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FinanzbildungInvestieren9 Min.

Aktiver Fonds Steuererklärung: So holst du dir dein Geld zurück

Du hast einen aktiven Fonds und fragst dich, was das für deine Steuererklärung bedeutet? Keine Sorge, das Wichtigste ist einfacher, als du denkst. Hier erfährst du, was auf dich zukommt und wie du typische Fehler vermeidest.

SteuererklärungInvestmentfondsAnlegerwissen
Brauche ich das?
Ja, meistens.
Auch wenn die Bank vieles meldet, musst du Angaben prüfen.
Was ist zu tun?
Anlage KAP ausfüllen.
Dort gehören Erträge und Verkäufe aus Fonds hinein.
Was bringt mir das?
Steuern sparen.
Durch korrekte Angaben holst du zu viel Gezahltes zurück.

Warum betrifft dich das Thema überhaupt?

Vielleicht denkst du, Steuern und Fonds gehen dich nichts an, weil deine Bank das schon regelt. Das stimmt teilweise, aber nicht komplett. Seit 2018 führt die Bank zwar die Abgeltungsteuer automatisch ab, aber nur bis zu deinem Freistellungsauftrag. Wenn du keinen eingerichtet hast oder deine Freibeträge nicht ausgeschöpft sind, verlierst du Geld, das du zurückholen könntest.

Die Steuererklärung ist deine Chance, zu viel gezahlte Steuern zurückzubekommen. Gerade bei aktiven Fonds, die oft höhere Erträge erwirtschaften, kann sich das lohnen. Viele Anleger:innen lassen hier bares Geld liegen, weil sie glauben, dass die Bank schon alles richtig macht. Doch die Bank kennt deine persönliche Situation nicht, etwa ob du verheiratet bist oder weitere Einkünfte hast.

Hinzu kommt, dass du bei Verkäufen von Fondsanteilen Gewinne realisierst, die steuerpflichtig sind. Auch hier meldet die Bank die Daten ans Finanzamt, aber du musst die Angaben in deiner Steuererklärung prüfen und ergänzen. Nur so stellst du sicher, dass du nicht mehr zahlst als nötig. Das Thema ist also relevanter, als du vielleicht denkst.

Der Aufwand ist überschaubar, wenn du weißt, worauf du achten musst. Mit den richtigen Informationen und etwas Vorbereitung kannst du deine Steuererklärung zum Thema Fonds schnell und sicher erledigen. Dieser Ratgeber führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess, von den Grundlagen bis zu den konkreten Handlungen.

Seit 2018
gilt die neue Investmentsteuerreform für alle Fonds.
30%
Teilfreistellung gibt es bei Aktienfonds für die Erträge.
1.000 Euro
Sparerpauschbetrag pro Person und Jahr ist steuerfrei.

Was ist ein aktiver Fonds und wie funktioniert er?

Ein aktiver Fonds ist ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager oder ein Team von Experten entscheidet, in welche Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere das Geld der Anleger:innen investiert wird. Das Ziel ist es, einen bestimmten Markt oder Index zu schlagen, also besser abzuschneiden als die allgemeine Marktentwicklung. Das unterscheidet ihn von passiven Fonds, auch ETFs genannt, die einfach einen Index nachbilden.

Die Arbeit des Fondsmanagements kostet Geld, was sich in einer höheren laufenden Gebühr, der sogenannten TER (Total Expense Ratio), niederschlägt. Diese Gebühr wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und mindert deine Rendite. Dafür erhoffst du dir als Anleger:in eine bessere Performance, also höhere Gewinne, als mit einem passiven Fonds.

Für die Steuererklärung ist entscheidend, dass aktive Fonds Erträge erwirtschaften, die unterschiedlich besteuert werden. Dazu gehören Dividenden aus Aktien, Zinsen aus Anleihen und Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fonds. Diese Erträge werden entweder an dich ausgeschüttet oder im Fonds wieder angelegt, was man als thesaurierend bezeichnet.

Seit der Reform der Investmentbesteuerung im Jahr 2018 werden diese Erträge pauschal besteuert, unabhängig davon, ob sie ausgeschüttet oder thesauriert werden. Die Bank berechnet darauf die Abgeltungsteuer und führt sie ans Finanzamt ab. Deine Aufgabe in der Steuererklärung ist es, diese Beträge zu prüfen und gegebenenfalls zu korrigieren.

