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Ratgeber · Versicherung

Drohnenversicherung: Welche Höhe der Deckungs­summe brauchst du?

Die Versicherungs­pflicht für Drohnen ist klar geregelt, doch bei der nötigen Höhe der Versicherungs­summe herrscht oft Unsicherheit. Deine private Haftpflicht deckt kleine Modelle oft ab, für größere oder gewerbliche Drohnen brauchst du eine spezielle Police mit passender Deckung.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Für alle Drohnen im Freien gilt eine Versicherungspflicht, unabhängig vom Gewicht.
  • Die private Haftpflichtversicherung deckt oft nur Drohnen bis 5 kg Abfluggewicht ab.
  • Spezielle Drohnenversicherungen bieten Deckungssummen von 3 oder 12 Millionen Euro.
  • Bei gewerblicher Nutzung ist eine separate Betriebshaftpflicht oder Luftfahrtversicherung nötig.

01 · Grundlagen

Warum brauchst du eine Drohnenversicherung?

Die gesetzliche Pflicht ergibt sich aus dem Luftverkehrsgesetz und der darin verankerten Gefährdungshaftung. Als Halter haftest du für Schäden deiner Drohne, selbst wenn du keinen Fehler gemacht hast.

Für Drohnen gilt im Luftverkehrsgesetz die Gefährdungshaftung. Das bedeutet, du haftest als Halterin oder Halter auch dann für Schäden, wenn dich kein Verschulden trifft. Ein technischer Defekt oder eine plötzliche Windböe reichen aus, um dich in die Haftung zu nehmen.

Diese Haftung kann schnell existenzbedrohend werden. Stell dir vor, deine Drohne fällt auf eine Straße und verursacht einen Auffahrunfall mit Personenschaden. Die Kosten für Behandlung, Schmerzensgeld und Verdienstausfall können mehrere hunderttausend Euro erreichen.

Deshalb schreibt der Gesetzgeber seit 2005 für alle Drohnen, die im Freien betrieben werden, eine Haftpflichtversicherung vor. Nur wer ausschließlich in geschlossenen Räumen fliegt, braucht keine Versicherung.

Kurz erklärt

Gefährdungs­haftung im Luftverkehrsgesetz

Der Halter eines Luftfahrzeugs haftet für Schäden, die durch den Betrieb entstehen, unabhängig von eigenem Verschulden. Diese Haftung gilt auch, wenn ein technischer Defekt oder eine Windböe die Ursache war.

Die Gefährdungshaftung macht eine Haftpflichtversicherung für jeden Drohnenbetrieb im Freien unverzichtbar.

02 · Vergleich

Private Haftpflicht oder spezielle Drohnenversicherung?

Ob deine bestehende Privathaftpflichtversicherung ausreicht, hängt vom Abfluggewicht deiner Drohne und den Vertragsbedingungen ab. Viele Policen schließen Drohnen nur bis zu einer bestimmten Gewichtsgrenze ein.

Viele private Haftpflichtversicherungen schließen Drohnen bis zu einem Abfluggewicht von 5 kg ein. Der Schutz muss jedoch ausdrücklich in den Vertragsbedingungen genannt sein. Fehlt dieser Zusatz, bist du nicht abgesichert, auch wenn deine Drohne klein und leicht ist.

Spezielle Drohnenversicherungen decken dagegen Modelle bis 25 kg ab und bieten dir als Pilotin oder Pilot eine unbegrenzte Anzahl versicherter Drohnen. Auch geliehene und gemietete Geräte sind enthalten. Ein weiterer Unterschied liegt in der Deckungssumme: Private Policen bieten oft pauschal 50 Mio. Euro, spezielle Tarife lassen dir die Wahl zwischen 3 Mio. und 12 Mio. Euro.

Prüfe deine bestehende Police genau. Der Versicherungsschutz gilt nur, wenn du die EU-Drohnenverordnung einhältst. Verstöße gegen Flugverbotszonen oder fehlende Registrierung können dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt.

Absicherung von Drohnen im privaten Bereich
Private HaftpflichtversicherungSpezielle Drohnenversicherung
AbfluggewichtOft bis 5 kgBis 25 kg
Deckungs­summePauschal 50 Mio. Euro3 oder 12 Mio. Euro wählbar
Geltungs­bereichWeltweit außer USA und Kriegsgebiete
SelbstbeteiligungKeine

03 · Kosten

Welche Deckungs­summe ist für deine Drohne sinnvoll?

