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FinanzbildungInvestieren13 Min.

Aktien für Anfänger und die Abgeltungssteuer: So bleibt dir 2026 mehr von deiner Rendite

Du willst in Aktien investieren, aber der Begriff Abgeltungssteuer klingt nach Papierkram? Keine Sorge. Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie die Steuer auf deine Gewinne funktioniert, was der Freibetrag damit zu tun hat und wie du ganz einfach den Überblick behältst.

AbgeltungssteuerAktien für AnfängerSteuern sparen
Brauche ich das?
Ja, fast immer.
Auf Gewinne aus Aktien fällt in der Regel Abgeltungssteuer an.
Was ist das?
Eine Quellensteuer.
Sie wird direkt von deiner Bank auf Kapitalerträge einbehalten.
Wie spare ich?
Freibetrag nutzen.
Ein Freistellungsauftrag sorgt dafür, dass deine ersten Gewinne steuerfrei bleiben.

Warum dieses Thema auch dich betrifft

Vielleicht denkst du gerade: Ich habe doch nur ein paar hundert Euro in einen Aktien-ETF gesteckt, da wird die Steuer doch wohl keine große Rolle spielen. Doch genau hier liegt der Denkfehler. Die Abgeltungssteuer betrifft jeden, der Geld in Aktien, Fonds oder ETFs anlegt, unabhängig von der Summe. Schon bei kleinen Beträgen kann es zu Steuerabzügen kommen, wenn du keinen Freistellungsauftrag erteilt hast.

Stell dir vor, du kaufst deine erste Aktie und sie steigt im Wert. Wenn du sie verkaufst, machst du einen Gewinn. Diesen Gewinn nennt man Kursgewinn, und genau dieser wird besteuert. Aber auch wenn du keine Aktien verkaufst, können Steuern anfallen, zum Beispiel wenn dein ETF jährlich Ausschüttungen vornimmt. Das Thema ist also allgegenwärtig, sobald du mit dem Investieren beginnst.

Viele Anfänger scheuen sich vor dem Thema, weil sie glauben, es sei zu kompliziert. Dabei ist das Grundprinzip gar nicht so schwer zu verstehen. Wenn du einmal die Logik dahinter begriffen hast, wirst du feststellen, dass die Abgeltungssteuer in Deutschland ein relativ einfaches System ist. Deine Bank erledigt den Großteil der Arbeit für dich, du musst nur die richtigen Einstellungen vornehmen.

Ziel dieses Ratgebers ist es, dir die Angst vor dem Thema zu nehmen. Du wirst lernen, was die Abgeltungssteuer ist, wie sie berechnet wird und welche Stellschrauben du selbst in der Hand hast. Am Ende wirst du in der Lage sein, deine ersten Schritte an der Börse zu gehen, ohne dich im Steuerdschungel zu verlieren. Denn Wissen ist der beste Schutz vor bösen Überraschungen.

Denk immer daran: Steuern sind kein Grund, nicht zu investieren. Sie sind lediglich ein Faktor, den du bei deiner Planung berücksichtigen musst. Mit dem richtigen Wissen kannst du einen Großteil der Steuerlast legal vermeiden oder zumindest minimieren. Genau dabei helfen wir dir jetzt.

25 %
beträgt der reguläre Steuersatz auf Kapitalerträge (zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer).
1.000 €
Sparerpauschbetrag pro Person und Jahr, den du mit einem Freistellungsauftrag nutzen kannst.
2.000 €
Sparerpauschbetrag für zusammen veranlagte Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerschaften.

Was ist die Abgeltungssteuer überhaupt?

Die Abgeltungssteuer ist eine besondere Form der Einkommensteuer, die auf Kapitalerträge erhoben wird. Dazu zählen Zinsen, Dividenden und eben auch Gewinne aus dem Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen. Der Name kommt daher, dass mit diesem Steuerabzug deine Steuerschuld für diese Einkünfte in der Regel als abgegolten gilt. Du musst diese Erträge also nicht mehr in deiner Einkommensteuererklärung angeben, sofern du verheiratet bist oder keine besonderen Fälle vorliegen.

