Ratgeber · Versicherung
Günstige Drohnenversicherung: So findest du den passenden Schutz für deinen Multikopter
Eine Drohnenversicherung ist in Deutschland Pflicht, egal ob du privat oder gewerblich fliegst. Günstige Tarife gibt es ab etwa 28 Euro im Jahr, wenn du auf die richtigen Leistungen achtest.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Die Drohnenhaftpflicht ist gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden durch Gefährdungshaftung ab.
- Günstige Tarife für die private Nutzung starten bei rund 28 bis 50 Euro Jahresbeitrag.
- Die Deckungssumme sollte mindestens 50 Millionen Euro betragen, um im Schadensfall ausreichend abgesichert zu sein.
- Für die gewerbliche Nutzung brauchst du einen separaten Tarif, der oft teurer ist und andere Bedingungen hat.
01 · Grundlagen
Was ist eine Drohnenversicherung?
Die Drohnenversicherung ist eine spezielle Haftpflichtversicherung für unbemannte Luftfahrzeuge. Sie schützt dich vor den finanziellen Folgen, wenn dein Multikopter einen Schaden verursacht.
Die Drohnenhaftpflicht übernimmt Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die durch den Betrieb deines Fluggeräts entstehen. Anders als eine Kaskoversicherung schützt sie nicht deine eigene Drohne, sondern das Vermögen von Dritten. Für Studierende ist das relevant, weil schon ein kurzer Kontrollverlust über einem belebten Campusgelände hohe Forderungen auslösen kann.
In den Tarifen sind häufig auch Flüge mit geliehenen oder fremden Drohnen eingeschlossen, solange du als Versicherungsnehmer anwesend bist. Das ist praktisch, wenn du dir für ein Projekt eine Drohne ausleihst. Achte darauf, dass Foto- und Videoflüge ausdrücklich mitversichert sind, denn nicht jeder Tarif deckt diese Nutzung automatisch ab.
- Die Drohnenhaftpflicht ist eine gesetzlich vorgeschriebene Versicherung für unbemannte Luftfahrzeuge.
- Sie deckt Schäden ab, die durch den Betrieb der Drohne bei Dritten entstehen.
- Für die private Nutzung gelten andere Tarife als für die gewerbliche Nutzung.
Kurz erklärt
Drohnenhaftpflicht
Eine gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung für Drohnen, Multicopter und Quadrocopter. Sie deckt Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, die durch den Betrieb des Fluggeräts entstehen.
Die Versicherung gilt für private und gewerbliche Nutzung, wobei die gewerbliche Nutzung einen eigenen Tarif erfordert.
02 · Was gilt
Warum ist eine Drohnenversicherung Pflicht?
In Deutschland besteht Versicherungspflicht für alle Drohnen und Flugmodelle, unabhängig von Gewicht oder Nutzungsart. Das ergibt sich aus dem Luftverkehrsgesetz.
Das Luftverkehrsgesetz verlangt für alle Drohnen und Flugmodelle eine Haftpflichtversicherung, unabhängig vom Startgewicht. Auch wer nur gelegentlich auf einer Wiese fliegt, muss einen gültigen Versicherungsnachweis mitführen. Bei Kontrollen kann das Fehlen der Police ein Bußgeld nach sich ziehen.
Für Studierende bedeutet das: Auch eine kleine Drohne unter 250 Gramm ist versicherungspflichtig, sobald sie eine Kamera trägt oder außerhalb des privaten Geländes betrieben wird. Die Versicherungspflicht gilt für Multicopter, Quadrocopter, Flugmodelle und Eigenbauten gleichermaßen. Ohne gültige Drohnenhaftpflicht darfst du in Deutschland nicht starten.
- Private Drohnen ab 250 Gramm Startgewicht sind versicherungspflichtig.
- Gewerblich genutzte Drohnen jeder Größe benötigen eine Haftpflichtversicherung.
- Spielzeugdrohnen unter 250 Gramm ohne Kamera sind von der Pflicht ausgenommen.
Versicherungspflichtig
Nicht versicherungspflichtig
03 · Vergleich
Gefährdungshaftung oder Verschuldenshaftung: Was zahlt die Versicherung?
