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Ratgeber · Versicherung

Was kostet eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Beiträge hängen vor allem von deinem Eintrittsalter, deinem Beruf und der Höhe der gewünschten Monatsrente ab. Günstige Einstiegstarife gibt es oft schon für junge Menschen, während körperlich anspruchsvolle Berufe den Preis deutlich erhöhen.

10 Kapitel · 14 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte Rente, wenn du grundlegende Fähigkeiten wie Sehen, Gehen oder Heben verlierst.
  • Sie eignet sich besonders für Menschen mit körperlichen Berufen oder mit Vorerkrankungen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen.
  • Psychische Erkrankungen sind im Basisschutz meist nicht abgedeckt, können aber teils über Zusatzbausteine versichert werden.
  • Die monatliche Rente sollte etwa 75 Prozent deines Nettoeinkommens betragen, um deine Versorgungslücke zu schließen.

01 · Grundlagen

Was ist eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung ist eine Form der Arbeitskraftabsicherung. Sie leistet, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Grundfähigkeiten nicht mehr ausüben kannst, unabhängig davon, ob du deinen Beruf noch ausüben könntest.

Die Grundfähigkeitsversicherung zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn du eine genau definierte körperliche oder geistige Fähigkeit dauerhaft verlierst. Der tatsächlich ausgeübte Beruf spielt dabei keine Rolle, entscheidend ist allein der Verlust einer versicherten Fähigkeit wie Sehen, Hören, Gehen oder Greifen. Du kannst die Leistung flexibel nutzen, zum Beispiel für Lebenshaltungskosten, notwendige Umbauten oder medizinische Hilfen.

Die versicherten Fähigkeiten sind in den Bedingungen mit konkreten Kriterien hinterlegt. Beim Sehen gilt etwa ein Restsehvermögen von höchstens 5 Prozent auf jedem Auge als Leistungsfall, beim Hören ein Resthörvermögen von höchstens 25 Prozent auf beiden Seiten. Diese präzisen Definitionen machen die Leistung nachprüfbar, führen aber auch dazu, dass nicht jede Einschränkung automatisch abgedeckt ist.

Die Grundfähigkeitsversicherung leistet unabhängig davon, ob du deinen Beruf noch ausüben könntest. Das unterscheidet sie grundlegend von der Berufsunfähigkeitsversicherung und macht sie besonders für Menschen interessant, die in körperlich anspruchsvollen Berufen arbeiten.

Kurz erklärt

Grundfähigkeits­versicherung

Eine Versicherung, die eine monatliche Rente zahlt, wenn eine versicherte Grundfähigkeit wie Sehen, Hören, Gehen oder Greifen dauerhaft verloren geht.

Der Leistungsauslöser ist nicht der Beruf, sondern der Verlust einer definierten Fähigkeit.

02 · Vergleich

Grundfähigkeits­versicherung oder Berufsunfähigkeits­versicherung?

Beide Versicherungen sichern deine Arbeitskraft ab, unterscheiden sich aber im Leistungsauslöser. Die Wahl hängt stark von deinem Beruf, deinem Gesundheitszustand und deinem Budget ab.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf bist. Die Grundfähigkeitsversicherung leistet dagegen schon, wenn eine einzelne versicherte Fähigkeit wie Gehen, Sehen oder Greifen nachweislich verloren geht. Für Menschen mit körperlich anspruchsvollen Berufen kann die Grundfähigkeitsversicherung daher leichter zugänglich sein.

Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen sind im Basisschutz der Grundfähigkeitsversicherung oft nicht abgedeckt. In der Berufsunfähigkeitsversicherung sind sie dagegen in der Regel mitversichert. Wenn du vorwiegend im Büro arbeitest und ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen hast, ist die Berufsunfähigkeitsversicherung häufig die bessere Wahl.

Die Gesundheitsprüfung ist bei der Grundfähigkeitsversicherung weniger streng als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung. Vorerkrankungen spielen oft eine geringere Rolle, was den Abschluss für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen erleichtert. Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt, findet in der Grundfähigkeitsversicherung häufig eine Alternative.

