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CFD-Gebühren: Was ein Differenzkontrakt wirklich kostet

Bei CFDs setzt sich der Preis aus mehreren Komponenten zusammen. Neben dem Spread fallen oft Kommissionen und Finanzierungs­kosten an, die deine Rendite schmälern.

11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs und fällt bei jeder Order an.
  • Bei Aktien-CFDs werden oft Kommissionen fällig, bei Index-CFDs meist nicht.
  • Haltekosten für Positionen über Nacht können positiv oder negativ sein.
  • Ein Demokonto hilft dir, die Gebührenstruktur ohne eigenes Geld zu verstehen.

01 · Grundlagen

Was sind CFD-Gebühren?

CFD-Gebühren sind alle Kosten, die beim Handel mit Differenzkontrakten entstehen. Sie lassen sich in einmalige Transaktionskosten und laufende Haltekosten unterteilen.

CFD-Gebühren setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten fällig werden. Beim Öffnen und Schließen einer Position zahlst du den Spread, bei vielen Aktien-CFDs zusätzlich eine Kommission. Hältst du eine Position über Nacht, kommen Finanzierungskosten hinzu, die je nach Handelsrichtung positiv oder negativ ausfallen können.

Für dich bedeutet das: Die Gesamtkosten eines Trades kennst du erst, wenn du alle drei Komponenten berücksichtigst. Ein enger Spread allein sagt noch nichts über die tatsächliche Kostenbelastung aus.

Die Höhe der Gebühren hängt vom Basiswert, der Positionsgröße und der Haltedauer ab. Ein Index-CFD wird anders bepreist als ein Aktien-CFD, und ein Trade über mehrere Tage kostet mehr als ein Intraday-Trade.

Kurz erklärt

CFD-Gebühren

Sammelbegriff für alle Kosten, die beim Öffnen, Halten und Schließen einer CFD-Position anfallen. Dazu zählen Spread, Kommission, Finanzierungskosten und Gebühren für Zusatzleistungen.

Die Höhe der Gebühren hängt vom Basiswert, der Positionsgröße und der Haltedauer ab.

02 · Vergleich

Transaktions­kosten: Spread und Kommission im Vergleich

Jede Order löst Transaktionskosten aus. Der Spread ist immer fällig, eine Kommission kommt je nach Anbieter und Basiswert hinzu.

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis und fällt bei jeder CFD-Order an. Bei Index-CFDs ist er in der Regel die einzige Transaktionsgebühr, während bei Aktien-CFDs häufig eine Kommission dazukommt. Die Kommission wird entweder als Prozentsatz vom Handelsvolumen oder als fester Betrag pro Anteil berechnet.

Europäische Aktien-CFDs kosten bei einigen Anbietern 0,05 Prozent vom Volumen, amerikanische Aktien-CFDs oft 0,005 USD pro Anteil. Bei deutschen und britischen Aktien-CFDs gibt es Anbieter, die ganz auf eine Kommission verzichten.

  • Der Spread ist bei jeder Order fällig, unabhängig vom Basiswert.
  • Eine Kommission fällt vor allem bei Aktien-CFDs an, nicht bei Index-CFDs.
  • Die typische Kommissionsspanne liegt zwischen 0 und 0,18 Prozent vom Volumen.
Die zwei Hauptkosten beim CFD-Handel
SpreadKommission
Wann fälligBei jeder OrderNur bei bestimmten Basiswerten
Typische HöheVariabel, abhängig vom Markt0 % bis 0,18 % vom Volumen
Häufig betroffenAlle CFDsAktien-CFDs, nicht Index-CFDs

03 · Kosten

Finanzierungs­kosten: Was das Halten einer Position kostet

Positionen, die über Nacht gehalten werden, lösen Finanzierungskosten aus. Diese werden auch als Haltekosten oder Übernachtzinsen bezeichnet.

Finanzierungskosten entstehen, wenn du eine CFD-Position über Nacht offen hältst. Sie werden täglich berechnet und können je nach Handelsrichtung und Zinsniveau positiv oder negativ sein. Bei einer Long-Position zahlst du in der Regel einen Zinsaufschlag, bei einer Short-Position kann dir eine Gutschrift entstehen.

Die Höhe liegt oft zwischen 0,01 und 0,05 Prozent pro Nacht, abhängig vom Basiswert und dem jeweiligen Referenzzinssatz. Bei gehebelten Positionen wird der Zinssatz auf den gesamten Positionswert angewendet, nicht nur auf deine Margin.

