StudySmarter

Ratgeber · Versicherung

Welche Versicherung für den Freiwilligen­dienst im Ausland nötig ist

Für deinen Freiwilligen­dienst im Ausland brauchst du mehr als nur die gesetzliche Krankenversicherung. Entscheidend ist eine Auslandskrankenversicherung, die auch deine Arbeit an der Einsatzstelle abdeckt und für die gesamte Dauer gilt.

11 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Eine private Auslandskrankenversicherung ist für Freiwilligendienste im Ausland unverzichtbar, weil die gesetzliche Krankenkasse nur begrenzt zahlt.
  • Deine gesetzliche Krankenversicherung übernimmt im Ausland nur Kosten in Höhe deutscher Regelsätze und zahlt keinen Rücktransport.
  • Der Träger deines Freiwilligendienstes zahlt in der Regel die Beiträge zur Sozialversicherung und oft auch für die Auslandskrankenversicherung.
  • Eine gewöhnliche Reisekrankenversicherung reicht nicht, da sie nur für Urlaubsreisen gedacht ist und deine Arbeitstätigkeit nicht abdeckt.

01 · Was gilt

Warum deine gesetzliche Krankenversicherung im Ausland nicht ausreicht

Während deines Freiwilligendienstes bleibst du in Deutschland gesetzlich krankenversichert. Dieser Schutz deckt im Ausland aber nur eine medizinische Grundversorgung ab und unterliegt strengen Regeln.

Deine gesetzliche Krankenversicherung bleibt während des Freiwilligendienstes bestehen, weil dein Träger die Beiträge weiterzahlt. Im Ausland übernimmt sie jedoch nur Leistungen, die auch in Deutschland üblich wären, und zahlt nie mehr als den deutschen Regelsatz. Liegen die Behandlungskosten in deinem Einsatzland darüber, bleibst du auf der Differenz sitzen.

Innerhalb der EU kannst du die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorlegen. Die gesetzliche Kasse zahlt dann nur bei Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern, und auch dort ausschließlich bis zur Höhe der deutschen Regelsätze. Für einen Krankenrücktransport nach Deutschland kommt die gesetzliche Krankenversicherung in keinem Fall auf.

Außerhalb der Europäischen Union gilt die EHIC grundsätzlich nicht. Dort hast du mit deiner deutschen Krankenkasse praktisch keinen verwertbaren Schutz. Deshalb ist eine zusätzliche private Auslandskrankenversicherung für die gesamte Dauer deines Einsatzes notwendig.

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt im Ausland nie mehr, als die Behandlung in Deutschland kosten würde.

  • Behandlungskosten in EU-Ländern werden bei Vorlage der EHIC nur bis zur Höhe der deutschen Regelsätze übernommen.
  • Kosten bei Ärzten oder Krankenhäusern ohne Vertrag mit der gesetzlichen Kasse musst du selbst tragen.
  • Krankenrücktransporte nach Deutschland sind bei der gesetzlichen Krankenversicherung ausgeschlossen.

Das zahlt sie

·Behandlungskosten in EU-Ländern bei Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC)
·Kosten bei Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern der gesetzlichen Kassen in einigen EU-Ländern
·Beträge bis maximal zur Höhe, die eine Behandlung in Deutschland kosten würde

Das zahlt sie nicht

·Kosten, die über die deutschen Regelsätze hinausgehen
·Behandlungen bei Ärzten oder Krankenhäusern ohne Vertrag mit der gesetzlichen Kasse
·Krankenrücktransporte nach Deutschland
·Behandlungskosten außerhalb der Europäischen Union

02 · Grundlagen

Auslandskrankenversicherung: Der wichtigste Baustein für deinen Freiwilligen­dienst

Eine private Auslandskrankenversicherung schließt die Lücken der gesetzlichen Krankenversicherung. Sie übernimmt die tatsächlichen Behandlungskosten im Ausland und organisiert bei Bedarf den Rücktransport.