Unterschiede zwischen Grundfähigkeits- und Berufsunfähigkeitsversicherung
Grundfähigkeits­versicherungBerufsunfähigkeits­versicherung
Leistungs­auslöserVerlust einer definierten Grundfähigkeit (z. B. Gehen, Sehen)Mindestens 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf
Psychische ErkrankungenIm Basisschutz oft nicht abgedecktIn der Regel mitversichert
Gesundheits­fragenWeniger streng, oft auch mit Vorerkrankungen abschließbarStrenge Prüfung, Vorerkrankungen führen oft zu Ablehnung oder Zuschlägen
ZielgruppeKörperlich arbeitende Menschen, Handwerker, PflegekräfteBüroangestellte, Akademiker, Menschen mit psychischen Risiken

03 · Was gilt

Welche Grundfähigkeiten sind versichert?

Die versicherten Fähigkeiten sind in den Bedingungen genau definiert. Es kommt nicht auf ein vages Gefühl der Einschränkung an, sondern auf konkrete, nachprüfbare Kriterien.

Im Basisschutz sind typischerweise Fähigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen, Treppensteigen, Heben und Tragen, Hand gebrauchen, Sprechen, Knien, Bücken, Sitzen, Stehen sowie Greifen und Halten abgedeckt. Jede Fähigkeit ist mit konkreten Kriterien definiert, damit der Leistungsfall objektiv festgestellt werden kann.

Beim Gehen gilt zum Beispiel: Du bist nicht mehr in der Lage, in 20 Minuten selbstständig eine Strecke von 400 Metern über festen und ebenen Boden zurückzulegen. Beim Treppensteigen liegt der Leistungsfall vor, wenn du 12 Treppenstufen nicht mehr ohne eine Pause von mindestens einer Minute hinauf- und hinabsteigen kannst. Beim Heben und Tragen geht es um einen zwei Kilogramm schweren Gegenstand, den du über fünf Meter tragen musst.

Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen sind im Basisschutz nicht versichert. Einige Tarife bieten Zusatzbausteine an, mit denen du Pflegebedürftigkeit, Orientierung, geistige Fähigkeiten oder eigenverantwortliches Handeln absichern kannst. Prüfe vor dem Abschluss, welche Fähigkeiten für deinen Beruf und deine Lebenssituation besonders wichtig sind.

Versicherte Fähigkeiten

·Sehen (z. B. Restsehvermögen von höchstens 5 Prozent)
·Hören (z. B. Resthörvermögen von höchstens 25 Prozent)
·Gehen (z. B. 400 Meter in 20 Minuten)
·Treppensteigen (z. B. 12 Stufen ohne Pause)
·Heben und Tragen (z. B. 2 Kilogramm über 5 Meter)
·Hand gebrauchen (z. B. Flasche öffnen und verschließen)
·Sprechen (z. B. keine verständlichen Worte mehr formen)

Oft nicht versichert

·Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen
·Allgemeine Erschöpfungszustände ohne klaren Fähigkeitsverlust
·Vorübergehende Einschränkungen unter sechs Monaten
·Berufsunfähigkeit ohne Verlust einer definierten Grundfähigkeit

04 · Kosten

Was kostet eine Grundfähigkeits­versicherung?

Die Kosten hängen von deinem Eintrittsalter, deinem Beruf und der Rentenhöhe ab. Als grobe Orientierung zahlen junge, gesunde Menschen mit risikoarmen Berufen oft ab etwa 25 bis 31 Euro im Monat.

Ein konkretes Beispiel nennt einen 18-jährigen angestellten Mechatroniker, der für eine monatliche Rente von 1.000 Euro rund 31 Euro im Monat zahlt.

Körperlich anspruchsvolle Berufe führen zu deutlich höheren Beiträgen, weil das Risiko eines Fähigkeitsverlusts statistisch größer ist. Auch die Laufzeit und das vereinbarte Endalter beeinflussen den Preis. Je früher du einsteigst, desto günstiger bleibt der Beitrag in der Regel über die gesamte Vertragslaufzeit.

Die monatliche Rente sollte etwa 75 Prozent deines aktuellen Nettoeinkommens betragen. Diese Faustregel hilft dir, deine Versorgungslücke realistisch zu schließen. Eine zu niedrige Rente von zum Beispiel 500 Euro deckt deine laufenden Kosten im Leistungsfall nicht ab.