Eingeführt wurde die Abgeltungssteuer im Jahr 2009. Seitdem gilt ein einheitlicher Steuersatz von 25 Prozent auf alle Kapitalerträge. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Der Solidaritätszuschlag wird seit 2021 nur noch von Personen erhoben, die eine hohe Steuerschuld haben. Für die meisten Normalverdiener entfällt er jedoch, da er an der Abgeltungssteuer hängt und diese meist unter dem Freibetrag liegt.

Der große Vorteil dieses Systems ist die Einfachheit. Deine Bank oder dein Broker führt die Steuer automatisch an das Finanzamt ab. Du bekommst deine Gewinne also bereits netto auf dein Konto überwiesen. Du musst dich nicht selbst um die Berechnung kümmern und auch keine Formulare ausfüllen. Das macht die Abgeltungssteuer zu einer der unkompliziertesten Steuerarten in Deutschland.

Es gibt jedoch einen wichtigen Unterschied zur klassischen Einkommensteuer: Dein persönlicher Steuersatz spielt keine Rolle. Ob du nun 30 Prozent oder 42 Prozent Einkommensteuer zahlst, auf deine Kapitalerträge werden immer pauschal 25 Prozent erhoben. Das kann für Gutverdiener ein Vorteil sein, für Geringverdiener aber auch ein Nachteil, da sie möglicherweise weniger Steuern zahlen würden, wenn ihr persönlicher Satz niedriger ist.

Wichtig zu wissen: Die Abgeltungssteuer ist keine zusätzliche Steuer, sondern eine Vorabzahlung auf deine Einkommensteuer. In den meisten Fällen bleibt es bei dieser Vorabzahlung, und du musst nichts weiter tun. Nur in Ausnahmefällen, etwa wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt, kann sich eine Günstigerprüfung lohnen, bei der du die Erträge doch in deiner Steuererklärung angibst.

So funktioniert die Besteuerung deiner Aktiengewinne

Schauen wir uns den konkreten Ablauf an. Du kaufst eine Aktie zu einem bestimmten Kurs, nennen wir ihn Kaufkurs. Nach einiger Zeit möchtest du sie wieder verkaufen, und der Kurs ist gestiegen. Die Differenz zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs ist dein Gewinn. Genau dieser Gewinn wird mit der Abgeltungssteuer belegt. Verkaufst du mit Verlust, entsteht ein Verlusttopf, den du mit anderen Gewinnen verrechnen kannst.

Doch nicht nur der Verkauf löst Steuern aus. Auch wenn du Dividenden erhältst, also Gewinnbeteiligungen von Unternehmen, werden diese besteuert. Die Bank behält die Abgeltungssteuer direkt bei der Auszahlung ein. Du bekommst also nicht den vollen Dividendenbetrag auf dein Konto, sondern bereits den um die Steuer reduzierten Betrag. Das Gleiche gilt für Zinsen aus Tagesgeldkonten oder Anleihen.

Bei ETFs und Fonds gibt es eine Besonderheit: die Vorabpauschale. Diese wurde eingeführt, um die Steuerstundung bei thesaurierenden Fonds zu verhindern. Bei diesen Fonds werden die Erträge nicht ausgeschüttet, sondern direkt wieder angelegt. Damit du nicht erst bei Verkauf Steuern zahlst, wird jährlich eine fiktive Vorabpauschale berechnet, auf die du Steuern zahlen musst. Die gezahlte Vorabpauschale wird später beim Verkauf angerechnet.

Deine Bank führt für dich ein Steuerkonto, auf dem alle relevanten Daten gespeichert werden. Dazu gehören deine Gewinne, Verluste, die einbehaltene Steuer und der verbleibende Freibetrag. Du kannst dieses Konto jederzeit in deinem Online-Banking einsehen. So behältst du den Überblick über deine steuerlichen Vorgänge, ohne selbst rechnen zu müssen.

Ein wichtiger Punkt ist die Verlustverrechnung. Wenn du mit einer Aktie Verluste machst, kannst du diese mit Gewinnen aus anderen Geschäften verrechnen. Das senkt deine Steuerlast. Die Bank macht das automatisch, sofern du keine getrennten Töpfe für Aktien und andere Kapitalerträge hast. Beachte, dass Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden können, nicht mit Zinserträgen.