Eine private Auslandskrankenversicherung für Freiwilligendienste übernimmt die tatsächlichen Behandlungskosten im Ausland, ohne sie auf deutsche Regelsätze zu begrenzen. Sie gilt für die gesamte Dauer deines Einsatzes und schließt deine Tätigkeit an der Einsatzstelle ausdrücklich ein. Auch Freizeitaktivitäten sind in guten Tarifen mitversichert.

Der entscheidende Unterschied zu einer gewöhnlichen Reisekrankenversicherung liegt in der Abdeckung deiner Arbeitstätigkeit. Reisekrankenversicherungen sind für Urlaubsreisen konzipiert und gelten innerhalb eines Jahres nur eine bestimmte Anzahl von Wochen. Für einen Freiwilligendienst, der sechs Monate oder länger dauert, ist das nicht ausreichend.

Viele Trägerorganisationen schließen für ihre Freiwilligen eine Auslandskrankenversicherung ab. Falls dein Träger das nicht übernimmt, kannst du eine solche Versicherung selbst abschließen. Tarife für Freiwilligendienste gibt es auf Tagesbasis, sodass du den Schutz exakt an deine Einsatzdauer anpassen kannst.

Eine Auslandskrankenversicherung für Freiwilligendienste deckt deine Arbeitstätigkeit ab und gilt für die gesamte Einsatzdauer.

  • Sie übernimmt Arztbesuche, Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und Rücktransporte.
  • Sie unterscheidet sich von einer Reisekrankenversicherung durch die Abdeckung deiner Tätigkeit an der Einsatzstelle.
  • Sie ist nicht auf wenige Wochen pro Jahr begrenzt, sondern für die komplette Dauer deines Freiwilligendienstes buchbar.

Kurz erklärt

Auslandskrankenversicherung für Freiwilligen­dienste

Eine private Krankenversicherung, die speziell für längere Auslandsaufenthalte mit Arbeitstätigkeit gilt. Sie deckt Arztbesuche, Behandlungen, Krankenhausaufenthalte und Rücktransporte ab und gilt für die gesamte Dauer deines Einsatzes.

Sie unterscheidet sich von einer Reisekrankenversicherung, weil sie deine Tätigkeit an der Einsatzstelle einschließt und nicht auf wenige Wochen pro Jahr begrenzt ist.

03 · Vergleich

Reisekrankenversicherung oder Auslandskrankenversicherung: Was passt zu dir?

Für einen Freiwilligendienst im Ausland gelten andere Anforderungen als für eine Urlaubsreise. Der direkte Vergleich zeigt, welche Versicherungsart deinen Einsatz absichert.

Für deinen Freiwilligendienst im Ausland brauchst du eine Versicherung, die deine Arbeitstätigkeit abdeckt. Eine gewöhnliche Reisekrankenversicherung leistet das nicht, weil sie nur für Urlaubsreisen gedacht ist und innerhalb eines Jahres nur eine begrenzte Anzahl von Wochen gilt. Dein Einsatz dauert in der Regel deutlich länger.

Die Auslandskrankenversicherung für Freiwilligendienste ist dagegen für die gesamte Dauer deines Aufenthalts buchbar. Sie schließt deine Tätigkeit an der Einsatzstelle ein und übernimmt die tatsächlichen Behandlungskosten. Auch der Krankenrücktransport ist in diesen Tarifen enthalten.

Wenn du als Freiwillige oder Freiwilliger im Ausland arbeitest, giltst du als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer. Genau dafür ist die Auslandskrankenversicherung gemacht. Eine Reisekrankenversicherung würde in vielen Fällen nicht leisten, weil deine Tätigkeit an der Einsatzstelle nicht als Urlaub gilt.

Für deinen Freiwilligendienst ist eine Auslandskrankenversicherung die richtige Wahl, da du als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer giltst.

