Ratgeber · Investieren
Cannabis-ETF-Vergleich: So findest du den passenden Fonds für dein Depot
Ein Cannabis-ETF bündelt Aktien von Unternehmen aus der medizinischen Cannabis- und CBD-Branche. Beim Vergleich der wenigen verfügbaren Produkte entscheiden vor allem Fondsgröße, Kosten und das Fondsdomizil über die Eignung für dein Depot.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Cannabis-ETFs investieren in Unternehmen, die im Bereich medizinisches Cannabis und Cannabidiol (CBD) tätig sind.
- Die Produktauswahl ist klein, die Volatilität der enthaltenen Aktien hoch.
- Für Anleger in Deutschland ist das Fondsdomizil entscheidend, da nicht alle Cannabis-ETFs zum Vertrieb zugelassen sind.
- Die laufenden Kosten und die Ertragsverwendung unterscheiden sich je nach Produkt.
01 · Grundlagen
Was ist ein Cannabis-ETF?
Ein Cannabis-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der in Aktien von Unternehmen investiert, die in der Cannabis- und CBD-Industrie tätig sind. Er bietet dir mit einem einzigen Wertpapier Zugang zu einem Korb verschiedener Cannabis-Aktien.
Ein Cannabis-ETF bildet einen Index ab, der Unternehmen aus der medizinischen Cannabis- und CBD-Branche bündelt. Die enthaltenen Firmen stammen häufig aus den Bereichen Anbau, Verarbeitung, Vertrieb, Pharmazie oder Zulieferung. Damit kaufst du mit einem einzigen Wertpapier einen Korb verschiedener Aktien, statt auf einen einzelnen Titel zu setzen.
Die Branche ist jung und stark im Wandel. Viele Unternehmen erzielen noch keine stabilen Gewinne, was die Kurse entsprechend schwanken lässt. Für dich bedeutet das: Ein Cannabis-ETF kann hohe Chancen bieten, gehört aber in der Regel zu den riskanteren Investments in deinem Depot.
Die globale Cannabis-Industrie wurde 2019 auf 12 Milliarden Dollar geschätzt. Prognosen gehen von einem deutlichen Wachstum aus, was das Interesse von Anlegern erklärt. Solche Schätzungen sind jedoch keine Garantie für steigende Kurse.
Kurz erklärt
Cannabis-ETF
Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index aus Unternehmen der Cannabis- und CBD-Branche abbildet.
Die enthaltenen Unternehmen sind oft in den Bereichen Anbau, Verarbeitung, Vertrieb, Pharmazie oder Zulieferung für medizinisches Cannabis tätig.
02 · Vergleich
Cannabis-ETFs im direkten Vergleich
Die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale sind die Fondsgröße, die laufenden Kosten und die Ertragsverwendung. Da die Produktauswahl klein ist, hilft ein Blick auf die Stammdaten, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
Beim Vergleich der wenigen verfügbaren Produkte helfen dir vor allem drei Kennzahlen: Fondsgröße, laufende Kosten und Fondsdomizil. Ein größeres Fondsvolumen deutet auf eine gewisse Marktakzeptanz hin, während sehr kleine Fonds schneller von einer Schließung bedroht sein können.
Die laufenden Kosten liegen bei Cannabis-ETFs häufig zwischen 0,60 und 0,80 Prozent pro Jahr. Diese Kosten werden fortlaufend aus dem Fondsvermögen entnommen und mindern deine Rendite über die gesamte Haltedauer. Ein Ausgabeaufschlag fällt beim börslichen Kauf in der Regel nicht an.
- Prüfe, ob der Fonds in Deutschland zum Handel zugelassen ist.
- Vergleiche die Fondsgröße, denn ein Volumen unter 100 Millionen Euro kann ein Warnsignal sein.
- Sieh dir an, wie viele Positionen der Fonds enthält und wie stark die größten Werte gewichtet sind.
03 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Auswahl eines Cannabis-ETF
Die Suche nach einem passenden Cannabis-ETF folgt einem klaren Ablauf. Zuerst prüfst du die Verfügbarkeit, dann die Kosten und schließlich die Zusammensetzung des Fonds.
Der Auswahlprozess beginnt mit der Verfügbarkeit. Für Anleger in Deutschland sind UCITS-konforme Fonds die Regel, da US-domizilierte Produkte hier oft nicht handelbar sind. Prüfe deshalb zuerst, ob der gewünschte Fonds an deinem Börsenplatz angeboten wird.
Im zweiten Schritt ordnest du Fondsgröße und Alter ein. Ein Fonds, der seit mehreren Jahren besteht und ein Volumen im dreistelligen Millionenbereich aufweist, hat bereits eine gewisse Marktakzeptanz bewiesen. Sehr junge oder sehr kleine Fonds tragen ein höheres Risiko, vom Anbieter geschlossen zu werden.
