Ratgeber · Investieren
Aktive Fonds im Test: So findest du stabile Fonds für dein Depot
Ein aktiver Fonds kann dein Depot sinnvoll ergänzen, wenn du die richtigen Kriterien kennst. Entscheidend sind Anlagestrategie, Kosten und ein langfristig stabiles Chance-Risiko-Verhältnis.
9 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Aktive Fonds werden von einem Fondsmanager gesteuert und versuchen, besser als der Markt abzuschneiden.
- Für die Basis deines Depots eignen sich breit gestreute Aktienfonds Welt, als Beimischung auch Schwellenländer- oder Rentenfonds.
- Die Gesamtkostenquote und der Ausgabeaufschlag aktiver Fonds liegen meist über denen von ETFs.
- Eine nachvollziehbare Strategie und ein stabiles Management sind wichtiger als kurzfristige Spitzenrenditen.
01 · Grundlagen
Was ist ein aktiver Fonds?
Aktive Fonds unterscheiden sich grundlegend von passiven ETFs, auch wenn beide Wertpapiere bündeln.
Bei einem aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanager oder ein Team, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Das Ziel ist nicht die bloße Nachbildung eines Marktes, sondern eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsindex. Dafür analysiert das Management Unternehmen, Branchen und Märkte und reagiert auf neue Informationen.
Diese Freiheit hat ihren Preis, denn die Arbeit des Managements muss bezahlt werden. Aktive Fonds weisen daher in der Regel höhere laufende Kosten auf als passive Indexfonds. Ob sich dieser Aufwand lohnt, hängt stark von der Qualität des Fondsmanagements und der gewählten Strategie ab.
Für dich bedeutet das: Du kaufst mit einem aktiven Fonds die Einschätzung eines Profis. Du solltest daher genau prüfen, ob diese Einschätzung über einen langen Zeitraum zu einem guten Chance-Risiko-Verhältnis geführt hat.
Kurz erklärt
Aktiver Fonds
Ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager oder ein Team aktiv einzelne Wertpapiere auswählt, kauft und verkauft. Ziel ist es, eine höhere Rendite als ein Vergleichsindex zu erzielen.
Das Fondsmanagement trifft eigenständige Anlageentscheidungen und reagiert auf Marktveränderungen.
02 · Vergleich
Aktive Fonds und ETFs im direkten Vergleich
Beide Anlageformen haben ihre Berechtigung, unterscheiden sich aber in Verwaltung, Kosten und Anlageziel.
Der zentrale Unterschied liegt in der Verwaltung. Ein aktiver Fonds versucht, durch die Auswahl einzelner Werte besser abzuschneiden als der Markt. Ein ETF bildet dagegen einen Index wie den MSCI World möglichst exakt nach, ohne dass ein Manager eingreift.
Diese unterschiedliche Arbeitsweise wirkt sich direkt auf die Kosten aus. Aktive Fonds verlangen oft einen Ausgabeaufschlag und höhere jährliche Gebühren, während ETFs in der Regel mit deutlich geringeren laufenden Kosten auskommen. Für die langfristige Basis deines Depots sind breit streuende ETFs deshalb oft die erste Wahl.
Aktive Fonds können jedoch als Beimischung sinnvoll sein, wenn du gezielt auf bestimmte Regionen oder Anlageklassen setzen möchtest. Du solltest dir aber bewusst sein, dass höhere Kosten die Rendite schmälern können.
| Aktiver Fonds | ETF | |
|---|---|---|
| Verwaltung | Aktives Management durch Fondsmanager | Passive Nachbildung eines Index |
| Anlageziel | Den Markt schlagen (Outperformance) | Den Markt möglichst genau abbilden |
| Kosten | Höhere laufende Kosten und oft Ausgabeaufschlag | Vergleichsweise geringe laufende Kosten |
| Handel | Kauf über Fondsgesellschaft oder Depot | Börslicher Handel über das Depot |
03 · Was gilt
Welche Fondsgruppen eignen sich wofür?
Nicht jeder aktive Fonds passt zu jedem Anlageziel. Die Fondsgruppe bestimmt, ob ein Fonds als Basis oder Beimischung taugt.
Die Wahl der Fondsgruppe bestimmt, welche Rolle ein aktiver Fonds in deinem Depot spielen kann. Als Renditebaustein und Basisinvestment eignen sich vor allem breit gestreute Aktienfonds Welt. Sie decken viele Märkte ab und reduzieren das Risiko einzelner Regionen.
Für die Stabilisierung deines Depots kommen Rentenfonds mit Staatsanleihen infrage. Sie können in schwachen Aktienphasen für einen Ausgleich sorgen. Als Beimischung mit höheren Renditechancen, aber auch höherem Risiko, gelten Aktienfonds für Schwellenländer oder Deutschland sowie Rentenfonds, die in Unternehmensanleihen investieren.
