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Aktive Fonds kaufen: Wann sich das Fonds­management für dich lohnt

Ein aktiver Fonds bündelt dein Geld mit dem vieler anderer Anleger und lässt es von Profis verwalten. Ob sich das im Vergleich zu einem ETF lohnt, hängt vor allem von deiner Anlagestrategie und den Kosten ab.

9 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Aktive Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert, das Wertpapiere gezielt auswählt und regelmäßig anpasst.
  • Die Kosten sind in der Regel höher als bei passiven ETFs, oft durch Ausgabeaufschlag und laufende Gebühren.
  • Langfristig schneiden viele aktive Fonds schlechter ab als ihr Vergleichsindex, kurzfristig können sie Marktschwankungen aber besser ausgleichen.
  • Für den Kauf benötigst du ein Wertpapierdepot, die Anteile erwirbst du direkt bei der Fondsgesellschaft.

01 · Grundlagen

Was ist ein aktiver Fonds?

Ein aktiver Fonds ist ein Korb voller Wertpapiere, den ein professionelles Management zusammenstellt und laufend überwacht. Das Ziel ist, eine bessere Rendite als der Markt zu erzielen.

Das Fondsmanagement kann bei einem aktiven Fonds kurzfristig auf Marktschwankungen reagieren und Wertpapiere umschichten. Diese Flexibilität ist der Kern des aktiven Ansatzes, führt aber nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Du bezahlst diese Dienstleistung über höhere laufende Kosten.

Ein aktiver Fonds kann in verschiedene Anlageklassen investieren, etwa in Aktien, Anleihen oder eine Mischung daraus. Für dich bedeutet das: Du musst dich nicht selbst um die Auswahl einzelner Wertpapiere kümmern. Das übernimmt das Management gegen Gebühr.

  • Das Ziel eines aktiven Fonds ist die Outperformance, also eine bessere Wertentwicklung als der Vergleichsmarkt.
  • Das Fondsmanagement passt das Portfolio regelmäßig an, um dieses Ziel zu erreichen.

Kurz erklärt

Aktiver Fonds

Ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanagement aktiv entscheidet, welche Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere gekauft, gehalten oder verkauft werden, um eine bessere Wertentwicklung als ein Vergleichsindex zu erreichen.

Der entscheidende Unterschied zu passiven ETFs liegt im aktiven Eingreifen des Fondsmanagements.

02 · Vergleich

Aktiver Fonds oder ETF: Wo liegen die Unterschiede?

Beide Anlageformen bündeln viele Wertpapiere, unterscheiden sich aber grundlegend im Management und bei den Kosten. Diese Gegenüberstellung hilft dir bei der Entscheidung.

Der wichtigste Unterschied liegt im Management: Ein klassischer ETF bildet passiv einen Index wie den DAX oder MSCI World nach. Ein aktiver Fonds wird dagegen von Menschen gesteuert, die Wertpapiere gezielt auswählen. Diese Trennlinie ist nicht mehr absolut, da es auch aktiv gemanagte ETFs gibt.

Die Kostenunterschiede sind für dich direkt spürbar. Aktive Fonds haben meist eine laufende Kostenquote (TER) von 1 bis 2 Prozent pro Jahr, passive ETFs liegen oft bei 0,1 bis 0,5 Prozent. Zusätzlich wird beim Kauf aktiver Fonds häufig ein Ausgabeaufschlag von 3 bis 5 Prozent fällig, den es bei ETFs in der Regel nicht gibt.

  • Ein aktiver Fonds versucht, besser als der Markt zu sein, ein passiver ETF bildet den Markt möglichst genau ab.
  • Langfristig schneiden passive ETFs in Untersuchungen oft besser ab, kurzfristig kann aktives Management Marktschwankungen leichter ausgleichen.
Aktive Fonds und passive ETFs im direkten Vergleich
Aktiver FondsPassiver ETF
ManagementFondsmanager wählt Wertpapiere aktiv ausBildet einen Index computergesteuert nach
AnlagezielOutperformance, also besser als der Markt seinDen Index möglichst genau abbilden
Laufende Kosten (TER)Meist höher, oft 1 bis 2 Prozent pro JahrMeist niedriger, oft 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr
AusgabeaufschlagOft 3 bis 5 Prozent des AnlagebetragsIn der Regel kein Ausgabeaufschlag
HandelKauf und Verkauf über die FondsgesellschaftFortlaufender Handel an der Börse

03 · Was gilt

Welche Arten von aktiven Fonds gibt es?

