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Bitcoin einfach erklärt: So funktioniert die digitale Währung
Bitcoin ist die älteste und bekannteste Kryptowährung der Welt. Hier erfährst du, wie die Technik dahinter funktioniert, warum es nur 21 Millionen Bitcoins gibt und welche Risiken mit einem Investment verbunden sind.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Bitcoin ist eine digitale Währung ohne zentrale Kontrolle durch Banken oder Staaten.
- Transaktionen werden in der Blockchain gespeichert und von vielen unabhängigen Computern bestätigt.
- Die Menge ist auf 21 Millionen Bitcoins begrenzt, was Bitcoin vor Inflation schützen soll.
- Der Preis schwankt stark, ein Totalverlust deines Einsatzes ist möglich.
01 · Grundlagen
Was ist Bitcoin?
Bitcoin ist eine rein digitale Währung, die ohne Banken und Staaten auskommt. Sie basiert auf einem dezentralen Netzwerk, in dem alle Teilnehmer gleichberechtigt Transaktionen prüfen.
Bitcoin ist die älteste Kryptowährung und macht rund 57 Prozent des gesamten Marktes für Kryptowährungen aus. Wörtlich übersetzt sind Bitcoins digitale Münzen, die rein elektronisch erschaffen und verwahrt werden. Du kannst Bitcoin senden, empfangen und halten, ohne dass eine Regierung oder Bank den Vorgang genehmigen muss.
Für die Nutzung brauchst du lediglich eine digitale Brieftasche, eine sogenannte Wallet, und kein Bankkonto. Die kleinste Einheit eines Bitcoin heißt Satoshi und entspricht einem Hundertmillionstel eines Bitcoin, also 0,00000001 Bitcoin.
Kurz erklärt
Bitcoin
Eine dezentrale digitale Währung, die Transaktionen über ein öffentliches, virtuelles Hauptbuch (Blockchain) aufzeichnet und ohne zentrale Kontrollinstanz funktioniert.
Bitcoin ist die älteste Kryptowährung und macht rund 57 Prozent des gesamten Marktes für Kryptowährungen aus.
02 · Hintergrund
Wer hat Bitcoin erfunden?
Die Identität des Erfinders ist bis heute eines der größten Geheimnisse der Kryptowelt. Bekannt ist nur das Pseudonym, unter dem das Konzept veröffentlicht wurde.
Im Jahr 2008 veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das Bitcoin-Whitepaper. Dieses Konzeptpapier beschrieb erstmals eine digitale Peer-to-Peer-Währung als Reaktion auf die Finanzkrise, die von Großbanken ausgelöst wurde. Die ersten Bitcoins der Geschichte wurden 2009 erstellt, genauer gesagt errechnet.
Drei Jahre nach der Veröffentlichung meldete sich Nakamoto zum letzten Mal online und schrieb in einer E-Mail, er habe sich anderen Dingen zugewandt. Bis heute konnte nicht eindeutig bewiesen werden, wer hinter dem Pseudonym steckt. In Nakamotos Wallet befinden sich noch immer rund 1 Million Bitcoin, fast 5 Prozent aller jemals geschaffenen Coins.
Im Jahr 2008 veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das Bitcoin-Whitepaper. Dieses Konzeptpapier beschrieb erstmals eine digitale Peer-to-Peer-Währung als Reaktion auf die Finanzkrise.
Drei Jahre später meldete sich Nakamoto zum letzten Mal online und gab an, sich anderen Dingen zuzuwenden. Bis heute konnte nicht eindeutig bewiesen werden, wer hinter dem Pseudonym steckt. In Nakamotos Wallet befinden sich noch immer rund 1 Million Bitcoin, fast 5 Prozent aller jemals geschaffenen Coins.
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert die Blockchain?
Die Blockchain ist das technische Fundament von Bitcoin. Sie funktioniert wie ein öffentliches Kassenbuch, das alle Transaktionen dauerhaft und fälschungssicher speichert.
