Ratgeber · Investieren
DAX-ETF-Vergleich: So findest du den passenden Indexfonds für dein Depot
Ein DAX-ETF bildet die 40 größten deutschen Aktiengesellschaften ab. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignet er sich vor allem als Beimischung zu einem breit gestreuten Weltportfolio.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Gesamtkostenquote (TER) von DAX-ETFs liegt zwischen 0,08 und 0,16 Prozent pro Jahr.
- Der DAX gewichtet Aktien nach Streubesitz-Marktkapitalisierung und begrenzt Einzelwerte auf 15 Prozent.
- Ein DAX-ETF konzentriert sich auf 40 Titel aus einem Land und birgt dadurch ein Klumpenrisiko.
- Für die Basis deines Depots ist ein globaler Index wie der MSCI World meist die bessere Wahl.
01 · Grundlagen
Was ist ein DAX-ETF?
Ein DAX-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung des Deutschen Aktienindex nachbildet. Du partizipierst damit an der Kursentwicklung der 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands.
Ein DAX-ETF kauft die Aktien der 40 im Index enthaltenen Unternehmen tatsächlich und gewichtet sie entsprechend der Indexzusammensetzung. Alle gängigen DAX-ETFs nutzen dafür die vollständige physische Replikation, das heißt, du erwirbst indirekt Anteile an den größten börsennotierten Konzernen Deutschlands.
Die Gewichtung erfolgt nach Streubesitz-Marktkapitalisierung, wobei das Gewicht eines Einzelwerts auf 15 Prozent begrenzt ist. Diese Kappung verhindert, dass ein einziges Unternehmen den Index zu stark dominiert.
Seit September 2021 enthält der DAX die 40 größten Unternehmen Deutschlands, zuvor waren es 30 Werte. Für dich bedeutet das eine etwas breitere Streuung als beim alten DAX 30, aber weiterhin eine klare Konzentration auf wenige Branchen und Titel.
Kurz erklärt
DAX-ETF
Ein passiv verwalteter Fonds, der den DAX als zugrunde liegenden Aktienindex eins zu eins nachbildet. Er kauft die im Index enthaltenen Aktien physisch und gewichtet sie entsprechend der Indexzusammensetzung.
Der DAX enthält seit September 2021 die 40 größten Unternehmen Deutschlands. Die Gewichtung erfolgt nach Streubesitz-Marktkapitalisierung, wobei das Gewicht eines Einzelwerts auf 15 Prozent begrenzt ist.
02 · Vergleich
DAX-ETF oder MSCI World: Was ist der Unterschied?
Der wichtigste Vergleich für deine Anlageentscheidung ist der zwischen einem DAX-ETF und einem globalen Aktienindex wie dem MSCI World. Beide bilden Aktienmärkte ab, unterscheiden sich aber deutlich in der Risikostreuung.
Der MSCI World streut dein Geld über rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern, während ein DAX-ETF nur 40 Unternehmen aus einem einzigen Land abbildet. Diese unterschiedliche Risikoverteilung ist der zentrale Punkt für deine Anlageentscheidung.
Beim DAX entfallen rund 18 Prozent der Gewichtung auf Chemie- und Pharmaunternehmen und etwa 14 Prozent auf die Automobilindustrie. Die acht Unternehmen mit der höchsten Gewichtung machen rund die Hälfte des DAX-Anlagekapitals aus, was ein erhebliches Klumpenrisiko darstellt.
Für den langfristigen Vermögensaufbau eignet sich der MSCI World als Basisinvestment, ein DAX-ETF dagegen eher als gezielte Beimischung. Die typische Gesamtkostenquote liegt beim DAX zwischen 0,08 und 0,16 Prozent pro Jahr, beim MSCI World zwischen 0,12 und 0,20 Prozent.
| DAX-ETF | MSCI-World-ETF | |
|---|---|---|
| Anzahl der enthaltenen Unternehmen | 40 Unternehmen | rund 1.300 Unternehmen |
| Geografische Abdeckung | nur Deutschland | 23 Industrieländer |
| Klumpenrisiko | hoch, wenige Branchen und Titel dominieren | geringer, breite Streuung über Länder und Branchen |
| Typische Gesamtkostenquote (TER) | 0,08 bis 0,16 Prozent pro Jahr | |
| Eignung als Basisinvestment | nein, eher als Satellit geeignet | ja, als Kern des Portfolios |
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Gewichtung im DAX
Die Zusammensetzung des DAX folgt klaren Regeln. Für deinen ETF-Vergleich ist entscheidend zu verstehen, wie stark einzelne Aktien den Index beeinflussen.
