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Ratgeber · Versicherung

Erfahrungen mit der Wohngebäudeversicherung: Was du vor dem Abschluss wissen solltest

Die Wohngebäudeversicherung gehört zu den wichtigsten Policen für Hausbesitzer, doch die Bedingungen und Preise unterscheiden sich stark. Hier erfährst du, welche Leistungen wirklich zählen und wie du teure Fehler vermeidest.

11 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Ein Elementarschutz gegen Starkregen und Hochwasser ist unverzichtbar, fehlt aber bei knapp der Hälfte aller Altverträge.
  • Die Preisspanne für sehr gute Tarife mit Elementarschutz reicht je nach Wohnort von etwa 635 bis über 2.800 Euro im Jahr.
  • 57 von 182 getesteten Tarifen der Stiftung Warentest sind mangelhaft, oft wegen unzureichendem Schutz bei grober Fahrlässigkeit.
  • Ein Vergleich lohnt sich besonders für langjährige Hausbesitzer, da sich Bedingungen und Preise ständig ändern.

01 · Was gilt

Was deckt die Wohngebäudeversicherung ab?

Die Wohngebäudeversicherung schützt die Bausubstanz deines Hauses vor finanziellen Folgen von Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Diese Grundgefahren sind in jeder Police enthalten, doch der Umfang der Leistungen variiert.

Der Grundschutz umfasst Schäden, die unmittelbar am Gebäude entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Brandschäden am Dachstuhl, Nässeschäden an Wänden nach einem Rohrbruch oder Sturmschäden an der Fassade ab Windstärke 8. Entscheidend ist, dass die Versicherung den Wiederaufbau in gleicher Art und Güte bezahlt.

Naturgefahren wie Überschwemmung durch Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation oder Erdrutsch sind im Grundschutz nicht enthalten. Dafür benötigst du den Zusatzbaustein Elementarschutz. Auch Schäden durch Schneedruck sind nicht automatisch abgedeckt.

Prüfe in deinem Vertrag, welche Gefahren konkret genannt sind. Einige Tarife schließen bestimmte Schäden aus oder kürzen die Leistung, wenn du grob fahrlässig gehandelt hast.

  • Feuerschäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion sind im Grundschutz abgedeckt.
  • Leitungswasserschäden durch Rohrbruch oder Frost gehören ebenfalls zum Grundschutz.
  • Überschwemmung durch Starkregen oder Hochwasser ist nur mit Elementarschutz versichert.
  • Rückstau aus der Kanalisation erfordert ebenfalls den Elementarschutz.

Abgedeckt durch Grundschutz

·Feuerschäden durch Brand, Blitzschlag oder Explosion
·Leitungswasserschäden durch Rohrbruch oder Frost
·Sturmschäden ab Windstärke 8
·Hagelschäden an Dach und Fassade

Nur mit Zusatzbaustein

·Überschwemmung durch Starkregen oder Hochwasser
·Rückstau aus der Kanalisation
·Erdrutsch, Erdbeben oder Lawinen
·Schäden durch Schneedruck

02 · Hintergrund

Warum du Elementarschutz immer mit abschließen solltest

Extreme Wetterlagen nehmen zu, und gerade Starkregen kann Häuser zerstören, die weit entfernt von Flüssen liegen. Der Baustein Elementarschutz deckt Naturgefahren ab, die im Grundschutz nicht enthalten sind.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, den Elementarschutz immer mit abzuschließen. Er umfasst Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Erdbeben und Lawinen. Ohne diesen Zusatz zahlt die Versicherung bei einem Starkregenereignis, das den Keller flutet, keinen Cent.

Etwa 1,5 Prozent aller Adressen in Deutschland liegen in den Hochrisikozonen Zürs 3 und 4. In diesen Gebieten kann es schwer sein, überhaupt einen Elementarschutz zu bekommen. Oft verlangen Versicherer dann den Einbau einer Rückstauklappe im Keller.

In Gebieten mit geringem Risiko, der Zone Zürs 1, bieten viele Tarife den Elementarschutz für deutlich unter 100 Euro im Jahr an. Dieser Betrag ist im Verhältnis zum möglichen Schaden gering. Ein einziger Starkregen kann schnell Schäden im fünfstelligen Bereich verursachen.

