Ratgeber · Investieren
Beste Biotech-ETFs 2026: So findest du den passenden Fonds für dein Depot
Biotech-ETFs bündeln Aktien von Biotechnologie-Unternehmen und machen die Branche mit einem einzigen Wertpapier investierbar. Für 2026 stehen dir fünf ETFs mit unterschiedlichen Schwerpunkten, Kosten und Risiken zur Auswahl.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die jährliche Gesamtkostenquote (TER) liegt bei Biotech-ETFs zwischen 0,35 und 0,50 Prozent.
- Der größte Biotech-ETF verwaltet über 1 Milliarde Euro Fondsvolumen und senkt damit das Risiko einer Fondsschließung.
- Ein ETF-Sparplan auf Biotech ist bei vielen Brokern bereits ab 1 Euro monatlich möglich.
- Biotech-ETFs eignen sich als Beimischung von maximal 5 Prozent des Portfolios für risikofreudige Anleger.
01 · Grundlagen
Was ist Biotechnologie und warum ist sie für Anleger relevant?
Die Biotechnologie nutzt biologische Systeme und Organismen, um neue Verfahren für Medizin, Landwirtschaft und Industrie zu entwickeln. Für Anleger ist die Branche wegen ihrer Wachstumschancen durch personalisierte Medizin und Genom-Sequenzierung interessant.
Die Branche nutzt Erkenntnisse aus Mikrobiologie, Genetik und Informatik, um Produkte und Verfahren zu entwickeln, die ohne biologische Systeme nicht möglich wären. Für dich als Anlegerin bedeutet das ein Feld mit langen Forschungszyklen, aber auch mit der Chance auf überdurchschnittliche Gewinne, wenn klinische Studien oder Zulassungen gelingen. Die wirtschaftliche Bedeutung ist real: In Deutschland erwirtschaftete die Biotechnologie-Branche zuletzt jährlich über 11 Milliarden Euro Umsatz.
Konkrete Arbeitsfelder der Unternehmen sind die Entwicklung von mRNA-Technologie, 3D-Bioprinting zur Züchtung lebender Zellen, Gentechnik und KI-gestützte Diagnoseverfahren. Diese Anwendungen gehen weit über die reine Impfstoffforschung hinaus und betreffen auch die Landwirtschaft und industrielle Produktion.
- Die Branche ist stark von medizinischen Durchbrüchen und komplexen Zulassungsverfahren abhängig.
- Ein Investment in Biotech-Aktien ist daher immer mit deutlich höheren Risiken verbunden als ein globales, marktbreites Investment.
Kurz erklärt
Biotechnologie
Die Biotechnologie hat meist zum Ziel, neue oder effizientere Verfahren zur Herstellung chemischer Verbindungen und von Diagnosemethoden zu entwickeln. Die Ergebnisse kommen in der Medizin, der Pflanzen- beziehungsweise Landwirtschaft oder der Industrie zum Einsatz.
Unternehmen der Branche arbeiten unter anderem an mRNA-Technologie, 3D-Bioprinting, Gentechnik und KI-gestützten Diagnoseverfahren.
02 · Vergleich
Welche Biotech-ETFs stehen 2026 zur Auswahl?
Fünf ETFs bilden derzeit drei verschiedene Biotech-Indizes ab. Sie unterscheiden sich in Fondsgröße, Kosten und Replikationsmethode.
Für dein Investment stehen derzeit fünf ETFs auf drei unterschiedliche Indizes zur Verfügung. Der größte und günstigste unter ihnen ist der iShares Nasdaq US Biotechnology UCITS ETF mit einem Fondsvolumen von 1.020 Millionen Euro und einer Gesamtkostenquote von 0,35 Prozent pro Jahr. Er bildet den Nasdaq Biotechnology Index ab und thesauriert seine Erträge.
Eine Alternative mit breiterem Fokus auf Genomik und personalisierte Medizin ist der Global X Genomics & Biotechnology UCITS ETF. Mit 122 Millionen Euro Fondsvolumen und einer TER von 0,50 Prozent pro Jahr ist er jedoch deutlich kleiner und teurer. Zwischen diesen beiden Polen ordnen sich der Invesco Nasdaq Biotech (439 Mio. Euro, 0,40 Prozent), der WisdomTree BioRevolution (35 Mio. Euro, 0,45 Prozent) und die ausschüttende Variante des iShares (71 Mio. Euro, 0,35 Prozent) ein.
- Der iShares Nasdaq US Biotechnology ist der größte und günstigste Biotech-ETF.