Der Indexbetreiber wählt die 40 größten und umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands aus. Nicht börsennotierte Konzerne wie Bosch oder Lidl sind nicht enthalten, obwohl sie zu den größten deutschen Arbeitgebern zählen.
Für die Gewichtung zählt nur der Streubesitz, also die frei am Markt handelbaren Anteile eines Unternehmens. Je höher der Streubesitzwert, desto größer ist der Anteil im DAX.
Das Gewicht einer einzelnen Aktie ist auf 15 Prozent begrenzt. Im Februar 2025 wurden zusätzlich die Varianten DAX 20% Capped mit einer Obergrenze von 20 Prozent und DAX Uncapped ohne Obergrenze aufgelegt.
Auswahl der 40 größten Unternehmen
Der Indexbetreiber wählt die 40 größten und umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen Deutschlands aus. Nicht börsennotierte Konzerne wie Bosch oder Lidl sind nicht enthalten.
Gewichtung nach Streubesitz-Marktkapitalisierung
Nur die frei am Markt handelbaren Anteile eines Unternehmens zählen für die Gewichtung. Je höher der Streubesitzwert, desto größer der Anteil im DAX.
Kappung der Einzelwerte
Das Gewicht einer einzelnen Aktie ist auf 15 Prozent begrenzt. Diese Regel verhindert, dass ein einziges Unternehmen den Index zu stark dominiert.
Regelmäßige Überprüfung
Die Indexzusammensetzung wird regelmäßig überprüft und angepasst. Unternehmen können aufsteigen, absteigen oder aus dem Index ausscheiden.
04 · Kosten
Welche Kosten fallen bei DAX-ETFs an?
Die Gesamtkostenquote ist ein zentrales Kriterium im DAX-ETF-Vergleich. Sie bestimmt, wie viel deiner Rendite jährlich für die Fondsverwaltung verloren geht.
Die jährliche Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio (TER) genannt, liegt bei DAX-ETFs zwischen 0,08 und 0,16 Prozent pro Jahr. Günstige ETFs liegen am unteren Ende dieser Spanne, ältere und größere Fonds tendieren zum oberen Ende.
Der günstigste DAX-ETF kostet 0,08 Prozent pro Jahr, das mittlere Kostenniveau liegt zwischen 0,09 und 0,15 Prozent. Der teuerste DAX-ETF verlangt 0,16 Prozent pro Jahr.
Aktiv verwaltete Fonds kosten oft ein Vielfaches dieser Beträge. Selbst ein DAX-ETF am oberen Ende der Spanne ist daher im Vergleich zu aktiv gemanagten Deutschlandfonds noch vergleichsweise günstig.
Jährliche Gesamtkostenquote (TER) von DAX-ETFs
05 · Was gilt
Thesaurierung oder Ausschüttung: Was passt zu dir?
DAX-ETFs gibt es in zwei Varianten: thesaurierend oder ausschüttend. Deine Wahl hängt davon ab, ob du Erträge wieder anlegen oder als Einkommen nutzen möchtest.
Bei thesaurierenden DAX-ETFs werden Dividenden automatisch wieder im Fonds angelegt. Der Zinseszinseffekt arbeitet ohne dein Zutun, und es erfolgen keine regelmäßigen Gutschriften auf deinem Konto.
Ausschüttende DAX-ETFs überweisen die Dividenden regelmäßig auf dein Verrechnungskonto. Du entscheidest dann selbst über die Wiederanlage und kannst die Erträge auch für laufende Ausgaben nutzen.
Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs besser geeignet, da sie den Zinseszinseffekt automatisch nutzen. Wenn du dagegen auf regelmäßige Einkünfte angewiesen bist, wähle einen ausschüttenden ETF.
Thesaurierend
Ausschüttend
06 · Im Vertrag
Wichtige Fachbegriffe im DAX-ETF-Vergleich
Im DAX-ETF-Vergleich begegnen dir einige Fachbegriffe, die du für eine fundierte Entscheidung kennen solltest. Sie beschreiben die Funktionsweise und die Risiken der Fonds.
Die Gesamtkostenquote (TER) gibt an, welcher Prozentsatz des Fondsvermögens jährlich für Verwaltung und Betrieb anfällt. Sie wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und mindert deine Rendite.
Physisch replizierende ETFs kaufen die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich. Alle gängigen DAX-ETFs nutzen die vollständige Replikation, das heißt, sie halten alle 40 Aktien entsprechend ihrer Indexgewichtung.
Das Fondsvolumen beschreibt das verwaltete Vermögen eines ETFs. Ein höheres Fondsvolumen spricht für Liquidität und geringere Schließungsrisiken, der größte DAX-ETF verwaltet über 8 Milliarden Euro.
Das Klumpenrisiko bezeichnet die Konzentration auf wenige Branchen und Titel. Beim DAX entfallen rund 18 Prozent auf Chemie und Pharma sowie etwa 14 Prozent auf die Automobilindustrie.
Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt
07 · Checkliste
Checkliste: So wählst du den passenden DAX-ETF
Für deinen DAX-ETF-Vergleich solltest du mehrere Kriterien prüfen. Diese Checkliste hilft dir, die relevanten Faktoren systematisch zu bewerten.
Die Gesamtkostenquote ist dabei ein zentraler Faktor, aber nicht der einzige.
- Prüfe die Gesamtkostenquote (TER) und wähle einen ETF mit Kosten unter 0,16 Prozent pro Jahr.
- Bevorzuge ein Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro, um Liquidität und geringere Schließungsrisiken zu gewährleisten.
- Wähle einen ETF mit vollständiger physischer Replikation, wie es bei allen gängigen DAX-ETFs der Fall ist.
- Lege die Ertragsverwendung passend zu deinem Anlageziel fest: thesaurierend für Vermögensaufbau, ausschüttend für laufende Erträge.
- Prüfe die Verfügbarkeit als Sparplan bei deinem Broker, denn nicht jeder DAX-ETF ist bei jedem Anbieter besparbar.
- Nutze den DAX-ETF nur als Beimischung zu einem breiten Weltportfolio, nicht als alleiniges Basisinvestment.
Kriterien für die ETF-Auswahl
Gesamtkostenquote (TER) zwischen 0,08 und 0,16 Prozent pro Jahr prüfen
Fondsvolumen von mindestens 100 Millionen Euro bevorzugen
Replikationsmethode: vollständige physische Replikation wählen
Ertragsverwendung passend zu deinem Anlageziel festlegen
Fondsdomizil und steuerliche Aspekte beachten
Verfügbarkeit als Sparplan bei deinem Broker prüfen
DAX-ETF nur als Beimischung zu einem breiten Weltportfolio nutzen
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Investieren in DAX-ETFs
Viele Anleger überschätzen die Diversifikation eines DAX-ETFs. Diese Fehler solltest du vermeiden, wenn du einen DAX-ETF in dein Depot aufnimmst.
Dabei verteilt der DAX die Verlustrisiken nur auf 40 Unternehmen, während internationale Aktien-ETFs bis zu 3.000 Unternehmen enthalten.
Ein weiterer Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung des letzten Jahres zu schauen. Die Ein-Jahres-Renditen der DAX-ETFs liegen eng beieinander zwischen 4,91 und 5,09 Prozent, langfristig sind Kosten und Ertragsverwendung wichtiger.
Der Home Bias, also die übermäßige Gewichtung des Heimatmarkts aus Vertrautheit, führt zu einem Klumpenrisiko. Die acht Unternehmen mit der höchsten Gewichtung machen rund die Hälfte des DAX-Anlagekapitals aus.