  • Der Elementarschutz deckt Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Erdbeben und Lawinen ab.
  • In Hochrisikozonen verlangen Versicherer oft eine Rückstauklappe im Keller.
  • In der Zone Zürs 1 kostet der Elementarschutz häufig unter 100 Euro pro Jahr.

Die Stiftung Warentest empfiehlt, den Elementarschutz immer mit abzuschließen. Er umfasst Überschwemmung, Rückstau, Erdrutsch, Erdbeben und Lawinen. Ohne diesen Zusatz zahlt die Versicherung bei einem Starkregenereignis, das den Keller flutet, keinen Cent.

Etwa 1,5 Prozent aller Adressen in Deutschland liegen in den Hochrisikozonen Zürs 3 und 4. In diesen Gebieten kann es schwer sein, überhaupt einen Elementarschutz zu bekommen. Oft verlangen Versicherer dann den Einbau einer Rückstauklappe im Keller.

In Gebieten mit geringem Risiko, der Zone Zürs 1, bieten viele Tarife den Elementarschutz für deutlich unter 100 Euro im Jahr an. Dieser vergleichsweise kleine Betrag schützt dich vor existenzbedrohenden Schäden.

03 · Vergleich

Wohngebäudeversicherung im Test: Das sind die Testsieger

Unabhängige Institute wie die Stiftung Warentest und Franke und Bornberg bewerten regelmäßig Tarife und Anbieter. Ihre Ergebnisse helfen dir, leistungsstarke Policen von mangelhaften zu unterscheiden.

Die Stiftung Warentest hat 182 Tarife mit Elementarschutz verglichen. Sehr gute Tarife gibt es am günstigen Standort Regensburg ab 635 Euro pro Jahr. In Bremen zahlt ein Modellkunde für den besseren Schutz mindestens 695 Euro, im nächstgünstigeren Tarif bereits 830 Euro.

Das Rating von Franke und Bornberg vergibt die Bestnote FFF+ an 46 Tarife von 23 Anbietern. Zu den bekannten Top-Anbietern gehören Allianz, GEV, Rhion und Domcura. Die Stiftung Warentest nennt unter anderem Allianz, Huk Coburg und Ergo als Anbieter mit sehr guten Tarifen.

Auffällig ist die große Spanne bei den Preisen. Teure Tarife kosten drei- oder viermal so viel wie günstige Policen mit ähnlicher Leistung. Ein sehr guter Tarif in Bremen kann 2.822 Euro pro Jahr kosten, während ein anderer sehr guter Tarif dort für 695 Euro zu haben ist.

  • Die Stiftung Warentest hat 182 Tarife mit Elementarschutz bewertet.
  • 57 von 182 Tarifen sind mangelhaft, oft wegen fehlender Leistung bei grober Fahrlässigkeit.
  • Franke und Bornberg vergibt die Note FFF+ an 46 Tarife von 23 Anbietern.
Testsieger und ihre Bewertungen im Überblick
Stiftung WarentestFranke und Bornberg
Beste BewertungSehr gutFFF+ (Hervorragend)
Anzahl Top-TarifeMehrere sehr gute Tarife, aber 57 von 182 mangelhaft46 Tarife von 23 Anbietern mit FFF+
Bekannte Top-AnbieterAllianz, Huk Coburg, ErgoAllianz, GEV, Rhion, Domcura
Geprüfte KriterienLeistungsumfang, grobe Fahrlässigkeit, Hotelkosten, AbbruchkostenBedingungsqualität

04 · Was gilt

Leitungs­wasserversicherung: Schutz vor Rohrbruch und Nässe

Leitungswasser ist eine der häufigsten Schadensursachen in Wohngebäuden. Die Leitungswasserversicherung ist Teil des Grundschutzes und deckt Schäden durch austretendes Wasser aus Rohren, Heizungsanlagen oder angeschlossenen Geräten.