Die Bitcoin-Blockchain ist das digitale Verzeichnis, in dem alle Bitcoin-Transaktionen dauerhaft gespeichert sind. Alle Mitglieder im Netzwerk können Transaktionen überprüfen, was als Peer-to-Peer-Technologie bezeichnet wird. Leistungsstarke Computer betten die Transaktionen in eine aufwendige Rechenaufgabe ein, was Betrug erheblich erschwert.
Kryptographie, also Verschlüsselungstechnik, spielt beim Erstellen der Blockchain eine entscheidende Rolle. Dadurch wird verhindert, dass eine Kopie nicht vom Original zu unterscheiden ist und digitales Falschgeld den Markt flutet. Jede Transaktion wird gleichzeitig von Zehntausenden unabhängigen Computern auf der ganzen Welt bestätigt.
Transaktion anstoßen
Du sendest Bitcoin von deiner Wallet an die eindeutige Adresse des Empfängers. Dafür brauchst du kein Bankkonto und musst deine Identität nicht preisgeben.
Transaktion prüfen
Zehntausende unabhängige Computer auf der ganzen Welt, die sogenannten Validatoren, bestätigen die Transaktion gleichzeitig. Jeder kann Transaktionen prüfen, wenn er die gesamte Blockchain herunterlädt.
Block erstellen
Miner bündeln geprüfte Transaktionen in einem neuen Block. Dafür lösen sie komplexe mathematische Aufgaben mit Hochleistungscomputern, was als Proof of Work bezeichnet wird.
Block anhängen
Der neue Block wird an die bestehende Kette angehängt. Da alle Blöcke kryptografisch miteinander verbunden sind, lassen sich frühere Einträge nicht mehr manipulieren.
04 · Grundlagen
Was ist eine Wallet?
Eine Wallet ist dein Zugang zum Bitcoin-Netzwerk. Sie funktioniert ähnlich wie ein Bankkonto, nur dass du selbst die volle Verantwortung für deine Zugangsdaten trägst.
Der Hauptunterschied besteht darin, dass du deine Identität beim Einrichten nicht preisgeben musst, anders als bei einem Bankkonto. Du handelst also halb-anonym.
In der Wallet werden deine privaten Schlüssel gespeichert, die dir den Zugriff auf deine Bitcoins ermöglichen. Verlierst du diese Schlüssel, verlierst du auch den Zugang zu deinen Coins. Es gibt keine zentrale Stelle, die dir ein vergessenes Passwort zurücksetzen kann.
Kurz erklärt
Wallet
Eine digitale Brieftasche, in der du Kryptowährungen speicherst und versendest. Sie enthält die privaten Schlüssel, die dir den Zugriff auf deine Bitcoins ermöglichen.
Beim Einrichten einer Wallet musst du deine Identität nicht preisgeben, anders als bei einem Bankkonto.
05 · Schritt für Schritt
Wie entstehen neue Bitcoins?
Neue Bitcoins entstehen nicht durch eine Zentralbank, sondern durch einen dezentralen Prozess namens Mining. Dabei konkurrieren Computer weltweit um die Lösung mathematischer Aufgaben.
Neue Bitcoins entstehen durch das sogenannte Mining, einen Prozess, der viel Rechenleistung benötigt. Miner setzen Hochleistungscomputer ein, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. Je mehr Miner aktiv sind, desto schwieriger werden die Aufgaben.
Der Miner, der die Aufgabe zuerst löst, darf den nächsten Block an die Blockchain anhängen und bestätigt damit alle in diesem Block enthaltenen Transaktionen. Als Belohnung erhält er neue Bitcoins. Diese Belohnung wird beim Bitcoin-Halving regelmäßig halbiert, wodurch die Ausgabe neuer Coins mit der Zeit abnimmt.
Rechenaufgabe lösen
Miner setzen Hochleistungscomputer ein, um komplexe mathematische Aufgaben zu lösen. Je mehr Miner aktiv sind, desto schwieriger werden die Aufgaben.
Block bestätigen
Der Miner, der die Aufgabe zuerst löst, darf den nächsten Block an die Blockchain anhängen. Damit bestätigt er alle in diesem Block enthaltenen Transaktionen.
