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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Ausschüttender ETF Test: So findest du den passenden Fonds für dein Depot

Du möchtest regelmäßige Ausschüttungen und trotzdem vom Aktienmarkt profitieren? Wir erklären dir, worauf es bei einem ausschüttenden ETF ankommt und wie du den richtigen für dich findest.

ETF GrundlagenAusschüttungenDepot Strategie
Brauche ich das?
Nicht zwingend
Nur wenn du laufende Erträge möchtest.
Wie funktioniert das?
Automatische Auszahlung
Erträge werden regelmäßig auf dein Konto überwiesen.
Was kostet das?
Niedrige Gebühren
Meist unter 0,5 % pro Jahr, aber vergleichen lohnt sich.

Warum dich das Thema ausschüttender ETF betrifft

Vielleicht hast du schon einmal von ETFs gehört, aber denkst, das sei nur etwas für Börsenprofis. Weit gefehlt: ETFs sind inzwischen eine der beliebtesten Anlageformen für Privatanleger in Deutschland. Sie gelten als kostengünstig, transparent und einfach zu verstehen. Ein ausschüttender ETF ist dabei eine spezielle Variante, die dir regelmäßig Geld auf dein Konto überweist. Das klingt erstmal verlockend, oder?

Doch bevor du dich entscheidest, solltest du verstehen, was das für dich bedeutet. Ein ausschüttender ETF kann dir helfen, ein passives Einkommen aufzubauen, etwa für die Rente oder für laufende Ausgaben. Gleichzeitig gibt es aber auch Nachteile, wie Steuern auf die Ausschüttungen oder den Verlust von Zinseszinseffekten. Deshalb ist es wichtig, dass du dich informierst, bevor du dein Geld anlegst.

Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch das Thema. Du lernst, was ein ausschüttender ETF ist, wie er funktioniert, welche Kosten auf dich zukommen und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Am Ende weißt du, ob ein ausschüttender ETF zu deiner persönlichen Situation passt und wie du konkret vorgehst.

Denn eines ist klar: Deine Finanzen sind zu wichtig, um sie dem Zufall zu überlassen. Mit dem richtigen Wissen kannst du fundierte Entscheidungen treffen und langfristig von deinem Investment profitieren. Also, lass uns gemeinsam in die Welt der ausschüttenden ETFs eintauchen.

~2.500
ETFs gibt es weltweit, die meisten sind thesaurierend.
4x jährlich
Schütten viele ETFs ihre Erträge aus, oft auch monatlich.
30%
der Anleger bevorzugen laut Umfragen ausschüttende ETFs.

Was ist ein ETF und was bedeutet ausschüttend?

ETF steht für Exchange Traded Fund, also ein börsengehandelter Fonds. Stell dir vor, du kaufst einen Korb voller Aktien oder Anleihen, ohne jede einzelne davon selbst auswählen zu müssen. Ein ETF bündelt viele verschiedene Wertpapiere in einem einzigen Produkt. Dadurch streust du dein Risiko, denn wenn ein Unternehmen schlecht läuft, gleichen das andere wieder aus.

Der Begriff ausschüttend bedeutet, dass die Erträge, die der Fonds erwirtschaftet, regelmäßig an dich ausgezahlt werden. Das können zum Beispiel Dividenden von Aktien oder Zinsen von Anleihen sein. Im Gegensatz dazu gibt es thesaurierende ETFs, bei denen die Erträge automatisch wieder angelegt werden. Bei einem ausschüttenden ETF bekommst du das Geld also direkt auf dein Konto überwiesen.

Die Ausschüttung erfolgt meist vierteljährlich oder jährlich, manche Anbieter zahlen auch monatlich. Die Höhe der Ausschüttung ist nicht garantiert, sondern hängt von den Erträgen des Fonds ab. Wenn der Markt gut läuft, sind die Ausschüttungen höher, bei schlechter Marktlage entsprechend niedriger. Das solltest du immer im Hinterkopf behalten.

Ein ausschüttender ETF ist also eine einfache Möglichkeit, regelmäßig Geld aus deinem Depot zu erhalten. Das kann besonders attraktiv sein, wenn du ein passives Einkommen aufbauen möchtest. Aber es gibt auch Aspekte, die du beachten solltest, wie Steuern und Gebühren. Die schauen wir uns gleich genauer an.