Aktive Fonds unterscheiden sich danach, in welche Anlageklassen sie investieren. Die Wahl der Fondsart sollte zu deiner Risikobereitschaft und deinem Anlagehorizont passen.

Die Bezeichnung sagt dir, worin der Fonds hauptsächlich investiert. Ein Aktienfonds konzentriert sich auf Unternehmensanteile, ein Rentenfonds auf Anleihen von Staaten oder Unternehmen. Mischfonds kombinieren verschiedene Anlageklassen in einem Produkt.

Für deine Risikobewertung ist diese Einteilung entscheidend. Ein Aktienfonds schwankt in der Regel stärker als ein Rentenfonds, bietet aber langfristig höhere Renditechancen. Ein Geldmarktfonds investiert in kurzfristige Papiere und gilt als vergleichsweise defensiv.

  • Aktienfonds investieren hauptsächlich in Aktien von Unternehmen.
  • Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen, um das Risiko zu streuen.

Investiert hauptsächlich in

·Aktienfonds: Aktien von Unternehmen
·Rentenfonds: Anleihen von Staaten oder Unternehmen
·Mischfonds: Kombination aus Aktien, Anleihen und anderen Anlageklassen
·Geldmarktfonds: kurzfristige Geldmarktpapiere

Nicht der Schwerpunkt

·Indexfonds: bilden passiv einen Index nach
·ETFs: börsengehandelte Indexfonds, meist passiv verwaltet

04 · Kosten

Was kostet es, einen aktiven Fonds zu kaufen?

Die Kosten sind ein zentraler Faktor, denn sie schmälern deine Rendite direkt. Bei aktiven Fonds fallen in der Regel höhere Gebühren an als bei ETFs.

Beim Kauf wird oft ein Ausgabeaufschlag fällig, der deinen Anlagebetrag sofort reduziert. Er liegt häufig bei 3 bis 5 Prozent. Wenn du also 1.000 Euro anlegst, werden davon zunächst 30 bis 50 Euro als Gebühr einbehalten.

Während der Haltedauer zahlst du die laufenden Kosten, die als Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen werden. Bei aktiven Fonds liegt diese meist zwischen 1 und 2 Prozent pro Jahr. Diese Kosten werden direkt dem Fondsvermögen entnommen und mindern deine Rendite jedes Jahr.

  • Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Kaufgebühr von oft 3 bis 5 Prozent des Anlagebetrags.
  • Die laufenden Kosten (TER) liegen bei aktiven Fonds meist zwischen 1 und 2 Prozent pro Jahr.

Typische Kosten beim Kauf und Halten eines aktiven Fonds

Ausgabeaufschlag (einmalig)3 bis 5 Prozent
Laufende Kosten (TER pro Jahr)1 bis 2 Prozent
Performance-Gebühr (falls vorhanden)abhängig vom Fonds
Depotgebühr (pro Jahr)abhängig vom Anbieter

05 · Schritt für Schritt

Wie kaufst du einen aktiven Fonds?

Der Kauf eines aktiven Fonds läuft anders ab als der eines ETFs. Du benötigst ein Depot und wickelst die Order über die Fondsgesellschaft ab.

Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Darüber kannst du Fondsanteile kaufen und verwalten lassen. Der eigentliche Kauf läuft nicht über die Börse, sondern direkt über die Fondsgesellschaft.

Bevor du eine Order aufgibst, solltest du das Basisinformationsblatt (KID) des Fonds lesen. Es enthält die wichtigsten Angaben zu Kosten, Risiken und Anlagestrategie. So kannst du verschiedene Fonds anhand belastbarer Informationen vergleichen.

  • Du eröffnest ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker.
  • Du gibst eine Kauforder für den gewünschten Fonds auf, die über die Fondsgesellschaft abgewickelt wird.
01

Wertpapierdepot eröffnen

Du benötigst ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker, um Fondsanteile zu kaufen und zu verwahren.

02

Passenden Fonds auswählen

Vergleiche verschiedene aktive Fonds anhand ihrer Anlagestrategie, Kosten und Wertentwicklung. Das Basisinformationsblatt (KID) hilft dir dabei.