Bei Drohnen gilt die Gefährdungshaftung. Das bedeutet, du haftest auch ohne eigenes Verschulden, wenn dein Fluggerät einen Schaden verursacht.
Bei Drohnen gilt die Gefährdungshaftung nach dem Luftverkehrsgesetz. Das heißt, du haftest auch dann, wenn du keinen Fehler gemacht hast, etwa bei einem Absturz durch eine plötzliche Windböe oder einen technischen Defekt. Die Versicherung prüft in diesem Fall nicht, ob du fahrlässig gehandelt hast.
Die Verschuldenshaftung greift dagegen, wenn dir ein konkreter Flugfehler oder die Missachtung von Flugverboten nachgewiesen wird. Beide Haftungsarten sind in guten Drohnenhaftpflicht-Tarifen eingeschlossen. Die Gefährdungshaftung ist der häufigste Fall, weil technische Ursachen oft nicht vorhersehbar sind.
- Bei der Gefährdungshaftung genügt der Betrieb der Drohne, ein Verschulden ist nicht nötig.
- Bei der Verschuldenshaftung muss dir Fahrlässigkeit oder Vorsatz nachgewiesen werden.
- Die Drohnenhaftpflicht deckt beide Haftungsarten ab.
| Gefährdungshaftung | Verschuldenshaftung | |
|---|---|---|
| Voraussetzung | Kein Verschulden nötig, Betrieb der Drohne genügt | Nachweis von Fahrlässigkeit oder Vorsatz erforderlich |
| Typische Fälle | Absturz durch technischen Defekt, Windböe | Flugfehler, Missachtung von Flugverboten |
| Versicherungsschutz | In Drohnenhaftpflicht enthalten | Ebenfalls in Drohnenhaftpflicht enthalten |
04 · Kosten
Private Nutzung: Welcher Tarif ist günstig und ausreichend?
Für die private Nutzung reicht meist ein Tarif mit 50 Millionen Euro Deckungssumme. Günstige Angebote gibt es ab etwa 28 Euro im Jahr.
Für die private Nutzung sind Tarife mit 50 Millionen Euro Deckungssumme inzwischen Standard und oft nur wenige Euro teurer als Angebote mit niedrigeren Summen. Günstige Policen beginnen bei etwa 28 Euro im Jahr, dann meist mit einer Selbstbeteiligung von 300 Euro. Ohne Selbstbeteiligung liegen die Beiträge bei rund 44 Euro jährlich.
Für Studierende lohnt sich ein Blick auf Tarife, die eine komplette Privathaftpflichtversicherung einschließen. Diese Kombi-Policen kosten zwischen 42 und 76 Euro im Jahr und sichern neben der Drohne auch den Alltag ab. Achte darauf, ob Familienmitglieder oder Mitbewohner mitversichert sind, wenn du die Drohne gemeinsam nutzt.
- Günstige Tarife mit 50 Millionen Euro Deckung und 300 Euro Selbstbeteiligung gibt es ab 28 Euro im Jahr.
- Ohne Selbstbeteiligung steigt der Beitrag auf etwa 44 Euro jährlich.
- Kombi-Tarife mit Privathaftpflicht kosten zwischen 42 und 76 Euro im Jahr.
Jahresbeiträge für die private Drohnenhaftpflicht
05 · Kosten
Gewerbliche Nutzung: Was kostet die Drohnenversicherung für Unternehmen?
Wer mit der Drohne Geld verdient, braucht einen Gewerbetarif. Die Beiträge liegen höher, dafür sind oft höhere Deckungssummen und mehr Piloten versicherbar.
Das gilt auch für Studierende, die nebenbei Luftaufnahmen verkaufen oder einen Youtube-Kanal mit Drohnenvideos betreiben. Gewerbliche Tarife beginnen bei etwa 50 Euro im Jahr, umfassendere Angebote mit wählbaren Deckungssummen liegen bei 80 Euro aufwärts.
Die Beiträge hängen von der Anzahl der Drohnen, dem Einsatzgebiet und der gewünschten Deckungssumme ab. Viele Gewerbetarife decken auch das gelegentliche Fliegen fremder Drohnen ab und bieten optional eine Absicherung von Vermögensschäden, etwa bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch Luftaufnahmen. Für gewerbliche Flüge ist ein privater Tarif nicht ausreichend.
