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Aktien für Anfänger: Was kostet der Einstieg wirklich?

Für deine erste Aktie brauchst du ein Wertpapierdepot. Die laufenden Kosten dafür lassen sich oft auf null Euro senken, wenn du ein paar Punkte beachtest.

11 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Wertpapierdepot ist die Grundlage für jeden Aktienkauf.
  • Ordergebühren fallen nur beim Kaufen und Verkaufen an, nicht für das Halten.
  • Mit einem Sparplan kannst du bereits kleine Beträge regelmäßig anlegen.
  • Steuern werden erst fällig, wenn deine Gewinne über dem Sparer-Pauschbetrag liegen.

01 · Kosten

Was kostet ein Wertpapierdepot?

Das Depot ist dein Konto für Wertpapiere. Viele Anbieter verzichten heute auf eine jährliche Grundgebühr.

Die jährliche Depotführung ist bei vielen Anbietern inzwischen kostenlos, wenn du regelmäßig handelst oder einen Sparplan ausführst. Einige Banken verlangen weiterhin eine Grundgebühr, wenn dein Depot über einen längeren Zeitraum ohne Transaktionen bleibt. Prüfe deshalb vor der Eröffnung, ob eine Bedingung wie eine Mindestanzahl an Trades pro Quartal gilt.

Für dich als Studierende ist ein Depot ohne laufende Kosten besonders wichtig, weil jede feste Gebühr deine mögliche Rendite schmälert. Achte auf das Preis-Leistungsverzeichnis deines Anbieters, denn dort stehen alle Konditionen verbindlich. Eine Depotführung für 0 Euro pro Jahr ist bei passenden Anbietern heute Standard.

  • Vergleiche die Depotgebühren unabhängig von den Ordergebühren, denn beide Kostenarten fallen getrennt an.
  • Prüfe, ob ein Verwahrentgelt nur für sehr hohe Guthaben auf dem Verrechnungskonto gilt und nicht für deine Aktien.

02 · Im Vertrag

Welche Kosten entstehen beim Aktienkauf?

Beim Handel an der Börse wird eine Ordergebühr fällig. Sie setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen.

Für jede Kauforder berechnet dein Anbieter eine Provision, die je nach Bank oder Broker unterschiedlich hoch ausfällt. Zusätzlich erhebt der Börsenplatz ein Handelsplatzentgelt, das an den Betreiber des jeweiligen Marktes geht. Bei manchen Handelsplätzen ist in diesem Entgelt bereits eine Courtage für den Makler enthalten.

Die Gesamtkosten einer Order liegen häufig in einer Spanne von 4 bis 15 Euro, abhängig von deinem Anbieter und dem gewählten Handelsplatz. Bei kleinen Kaufbeträgen wirken sich diese Gebühren prozentual stärker aus als bei größeren Summen. Rechne die Ordergebühr immer in Relation zu deinem Anlagebetrag, nicht nur als absoluten Eurobetrag.

  • Die Provision ist das Entgelt deiner Bank oder deines Brokers für die Ausführung deines Auftrags.
  • Das Handelsplatzentgelt geht an die Börse, an der deine Order tatsächlich ausgeführt wird.

Bestandteile der Ordergebühren

ProvisionAnbieterDas Entgelt der Bank oder des Brokers für die Ausführung deines Auftrags.
HandelsplatzentgeltBörseDie Gebühr des Börsenplatzes, an dem deine Order ausgeführt wird.
CourtageMaklerEin Entgelt für die Vermittlung des Geschäfts, das oft im Handelsplatzentgelt enthalten ist.

03 · Vergleich

Einzelaktie oder ETF: Was ist günstiger?

Deine Anlagestrategie entscheidet über die Kostenstruktur.

Bei einer Einzelaktie fallen keine laufenden Produktkosten an, solange du das Wertpapier hältst. Du zahlst nur die Ordergebühren beim Kauf und später beim Verkauf. Dafür trägst du das Risiko, dass die Entwicklung eines einzelnen Unternehmens dein gesamtes eingesetztes Kapital stark beeinflusst.

