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Aktive Fonds für Rentner: So prüfst du die richtige Strategie für deinen Ruhestand

Ein aktiver Fonds kann auch im Ruhestand sinnvoll sein, wenn er zu deinem Anlagehorizont und deinem Sicherheits­bedürfnis passt. Entscheidend ist, dass du die höheren Kosten und das Risiko einer aktiven Verwaltung gegen deine Ziele im Alter abwägst.

11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Anlagehorizont von 20 oder 30 Jahren ist auch mit Mitte 60 keine Seltenheit und erlaubt einen gewissen Anteil renditeorientierter Anlagen.
  • Sicherheit, Diversifikation und Liquidität sind im Ruhestand wichtiger als die Jagd nach der maximalen Rendite.
  • Aktive Fonds verursachen höhere laufende Kosten als ETFs und müssen diese Belastung durch eine bessere Wertentwicklung erst ausgleichen.
  • Bevor du in einen aktiven Fonds investierst, solltest du eine Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto aufgebaut und bestehende Verbindlichkeiten abgelöst haben.

01 · Grundlagen

Was ist ein aktiver Fonds?

Ein aktiver Fonds wird von einem Fondsmanagement verwaltet, das versucht, durch die Auswahl einzelner Wertpapiere eine bessere Rendite als der Gesamtmarkt zu erzielen. Das unterscheidet ihn von passiven ETFs, die lediglich einen Index nachbilden.

Bei einem aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanager oder ein Team laufend, welche Wertpapiere gekauft, gehalten oder verkauft werden. Das Ziel ist, eine höhere Rendite als ein Vergleichsindex zu erzielen, etwa der MSCI World für globale Aktien. Dafür analysiert das Management Unternehmen, Branchen und Märkte und versucht, unterbewertete Titel zu finden oder riskante Positionen rechtzeitig abzustoßen.

Die aktive Verwaltung verursacht jedoch höhere Kosten als bei passiven ETFs. Diese Gebühren fallen jedes Jahr an und schmälern deine Rendite, unabhängig davon, ob der Fonds gut oder schlecht läuft. Du zahlst also für die Hoffnung, dass das Management den Markt schlägt, hast aber keine Garantie dafür.

Die laufenden Kosten aktiver Fonds liegen oft zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr. Ein passiver ETF auf denselben Markt kostet dagegen häufig nur 0,1 bis 0,5 Prozent. Diese Differenz muss der aktive Fonds erst durch eine überdurchschnittliche Wertentwicklung ausgleichen, was langfristig nur wenigen Managern gelingt.

  • Ein aktiver Fonds versucht, den Markt zu schlagen, während ein ETF ihn nur abbildet.
  • Die höheren Gebühren aktiver Fonds sind der Preis für die aktive Auswahl der Wertpapiere.
  • Für dich als Rentnerin bedeutet das: Du musst genau prüfen, ob die Mehrkosten durch die Chance auf Mehrrendite gerechtfertigt sind.

Kurz erklärt

Aktiver Fonds

Ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager aktiv entscheidet, welche Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere gekauft und verkauft werden, um eine höhere Rendite als ein Vergleichsindex zu erreichen.

Die aktive Verwaltung verursacht höhere Gebühren, die die Rendite im Vergleich zu passiven Indexfonds schmälern können.

02 · Vergleich

Aktiver Fonds oder ETF: Was passt zu deiner Altersvorsorge?

Für Rentner ist die Wahl zwischen einem aktiven Fonds und einem ETF eine Grundsatzentscheidung. Beide Anlageformen haben unterschiedliche Kostenstrukturen und Risikoprofile, die du auf deine Bedürfnisse im Ruhestand abstimmen solltest.

Die Entscheidung zwischen einem aktiven Fonds und einem ETF hängt vor allem von deinen Erwartungen und deinem Sicherheitsbedürfnis ab. Ein ETF bildet einen Index automatisch nach und ist dadurch sehr transparent: Du kannst täglich sehen, welche Positionen enthalten sind. Ein aktiver Fonds veröffentlicht seine Zusammensetzung seltener, weil das Management seine Strategie nicht offenlegen möchte.

Für deine Altersvorsorge bedeutet das: Ein ETF ist in der Regel günstiger und berechenbarer, während ein aktiver Fonds dir die Möglichkeit bietet, in bestimmte Marktphasen einzugreifen. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass es langfristig nur wenigen aktiven Managern gelingt, nach Abzug der Kosten besser abzuschneiden als ein vergleichbarer Index.