  • Eine Reisekrankenversicherung gilt nur eine bestimmte Anzahl von Wochen pro Jahr und deckt keine Arbeitstätigkeit ab.
  • Eine Auslandskrankenversicherung gilt für die gesamte Dauer deines Freiwilligendienstes und schließt deine Tätigkeit ein.
  • Der Rücktransport ist in beiden Versicherungsarten oft enthalten, bei der Reisekrankenversicherung aber nur im Urlaubskontext.
Unterschiede zwischen Reisekrankenversicherung und Auslandskrankenversicherung
ReisekrankenversicherungAuslandskrankenversicherung
Geltungs­dauer pro JahrNur eine bestimmte Anzahl von WochenFür die gesamte Dauer des Freiwilligendienstes buchbar
Abdeckung der ArbeitstätigkeitNicht enthaltenEnthalten
Geeignet fürUrlaubsreisenFreiwilligendienste, Work & Travel, Studium im Ausland
RücktransportNicht enthaltenEnthalten

04 · Schritt für Schritt

So bist du über deinen Träger versichert

Als Freiwillige oder Freiwilliger zählst du zu den Arbeitnehmern und bist sozialversicherungspflichtig. Dein Träger übernimmt dabei eine zentrale Rolle.

Dein Träger zahlt sämtliche Beiträge zur Sozialversicherung, also für Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Damit bist du während deines Einsatzes in Deutschland weiterhin gesetzlich krankenversichert.

Zusätzlich übernimmt der Träger in der Regel auch die Kosten für eine private Auslandskrankenversicherung. Frage das frühzeitig bei deiner Organisation nach, damit du nicht selbst aktiv werden musst. Falls dein Träger keine Auslandskrankenversicherung stellt, solltest du dich rechtzeitig selbst um einen passenden Tarif kümmern.

Bevor du ins Ausland gehst, bewirbst du dich bei einer Trägerorganisation in Deutschland. Gemeinsam mit deinem Träger suchst du dann eine anerkannte Einsatzstelle im Ausland. Informiere dich vorab über die Bedingungen vor Ort, zum Beispiel über die medizinische Versorgung in deinem Einsatzland.

Dein Träger zahlt sämtliche Beiträge zur Sozialversicherung, für die Auslandskrankenversicherung musst du die Übernahme aber aktiv klären.

  • Du bewirbst dich bei einer Trägerorganisation in Deutschland, die deinen Freiwilligendienst organisiert.
  • Gemeinsam mit deinem Träger legst du eine anerkannte Einsatzstelle im Ausland fest.
  • Dein Träger zahlt die Beiträge für Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.
01

Trägerorganisation wählen

Du bewirbst dich bei einer Trägerorganisation in Deutschland, die deinen Freiwilligendienst organisiert und dich während der gesamten Zeit begleitet.

02

Einsatzstelle festlegen

Gemeinsam mit deinem Träger suchst du eine anerkannte Einsatzstelle im Ausland. Informiere dich vorab über die Bedingungen vor Ort.

03

Sozialversicherung durch den Träger

Dein Träger zahlt sämtliche Beiträge zur Sozialversicherung, also für Krankenversicherung, Unfallversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung.

04

Zusätzliche Auslandskrankenversicherung klären

In der Regel übernimmt der Träger auch die Kosten für eine private Auslandskrankenversicherung. Falls nicht, schließt du sie selbst ab.

05 · Checkliste

Was eine gute Auslandskrankenversicherung für Freiwillige leisten sollte

Achte beim Abschluss auf Leistungen, die speziell für längere Einsätze mit Arbeitstätigkeit wichtig sind. Diese Kriterien helfen dir bei der Auswahl.

Eine gute Auslandskrankenversicherung für deinen Freiwilligendienst muss mehr können als eine Reisekrankenversicherung. Sie sollte deine Arbeitstätigkeit an der Einsatzstelle ausdrücklich abdecken und für die gesamte Dauer deines Einsatzes gelten. Auch Freizeitaktivitäten, die du während deines Aufenthalts unternimmst, sollten mitversichert sein.

Achte darauf, dass die Versicherung die tatsächlichen Behandlungskosten im Ausland ohne Abzug übernimmt. Der Krankenrücktransport nach Deutschland sollte organisiert und bezahlt werden. Ein 24-Stunden-Notfallservice ist wichtig, damit du im Notfall jederzeit Hilfe bekommst.