So funktioniert ein ausschüttender ETF im Detail

Um einen ausschüttenden ETF zu verstehen, musst du wissen, wie ein Fonds überhaupt funktioniert. Der Fonds sammelt Geld von vielen Anlegern und investiert es in eine bestimmte Auswahl von Wertpapieren. Diese Auswahl wird durch einen Index bestimmt, zum Beispiel den DAX oder den MSCI World. Der Index bildet die Wertentwicklung einer Gruppe von Unternehmen ab.

Wenn die Unternehmen im Index Dividenden zahlen, fließen diese Erträge in den Fonds. Bei einem ausschüttenden ETF werden diese Erträge nicht reinvestiert, sondern an die Anleger weitergegeben. Die Ausschüttung erfolgt in der Regel in bar auf dein Verrechnungskonto. Du kannst dann selbst entscheiden, ob du das Geld ausgibst oder wieder anlegst.

Die Höhe der Ausschüttung hängt von der Dividendenrendite der enthaltenen Aktien ab. Ein ETF, der in Unternehmen mit hohen Dividenden investiert, schüttet entsprechend mehr aus. Es gibt auch spezielle Dividenden-ETFs, die gezielt auf Unternehmen mit hoher Ausschüttung setzen. Diese können eine höhere Rendite bieten, aber auch ein höheres Risiko.

Wichtig ist, dass die Ausschüttung nicht mit der Wertentwicklung des Fonds verwechselt wird. Der Kurs des ETFs kann steigen oder fallen, unabhängig von den Ausschüttungen. Du solltest also immer die Gesamtrendite betrachten, also Kursgewinne plus Ausschüttungen. Nur so bekommst du ein realistisches Bild von deinem Investment.

Kosten und Gebühren: Was ein ausschüttender ETF wirklich kostet

Ein großer Vorteil von ETFs sind die niedrigen Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds. Die jährliche Verwaltungsgebühr, auch TER genannt, liegt bei den meisten ETFs unter 0,5 Prozent. Das klingt wenig, aber auf lange Sicht können auch kleine Unterschiede eine große Wirkung haben. Deshalb solltest du die Kosten immer im Blick behalten.

Neben der TER gibt es noch weitere Kosten, die du beachten solltest. Dazu gehören Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf des ETFs sowie mögliche Spread-Kosten, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis. Diese Kosten fallen aber nur einmalig an und sind bei ETFs in der Regel gering.

Bei ausschüttenden ETFs kommt noch ein weiterer Punkt hinzu: die Steuer. Auf die Ausschüttungen musst du Abgeltungssteuer zahlen, aktuell rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Es gibt aber einen Sparerpauschbetrag von rund 1.000 Euro pro Person, bis zu dem du keine Steuern zahlen musst. Diesen solltest du unbedingt ausnutzen.

Ein Tipp: Vergleiche die Kosten verschiedener ETFs, bevor du dich entscheidest. Achte nicht nur auf die TER, sondern auch auf die Tracking-Differenz, also wie genau der ETF seinen Index nachbildet. Ein ETF mit etwas höherer TER kann trotzdem günstiger sein, wenn er den Index besser abbildet. Die Kosten sind also ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor.

Worauf du bei der Auswahl eines ausschüttenden ETFs achten solltest

Wenn du dich für einen ausschüttenden ETF entscheidest, gibt es einige Kriterien, die du berücksichtigen solltest. Zunächst einmal die Wahl des Index. Möchtest du in den gesamten Weltmarkt investieren, zum Beispiel mit dem MSCI World, oder lieber in eine bestimmte Region oder Branche? Der Index bestimmt, welche Unternehmen in deinem ETF enthalten sind.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Ausschüttungsfrequenz. Manche ETFs zahlen einmal im Jahr, andere vierteljährlich oder sogar monatlich. Wenn du regelmäßige Einnahmen möchtest, sind häufigere Ausschüttungen vielleicht attraktiver. Allerdings solltest du bedenken, dass jede Ausschüttung einen Verwaltungsaufwand bedeutet, der sich in den Kosten niederschlagen kann.

Auch die Höhe der Ausschüttung ist entscheidend. Ein ETF mit einer hohen Dividendenrendite mag verlockend sein, aber oft steckt dahinter ein höheres Risiko. Unternehmen mit sehr hohen Dividenden können in Schwierigkeiten geraten und die Ausschüttung kürzen. Achte also auf eine ausgewogene Mischung aus Rendite und Sicherheit.

