stabil halten oder sogar erhöhen, zeigen damit finanzielle Stärke. Es gibt sogar sogenannte Dividendenaristokraten, die seit über 25 Jahren ihre Dividende jedes Jahr erhöhen. Diese Unternehmen sind oft in stabilen Branchen wie Konsumgüter oder Gesundheit tätig, was ihr Risiko reduziert.

Du solltest auch auf die Branche achten, in der das Unternehmen tätig ist. Zyklische Branchen wie die Autoindustrie oder der Maschinenbau sind stärker von Konjunkturschwankungen abhängig. In einer Krise können die Gewinne einbrechen und die Dividenden gekürzt werden. Defensive Branchen wie Versorger oder Lebensmittelhersteller sind stabiler, bieten aber oft weniger Wachstumspotenzial.

Ein wichtiger Punkt ist die Verschuldung des Unternehmens. Hohe Schulden können dazu führen, dass das Unternehmen in einer Krise die Dividende streicht, um Geld zu sparen. Du kannst die Verschuldung anhand der Bilanzkennzahlen beurteilen, aber auch qualitative Faktoren spielen eine Rolle. Ein Unternehmen mit starkem Markenauftritt und treuen Kunden ist weniger anfällig für Krisen.

Vergiss nicht, dass eine hohe Dividendenrendite oft ein Warnsignal ist. Wenn der Aktienkurs stark gefallen ist, steigt die Rendite automatisch, auch wenn die Dividende gleich bleibt. Das kann ein Zeichen dafür sein, dass der Markt Probleme erwartet. Eine nachhaltige Dividende ist wichtiger als eine hohe Rendite, denn eine gekürzte Dividende führt oft zu weiteren Kursverlusten.

Typische Fehler, die Anleger bei Dividenden machen und wie du sie vermeidest

Der häufigste Fehler ist die Jagd nach der höchsten Dividendenrendite. Viele Einsteiger sehen eine Rendite von 8 oder 9 Prozent und denken, sie hätten das große Geld gefunden. Oft steckt dahinter aber ein Unternehmen in Schieflage, dessen Aktienkurs eingebrochen ist. Die hohe Rendite ist dann nur ein statistischer Effekt, der bald durch eine Dividendenkürzung beendet wird. Du solltest immer nach der Nachhaltigkeit fragen, nicht nach der Höhe.

Ein weiterer Fehler ist die Vernachlässigung des Geschäftsmodells. Manche Anleger kaufen Aktien nur wegen der Dividende, ohne zu verstehen, wie das Unternehmen Geld verdient. Wenn sich das Geschäftsmodell ändert oder der Markt sich wandelt, kann die Dividende schnell wegbrechen. Nimm dir Zeit, die Produkte, die Kunden und die Konkurrenz des Unternehmens zu verstehen, bevor du investierst.

Auch die Konzentration auf wenige Aktien ist ein Risiko. Wenn du nur drei oder vier Dividendenaktien besitzt, bist du stark von deren Schicksal abhängig. Ein einziger Fehler des Managements kann deine gesamte Dividendenstrategie zerstören. Eine breite Streuung über viele Unternehmen und Branchen reduziert dieses Risiko erheblich, auch wenn die Rendite dann etwas geringer ausfällt.

Viele Anleger ignorieren auch das Wachstum der Dividende. Eine Aktie mit 2 Prozent Rendite, die aber jedes Jahr um 10 Prozent wächst, ist langfristig oft besser als eine mit 5 Prozent Rendite ohne Wachstum. Der Zinseszinseffekt wirkt hier zu deinen Gunsten, wenn du die Dividenden reinvestierst. Achte also nicht nur auf die aktuelle Rendite, sondern auch auf das Potenzial für zukünftige Erhöhungen.

Ein letzter Fehler ist das Festhalten an einer gescheiterten Aktie. Wenn ein Unternehmen seine Dividende kürzt, ist das oft ein Zeichen für tiefere Probleme. Viele Anleger halten trotzdem an der Aktie fest, in der Hoffnung auf eine Erholung. Das kann dein Portfolio lange belasten. Eine klare Regel, wann du verkaufst, hilft dir, emotionale Entscheidungen zu vermeiden.