Die Höhe der Versicherungssumme bestimmt, bis zu welchem Betrag deine Versicherung für Schäden aufkommt. Spezielle Drohnenpolicen bieten meist zwei Stufen an, die sich im Beitrag unterscheiden.

Spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherungen bieten üblicherweise zwei Deckungssummen an: 3 Mio. Euro als Basis und 12 Mio. Euro als erhöhte Variante. Beide gelten pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Die höhere Stufe kostet etwas mehr, schützt dich aber deutlich besser vor den finanziellen Folgen schwerer Unfälle. Personenschäden sind das größte Risiko, denn Behandlungskosten, lebenslange Renten und Schmerzensgeld können die Basisdeckung übersteigen.

Anbieter empfehlen im Zweifel die höhere Deckungssumme von 12 Mio. Euro. Gerade wenn du in der Nähe von Menschen fliegst, ist der Aufpreis eine sinnvolle Investition in deine finanzielle Sicherheit.

Übliche Deckungssummen für Drohnen-Haftpflichtversicherungen

Basisdeckung3 Mio. Euro
Erhöhte Deckung12 Mio. Euro

04 · Kosten

Was kostet eine Drohnenversicherung?

Die Beiträge für eine spezielle Drohnenversicherung sind vergleichsweise niedrig und richten sich nach dem gewählten Tarif und der Deckungssumme.

Die Jahresbeiträge für eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung sind überschaubar. Erwachsene zahlen ab 39,96 Euro im Jahr, Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ab 26,64 Euro. Für Partner und Familien gibt es einen gemeinsamen Tarif ab 51,96 Euro jährlich.

Im Familientarif sind neben dir auch deine Ehepartnerin oder dein Ehepartner sowie minderjährige Kinder mitversichert, sofern alle im selben Haushalt gemeldet sind. Es darf allerdings nur ein Modell der Familie gleichzeitig in der Luft sein.

Die Beiträge gelten für eine unbegrenzte Anzahl versicherter Drohnen pro Tarif. Du kannst also mehrere Modelle besitzen, ohne für jedes Gerät einen eigenen Beitrag zu zahlen.

Jahresbeiträge für private Drohnen-Haftpflichtversicherungen

Jugendliche (bis 18 Jahre)ab 26,64 EUR
Erwachseneab 39,96 EUR
Partner / Familienab 51,96 EUR

05 · Was gilt

Was deckt die Drohnenversicherung ab?

Der Schutz einer Drohnen-Haftpflichtversicherung umfasst die gesetzliche Gefährdungshaftung und greift bei Schäden, die du anderen zufügst. Nicht enthalten sind Schäden an deiner eigenen Drohne.

Dazu gehören Personenschäden, Sachschäden und daraus resultierende Vermögensschäden. Auch geliehene und gemietete Drohnen sind in der Regel mitversichert.

Unter bestimmten Verbandsregeln ist FPV-Fliegen bis 30 m Höhe ohne Spotter erlaubt. Das Fliegen außerhalb von Modellfluggeländen, etwa auf einer Wiese oder einem Feld, ist ebenfalls abgedeckt, solange du die gesetzlichen Bestimmungen einhältst.

Nicht versichert sind Schäden an deiner eigenen Drohne, Schäden bei gewerblicher Nutzung sowie Flüge in den USA ohne gesonderte Vereinbarung. Verstöße gegen die EU-Drohnenverordnung können den Versicherungsschutz komplett entfallen lassen.

Ist versichert

·Personenschäden
·Sachschäden
·Vermögensschäden
·Geliehene und gemietete Drohnen
·FPV-Fliegen bis 30 m Höhe ohne Spotter (unter Verbandsregeln)
·Fliegen außerhalb von Modellfluggeländen

Ist nicht versichert

·Schäden an der eigenen Drohne (dafür brauchst du eine Kaskoversicherung)
·Schäden bei gewerblicher Nutzung
·Flüge in den USA ohne gesonderte Vereinbarung
·Schäden bei Verstoß gegen die EU-Drohnenverordnung

06 · Im Vertrag

Kaskoversicherung: Schutz für deine eigene Drohne

Die Haftpflichtversicherung zahlt nur Schäden, die du anderen zufügst. Für Schäden an deiner eigenen Drohne, etwa durch einen Absturz, benötigst du eine separate Kaskoversicherung.