- Gewerbliche Tarife mit 3 bis 10 Millionen Euro Deckung beginnen bei etwa 50 Euro im Jahr.
- Profi-Tarife mit wählbarer Deckungssumme kosten ab 80 Euro jährlich.
- Die Beiträge werden individuell nach Drohnenanzahl und Einsatzgebiet kalkuliert.
Kurz erklärt
Drohnen-versichern.de Profi-Tarif (1,5 bis 10 Mio. Deckung)
Jahresbeiträge für die gewerbliche Drohnenhaftpflicht
ab 80 €
06 · Vergleich
Deckungssumme und Selbstbeteiligung: So findest du das richtige Verhältnis
Die Deckungssumme bestimmt, wie hoch der Versicherer im Schadensfall maximal zahlt. Die Selbstbeteiligung ist dein Eigenanteil pro Schaden.
Für private Drohnen sind 50 Millionen Euro ein sinnvoller Standard, da Personenschäden schnell hohe Kosten verursachen können. Niedrige Deckungssummen von 1 bis 3 Millionen Euro findest du vor allem bei sehr günstigen Tarifen für kleine Drohnen.
Die Selbstbeteiligung ist dein Eigenanteil pro Schaden. Tarife ohne Selbstbeteiligung kosten mehr, ersparen dir aber im Schadensfall jede Zuzahlung. Eine Selbstbeteiligung von 150 bis 300 Euro senkt den Jahresbeitrag spürbar, ohne dich im Ernstfall zu überfordern.
- Niedrige Deckungssummen von 1 bis 20 Millionen Euro eignen sich nur für kleine Drohnen unter 2 Kilogramm.
- Hohe Deckungssummen von 50 Millionen Euro oder mehr sind für alle Drohnen ab 2 Kilogramm empfehlenswert.
- Selbstbeteiligungen zwischen 0 und 500 Euro sind je nach Tarif wählbar.
| Niedrige Deckungssumme | Hohe Deckungssumme | |
|---|---|---|
| Typische Höhe | 1 bis 20 Millionen Euro | 50 Millionen Euro oder mehr |
| Selbstbeteiligung | 0 bis 300 Euro | 0 bis 300 Euro |
07 · Was gilt
Privathaftpflicht mit Drohnenschutz: Wann lohnt sich der Kombi-Tarif?
Einige Anbieter kombinieren die Drohnenhaftpflicht mit einer Privathaftpflichtversicherung. Das kann günstiger sein als zwei separate Verträge.
Kombi-Tarife bündeln die Drohnenhaftpflicht mit einer Privathaftpflichtversicherung. Das ist oft günstiger als zwei getrennte Verträge und schützt dich zusätzlich im Alltag, etwa bei Schäden in der Mietwohnung oder gegenüber Dritten. Für Studierende, die noch keine eigene Privathaftpflicht haben, ist das eine sinnvolle Option.
In diesen Tarifen sind häufig Familienmitglieder und Lebenspartner mitversichert, ebenso wie das Fliegen fremder Drohnen in deinem Beisein. Nicht enthalten sind gewerbliche Drohnennutzung, ein Rechtsschutz für Drohnenstreitigkeiten und eine Kaskoversicherung für die Drohne selbst. Prüfe vor dem Abschluss, ob deine Mitbewohner oder Partner automatisch eingeschlossen sind.
- Kombi-Tarife enthalten die Drohnenhaftpflicht und eine Privathaftpflicht für den Alltag.
- Familienmitglieder und Lebenspartner sind oft mitversichert.
- Gewerbliche Nutzung und Kaskoschutz für die Drohne sind nicht enthalten.
Enthalten
Nicht enthalten
08 · Checkliste
Drohnen-Versicherung für Multikopter: Was gilt für Quadrocopter und Eigenbauten?
Multikopter, Quadrocopter und Eigenbauten sind in der Drohnenhaftpflicht versichert. Wichtig ist, dass du das Startgewicht korrekt angibst.
Entscheidend ist das korrekte Startgewicht, denn viele Tarife unterscheiden zwischen Drohnen unter und über 5 Kilogramm. Eigenbauten müssen beim Versicherer angemeldet werden, da sie nicht automatisch in jedem Tarif enthalten sind.