Schließlich solltest du die Größe und das Fondsvolumen des ETFs prüfen. Ein großer ETF mit einem hohen Fondsvolumen ist in der Regel liquider, das heißt, du kannst ihn leichter kaufen und verkaufen. Außerdem sind große ETFs oft günstiger, weil sie Skaleneffekte nutzen können. Ein Blick auf die Fondsgröße lohnt sich also immer.

Typische Fehler, die du bei ausschüttenden ETFs vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, sich nur auf die Ausschüttungen zu konzentrieren und die Gesamtrendite zu ignorieren. Wenn ein ETF eine hohe Ausschüttung bietet, aber der Kurs fällt, kannst du am Ende trotzdem Verluste machen. Betrachte immer die Gesamtrendite, also Kursgewinne plus Ausschüttungen, und vergleiche sie mit anderen Anlagen.

Ein weiterer Fehler ist, die Steuern zu unterschätzen. Viele Anleger vergessen, dass sie auf die Ausschüttungen Steuern zahlen müssen. Wenn du den Sparerpauschbetrag nicht nutzt, zahlst du unnötig Steuern. Informiere dich über deine steuerliche Situation und plane entsprechend.

Auch die Wahl des falschen Index kann ein Problem sein. Wenn du zum Beispiel nur in einen Sektor investierst, der gerade boomen, aber später einbricht, kann das deine Rendite stark beeinträchtigen. Eine breite Streuung über viele Länder und Branchen ist in der Regel sicherer. Überlege also gut, welchen Index du wählst.

Schließlich solltest du nicht in Panik geraten, wenn die Ausschüttungen einmal niedriger ausfallen. Das ist normal, denn die Ausschüttungen hängen von der Marktlage ab. Bleib langfristig investiert und lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern. Ein ETF ist eine langfristige Anlage, nicht für schnelle Gewinne gedacht.

Konkrete nächste Schritte: So legst du deinen ersten ausschüttenden ETF an

Bevor du loslegst, solltest du dir ein Depot bei einem Broker einrichten. Das geht heute komplett online und ist oft kostenlos. Achte darauf, dass der Broker ETFs ohne hohe Gebühren anbietet und eine benutzerfreundliche Oberfläche hat. Viele Neobroker sind hier eine gute Wahl, aber auch klassische Banken bieten inzwischen günstige Depots an.

Sobald dein Depot eingerichtet ist, kannst du deinen ersten ETF auswählen. Nutze dafür die Kriterien, die wir besprochen haben: Index, Ausschüttungsfrequenz, Kosten und Fondsgröße. Ein guter Start ist ein breit diversifizierter Welt-ETF, zum Beispiel auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese bilden den globalen Aktienmarkt ab und sind solide Basisinvestments.

Dann musst du eine Entscheidung treffen: Wie viel Geld möchtest du investieren? Du kannst bereits mit kleinen Beträgen starten, zum Beispiel mit einem Sparplan ab rund 25 Euro im Monat. Ein Sparplan ist eine bequeme Möglichkeit, regelmäßig zu investieren und den Cost-Average-Effekt zu nutzen. Das bedeutet, du kaufst bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen weniger, was langfristig deine Rendite verbessert.

Nach dem Kauf solltest du dein Investment regelmäßig überprüfen, aber nicht zu häufig. Einmal im Jahr reicht aus, um zu sehen, ob der ETF noch zu deiner Strategie passt. Vermeide es, bei jeder Marktschwankung zu reagieren. Bleib ruhig und denk langfristig. Mit einem ausschüttenden ETF baust du dir über die Jahre ein passives Einkommen auf.

Ausschüttender ETF im Vergleich: Alternativen und Kombinationsmöglichkeiten

Ein ausschüttender ETF ist nicht die einzige Möglichkeit, regelmäßige Erträge zu erzielen. Du könntest auch einzelne Aktien kaufen, die hohe Dividenden zahlen, oder in thesaurierende ETFs investieren und selbst Anteile verkaufen. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile, die du abwägen solltest.

Ein Vorteil von ausschüttenden ETFs ist die Einfachheit: Du musst dich nicht um einzelne Aktien kümmern und erhältst automatisch deine Ausschüttungen. Bei einzelnen Aktien hast du zwar mehr Kontrolle, aber auch mehr Aufwand und ein höheres Risiko, wenn ein Unternehmen in Schwierigkeiten gerät. ETFs bieten dir eine breite Streuung, die das Risiko reduziert.

