Ratgeber · Versicherung
Krankentagegeld: Was kostet die Absicherung deiner Arbeitskraft?
Die Kosten für Krankentagegeld hängen von deinem Einkommen, deinem Alter und deinem Gesundheitszustand ab. Entscheidend ist die Höhe des Tagessatzes, mit dem du deine Einkommenslücke im Krankheitsfall schließen willst.
10 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung und wird netto ausgezahlt, also ohne Abzug von Steuern und Sozialabgaben.
- Die Beiträge richten sich nach dem gewünschten Tagessatz, deinem Eintrittsalter und deinem Gesundheitszustand.
- Für gesetzlich versicherte Angestellte ist eine Absicherung ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit sinnvoll, wenn das Krankengeld nicht reicht.
- Selbstständige ohne gesetzlichen Krankengeldanspruch benötigen in der Regel eine Krankentagegeldversicherung mit kurzer Karenzzeit.
01 · Grundlagen
Was ist Krankentagegeld?
Krankentagegeld ist eine private Versicherungsleistung, die deinen Verdienstausfall abfedert, wenn du wegen Krankheit oder Unfall arbeitsunfähig bist. Anders als das gesetzliche Krankengeld wird es nicht von der Krankenkasse, sondern von einem privaten Versicherer gezahlt.
Die Krankentagegeldversicherung ist eine private Zusatzversicherung, die dir einen vertraglich festgelegten Tagessatz zahlt, wenn du wegen Krankheit oder eines Unfalls arbeitsunfähig bist. Sie greift unabhängig davon, ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist, und schließt die Lücke zwischen deinem üblichen Einkommen und den Leistungen im Krankheitsfall. Der versicherte Betrag wird für jeden Kalendertag der Arbeitsunfähigkeit gezahlt, auch an Sonn- und Feiertagen.
Die Auszahlung erfolgt netto, da die Leistung als private Versicherungsleistung steuer- und sozialabgabenfrei ist. Das bedeutet, du musst auf das Krankentagegeld keine Steuern zahlen und es werden keine Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung abgezogen. Der vereinbarte Tagessatz kommt also in voller Höhe bei dir an.
Für gesetzlich versicherte Angestellte ist die Versicherung vor allem ab der siebten Krankheitswoche relevant, wenn die Lohnfortzahlung des Arbeitgebers endet. Selbstständige ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung können die Versicherung nutzen, um von Beginn an abgesichert zu sein, sofern eine kurze Karenzzeit vereinbart wird.
- Die Krankentagegeldversicherung zahlt einen festen Tagessatz bei Arbeitsunfähigkeit.
- Die Leistung ist steuerfrei und wird ohne Abzug von Sozialabgaben ausgezahlt.
- Sie ist eine private Versicherung und unabhängig von der gesetzlichen Krankenkasse.
Kurz erklärt
Krankentagegeld
Ein vertraglich vereinbarter Tagessatz, den eine private Versicherung zahlt, wenn du arbeitsunfähig krank bist und dein Einkommen wegfällt.
Die Auszahlung erfolgt netto, da die Leistung steuer- und sozialabgabenfrei ist.
02 · Vergleich
Krankentagegeld oder Krankengeld: Wo liegt der Unterschied?
Beide Leistungen sichern dein Einkommen bei Arbeitsunfähigkeit ab, unterscheiden sich aber in Absender, Höhe und Zielgruppe. Der Vergleich zeigt, welche Leistung für dich relevant ist.
Das gesetzliche Krankengeld ist eine Pflichtleistung deiner Krankenkasse, die für gesetzlich Versicherte mit Anspruch ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit greift. Es beträgt 70 Prozent deines regelmäßigen Bruttolohns, ist aber auf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt. Von diesem Betrag werden noch Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen, sodass netto oft nur rund 80 Prozent deines bisherigen Nettogehalts übrig bleiben.
Das private Krankentagegeld ist dagegen eine freiwillige Versicherungsleistung, deren Höhe du selbst festlegst. Es orientiert sich an deinem Nettoeinkommen und wird zusätzlich zum gesetzlichen Krankengeld oder an dessen Stelle gezahlt, wenn du keinen Anspruch darauf hast. Der entscheidende Unterschied liegt in der Flexibilität: Du kannst den Tagessatz so wählen, dass deine persönliche Einkommenslücke vollständig geschlossen wird.