Versichert sind Rohrbrüche innerhalb des Gebäudes, Frostschäden an Wasserleitungen und Nässeschäden an Wänden und Böden. Auch Schäden durch undichte Heizungsrohre fallen unter den Leitungswasserschutz. Die Versicherung übernimmt die Kosten für die Reparatur der Bausubstanz.

Nicht versichert sind Überschwemmung durch Starkregen, Rückstau aus der Kanalisation oder Grundwasser, das durch die Bodenplatte drückt. Diese Gefahren gehören zum Elementarschutz. Schäden durch mangelnde Wartung können Versicherer ebenfalls ablehnen.

Wenn du einen Rohrbruch bemerkst, drehe sofort den Wasserhaupts ab und dokumentiere den Schaden. Die Leitungswasserversicherung zahlt nur, wenn du den Schaden unverzüglich meldest und weitere Schäden verhinderst.

  • Rohrbruch innerhalb des Gebäudes ist versichert.
  • Frostschäden an Wasserleitungen sind versichert.
  • Überschwemmung durch Starkregen ist nicht versichert.
  • Grundwasser, das durch die Bodenplatte drückt, ist nicht versichert.

Versichert

·Rohrbruch innerhalb des Gebäudes
·Frostschäden an Wasserleitungen
·Schäden durch undichte Heizungsrohre
·Nässeschäden an Wänden und Böden

Nicht versichert

·Überschwemmung durch Starkregen
·Rückstau aus der Kanalisation
·Grundwasser, das durch die Bodenplatte drückt
·Schäden durch mangelnde Wartung

05 · Grundlagen

Feuerversicherung: Der Kern jeder Wohngebäudepolice

Die Feuerversicherung ist der älteste und wichtigste Bestandteil der Wohngebäudeversicherung. Sie deckt Schäden durch Brand, Blitzschlag, Explosion und in vielen Tarifen auch durch Flugzeugabsturz.

Die Feuerversicherung ersetzt Schäden an der Bausubstanz, die durch Feuer, Brand, Blitzschlag oder Explosion entstehen. Sie ist in jeder Wohngebäudeversicherung als Grundbaustein enthalten und nicht separat abschließbar.

Achte darauf, dass dein Tarif auch Schäden durch grobe Fahrlässigkeit abdeckt, etwa wenn ein vergessenes Bügeleisen einen Brand auslöst. Viele mangelhafte Tarife schließen das aus oder kürzen die Leistung. Die Stiftung Warentest hat genau diesen Punkt bei 57 von 182 Tarifen als mangelhaft bewertet.

Ein Totalschaden durch Feuer ist für die meisten Hausbesitzer finanziell nicht zu stemmen. Die Feuerversicherung übernimmt dann die Kosten für den kompletten Wiederaufbau, sofern die Versicherungssumme korrekt berechnet wurde.

  • Die Feuerversicherung deckt Brand, Blitzschlag und Explosion ab.
  • Sie ist in jeder Wohngebäudeversicherung als Grundbaustein enthalten.
  • Schäden durch grobe Fahrlässigkeit sind in vielen mangelhaften Tarifen nicht ausreichend versichert.

Kurz erklärt

Feuerversicherung in der Wohngebäudeversicherung

Die Feuerversicherung ersetzt Schäden an der Bausubstanz, die durch Feuer, Brand, Blitzschlag oder Explosion entstehen. Sie ist in jeder Wohngebäudeversicherung als Grundbaustein enthalten und nicht separat abschließbar.

Achte darauf, dass dein Tarif auch Schäden durch grobe Fahrlässigkeit abdeckt, etwa wenn ein vergessenes Bügeleisen einen Brand auslöst. Viele mangelhafte Tarife schließen das aus oder kürzen die Leistung.

06 · Schritt für Schritt

Versicherungs­vergleich: So findest du den passenden Tarif

Die Preisunterschiede zwischen den Tarifen sind riesig, selbst bei sehr guten Leistungen. Ein systematischer Vergleich hilft dir, eine Police zu finden, die zu deinem Haus und deinem Budget passt.

Die Prämie hängt von Größe, Alter, Lage und Ausstattung deines Hauses ab. Halte diese Daten bereit, bevor du Tarife vergleichst. Als Altbau gelten Häuser manchmal schon zehn Jahre nach ihrer Fertigstellung, was den Preis beeinflussen kann.