Finanzierungskosten fallen nur an, wenn du die Position über Nacht hältst. Intraday-Trades, die vor dem abendlichen Abrechnungszeitpunkt geschlossen werden, sind davon nicht betroffen.

Typische Kostenkomponenten einer CFD-Position

SpreadDynamisch und marktabhängig
Kommission0 bis 0,18 %
Swap-GebührPositiv oder negativ

04 · Grundlagen

Swap: Was bedeutet der Begriff bei CFDs?

Der Swap ist ein Zinsunterschied, der bei über Nacht gehaltenen Positionen verrechnet wird. Er kann dein Konto belasten oder dir eine Gutschrift bringen.

Er ergibt sich aus der Differenz der Leitzinsen der beteiligten Währungen oder aus den Finanzierungskosten des zugrunde liegenden Kontrakts. Je nachdem, ob du die Währung mit dem höheren oder niedrigeren Zins kaufst, wird deinem Konto ein Betrag gutgeschrieben oder belastet.

Ein positiver Swap entsteht, wenn du eine Währung mit höherem Zins kaufst und eine mit niedrigerem verkaufst. In diesem Fall erhältst du täglich eine Gutschrift. Im umgekehrten Fall zahlst du den Zinsunterschied.

Der Swap kann dein Konto belasten oder dir eine Gutschrift bringen. Er wird täglich neu berechnet und direkt in deiner Positionsübersicht ausgewiesen.

Kurz erklärt

Swap

Ein Zinsausgleich zwischen zwei Währungen oder Kontrakten, der bei CFDs als tägliche Gutschrift oder Belastung verbucht wird. Er ergibt sich aus der Differenz der Leitzinsen der beteiligten Währungen.

Ein Swap kann positiv sein, wenn du eine Währung mit höherem Zins kaufst und eine mit niedrigerem verkaufst.

05 · Was gilt

Haltekosten bei Index-CFDs und Aktien-CFDs

Die Höhe der Haltekosten hängt vom Basiswert ab. Index-CFDs und Aktien-CFDs werden unterschiedlich berechnet.

Haltekosten fallen bei Index-CFDs und Aktien-CFDs immer dann an, wenn du die Position über Nacht hältst. Bei Forex-CFDs kommt zusätzlich die Zinsdifferenz zwischen den beiden Währungen zum Tragen. Rohstoff-CFDs auf Terminkontrakte haben ebenfalls Haltekosten, die sich aus dem Kontraktwechsel ergeben können.

Keine Haltekosten entstehen bei Intraday-Trades, die vor dem abendlichen Abrechnungszeitpunkt geschlossen werden. Auch offene Orders, die nicht ausgeführt werden, lösen keine Finanzierungskosten aus.

  • Index-CFDs und Aktien-CFDs verursachen Haltekosten bei Positionen über Nacht.
  • Forex-CFDs verrechnen zusätzlich die Zinsdifferenz der Währungspaare.
  • Intraday-Trades und nicht ausgeführte Orders bleiben ohne Haltekosten.

Haltekosten fallen an

·Index-CFDs bei Positionen über Nacht
·Aktien-CFDs bei Positionen über Nacht
·Forex-CFDs mit Zinsdifferenz
·Rohstoff-CFDs mit Terminkontrakt

Keine Haltekosten

·Intraday-Trades, die vor 17:00 ET geschlossen werden
·Positionen auf einem Demokonto
·Orders, die nicht ausgeführt werden

06 · Hintergrund

Hebelwirkung und Margin: So beeinflussen sie deine Kosten

Die Hebelwirkung bestimmt, wie viel Kapital du als Margin hinterlegen musst. Sie erhöht nicht direkt die Gebühren, aber sie vergrößert die Wirkung jeder Kostenkomponente.

Die Margin ist eine Sicherheitsleistung, die du für eine CFD-Position hinterlegen musst. Sie beträgt oft nur einen Bruchteil des Positionswerts, zum Beispiel 5 Prozent bei Index-CFDs oder 20 Prozent bei Aktien-CFDs. Daraus ergibt sich die Hebelwirkung: Bei 5 Prozent Margin handelst du mit dem 20-fachen Hebel.

Die Gebühren selbst bleiben durch den Hebel unverändert, aber ihre relative Wirkung steigt. Ein Spread von 1 Punkt macht bei einem Hebel von 20 einen deutlich größeren Anteil deines eingesetzten Kapitals aus als bei einer ungehebelten Position. Dasselbe gilt für Finanzierungskosten, die auf den gesamten Positionswert berechnet werden.

Der Hebel vergrößert die Wirkung jeder Kostenkomponente auf dein eingesetztes Kapital. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Gebühren gerade bei kleinen Marginsätzen.

Die Margin ist eine Sicherheitsleistung, die du für eine CFD-Position hinterlegen musst. Sie beträgt oft nur einen Bruchteil des Positionswerts.

Die Hebelwirkung ergibt sich aus der Margin. Das bedeutet, dass sich auch kleine Kursbewegungen stark auf dein Konto auswirken.

Die Gebühren selbst bleiben gleich, aber ihre relative Wirkung steigt. Ein Spread von 1 Punkt macht bei einem hohen Hebel einen größeren Anteil deines eingesetzten Kapitals aus als ohne Hebel.

07 · Was gilt

Kommissionen bei Aktien-CFDs: Wann sie anfallen

Aktien-CFDs sind die häufigste Klasse mit expliziten Kommissionen. Die Höhe hängt vom Handelsplatz und vom monatlichen Volumen ab.

Kommissionen bei Aktien-CFDs hängen vom Handelsplatz und vom monatlichen Handelsvolumen ab. US-Aktien-CFDs werden oft mit 0,005 USD pro Anteil berechnet, europäische Aktien-CFDs mit 0,05 Prozent vom Volumen. In Brasilien liegen die Sätze zwischen 0,08 und 0,12 Prozent, in Südafrika zwischen 0,09 und 0,12 Prozent.

Bei deutschen und britischen Aktien-CFDs verzichten manche Anbieter vollständig auf eine Kommission. Index-CFDs und Forex-CFDs werden in der Regel ohne explizite Kommission gehandelt, dort ist der Spread die zentrale Transaktionsgebühr.

  • US-Aktien-CFDs: oft 0,005 USD pro Anteil, mit Mindestgebühr pro Order.
  • Europäische Aktien-CFDs: oft 0,05 Prozent vom Volumen.
  • Deutsche und britische Aktien-CFDs: bei manchen Anbietern ohne Kommission.

Kommission fällig

·US-Aktien-CFDs: oft 0,005 USD pro Anteil
·Europäische Aktien-CFDs: oft 0,05 % vom Volumen
·Brasilianische Aktien-CFDs: 0,08 bis 0,12 %
·Südafrikanische Aktien-CFDs: 0,09 bis 0,12 %

Keine Kommission

·Deutsche Aktien-CFDs bei manchen Anbietern
·Britische Aktien-CFDs bei manchen Anbietern
·Index-CFDs
·Forex-CFDs

08 · Hintergrund

Liquidität und Volatilität: So wirken sie auf den Spread

Der Spread ist nicht fest, sondern passt sich den Marktbedingungen an. Liquidität und Volatilität sind die wichtigsten Einflussfaktoren.

Liquidität beschreibt, wie leicht ein Basiswert gehandelt werden kann. Hohe Liquidität bedeutet enge Spreads, weil viele Käufer und Verkäufer im Markt sind und die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs klein bleibt. Bei illiquiden Basiswerten weitet sich der Spread, weil der Anbieter das höhere Risiko einpreist.

Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite eines Kurses. In volatilen Phasen weiten Anbieter die Spreads aus, um ihr Risiko zu steuern. Das passiert häufig rund um wichtige Wirtschaftsdaten oder Unternehmensmeldungen.

In ruhigen Marktphasen mit hoher Liquidität sind die Transaktionskosten am niedrigsten. In turbulenten Phasen oder bei illiquiden Basiswerten zahlst du mehr für denselben Trade.

Liquidität beschreibt, wie leicht ein Basiswert gehandelt werden kann. Hohe Liquidität bedeutet enge Spreads, weil viele Käufer und Verkäufer im Markt sind.

Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite eines Kurses. In volatilen Phasen weiten Anbieter die Spreads aus, um ihr Risiko zu steuern.

Für dich heißt das: In ruhigen Marktphasen mit hoher Liquidität sind die Transaktionskosten am niedrigsten. In turbulenten Phasen oder bei illiquiden Basiswerten zahlst du mehr.

09 · Checkliste

Demokonto: Gebühren testen ohne eigenes Geld

Ein Demokonto bildet die Gebührenstruktur eines CFD-Anbieters realitätsnah ab. Du kannst damit die Kosten verschiedener Strategien vergleichen.