- Der Global X Genomics & Biotechnology setzt einen breiteren Fokus auf Genomik und personalisierte Medizin.
| iShares Nasdaq US Biotechnology | Global X Genomics & Biotechnology | |
|---|---|---|
| Gesamtkostenquote (TER) | 0,35 % p.a. | 0,50 % p.a. |
| Fondsvolumen | 1.020 Mio. EUR | 122 Mio. EUR |
| Replikationsmethode | Optimiertes Sampling | Vollständige Replikation |
| Ertragsverwendung | Thesaurierend | Thesaurierend |
| Fondsdomizil | Irland | Irland |
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert die Replikationsmethode bei Biotech-ETFs?
Die Replikationsmethode bestimmt, wie genau ein ETF seinen Index abbildet. Bei Biotech-ETFs kommen drei Verfahren zum Einsatz.
Die Replikationsmethode entscheidet, wie dein ETF die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index nachbildet. Bei der vollständigen Replikation kauft der Fonds alle im Index enthaltenen Aktien physisch. Dieses Verfahren nutzen der Global X Genomics & Biotechnology und der WisdomTree BioRevolution, was bei Indizes mit vielen kleinen Titeln aufwendig sein kann.
Der iShares Nasdaq US Biotechnology setzt auf optimiertes Sampling. Der ETF kauft nur eine repräsentative Auswahl an Aktien, die den Index möglichst genau nachbilden, und senkt so die Transaktionskosten. Der Invesco Nasdaq Biotech verwendet einen unfunded Swap: Er hält ein Wertpapierportfolio und tauscht dessen Rendite über einen Swap-Vertrag gegen die Indexrendite.
- Vollständige Replikation bedeutet den physischen Kauf aller Indexaktien.
- Optimiertes Sampling reduziert die Handelskosten durch eine gezielte Aktienauswahl.
Vollständige Replikation
Der ETF kauft alle im Index enthaltenen Aktien physisch. Das ist bei Indizes mit vielen kleinen Titeln oft aufwendig, kommt aber beim Global X Genomics & Biotechnology und beim WisdomTree BioRevolution zum Einsatz.
Optimiertes Sampling
Der ETF kauft nur eine repräsentative Auswahl an Aktien, die den Index möglichst genau nachbilden. Der iShares Nasdaq US Biotechnology nutzt dieses Verfahren, um Transaktionskosten zu senken.
Unfunded Swap
Der ETF hält ein Wertpapierportfolio und tauscht dessen Rendite über einen Swap-Vertrag gegen die Indexrendite. Der Invesco Nasdaq Biotech UCITS ETF setzt auf diese synthetische Methode.
04 · Kosten
Welche Kosten fallen bei Biotech-ETFs an?
Die Gesamtkostenquote ist der wichtigste Kostenfaktor bei ETFs. Sie liegt bei Biotech-ETFs zwischen 0,35 und 0,50 Prozent pro Jahr.
Die günstigsten Produkte sind die beiden iShares-Varianten auf den Nasdaq Biotechnology mit jeweils 0,35 Prozent pro Jahr. Der Invesco Nasdaq Biotech kostet 0,40 Prozent, der WisdomTree BioRevolution 0,45 Prozent und der Global X Genomics & Biotechnology 0,50 Prozent pro Jahr.
Zusätzlich zur TER können beim Kauf und Verkauf Spread-Kosten sowie Ordergebühren deines Brokers anfallen. Bei ETF-Sparplänen bieten viele Online-Broker die Ausführung für 0,00 Euro pro Sparrate an, was die laufenden Kosten für dich deutlich senkt.
- Die TER ist der wichtigste Kostenfaktor, aber nicht der einzige.
- Spread-Kosten entstehen durch die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs.
Jährliche Gesamtkostenquote (TER) der Biotech-ETFs
05 · Was gilt
Welche Rolle spielt das Fondsvolumen bei der ETF-Auswahl?
Das Fondsvolumen zeigt, wie viel Kapital in einem ETF steckt. Ein hohes Volumen senkt das Risiko einer Fondsschließung durch den Anbieter.
Ein hohes Volumen senkt das Risiko, dass der Emittent den Fonds wegen mangelnder Rentabilität schließt. Der iShares Nasdaq US Biotechnology ist mit 1.020 Millionen Euro der mit Abstand größte Biotech-ETF, gefolgt vom Invesco Nasdaq Biotech mit 439 Millionen Euro.