Monatliche Beiträge als Orientierung

18-jähriger angestellter Mechatronikerca. 31 EUR
Junge gesunde Person, risikoarmer Berufab 25 EUR

05 · Schritt für Schritt

So läuft der Abschluss ab

Der Weg zur Grundfähigkeitsversicherung führt über eine Bedarfsermittlung, die Auswahl der Fähigkeiten und die Festlegung der Rentenhöhe. Eine Beratung hilft, teure Fehler zu vermeiden.

Zuerst ermittelst du deinen Bedarf. Berechne deine monatliche Versorgungslücke und orientiere dich an der Faustregel, dass die Rente etwa 75 Prozent deines Nettoeinkommens betragen sollte. Danach prüfst du deinen Gesundheitszustand und klärst, ob Vorerkrankungen vorliegen, die bei der Grundfähigkeitsversicherung oft eine geringere Rolle spielen als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Im nächsten Schritt vergleichst du die Tarife. Achte dabei auf die versicherten Grundfähigkeiten, die konkreten Definitionen der Leistungsauslöser und die Beiträge. Zusatzbausteine für psychische Erkrankungen oder Pflegebedürftigkeit können sinnvoll sein, erhöhen aber den Beitrag.

Fülle den Antrag wahrheitsgemäß aus und lasse dich bei Unsicherheiten beraten. Die Auswahl des passenden Tarifs ist nicht einfach, weil sich die Bedingungen zwischen den Anbietern stark unterscheiden. Ein Beratungsgespräch hilft dir, teure Fehler zu vermeiden und einen Tarif zu finden, der zu deinem Beruf und deiner Lebenssituation passt.

01

Bedarf ermitteln

Berechne deine monatliche Versorgungslücke. Als Faustregel gilt: Die Rente sollte etwa 75 Prozent deines aktuellen Nettoeinkommens betragen.

02

Gesundheitszustand prüfen

Kläre, ob Vorerkrankungen vorliegen. Bei der Grundfähigkeitsversicherung spielen sie oft eine geringere Rolle als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

03

Tarife vergleichen

Vergleiche die versicherten Grundfähigkeiten, die Definitionen der Leistungsauslöser und die Beiträge. Achte auf Zusatzbausteine für psychische Erkrankungen oder Pflegebedürftigkeit.

04

Antrag stellen

Fülle den Antrag wahrheitsgemäß aus. Falsche Angaben können später zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

05

Vertrag prüfen

Lies die Versicherungsbedingungen genau. Achte auf die konkreten Definitionen der Fähigkeiten und auf Ausschlüsse.

06 · Im Vertrag

Wichtige Klauseln und Definitionen

Die Leistung hängt an präzisen Formulierungen. Diese Begriffe solltest du kennen, bevor du einen Vertrag unterschreibst.

Der Leistungsauslöser ist das Ereignis, das die Rentenzahlung auslöst. Bei der Grundfähigkeitsversicherung ist das der Verlust einer versicherten Fähigkeit, nicht die Berufsunfähigkeit. Die Definitionen sind in den Versicherungsbedingungen genau festgelegt und entscheiden darüber, ob du im Ernstfall Leistungen erhältst.

Pflegebedürftigkeit kann als Zusatzbaustein versichert werden. Sie liegt vor, wenn du für mindestens vier Alltagshandlungen wie An- und Auskleiden, Essen und Trinken, Fortbewegen oder Kommunizieren täglich die Hilfe einer anderen Person benötigst. Auch wer wegen einer seelischen Erkrankung oder geistigen Behinderung täglicher Beaufsichtigung bedarf, gilt als pflegebedürftig.

Lies die Definitionen der versicherten Fähigkeiten vor dem Abschluss vollständig durch. Nur wenn du die konkreten Kriterien kennst, kannst du einschätzen, ob der Tarif im Ernstfall tatsächlich leistet. Achte besonders auf Formulierungen zu Sehen, Hören, Gehen und Heben, da diese Fähigkeiten im Alltag und Beruf am häufigsten relevant sind.