03

Order aufgeben

Du gibst eine Kauforder für den gewünschten Fonds auf. Der Kauf erfolgt nicht an der Börse, sondern direkt über die Fondsgesellschaft.

04

Ausgabeaufschlag zahlen

Beim Kauf wird oft ein Ausgabeaufschlag fällig, der deinen Anlagebetrag reduziert. Manche Anbieter bieten Rabatte an.

05

Anteile im Depot halten

Nach dem Kauf werden die Fondsanteile in deinem Depot verwahrt. Du kannst sie später über die Fondsgesellschaft wieder verkaufen.

06 · Im Vertrag

Welche Kostenklauseln solltest du im Blick behalten?

Nicht alle Kosten sind auf den ersten Blick sichtbar. Diese Fachbegriffe helfen dir, die Gesamtkosten eines aktiven Fonds richtig einzuordnen.

Der Ausgabeaufschlag ist die sichtbarste Gebühr beim Kauf, aber nicht die einzige. Die laufenden Kosten (TER) werden jährlich fällig und umfassen Verwaltungs- und Betriebskosten. Sie sind im Fondsvermögen bereits enthalten und werden nicht separat von deinem Konto abgebucht.

Zusätzlich kann eine Performance-Gebühr anfallen, wenn der Fonds eine bestimmte Wertentwicklung übertrifft. Diese erfolgsabhängige Vergütung ist nicht bei jedem Fonds vorhanden. Prüfe im Basisinformationsblatt, ob und in welcher Höhe sie vorgesehen ist.

  • Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Kaufgebühr, die oft 3 bis 5 Prozent beträgt.
  • Die TER ist eine jährliche Gebühr, die bei aktiven Fonds meist zwischen 1 und 2 Prozent liegt.

Wichtige Kostenbegriffe bei aktiven Fonds

AusgabeaufschlagEinmalige KaufgebührEin prozentualer Aufschlag auf den Anlagebetrag, der beim Kauf fällig wird. Er liegt oft bei 3 bis 5 Prozent.
Laufende Kosten (TER)Jährliche GebührDie Total Expense Ratio umfasst Verwaltungs- und Betriebskosten. Bei aktiven Fonds liegt sie meist zwischen 1 und 2 Prozent pro Jahr.
Performance-GebührErfolgsabhängige GebührEine zusätzliche Gebühr, die fällig wird, wenn der Fonds eine bestimmte Wertentwicklung übertrifft.
RücknahmeabschlagVerkaufsgebührEin Abschlag, der beim Verkauf von Fondsanteilen anfallen kann, ist aber weniger verbreitet als der Ausgabeaufschlag.

07 · Checkliste

Checkliste: Worauf achtest du vor dem Kauf?

Bevor du einen aktiven Fonds kaufst, solltest du einige Punkte prüfen. Diese Liste hilft dir, eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Bevor du dich für einen aktiven Fonds entscheidest, solltest du die Anlagestrategie verstehen. Sie muss zu deinen Zielen und deinem Anlagehorizont passen. Ein Fonds, der auf kurzfristige Marktbewegungen setzt, ist für einen langfristigen Vermögensaufbau möglicherweise ungeeignet.

Vergleiche die Gesamtkostenquote (TER) und den Ausgabeaufschlag verschiedener Fonds. Ein Unterschied von 1 Prozent bei den laufenden Kosten kann über viele Jahre einen großen Effekt auf dein Endvermögen haben. Betrachte außerdem die Wertentwicklung über mehrere Jahre, nicht nur das letzte Jahr.

  • Du prüfst, ob die Anlagestrategie des Fonds zu deinen Zielen passt.
  • Du vergleichst die Gesamtkostenquote (TER) und den Ausgabeaufschlag.
  • Du liest das Basisinformationsblatt (KID), um Kosten und Risiken zu verstehen.