So gehst du Schritt für Schritt vor: Dein Fahrplan für den Einstieg

Bevor du auch nur eine Aktie kaufst, solltest du deine finanzielle Basis prüfen. Stelle sicher, dass du einen Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto hast. Dieses Geld ist dein Sicherheitsnetz, falls du unerwartete Ausgaben hast oder dein Job wegbricht. Ohne dieses Polster solltest du nicht in Dividendenaktien investieren, da du sonst im Notfall verkaufen musst.

Als Nächstes solltest du deinen Anlagehorizont bestimmen. Dividendenaktien sind keine kurzfristige Anlage, sondern ein langfristiges Projekt. Du solltest bereit sein, dein Geld mindestens fünf, besser zehn Jahre anzulegen. Nur dann kannst du Kursschwankungen aussitzen und vom Zinseszinseffekt profitieren. Wenn du das Geld in zwei Jahren brauchst, sind Dividendenaktien das falsche Instrument.

Dann kommt die Frage nach der Anlagestrategie. Du kannst entweder einzelne Aktien auswählen oder in einen Dividenden-ETF investieren. Für Einsteiger ist der ETF oft die einfachere und sicherere Wahl, da du sofort breit gestreut bist. Wenn du einzelne Aktien kaufen möchtest, starte mit zwei oder drei Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die du gut verstehst.

Richte als Nächstes einen Sparplan ein, mit dem du regelmäßig einen festen Betrag investierst. Das hat den Vorteil, dass du den Durchschnittskosteneffekt nutzt und nicht den perfekten Zeitpunkt abwarten musst. Du kannst monatlich schon mit kleinen Beträgen starten und die Summe später erhöhen. Wichtig ist, dass du diszipliniert bleibst und auch in schwachen Phasen weitermachst.

Überwache deine Investitionen regelmäßig, aber nicht zu häufig. Ein Blick pro Quartal reicht aus, um zu sehen, ob sich das Unternehmen wie erwartet entwickelt. Achte auf Veränderungen bei der Dividende, beim Gewinn und bei der Verschuldung. Wenn sich die Fundamentaldaten verschlechtern, solltest du über einen Verkauf nachdenken. Wenn alles gut läuft, lass deine Investition einfach weiterlaufen.

Die Rolle von Dividenden in deinem Gesamtportfolio

Dividendenaktien sollten nicht deine einzige Anlageform sein, sondern ein Baustein in einem diversifizierten Portfolio. Neben Dividendenaktien gibt es auch Wachstumsaktien, Anleihen, Immobilien und andere Anlageklassen. Jede hat ihre eigenen Risiken und Chancen, und die Mischung macht es. Ein ausgewogenes Portfolio reduziert das Gesamtrisiko, ohne die Renditechancen übermäßig zu schmälern.

Der Vorteil von Dividendenaktien ist, dass sie einen regelmäßigen Cashflow erzeugen, der unabhängig vom Aktienkurs ist. Das kann besonders in der Ansparphase nützlich sein, wenn du die Dividenden reinvestierst. In der Entnahmephase, also im Ruhestand, kannst du die Dividenden als Einkommen nutzen, ohne deine Aktien verkaufen zu müssen. Das gibt dir eine gewisse Planungssicherheit.

Allerdings solltest du bedenken, dass Dividenden keine feste Größe sind. In einer Wirtschaftskrise können viele Unternehmen ihre Zahlungen kürzen, was dein Einkommen schmälert. Deshalb ist es wichtig, dass du nicht nur auf Dividenden setzt, sondern auch andere Einkommensquellen hast. Eine Mischung aus Dividenden, Zinsen und gegebenenfalls Mieteinnahmen macht dich robuster.

Ein weiterer Aspekt ist die steuerliche Effizienz. In Deutschland werden Dividenden mit der Abgeltungsteuer besteuert, während Kursgewinne erst bei Verkauf besteuert werden. Das bedeutet, dass du bei Dividenden sofort Steuern zahlst, während du bei Wachstumsaktien die Steuer aufschieben kannst. Für manche Anleger kann das ein Grund sein, Wachstumsaktien den Vorzug zu geben, andere schätzen die regelmäßigen Zahlungen.