Kosten und Gebühren: Was die Abgeltungssteuer mit deinen Kosten zu tun hat

Die Abgeltungssteuer wird auf deinen Gewinn erhoben, nicht auf deinen Umsatz. Das bedeutet, dass deine Kosten wie Ordergebühren oder Depotgebühren deinen Gewinn schmälern und damit auch die Steuerlast reduzieren. Wenn du eine Aktie für 100 Euro kaufst und für 150 Euro verkaufst, beträgt dein Gewinn 50 Euro. Hast du jedoch 10 Euro Ordergebühren gezahlt, reduziert sich dein steuerpflichtiger Gewinn auf 40 Euro.

Es ist also wichtig, die Gebühren deiner Bank oder deines Brokers im Blick zu behalten. Hohe Gebühren fressen nicht nur deine Rendite, sondern erhöhen auch deine Steuerlast, da sie den Gewinn nicht mindern, wenn du sie nicht korrekt angibst. In der Praxis werden die Anschaffungskosten jedoch automatisch von deiner Bank berücksichtigt. Sie addiert die Kaufgebühren zum Kaufpreis hinzu, sodass dein Gewinn automatisch korrekt berechnet wird.

Ein weiterer Kostenpunkt ist die Kirchensteuer. Wenn du Mitglied einer Kirche bist, wird auf die Abgeltungssteuer ein Zuschlag von 8 oder 9 Prozent erhoben. Dieser Zuschlag wird ebenfalls von der Bank einbehalten und abgeführt. Du kannst die Kirchensteuer jedoch in deiner Steuererklärung als Sonderausgaben absetzen, was deine Steuerlast wieder etwas senkt.

Viele Anfänger unterschätzen die Wirkung von Kosten auf die langfristige Rendite. Ein Unterschied von 1 Prozent pro Jahr an Gebühren kann über 30 Jahre einen erheblichen Unterschied im Endvermögen ausmachen. Deshalb lohnt es sich, einen günstigen Broker zu wählen und die Ordergebühren zu minimieren. Das ist eine der wenigen Stellschrauben, die du selbst beeinflussen kannst.

Denk auch an die laufenden Kosten von ETFs. Die sogenannte Total Expense Ratio (TER) gibt an, wie viel Prozent des Fondsvermögens jährlich für Verwaltung und Management abgezogen werden. Diese Kosten sind bereits im Kurs enthalten und mindern deine Rendite. Sie haben aber keinen direkten Einfluss auf die Abgeltungssteuer, da sie den Gewinn bereits reduziert haben.

Darauf solltest du als Anfänger besonders achten

Der wichtigste Hebel für dich als Anfänger ist der Sparerpauschbetrag. Jeder ledige Steuerzahler hat einen jährlichen Freibetrag von 1.000 Euro, auf den keine Abgeltungssteuer anfällt. Bei verheirateten Paaren sind es 2.000 Euro. Damit dieser Freibetrag genutzt wird, musst du bei deiner Bank einen Freistellungsauftrag einrichten. Ohne diesen Auftrag wird die Steuer sofort einbehalten, und du musst sie dir später über die Steuererklärung zurückholen.

Der Freistellungsauftrag ist schnell erledigt. Du loggst dich in dein Online-Banking ein, suchst den Bereich Steuern oder Freistellungsauftrag und trägst den Betrag ein. Wenn du mehrere Banken hast, kannst du den Betrag aufteilen. Wichtig ist, dass die Summe aller Freistellungsaufträge den maximalen Betrag nicht überschreitet. Sonst riskierst du eine Nachzahlung, wenn das Finanzamt die Daten abgleicht.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl des richtigen Depots. Nicht alle Banken sind gleich gut aufgestellt, was die Steuerabwicklung betrifft. Achte darauf, dass dein Broker die Abgeltungssteuer automatisch abführt und dir eine jährliche Steuerbescheinigung ausstellt. Das ist Standard, aber es gibt Unterschiede bei der Qualität der Aufbereitung und der Verlustverrechnung.