Die Grundlagen der Besteuerung von Fondserträgen

Die Besteuerung von Fondserträgen folgt seit 2018 einem klaren System. Es gibt die Abgeltungsteuer von 25 Prozent auf alle Kapitaleinkünfte, plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Steuer wird von deiner Bank direkt einbehalten und an das Finanzamt weitergeleitet. Du musst die Erträge also nicht selbst versteuern, sondern nur prüfen, ob der Einbehalt korrekt war.

Ein wichtiger Begriff ist die Teilfreistellung. Für Aktienfonds, also Fonds, die überwiegend in Aktien investieren, werden 30 Prozent der Erträge steuerfrei gestellt. Das soll die Doppelbesteuerung von Dividenden auf Unternehmensebene ausgleichen. Bei Mischfonds liegt die Teilfreistellung bei 15 Prozent, bei Immobilienfonds kann sie je nach Anlageschwerpunkt variieren.

Die Teilfreistellung wird von der Bank automatisch berücksichtigt. Das bedeutet, sie besteuert nur 70 Prozent deiner Erträge aus einem Aktienfonds. In deiner Steuererklärung musst du diese Freistellung nicht extra beantragen, aber du solltest verstehen, wie sie funktioniert, um deine Steuerlast korrekt einzuschätzen. Sie ist ein Grund dafür, warum Fondsanlagen steuerlich attraktiv sein können.

Zusätzlich gibt es den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung). Dieser Betrag ist steuerfrei. Wenn du keinen Freistellungsauftrag bei deiner Bank eingerichtet hast, wird die Steuer trotzdem einbehalten. In der Steuererklärung holst du dir diesen Betrag dann zurück. Das ist einer der häufigsten Gründe, warum sich eine Steuererklärung für Anleger:innen lohnt.

So funktioniert die Steuererklärung bei aktiven Fonds konkret

Die zentrale Anlage für deine Fondserträge ist die Anlage KAP. Hier trägst du alle Kapitaleinkünfte ein, also auch die aus aktiven Fonds. Deine Bank stellt dir eine Steuerbescheinigung aus, auf der alle relevanten Beträge aufgelistet sind. Dazu gehören Ausschüttungen, thesaurierte Erträge, Gewinne aus Verkäufen und die bereits einbehaltene Abgeltungsteuer.

Du musst diese Beträge nicht selbst berechnen, sondern nur in die entsprechenden Zeilen der Anlage KAP übertragen. Die Steuerbescheinigung ist deine Vorlage. Achte darauf, dass du alle Beträge korrekt übernimmst, insbesondere die verschiedenen Arten von Erträgen. Ein Fehler hier kann zu Rückfragen vom Finanzamt führen oder im schlimmsten Fall zu einer falschen Steuerlast.

Ein wichtiger Punkt ist die Angabe von Veräußerungsgewinnen. Wenn du Fondsanteile verkauft hast, musst du den Gewinn angeben. Die Bank hat darauf bereits Steuern einbehalten, aber du musst den Betrag trotzdem in der Anlage KAP eintragen. Das Finanzamt gleicht dann ab, ob die einbehaltene Steuer korrekt war. Bei Verlusten aus Fondsverkäufen kannst du diese mit anderen Kapitaleinkünften verrechnen.

Wenn du keine Steuererklärung machst, weil du denkst, dass alles schon erledigt ist, verpasst du möglicherweise die Erstattung von zu viel gezahlter Steuer. Besonders wenn du keinen Freistellungsauftrag eingerichtet hast oder dein Steuersatz unter der Abgeltungsteuer liegt, lohnt sich die Erklärung. Die Mühe ist gering, der Nutzen kann aber hoch sein.

Kosten und Gebühren: Was du über die TER wissen solltest

Aktive Fonds sind in der Regel teurer als passive ETFs. Die laufenden Kosten, die sogenannte TER, liegen bei aktiven Fonds oft zwischen 1,0 und 2,5 Prozent pro Jahr. Diese Gebühr wird direkt vom Fondsvermögen abgezogen und reduziert deine Rendite. Sie ist nicht in der Steuererklärung absetzbar, sondern mindert deinen Gewinn automatisch.