Privatversicherte haben in der Regel keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld und sind auf eine private Krankentagegeldversicherung angewiesen. Gesetzlich versicherte Selbstständige können wählen, ob sie das gesetzliche Krankengeld in Anspruch nehmen, einen Wahltarif der Kasse wählen oder eine private Versicherung abschließen.
- Gesetzliches Krankengeld zahlt die Krankenkasse, privates Krankentagegeld ein Versicherungsunternehmen.
- Das gesetzliche Krankengeld ist auf 70 Prozent des Bruttolohns begrenzt, das private Krankentagegeld ist individuell wählbar.
- Vom gesetzlichen Krankengeld werden Sozialabgaben abgezogen, das private Krankentagegeld ist netto.
| Gesetzliches Krankengeld | Private Krankentagegeldversicherung | |
|---|---|---|
| Zahler | Gesetzliche Krankenkasse | Privates Versicherungsunternehmen |
| Höhe | 70 Prozent des Bruttolohns, maximal 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze | Individuell vereinbarter Tagessatz, orientiert am Nettoeinkommen |
| Abzüge | Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung werden abgezogen | Auszahlung erfolgt netto, ohne Steuern und Sozialabgaben |
| Beginn | Ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit für gesetzlich Versicherte mit Anspruch | Nach individuell vereinbarter Karenzzeit, oft ab dem 43. Tag oder früher |
| Gesundheitsprüfung | Keine, der Anspruch besteht unabhängig von Vorerkrankungen | Üblich, der Versicherer kann ablehnen oder Risikozuschläge verlangen |
03 · Kosten
Wie hoch sollte dein Krankentagegeld sein?
Die richtige Höhe orientiert sich an deiner persönlichen Einkommenslücke, also der Differenz zwischen deinem Nettoeinkommen und dem gesetzlichen Krankengeld. Diese Lücke solltest du mit dem Tagessatz schließen.
Die richtige Höhe deines Krankentagegeldes ergibt sich aus der Differenz zwischen deinem monatlichen Nettoeinkommen und dem, was du im Krankheitsfall tatsächlich zur Verfügung hast. Bei gesetzlich Versicherten liegt das Krankengeld nach Abzug der Sozialabgaben in der Regel rund 20 Prozent unter dem bisherigen Nettogehalt. Diese Lücke solltest du mit dem Tagessatz der privaten Versicherung schließen.
Ein Beispiel: Bei einem Nettoeinkommen von 1.600 Euro beträgt die monatliche Lücke zum gesetzlichen Krankengeld etwa 333 Euro. Um diese Lücke zu schließen, wäre ein Krankentagegeld von rund 15 Euro pro Tag sinnvoll, da 15 Euro multipliziert mit 30 Tagen ungefähr 450 Euro ergibt und damit die Lücke abdeckt. Orientiere dich bei der Wahl des Tagessatzes immer an deiner tatsächlichen Einkommenslücke, nicht an pauschalen Empfehlungen.
Verdienst du mehr als die Beitragsbemessungsgrenze von 5.812,50 Euro brutto im Monat, wird die Lücke größer, weil das gesetzliche Krankengeld gedeckelt ist. In diesem Fall reicht ein Tagessatz, der nur 20 Prozent deines Nettos ausgleicht, nicht aus. Du solltest dann einen höheren Tagessatz wählen, um den Einkommensverlust im Krankheitsfall zu begrenzen.
- Berechne deine monatliche Lücke aus Nettoeinkommen minus gesetzlichem Krankengeld.
- Teile die Lücke durch 30, um den benötigten Tagessatz zu ermitteln.
- Bei Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze ist die Lücke größer als 20 Prozent.
Einkommenslücke zwischen Nettogehalt und Krankengeld
04 · Checkliste
Welche Faktoren bestimmen die Kosten für Krankentagegeld?
Der monatliche Beitrag hängt von mehreren Faktoren ab, die du teilweise selbst beeinflussen kannst. Die wichtigsten Stellschrauben sind der gewünschte Tagessatz, dein Alter und dein Gesundheitszustand.