Prüfe außerdem, ob der Tarif weltweit gilt oder zumindest dein Einsatzland abdeckt. Eine niedrige oder keine Selbstbeteiligung schützt dich davor, im Krankheitsfall hohe Kosten selbst tragen zu müssen. Diese Kriterien helfen dir, einen passenden Tarif zu finden.

Die Versicherung muss deine Arbeitstätigkeit abdecken und für die gesamte Dauer deines Freiwilligendienstes gelten.

  • Der Tarif gilt für die gesamte Dauer deines Freiwilligendienstes, vom ersten bis zum letzten Tag.
  • Er deckt deine Arbeitstätigkeit an der Einsatzstelle und deine Freizeitaktivitäten ab.
  • Er übernimmt die tatsächlichen Behandlungskosten im Ausland ohne Abzug und organisiert den Krankenrücktransport.

Checkliste für deine Auslandskrankenversicherung

01

Gilt für die gesamte Dauer deines Freiwilligendienstes

02

Deckt deine Arbeitstätigkeit an der Einsatzstelle ab

03

Schließt Freizeitaktivitäten mit ein

04

Übernimmt die tatsächlichen Behandlungskosten im Ausland ohne Abzug

05

Organisiert und bezahlt den Krankenrücktransport

06

Gilt weltweit oder zumindest in deinem Einsatzland

07

Hat keine oder eine niedrige Selbstbeteiligung

08

Bietet einen 24-Stunden-Notfallservice

06 · Kosten

Selbstbeteiligung: So beeinflusst sie deinen Schutz

Die Selbstbeteiligung bestimmt, wie viel du im Schadensfall selbst zahlst. Für Freiwilligendienste gibt es Tarife mit unterschiedlichen Regelungen.

Viele Tarife für Freiwilligendienste kommen ohne Selbstbeteiligung aus. Das bedeutet, dass die Versicherung die Behandlungskosten vollständig übernimmt, sobald du Leistungen in Anspruch nimmst.

Andere Tarife haben eine niedrige Selbstbeteiligung, oft im Bereich von 25 bis 50 Euro. Es gibt auch Tarife mit höherer Selbstbeteiligung von 100 Euro und mehr. Eine Selbstbeteiligung senkt häufig den Beitrag, bedeutet aber, dass du im Krankheitsfall einen Teil der Kosten selbst trägst.

Für einen Freiwilligendienst im Ausland ist ein Tarif ohne Selbstbeteiligung oft die bessere Wahl. So vermeidest du, dass du bei einem Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt zusätzlich belastet wirst. Prüfe die Bedingungen genau, bevor du dich für einen Tarif entscheidest.

Viele Tarife für Freiwilligendienste kommen ohne Selbstbeteiligung aus, was im Krankheitsfall dein finanzielles Risiko senkt.

  • Tarife ohne Selbstbeteiligung übernehmen die Kosten vollständig, ohne dass du einen Eigenanteil zahlst.
  • Tarife mit niedriger Selbstbeteiligung verlangen oft 25 bis 50 Euro pro Schadensfall.
  • Tarife mit höherer Selbstbeteiligung von 100 Euro und mehr senken den Beitrag, erhöhen aber dein Kostenrisiko.

Kurz erklärt

Tarife ohne Selbstbeteiligung

Selbstbeteiligung bei Auslandskrankenversicherungen für Freiwilligendienste

0 EUR

07 · Was gilt

Europäischer Freiwilligen­dienst: Das gilt innerhalb der EU

Auch bei einem Freiwilligendienst in einem EU-Land ist eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung sinnvoll. Die Europäische Krankenversicherungskarte deckt nicht alle Kosten ab.

Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) deckt nur Behandlungskosten bei Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern der gesetzlichen Kassen ab. Sie zahlt ausschließlich bis zur Höhe der deutschen Regelsätze.

Kosten, die über die deutschen Regelsätze hinausgehen, musst du selbst tragen. Behandlungen bei Ärzten ohne Vertrag mit der gesetzlichen Kasse sind ebenfalls nicht abgedeckt. Für Krankenrücktransporte nach Deutschland leistet die EHIC in keinem Fall.

