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Günstige aktive Fonds: So findest du sie und wann sie sich lohnen

Aktiv gemanagte Fonds sind oft teurer als ETFs, aber nicht jeder aktive Fonds ist automatisch eine Kostenfalle. Entscheidend ist, wo du kaufst und worauf du bei den Gebühren achtest.

9 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Aktive Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert und zielen auf Outperformance ab, kosten dafür in der Regel mehr als passive ETFs.
  • Der Ausgabeaufschlag ist bei vielen Banken verhandelbar oder entfällt bei Fondskauf über Direktbanken und Fondsplattformen komplett.
  • Die Gesamtkostenquote (TER) ist der wichtigste Vergleichswert, daneben entscheiden Transaktionskosten und Depotgebühren über die tatsächliche Belastung.
  • Günstige aktive Fonds findest du vor allem bei Filialbanken mit hauseigenen Produkten oder über spezielle Rabattaktionen, ein ETF bleibt aber meist die preiswerteste Alternative.

01 · Grundlagen

Was ist ein aktiver Fonds?

Ein aktiver Fonds bündelt Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen, die ein Fondsmanagement gezielt auswählt und regelmäßig anpasst. Das Ziel ist eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsmarkt.

Bei einem aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanagement laufend, welche Wertpapiere gekauft, gehalten oder verkauft werden. Das Ziel ist eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsmarkt, die sogenannte Outperformance.

Für diese Auswahlarbeit fallen höhere laufende Kosten an als bei passiven Indexfonds. Du bezahlst also nicht nur die Verwaltung, sondern auch die Hoffnung, dass das Management den Markt schlägt.

Die laufenden Kosten liegen bei aktiven Aktienfonds häufig zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr. Bei Rentenfonds sind es oft 0,5 bis 1,2 Prozent.

Kurz erklärt

Aktiver Fonds

Ein Investmentfonds, bei dem Fondsmanagerinnen und Fondsmanager einzelne Wertpapiere aktiv auswählen, kaufen und verkaufen, um eine höhere Rendite als ein Vergleichsindex (Benchmark) zu erzielen.

Das Fondsmanagement übernimmt die laufende Überprüfung des Portfolios, dafür fallen höhere laufende Kosten an als bei passiven Indexfonds.

02 · Vergleich

Aktiver Fonds oder ETF: Wo liegen die Kostenunterschiede?

Die laufenden Gebühren sind der größte Hebel für deine Nettorendite. Ein direkter Vergleich zeigt, welche Kostenpositionen bei aktiven Fonds typischerweise höher ausfallen als bei ETFs.

Der größte Unterschied liegt in der Gesamtkostenquote, der sogenannten TER. Passive ETFs auf breite Indizes kommen meist mit 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr aus, aktive Fonds kosten oft ein Vielfaches davon.

Hinzu kommt der Ausgabeaufschlag, den es bei ETFs nicht gibt. Er beträgt bei aktiven Fonds bis zu 5 Prozent, lässt sich aber bei Direktbanken und Fondsplattformen häufig vollständig vermeiden.

Die TER deckt nicht alle Kosten ab. Transaktionskosten im Fonds entstehen durch das Umschichten des Portfolios und fallen bei aktivem Management höher aus als bei einem passiven Indexfonds.

  • Vergleiche immer die TER, nicht nur die Wertentwicklung der Vergangenheit.
  • Prüfe, ob ein Ausgabeaufschlag anfällt und ob du ihn umgehen kannst.
  • Beachte, dass häufiges Umschichten zusätzliche Handelskosten verursacht.
Kostenvergleich: Aktiver Fonds vs. ETF
Aktiver FondsETF (Indexfonds)
Laufende Kosten (TER)In der Regel höher als bei ETFsHäufig niedriger als bei aktiven Fonds
AusgabeaufschlagKann bei manchen Fonds entstehenKeiner, nur Börsenspread
Fonds­managementAktive Auswahl durch FondsmanagerPassive Nachbildung eines Index

03 · Schritt für Schritt

So kaufst du aktive Fonds ohne Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Fondskauf, die du oft vermeiden kannst. Der Ablauf zeigt, wie du beim Kauf eines aktiven Fonds die Kosten senkst.

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die beim Kauf über Filialbanken oft in voller Höhe berechnet wird. Über Direktbanken oder Fondsplattformen werden viele aktive Fonds dauerhaft ohne diesen Aufschlag angeboten.