Der wichtigste Faktor ist die Höhe des vereinbarten Tagessatzes, denn je mehr Geld die Versicherung im Leistungsfall zahlen soll, desto teurer wird der Vertrag. Auch dein Eintrittsalter spielt eine Rolle: Jüngere Versicherte zahlen in der Regel niedrigere Beiträge als ältere, weil ihr Risiko für längere Arbeitsunfähigkeit statistisch geringer ist.
Dein Gesundheitszustand ist ein weiterer Kostenfaktor, den du nicht direkt steuern kannst. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen führen oder im schlimmsten Fall dazu, dass ein Versicherer deinen Antrag ablehnt. Die Karenzzeit ist dagegen eine Stellschraube, mit der du den Beitrag aktiv senken kannst: Eine längere Karenzzeit von 42 Tagen ist günstiger als eine kurze Karenzzeit von wenigen Tagen.
Auch die Zahlweise beeinflusst den Preis. Viele Versicherer gewähren bei vierteljährlicher, halbjährlicher oder jährlicher Zahlweise günstigere Beiträge als bei monatlicher Zahlung. Wenn du die Beiträge im Voraus zahlen kannst, sparst du oft einige Prozent im Jahr.
- Die Höhe des Tagessatzes ist der größte Kostenfaktor.
- Jüngere Versicherte zahlen niedrigere Beiträge als ältere.
- Eine längere Karenzzeit senkt den Beitrag, eine kurze erhöht ihn.
- Jährliche Zahlweise ist oft günstiger als monatliche.
Diese Faktoren beeinflussen deinen Beitrag
Höhe des vereinbarten Tagessatzes: Je höher das Krankentagegeld, desto teurer der Beitrag.
Eintrittsalter: Jüngere Versicherte zahlen in der Regel niedrigere Beiträge als ältere.
Gesundheitszustand: Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder einer Ablehnung führen.
Karenzzeit: Eine längere Karenzzeit, zum Beispiel 42 Tage, senkt den Beitrag im Vergleich zu einer kurzen Karenzzeit.
Zahlweise: Bei vierteljährlicher, halbjährlicher oder jährlicher Zahlweise gewähren viele Versicherer günstigere Beiträge.
05 · Schritt für Schritt
Ab wann zahlt die Krankentagegeldversicherung?
Der Leistungsbeginn hängt von der vereinbarten Karenzzeit ab, also dem Zeitraum zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und der ersten Zahlung. Für Angestellte ist der 43. Tag ein typischer Startpunkt.
Der Leistungsbeginn deiner Krankentagegeldversicherung hängt von der vereinbarten Karenzzeit ab. Das ist der Zeitraum zwischen dem Beginn deiner Arbeitsunfähigkeit und der ersten Zahlung der Versicherung. Für gesetzlich versicherte Angestellte ist eine Karenzzeit von 42 Tagen üblich, weil der Arbeitgeber in dieser Zeit das Gehalt weiterzahlt und die Versicherung erst danach einspringen muss.
Wichtig ist, dass du deine Arbeitsunfähigkeit direkt am ersten Tag ärztlich feststellen lässt. Private Versicherer erkennen keine rückwirkende Feststellung der Arbeitsunfähigkeit an. Die Karenzzeit beginnt erst, wenn eine Ärztin oder ein Arzt deine Arbeitsunfähigkeit bescheinigt hat. Wenn du also erst nach drei Tagen zum Arzt gehst, verschiebt sich auch der Beginn der Karenzzeit entsprechend nach hinten.
Für Selbstständige ohne Anspruch auf Lohnfortzahlung ist eine kürzere Karenzzeit sinnvoll, zum Beispiel 7 oder 14 Tage. Das kostet zwar mehr Beitrag, verhindert aber, dass du in den ersten Krankheitswochen ohne Einkommen dastehst. Du kannst die Karenzzeit individuell mit dem Versicherer vereinbaren.
- Die Karenzzeit ist der Zeitraum zwischen Krankheitsbeginn und erster Zahlung.
- Für Angestellte sind 42 Tage Karenzzeit üblich und günstig.