Du kannst dein Depot mit einem Akzent auf Aktienfonds Europa ergänzen, wenn du diese Region übergewichten möchtest. Achte bei jeder Beimischung darauf, dass sie dein bestehendes Portfolio sinnvoll ergänzt und nicht nur Risiken verdoppelt.
Geeignet als Basisinvestment
Geeignet als Beimischung
04 · Kosten
Kosten aktiver Fonds: Ausgabeaufschlag und laufende Gebühren
Die Kostenstruktur aktiver Fonds ist komplexer als bei ETFs und kann deine Rendite spürbar mindern.
Die Kostenstruktur aktiver Fonds ist mehrschichtig. Beim Kauf fällt häufig ein Ausgabeaufschlag an, der je nach Anbieter und Fonds zwischen 0 und 5 Prozent des Anlagebetrags liegen kann. Dieser Aufschlag reduziert dein eingesetztes Kapital sofort.
Hinzu kommen die laufenden Kosten, die in der Gesamtkostenquote (TER) gebündelt werden. Bei aktiven Fonds liegt diese Quote häufig zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr. Zusätzlich entstehen im Fonds Transaktionskosten, wenn das Management Wertpapiere kauft und verkauft.
Achte beim Kauf auf Rabatte auf den Ausgabeaufschlag. Viele Direktbanken und Fondsvermittler bieten Fondsanteile mit deutlich reduziertem oder ganz ohne Ausgabeaufschlag an. Ein voller Aufschlag von 5 Prozent ist vermeidbar und kostet dich sonst von Beginn an Rendite.
Typische Kostenbestandteile eines aktiven Fonds
05 · Checkliste
Anlagestrategien für aktive Fonds im Überblick
Mit einer klaren Strategie vermeidest du Fehlkäufe und findest Fonds, die zu deinem Risikoprofil passen.
Für die Auswahl aktiver Fonds haben sich verschiedene Strategien bewährt. Die einfachste und oft erfolgreichste Variante ist, breite Indexfonds als Kern zu nutzen und aktive Fonds nur als Ergänzung zu betrachten. Diese Strategie wird als 1.-Wahl-ETF bezeichnet.
Wenn du bei einer Filialbank beraten wirst und dort keine ETFs angeboten bekommst, kannst du auf stabile, aktiv gemanagte Fonds zurückgreifen. Diese Auswahl bietet einen zumindest akzeptablen Anlageerfolg, ohne dass du häufig wechseln musst. Für Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, gibt es stabile Nachhaltigkeitsfonds, die einen akzeptablen Anlageerfolg mit einer hohen Nachhaltigkeitsbewertung verbinden.
Eine anspruchsvollere Methode ist die Strategie der Fünf-Punkte-Fonds. Dabei wählst du innerhalb einer Fondsgruppe aktiv gemanagte Fonds mit aktuell fünf Punkten in der Bewertung und wechselst sie aus, sobald sie schlechter werden. Diese Strategie erfordert regelmäßige Überprüfung und ist mit mehr Aufwand verbunden.
Vier Strategien für die Auswahl aktiver Fonds
1.-Wahl-ETF: Bevorzugt breite Indexfonds als Kern, aktive Fonds nur als Ergänzung.
Stabile, aktiv gemanagte Fonds: Auswahl von Fonds mit langfristig akzeptablem Anlageerfolg, geeignet für Filialbankkunden.
Stabile Nachhaltigkeitsfonds: Kombination aus akzeptablem Anlageerfolg und hoher Nachhaltigkeitsbewertung.
Fünf-Punkte-Fonds: Wechsel auf aktuell top bewertete aktive Fonds, erfordert regelmäßige Überprüfung.
06 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Kauf aktiver Fonds
Diese Fehler kosten dich Rendite und lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Rendite der Vergangenheit zu schauen und den Fonds mit dem besten Vorjahresergebnis zu kaufen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Zukunft. Ein Fonds, der im letzten Jahr gewonnen hat, kann im nächsten Jahr deutlich zurückfallen.
Ein weiterer kostspieliger Fehler ist, den Ausgabeaufschlag in voller Höhe zu zahlen. Du kannst diesen Aufschlag bei vielen Anbietern vermeiden oder reduzieren. Auch der Kauf zu vieler aktiver Fonds mit ähnlicher Ausrichtung macht dein Depot unnötig kompliziert und konzentriert Risiken, statt sie zu streuen.
Viele Anleger nutzen aktive Fonds mit hohen Kosten als alleinige Basis, obwohl ein breiter ETF günstiger wäre. Und wer seine Fondsauswahl nie überprüft, hält oft jahrelang an schwachen Fonds fest. Überprüfe deine aktiven Fonds mindestens einmal pro Jahr.