Eine private Auslandskrankenversicherung schließt diese Lücken. Sie übernimmt die tatsächlichen Kosten und organisiert den Rücktransport. Deshalb ist sie auch innerhalb der EU ein wichtiger Baustein für deinen Freiwilligendienst.

Die EHIC deckt in EU-Ländern nur Kosten bis zur Höhe der deutschen Regelsätze und keine Rücktransporte ab.

  • Abgedeckt durch die EHIC sind Behandlungskosten bei Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern bis zur Höhe der deutschen Regelsätze.
  • Nicht abgedeckt sind Kosten, die über die deutschen Regelsätze hinausgehen, sowie Behandlungen bei Ärzten ohne Vertrag mit der gesetzlichen Kasse.
  • Krankenrücktransporte nach Deutschland und Behandlungskosten außerhalb der EU sind über die EHIC nicht versichert.

Abgedeckt durch EHIC

·Behandlungskosten bei Vertragsärzten und Vertragskrankenhäusern der gesetzlichen Kassen
·Kosten bis zur Höhe der deutschen Regelsätze

Nicht abgedeckt durch EHIC

·Kosten, die über die deutschen Regelsätze hinausgehen
·Behandlungen bei Ärzten ohne Vertrag mit der gesetzlichen Kasse
·Krankenrücktransporte nach Deutschland
·Behandlungskosten außerhalb der EU

08 · Vergleich

Weltwärts, IJFD und FSJ: Besonderheiten der Programme

Je nach Programm gelten unterschiedliche Altersgrenzen und Dauern. Für alle Programme gilt: Eine passende Auslandskrankenversicherung ist Pflicht.

Das FSJ im Ausland ist für junge Menschen von 16 bis 27 Jahren verfügbar und dauert zwischen 6 und 12 Monaten. Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) richtet sich ebenfalls an Menschen bis 27 Jahre und dauert 8 bis 18 Monate.

Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) steht jungen Menschen von 16 bis 30 Jahren offen und dauert 2 bis 12 Monate. Weltwärts, der entwicklungspolitische Dienst der Bundesregierung, ist für Menschen von 18 bis 28 Jahren vorgesehen und dauert 2 bis 24 Monate. Die Einsatzbereiche reichen von sozialen und kulturellen Projekten bis zu Entwicklungsprojekten.

Unabhängig vom Programm gilt: Dein Träger zahlt die Sozialversicherungsbeiträge, und du brauchst eine Auslandskrankenversicherung, die deine Arbeitstätigkeit abdeckt. Prüfe die Bedingungen deines Programms und kläre frühzeitig, ob dein Träger die Auslandskrankenversicherung übernimmt.

Die Programmdauer reicht von 2 Monaten beim EFD bis zu 24 Monaten bei Weltwärts, die Altersgrenzen liegen zwischen 16 und 30 Jahren.

  • Das FSJ im Ausland ist für 16- bis 27-Jährige und dauert 6 bis 12 Monate.
  • Der IJFD ist für Menschen bis 27 Jahre und dauert 8 bis 18 Monate.
  • Weltwärts ist für 18- bis 28-Jährige und dauert 2 bis 24 Monate.
Freiwilligendienst-Programme im Überblick
FSJ im AuslandInternationaler Jugendfreiwilligen­dienst (IJFD)Europäischer Freiwilligen­dienst (EFD)Weltwärts
Alter16 bis 27 Jahrebis 27 Jahre16 bis 30 Jahre18 bis 28 Jahre
Dauer6 bis 12 Monate8 bis 18 Monate2 bis 12 Monate2 bis 24 Monate
EinsatzbereicheSoziale, kulturelle oder ökologische ProjekteEntwicklungsprojekte

09 · Was gilt

Haftpflicht und Unfallversicherung: Was dein Träger bereits abdeckt

Neben der Krankenversicherung sind auch Haftpflicht und Unfallversicherung wichtige Bausteine. Ein Teil davon ist bereits über deinen Träger abgedeckt.