Du kannst auch eine Kombination aus ausschüttenden und thesaurierenden ETFs wählen. Zum Beispiel einen ausschüttenden ETF für laufende Einnahmen und einen thesaurierenden für den langfristigen Vermögensaufbau. So profitierst du von beiden Welten und kannst flexibel auf deine Bedürfnisse reagieren.

Wichtig ist, dass du deine Anlagestrategie an deinen persönlichen Zielen ausrichtest. Wenn du regelmäßige Einnahmen benötigst, ist ein ausschüttender ETF sinnvoll. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, könnte ein thesaurierender ETF besser geeignet sein. Überlege also genau, was du erreichen willst, und wähle entsprechend.

Fazit: Ist ein ausschüttender ETF das Richtige für dich?

Ein ausschüttender ETF kann eine sinnvolle Ergänzung deines Depots sein, wenn du regelmäßige Einnahmen möchtest. Er bietet dir eine einfache Möglichkeit, von den Erträgen des Aktienmarktes zu profitieren, ohne dich um einzelne Aktien kümmern zu müssen. Die Kosten sind niedrig und die Auswahl an ETFs ist groß.

Allerdings solltest du die Nachteile nicht außer Acht lassen: Steuern auf Ausschüttungen, der Verlust von Zinseszinseffekten und die Abhängigkeit von der Marktlage. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Entscheidung gut überlegst und deine persönliche Situation berücksichtigst. Ein ausschüttender ETF ist nicht für jeden die beste Wahl.

Wenn du dich für einen ausschüttenden ETF entscheidest, achte auf eine breite Streuung, niedrige Kosten und eine passende Ausschüttungsfrequenz. Starte mit einem Sparplan, um langfristig von Durchschnittskosten zu profitieren. Und vergiss nicht, deinen Sparerpauschbetrag auszunutzen, um Steuern zu sparen.

Am Ende gilt: Informiere dich weiter, stelle Fragen und bleib neugierig. Deine Finanzen sind ein wichtiger Teil deines Lebens, und mit dem richtigen Wissen kannst du die besten Entscheidungen für dich treffen. Ein ausschüttender ETF kann dabei ein wertvolles Werkzeug sein, aber nur, wenn er zu deinen Zielen passt.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Möchtest du regelmäßige Einnahmen aus deinem Depot?
Hast du ein langfristiges Anlageziel von mindestens 5 Jahren?
Kannst du auf die Ausschüttungen verzichten und sie wieder anlegen?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ein ausschüttender ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der die erwirtschafteten Erträge, wie Dividenden oder Zinsen, regelmäßig an die Anleger auszahlt. Das Gegenteil ist ein thesaurierender ETF, der die Erträge automatisch wieder anlegt.

Die Ausschüttungsfrequenz variiert je nach ETF. Viele ETFs schütten vierteljährlich oder jährlich aus, einige auch monatlich. Die genauen Termine findest du in den Produktinformationen des jeweiligen ETFs.

Ja, auf Ausschüttungen musst du Abgeltungssteuer zahlen, aktuell rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Du kannst aber den Sparerpauschbetrag von rund 1.000 Euro pro Jahr nutzen, um Steuern zu sparen.

Wie alle Aktienanlagen sind auch ausschüttende ETFs mit Risiken verbunden. Die Ausschüttungen können schwanken und der Kurs kann fallen. Eine breite Streuung über viele Unternehmen reduziert das Risiko, aber eine Garantie gibt es nicht.

Das hängt von deinen Zielen ab. Wenn du regelmäßige Einnahmen möchtest, ist ein ausschüttender ETF sinnvoll. Wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest und auf die Ausschüttungen nicht angewiesen bist, kann ein thesaurierender ETF durch den Zinseszinseffekt besser geeignet sein.

Du kannst bereits mit kleinen Beträgen starten, zum Beispiel mit einem Sparplan ab rund 25 Euro im Monat. Bei einem Einmalkauf hängt es vom Kurs des ETFs ab, aber viele Broker erlauben den Kauf von Bruchstücken, sodass du schon mit wenigen Euro investieren kannst.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 31.08.2026, nächste Prüfung: 03/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.