Häufige Fehler im Umgang mit aktiven Fonds
07 · Schritt für Schritt
So prüfst du einen aktiven Fonds
Eine systematische Prüfung hilft dir, Spreu von Weizen zu trennen.
Beginne mit der Fondsgruppe. Entscheide zuerst, ob du einen Aktienfonds Welt, einen Schwellenländerfonds oder einen Rentenfonds suchst. Die Fondsgruppe bestimmt das grundsätzliche Risiko und die Rolle im Depot.
Vergleiche danach die Kosten. Prüfe den Ausgabeaufschlag und die laufenden Kosten. Wenn es zu einem Fonds mehrere Anteilsklassen gibt, frage nach der günstigsten Tranche. Die Kostenunterschiede zwischen Anteilsklassen desselben Fonds können erheblich sein.
Ordne den Anlageerfolg über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren ein. Vergleiche das Chance-Risiko-Verhältnis mit dem Referenzindex. Achte auf ein konstantes Management und eine nachvollziehbare Strategie statt kurzfristiger Spitzenwerte. Baue den Fonds dann als Beimischung zu breiten ETFs in dein Depot ein.
Fondsgruppe festlegen
Entscheide zuerst, ob du einen Aktienfonds Welt, einen Schwellenländerfonds oder einen Rentenfonds suchst.
Kosten vergleichen
Prüfe Ausgabeaufschlag und laufende Kosten. Günstige Anteilsklassen wählen, wenn verfügbar.
Anlageerfolg einordnen
Vergleiche das Chance-Risiko-Verhältnis über mindestens fünf Jahre mit dem Referenzindex.
Stabilität prüfen
Achte auf ein konstantes Management und eine nachvollziehbare Strategie statt kurzfristiger Spitzenwerte.
Ins Depot einbauen
Nutze aktive Fonds als Beimischung zu breiten ETFs und überprüfe sie mindestens einmal pro Jahr.
08 · Im Vertrag
Steuern auf aktive Fonds
Die Besteuerung deiner Fondserträge folgt klaren Regeln und hängt von der Fondsart ab.
Deine Erträge aus aktiven Fonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Pro Person und Jahr bleiben Kapitalerträge bis zu 1000 Euro durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich dieser Freibetrag auf 2000 Euro.
Auf Kapitalerträge oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Zusätzlich wird auf die Abgeltungsteuer ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben. Diese Steuern werden in der Regel direkt von deiner Depotbank einbehalten.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung. Bei Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Das reduziert deine Steuerlast im Vergleich zu reinen Rentenfonds.
Steuerliche Behandlung von Fondserträgen
09 · Hintergrund
Aktive Fonds im Depot: So baust du sie ein
Die richtige Mischung entscheidet über dein Risiko und deine langfristige Rendite.
Ein solides Depot beginnt mit einem breit gestreuten Basisinvestment. Dafür eignen sich Aktienfonds Welt oder ETFs auf Indizes wie den MSCI World. Aktive Fonds kannst du gezielt beimischen, wenn du in bestimmten Regionen oder Anlageklassen eine höhere Gewichtung wünschst.
Aktienfonds Schwellenländer bringen Wachstumschancen, erhöhen aber die Schwankungen. Rentenfonds mit Staatsanleihen stabilisieren das Depot in schwachen Aktienphasen. Achte darauf, dass sich deine Fonds nicht zu stark überschneiden, sonst konzentrierst du Risiken statt sie zu streuen.
Überprüfe dein Depot mindestens einmal pro Jahr. So stellst du sicher, dass die Gewichtung noch zu deiner Strategie passt und schwache Fonds nicht dauerhaft Rendite kosten.
Ein solides Depot beginnt mit einem breit gestreuten Basisinvestment. Dafür eignen sich Aktienfonds Welt oder ETFs auf Indizes wie den MSCI World. Aktive Fonds kannst du gezielt beimischen, wenn du in bestimmten Regionen oder Anlageklassen eine höhere Gewichtung wünschst.
Aktienfonds Schwellenländer bringen Wachstumschancen, erhöhen aber die Schwankungen. Rentenfonds mit Staatsanleihen stabilisieren das Depot in schwachen Aktienphasen. Achte darauf, dass sich deine Fonds nicht zu stark überschneiden, sonst konzentrierst du Risiken statt sie zu streuen.
Überprüfe dein Depot mindestens einmal im Jahr. Hat sich die Strategie eines Fonds geändert? Ist das Management gewechselt? Stimmt die Gewichtung noch mit deiner Zielallokation überein? Dann kannst du ruhig anpassen, ohne hektisch zu handeln.
Häufige Fragen
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