Über deinen Träger bist du während des Freiwilligendienstes gesetzlich unfallversichert. Das bedeutet, dass Unfälle an der Einsatzstelle und auf dem direkten Weg dorthin abgesichert sind. Auch Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung laufen über deinen Träger weiter.

Nicht über den Träger abgedeckt ist in der Regel eine private Haftpflichtversicherung für Schäden gegenüber Dritten. Diese solltest du selbst prüfen und gegebenenfalls abschließen. Eine private Unfallversicherung für Freizeitunfälle ist ebenfalls deine eigene Sache, da die gesetzliche Unfallversicherung nur Arbeitsunfälle und Wegeunfälle abdeckt.

Die gesetzliche Krankenversicherung bleibt über deinen Träger bestehen, reicht im Ausland aber nicht aus. Falls dein Träger die zusätzliche Auslandskrankenversicherung nicht zahlt, musst du dich selbst darum kümmern. Kläre das frühzeitig, damit du ohne Lücken ins Ausland gehst.

Die gesetzliche Unfallversicherung über deinen Träger deckt Arbeitsunfälle ab, für Freizeitunfälle brauchst du eine private Unfallversicherung.

  • Über den Träger abgedeckt sind gesetzliche Unfallversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und gesetzliche Krankenversicherung.
  • Selbst zu prüfen oder abzuschließen sind private Haftpflichtversicherung und private Unfallversicherung für Freizeitunfälle.
  • Die zusätzliche Auslandskrankenversicherung musst du selbst abschließen, falls dein Träger sie nicht zahlt.

Über den Träger abgedeckt

·Gesetzliche Unfallversicherung
·Rentenversicherung
·Arbeitslosenversicherung
·Gesetzliche Krankenversicherung

Selbst zu prüfen oder abzuschließen

·Private Haftpflichtversicherung für Schäden gegenüber Dritten
·Private Unfallversicherung für Freizeitunfälle
·Zusätzliche Auslandskrankenversicherung, falls der Träger sie nicht zahlt

10 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Versicherungs­wahl für den Freiwilligen­dienst

Diese Fehler können dazu führen, dass du im Krankheitsfall auf hohen Kosten sitzen bleibst. Prüfe deinen Versicherungsschutz vor der Abreise sorgfältig.

Ein häufiger Fehler ist, nur mit der gesetzlichen Krankenversicherung ins Ausland zu gehen und auf die EHIC zu vertrauen. Die gesetzliche Kasse zahlt aber nur bis zur Höhe der deutschen Regelsätze und leistet keinen Krankenrücktransport. Außerhalb der EU gilt die EHIC gar nicht.

Ein weiterer Fehler ist der Abschluss einer gewöhnlichen Reisekrankenversicherung. Sie deckt deine Arbeitstätigkeit an der Einsatzstelle nicht ab und gilt nur eine begrenzte Anzahl von Wochen pro Jahr. Auch wer die Versicherung nicht für den gesamten Zeitraum des Freiwilligendienstes abschließt, riskiert eine Lücke im Schutz.

Manche wählen eine hohe Selbstbeteiligung, um den Beitrag zu senken, und tragen im Schadensfall hohe Kosten selbst. Andere prüfen die Bedingungen für Freizeitaktivitäten nicht oder buchen zu spät, sodass der Schutz bei Abreise noch nicht gilt. Informiere dich rechtzeitig, ob dein Träger die Auslandskrankenversicherung übernimmt.

Der häufigste Fehler ist, nur mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der EHIC ins Ausland zu gehen, weil diese keinen Rücktransport und keine vollen Behandlungskosten abdeckt.

  • Nur mit der gesetzlichen Krankenversicherung ins Ausland zu gehen und auf die EHIC zu vertrauen, führt zu hohen Eigenkosten.
  • Eine gewöhnliche Reisekrankenversicherung abzuschließen, die deine Arbeitstätigkeit nicht abdeckt, ist für Freiwilligendienste ungeeignet.
  • Die Versicherung nicht für den gesamten Zeitraum abzuschließen oder zu spät zu buchen, kann deinen Schutz gefährden.