Entscheide zuerst, welche Leistungen du benötigst. Der Grundschutz umfasst Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel. Sinnvoll sind zusätzlich Elementarschutz, volle Leistung bei grober Fahrlässigkeit und erweiterte Zusatzleistungen wie Hotelkosten oder Mietausfall.

Orientiere dich an den sehr guten Tarifen aus Tests der Stiftung Warentest oder Franke und Bornberg. Diese bieten eine solide Leistungsbasis. Vergleiche dann die Preise an deinem Wohnort, denn die Prämie variiert je nach Region erheblich.

  • Ermittle Wohnfläche, Baujahr und Ausstattung deines Hauses.
  • Lege fest, ob du Elementarschutz und erweiterte Leistungen benötigst.
  • Nutze Testsieger als Ausgangspunkt für deinen Vergleich.
  • Vergleiche die Preise an deinem konkreten Wohnort.
01

Wohnfläche und Baujahr ermitteln

Die Prämie hängt von Größe, Alter, Lage und Ausstattung deines Hauses ab. Halte diese Daten bereit, bevor du Tarife vergleichst.

02

Leistungsumfang festlegen

Entscheide, ob du nur den Grundschutz oder auch Elementarschutz, grobe Fahrlässigkeit und erweiterte Zusatzleistungen wie Hotelkosten oder Mietausfall benötigst.

03

Testsieger als Ausgangspunkt nutzen

Orientiere dich an den sehr guten Tarifen aus Tests der Stiftung Warentest oder Franke und Bornberg. Diese bieten eine solide Leistungsbasis.

04

Preise am eigenen Wohnort vergleichen

Die Prämie variiert stark je nach Region. Ein Tarif, der in Regensburg günstig ist, kann in Bremen teuer sein. Vergleiche immer mit deiner eigenen Adresse.

05

Vertragsbedingungen prüfen

Achte auf Klauseln zu Selbstbeteiligung, grober Fahrlässigkeit, Abbruch- und Aufräumkosten sowie Hotelkosten. Diese Details entscheiden im Schadensfall.

07 · Kosten

Selbstbeteiligung: Wann sie sinnvoll ist und wann nicht

Eine Selbstbeteiligung senkt die jährliche Prämie, bedeutet aber, dass du im Schadensfall einen Teil selbst zahlst. Die Höhe der Selbstbeteiligung ist ein wichtiger Hebel bei der Tarifwahl.

Die Selbstbeteiligung wird pro Schadensfall fällig, nicht pro Jahr. Bei einem Tarif mit 300 Euro Selbstbeteiligung zahlst du bei jedem versicherten Schaden die ersten 300 Euro selbst. Bei mehreren Schäden im Jahr summiert sich das.

Eine Selbstbeteiligung von 150 bis 300 Euro ist für die meisten Hausbesitzer ein guter Kompromiss. Sie senkt die Prämie spürbar, ohne dass du im Schadensfall vor einer hohen Belastung stehst. Höhere Selbstbeteiligungen lohnen sich nur, wenn du Rücklagen bilden kannst.

Ohne Selbstbeteiligung zahlst du die höchste Prämie, hast aber im Schadensfall keine zusätzlichen Kosten. Das kann sinnvoll sein, wenn du knapp kalkulierst und keine Rücklagen für Reparaturen hast.

  • Die Selbstbeteiligung wird pro Schadensfall fällig, nicht pro Jahr.
  • 150 bis 300 Euro Selbstbeteiligung sind für die meisten Hausbesitzer ein guter Kompromiss.
  • Höhere Selbstbeteiligungen lohnen sich nur mit ausreichenden Rücklagen.

08 · Checkliste

Was die Verbraucherzentrale rät

Die Verbraucherzentralen warnen immer wieder vor unterversicherten Häusern und unklaren Bedingungen. Ihre Empfehlungen helfen dir, typische Fallstricke zu umgehen.

Prüfe deinen Altvertrag genau. Viele Policen enthalten keinen Elementarschutz, obwohl dieser heute als Standard gilt. Die Stiftung Warentest schätzt, dass der Schutz bei knapp der Hälfte aller bestehenden Wohngebäudepolicen fehlt, vor allem in Altverträgen.