Du solltest auch verstehen, was der Unterschied zwischen einem Aktienfonds und einem ETF ist. Beide werden besteuert, aber es gibt Unterschiede bei der Vorabpauschale und der Teilfreistellung. Aktienfonds und ETFs, die überwiegend in Aktien investieren, genießen eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, nur 70 Prozent der Erträge werden besteuert. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber direkt gehaltenen Aktien.

Vergiss nicht, deine Steuerbescheinigungen aufzubewahren. Auch wenn die Bank die Steuer abführt, kann es sein, dass du sie für deine Steuererklärung benötigst. Insbesondere wenn du Verluste realisiert hast oder eine Günstigerprüfung beantragen möchtest, sind diese Dokumente wichtig. Bewahre sie mindestens zehn Jahre auf, so lange gilt die Aufbewahrungsfrist für Steuerunterlagen.

Typische Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest

Der häufigste Fehler von Anfängern ist, keinen Freistellungsauftrag einzurichten. Sie lassen sich die Abgeltungssteuer abziehen, obwohl sie gar keine Steuern zahlen müssten. Das Geld ist dann nicht weg, aber es ist bis zur Steuererklärung im nächsten Jahr gebunden. Du verschenkst also Liquidität und musst zusätzlich den Aufwand der Steuererklärung in Kauf nehmen. Ein simpler Online-Auftrag hätte das verhindert.

Ein weiterer Fehler ist die Verwechslung von Gewinn und Umsatz. Manche denken, sie müssten auf den gesamten Verkaufserlös Steuern zahlen. Das ist falsch. Besteuert wird nur der Gewinn, also die Differenz zwischen Kauf und Verkauf. Wenn du eine Aktie für 100 Euro kaufst und für 120 Euro verkaufst, zahlst du nur auf die 20 Euro Gewinn Steuern, nicht auf die 120 Euro.

Viele Anfänger verkaufen ihre Aktien zu früh, nur um der Steuer zu entgehen. Das ist ein schwerer Denkfehler. Steuern fallen erst bei einem Verkauf an. Wenn du eine Aktie hältst, zahlst du keine Steuern auf Kursgewinne. Der Zeitpunkt des Verkaufs sollte also von deiner Anlagestrategie abhängen, nicht von der Steuer. Ein vorzeitiger Verkauf kann dich viel Rendite kosten.

Ein weiterer Klassiker ist die Vernachlässigung der Verlustverrechnung. Wenn du mit einer Aktie Verluste machst, solltest du diese nicht einfach aussitzen. Du kannst sie realisieren und mit anderen Gewinnen verrechnen. Das senkt deine Steuerlast. Viele Anfänger halten an verlustreichen Aktien fest, nur um den Verlust nicht realisieren zu müssen. Das ist aus steuerlicher Sicht oft nicht optimal.

Schließlich solltest du nicht vergessen, deine Freistellungsaufträge zu aktualisieren. Wenn du den Anbieter wechselst oder ein neues Depot eröffnest, musst du den Freibetrag neu einrichten. Sonst zahlst du bei der neuen Bank Steuern, obwohl du bei der alten Bank noch Freibetrag übrig hast. Ein regelmäßiger Check deiner Freistellungsaufträge ist daher empfehlenswert.

Dein konkreter Fahrplan für die ersten Schritte

Schritt eins: Informiere dich über die Grundlagen des Investierens. Du musst kein Finanzexperte werden, aber du solltest verstehen, was Aktien und ETFs sind und wie sie sich unterscheiden. Es gibt viele gute Bücher, Podcasts und Websites, die dir den Einstieg erleichtern. Nimm dir Zeit dafür, denn Wissen ist die beste Grundlage für deine Entscheidungen.

Schritt zwei: Eröffne ein Depot bei einem Broker deiner Wahl. Achte auf niedrige Gebühren, eine benutzerfreundliche Oberfläche und einen guten Kundenservice. Viele Neobroker bieten mittlerweile kostenlose Depots und günstige Ordergebühren an. Vergleiche die Angebote und wähle das, was am besten zu dir passt. Die Eröffnung dauert meist nur wenige Minuten.