- Selbstständige sollten eine kürzere Karenzzeit wählen, um Versorgungslücken zu vermeiden.
- Die Arbeitsunfähigkeit muss ab dem ersten Tag ärztlich bescheinigt sein.
1. Arbeitsunfähigkeit feststellen lassen
Suche direkt am ersten Tag deiner Erkrankung eine Ärztin oder einen Arzt auf und lasse dir die Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Eine rückwirkende Feststellung erkennen private Versicherer nicht an.
2. Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber
Als Angestellter erhältst du dein Gehalt für bis zu sechs Wochen weiter, also bis zum 42. Tag der Arbeitsunfähigkeit.
3. Karenzzeit der Versicherung
Nach Ablauf der vereinbarten Karenzzeit beginnt die Leistungspflicht der Krankentagegeldversicherung. Üblich ist eine Karenzzeit von 42 Tagen, sodass die Zahlung ab dem 43. Tag einsetzt.
4. Auszahlung des Krankentagegeldes
Für jeden weiteren Tag der Arbeitsunfähigkeit erhältst du den vereinbarten Tagessatz, auch an Sonn- und Feiertagen. Die Auszahlung erfolgt netto.
06 · Was gilt
Für wen lohnt sich eine Krankentagegeldversicherung?
Nicht jeder braucht eine private Krankentagegeldversicherung. Ob sie für dich sinnvoll ist, hängt von deinem Versichertenstatus und der Höhe deiner Einkommenslücke ab.
Eine private Krankentagegeldversicherung ist vor allem für Menschen sinnvoll, deren Einkommen im Krankheitsfall nicht ausreichend abgesichert ist. Das betrifft privat versicherte Selbstständige, die keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung oder gesetzliches Krankengeld haben und daher in jedem Fall eine eigene Absicherung benötigen. Auch gesetzlich versicherte Selbstständige profitieren, wenn sie früher als ab dem 43. Tag abgesichert sein wollen oder das gesetzliche Krankengeld nicht ausreicht.
Für Angestellte lohnt sich die Versicherung, wenn das gesetzliche Krankengeld nach Abzug der Sozialabgaben nicht zum Leben reicht. Das ist besonders bei höheren Einkommen der Fall, weil das Krankengeld auf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt ist. Wer über der Beitragsbemessungsgrenze verdient, hat im Krankheitsfall eine größere Einkommenslücke als die üblichen 20 Prozent und sollte diese gezielt absichern.
Nicht nötig ist die Versicherung für Beamte, weil der Dienstherr die Bezüge im Krankheitsfall weiterzahlt. Auch Angestellte, deren Krankengeld den Lebensunterhalt vollständig deckt, oder Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber das Krankengeld tarifvertraglich aufstockt, brauchen keine private Krankentagegeldversicherung.
- Sinnvoll für privat versicherte Selbstständige ohne andere Absicherung.
- Sinnvoll für Angestellte mit Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze.
- Nicht nötig für Beamte und Angestellte mit voller tariflicher Aufstockung.
Sinnvoll
Nicht nötig
07 · Vergleich
Krankentagegeld für Selbstständige: Welche Optionen gibt es?
Selbstständige haben je nach Versichertenstatus unterschiedliche Wege, sich gegen Verdienstausfall abzusichern. Die Wahl hängt davon ab, ob du gesetzlich oder privat krankenversichert bist.
Privat versicherte Selbstständige haben keinen Anspruch auf gesetzliches Krankengeld und sind daher in der Regel auf eine private Krankentagegeldversicherung angewiesen. Sie können den Tagessatz und die Karenzzeit frei wählen und so eine Absicherung von Beginn der Arbeitsunfähigkeit an gestalten.
Gesetzlich versicherte Selbstständige haben mehr Optionen. Sie können das gesetzliche Krankengeld ab dem 43. Tag in Anspruch nehmen, wenn ein Anspruch besteht, oder einen Wahltarif der Krankenkasse wählen, der gegen Aufpreis Krankengeld ab dem ersten Tag zahlt. Ein Wahltarif bindet dich für drei Jahre an die Krankenkasse, daher solltest du vorher vergleichen, ob eine private Krankentagegeldversicherung günstiger oder flexibler ist.