Die übrigen Produkte sind deutlich kleiner: Der Global X Genomics & Biotechnology kommt auf 122 Millionen Euro, die ausschüttende iShares-Variante auf 71 Millionen Euro und der WisdomTree BioRevolution auf 35 Millionen Euro. Bei diesen Fonds besteht ein höheres Risiko, dass der Anbieter sie aus Wirtschaftlichkeit schließt, auch wenn die Kosten relativ günstig sind.
- Ein hohes Fondsvolumen reduziert das Risiko einer Fondsschließung.
- Kleine ETFs können trotz günstiger Kosten eingestellt werden.
Hohes Fondsvolumen
Niedriges Fondsvolumen
06 · Schritt für Schritt
Wie richtest du einen ETF-Sparplan auf Biotech ein?
Ein ETF-Sparplan ermöglicht dir, regelmäßig und kostengünstig in Biotech-ETFs zu investieren. Die Mindestsparrate liegt bei vielen Brokern bei 1 Euro.
Für einen regelmäßigen Vermögensaufbau in Biotech-ETFs benötigst du zuerst ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker oder einer Direktbank. Die Eröffnung ist in der Regel online in wenigen Minuten erledigt und oft kostenlos. Anschließend prüfst du, ob dein gewünschter Biotech-ETF bei deinem Broker als Sparplan verfügbar ist, denn nicht jeder ETF ist bei jedem Anbieter besparbar.
Die Mindestsparrate ist inzwischen sehr niedrig. Bei Brokern wie Scalable Capital, Trade Republic oder ING sind Sparpläne ab 1 Euro monatlich möglich, bei den meisten anderen Direktbanken ab 10, 25 oder 50 Euro. Du legst außerdem das Ausführungsintervall fest, üblich sind monatliche oder quartalsweise Käufe.
- Die Depotführung ist bei vielen Online-Brokern kostenlos.
- Die Sparrate kannst du bei den meisten Anbietern jederzeit anpassen.
Wertpapierdepot eröffnen
Du benötigst ein Depot bei einem Online-Broker oder einer Direktbank. Die Eröffnung ist in der Regel online in wenigen Minuten erledigt und oft kostenlos.
Biotech-ETF auswählen
Prüfe, ob dein gewünschter Biotech-ETF bei deinem Broker als Sparplan verfügbar ist. Nicht jeder ETF ist bei jedem Anbieter besparbar.
Sparrate festlegen
Lege eine monatliche Sparrate fest. Bei Brokern wie Scalable Capital, Trade Republic oder ING sind Sparpläne ab 1 Euro möglich, bei anderen ab 10, 25 oder 50 Euro.
Ausführungsintervall wählen
Wähle, ob der Sparplan monatlich, quartalsweise oder in einem anderen Rhythmus ausgeführt werden soll. Die Ausführung erfolgt automatisch zum gewählten Termin.
07 · Fehler vermeiden
Welche Risiken bringt ein Investment in Biotech-ETFs mit sich?
Biotech-Aktien sind stark von Forschungserfolgen, klinischen Studien und Zulassungsverfahren abhängig. Das führt zu überdurchschnittlicher Volatilität.
Gelingen Studien oder Zulassungen, sind überdurchschnittliche Gewinne möglich. Bleiben Erfolge jedoch aus, drohen lange Durststrecken und spürbare Kurseinbrüche, die deutlich tiefer ausfallen können als beim Gesamtmarkt.
Hinzu kommt eine ausgeprägte US-Lastigkeit vieler Indizes. Beim iShares Nasdaq US Biotechnology liegt der Anteil US-amerikanischer Unternehmen bei über 77 Prozent, was deine geografische Diversifikation einschränkt. Auch das Klumpenrisiko ist relevant: Die Top-10-Aktien können einen hohen Anteil am ETF-Portfolio ausmachen, beim iShares sind es rund 46 Prozent.
- In Marktkorrekturen stürzen Biotech-ETFs meist deutlich tiefer als der Gesamtmarkt.
- Komplexe Zulassungsverfahren können Produkte verzögern oder verhindern.
Typische Risiken bei Biotech-ETFs
08 · Checkliste
Für wen eignet sich ein Biotech-ETF?
Biotech-ETFs sind kein Ersatz für einen breit gestreuten Welt-ETF. Sie eignen sich als gezielte Beimischung für erfahrene Anleger.
Du solltest die Funktionsweise von Branchen-ETFs und deren höhere Volatilität verstehen und bereit sein, Forschungstrends, Studienergebnisse und regulatorische Rahmenbedingungen aktiv zu beobachten.