Danach vergleichst du die Kosten und wirfst einen Blick auf die Zusammensetzung. Die laufenden Kosten solltest du immer vor der erwarteten Rendite prüfen, denn sie sind die einzige Größe, die du sicher kennst. Ein Fonds mit niedrigen Kosten hat einen strukturellen Vorteil gegenüber teureren Konkurrenten.
Verfügbarkeit prüfen
Stelle fest, ob der Cannabis-ETF in deinem Land zum Handel zugelassen ist. Für Anleger in Deutschland sind UCITS-konforme Fonds die Regel.
Fondsgröße und Alter einordnen
Ein größeres Fondsvolumen und ein längeres Bestehen deuten auf eine gewisse Marktakzeptanz hin. Sehr kleine Fonds können von Schließung bedroht sein.
Kosten vergleichen
Vergleiche die laufenden Kosten und einen eventuellen Ausgabeaufschlag. Diese Kosten mindern deine Rendite über die Haltedauer.
Index und Positionen ansehen
Prüfe, welche Unternehmen im Fonds enthalten sind und wie stark einzelne Aktien gewichtet sind. Eine hohe Konzentration auf wenige Werte erhöht das Risiko.
04 · Kosten
Welche Kosten fallen bei Cannabis-ETFs an?
Die Kosten eines Cannabis-ETF setzen sich aus den laufenden Kosten und einem möglichen Ausgabeaufschlag zusammen. Beide Größen wirken direkt auf deine Nettorendite.
Die wichtigste Kostengröße sind die laufenden Kosten, auch Gesamtkostenquote genannt. Sie werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und sind bereits in der Wertentwicklung berücksichtigt. Bei Cannabis-ETFs bewegen sie sich häufig in einer Spanne von 0,60 bis 0,80 Prozent pro Jahr.
Beim Kauf über die Börse fällt in der Regel kein Ausgabeaufschlag an. Es entstehen jedoch die üblichen Ordergebühren deines Depots, die je nach Anbieter unterschiedlich hoch ausfallen. Auch eine Rücknahmegebühr wird beim börslichen Verkauf meist nicht erhoben.
Die Verwaltungsvergütung ist ein Teil der laufenden Kosten und liegt bei einigen Cannabis-ETFs bei 0,60 Prozent pro Jahr. Hinzu kommen weitere Kostenbestandteile wie Transaktionskosten im Fonds, die in der Gesamtkostenquote enthalten sind.
Typische Kostenbestandteile eines Cannabis-ETF
05 · Was gilt
Worauf du bei der Ertragsverwendung achten solltest
Cannabis-ETFs können ihre Erträge ausschütten oder im Fonds wieder anlegen. Die Wahl beeinflusst deinen Steueraufwand und den Zinseszinseffekt.
Cannabis-ETFs können ihre Erträge ausschütten oder im Fonds wieder anlegen. Bei ausschüttenden Fonds erhältst du regelmäßige Dividenden auf dein Konto, die du anderweitig verwenden kannst. Die Erträge unterliegen im Jahr der Ausschüttung der Abgeltungsteuer.
Thesaurierende Fonds legen die Erträge automatisch wieder an, was den Zinseszinseffekt über lange Zeiträume verstärkt. Auch hier fällt Steuer über die Vorabpauschale an, selbst wenn du keine Ausschüttung erhältst. Die Wahl hängt davon ab, ob du laufende Einnahmen nutzen möchtest oder dein Kapital möglichst ungestört wachsen lassen willst.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, unabhängig von der Ertragsverwendung. Das bedeutet, dass nur 70 Prozent der Erträge steuerpflichtig sind. Diese Regel gilt für ausschüttende und thesaurierende Fonds gleichermaßen.
Ausschüttend
Thesaurierend
06 · Im Vertrag
Fachbegriffe rund um den Cannabis-ETF-Vergleich
Beim Vergleich von Cannabis-ETFs begegnen dir einige Fachbegriffe, die du für eine fundierte Entscheidung kennen solltest.
Beim Vergleich von Cannabis-ETFs begegnen dir einige Fachbegriffe, die du für eine fundierte Entscheidung kennen solltest. Die Wertpapierkennnummer (WKN) identifiziert einen Fonds eindeutig in Deutschland, während die ISIN die weltweit gültige Kennung darstellt. Beide Nummern findest du in den Stammdaten des Fonds.
