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Dividende für Selbstständige: So planst du Ausschüttungen und Steuern
Als Selbstständige oder Selbstständiger mit eigener Kapitalgesellschaft kannst du Gewinne als Gehalt oder als Dividende entnehmen. Welche Variante für dich günstiger ist, hängt von deiner Altersvorsorge, deinem Steuersatz und deiner persönlichen Absicherung ab.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Kombination aus Gehalt und Dividende ist oft steuerlich vorteilhafter als eine reine Gewinnausschüttung.
- Ein höherer Lohn steigert deine Beiträge an die Pensionskasse und senkt gleichzeitig den steuerbaren Unternehmensgewinn.
- Dividenden aus Aktien oder ETFs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.
- Für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht kann ein Depot mit Dividendenaktien eine flexible Baustein der Altersvorsorge sein.
01 · Grundlagen
Was bedeutet Dividende für Selbstständige?
Der Begriff meint zwei verschiedene Ebenen: die Ausschüttung aus deiner eigenen GmbH oder UG und die Erträge aus Aktien oder Fonds in deinem privaten Depot.
Für dich als Selbstständige oder Selbstständigen hat der Begriff Dividende zwei praktische Bedeutungen. Zum einen ist es der Teil des Gewinns deiner eigenen GmbH oder UG, den du als Gesellschafterin oder Gesellschafter an dich selbst ausschüttest. Zum anderen sind es die Erträge aus Aktien oder Fonds, die in deinem privaten Depot liegen.
Bei der eigenen Kapitalgesellschaft entscheidest du selbst, ob du Gewinne als Lohn, als Dividende oder in einer Mischung aus beidem entnimmst. Diese Entscheidung hat direkte Auswirkungen auf deine Steuerlast und deine Altersvorsorge.
Bei privaten Dividenden aus Aktien oder Fonds gelten dagegen feste steuerliche Regeln. Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent, hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
Für deine Planung ist entscheidend, beide Ebenen getrennt zu betrachten. Die Ausschüttung aus der eigenen GmbH folgt anderen Regeln als die Dividende aus einem privaten Depot.
Kurz erklärt
Dividende für Selbstständige
Eine Dividende ist der Teil des Gewinns einer Kapitalgesellschaft, der an die Gesellschafter ausgeschüttet wird. Für Selbstständige kann das die eigene GmbH sein oder ein privates Aktiendepot.
Bei der eigenen Gesellschaft entscheidest du selbst, ob du Gewinne als Lohn, Dividende oder eine Mischung daraus entnimmst.
02 · Vergleich
Lohn oder Dividende: Was ist für dich günstiger?
Die Steuerbelastung ist nicht der einzige Faktor. Entscheidend ist, wie sich deine Wahl auf Pensionskasse, Sozialversicherungen und den Unternehmensgewinn auswirkt.
Die Wahl zwischen Lohn und Dividende beeinflusst mehr als nur deine Steuererklärung. Ein höherer Lohn erhöht deine Beiträge an die Pensionskasse und damit dein Einkaufspotenzial für die Altersvorsorge. Gleichzeitig sinkt der steuerbare Gewinn deines Unternehmens, weil der Personalaufwand steigt.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt den Effekt: Bei einem Gewinn vor Inhaberlohn und Dividende von 276.000 Franken blieben einem Unternehmer mit hoher Dividende netto 191.000 Franken. Mit einem niedrigeren Dividendenanteil und höherem Lohn sank das verfügbare Einkommen zwar um 5.000 Franken, unter dem Strich blieben ihm jedoch 11.000 Franken mehr, weil die Sparbeiträge in die Pensionskasse stiegen.
Die Vergleichsrechnung berücksichtigt nicht die zusätzlichen Steuern beim späteren Bezug des PK-Guthabens. Im Gegenzug sind aber auch die Vermögenssteuern nicht eingerechnet, die bei einer hohen Dividendenauszahlung anfallen.