Zusätzlich zur TER können beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen Ausgabeaufschläge anfallen. Das ist ein einmaliger Aufschlag auf den Rücknahmepreis, der beim Kauf fällig wird. Er kann bis zu 5 Prozent betragen und geht an die Fondsgesellschaft oder den Vermittler. Auch diese Kosten sind nicht steuerlich absetzbar, sondern reduzieren deinen Anlagebetrag.

Für die Steuererklärung sind diese Kosten nur indirekt relevant. Sie senken deine Erträge, was automatisch zu einer geringeren Steuerlast führt. Du musst sie also nicht extra angeben. Allerdings solltest du sie bei deiner Anlageentscheidung berücksichtigen, denn hohe Kosten fressen einen Teil deiner Rendite auf. Ein Fonds mit hoher TER muss deutlich besser performen, um die Kosten zu rechtfertigen.

Es gibt keine pauschale Aussage, ob aktive Fonds ihre höheren Kosten durch bessere Renditen ausgleichen können. Das hängt stark vom Fondsmanager und der Marktlage ab. Für deine Steuerplanung ist es wichtig zu wissen, dass die Kosten bereits berücksichtigt sind. Du musst also keine zusätzlichen Angaben machen, sondern nur die Erträge, die dir gemeldet werden, in der Steuererklärung angeben.

Worauf du bei der Steuererklärung besonders achten solltest

Der wichtigste Punkt ist die Vollständigkeit der Angaben. Vergiss nicht, alle Fonds anzugeben, die du besitzt oder im Steuerjahr verkauft hast. Auch wenn du nur kleine Beträge erhalten hast, müssen diese in der Anlage KAP aufgeführt werden. Das Finanzamt erhält von den Banken automatisch Meldungen über deine Kapitalerträge und gleicht diese mit deiner Steuererklärung ab.

Achte auf die korrekte Behandlung von ausländischen Fonds. Wenn dein Fonds in einem anderen Land aufgelegt wurde, können besondere Regeln gelten. Oft gibt es Quellensteuern, die im Ausland einbehalten wurden. Diese kannst du dir unter bestimmten Bedingungen anrechnen lassen. Die Anlage KAP bietet dafür spezielle Zeilen, die du ausfüllen solltest, um doppelte Besteuerung zu vermeiden.

Ein weiterer häufiger Fehler ist die Nichtbeachtung der Teilfreistellung. Wenn deine Bank diese nicht korrekt angewendet hat, weil etwa die Fondsstruktur nicht richtig erfasst wurde, kannst du sie in der Steuererklärung nachholen. Prüfe deine Steuerbescheinigung daher genau. Wenn du unsicher bist, ob die Teilfreistellung korrekt war, kannst du sie in der Anlage KAP korrigieren.

Bewahre alle Unterlagen auf, die du für deine Steuererklärung benötigst. Dazu gehören die Steuerbescheinigungen deiner Bank, Kontoauszüge und Kaufbelege. Das Finanzamt kann Belege anfordern, wenn es Rückfragen gibt. Eine saubere Dokumentation hilft dir, den Überblick zu behalten und Fehler zu vermeiden. Du musst die Belege nicht einreichen, aber aufbewahren.

Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

Ein klassischer Fehler ist es, die Steuererklärung einfach wegzulassen, weil man denkt, dass die Bank schon alles erledigt hat. Das führt oft dazu, dass man den Sparerpauschbetrag nicht ausnutzt und zu viel Steuern zahlt. Gerade wenn du ein geringes Einkommen hast und dein Steuersatz unter 25 Prozent liegt, solltest du die Erklärung machen, um die Differenz zurückzubekommen.

Ein weiterer Fehler ist die falsche Angabe von Veräußerungsgewinnen. Viele Anleger:innen verwechseln den Verkaufserlös mit dem Gewinn. In der Anlage KAP musst du nur den Gewinn angeben, also den Verkaufspreis abzüglich der Anschaffungskosten. Wenn du hier den falschen Betrag einträgst, kann das zu einer falschen Steuerberechnung führen.

Auch das Vergessen von thesaurierenden Fonds ist ein häufiger Fehler. Auch wenn du keine Ausschüttungen erhalten hast, weil die Erträge im Fonds reinvestiert wurden, sind sie steuerpflichtig. Die Bank meldet diese Beträge als Vorabpauschale. Du musst sie in der Steuererklärung angeben, auch wenn du kein Geld auf deinem Konto gesehen hast. Das überrascht viele Anleger:innen.