Zentrale Begriffe in den Versicherungsbedingungen

LeistungsauslöserDefinitionDas Ereignis, das die Rentenzahlung auslöst. Bei der Grundfähigkeitsversicherung ist das der Verlust einer versicherten Fähigkeit, nicht die Berufsunfähigkeit.
GrundfähigkeitenLeistungsumfangKörperliche und geistige Fähigkeiten wie Sehen, Hören, Gehen, Heben, Sprechen oder Orientierung. Jede Fähigkeit ist mit konkreten Kriterien definiert.
PflegebedürftigkeitZusatzbausteinKann als Zusatz versichert werden. Sie liegt vor, wenn du für mindestens vier Alltagshandlungen täglich Hilfe benötigst, zum Beispiel An- und Auskleiden oder Essen und Trinken.
VorerkrankungenAntragErkrankungen, die vor Vertragsabschluss bestanden. Bei der Grundfähigkeitsversicherung sind die Gesundheitsfragen oft weniger streng als bei der Berufsunfähigkeitsversicherung.

07 · Checkliste

Checkliste: Darauf solltest du beim Abschluss achten

Diese Punkte helfen dir, einen passenden Tarif zu finden und spätere Überraschungen zu vermeiden.

Ein guter Tarif zeichnet sich nicht nur durch einen niedrigen Beitrag aus, sondern vor allem durch realistische Definitionen und passende Zusatzbausteine. Prüfe vor dem Abschluss, ob die für deinen Beruf wichtigsten Fähigkeiten versichert sind und ob die Kriterien im Ernstfall erfüllbar sind.

Die folgenden Punkte helfen dir, einen passenden Tarif zu finden und spätere Überraschungen zu vermeiden:

  • Sind die für deinen Beruf wichtigsten Fähigkeiten versichert?
  • Sind die Definitionen der Fähigkeiten realistisch erfüllbar?
  • Ist eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung enthalten?
  • Kannst du die Rente später erhöhen, zum Beispiel nach Heirat oder Geburt eines Kindes?
  • Sind psychische Erkrankungen über einen Zusatzbaustein abgedeckt?
  • Wie hoch ist die monatliche Rente im Verhältnis zu deinem Nettoeinkommen?
  • Sind Ausschlüsse für bestimmte Vorerkrankungen im Vertrag vermerkt?

Eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung ist besonders wertvoll. Sie erlaubt dir, die Rente bei bestimmten Lebensereignissen zu erhöhen, ohne dass dein Gesundheitszustand erneut geprüft wird. Das ist wichtig, weil sich dein Bedarf im Laufe des Lebens ändern kann.

Checkliste für den Tarifvergleich

01

Sind die für deinen Beruf wichtigsten Fähigkeiten versichert?

02

Sind die Definitionen der Fähigkeiten realistisch erfüllbar?

03

Ist eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung enthalten?

04

Kannst du die Rente später erhöhen, zum Beispiel nach Heirat oder Geburt eines Kindes?

05

Sind psychische Erkrankungen über einen Zusatzbaustein abgedeckt?

06

Wie hoch ist die monatliche Rente im Verhältnis zu deinem Nettoeinkommen?

07

Sind Ausschlüsse für bestimmte Vorerkrankungen im Vertrag vermerkt?

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Grundfähigkeits­versicherung

Viele Menschen unterschätzen die Bedeutung der konkreten Definitionen oder wählen eine zu niedrige Rente. Diese Fehler kannst du vermeiden.

Ein häufiger Fehler ist eine zu niedrige Rente. Wenn du nur 500 Euro monatlich absicherst, deckt das deine Lebenshaltungskosten im Ernstfall nicht. Orientiere dich an der Faustregel, dass die Rente etwa 75 Prozent deines Nettoeinkommens betragen sollte.

Viele Menschen lesen die Definitionen der versicherten Fähigkeiten nicht genau. Nicht jede Einschränkung ist ein Leistungsfall, und die konkreten Kriterien für Gehen, Heben oder Sehen entscheiden darüber, ob du Geld bekommst. Wer nur auf den Preis schaut, wählt oft den Tarif mit den strengsten Definitionen und erhält im Ernstfall keine Leistung.