Guthaben in der Pensionskasse sind von der Vermögenssteuer befreit. Das macht den höheren Lohn in Kombination mit einer optimierten PK-Lösung für viele Inhaberinnen und Inhaber von GmbHs und AGs attraktiver.
| Hoher Lohn, niedrige Dividende | Niedriger Lohn, hohe Dividende | |
|---|---|---|
| Steuerbarer Unternehmensgewinn | Sinkt durch den höheren Personalaufwand | Bleibt höher, da die Dividende den Gewinn nicht mindert |
| Beiträge an die Pensionskasse | Steigen mit dem höheren Lohn | Fallen niedriger aus |
| Steuerbares Einkommen | Höher durch den Lohn, aber durch PK-Beiträge reduzierbar | Niedriger beim Lohn, dafür Dividende steuerpflichtig |
| Flexibilität bei der Altersvorsorge | Höheres Einkaufspotenzial in die Pensionskasse | Weniger Spielraum für freiwillige PK-Einkäufe |
03 · Schritt für Schritt
So läuft die Ausschüttung aus deiner GmbH ab
Von der Beschlussfassung bis zur Überweisung sind mehrere Schritte nötig. Der Ablauf ist bei einer UG oder GmbH weitgehend identisch.
Die Ausschüttung aus deiner GmbH oder UG folgt einem klaren Ablauf. Zuerst stellt die Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss fest und ermittelt den ausschüttungsfähigen Gewinn. Danach beschließen die Gesellschafter, welcher Teil des Gewinns als Dividende ausgezahlt wird und welcher im Unternehmen bleibt.
Die Gesellschaft behält von der Dividende 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag ein und führt sie an das Finanzamt ab. Der Nettobetrag wird anschließend auf dein privates Konto überwiesen.
In deiner Steuererklärung gibst du die Kapitalerträge an. Die einbehaltene Steuer wird auf deine Steuerschuld angerechnet.
Der Ablauf ist bei einer UG und einer GmbH weitgehend identisch. Unterschiede gibt es vor allem bei den gesetzlichen Rücklagen, die eine UG bilden muss.
Jahresabschluss feststellen
Die Gesellschafterversammlung stellt den Jahresabschluss fest und ermittelt den ausschüttungsfähigen Gewinn.
Ausschüttungsbeschluss fassen
Die Gesellschafter beschließen, welcher Teil des Gewinns als Dividende ausgeschüttet wird und welcher im Unternehmen bleibt.
Dividende überweisen
Der Nettobetrag wird auf dein privates Konto überwiesen. In deiner Steuererklärung gibst du die Kapitalerträge an.
04 · Was gilt
Wann das Finanzamt von Scheinselbstständigkeit ausgeht
Nicht jede Person, die auf dem Papier selbstständig ist, gilt rechtlich auch als selbstständig. Die Abgrenzung hat Folgen für deine Rentenversicherung und deine Steuern.
Nicht jede Person, die auf dem Papier selbstständig ist, gilt rechtlich auch als selbstständig. Wenn du zwar vertraglich als selbstständig bezeichnet wirst, aber wie eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer handelst, kann das Finanzamt von Scheinselbstständigkeit ausgehen. Die Folge: Du wirst als abhängig beschäftigt eingestuft und musst in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert werden.
Für echte Selbstständigkeit spricht, wenn du mehrere Auftraggeber hast und selbst akquirierst. Auch die freie Bestimmung von Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsweise sowie ein eigenes unternehmerisches Risiko sind klare Merkmale.
Kritisch wird es, wenn du auf Dauer nur für einen einzigen Auftraggeber arbeitest. Feste Arbeitszeiten, Weisungen wie ein Arbeitnehmer und die ausschließliche Nutzung der Infrastruktur des Auftraggebers sprechen für Scheinselbstständigkeit.
Die Einstufung hat direkte Folgen für deine Rentenversicherung und deine Steuern. Kläre deshalb frühzeitig, ob deine Tätigkeit die Kriterien für echte Selbstständigkeit erfüllt.
Spricht für echte Selbstständigkeit
Spricht für Scheinselbstständigkeit
05 · Kosten
Steuern auf Dividenden aus Aktien und Fonds
Für private Kapitalerträge gelten feste Sätze. Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil der Erträge steuerfrei zu vereinnahmen.