Eine private Krankentagegeldversicherung ist für gesetzlich versicherte Selbstständige sinnvoll, um die Karenzzeit zu verkürzen oder das gesetzliche Krankengeld aufzustocken. Der Vorteil gegenüber dem Wahltarif ist die freie Wahl des Versicherers und die Möglichkeit, den Vertrag unabhängig von der Krankenkasse zu wechseln.
- Privat versicherte Selbstständige brauchen in der Regel eine private Krankentagegeldversicherung.
- Gesetzlich versicherte Selbstständige können zwischen gesetzlichem Krankengeld, Wahltarif und privater Versicherung wählen.
- Ein Wahltarif bindet für drei Jahre an die Krankenkasse.
| Gesetzlich versicherte Selbstständige | Privat versicherte Selbstständige | |
|---|---|---|
| Gesetzliches Krankengeld | Ab dem 43. Tag möglich, wenn ein Anspruch besteht oder ein Wahltarif gewählt wird | Kein Anspruch |
| Private Krankentagegeldversicherung | Sinnvoll, um die Karenzzeit zu verkürzen oder das Krankengeld aufzustocken | In der Regel notwendig, da keine andere Einkommensabsicherung besteht |
| Wahltarif der Krankenkasse | Gegen Aufpreis Krankengeld ab dem ersten Tag, Bindung für drei Jahre | Nicht verfügbar |
| Gesundheitsprüfung | Beim gesetzlichen Krankengeld keine, bei privatem Krankentagegeld üblich | Üblich, Vorerkrankungen können zur Ablehnung führen |
08 · Im Vertrag
Welche Klauseln solltest du bei Krankentagegeld-Tarifen kennen?
Die Vertragsbedingungen entscheiden darüber, ob und wie lange du im Ernstfall Geld bekommst. Achte auf diese zentralen Klauseln, bevor du einen Vertrag abschließt.
Die wichtigste Klausel ist die Karenzzeit, also der Zeitraum zwischen Beginn der Arbeitsunfähigkeit und der ersten Zahlung. Üblich sind 42 Tage, kürzere Karenzzeiten erhöhen den Beitrag, längere senken ihn.
Eine weitere zentrale Klausel betrifft die Nachweispflicht: Du musst die Arbeitsunfähigkeit ab dem ersten Tag ärztlich feststellen lassen. Rückwirkende Atteste werden von privaten Versicherern nicht anerkannt, daher solltest du bei Krankheitsbeginn sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Die Steuerfreiheit ist ebenfalls vertraglich relevant, denn das Krankentagegeld wird als private Versicherungsleistung netto ausgezahlt, ohne Abzug von Steuern und Sozialabgaben.
Beachte auch die Beitragsbemessungsgrenze, die für gesetzlich Versicherte bei 5.812,50 Euro brutto im Monat liegt. Verdienst du mehr, ist dein gesetzliches Krankengeld gedeckelt und deine Einkommenslücke größer. Die private Krankentagegeldversicherung kann diese Lücke schließen, wenn der Tagessatz entsprechend hoch gewählt wird.
- Die Karenzzeit bestimmt, wann die Versicherung erstmals zahlt.
- Die Arbeitsunfähigkeit muss ab dem ersten Tag ärztlich bescheinigt sein.
- Das Krankentagegeld ist steuer- und sozialabgabenfrei.
- Die Beitragsbemessungsgrenze beeinflusst die Höhe der Einkommenslücke.
Wichtige Vertragsklauseln im Überblick
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Wahl des Krankentagegeldes
Viele Versicherte unterschätzen ihre Einkommenslücke oder wählen eine zu lange Karenzzeit. Diese Fehler kannst du vermeiden, wenn du deine Situation realistisch einschätzt.
Ein häufiger Fehler ist die Wahl eines zu niedrigen Tagessatzes, weil viele Versicherte ihre Einkommenslücke unterschätzen. Wenn das Krankentagegeld nicht ausreicht, um die Differenz zwischen Nettogehalt und gesetzlichem Krankengeld zu schließen, entsteht im Krankheitsfall eine finanzielle Lücke, die du aus Rücklagen decken musst. Berechne daher vor dem Abschluss genau, wie hoch dein monatlicher Bedarf ist.