Belohnung erhalten
Als Belohnung erhält der Miner neue Bitcoins. Diese Belohnung wird beim Bitcoin-Halving regelmäßig halbiert, wodurch die Ausgabe neuer Coins mit der Zeit abnimmt.
06 · Grundlagen
Was ist das Bitcoin-Halving?
Das Bitcoin-Halving ist ein fest im Code verankertes Ereignis, das etwa alle vier Jahre stattfindet. Es halbiert die Belohnung für Miner und verknappt damit das Angebot an neuen Bitcoins.
Dabei wird die Belohnung für das Mining neuer Blöcke um 50 Prozent reduziert. Durch das Halving sinkt die Rate, mit der neue Bitcoins in Umlauf kommen, was die Inflation der Währung verringert.
Das Halving stellt sicher, dass die Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoins erst im Jahr 2140 erreicht wird. Für Miner bedeutet das Halving, dass sich ihre Einnahmen aus neuen Coins halbieren, während die Kosten für Hardware und Strom gleich bleiben.
Kurz erklärt
Bitcoin-Halving
Ein Ereignis, bei dem die Belohnung für das Mining neuer Blöcke um 50 Prozent reduziert wird. Es findet etwa alle vier Jahre statt und stellt sicher, dass die Gesamtmenge von 21 Millionen Bitcoins erst im Jahr 2140 erreicht wird.
Durch das Halving sinkt die Rate, mit der neue Bitcoins in Umlauf kommen, was die Inflation der Währung verringert.
07 · Vergleich
Warum gibt es nur 21 Millionen Bitcoins?
Die Begrenzung auf 21 Millionen Bitcoins ist ein zentrales Merkmal der Kryptowährung. Sie unterscheidet Bitcoin von staatlichen Währungen, die von Zentralbanken beliebig vermehrt werden können.
Die harte Grenze von 21 Millionen Bitcoins ist im Code festgeschrieben und unterscheidet Bitcoin grundlegend von staatlichen Währungen. Zentralbanken können die Menge von Euro oder Dollar bei Bedarf erhöhen, was zu Inflation führen kann. Bei Bitcoin ist eine solche Ausweitung der Geldmenge technisch ausgeschlossen.
Die Begrenzung kann nur geändert werden, wenn mehr als 50 Prozent der Validierer im Netzwerk einer Änderung zustimmen. Da die Validierer weltweit verteilt sind und unterschiedliche Interessen haben, gilt eine solche Änderung als äußerst unwahrscheinlich. Die maximale Menge wird Schätzungen zufolge im Jahr 2140 erreicht sein.
| Bitcoin | Staatliche Währungen | |
|---|---|---|
| Mengenbegrenzung | Fest auf 21 Millionen begrenzt | Kann von Zentralbanken erhöht werden |
| Kontrolle | Dezentral, ohne zentrale Instanz | Zentralbank und Staat kontrollieren |
| Inflation | Durch Halving sinkt die Ausgaberate | Können inflationär sein |
08 · Fehler vermeiden
Wie stark schwankt der Bitcoin-Preis?
Der Bitcoin-Preis ist für seine extremen Schwankungen bekannt. Diese Volatilität macht Bitcoin als Zahlungsmittel unpraktisch und als Geldanlage riskant.
Der Bitcoin-Preis kann innerhalb kurzer Zeit stark fallen, ein Totalverlust deines Einsatzes ist möglich. Es gibt keine Garantie, dass du deine Bitcoins in Zukunft mit Gewinn verkaufen kannst. Hinter Bitcoin steht kein Staat und keine Zentralbank, niemand garantiert sichere Erträge.
Die deutsche Aufsichtsbehörde Bafin und die britische FCA warnen ausdrücklich vor dem Verlustrisiko bei Kryptowerten. Im Gegensatz zu Geld auf deinem Girokonto oder Tagesgeldkonto gibt es für Bitcoins keine gesetzliche Einlagensicherung, die im Pleitefall einspringt.
Risiken durch Preisschwankungen
09 · Was gilt
Wo kannst du mit Bitcoin bezahlen?