Ein ETF bündelt viele Aktien und verteilt dein Risiko auf zahlreiche Unternehmen. Dafür fällt eine geringe Verwaltungsgebühr an, die jährlich aus dem Fondsvermögen entnommen wird. Bei Aktienfonds und Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, die deine Steuerlast auf Gewinne senkt.

  • Einzelaktien haben keine laufenden Produktkosten, aber ein höheres unternehmensspezifisches Risiko.
  • ETFs bieten eine breite Risikostreuung und oft reduzierte Ordergebühren bei Sparplanausführungen.

04 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert der Aktien­handel für Einsteiger?

Der Ablauf vom ersten Gedanken bis zur ersten Aktie folgt klaren Schritten. So behältst du den Überblick.

Bevor du eine Order aufgibst, legst du dein Anlageziel und deinen Anlagehorizont fest. Daraus ergibt sich, ob du eher eine Einzelaktie oder einen breit streuenden Fonds kaufst. Danach eröffnest du ein Wertpapierdepot, das zu deinen geplanten Handelsaktivitäten passt.

Für den eigentlichen Kauf suchst du die internationale Wertpapierkennnummer, die ISIN, des gewünschten Titels heraus. Über dein Depot gibst du dann eine Kauforder mit der gewünschten Stückzahl auf. Nach dem Kauf beobachtest du die Kursentwicklung in größeren Abständen, statt täglich auf Kursschwankungen zu reagieren.

  • Definiere zuerst, wofür du investierst und wie lange dein Geld angelegt bleiben soll.
  • Wähle ein Depot mit fairen Konditionen und eröffne es online oder vor Ort.
01

Anlageziel festlegen

Definiere, wofür du investierst und wie lange dein Anlagehorizont sein soll.

02

Depot eröffnen

Wähle ein Wertpapierdepot mit fairen Konditionen und eröffne es online oder vor Ort.

03

Order aufgeben

Suche die Wertpapierkennnummer (ISIN) heraus und gib eine Kauforder über dein Depot auf.

04

Kursentwicklung beobachten

Verfolge den Aktienkurs und entscheide langfristig, ob du halten, nachkaufen oder verkaufen möchtest.

05 · Was gilt

Welche Steuern fallen auf Aktiengewinne an?

Auf deine Erträge aus Aktien und Dividenden wird Abgeltungsteuer fällig. Ein Freibetrag schützt einen Teil deiner Gewinne.

Kursgewinne aus dem Verkauf von Aktien und Dividenden von Aktiengesellschaften sind in Deutschland steuerpflichtig. Solange du eine Aktie hältst und nicht verkaufst, bleiben nicht realisierte Kursgewinne steuerfrei. Erst der tatsächliche Verkauf löst die Besteuerung aus.

Für deine Kapitalerträge gilt ein Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich dieser Betrag auf 2000 Euro. Gewinne bis zu diesem Freibetrag bleiben steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag in deinem Depot hinterlegt hast.

  • Steuerpflichtig sind realisierte Kursgewinne, Dividenden und Erträge aus Aktienfonds nach Teilfreistellung.
  • Steuerfrei bleiben nicht realisierte Kursgewinne, solange du die Aktie nicht verkaufst.

Steuerpflichtig

·Kursgewinne aus dem Verkauf von Aktien
·Dividenden von Aktiengesellschaften
·Erträge aus Aktienfonds nach Teilfreistellung

Steuerfrei

·Gewinne bis 1000 EUR pro Person und Jahr (Sparer-Pauschbetrag)
·Gewinne bis 2000 EUR bei zusammenveranlagten Ehepaaren
·Nicht realisierte Kursgewinne, solange du die Aktie hältst

06 · Kosten

Wie hoch ist die Abgeltungs­teuer?

Der Steuersatz auf Kapitalerträge ist einheitlich. Hinzu kommen zwei Zuschläge.