Die laufenden Kosten sind der wichtigste Unterschied für deine Rendite im Ruhestand. Während ein aktiver Fonds oft 1,0 bis 2,0 Prozent pro Jahr kostet, kommst du bei einem breit streuenden ETF häufig mit 0,1 bis 0,5 Prozent aus. Über einen Anlagehorizont von 20 oder 30 Jahren kann diese Differenz einen erheblichen Teil deines Vermögens ausmachen.

  • Ein aktiver Fonds eignet sich, wenn du bewusst auf die Expertise eines Fondsmanagers setzen möchtest.
  • Ein ETF eignet sich, wenn du Kosten minimieren und die Marktrendite zuverlässig mitnehmen willst.
  • Für Rentner ist die Kombination aus beiden Ansätzen möglich, solange die Gesamtkosten im Blick bleiben.

03 · Hintergrund

Warum dein Anlagehorizont im Ruhestand länger ist, als du denkst

Viele Rentner unterschätzen die Dauer ihres Ruhestands. Wer mit Mitte 60 in Rente geht, hat statistisch gesehen noch viele Jahre vor sich, in denen das Vermögen weiterarbeiten kann.

Viele Menschen gehen davon aus, dass mit dem Renteneintritt die Zeit für renditeorientierte Anlagen vorbei ist. Tatsächlich kann bei einem Rentenbeginn mit Mitte 60 noch ein Anlagehorizont von 20 oder sogar 30 Jahren bestehen. In dieser Zeit kann ein Teil deines Vermögens weiterhin Erträge erwirtschaften, sei es durch Zinsen, Dividenden oder Kurssteigerungen.

Die steigende Lebenserwartung macht es notwendig, die eigenen Finanzen auch im Ruhestand aktiv zu gestalten. Wer sein gesamtes Kapital nur auf dem Konto oder im Safe liegen lässt, verliert durch die Inflation jedes Jahr an Kaufkraft. Ein aktiver Fonds mit einem gewissen Aktienanteil kann dazu beitragen, dass dein Vermögen langfristig nicht an Wert verliert.

Ein langer Anlagehorizont erlaubt dir, kurzfristige Kursschwankungen auszusitzen. Das ist die zentrale Voraussetzung, um von den Renditechancen aktiver Fonds oder ETFs zu profitieren. Du solltest jedoch immer nur den Teil deines Vermögens langfristig anlegen, den du in den nächsten Jahren nicht für den Lebensunterhalt benötigst.

  • Bei Renteneintritt mit Mitte 60 kann dein Anlagehorizont noch zwei bis drei Jahrzehnte betragen.
  • Ein langer Horizont eröffnet Chancen für renditeorientierte Geldanlagen, erfordert aber eine sorgfältige Risikoabwägung.
  • Die Inflation macht es notwendig, einen Teil des Vermögens weiterhin renditeorientiert anzulegen.

Bei einem Renteneintritt mit Mitte 60 kann ein Anlagehorizont von 20 oder gar 30 Jahren bestehen. Das eröffnet Chancen für eine renditeorientierte Geldanlage, stellt aber auch Anforderungen an die Risikosteuerung und Flexibilität der gewählten Investments.

Ein langer Anlagehorizont bedeutet, dass du einen Teil deines Kapitals in Anlagen investieren kannst, die über mehrere Jahre hinweg Erträge bringen, sei es durch Zinsen, Dividenden oder Kurssteigerungen. Dabei sollte immer eine individuelle Risikoabwägung erfolgen.

Die steigende Lebenserwartung macht es notwendig, die eigenen Finanzen auch im Ruhestand aktiv zu gestalten. Eine kluge Geldanlage hilft, den Lebensstandard langfristig zu sichern und unvorhergesehene Ausgaben abzudecken.

04 · Checkliste

So bestimmst du dein Risikoprofil für die Geldanlage im Alter

Dein Risikoprofil im Ruhestand unterscheidet sich von dem in jüngeren Jahren. Es hängt von deiner finanziellen Situation, deinem Anlagehorizont und deiner persönlichen Toleranz gegenüber Wertschwankungen ab.

Anders als in jüngeren Jahren kannst du Verluste nicht mehr durch neues Arbeitseinkommen ausgleichen. Deshalb ist die Risikoabwägung im Alter besonders wichtig.