Wer einen ausschüttenden ETF wählt, obwohl er Vermögen aufbauen will, verschenkt den automatischen Zinseszinseffekt der Thesaurierung.
Diese Fehler kosten dich Rendite
09 · Hintergrund
So integrierst du einen DAX-ETF in dein Depot
Ein DAX-ETF kann als gezielter Baustein sinnvoll sein. Die richtige Einbindung in dein Gesamtportfolio entscheidet über den langfristigen Anlageerfolg.
Für den langfristigen Vermögensaufbau bildet ein breit gestreuter Weltindex wie der MSCI World die solide Basis deines Depots. Er verteilt dein Geld auf rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern und reduziert so das Risiko einzelner Regionen oder Branchen.
Einen DAX-ETF kannst du dieser Basis als Satellit beimischen, wenn du bewusst einen geografischen Schwerpunkt auf Deutschland setzen möchtest. Ein Anteil von 10 bis 20 Prozent am Aktienportfolio gilt als vertretbare Größenordnung, ohne das Klumpenrisiko zu stark zu erhöhen.
Für die Umsetzung benötigst du ein Wertpapierdepot mit günstigen Konditionen. Achte darauf, dass dein gewählter DAX-ETF als Sparplan verfügbar ist, denn die Sparplanfähigkeit bestimmt die Bank und nicht der Produktanbieter.
Für den langfristigen Vermögensaufbau bildet ein breit gestreuter Weltindex wie der MSCI World die solide Basis deines Depots. Er verteilt dein Geld auf rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern und reduziert so das Risiko einzelner Regionen oder Branchen.
Einen DAX-ETF kannst du dieser Basis als Satellit beimischen, wenn du bewusst einen geografischen Schwerpunkt auf Deutschland setzen möchtest. Der DAX bündelt die 40 größten deutschen Unternehmen und ist damit deutlich konzentrierter als ein Weltindex.
Achte bei der Umsetzung auf ein Wertpapierdepot mit günstigen Ordergebühren und der Möglichkeit, ETF-Sparpläne einzurichten. Ein Sparplan auf einen DAX-ETF eignet sich, um regelmäßig und ohne großen Aufwand zu investieren.
Dein Anlagehorizont sollte mindestens zehn Jahre betragen. In diesem Zeitraum kannst du kurzfristige Schwankungen des deutschen Aktienmarkts aussitzen und von der langfristigen Entwicklung der Unternehmen profitieren.
10 · Was gilt
Steuern auf DAX-ETF-Erträge
Auch bei DAX-ETFs fallen Steuern auf deine Erträge an. Die Höhe hängt von deinem persönlichen Steuersatz und der Art der Erträge ab.
Steuerpflichtig sind Kursgewinne beim Verkauf von ETF-Anteilen, Ausschüttungen sowie die Vorabpauschale bei thesaurierenden ETFs. Die Vorabpauschale stellt sicher, dass auch bei thesaurierenden Fonds jährlich eine Mindestbesteuerung erfolgt.
Steuerfrei bleiben Erträge innerhalb des Sparer-Pauschbetrags von 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2000 Euro pro Jahr.
Um den Sparer-Pauschbetrag zu nutzen, kannst du bei deinem Broker einen Freistellungsauftrag einrichten. Erträge oberhalb des Freibetrags werden dann automatisch mit Abgeltungsteuer belastet.
Steuerpflichtig
11 · Kosten
Abgeltungsteuer und Teilfreistellung bei DAX-ETFs
Auf Erträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags zahlst du Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast reduziert.
Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer, was die Gesamtbelastung auf etwa 26,375 Prozent erhöht.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass bei DAX-ETFs nur 70 Prozent der Erträge steuerpflichtig sind, während 30 Prozent steuerfrei bleiben.
Diese Teilfreistellung senkt die effektive Steuerlast deutlich. Sie gilt für alle Aktienfonds, unabhängig davon, ob sie thesaurierend oder ausschüttend sind.
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