Lass den Neubauwert deines Hauses regelmäßig anpassen, um Unterversicherung zu vermeiden. Wenn du Anbauten errichtest oder wertsteigernde Renovierungen durchführst, informiere deine Versicherung. Sonst riskierst du im Schadensfall eine Kürzung der Leistung.

Dokumentiere den Zustand deines Hauses mit Fotos, um im Schadensfall Nachweise zu haben. Vereinbare eine Selbstbeteiligung nur, wenn du sie im Schadensfall auch tragen kannst.

  • Prüfe deinen Altvertrag auf fehlenden Elementarschutz.
  • Lass den Neubauwert deines Hauses regelmäßig anpassen.
  • Achte auf eine Versicherungssumme, die den kompletten Wiederaufbau abdeckt.
  • Dokumentiere den Zustand deines Hauses mit Fotos.

Empfehlungen der Verbraucherzentrale für deine Police

01

Prüfe deinen Altvertrag: Viele Policen enthalten keinen Elementarschutz.

02

Lass den Neubauwert deines Hauses regelmäßig anpassen, um Unterversicherung zu vermeiden.

03

Achte auf eine ausreichende Versicherungssumme, die den kompletten Wiederaufbau abdeckt.

04

Vereinbare eine Selbstbeteiligung nur, wenn du sie im Schadensfall auch tragen kannst.

05

Dokumentiere den Zustand deines Hauses mit Fotos, um im Schadensfall Nachweise zu haben.

09 · Fehler vermeiden

Stiftung Warentest: Das sind die wichtigsten Erkenntnisse

Die Stiftung Warentest hat 182 Wohngebäudeversicherungen mit Elementarschutz verglichen. Das Ergebnis zeigt: Gute Leistungen müssen nicht teuer sein, aber viele Tarife haben erhebliche Lücken.

57 von 182 Tarifen sind mangelhaft, oft weil Schäden durch grobe Fahrlässigkeit nicht oder nicht ausreichend versichert sind. Das ist ein zentrales Qualitätsmerkmal, das du bei der Tarifwahl beachten solltest.

Viele Tarife kürzen die Leistung bei Abbruch- und Aufräumkosten oder schließen sie ganz aus. Auch Hotelkosten nach einem Schaden sind in einigen Policen nur unzureichend abgedeckt. Diese Punkte entscheiden im Ernstfall darüber, wie gut du abgesichert bist.

Die Preisspanne ist enorm. Sehr gute Tarife kosten in Bremen zwischen 695 und 2.822 Euro pro Jahr. Das zeigt, dass ein Vergleich auch bei sehr guten Leistungen bares Geld sparen kann.

  • 57 von 182 Tarifen sind mangelhaft, oft wegen fehlender Leistung bei grober Fahrlässigkeit.
  • Abbruch- und Aufräumkosten sind in vielen Tarifen unzureichend abgedeckt.
  • Der Elementarschutz fehlt bei knapp der Hälfte aller bestehenden Policen.

Häufige Mängel in getesteten Tarifen

·57 von 182 Tarifen sind mangelhaft, oft weil Schäden durch grobe Fahrlässigkeit nicht oder nicht ausreichend versichert sind.
·Viele Tarife kürzen die Leistung bei Abbruch- und Aufräumkosten oder schließen sie ganz aus.
·Hotelkosten nach einem Schaden sind in einigen Policen nur unzureichend abgedeckt.
·Der Elementarschutz fehlt bei knapp der Hälfte aller bestehenden Wohngebäudepolicen, vor allem in Altverträgen.
·Die Preisspanne ist enorm: Sehr gute Tarife kosten in Bremen zwischen 695 und 2.822 Euro pro Jahr.

10 · Schritt für Schritt

Schadensfall: So verhältst du dich richtig

Im Schadensfall entscheidet dein Verhalten darüber, ob die Versicherung zügig und vollständig zahlt. Eine gute Vorbereitung und schnelle Meldung sind entscheidend.