Bevor du kaufst, solltest du die Fondsgruppe festlegen. Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit gestreute Aktienfonds Welt, für eine Beimischung kommen Schwellenländer- oder Rentenfonds infrage.

Achte auf die günstigste Anteilsklasse desselben Fonds. Viele Fonds existieren in mehreren Tranchen, die sich bei den laufenden Kosten deutlich unterscheiden können.

01

Fondsgruppe wählen

Entscheide dich zuerst für eine Anlagestrategie, zum Beispiel Aktienfonds Welt oder Mischfonds, und grenze die passende Fondsgruppe ein.

02

Kosten vergleichen

Vergleiche die Gesamtkostenquote (TER) und prüfe, ob ein Ausgabeaufschlag anfällt. Bei Filialbanken ist der Aufschlag oft verhandelbar.

03

Kaufweg wählen

Kaufe über eine Direktbank oder Fondsplattform, dort werden viele aktive Fonds ohne Ausgabeaufschlag angeboten.

04

Anteilsklasse prüfen

Achte auf die günstigste Anteilsklasse desselben Fonds, etwa für institutionelle Anleger oder mit niedrigeren laufenden Kosten.

04 · Kosten

Welche Kosten fallen bei aktiven Fonds an?

Nicht nur die laufende Verwaltungsgebühr belastet deine Rendite.

Die laufenden Kosten sind der wichtigste Posten, weil sie jedes Jahr anfallen und deine Rendite direkt schmälern. Bei Aktienfonds liegen sie typischerweise zwischen 1,0 und 2,0 Prozent, bei Rentenfonds zwischen 0,5 und 1,2 Prozent.

Der Ausgabeaufschlag kommt einmalig beim Kauf hinzu und beträgt je nach Anbieter zwischen 0 und 5 Prozent. Bei Direktbanken ist er oft erlassen, bei Filialbanken kann er verhandelbar sein.

Zusätzlich verlangen manche Filialbanken eine Depotgebühr von 0,2 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Diese Kosten fallen unabhängig vom Fonds an und solltest du in deine Gesamtkalkulation einrechnen.

Die TER ist der wichtigste Vergleichswert, weil sie jährlich anfällt und die Rendite direkt schmälert. Ein Ausgabeaufschlag lässt sich bei vielen Anbietern vermeiden.

Kurz erklärt

Ausgabeaufschlag (einmalig)

Typische Kostenpositionen aktiver Fonds

0 bis 5 Prozent

05 · Was gilt

Wann lohnt sich ein günstiger aktiver Fonds?

Ein aktiver Fonds ist nicht per se schlecht, aber er muss zu deiner Situation passen. Diese Fälle zeigen, wann ein günstiger aktiver Fonds eine sinnvolle Ergänzung sein kann.

Ein günstiger aktiver Fonds kann sinnvoll sein, wenn du bei einer Filialbank bleiben möchtest und dort nur hauseigene Produkte angeboten werden. In diesem Fall sind stabile aktiv gemanagte Fonds großer Bankengruppen eine akzeptable Alternative.

Für eine Beimischung zu einem breiten ETF-Portfolio können aktive Fonds ebenfalls infrage kommen, etwa für Schwellenländer oder spezielle Rentenfonds. Du gibst die Wertpapierauswahl an ein Fondsmanagement ab und akzeptierst dafür höhere laufende Kosten.

Für ein langfristiges Basisinvestment sind breite ETFs auf den MSCI World oder vergleichbare Indizes in der Regel die günstigere Wahl. Die Stiftung Warentest empfiehlt dafür den 1.-Wahl-ETF, weil diese Strategie in den meisten Fondsgruppen auf Dauer am besten abschneidet.

Ein aktiver Fonds mit einer TER unter 1 Prozent und ohne Ausgabeaufschlag kann eine vertretbare Ergänzung sein. Als Fundament deines Depots bleibt ein breiter ETF meist die kostengünstigere Lösung.

Sinnvoll

·Du bist Kundin oder Kunde einer Filialbank und möchtest dort bleiben, ohne nur teure hauseigene Produkte zu kaufen.
·Du suchst eine Beimischung zu einem breiten ETF-Portfolio, etwa für Schwellenländer oder spezielle Rentenfonds.
·Du möchtest die Wertpapierauswahl an ein Fondsmanagement abgeben und akzeptierst dafür höhere laufende Kosten.