Auf Kapitalerträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags fällt eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Zusätzlich erhebt der Staat einen Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Wenn du Mitglied einer Kirche bist, kommt je nach Bundesland eine Kirchensteuer von 8 bis 9 Prozent auf die Abgeltungsteuer hinzu.

Deine Bank führt die Steuer automatisch an das Finanzamt ab, sobald dein Freibetrag aufgebraucht ist. Du musst dich um die Abführung nicht selbst kümmern. Die Abgeltungsteuer beträgt einheitlich 25 Prozent auf deine Kapitalerträge.

  • Der Solidaritätszuschlag liegt bei 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer, nicht auf den gesamten Ertrag.
  • Die Kirchensteuer wird nur fällig, wenn du einer kirchensteuerpflichtigen Religionsgemeinschaft angehörst.

Kurz erklärt

Abgeltungs­teuer

Steuersatz auf Kapitalerträge

25 %

07 · Was gilt

Welche Anlagestrategie passt zu deinem Anlageziel?

Dein Anlagehorizont bestimmt, wie du mit Schwankungen umgehst. Drei typische Ziele erfordern unterschiedliche Herangehensweisen.

Für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich breit streuende ETFs besonders gut, weil sie dein Risiko über viele Unternehmen und Branchen verteilen. Regelmäßige Sparpläne unterstützen diesen Ansatz, indem sie dich unabhängig vom aktuellen Kursniveau kontinuierlich investieren lassen. Dividendenaktien können sinnvoll sein, wenn du laufende Erträge erzielen möchtest.

Geld, das du kurzfristig für Ausgaben benötigst, gehört nicht in Einzelaktien. Komplexe Hebelprodukte sind ohne Vorerfahrung ebenfalls ungeeignet, weil sie dein Verlustrisiko deutlich erhöhen. Dein gesamtes Erspartes in eine einzige Aktie zu stecken, widerspricht jeder vernünftigen Risikostreuung.

  • Geeignet für langfristigen Vermögensaufbau sind breit streuende ETFs und regelmäßige Sparpläne.
  • Weniger geeignet sind kurzfristige Einzelaktienkäufe mit Geld, das du bald wieder brauchst.

Geeignet

·Langfristiger Vermögensaufbau mit breit streuenden ETFs
·Regelmäßige Sparpläne für den kontinuierlichen Einstieg
·Dividendenaktien für laufende Erträge

Weniger geeignet

·Geld für kurzfristige Ausgaben in Einzelaktien
·Komplexe Hebelprodukte ohne Vorerfahrung
·Das gesamte Ersparte in eine einzige Aktie

08 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du als Anfängerin vermeiden?

Typische Fehler kosten dich Rendite oder führen zu unnötigen Verlusten. Diese Punkte solltest du kennen.

Ein häufiger Fehler ist, ohne ausreichenden Notgroschen zu investieren und dann bei unerwarteten Ausgaben Aktien mit Verlust verkaufen zu müssen. Ideal ist eine Rücklage von mindestens drei Monatsgehältern, bevor du dein Geld an der Börse anlegst. So vermeidest du erzwungene Verkäufe in ungünstigen Marktphasen.

Auch das tägliche Prüfen der Kursentwicklung führt oft zu nervösen Entscheidungen, die deiner langfristigen Strategie schaden. Unterschätze außerdem nicht die Ordergebühren bei kleinen Kaufbeträgen, denn sie können einen großen Teil deiner Rendite aufzehren.

  • Investiere niemals Geld, das du für den täglichen Bedarf oder zur Schuldentilgung benötigst.
  • Nutze den Sparer-Pauschbetrag, damit du auf kleine Gewinne keine unnötigen Steuern zahlst.

Häufige Fehler beim Einstieg

·Ohne Notgroschen investieren und später Aktien mit Verlust verkaufen müssen.
·Auf kurzfristige Trends setzen statt auf einen langen Anlagehorizont.
·Die Kosten der Ordergebühren bei kleinen Kaufbeträgen unterschätzen.
·Den Sparer-Pauschbetrag nicht nutzen und so Steuern auf kleine Gewinne zahlen.
·Die Kursentwicklung täglich prüfen und aus Nervosität falsch reagieren.