Beginne mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme deiner finanziellen Situation. Wie hoch ist die Differenz zwischen deinen monatlichen Einnahmen und deinen Lebenshaltungskosten? Wie viel Kapital bleibt nach Abzug einer Notfallreserve für langfristige Anlagen übrig? Diese Antworten bestimmen, wie viel Risiko du dir leisten kannst.

Deine Reaktion auf Kursschwankungen von 10 oder 20 Prozent ist ein entscheidender Indikator für dein Risikoprofil. Wenn dich solche Schwankungen nachts nicht schlafen lassen, solltest du die Aktienquote niedrig halten. Wenn du sie gelassen ertragen kannst, ist eine höhere Quote vertretbar.

  • Ermittle deine monatliche Rentenlücke, also die Differenz zwischen Einnahmen und Lebenshaltungskosten.
  • Bestimme, wie viel Kapital nach Abzug der Notfallreserve für langfristige Anlagen zur Verfügung steht.
  • Überlege, wie lange du auf das investierte Geld verzichten kannst, ohne es für den Lebensunterhalt zu benötigen.
  • Prüfe deine emotionale Reaktion auf Kursschwankungen von 10 oder 20 Prozent in deinem Depot.

Fragen zur Bestimmung deines Risikoprofils

01

Wie hoch ist deine monatliche Rentenlücke, also die Differenz zwischen deinen Einnahmen und deinen Lebenshaltungskosten?

02

Wie viel Kapital steht dir nach Abzug einer Notfallreserve für langfristige Anlagen zur Verfügung?

03

Wie lange kannst du auf das investierte Geld verzichten, ohne dass du es für den Lebensunterhalt benötigst?

04

Welche laufenden Einnahmen hast du neben der gesetzlichen Rente, zum Beispiel aus betrieblicher Altersvorsorge oder privaten Rentenversicherungen?

05 · Was gilt

Die Notfallreserve: Dein Puffer vor dem ersten Investment

Bevor du in einen aktiven Fonds investierst, solltest du einen Teil deines Vermögens als Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto parken. Diese Reserve schützt dich davor, Anlagen zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen zu müssen.

Sie ist die Grundlage für eine ruhige und planvolle Geldanlage im Alter.

Zur Notfallreserve gehören Ausgaben, die unerwartet auf dich zukommen können: Zuzahlungen für Medikamente oder eine notwendige Zahnbehandlung, die Reparatur eines defekten Haushaltsgeräts oder Nachzahlungen für gestiegene Energiekosten. Auch unvorhergesehene Reparaturen am Auto solltest du aus dieser Reserve bezahlen können, ohne an dein Depot zu müssen.

Die Notfallreserve gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht in einen aktiven Fonds. Tagesgeld ist täglich verfügbar und unterliegt keinen Kursschwankungen. Geplante Urlaubsreisen oder regelmäßige Lebenshaltungskosten wie Miete und Lebensmittel gehören dagegen nicht in die Reserve, sondern in deine laufende Budgetplanung.

  • Zuzahlungen für Medikamente oder eine notwendige Zahnbehandlung gehören in die Notfallreserve.
  • Reparatur oder Ersatz eines defekten Haushaltsgeräts gehören in die Notfallreserve.
  • Nachzahlungen für gestiegene Energiekosten gehören in die Notfallreserve.
  • Geplante Urlaubsreisen und regelmäßige Lebenshaltungskosten gehören nicht in die Notfallreserve.

Gehört in die Reserve

·Zuzahlungen für Medikamente oder eine notwendige Zahnbehandlung
·Reparatur oder Ersatz eines defekten Haushaltsgeräts
·Nachzahlungen für gestiegene Energiekosten
·Unvorhergesehene Reparaturen am Auto

Gehört nicht in die Reserve

·Geplante Urlaubsreisen
·Regelmäßige Lebenshaltungskosten wie Miete und Lebensmittel
·Langfristig geplante Anschaffungen
·Investitionen in aktive Fonds oder ETFs

06 · Kosten

Wie viel Aktienquote ist im Ruhestand sinnvoll?

Die Aktienquote beschreibt den Anteil deines Vermögens, der in Aktien oder aktienbasierte Fonds investiert ist. Im Ruhestand sollte diese Quote so gewählt sein, dass du auch in schwachen Marktphasen ruhig schlafen kannst.

Eine zu hohe Aktienquote kann dazu führen, dass du in einer Krise gezwungen bist, Anteile mit Verlust zu verkaufen.