Eher verzichtbar

·Du baust ein langfristiges Basisinvestment auf, hier sind breite ETFs auf den MSCI World meist die günstigere Wahl.
·Du möchtest die Kosten so niedrig wie möglich halten und kannst auf eine aktive Auswahl verzichten.
·Du investierst regelmäßig kleine Beträge, bei denen sich ein Ausgabeaufschlag überproportional auswirkt.
·Du hast Zugang zu einem günstigen ETF-Sparplan und benötigst keine aktive Steuerung.

06 · Im Vertrag

Fachbegriffe rund um aktive Fonds

Um die Kosten eines aktiven Fonds zu verstehen, helfen ein paar zentrale Begriffe. Sie tauchen in Factsheets, Preisverzeichnissen und Beratungsgesprächen auf.

Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Kauf eines Fonds. Er liegt oft zwischen 0 und 5 Prozent und wird bei Direktbanken häufig erlassen.

Die Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem sich die Wertentwicklung eines aktiven Fonds messen lässt. Outperformance bedeutet, dass der Fonds seine Benchmark geschlagen hat.

Die Gesamtkostenquote, kurz TER, umfasst die jährlichen Verwaltungs- und Betriebskosten eines Fonds in Prozent des Fondsvermögens. Sie ist der wichtigste Vergleichswert für die laufenden Kosten.

Die TER deckt nicht alle Kosten ab, Transaktionskosten im Fonds kommen hinzu. Diese entstehen durch Käufe und Verkäufe im Portfolio und sind bei aktivem Management höher als bei passiven Indexfonds.

Wichtige Begriffe im Überblick

AusgabeaufschlagEinmalige GebührEin prozentualer Aufschlag auf den Rücknahmepreis beim Kauf eines Fonds. Bei manchen Fonds kann ein Ausgabeaufschlag entstehen.
BenchmarkVergleichsindexEin Referenzindex wie der MSCI World oder Dax, an dem sich die Wertentwicklung eines aktiven Fonds messen lässt. Outperformance bedeutet, die Benchmark zu schlagen.
Gesamtkostenquote (TER)Laufende KostenDie jährlichen Verwaltungs- und Betriebskosten eines Fonds in Prozent des Fondsvermögens. Sie ist der wichtigste Vergleichswert für die Kostenbelastung.
OutperformanceAnlagezielDas Ziel aktiver Fonds, eine bessere Rendite als die Benchmark zu erzielen. Gelingt dies nicht, spricht man von Underperformance.
AnteilsklasseKostenfalleDerselbe Fonds kann in mehreren Anteilsklassen mit unterschiedlichen Gebühren angeboten werden. Achte auf die günstigste Tranche.

07 · Checkliste

Checkliste: So findest du einen günstigen aktiven Fonds

Mit dieser Prüfliste gehst du sicher, dass du keinen überteuerten aktiven Fonds kaufst und die Kosten im Griff behältst.

Bevor du einen aktiven Fonds kaufst, solltest du die Kosten systematisch prüfen. Die folgenden Punkte helfen dir, teure Fehler zu vermeiden und die Gesamtkosten im Griff zu behalten.

Beginne mit der Gesamtkostenquote und arbeite dich dann zu den einmaligen und versteckten Kosten vor. So bekommst du ein vollständiges Bild, bevor du eine Kaufentscheidung triffst.

  • Strebe eine TER unter 1 Prozent bei Rentenfonds und unter 1,5 Prozent bei Aktienfonds an.
  • Prüfe, ob ein Ausgabeaufschlag anfällt und ob er verhandelbar oder erlassen ist.
  • Wähle die günstigste Anteilsklasse desselben Fonds.
  • Schätze die Transaktionskosten im Fonds anhand des Factsheets ein.
  • Rechne Depotgebühren des Anbieters in die Gesamtkosten ein.
  • Prüfe Fondsgröße und Fondsalter, sehr kleine oder junge Fonds sind oft teurer.
  • Betrachte die Performance im Vergleich zur Benchmark über mindestens fünf Jahre.

Prüfpunkte vor dem Kauf

01

Prüfen, ob ein Ausgabeaufschlag anfällt und ob er verhandelbar oder erlassen ist

02

Günstigste Anteilsklasse desselben Fonds wählen

03

Depotgebühren des Anbieters in die Gesamtkosten einrechnen

04

Performance im Vergleich zur Benchmark über mindestens fünf Jahre betrachten

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Kauf aktiver Fonds

Viele Anlegerinnen und Anleger zahlen für aktive Fonds mehr als nötig. Diese Fehler lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden.