Für private Kapitalerträge gelten im Jahr 2026 feste Sätze. Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf Dividenden und Kursgewinne. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil deiner Erträge steuerfrei zu vereinnahmen. Er liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro pro Jahr.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge aus Aktienfonds steuerfrei bleiben und nur 70 Prozent der Abgeltungsteuer unterliegen.
Die Bank oder die Gesellschaft behält die Steuer direkt ein. Du musst dich um die Abführung nicht selbst kümmern, solltest die Erträge aber in deiner Steuererklärung angeben.
06 · Im Vertrag
Fachbegriffe rund um die Dividende
Diese Begriffe begegnen dir in Ausschüttungsbeschlüssen, Depotauszügen und Steuerbescheinigungen.
In Ausschüttungsbeschlüssen, Depotauszügen und Steuerbescheinigungen begegnen dir einige Fachbegriffe, die du kennen solltest. Der Ausschüttungsbeschluss ist der Beschluss der Gesellschafterversammlung, der festlegt, welcher Teil des Gewinns als Dividende ausgezahlt wird.
Die Abgeltungsteuer ist die pauschale Steuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge wie Dividenden und Kursgewinne. Sie wird direkt von der Bank oder der Gesellschaft einbehalten.
Der Sparer-Pauschbetrag ist der Freibetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr, bis zu dem Kapitalerträge steuerfrei bleiben. Bei Ehepaaren sind es 2000 Euro.
Die Teilfreistellung bedeutet, dass bei Aktienfonds 30 Prozent der Erträge steuerfrei bleiben. Dieser Mechanismus reduziert die effektive Steuerlast auf Fondserträge.
Wichtige Begriffe kurz erklärt
07 · Checkliste
Checkliste: So planst du deine Entnahmestrategie
Eine durchdachte Strategie verbindet Steueroptimierung, Altersvorsorge und Liquidität. Diese Punkte solltest du klären.
Eine durchdachte Strategie verbindet Steueroptimierung, Altersvorsorge und Liquidität. Die folgenden Punkte solltest du klären, bevor du dich für eine Entnahmevariante entscheidest.
- Prüfe, ob du in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert bist oder dich freiwillig versichern kannst.
- Vergleiche die Steuerlast bei hohem Lohn und niedriger Dividende mit der umgekehrten Variante.
- Berechne, wie sich ein höherer Lohn auf deine PK-Beiträge und dein Einkaufspotenzial auswirkt.
- Nutze den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr für private Kapitalerträge aus.
- Prüfe, ob ein privates Depot mit Dividendenaktien als flexible Ergänzung zur Altersvorsorge passt.
- Kläre, ob du als scheinselbstständig eingestuft werden könntest, und passe deine Vertragsgestaltung an.
Die Reihenfolge der Punkte ist keine Priorisierung. Je nach deiner persönlichen Situation kann ein Punkt dringlicher sein als ein anderer.
Deine Planung für Lohn, Dividende und Altersvorsorge
Prüfe, ob du in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert bist oder dich freiwillig versichern kannst
Vergleiche die Steuerlast bei hohem Lohn und niedriger Dividende mit der umgekehrten Variante
Berechne, wie sich ein höherer Lohn auf deine PK-Beiträge und dein Einkaufspotenzial auswirkt
Prüfe, ob ein privates Depot mit Dividendenaktien als flexible Ergänzung zur Altersvorsorge passt
Kläre, ob du als scheinselbstständig eingestuft werden könntest, bevor du nur einen Auftraggeber annimmst
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Gewinnentnahme
Diese Fehler kosten dich Steuervorteile oder führen zu Nachzahlungen. Sie lassen sich mit etwas Planung vermeiden.
Einige Fehler bei der Gewinnentnahme kosten dich Steuervorteile oder führen zu Nachzahlungen. Der häufigste Fehler ist, den gesamten Gewinn als Dividende auszuschütten und auf einen angemessenen Lohn zu verzichten. Damit verschenkst du die Möglichkeit, über höhere PK-Beiträge dein steuerbares Einkommen zu senken.