Das Fondsdomizil gibt an, in welchem Land der Fonds aufgelegt ist. Es bestimmt, ob der Fonds in der EU vertrieben werden darf und welche Regulierung gilt. Die Volatilität misst die Schwankungsbreite der Kurse und ist bei Cannabis-ETFs oft deutlich höher als bei breiten Marktindizes.
Der maximale Drawdown zeigt den größten historischen Wertverlust von einem Hochpunkt zum Tiefpunkt. Bei einem bekannten US-Cannabis-ETF lag dieser Wert über fünf Jahre bei über 90 Prozent. Solche Zahlen verdeutlichen, wie stark die Branche schwanken kann.
Wichtige Kennzahlen und Begriffe
07 · Checkliste
Checkliste: Das solltest du vor dem Kauf prüfen
Mit dieser Checkliste gehst du sicher, dass du alle relevanten Punkte für deinen Cannabis-ETF-Vergleich berücksichtigt hast.
Bevor du einen Cannabis-ETF kaufst, solltest du alle relevanten Punkte systematisch durchgehen. Die folgende Liste hilft dir, keine wichtigen Aspekte zu übersehen und eine fundierte Entscheidung zu treffen.
- Ist der Fonds in Deutschland zum Handel zugelassen und UCITS-konform?
- Wie hoch sind die laufenden Kosten pro Jahr?
- Wie groß ist das Fondsvolumen und wie alt ist der Fonds?
- Wie viele Positionen enthält der Fonds und wie hoch ist der Anteil der zehn größten Werte?
- Schüttet der Fonds aus oder thesauriert er seine Erträge?
- Welches Fondsdomizil hat der Fonds und welche steuerlichen Folgen ergeben sich daraus?
- Wie hat sich der Fonds in den letzten Jahren entwickelt und wie hoch war der maximale Verlust?
Wenn du alle Punkte geprüft hast, kannst du besser einschätzen, ob der Fonds zu deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont passt.
Prüfpunkte für deinen Cannabis-ETF
Ist der Fonds in Deutschland zum Handel zugelassen?
Wie hoch sind die laufenden Kosten pro Jahr?
Wie groß ist das Fondsvolumen?
Wie viele Positionen enthält der Fonds?
Wie hoch ist der Anteil der zehn größten Positionen?
Schüttet der Fonds aus oder thesauriert er?
Welches Fondsdomizil hat der Fonds?
Wie hat sich der Fonds in den letzten Jahren entwickelt?
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Cannabis-ETF-Vergleich
Einige Fehler lassen sich beim Vergleich von Cannabis-ETFs leicht vermeiden, wenn du sie kennst.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung der letzten Monate zu achten und die Kosten zu ignorieren. Kurzfristige Kursgewinne können sich schnell umkehren, während die laufenden Kosten jedes Jahr sicher anfallen. Ein Fonds mit niedrigen Kosten hat deshalb einen strukturellen Vorteil.
Viele Anleger übersehen auch, dass ein US-domizilierter Fonds in Deutschland oft nicht handelbar ist. Die fehlende UCITS-Konformität kann dazu führen, dass du den Fonds gar nicht erst in dein Depot legen kannst. Prüfe deshalb immer das Fondsdomizil, bevor du dich für ein Produkt entscheidest.
Die hohe Volatilität der Cannabis-Branche wird häufig unterschätzt. Ein bekannter US-Cannabis-ETF verlor in einem einzelnen Jahr über 70 Prozent an Wert. Wer solche Schwankungen nicht aushält, sollte den Anteil im Depot entsprechend klein halten.
Häufige Fehler
09 · Hintergrund
Steuern auf Cannabis-ETFs
Für Cannabis-ETFs gelten die gleichen Steuerregeln wie für andere Aktienfonds. Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast auf Aktiengewinne.
Für Cannabis-ETFs gelten die gleichen Steuerregeln wie für andere Aktienfonds. Gewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent, hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Steuern fallen an, sobald du Anteile mit Gewinn verkaufst oder Ausschüttungen erhältst.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass nur 70 Prozent der Erträge steuerpflichtig sind. Diese Regel gilt für ausschüttende und thesaurierende Fonds gleichermaßen und reduziert deine effektive Steuerlast spürbar.
Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr. Erst oberhalb dieses Betrags fallen Steuern auf deine Kapitalerträge an, wenn du einen Freistellungsauftrag eingerichtet hast.
10 · Vergleich
Cannabis-Aktien oder Cannabis-ETF: Was passt zu dir?
Ein Cannabis-ETF streut dein Geld über mehrere Unternehmen, während du mit einer Einzelaktie auf ein einzelnes Unternehmen setzt. Beide Wege haben unterschiedliche Risikoprofile.
Häufige Fragen
Fragen zu Cannabis-ETF-Vergleich
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