09 · Checkliste

Checkliste: Was du vor deiner ersten Aktie klären solltest

Mit dieser Liste gehst du sicher, dass du nichts Wichtiges übersiehst. Hake die Punkte ab, bevor du deine erste Order aufgibst.

Bevor du deine erste Order aufgibst, solltest du dein Anlageziel und deinen Anlagehorizont schriftlich festhalten. Das zwingt dich zu einer ehrlichen Prüfung, wie lange dein Geld investiert bleiben kann. Ein Notgroschen von mindestens drei Monatsgehältern schützt dich davor, bei unerwarteten Ausgaben Aktien verkaufen zu müssen.

Eröffne ein Wertpapierdepot mit fairen Ordergebühren und hinterlege dort deinen Sparer-Pauschbetrag. Wähle deine erste Aktie oder deinen ersten ETF anhand der ISIN aus und lege einen Kaufbetrag fest, den du nicht für andere Ausgaben benötigst. Erst wenn alle Punkte dieser Liste erfüllt sind, gibst du deine erste Order auf.

  • Halte Anlageziel und Anlagehorizont schriftlich fest, bevor du investierst.
  • Stelle sicher, dass dein Notgroschen von mindestens drei Monatsgehältern vorhanden ist.

Vorbereitung für deinen ersten Aktienkauf

01

Anlageziel und Anlagehorizont schriftlich festgehalten

02

Notgroschen von mindestens drei Monatsgehältern vorhanden

03

Wertpapierdepot mit fairen Ordergebühren eröffnet

04

Sparer-Pauschbetrag im Depot hinterlegt

05

Erste Aktie oder ETF anhand der ISIN ausgewählt

06

Kaufbetrag festgelegt, der nicht für andere Ausgaben gebraucht wird

10 · Grundlagen

Was bedeuten die wichtigsten Fachbegriffe?

Einige Begriffe begegnen dir beim Aktienhandel immer wieder. Dieses Glossar erklärt sie kurz.

Ein Wertpapierdepot ist ein Konto, in dem du Aktien, ETFs und andere Wertpapiere kaufst, hältst und verkaufst. Es funktioniert ähnlich wie ein Girokonto, nur dass dort eben Wertpapiere statt Bargeld verwahrt werden. Ohne ein solches Depot kannst du an keiner deutschen Börse handeln.

Für dich als Einsteigerin ist das Depot die Grundlage für jeden Aktienhandel. Du kannst es bei deiner Bank vor Ort oder bei einem Online-Anbieter eröffnen. Das Wertpapierdepot ist dein zentrales Konto für alle Wertpapiergeschäfte.

  • Ein Wertpapierdepot verwahrt deine Aktien und ETFs und ermöglicht Kauf sowie Verkauf.
  • Die Eröffnung erfolgt bei einer Bank oder einem Broker, online oder in einer Filiale.

Kurz erklärt

Wertpapierdepot

Ein Konto, in dem du Aktien, ETFs und andere Wertpapiere kaufst, hältst und verkaufst.

Die Grundlage für jeden Aktienhandel.

11 · Hintergrund

Wie wirken sich Dividenden auf deine Rendite aus?

Neben Kursgewinnen sind Dividenden die zweite Ertragsquelle. Sie werden pro Aktie ausgeschüttet.

Dividenden sind Gewinnbeteiligungen, die manche Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre zahlen. Die Höhe wird auf der Hauptversammlung beschlossen und pro Aktie ausgezahlt.

Für deine Gesamtrendite zählen sowohl die Kursentwicklung als auch die erhaltenen Dividenden. Bei Aktienfonds und ETFs werden Dividenden oft automatisch wieder angelegt.

Steuerlich gelten Dividenden als Kapitalerträge. Sie werden mit der Abgeltungsteuer belegt, sobald dein Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft ist.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026