Als Orientierung kannst du deine Aktienquote nach deiner Risikoneigung staffeln. Sicherheitsorientierte Anlegerinnen wählen oft eine Quote von 10 bis 30 Prozent, ausgewogene Anlegerinnen 30 bis 50 Prozent und renditeorientierte Anlegerinnen 50 bis 70 Prozent. Diese Werte sind jedoch keine starren Vorgaben, sondern dienen als Ausgangspunkt für deine individuelle Planung.

Je höher die Aktienquote, desto stärker schwankt der Wert deines Depots. Ein langer Anlagehorizont erlaubt in der Regel eine höhere Quote, weil du kurzfristige Verluste aussitzen kannst. Entscheidend ist, dass du dich mit der gewählten Quote wohlfühlst und nicht in Panik gerätst, wenn die Märkte nachgeben.

  • Sicherheitsorientiert: 10 bis 30 Prozent Aktienquote.
  • Ausgewogen: 30 bis 50 Prozent Aktienquote.
  • Renditeorientiert: 50 bis 70 Prozent Aktienquote.
  • Die Werte sind als Orientierung zu verstehen und ersetzen keine individuelle Beratung.

07 · Schritt für Schritt

Liquidität und Anlagehorizont: Die richtige Mischung finden

Nicht dein gesamtes Vermögen sollte in langfristigen Anlagen wie aktiven Fonds gebunden sein. Ein Teil muss jederzeit verfügbar bleiben, um bei kurzfristigem Bedarf schnell reagieren zu können.

Die richtige Mischung aus Liquidität und langfristiger Anlage ist der Schlüssel zu einer entspannten Geldanlage im Ruhestand.

Beginne damit, deine monatlichen Einnahmen aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und privaten Rentenversicherungen deinen Lebenshaltungskosten gegenüberzustellen. So erkennst du, ob eine Rentenlücke besteht und wie viel Kapital du regelmäßig aus deinem Vermögen entnehmen musst. Diese Entnahmen sollten nicht aus Anlagen stammen, die gerade im Minus sind.

Für Geld, das du in den nächsten ein bis fünf Jahren benötigst, eignen sich Festgeld oder Anleihen mit guter Bonität. Für langfristige Ziele kannst du einen Teil in aktive Fonds oder ETFs investieren. Die Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto bleibt davon unberührt und ist täglich verfügbar.

  • Ermittle deine monatlichen Einnahmen und stelle sie deinen Lebenshaltungskosten gegenüber.
  • Baue eine Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto auf, die täglich verfügbar ist.
  • Wähle für Geld, das du in den nächsten ein bis fünf Jahren benötigst, Festgeld oder Anleihen mit guter Bonität.
  • Investiere nur den Teil langfristig in aktive Fonds, den du in den nächsten Jahren nicht benötigst.
01

Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen

Ermittle deine monatlichen Einnahmen aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge und privaten Rentenversicherungen. Stelle ihnen deine Lebenshaltungskosten gegenüber, um deine Rentenlücke zu erkennen.

02

Notfallreserve auf einem Tagesgeldkonto aufbauen

Lege einen Betrag für unvorhergesehene Ausgaben auf einem Tagesgeldkonto an. Dieses Kapital ist täglich verfügbar und unterliegt keinen Kursschwankungen.

03

Mittelfristige Anlagen wählen

Für Geld, das du in den nächsten ein bis fünf Jahren benötigst, eignen sich Festgeld oder Anleihen mit guter Bonität. Sie bieten planbare Erträge bei moderatem Risiko.

04

Langfristigen Anteil investieren

Nur der Teil deines Vermögens, auf den du mindestens zehn Jahre verzichten kannst, sollte in renditeorientierte Anlagen wie aktive Fonds oder breit gestreute ETFs fließen.

08 · Hintergrund

Die Rolle der Inflation bei deiner Geldanlage als Rentner

Inflation verringert die Kaufkraft deines Geldes. Eine Geldanlage, die nur auf Sicherheit setzt, kann langfristig an Wert verlieren, wenn die Erträge unter der Inflationsrate liegen.

Wenn die Inflationsrate höher ist als die Zinsen auf deinem Konto, verliert dein Vermögen jedes Jahr an Wert. Das ist besonders im Ruhestand problematisch, weil du keine Gehaltserhöhungen mehr bekommst, die den Kaufkraftverlust ausgleichen könnten.

Klassische Sparprodukte wie Tagesgeld oder Festgeld bieten hohe Sicherheit, werfen aber in Zeiten niedriger Zinsen oft nur geringe Renditen ab. Selbst für Festgeld mit hohen Laufzeiten können die Zinsen nur einen kleinen Bruchteil der Inflation ausgleichen. Auf dem Konto oder im Safe schrumpft deine Kaufkraft also schleichend.