Am Ende kommt es auf deine persönliche Situation und deine Ziele an. Wenn du ein regelmäßiges Einkommen wünschst und bereit bist, die Risiken zu akzeptieren, sind Dividendenaktien eine gute Wahl. Wenn du maximale Flexibilität möchtest, könnten breit gestreute Indexfonds besser passen. Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur das, was zu dir passt. Wichtig ist, dass du eine bewusste Entscheidung triffst.

Dein erster konkreter Schritt: So startest du noch heute

Der erste Schritt ist immer der schwerste, aber auch der wichtigste. Beginne damit, dir einen Überblick über deine aktuelle finanzielle Situation zu verschaffen. Notiere deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben und finde heraus, wie viel Geld du tatsächlich für Investitionen übrig hast. Selbst ein kleiner Betrag von 50 Euro im Monat kann über die Jahre zu einer beachtlichen Summe anwachsen.

Als Nächstes solltest du ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen. Achte dabei auf die Kosten, die Benutzerfreundlichkeit und den Kundenservice. Viele Neobroker bieten mittlerweile sehr günstige Konditionen und eine einfache App, was für Einsteiger ideal ist. Du brauchst nur deinen Personalausweis und ein paar Minuten Zeit, um das Depot zu eröffnen.

Danach kannst du deinen Sparerpauschbetrag einrichten. Dazu füllst du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank aus, der bis zu 1.000 Euro pro Jahr von der Steuer freistellt. Das ist ein wichtiger Schritt, um deine Rendite zu maximieren. Wenn du verheiratet bist, könnt ihr zusammen 2.000 Euro freistellen lassen. Den Freibetrag kannst du jederzeit anpassen.

Jetzt kommt der eigentliche Start: Entscheide dich für deine erste Investition. Wenn du unsicher bist, wähle einen breit aufgestellten Dividenden-ETF, der die größten Dividendenzahler weltweit abbildet. Du kannst auch mit einem MSCI World Indexfonds starten, der zwar keine explizite Dividendenstrategie verfolgt, aber dennoch Dividenden ausschüttet. Wichtig ist, dass du dich wohlfühlst und die Entscheidung verstehst.

Zum Schluss: Setze dir ein realistisches Ziel und überprüfe es regelmäßig. Das kann ein bestimmter Betrag auf deinem Konto sein oder ein Datum, bis zu dem du ein bestimmtes Vermögen aufgebaut haben möchtest. Schreibe dein Ziel auf und erinnere dich daran, wenn die Kurse einmal fallen. Mit einem klaren Plan und dem Wissen über das Dividende Risiko bist du gut gerüstet für deine finanzielle Zukunft.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Könntest du einen Kursverlust von 30 Prozent aussitzen?
Hast du ein Notfallpolster für ungeplante Ausgaben?
Verstehst du das Geschäftsmodell hinter deiner Aktie?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Das größte Risiko ist die Kürzung oder Streichung der Dividende. Das passiert, wenn ein Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät oder das Geld für andere Zwecke benötigt. Eine gekürzte Dividende führt oft zu einem Kursverlust, sodass du doppelt verlierst.

Nicht immer, aber oft. Eine sehr hohe Rendite kann ein Zeichen für einen gefallenen Aktienkurs sein, der auf Probleme hindeutet. Du solltest prüfen, ob die Dividende durch Gewinne gedeckt ist und ob das Geschäftsmodell zukunftsfähig ist.

Ja, das ist möglich. Wenn ein Unternehmen pleitegeht, verlieren die Aktien in der Regel fast ihren gesamten Wert und auch die Dividende entfällt. Deshalb ist die Streuung über mehrere Unternehmen und Branchen so wichtig, um das Risiko zu begrenzen.

In Deutschland werden Dividenden in der Regel einmal im Jahr nach der Hauptversammlung ausgezahlt. Es gibt aber auch Unternehmen, die vierteljährlich oder halbjährlich zahlen, besonders in den USA. Die Zahlungsweise hängt von der Unternehmenspolitik ab.

Ja, Dividenden unterliegen in Deutschland der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du hast aber einen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr, den du nutzen solltest, um Steuern zu sparen.

In der Regel ja, da ein ETF in viele Unternehmen investiert und das Risiko streut. Wenn ein Unternehmen die Dividende kürzt, hat das nur einen geringen Einfluss auf den gesamten ETF. Einzelaktien sind dagegen stärker von einem einzigen Unternehmen abhängig.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.