Bitcoin funktioniert als Zahlungsmittel bisher nur eingeschränkt. Die Akzeptanz wächst, ist aber weit entfernt von der einer staatlichen Währung.
Supermarkt, Restaurant und wahrscheinlich auch deine Vermieterin werden keine Bitcoinzahlungen akzeptieren. Manche Online-Händler und wenige Geschäfte bieten aber Bitcoin-Zahlungen an, so kannst du etwa das Essen bei Lieferando mit Bitcoin bezahlen.
Die ukrainische Regierung nimmt Spenden in Bitcoin und anderen Kryptowährungen an, um die Armee und die Zivilbevölkerung im Krieg gegen Russland zu unterstützen. El Salvador hat 2021 als erstes Land der Welt Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Von einer breiten Akzeptanz kann dennoch nicht die Rede sein.
Akzeptiert Bitcoin
Akzeptiert Bitcoin nicht
10 · Checkliste
Ist Bitcoin eine gute Geldanlage?
Aus Anlegersicht birgt Bitcoin hohe Risiken. Er sollte höchstens eine kleine Beimischung in deinem Portfolio sein, niemals der Schwerpunkt deiner Geldanlage oder Altersvorsorge.
Aus Anlegersicht solltest du Bitcoins auf keinen Fall als Schwerpunkt deiner Geldanlage oder als Basis für die private Altersvorsorge nutzen. Sie sollten höchstens eine kleine Beimischung sein. Der Grund ist, dass Bitcoin eine unsichere Geldanlage mit extrem hohen Risiken ist.
Bitcoin hat keinen materiellen Wert, hinter den Coins stehen keine Vermögenswerte wie bei einer Aktie oder einem Goldbarren. Es gibt keine Einlagensicherung wie bei Bankkonten und keine gesetzlichen Schutzmechanismen wie bei ETFs. Investiere nur Geld, auf das du verzichten kannst, und informiere dich über die Funktionsweise, bevor du kaufst.
Das solltest du vor einem Bitcoin-Kauf beachten
Investiere nur Geld, auf das du verzichten kannst.
Dein Bitcoin-Investment sollte nur einen kleinen Prozentsatz deiner gesamten Geldanlage ausmachen.
Bitcoin hat keinen materiellen Wert, hinter den Coins stehen keine Vermögenswerte.
Es gibt keine Einlagensicherung wie bei Bankkonten oder gesetzliche Schutzmechanismen wie bei ETFs.
Informiere dich über die Funktionsweise, bevor du kaufst.
11 · Grundlagen
Was ist eine 51-Prozent-Attacke?
Eine 51-Prozent-Attacke ist ein theoretisches Angriffsszenario auf Proof-of-Work-Blockchains. Bei Bitcoin ist ein solcher Angriff in der Praxis extrem unwahrscheinlich.
Eine 51-Prozent-Attacke ist ein Angriff, bei dem eine Einzelperson oder Gruppe mehr als 51 Prozent der gesamten Rechenleistung einer Blockchain kontrolliert. Damit könnten Angreifer theoretisch Kryptowährung doppelt ausgeben oder Transaktionen manipulieren. Dieses Szenario ist nur auf Blockchains möglich, die den Proof-of-Work-Konsensmechanismus verwenden.
Bei Bitcoin wären die Kosten für einen solchen Angriff so hoch, dass er in der Praxis als unmöglich gilt. Einige Forscher schätzen, dass es mehr als 890.000 Dollar pro Stunde kosten würde, genug Mining-Leistung zu mieten, um die Bitcoin-Blockchain anzugreifen. Kleinere Blockchains mit weniger Rechenleistung sind dagegen deutlich anfälliger für solche Attacken.
Kurz erklärt
51-Prozent-Attacke
Ein Angriff, bei dem eine Einzelperson oder Gruppe mehr als 51 Prozent der gesamten Rechenleistung einer Blockchain kontrolliert. Damit könnten Angreifer theoretisch Kryptowährung doppelt ausgeben oder Transaktionen manipulieren.
Bei Bitcoin wären die Kosten für einen solchen Angriff so hoch, dass er in der Praxis als unmöglich gilt.
Häufige Fragen
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