Ein aktiver Fonds mit einem gewissen Aktienanteil kann langfristig eine höhere Rendite erzielen und so die Inflation ausgleichen. Aktien von etablierten, dividendenstarken Unternehmen bieten regelmäßige Erträge und ermöglichen gleichzeitig eine Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung. Das macht sie zu einem wichtigen Baustein gegen den schleichenden Wertverlust.

  • Auf dem Konto oder im Safe verliert dein Geld jedes Jahr an Wert, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen.
  • Klassische Sparprodukte wie Tagesgeld oder Festgeld können die Inflation oft nur teilweise ausgleichen.
  • Ein aktiver Fonds mit Aktienanteil kann langfristig eine höhere Rendite erzielen und so die Kaufkraft erhalten.

Auf dem Konto oder im Safe verliert dein Geld jedes Jahr an Wert, wenn die Inflation höher ist als die Zinsen. Daher solltest du dich rechtzeitig um eine geeignete Geldanlage bemühen, um dein Vermögen gegen die Inflation abzusichern.

Klassische Sparprodukte wie Tagesgeld oder Festgeld bieten hohe Sicherheit, werfen aber in Zeiten niedriger Zinsen oft nur geringe Renditen ab. Selbst für Festgeld mit hohen Laufzeiten können die Zinsen nur einen kleinen Bruchteil der Inflation ausgleichen.

Ein aktiver Fonds mit einem gewissen Aktienanteil kann langfristig eine höhere Rendite erzielen und so die Inflation ausgleichen. Allerdings geht das mit einem höheren Risiko einher, das du für deinen Ruhestand sorgfältig abwägen musst.

09 · Im Vertrag

Steuerliche Aspekte bei aktiven Fonds für Rentner

Auch im Ruhestand musst du Erträge aus aktiven Fonds versteuern. Der Sparer-Pauschbetrag und die Teilfreistellung für Aktienfonds können deine Steuerlast jedoch reduzieren.

Auf Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Diese Abzüge solltest du bei deiner Renditeplanung berücksichtigen.

Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro. Kapitalerträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei. Du kannst den Freibetrag nutzen, indem du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank oder deinem Broker einrichtest.

Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Diese Teilfreistellung gilt auch für aktive Fonds, die überwiegend in Aktien investieren. Sie reduziert deine Steuerlast spürbar, weil nur 70 Prozent der Erträge der Abgeltungsteuer unterliegen. Das macht Aktienfonds im Vergleich zu reinen Anleihenfonds steuerlich attraktiver.

  • Pro Person und Jahr sind 1000 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei, bei Ehepaaren 2000 Euro.
  • Auf Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an.
  • Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.
  • Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei.

Wichtige steuerliche Regelungen für deine Fondsanlage

Sparer-PauschbetragFreibetragPro Person und Jahr sind 1000 EUR an Kapitalerträgen steuerfrei. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 EUR.

10 · Fehler vermeiden

Häufige Fehler bei der Geldanlage mit aktiven Fonds im Alter

Gerade im Ruhestand können Fehler bei der Geldanlage schwerer wiegen, weil die Zeit fehlt, Verluste durch neues Arbeitseinkommen auszugleichen. Diese typischen Fehler solltest du vermeiden.

Ein klassischer Fehler ist, in einen aktiven Fonds zu investieren, ohne die laufenden Kosten mit einem vergleichbaren ETF zu vergleichen. Die höheren Gebühren fressen über die Jahre einen erheblichen Teil deiner Rendite auf.

Ein weiterer Fehler ist, Geld in einen aktiven Fonds zu legen, das du für deine Notfallreserve oder kurzfristige Ausgaben benötigst. Wenn du dann in einer Marktphase mit fallenden Kursen verkaufen musst, realisierst du Verluste, die du hättest vermeiden können. Deine Notfallreserve gehört auf ein Tagesgeldkonto, nicht in einen Fonds.

Du solltest einen Fonds niemals nur wegen seiner Wertentwicklung in den vergangenen Jahren auswählen. Die historische Performance ist keine Garantie für die Zukunft. Prüfe stattdessen die Anlagephilosophie, die Kostenstruktur und die Diversifikation des Fonds. Ein breit gestreuter Fonds über Länder, Branchen und Anlageklassen hinweg reduziert dein Risiko.