Als Orientierung für die Positionsgröße gilt eine Beimischung von maximal 5 Prozent deines Portfolios. Dein Anlagehorizont sollte mindestens 5 bis 10 Jahre betragen, damit du kurzfristige Rückschläge aussitzen kannst.
- Du möchtest gezielt vom medizinischen und biotechnologischen Fortschritt profitieren.
- Du begrenzt die Beimischung auf maximal 5 Prozent deines Portfolios.
Kriterien für ein Biotech-ETF-Investment
Du bist ein erfahrener und risikofreudiger Anleger.
Du verstehst die Funktionsweise von Branchen-ETFs und deren höhere Volatilität.
Du möchtest gezielt vom medizinischen und biotechnologischen Fortschritt profitieren.
Du begrenzt die Beimischung auf maximal 5 Prozent deines Portfolios.
Du bist bereit, Forschungstrends, Studienergebnisse und regulatorische Rahmenbedingungen aktiv zu beobachten.
09 · Im Vertrag
Wie werden Biotech-ETFs besteuert?
Für die Besteuerung von Biotech-ETFs gelten die gleichen Regeln wie für andere Aktienfonds. Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast.
Auf Kapitalerträge fällt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, sofern dein Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft ist. Auf die Abgeltungsteuer wird zusätzlich der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben, was eine Gesamtbelastung von 26,375 Prozent auf Kapitalerträge ergibt.
Eine wichtige Entlastung ist die Teilfreistellung für Aktienfonds von 30 Prozent. Das bedeutet, nur 70 Prozent der Erträge aus Biotech-ETFs sind steuerpflichtig. Dein Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren bei 2000 Euro.
- Die Teilfreistellung reduziert die steuerpflichtige Basis auf 70 Prozent der Erträge.
- Der Sparer-Pauschbetrag wird vor der Abgeltungsteuer vom Ertrag abgezogen.
10 · Hintergrund
Wie diversifizierst du mit Biotech-ETFs dein Portfolio?
Biotech-ETFs bieten innerhalb der Branche eine breite Streuung über viele Unternehmen. Als Satelliten-Position ergänzen sie einen marktbreiten Kern-ETF.
Ein Biotech-ETF investiert in Dutzende oder sogar Hunderte Biotech-Aktien gleichzeitig. Der Nasdaq Biotechnology Index enthält derzeit 244 Aktien, der iShares Nasdaq US Biotechnology ETF bildet 249 Titel ab. Damit reduzierst du das Einzelaktienrisiko, das bei einem Direktinvestment in Biotech-Aktien wie BioNTech oder Moderna entstehen würde.
Die Diversifikation innerhalb der Branche ist jedoch begrenzt. Viele Biotech-Unternehmen sind in den USA ansässig, beim iShares Nasdaq US Biotechnology ETF liegt der US-Anteil bei über 77 Prozent. Zudem sind die Top-10-Aktien mit rund 46 Prozent des Portfolios stark gewichtet, was dein Klumpenrisiko erhöht.
- Ein Biotech-ETF streut dein Kapital über viele Unternehmen der Branche.
- Die geografische und sektorale Diversifikation bleibt eingeschränkt.
Ein Biotech-ETF investiert in Dutzende oder sogar Hunderte Biotech-Aktien gleichzeitig. Der Nasdaq Biotechnology Index enthält derzeit 244 Aktien, der iShares Nasdaq US Biotechnology ETF bildet 249 Titel ab. Damit reduzierst du das Einzelaktienrisiko, das bei einem Direktinvestment in Biotech-Aktien wie BioNTech oder Moderna entstehen würde.
Die Diversifikation innerhalb der Branche ist jedoch begrenzt. Viele Biotech-Unternehmen sind in den USA ansässig, beim iShares Nasdaq US Biotechnology ETF liegt der US-Anteil bei über 77 Prozent. Zudem sind die Top-10-Aktien mit rund 46 Prozent des Portfolios stark gewichtet. Für eine breite Risikostreuung über Länder und Sektoren hinweg solltest du einen Biotech-ETF daher immer mit einem globalen Aktien-ETF kombinieren.
Die personalisierte Medizin gilt als einer der wichtigsten Wachstumstreiber der Branche. Sie ermöglicht Therapien, die auf das individuelle genetische Profil von Patienten zugeschnitten sind. Unternehmen, die in diesem Bereich forschen, finden sich in Biotech-Indizes wieder und können langfristig überdurchschnittliche Renditen erzielen, wenn klinische Studien erfolgreich verlaufen.
Häufige Fragen
Fragen zu Beste Biotech-ETFs 2026
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber