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Aktive Fonds mit kleinen Beträgen: So funktioniert der Einstieg

Aktive Fonds bündeln dein Geld in ein professionell verwaltetes Portfolio. Auch mit kleinen Beträgen kannst du einsteigen, solltest aber die höheren Kosten im Blick behalten.

10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Aktive Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert, das Wertpapiere gezielt auswählt.
  • Die laufenden Kosten liegen meist zwischen 1 und 2 Prozent pro Jahr, oft kommt ein Ausgabeaufschlag von 3 bis 5 Prozent hinzu.
  • Langfristig schneiden viele aktive Fonds schlechter ab als passive ETFs, kurzfristig können sie Marktschwankungen besser ausgleichen.
  • Für kleine Beträge eignen sich Fondssparpläne, die oft schon ab 25 Euro monatlich möglich sind.

01 · Grundlagen

Was ist ein aktiver Fonds?

Ein aktiver Fonds ist ein Korb aus vielen Wertpapieren, den ein professionelles Management zusammenstellt und laufend anpasst. Das Ziel ist, eine bessere Rendite als der Vergleichsmarkt zu erzielen.

Bei einem aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanagement laufend, welche Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapiere gekauft, gehalten oder verkauft werden. Es gibt unterschiedliche Ausrichtungen: Aktienfonds setzen vor allem auf Unternehmensanteile, Rentenfonds auf Anleihen, Mischfonds kombinieren mehrere Anlageklassen und Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Papiere.

Für dich bedeutet das: Du gibst die Auswahl und die laufende Überprüfung der Wertpapiere an Profis ab. Dafür fallen in der Regel höhere Kosten an als bei passiven ETFs, etwa laufende Verwaltungskosten und bei manchen Fonds ein Ausgabeaufschlag.

Das Fondsmanagement übernimmt die Auswahl und laufende Überprüfung der Wertpapiere für dich.

Kurz erklärt

Aktiver Fonds

Ein aktiv gemanagter Fonds bündelt Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen. Ein Fondsmanagement entscheidet gezielt, welche Wertpapiere gekauft, gehalten oder verkauft werden, um den Markt zu schlagen.

Das Fondsmanagement übernimmt die Auswahl und laufende Überprüfung der Wertpapiere für dich.

02 · Vergleich

Aktive Fonds und ETFs im Vergleich

Der wichtigste Unterschied liegt im Management: Aktive Fonds werden von Profis gesteuert, klassische ETFs bilden passiv einen Index nach. Das wirkt sich auf Kosten und Renditechancen aus.

Der klassische ETF bildet passiv einen Börsenindex wie den Dax, den MSCI World oder den S&P 500 nach. Steigt der Index, steigt in der Regel auch der Wert des ETF; fällt er, sinkt der ETF entsprechend. Ein aktiver Fonds wird dagegen von einem Fondsmanagement gesteuert, das Wertpapiere gezielt auswählt und regelmäßig anpasst.

Diese Trennlinie stimmt inzwischen nicht mehr uneingeschränkt: Mit aktiv gemanagten ETFs gibt es eine wachsende Produktkategorie, die beide Prinzipien kombiniert. Sie werden aktiv gesteuert, aber wie ein klassischer ETF fortlaufend an der Börse gehandelt. Weltweit stieg das verwaltete Vermögen aktiver ETFs 2025 um 65 Prozent auf rund 1,9 Billionen US-Dollar.

Bei den Kosten liegen aktiv gemanagte ETFs meist zwischen den beiden klassischen Varianten: etwas teurer als passive ETFs, aber günstiger als aktive Fonds mit vergleichbarer Strategie.

Aktive Fonds und passive ETFs im direkten Vergleich
Aktiver FondsPassiver ETF
ManagementFondsmanager wählt Wertpapiere aktiv ausBildet einen Index computergesteuert nach
Laufende Kosten (TER)Meist 1 bis 2 Prozent pro JahrMeist 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr
AusgabeaufschlagOft 3 bis 5 Prozent des AnlagebetragsIn der Regel kein Ausgabeaufschlag
ZielOutperformance, also den Markt schlagenDen Index möglichst genau abbilden
Langfristige PerformanceSchneidet oft schlechter ab als passive ProdukteÜberzeugt langfristig häufig mehr

03 · Was gilt

Welche Arten von aktiven Fonds gibt es?

Aktive Fonds unterscheiden sich danach, in welche Anlageklassen sie investieren. Je nach Fondsart verändern sich Risiko und Renditechancen.

Aktienfonds setzen vor allem auf Aktien und haben entsprechend höhere Renditechancen, aber auch stärkere Kursschwankungen. Rentenfonds enthalten Anleihen und gelten als defensiver.

Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen oder Rohstoffe in einem Produkt. Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Geldmarktpapiere und eignen sich für kurze Anlagezeiträume. Nicht zu den aktiven Fonds zählen klassische Indexfonds und ETFs, die passiv einen Index nachbilden.

  • Aktienfonds investieren vor allem in Aktien und bieten höhere Renditechancen bei stärkeren Schwankungen.
  • Rentenfonds enthalten Anleihen und sind defensiver ausgerichtet.
  • Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen oder Rohstoffe in einem Produkt.
  • Geldmarktfonds investieren in kurzfristige Geldmarktpapiere.

Diese Fondsart gibt es

·Aktienfonds: investieren vor allem in Aktien
·Rentenfonds: enthalten Anleihen
·Mischfonds: kombinieren Aktien, Anleihen oder Rohstoffe
·Geldmarktfonds: investieren in kurzfristige Geldmarktpapiere

Diese Fondsart gibt es nicht

·Indexfonds: bilden passiv einen Index nach
·ETFs: sind börsengehandelte Indexfonds

04 · Kosten

Kosten eines aktiven Fonds bei kleinen Beträgen

Die Kosten sind bei aktiven Fonds der größte Renditefaktor. Gerade bei kleinen Anlagebeträgen wirken sich Ausgabeaufschlag und laufende Gebühren spürbar aus.

Die laufenden Kosten aktiver Fonds liegen meist zwischen 1 und 2 Prozent pro Jahr. Passive ETFs kommen dagegen häufig auf 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr. Dieser Unterschied wirkt sich über viele Jahre deutlich auf deine Rendite aus.

Zusätzlich fällt bei vielen aktiven Fonds ein Ausgabeaufschlag von 3 bis 5 Prozent des Anlagebetrags an. Bei einem Fondssparplan entfällt dieser Aufschlag bei vielen Anbietern oder ist reduziert, was gerade bei kleinen monatlichen Beträgen wichtig ist.

Laufende Kosten von 1 bis 2 Prozent pro Jahr sind bei aktiven Fonds üblich und liegen damit deutlich über passiven ETFs.

Typische Kosten eines aktiven Fonds

Laufende Kosten aktiver Fonds1 bis 2 % pro Jahr
Laufende Kosten passiver ETFs0,1 bis 0,5 % pro Jahr
Ausgabeaufschlag aktiver Fonds3 bis 5 % des Anlagebetrags

05 · Schritt für Schritt

So funktioniert der Einstieg mit kleinen Beträgen

Ein Fondssparplan ist der einfachste Weg, regelmäßig kleine Beträge in aktive Fonds zu investieren. Du brauchst dafür ein Wertpapierdepot.

Für den Kauf von Fondsanteilen benötigst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Danach richtest du einen Fondssparplan ein und legst einen monatlichen Betrag fest, oft ab 25 Euro. Der Sparplan kauft automatisch Fondsanteile, ohne dass du jeden Monat eine Anlageentscheidung treffen musst.

Aktive Fonds eignen sich vor allem für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont von mehreren Jahren. So haben Kosten und Kursschwankungen Zeit, sich über Wertsteigerungen auszugleichen. Deinen Sparplan kannst du häufig pausieren, erhöhen oder kündigen, wenn sich deine Lebenssituation ändert.

  • Eröffne ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
  • Richte einen Fondssparplan mit einem monatlichen Betrag ab 25 Euro ein.
  • Lege einen Anlagehorizont von mehreren Jahren fest.
  • Passe den Sparplan bei Bedarf an, etwa durch Pausieren oder Erhöhen.
01

Wertpapierdepot eröffnen

Für den Kauf von Fondsanteilen benötigst du ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker.