Schritt drei: Richte deinen Freistellungsauftrag ein. Das ist der wichtigste Schritt, um Steuern zu sparen. Trage den maximalen Betrag von 1.000 Euro ein, wenn du ledig bist, oder 2.000 Euro, wenn du verheiratet bist. Wenn du mehrere Depots hast, verteile den Betrag entsprechend. Vergiss nicht, den Auftrag bei jeder neuen Bank zu erteilen.

Schritt vier: Starte mit einem kleinen Betrag und einem breit gestreuten ETF. Ein weltweit diversifizierter Aktien-ETF ist ideal für Anfänger, da er das Risiko streut und du von der Teilfreistellung profitierst. Lege einen festen Betrag fest, den du monatlich investierst, und halte dich an deinen Plan. So profitierst du vom Cost-Average-Effekt und musst dir keine Gedanken über den richtigen Einstiegszeitpunkt machen.

Schritt fünf: Behalte deine Investitionen im Blick, aber lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen verrückt machen. Die Börse geht rauf und runter, das ist normal. Überprüfe dein Depot einmal im Quartal und justiere deine Strategie bei Bedarf nach. Denk daran: Investieren ist ein Marathon, kein Sprint. Mit Geduld und Disziplin wirst du langfristig Erfolg haben.

Steuererklärung: Was du wissen musst, wenn du mehr willst

In den meisten Fällen ist mit der Abgeltungssteuer alles erledigt. Du musst deine Kapitalerträge nicht in der Steuererklärung angeben. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen sich eine Angabe lohnt. Dazu gehört die Günstigerprüfung. Wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt, kannst du beantragen, dass deine Kapitalerträge mit deinem niedrigeren Steuersatz besteuert werden. Das Finanzamt prüft dann, ob das für dich günstiger ist.

Eine weitere Ausnahme sind Auslandskonten oder ausländische Broker. Wenn du dein Geld im Ausland angelegt hast, wird die Abgeltungssteuer nicht automatisch abgeführt. Du musst deine Erträge dann selbst in der Steuererklärung angeben und die Steuer berechnen. Das ist komplizierter und fehleranfällig. Für Anfänger ist es daher ratsam, mit einem deutschen Broker zu starten.

Auch wenn du Verluste aus Aktiengeschäften hast, kann sich die Steuererklärung lohnen. Die Bank führt zwar eine Verlustverrechnung durch, aber nur innerhalb desselben Jahres. Wenn du Verluste nicht mit Gewinnen verrechnen konntest, kannst du sie in der Steuererklärung vortragen. Das nennt man Verlustvortrag. Damit kannst du zukünftige Gewinne mindern und Steuern sparen.

Wenn du unsicher bist, ob du eine Steuererklärung abgeben musst oder ob sich eine lohnt, kannst du einen Steuerberater oder eine Lohnsteuerhilfe konsultieren. Die Kosten dafür sind oft geringer als die Steuerersparnis. Alternativ gibt es viele Online-Tools, die dir bei der Erstellung deiner Steuererklärung helfen. Sie führen dich Schritt für Schritt durch die Formulare und prüfen, ob du alle Möglichkeiten ausgeschöpft hast.

Ein letzter Tipp: Bewahre alle Kontoauszüge und Steuerbescheinigungen sorgfältig auf. Auch wenn du sie nicht sofort benötigst, können sie in Zukunft wichtig werden. Insbesondere bei der Günstigerprüfung oder bei Verlustvorträgen musst du nachweisen können, wie hoch deine Erträge und Verluste waren. Eine ordentliche Ablage spart dir später viel Zeit und Ärger.

Langfristig denken: So optimierst du deine Steuerlast nachhaltig

Die Abgeltungssteuer ist ein fester Bestandteil deiner Anlagestrategie. Wenn du langfristig denkst, kannst du deine Steuerlast auf legale Weise minimieren. Der wichtigste Hebel ist die Ausnutzung des Sparerpauschbetrags. Wenn du verheiratet bist, solltet ihr beide eure Freibeträge voll ausschöpfen. Das gilt auch für Kinder, die eigene Freibeträge haben und diese für ihre Depots nutzen können.