Fehler, die du vermeiden solltest

·Nur mit der gesetzlichen Krankenversicherung ins Ausland zu gehen und auf die EHIC zu vertrauen
·Eine gewöhnliche Reisekrankenversicherung abzuschließen, die deine Arbeitstätigkeit nicht abdeckt
·Die Versicherung nicht für den gesamten Zeitraum des Freiwilligendienstes abzuschließen
·Zu spät zu buchen, sodass der Schutz bei Abreise noch nicht gilt
·Die Bedingungen für Freizeitaktivitäten nicht zu prüfen
·Eine hohe Selbstbeteiligung zu wählen, um den Beitrag zu senken, und im Schadensfall hohe Kosten zu tragen
·Sich nicht zu informieren, ob der Träger die Auslandskrankenversicherung bereits übernimmt

11 · Schritt für Schritt

So gehst du bei der Auswahl deiner Versicherung vor

Mit einer klaren Reihenfolge findest du die passende Auslandskrankenversicherung für deinen Freiwilligendienst. So stellst du sicher, dass du umfassend geschützt bist.

Kläre zuerst, was dein Träger übernimmt. Frage bei deiner Trägerorganisation nach, ob sie eine Auslandskrankenversicherung für dich abschließt oder ob du dich selbst kümmern musst. Viele Träger zahlen die Kosten für diese Versicherung, aber nicht alle.

Bestimme dann die genaue Dauer deines Einsatzes. Schließe die Versicherung für den gesamten Zeitraum deines Freiwilligendienstes ab, vom ersten bis zum letzten Tag. Prüfe die Leistungen genau: Arbeitstätigkeit, Freizeitaktivitäten und Rücktransport müssen abgedeckt sein, und eine hohe Selbstbeteiligung solltest du vermeiden.

Vergleiche anschließend verschiedene Anbieter und Tarife für Freiwilligendienste. Achte auf flexible Zahlungsweisen und darauf, dass der Tarif für dein Einsatzland gilt. So stellst du sicher, dass du umfassend geschützt bist und im Krankheitsfall nicht auf hohen Kosten sitzen bleibst.

Kläre zuerst, ob dein Träger die Auslandskrankenversicherung übernimmt, und schließe den Tarif dann für den gesamten Zeitraum ab.

  • Frage bei deiner Trägerorganisation nach, ob sie eine Auslandskrankenversicherung für dich abschließt.
  • Bestimme die Dauer deines Einsatzes und schließe die Versicherung für den gesamten Zeitraum ab.
  • Prüfe die Leistungen und vergleiche Tarife, bevor du dich entscheidest.
01

Kläre, was dein Träger übernimmt

Frage bei deiner Trägerorganisation nach, ob sie eine Auslandskrankenversicherung für dich abschließt oder ob du dich selbst kümmern musst.

02

Bestimme die Dauer deines Einsatzes

Schließe die Versicherung für den gesamten Zeitraum deines Freiwilligendienstes ab, vom ersten bis zum letzten Tag.

03

Prüfe die Leistungen

Achte darauf, dass Arbeitstätigkeit, Freizeitaktivitäten und Rücktransport abgedeckt sind und keine hohe Selbstbeteiligung anfällt.

04

Vergleiche Tarife

Vergleiche verschiedene Anbieter und Tarife für Freiwilligendienste. Achte auf flexible Zahlungsweisen und einen 24-Stunden-Notfallservice.

05

Schließe die Versicherung vor Abreise ab

Buche die Versicherung rechtzeitig, damit der Schutz ab dem ersten Tag deines Einsatzes gilt.

Häufige Fragen

Fragen zu Welche Versicherung für den Freiwilligen­dienst im Ausland nötig ist

Versicherung

Mehr zu Versicherung

UnfallversicherungRechtsschutzversicherungFreiwilligendienst im Ausland VersicherungWelche Versicherung für Studium im AuslandWelche Versicherung für Gap YearWelche Versicherung für Schüleraustausch

Weiter mit Finanzen

Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.

Alle Finanz-Ratgeber
FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026