02

Fondssparplan einrichten

Du legst einen monatlichen Betrag fest, oft ab 25 Euro. Der Sparplan kauft automatisch Fondsanteile.

03

Anlagehorizont festlegen

Aktive Fonds eignen sich vor allem für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont von mehreren Jahren.

04

Sparplan anpassen

Du kannst den Sparplan häufig pausieren, erhöhen oder kündigen, wenn sich deine Lebenssituation ändert.

06 · Was gilt

Wann lohnt sich ein aktiver Fonds mit kleinen Beträgen?

Ob sich ein aktiver Fonds für dich lohnt, hängt von deiner Anlagestrategie, deinem Anlagehorizont und deiner Bereitschaft ab, höhere Kosten zu tragen.

Ein aktiver Fonds kann sinnvoll sein, wenn du die Auswahl der Wertpapiere an Profis abgeben möchtest oder auf bestimmte Strategien und Märkte setzt, die ein aktives Management erfordern. Auch ein langer Anlagehorizont hilft, die höheren Kosten durch eine lange Haltedauer zu relativieren.

Weniger sinnvoll ist ein aktiver Fonds, wenn du langfristig möglichst kostengünstig ein breites Marktportfolio aufbauen möchtest. Bei sehr kleinen Beträgen fällt der Ausgabeaufschlag stark ins Gewicht, und wer die Wertentwicklung eines Index möglichst genau nachbilden will, ist mit einem passiven ETF besser bedient.

Entscheidend ist deine Anlagestrategie: Aktive Fonds passen zu bestimmten Strategien, passive ETFs zum kostengünstigen Marktportfolio.

Sinnvoll

·Du möchtest die Auswahl der Wertpapiere an Profis abgeben
·Du setzt auf bestimmte Strategien oder Märkte, die ein aktives Management erfordern
·Du hast einen langen Anlagehorizont und kannst Kosten durch lange Haltedauer relativieren

Weniger sinnvoll

·Du möchtest langfristig möglichst kostengünstig ein breites Marktportfolio aufbauen
·Du legst nur sehr kleine Beträge an, bei denen der Ausgabeaufschlag stark ins Gewicht fällt
·Du möchtest die Wertentwicklung eines Index möglichst genau nachbilden

07 · Hintergrund

Rendite und Risiko: Das solltest du wissen

Aktive Fonds versprechen die Chance auf Outperformance, also eine bessere Wertentwicklung als der Markt. Dieses Versprechen erfüllen jedoch viele Fonds langfristig nicht.

Untersuchungen weisen darauf hin, dass aktiv gemanagte Fonds in ihrer langfristigen Performance oft schlechter abschneiden als passive ETFs. So wiesen 2023 nur knapp 30 Prozent der aktiven Fonds eine bessere Wertentwicklung auf als ihre passive Konkurrenz.

Kurzfristig können aktive Fonds dagegen stärker sein. Durch aktive Anlageentscheidungen reagieren sie oft schneller auf Marktschwankungen und können diese besser ausgleichen als passive Produkte. Für deine Rendite sind die Kosten entscheidend: Ein Ausgabeaufschlag von 3 bis 5 Prozent und laufende Kosten von 1 bis 2 Prozent pro Jahr müssen erst durch Wertsteigerungen ausgeglichen werden.

Langfristig schneiden aktive Fonds oft schlechter ab als passive ETFs, kurzfristig können sie Marktschwankungen besser ausgleichen.

Untersuchungen weisen darauf hin, dass aktiv gemanagte Fonds in ihrer langfristigen Performance oft schlechter abschneiden als passive ETFs. So wiesen 2023 nur knapp 30 Prozent der aktiven Fonds eine bessere Wertentwicklung auf als ihre passive Konkurrenz.

Kurzfristig können aktive Fonds dagegen stärker sein. Durch aktive Anlageentscheidungen reagieren sie oft schneller auf Marktschwankungen und können diese besser ausgleichen als passive Produkte.

Für deine Rendite sind die Kosten entscheidend. Ein Ausgabeaufschlag von 3 bis 5 Prozent und laufende Kosten von 1 bis 2 Prozent pro Jahr müssen durch die Wertentwicklung erst einmal wieder hereingeholt werden.