Verhindere weitere Schäden, etwa durch Abdecken des Daches oder Abdrehen des Wasserhaupts. Bewahre beschädigte Teile auf, bis der Gutachter da war. Diese Pflicht zur Schadensminderung ist in den Versicherungsbedingungen festgelegt.

Fotografiere alle Schäden aus mehreren Perspektiven, bevor du aufräumst. Erstelle eine Liste der beschädigten Gegenstände und Bauteile. Diese Dokumentation hilft dir, wenn es später Streit über den Umfang des Schadens gibt.

Melde den Schaden unverzüglich, am besten telefonisch und zusätzlich schriftlich. Viele Versicherer haben Meldefristen von einer Woche. Lass den Gutachter der Versicherung alle Schäden begutachten und sei beim Termin anwesend.

  • Verhindere weitere Schäden und bewahre beschädigte Teile auf.
  • Fotografiere alle Schäden, bevor du aufräumst.
  • Melde den Schaden unverzüglich telefonisch und schriftlich.
  • Sei beim Gutachtertermin anwesend.
01

Schaden begrenzen

Verhindere weitere Schäden, etwa durch Abdecken des Daches oder Abdrehen des Wasserhaupts. Bewahre beschädigte Teile auf, bis der Gutachter da war.

02

Schaden dokumentieren

Fotografiere alle Schäden aus mehreren Perspektiven, bevor du aufräumst. Erstelle eine Liste der beschädigten Gegenstände und Bauteile.

03

Versicherung informieren

Melde den Schaden unverzüglich, am besten telefonisch und zusätzlich schriftlich. Viele Versicherer haben Meldefristen von einer Woche.

04

Gutachtertermin wahrnehmen

Lass den Gutachter der Versicherung alle Schäden begutachten. Du kannst einen eigenen Sachverständigen hinzuziehen, wenn du Zweifel an der Schadenshöhe hast.

05

Reparatur beauftragen

Nach Freigabe durch die Versicherung kannst du Handwerker beauftragen. Bei einigen Anbietern koordiniert ein Schadenservice die Betriebe.

11 · Grundlagen

Versicherungs­summe: So vermeidest du Unterversicherung

Die Versicherungssumme muss den kompletten Wiederaufbau deines Hauses abdecken. Ist sie zu niedrig, zahlt die Versicherung im Totalschaden nur anteilig.

Die Versicherungssumme orientiert sich am Neubauwert deines Hauses. Viele Versicherer nutzen den Wert 1914 als Berechnungsbasis und passen ihn mit dem Baupreisindex an. Andere Anbieter verwenden Wohnflächentarife, die nur nach Quadratmetern und Ausstattung fragen.

Melde Anbauten, Dachausbau oder wertsteigernde Renovierungen immer deiner Versicherung. Sonst riskierst du im Schadensfall eine Kürzung der Leistung wegen Unterversicherung. Die Versicherer zahlen bei vollständiger Zerstörung das, was der Wiederaufbau nach einem Schaden kostet.

Im Jahr 2026 stiegen die Versicherungsbeiträge allein durch die Anpassung an steigende Kosten und Löhne im Baugewerbe um 4,2 Prozent. Das ist etwa so stark wie im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Diese Anpassung hält deine Versicherungssumme auf aktuellem Stand.

  • Die Versicherungssumme orientiert sich am Neubauwert deines Hauses.
  • Viele Versicherer nutzen den Wert 1914 als Berechnungsbasis.
  • Melde Anbauten und wertsteigernde Renovierungen immer deiner Versicherung.

Kurz erklärt

Versicherungs­summe und Wert 1914

Die Versicherungssumme orientiert sich am Neubauwert deines Hauses. Viele Versicherer nutzen den Wert 1914 als Berechnungsbasis und passen ihn mit dem Baupreisindex an. Andere Anbieter verwenden Wohnflächentarife, die nur nach Quadratmetern und Ausstattung fragen.

Melde Anbauten, Dachausbau oder wertsteigernde Renovierungen immer deiner Versicherung. Sonst riskierst du im Schadensfall eine Kürzung der Leistung wegen Unterversicherung.

Häufige Fragen

Fragen zu Erfahrungen mit der Wohngebäudeversicherung

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026