Für FPV-Flüge und Flüge mit FPV-Brille solltest du prüfen, ob der Tarif diese Nutzung ausdrücklich erlaubt. Auch Flüge außerhalb von Modellflugplätzen sind nicht in jedem Vertrag abgedeckt. Gib beim Abschluss immer das höchste Startgewicht an, das deine Drohne mit Zubehör erreichen kann.
- Ermittle das Startgewicht deiner Drohne inklusive Akku und Zubehör.
- Melde Eigenbauten ausdrücklich beim Versicherer an.
- Prüfe, ob FPV-Flüge und Flüge außerhalb von Modellflugplätzen eingeschlossen sind.
Checkliste für Multikopter und Eigenbauten
Startgewicht der Drohne ermitteln (unter oder über 5 kg)
Eigenbauten beim Versicherer anmelden
Anzahl der gleichzeitig fliegenden Drohnen prüfen
FPV-Flüge und Flüge mit FPV-Brille absichern
Flüge außerhalb von Modellflugplätzen einschließen
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Drohnenversicherung vermeiden
Viele Drohnenpiloten unterschätzen die Deckungssumme oder vergessen, gewerbliche Flüge anzumelden. Das kann im Schadensfall teuer werden.
Ein häufiger Fehler ist die Wahl einer zu niedrigen Deckungssumme, weil der Beitrag dadurch nur minimal sinkt. Auch die gewerbliche Nutzung wird oft nicht angemeldet, obwohl bereits Einnahmen aus Youtube-Videos oder Fotoaufträgen als gewerblich gelten können. Im Schadensfall kann der Versicherer dann die Leistung verweigern.
Eine zu hohe Selbstbeteiligung kann dich im Ernstfall finanziell belasten, gerade als Studierende mit kleinem Budget. Auch das Fliegen fremder Drohnen ist nicht in jedem Tarif abgedeckt. Prüfe vor dem Abschluss, ob weltweiter Schutz eingeschlossen ist, wenn du im Ausland fliegen möchtest.
- Wähle mindestens 50 Millionen Euro Deckungssumme, auch für kleine Drohnen.
- Melde gewerbliche Nutzung an, sobald du Einnahmen mit der Drohne erzielst.
- Setze die Selbstbeteiligung nicht zu hoch an, um im Schadensfall nicht selbst zahlen zu müssen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
10 · Schritt für Schritt
So findest du die günstige Drohnenversicherung in 4 Schritten
Mit einem systematischen Vorgehen findest du schnell einen günstigen Tarif, der zu deiner Nutzung passt.
Lege zuerst fest, ob du privat oder gewerblich fliegst. Bei gewerblicher Nutzung brauchst du einen Gewerbetarif, auch wenn die Einnahmen gering sind. Danach wählst du die Deckungssumme, für private Drohnen sind 50 Millionen Euro ein sinnvoller Richtwert.
Im dritten Schritt legst du die Selbstbeteiligung fest. Ein Eigenanteil von 150 bis 300 Euro senkt den Beitrag deutlich, ohne dich im Schadensfall zu überfordern. Zum Schluss vergleichst du Tarife anhand von weltweitem Schutz, der Anzahl versicherter Drohnen und den Kündigungsfristen. Tarife mit täglicher Kündbarkeit geben dir als Studierende Flexibilität, falls sich deine Nutzung ändert.
- Lege die Nutzungsart fest: privat oder gewerblich.
- Wähle eine Deckungssumme von mindestens 50 Millionen Euro für private Drohnen.
- Setze die Selbstbeteiligung auf 150 bis 300 Euro, um den Beitrag zu senken.
- Vergleiche Tarife nach weltweitem Schutz, Drohnenanzahl und Kündigungsfristen.
Nutzungsart festlegen
Privat oder gewerblich? Bei gewerblicher Nutzung brauchst du einen Gewerbetarif.
Deckungssumme wählen
Mindestens 50 Millionen Euro für private Drohnen, bei gewerblicher Nutzung oft mehr.
Selbstbeteiligung festlegen
Eine Selbstbeteiligung von 150 bis 300 Euro senkt den Beitrag deutlich.
Tarife vergleichen
Achte auf weltweiten Schutz, Anzahl der versicherten Drohnen und Kündigungsfristen.
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