Eine weitere Strategie ist die Wahl der richtigen Anlageform. ETFs mit Teilfreistellung sind steuerlich günstiger als einzelne Aktien. Auch die Unterscheidung zwischen thesaurierenden und ausschüttenden ETFs spielt eine Rolle. Thesaurierende ETFs haben den Vorteil, dass die Steuer auf die Vorabpauschale erst später anfällt und du so einen Zinseszinseffekt nutzen kannst. Ausschüttende ETFs hingegen generieren regelmäßige Erträge, die du für deinen Lebensunterhalt nutzen kannst.

Du solltest auch den Zeitpunkt deiner Verkäufe im Blick behalten. Wenn du in einem Jahr hohe Gewinne erzielst, kannst du versuchen, Verluste in demselben Jahr zu realisieren, um die Steuerlast zu senken. Das nennt man Tax-Loss-Harvesting. Diese Strategie erfordert jedoch etwas Erfahrung und sollte nicht dazu führen, dass du deine Anlagestrategie über den Haufen wirfst.

Vergiss nicht, dass die Abgeltungssteuer nur auf Gewinne anfällt. Wenn du deine Aktien über viele Jahre hältst, profitierst du vom Zinseszinseffekt, ohne dass Steuern anfallen. Erst beim Verkauf wird die Steuer fällig. Das ist ein großer Vorteil gegenüber anderen Anlageformen, bei denen jährlich Steuern anfallen. Nutze diesen Effekt, indem du langfristig investierst und nicht ständig umschichtest.

Zum Schluss noch ein wichtiger Hinweis: Steueroptimierung sollte nie das Hauptziel deiner Anlagestrategie sein. Im Vordergrund steht immer die Rendite und die Erreichung deiner finanziellen Ziele. Steuern sind ein Faktor unter vielen, den du berücksichtigen solltest, aber sie sollten nicht deine Entscheidungen dominieren. Mit einem soliden Plan und etwas Steuerwissen bist du bestens aufgestellt für deine finanzielle Zukunft.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du deinen Sparerpauschbetrag bei deiner Bank eingerichtet?
Weißt du, wo du deine Käufe und Verkäufe für die Steuererklärung findest?
Ist dir bewusst, dass auch Ausschüttungen von ETFs steuerpflichtig sind?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Dann behält deine Bank automatisch die Abgeltungssteuer auf alle deine Kapitalerträge ein. Du kannst dir das Geld später über die Steuererklärung zurückholen, aber das ist mit Aufwand verbunden. Es ist einfacher, den Freistellungsauftrag direkt einzurichten.

In der Regel nein, da die Abgeltungssteuer die Steuerschuld abgilt. Es gibt jedoch Ausnahmen, wie die Günstigerprüfung oder wenn du ein ausländisches Depot hast. In diesen Fällen solltest du die Erträge angeben.

Die Teilfreistellung ist eine Steuererleichterung für Fonds, die überwiegend in Aktien investieren. 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei. Das bedeutet, du zahlst nur auf 70 Prozent deiner Gewinne die Abgeltungssteuer.

Ja, das nennt man Verlustverrechnung. Deine Bank macht das automatisch innerhalb eines Jahres. Verluste aus Aktienverkäufen können nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden. Nicht verrechnete Verluste kannst du vortragen.

Die Vorabpauschale ist eine jährliche fiktive Steuer auf die Wertsteigerung eines thesaurierenden Fonds. Sie wird erhoben, damit du nicht erst beim Verkauf Steuern zahlst. Die gezahlte Vorabpauschale wird später beim Verkauf angerechnet.

Die Günstigerprüfung lohnt sich, wenn dein persönlicher Einkommensteuersatz unter 25 Prozent liegt. Dann werden deine Kapitalerträge mit deinem niedrigeren Steuersatz besteuert. Das Finanzamt prüft das automatisch, wenn du die Erträge in der Steuererklärung angibst.

Der 5-Minuten-Finanzkurs

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StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.