Das ist besonders hilfreich, um die Wirkung von Haltekosten bei mehrtägigen Positionen zu verstehen.

Öffne im Demokonto dieselben Positionen, die du real handeln würdest, und achte auf den Spread bei Orderaufgabe und Ausführung. Halte eine Position über Nacht, um die Finanzierungskosten zu sehen, und vergleiche die Kommission bei Aktien-CFDs mit Index-CFDs.

  • Öffne dieselben Positionen, die du real handeln würdest.
  • Achte auf den Spread bei Orderaufgabe und Orderausführung.
  • Halte eine Position über Nacht, um Finanzierungskosten zu sehen.
  • Vergleiche die Kommission bei Aktien-CFDs mit Index-CFDs.
  • Teste verschiedene Positionsgrößen, um Mindestgebühren zu erkennen.

So nutzt du ein Demokonto für den Gebührenvergleich

01

Öffne dieselben Positionen, die du real handeln würdest

02

Achte auf den Spread bei Orderaufgabe und Orderausführung

03

Halte eine Position über Nacht, um Finanzierungskosten zu sehen

04

Vergleiche die Kommission bei Aktien-CFDs mit Index-CFDs

05

Teste verschiedene Positionsgrößen, um Mindestgebühren zu erkennen

10 · Schritt für Schritt

Handelsplattform: Wo du die Gebühren einsehen kannst

Die Handelsplattform zeigt dir die Kosten einer Order vor der Ausführung an. Die Darstellung unterscheidet sich je nach Anbieter.

In der Instrumentenübersicht findest du Angaben zu Spread, Margin und Haltekosten für jeden Basiswert. Beim Erstellen einer Order zeigt die Plattform den aktuellen Spread und die geschätzte Kommission an.

Vor dem Absenden siehst du eine Zusammenfassung aller geschätzten Gebühren für diese Order. Nach der Ausführung kannst du in der Positionsansicht die aufgelaufenen Haltekosten nachvollziehen und prüfen, ob sie deiner Kalkulation entsprechen.

  • Öffne die Produktdetails, um Spread, Margin und Haltekosten zu sehen.
  • Prüfe beim Erstellen der Order den aktuellen Spread und die geschätzte Kommission.
  • Kontrolliere vor dem Absenden die Zusammenfassung aller geschätzten Gebühren.
  • Verfolge in der Positionsansicht die aufgelaufenen Haltekosten.
01

Produktdetails öffnen

In der Instrumentenübersicht findest du Angaben zu Spread, Margin und Haltekosten.

02

Order vorbereiten

Beim Erstellen einer Order zeigt die Plattform den aktuellen Spread und die geschätzte Kommission an.

03

Kosten prüfen

Vor dem Absenden siehst du eine Zusammenfassung aller geschätzten Gebühren für diese Order.

04

Position überwachen

Nach der Ausführung kannst du in der Positionsansicht die aufgelaufenen Haltekosten nachvollziehen.

11 · Fehler vermeiden

Typische Fehler im Umgang mit CFD-Gebühren

Viele Trader unterschätzen die Summe der Gebühren. Diese Fehler lassen sich vermeiden, wenn du die Kostenstruktur kennst.

Bei Aktien-CFDs kann die Kommission einen erheblichen Teil der Transaktionskosten ausmachen, besonders bei kleinen Positionsgrößen mit Mindestgebühren.

Ein weiterer Fehler ist, Haltekosten bei langfristigen Positionen nicht einzuplanen. Wer eine Position über mehrere Wochen hält, zahlt täglich Finanzierungskosten, die sich zu einem beträchtlichen Betrag summieren können. Auch die Wirkung des Hebels auf die relative Gebührenhöhe wird oft unterschätzt.

Prüfe vor jedem Trade alle Kostenkomponenten, nicht nur den Spread. In volatilen Phasen solltest du besonders auf den ausgeweiteten Spread achten, und bei kleinen Positionsgrößen können Mindestgebühren die Kostenquote deutlich erhöhen.

Häufige Fehler bei CFD-Gebühren

·Nur auf den Spread achten und Kommissionen übersehen
·Haltekosten bei langfristigen Positionen nicht einplanen
·Die Wirkung des Hebels auf die relative Gebührenhöhe unterschätzen
·In volatilen Phasen ohne Blick auf den ausgeweiteten Spread handeln
·Mindestgebühren bei kleinen Positionsgrößen ignorieren

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026