Ein weiterer Fehler ist eine zu lange Karenzzeit für Selbstständige ohne Lohnfortzahlung. Wer keine sechs Wochen Gehalt vom Arbeitgeber bekommt, braucht eine kurze Karenzzeit, sonst entsteht in den ersten Krankheitswochen eine Versorgungslücke. Die Gesundheitsfragen im Antrag solltest du außerdem wahrheitsgemäß beantworten, denn falsche Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen.
Viele achten nur auf den Preis und wählen den günstigsten Tarif, ohne die Bedingungen zu prüfen. Günstige Tarife haben oft längere Karenzzeiten oder niedrigere Tagessätze, die im Ernstfall nicht ausreichen. Verwechsle Krankentagegeld außerdem nicht mit Krankenhaustagegeld, das nur für Kliniktage zahlt und meist überflüssig ist.
- Wähle den Tagessatz nicht zu niedrig, sonst bleibt eine Einkommenslücke.
- Setze die Karenzzeit nicht zu lang an, wenn du keine Lohnfortzahlung hast.
- Beantworte Gesundheitsfragen immer wahrheitsgemäß.
- Vergleiche nicht nur den Preis, sondern auch Karenzzeit und Tagessatz.
Diese Fehler solltest du vermeiden
10 · Schritt für Schritt
So findest du den passenden Krankentagegeld-Tarif
Ein systematischer Vergleich hilft dir, einen Tarif zu finden, der deine Einkommenslücke schließt und zu deinem Budget passt. Gehe dabei in dieser Reihenfolge vor.
Der erste Schritt ist die Berechnung deiner persönlichen Einkommenslücke. Stelle dein monatliches Nettoeinkommen dem gesetzlichen Krankengeld gegenüber, das du im Krankheitsfall erhalten würdest. Die Differenz ist die Lücke, die du mit einer privaten Krankentagegeldversicherung schließen solltest. Bei einem Nettoeinkommen von 1.600 Euro liegt die Lücke beispielsweise bei rund 333 Euro im Monat.
Im zweiten Schritt legst du den benötigten Tagessatz fest. Teile die monatliche Lücke durch 30, um den Tagessatz zu ermitteln. Bei 333 Euro Lücke sind das etwa 15 Euro pro Tag. Wähle den Tagessatz so, dass er deine Lücke vollständig abdeckt, auch wenn das einen etwas höheren Beitrag bedeutet.
Danach bestimmst du die passende Karenzzeit. Als Angestellter reicht in der Regel eine Karenzzeit von 42 Tagen, weil der Arbeitgeber in dieser Zeit das Gehalt weiterzahlt. Selbstständige ohne Lohnfortzahlung sollten eine kürzere Karenzzeit wählen, zum Beispiel 7 oder 14 Tage. Anschließend vergleichst du Tarife mit gleichem Tagessatz und gleicher Karenzzeit, um den günstigsten Anbieter zu finden.
- Berechne zuerst deine monatliche Einkommenslücke.
- Lege den Tagessatz fest, der diese Lücke schließt.
- Bestimme die Karenzzeit passend zu deinem Versichertenstatus.
- Vergleiche Tarife mit identischen Bedingungen, nicht nur den Preis.
1. Einkommenslücke berechnen
Stelle dein monatliches Nettoeinkommen dem gesetzlichen Krankengeld gegenüber. Die Differenz ist die Lücke, die du absichern solltest.
2. Tagessatz festlegen
Teile die monatliche Lücke durch 30, um den benötigten Tagessatz zu ermitteln. Bei 333 Euro Lücke sind das etwa 15 Euro pro Tag.
3. Karenzzeit bestimmen
Als Angestellter reicht in der Regel eine Karenzzeit von 42 Tagen. Selbstständige ohne Lohnfortzahlung sollten eine kürzere Karenzzeit wählen.
4. Angebote vergleichen
Vergleiche Tarife mit gleichem Tagessatz und gleicher Karenzzeit. Achte auf die Gesundheitsfragen und die Bedingungen für die Leistungsdauer.
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