Der häufigste Fehler ist, den Ausgabeaufschlag in voller Höhe zu zahlen, obwohl ein Rabatt möglich gewesen wäre. Viele Direktbanken und Fondsplattformen bieten aktive Fonds dauerhaft ohne diesen Aufschlag an.

Ein weiterer Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung der Vergangenheit zu schauen und die laufenden Kosten zu ignorieren. Eine hohe TER schmälert die Rendite jedes Jahr, auch in guten Börsenphasen.

Viele Anlegerinnen und Anleger kaufen die teurere Anteilsklasse desselben Fonds, obwohl eine günstigere existiert. Das kostet über die Jahre deutlich mehr, ohne dass du dafür eine bessere Leistung bekommst.

Ein aktiver Fonds als Basisinvestment ist oft teurer als ein breiter ETF, ohne dass die Mehrkosten durch eine bessere Wertentwicklung gerechtfertigt sind. Prüfe deshalb immer, ob ein passiver Indexfonds die einfachere und günstigere Lösung wäre.

Häufige Kostenfallen

·Ausgabeaufschlag in voller Höhe zahlen, obwohl ein Rabatt möglich gewesen wäre
·Nur auf die Wertentwicklung schauen und die laufenden Kosten ignorieren
·Die teurere Anteilsklasse desselben Fonds kaufen, obwohl eine günstigere existiert
·Einen aktiven Fonds als Basisinvestment wählen, obwohl ein breiter ETF günstiger wäre
·Transaktionskosten im Fonds nicht berücksichtigen, die bei aktivem Management höher ausfallen
·Fonds mit hoher TER kaufen, die langfristig die Rendite deutlich schmälert

09 · Hintergrund

Aktive Fonds im Portfolio: So setzt du sie ein

Ein günstiger aktiver Fonds kann ein Baustein sein, aber nicht das Fundament. Die Mischung aus passiven und aktiven Bausteinen entscheidet über deine Gesamtkosten.

Als Renditebaustein im Depot eignen sich breit gestreute Aktienfonds Welt, die du als ETF oder als günstigen aktiven Fonds umsetzen kannst. Die Stiftung Warentest empfiehlt für die meisten Anlegerinnen und Anleger den 1.-Wahl-ETF, weil diese Strategie in den meisten Fondsgruppen auf Dauer am besten abschneidet.

Aktive Fonds können dann sinnvoll sein, wenn du bei einer Filialbank bleiben möchtest und dort nur hauseigene Produkte angeboten werden. In diesem Fall sind stabile aktiv gemanagte Fonds großer Bankengruppen eine akzeptable Alternative, wenn du auf die günstigste Anteilsklasse achtest.

Für eine Beimischung zu einem breiten ETF-Portfolio kommen aktive Fonds ebenfalls infrage, etwa für Schwellenländer oder spezielle Rentenfonds. Du gibst die Wertpapierauswahl an ein Fondsmanagement ab und akzeptierst dafür höhere laufende Kosten.

Die Mischung aus passiven und aktiven Bausteinen entscheidet über deine Gesamtkosten. Je höher der Anteil aktiver Fonds, desto stärker belasten die laufenden Gebühren deine langfristige Rendite.

Als Renditebaustein im Depot eignen sich breit gestreute Aktienfonds Welt, die du als ETF oder als günstigen aktiven Fonds umsetzen kannst. Die Stiftung Warentest empfiehlt für die meisten Anlegerinnen und Anleger als 1.-Wahl-ETF, weil diese Strategie in den meisten Fondsgruppen auf Dauer am besten abschneidet.

Aktive Fonds können dann sinnvoll sein, wenn du bei einer Filialbank bleiben möchtest und dort nur hauseigene Produkte angeboten werden. In diesem Fall sind stabile aktiv gemanagte Fonds großer Bankengruppen eine akzeptable Alternative, wenn du auf die günstigste Anteilsklasse achtest.

Für die Beimischung zu einem bestehenden Portfolio kommen auch spezialisierte aktive Fonds infrage, etwa für Schwellenländer oder bestimmte Rentenfonds. Wichtig ist, dass du die Kosten im Blick behältst und nicht allein auf die vergangene Wertentwicklung schaust.

Ein aktiv gemanagter ETF nimmt eine Zwischenstellung ein: Er wird aktiv gesteuert, aber wie ein ETF fortlaufend an der Börse gehandelt. Die Kosten liegen meist zwischen passiven ETFs und klassischen aktiven Fonds.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026