08 · Grundlagen

Diversifikation: Warum Fonds das Risiko streuen

Ein aktiver Fonds bündelt viele einzelne Wertpapiere in einem Produkt. Dadurch wird das Risiko breiter gestreut als beim Kauf einzelner Aktien.

Diversifikation bedeutet, dein Geld über viele verschiedene Wertpapiere zu verteilen. Ein Fonds enthält Aktien oder Anleihen vieler Unternehmen, manchmal auch verschiedener Branchen und Länder. Dadurch wird das Risiko breiter gestreut als beim Kauf einzelner Aktien.

Mit einem aktiven Fonds investierst du nicht in eine einzelne Aktie, sondern in ein ganzes Paket von Wertpapieren. Trotzdem unterliegen aktive Fonds Kursschwankungen und eignen sich daher vor allem für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont.

Ein aktiver Fonds bündelt viele Wertpapiere und reduziert so das Risiko gegenüber dem Kauf einzelner Aktien.

Kurz erklärt

Diversifikation

Diversifikation bedeutet, dein Geld über viele verschiedene Wertpapiere zu verteilen. Ein Fonds enthält Aktien oder Anleihen vieler Unternehmen, manchmal auch verschiedener Branchen und Länder.

Mit einem aktiven Fonds investierst du nicht in eine einzelne Aktie, sondern in ein ganzes Paket von Wertpapieren.

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Einstieg in aktive Fonds

Gerade bei kleinen Beträgen können hohe Kosten und eine kurze Haltedauer die Rendite schmälern. Diese Fehler solltest du vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist, den Ausgabeaufschlag zu ignorieren. Bei 5 Prozent Ausgabeaufschlag startest du mit einem Minus von 5 Prozent, das erst einmal aufgeholt werden muss. Auch ein zu kurzer Anlagehorizont schmälert die Rendite, weil aktive Fonds Zeit brauchen, um Kosten durch Wertsteigerungen auszugleichen.

Viele Anleger schauen nur auf die vergangene Performance. Eine gute frühere Wertentwicklung garantiert keine zukünftige Outperformance. Unterschätze außerdem die laufenden Kosten nicht: 1 bis 2 Prozent pro Jahr summieren sich über viele Jahre zu einem großen Betrag.

  • Ignoriere den Ausgabeaufschlag nicht, denn er reduziert dein Startkapital sofort.
  • Wähle keinen zu kurzen Anlagehorizont, da aktive Fonds Zeit zum Ausgleich der Kosten brauchen.
  • Verlasse dich nicht auf die vergangene Performance als Garantie für künftige Erträge.
  • Unterschätze die laufenden Kosten nicht, die sich über viele Jahre summieren.

Häufige Fehler beim Investieren in aktive Fonds

·Den Ausgabeaufschlag ignorieren: Bei 5 Prozent Ausgabeaufschlag startest du mit einem Minus von 5 Prozent.
·Zu kurzer Anlagehorizont: Aktive Fonds brauchen Zeit, um Kosten durch Wertsteigerungen auszugleichen.
·Nur auf die vergangene Performance schauen: Eine gute frühere Wertentwicklung garantiert keine zukünftige Outperformance.
·Die laufenden Kosten unterschätzen: 1 bis 2 Prozent pro Jahr summieren sich über viele Jahre zu einem großen Betrag.

10 · Im Vertrag

Steuern auf Erträge aus aktiven Fonds

Auch bei kleinen Beträgen fallen auf Erträge aus aktiven Fonds Steuern an. Der Sparer-Pauschbetrag hilft dir, einen Teil der Erträge steuerfrei zu erhalten.

Pro Person und Jahr sind 1000 Euro Kapitalerträge steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Auf Kapitalerträge oberhalb dieses Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an.

Zusätzlich werden auf die Abgeltungsteuer 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag fällig. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das bedeutet, 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. Diese Regel greift auch bei kleinen Beträgen und reduziert die Steuerlast auf Erträge aus aktiven Aktienfonds.

Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei Ehepaaren bei 2000 Euro.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026