Vergleiche den Leistungsumfang, nicht nur den Beitrag. Der günstigste Tarif hat oft die strengsten Definitionen und die wenigsten Zusatzbausteine. Prüfe auch, ob psychische Erkrankungen über einen Zusatzbaustein abgedeckt sind, wenn du im Büro arbeitest und ein höheres Risiko für Burnout hast.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Zu niedrige Rente gewählt: Setze deine Rente auf mindestens 80 Prozent deines Nettoeinkommens an, um deine Lebenshaltungskosten zu decken.
·Definitionen nicht gelesen: Nicht jede Einschränkung ist ein Leistungsfall. Prüfe die konkreten Kriterien für Gehen, Heben oder Sehen.
·Psychische Erkrankungen vergessen: Wer im Büro arbeitet, hat ein höheres Risiko für Burnout. Prüfe, ob ein Zusatzbaustein sinnvoll ist.
·Nur auf den Preis geschaut: Der günstigste Tarif hat oft die strengsten Definitionen. Vergleiche den Leistungsumfang, nicht nur den Beitrag.
·Falsche Angaben im Antrag: Verschwiegene Vorerkrankungen können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

09 · Hintergrund

Grundfähigkeits­versicherung und gesetzliche Erwerbsminderungs­rente

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet nur eine Basisabsicherung. Die Grundfähigkeitsversicherung kann die Lücke schließen, besonders für Selbstständige.

Die gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente erhält nur, wer weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann. Die teilweise Erwerbsminderungsrente greift bei einer Arbeitsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden täglich. Voraussetzung ist eine allgemeine Wartezeit von 5 Jahren, in der du in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben musst.

Selbstständige haben oft keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, weil sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Für sie ist die private Absicherung über eine Grundfähigkeits- oder Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig. Aber auch für gesetzlich Versicherte ist die Erwerbsminderungsrente in der Regel zu niedrig, um die laufenden Kosten zu decken.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet nur eine Basisabsicherung. Eine private Grundfähigkeitsversicherung kann die Lücke schließen und dir im Ernstfall deutlich mehr finanzielle Sicherheit geben. Besonders für Selbstständige ohne gesetzlichen Anspruch ist sie oft die einzige Möglichkeit, sich gegen den Verlust der Arbeitskraft abzusichern.

Die gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente erhält nur, wer weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann. Die teilweise Erwerbsminderungsrente greift bei einer Arbeitsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden täglich.

Selbstständige haben oft keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Für sie ist die private Absicherung über eine Grundfähigkeits- oder Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig.

Die gesetzliche Rente ist zudem niedrig. Sie deckt in der Regel nicht deine laufenden Kosten. Eine private Zusatzrente schließt diese Versorgungslücke.

10 · Was gilt

Für wen lohnt sich die Grundfähigkeits­versicherung?

Die Grundfähigkeitsversicherung ist nicht für jeden die beste Wahl. Sie ist besonders dann sinnvoll, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich oder zu teuer ist.

Die Grundfähigkeitsversicherung ist besonders sinnvoll für Menschen mit körperlich anspruchsvollen Berufen wie Handwerker oder Pflegekräfte. Auch wer wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt oder riskante Hobbys hat, die den BU-Beitrag stark erhöhen, findet hier oft eine Alternative.

Selbstständige ohne Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente können mit der Grundfähigkeitsversicherung eine wichtige Versorgungslücke schließen. Weniger geeignet ist sie dagegen für Büroangestellte mit hohem Risiko für psychische Erkrankungen, weil diese im Basisschutz oft nicht abgedeckt sind. Wer eine umfassende Absicherung gegen Berufsunfähigkeit wünscht, ist mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel besser beraten.

Die Grundfähigkeitsversicherung ist keine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern eine Ergänzung für bestimmte Zielgruppen. Prüfe zuerst, ob du eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kannst. Wenn das nicht möglich oder zu teuer ist, bietet die Grundfähigkeitsversicherung einen sinnvollen Schutz für deine Arbeitskraft.

Besonders sinnvoll

·Menschen mit körperlich anspruchsvollen Berufen wie Handwerker oder Pflegekräfte
·Menschen mit Vorerkrankungen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen
·Menschen mit riskanten Hobbys, die den BU-Beitrag stark erhöhen
·Selbstständige ohne Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente

Weniger geeignet

·Büroangestellte mit hohem Risiko für psychische Erkrankungen
·Menschen, die eine umfassende Absicherung gegen Berufsunfähigkeit wünschen
·Menschen, die nur eine sehr geringe Rente benötigen

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026