Deine Prüfpunkte vor dem Kauf eines aktiven Fonds

01

Anlagestrategie des Fonds verstehen und prüfen, ob sie zu deinen Zielen passt

02

Gesamtkostenquote (TER) und Ausgabeaufschlag vergleichen

03

Wertentwicklung über mehrere Jahre betrachten, nicht nur das letzte Jahr

04

Risikoklasse und Anlageschwerpunkt des Fonds beachten

05

Basisinformationsblatt (KID) lesen, um Kosten und Risiken zu verstehen

06

Eigenen Anlagehorizont festlegen: Aktive Fonds eignen sich meist für mittel- bis langfristige Anlagen

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Kauf aktiver Fonds

Diese Fehler können deine Rendite schmälern oder zu einer falschen Anlageentscheidung führen. Sie lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung des letzten Jahres zu schauen. Kurzfristige Gewinne sagen wenig über die langfristige Qualität eines Fonds aus. Du solltest die Performance über mehrere Jahre betrachten und mit dem Vergleichsindex abgleichen.

Viele Anleger unterschätzen die Gesamtkosten, insbesondere den Ausgabeaufschlag und die laufenden Kosten. Diese Gebühren schmälern deine Rendite direkt. Ein weiterer Fehler ist, einen Fonds zu kaufen, ohne die Anlagestrategie und die enthaltenen Wertpapiere zu verstehen.

  • Du schaust nicht nur auf die Wertentwicklung des letzten Jahres, sondern auf langfristige Trends.
  • Du unterschätzt nicht die Gesamtkosten, insbesondere den Ausgabeaufschlag und die laufenden Kosten.
  • Du kaufst keinen Fonds, ohne die Anlagestrategie und die enthaltenen Wertpapiere zu verstehen.

Häufige Fehler, die du vermeiden solltest

·Nur auf die Wertentwicklung des letzten Jahres schauen und langfristige Trends ignorieren
·Die Gesamtkosten unterschätzen, insbesondere den Ausgabeaufschlag und die laufenden Kosten
·Einen Fonds kaufen, ohne die Anlagestrategie und die enthaltenen Wertpapiere zu verstehen
·Den Ausgabeaufschlag nicht verhandeln oder auf einen Rabatt verzichten
·Aktive Fonds mit passiven ETFs verwechseln und die unterschiedlichen Kostenstrukturen übersehen
·Zu kurzfristig anlegen und bei Kursschwankungen vorschnell verkaufen

09 · Hintergrund

Für wen eignet sich der Kauf aktiver Fonds?

Aktive Fonds sind nicht für jede Anlegerin und jeden Anleger die beste Wahl. Deine Lebenssituation und deine Anlagestrategie entscheiden darüber.

Ein aktiver Fonds kann für dich sinnvoll sein, wenn du die Auswahl und laufende Überprüfung von Wertpapieren an ein professionelles Management abgeben möchtest. Das ist besonders hilfreich, wenn du wenig Zeit hast, dich selbst um dein Portfolio zu kümmern. Du bezahlst dafür höhere Gebühren.

Für den langfristigen Vermögensaufbau mit kleinen Beträgen, etwa im Studium oder Berufsstart, sind Sparpläne auf ETFs oft die einfachere und günstigere Lösung. Aktive Fonds können aber eine Ergänzung sein, wenn du gezielt in bestimmte Märkte oder Strategien investieren möchtest. Eine Mischung aus einem kostengünstigen Kern aus ETFs und einzelnen aktiven Fonds als Beimischung ist ein möglicher Ansatz.

  • Du möchtest die Wertpapierauswahl an ein professionelles Fondsmanagement abgeben.
  • Du hast wenig Zeit, dich selbst um dein Portfolio zu kümmern.
  • Du möchtest gezielt in bestimmte Märkte oder Strategien investieren, die ein passiver ETF nicht abbildet.

Aktive Fonds können für dich sinnvoll sein, wenn du die Auswahl und laufende Überprüfung von Wertpapieren an ein professionelles Fondsmanagement abgeben möchtest. Das ist besonders dann hilfreich, wenn du wenig Zeit hast, dich selbst um dein Portfolio zu kümmern.

Für den langfristigen Vermögensaufbau mit kleinen Beträgen, etwa im Studium oder Berufsstart, sind Sparpläne auf ETFs oft die einfachere und günstigere Lösung. Aktive Fonds können aber eine Ergänzung sein, wenn du gezielt in bestimmte Märkte oder Strategien investieren möchtest.

Eine Mischung aus einem kostengünstigen Kern aus ETFs und einzelnen aktiven Fonds als Satelliten ist eine verbreitete Strategie. So kombinierst du die Vorteile beider Anlageformen und streust dein Risiko über verschiedene Anlageklassen.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026