Schließlich solltest du keine Fristen versäumen. Die Steuererklärung für das Jahr 2025 muss in der Regel bis zum 31. Juli 2026 beim Finanzamt sein. Wenn du einen Steuerberater beauftragst, verlängert sich die Frist automatisch. Verspätete Abgaben können zu Verspätungszuschlägen führen. Plane also genug Zeit ein und beginne frühzeitig mit der Sammlung deiner Unterlagen.

Deine konkreten nächsten Schritte für eine fehlerfreie Erklärung

Der erste Schritt ist die Sammlung aller relevanten Unterlagen. Dazu gehören die Steuerbescheinigungen deiner Bank für alle Depots, auf denen du aktive Fonds hältst. Prüfe, ob du alle Bescheinigungen erhalten hast. Wenn nicht, fordere sie bei deiner Bank an. Die Bescheinigungen sind die Grundlage für deine Angaben in der Anlage KAP.

Als zweites solltest du prüfen, ob du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank eingerichtet hast. Wenn nicht, kannst du das noch für das laufende Jahr tun, aber für die Steuererklärung des Vorjahres ist es zu spät. In der Erklärung holst du dir den Sparerpauschbetrag dann zurück. Trage den Betrag in der Anlage KAP ein, um deine Steuerlast zu senken.

Dann geht es ans Ausfüllen der Anlage KAP. Übertrage alle Beträge von deinen Steuerbescheinigungen in die entsprechenden Zeilen. Achte besonders auf die Unterscheidung zwischen Ausschüttungen, thesaurierten Erträgen und Veräußerungsgewinnen. Wenn du unsicher bist, nutze die Hilfe eines Steuerprogramms oder eines Steuerberaters. Die Kosten dafür sind oft geringer als die Steuerersparnis.

Reiche deine Steuererklärung am besten elektronisch über ELSTER ein. Das ist kostenlos und die Daten werden auf Plausibilität geprüft. Nach der Bearbeitung erhältst du einen Steuerbescheid, in dem du siehst, ob du eine Erstattung bekommst oder nachzahlen musst. Prüfe den Bescheid sorgfältig und lege bei Fehlern Einspruch ein. So stellst du sicher, dass du nicht mehr zahlst als nötig.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du Fondsanteile in einem Depot?
Hast du im letzten Jahr Fondsanteile verkauft?
Hast du Ausschüttungen von Fonds erhalten?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, grundsätzlich musst du alle Fonds angeben, die du besitzt oder verkauft hast. Die Beträge findest du auf deiner Steuerbescheinigung. Du kannst sie in der Anlage KAP zusammenfassen, aber die Summen müssen stimmen. Das Finanzamt gleicht die Angaben mit den Meldungen deiner Bank ab.

Wenn du keine machst, verpasst du möglicherweise eine Erstattung. Die Bank hat bereits Steuern abgeführt, aber du hast Anspruch auf den Sparerpauschbetrag und eventuell eine niedrigere Steuerlast. Wenn du keinen Freistellungsauftrag hast, zahlst du zu viel. Die Erklärung lohnt sich also fast immer.

Die Vorabpauschale ist eine fiktive Vorabsteuer auf die Wertsteigerung deines Fonds. Sie wird auch dann fällig, wenn du keine Ausschüttung erhältst. Die Bank berechnet und meldet sie. In der Steuererklärung musst du sie angeben, auch wenn du kein Geld erhalten hast.

Ja, Verluste aus Fondsverkäufen kannst du mit Gewinnen aus anderen Kapitalanlagen verrechnen. Das passiert automatisch in der Anlage KAP. Wenn deine Verluste höher sind als deine Gewinne, kannst du den Verlust in spätere Jahre vortragen lassen. Das solltest du unbedingt angeben.

Das hängt von deiner Situation ab. Wenn du nur wenige Fonds besitzt und eine einfache Steuerbescheinigung hast, kannst du die Anlage KAP selbst ausfüllen. Bei komplexen Fällen, etwa mit ausländischen Fonds oder mehreren Depots, kann ein Steuerberater sinnvoll sein. Er kennt die Details und kann Fehler vermeiden.

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.