  • Du investierst in einen aktiven Fonds, ohne die laufenden Kosten mit einem vergleichbaren ETF zu vergleichen.
  • Du legst Geld in einen aktiven Fonds an, das du für deine Notfallreserve oder kurzfristige Ausgaben benötigst.
  • Du wählst einen Fonds nur wegen seiner Wertentwicklung in den vergangenen Jahren aus, ohne die Anlagephilosophie zu prüfen.
  • Du setzt dein gesamtes Vermögen auf einen einzigen aktiven Fonds, statt es breit über verschiedene Anlageklassen zu streuen.

Typische Fehler, die du bei aktiven Fonds im Ruhestand vermeiden solltest

·Du investierst in einen aktiven Fonds, ohne die laufenden Kosten mit einem vergleichbaren ETF zu vergleichen.
·Du legst Geld in einen aktiven Fonds an, das du für deine Notfallreserve oder kurzfristige Ausgaben benötigst.
·Du wählst einen Fonds nur wegen seiner Wertentwicklung in den vergangenen Jahren aus, ohne die Anlagephilosophie zu prüfen.
·Du setzt dein gesamtes Vermögen auf einen einzigen aktiven Fonds, statt es breit über verschiedene Anlageklassen zu streuen.
·Du ignorierst die Inflation und lässt dein Geld auf einem Konto liegen, obwohl ein Teil langfristig investiert werden könnte.

11 · Checkliste

So prüfst du, ob ein aktiver Fonds zu deiner Altersvorsorge passt

Ein aktiver Fonds ist kein Selbstläufer. Bevor du dich entscheidest, solltest du die Kosten, die Strategie und die historische Wertentwicklung genau unter die Lupe nehmen.

Ein aktiver Fonds ist kein Selbstläufer. Bevor du dich entscheidest, solltest du die Kosten, die Strategie und die historische Wertentwicklung genau unter die Lupe nehmen. Beginne mit einem Vergleich der Gesamtkostenquote des Fonds mit der eines vergleichbaren ETFs. Wenn der aktive Fonds deutlich teurer ist, muss er diese Mehrkosten erst durch eine bessere Wertentwicklung ausgleichen.

Prüfe anschließend, ob der Fondsmanager eine klare und nachvollziehbare Anlagestrategie verfolgt. Eine breite Diversifikation über Länder, Branchen und Anlageklassen hinweg reduziert dein Risiko. Schaue dir die historische Wertentwicklung über mehrere Jahre an, nicht nur das letzte Jahr. Ein einzelnes gutes Jahr sagt wenig über die Qualität des Fonds aus.

Stelle sicher, dass der Fonds zu deinem Risikoprofil und deinem Anlagehorizont passt. Ein aktiver Fonds mit hoher Aktienquote ist nur geeignet, wenn du Kursschwankungen gelassen ertragen kannst und das Geld langfristig nicht benötigst. Berücksichtige auch die steuerlichen Auswirkungen, insbesondere die Teilfreistellung für Aktienfonds von 30 Prozent.

  • Vergleiche die Gesamtkostenquote des Fonds mit der eines vergleichbaren ETFs.
  • Prüfe, ob der Fondsmanager eine klare und nachvollziehbare Anlagestrategie verfolgt.
  • Achte auf eine breite Diversifikation über Länder, Branchen und Anlageklassen hinweg.
  • Schaue dir die historische Wertentwicklung über mehrere Jahre an, nicht nur das letzte Jahr.
  • Stelle sicher, dass der Fonds zu deinem Risikoprofil und deinem Anlagehorizont passt.
  • Berücksichtige die steuerlichen Auswirkungen, insbesondere die Teilfreistellung für Aktienfonds.

Checkliste für die Auswahl eines aktiven Fonds im Ruhestand

01

Vergleiche die Gesamtkostenquote des Fonds mit der eines vergleichbaren ETFs.

02

Prüfe, ob der Fondsmanager eine klare und nachvollziehbare Anlagestrategie verfolgt.

03

Achte auf eine breite Diversifikation über Länder, Branchen und Anlageklassen hinweg.

04

Schaue dir die historische Wertentwicklung über mehrere Jahre an, nicht nur das letzte Jahr.

05

Stelle sicher, dass der Fonds zu deinem Risikoprofil und deinem Anlagehorizont passt.

06

Berücksichtige die steuerlichen Auswirkungen, insbesondere die Teilfreistellung für Aktienfonds.

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026