Ein weiterer Fehler ist, die Auswirkungen auf die Pensionskasse bei der Wahl zwischen Lohn und Dividende zu ignorieren. Wer nur auf die Steuerlast im laufenden Jahr schaut, übersieht die langfristigen Vorteile höherer Sparbeiträge.
Auch den Sparer-Pauschbetrag nicht auszuschöpfen ist ein vermeidbarer Fehler. Damit verschenkst du Steuervorteile auf private Kapitalerträge. Die Teilfreistellung für Aktienfonds wird ebenfalls häufig übersehen.
Gewinne dauerhaft im Unternehmen zu belassen, ohne eine Strategie für die spätere Entnahme zu haben, kann bei der Firmenübergabe zu Problemen führen. Plane deshalb frühzeitig, wie du Gewinne ins Privatvermögen überführst.
Fehler, die du vermeiden solltest
09 · Hintergrund
Dividendenaktien als Baustein deiner Altersvorsorge
Für Selbstständige ohne gesetzliche Rentenversicherungspflicht kann ein privates Depot eine flexible Ergänzung sein. Dividendenerträge lassen sich gezielt planen.
Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, müssen ihre Altersvorsorge eigenständig aufbauen. Neben der Pensionskasse und privaten Rentenversicherungen kann ein Depot mit Dividendenaktien eine Rolle spielen. Aktien aus Branchen wie Finanzen oder Telekommunikation weisen teils Dividendenrenditen auf, die deutlich über dem Garantiezins klassischer Rentenversicherungen liegen.
Ein Vorteil von Dividendenaktien ist ihre Flexibilität. Anders als eine Rürup-Rente, die nur als laufende Rente ausgezahlt werden kann, bleiben Aktien und ETFs im Depot verfügbar. Du kannst sie verkaufen, umschichten oder die Dividenden für laufende Kosten verwenden.
Für Selbstständige mit unregelmäßigem Einkommen können regelmäßige Dividendenzahlungen eine Hilfe sein. Wenn du Unternehmen auswählst, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr ausschütten, sind monatliche Zahlungseingänge möglich.
Beachte jedoch das Risiko von Kursverlusten. Für den Einstieg eignen sich breit gestreute ETFs, bevor du in Einzelaktien investierst.
Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, müssen ihre Altersvorsorge eigenständig aufbauen. Neben der Pensionskasse und privaten Rentenversicherungen kann ein Depot mit Dividendenaktien eine Rolle spielen. Aktien aus Branchen wie Finanzen oder Telekommunikation weisen teils Dividendenrenditen auf, die deutlich über dem Garantiezins klassischer Rentenversicherungen liegen.
Ein Vorteil von Dividendenaktien ist ihre Flexibilität. Anders als eine Rürup-Rente, die nur als laufende Rente ausgezahlt werden kann, bleiben Aktien und ETFs im Depot verfügbar. Du kannst Dividenden reinvestieren oder zur Deckung laufender Kosten verwenden. Unternehmen aus den USA schütten oft quartalsweise aus, was bei geschickter Auswahl zu regelmäßigen Zahlungseingängen im Jahr führen kann.
Allerdings tragen Aktien ein Kursrisiko. Für den Einstieg eignen sich breit gestreute Indexfonds, bevor du Einzelaktien auswählst.
10 · Hintergrund
Hauptversammlung: Was sie für deine Dividende bedeutet
Bei Aktiengesellschaften entscheidet die Hauptversammlung über die Ausschüttung. Als Aktionär hast du dort ein Stimmrecht.
Die Hauptversammlung ist das oberste Organ einer Aktiengesellschaft. Einmal im Jahr stimmen die Aktionäre dort unter anderem über die Verwendung des Bilanzgewinns ab. Der Vorstand schlägt eine Dividende vor, die Aktionäre können diesen Vorschlag annehmen oder ändern.
Für dich als Anleger bedeutet das: Die Höhe deiner Dividende steht erst nach der Hauptversammlung fest. Der Auszahlungstermin liegt in der Regel wenige Tage nach dem Beschluss. Wenn du Aktien eines Unternehmens hältst, erhältst du automatisch eine Einladung zur Hauptversammlung und kannst dein Stimmrecht ausüben oder eine Vollmacht erteilen.
Häufige Fragen
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