Wenn deine eigene Drohne abstürzt und beschädigt wird, bleibst du auf den Kosten sitzen. Dafür gibt es die Kaskoversicherung als separate Police.

Der häufigste Fall ist der Absturz durch technischen Defekt, Bedienfehler oder eine Windböe. Je nach Tarif ersetzt die Kasko den Zeitwert oder den Neuwert deiner Drohne. Bei einem Totalschaden, wenn die Drohne nicht mehr repariert werden kann oder unauffindbar ist, bekommst du den vereinbarten Betrag.

Beschädigte Rotoren, Gimbal oder Kamera werden nach einem Unfall repariert oder ersetzt. Für teure Drohnen mit hochwertiger Kameratechnik lohnt sich diese Absicherung besonders.

Was eine Kaskoversicherung für Drohnen abdeckt

AbsturzHäufigster SchadenEin Absturz durch technischen Defekt, Bedienfehler oder Windböen ist der typische Fall für die Kaskoversicherung.
TotalschadenVollständiger VerlustWenn die Drohne nicht mehr repariert werden kann oder unauffindbar ist, ersetzt die Kasko den Zeitwert oder Neuwert.
ReparaturkostenTeilschadenBeschädigte Rotoren, Gimbal oder Kamera werden nach einem Unfall repariert oder ersetzt.

07 · Was gilt

Gewerbliche Nutzung: Betriebshaftpflicht und Luftfahrtversicherung

Sobald du mit deiner Drohne Geld verdienst, greift die private Haftpflicht nicht mehr. Für gewerbliche Flüge brauchst du eine Betriebshaftpflichtversicherung oder eine spezielle Luftfahrt-Halterhaftpflichtversicherung.

Für Foto- und Filmaufnahmen bis 5 kg Abfluggewicht innerhalb Europas gibt es standardisierte Lösungen. Die Versicherungssumme kannst du dabei mit 1,5 Mio. oder 3 Mio. Euro pauschal für Personen- und Sachschäden wählen. Andere Einsatzzwecke oder schwerere Drohnen benötigen eine individuelle Risikoprüfung.

Flüge außerhalb Europas oder Drohnen über 5 kg erfordern eine gesonderte Prüfung durch den Versicherer. Kläre vor dem ersten gewerblichen Einsatz, ob deine Police den konkreten Einsatzzweck abdeckt.

Geeignet für

·Luftfahrt-Halterhaftpflichtversicherung für Foto- und Filmaufnahmen bis 5 kg
·Betriebshaftpflichtversicherung mit Drohnenbaustein
·Berufshaftpflichtversicherung mit Drohnenbaustein
·Flüge innerhalb Europas

Nicht geeignet für

·Private Haftpflichtversicherung
·Flüge außerhalb Europas ohne gesonderte Risikoprüfung
·Drohnen über 5 kg ohne individuelle Prüfung

08 · Schritt für Schritt

Registrierungs­pflicht und Drohnenführerschein

Neben der Versicherung verlangt der Gesetzgeber je nach Drohne eine Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt und einen Kenntnisnachweis. Diese Pflichten gelten unabhängig von deiner Versicherung.

Drohnen mit einem Abfluggewicht über 250 g oder mit Kamera müssen registriert werden. Du erhältst eine elektronische ID, die du an der Drohne anbringst.

Für Drohnen ab 2 kg Abfluggewicht ist ein Kenntnisnachweis nötig. Unter Verbandsregeln kann dieser entfallen, wenn du nur in Deutschland und unter 30 m Höhe fliegst. Für schwerere Modelle reicht dann der Kenntnisnachweis statt des umfangreicheren EU-Kompetenznachweises aus.

In der Nähe von Flughäfen, über Menschenansammlungen oder in Naturschutzgebieten gelten Flugverbotszonen. Verstöße dagegen können nicht nur Bußgelder nach sich ziehen, sondern auch deinen Versicherungsschutz gefährden.

01

Registrierung beim Luftfahrt-Bundesamt

Drohnen mit einem Abfluggewicht über 250 g oder mit Kamera müssen beim Luftfahrt-Bundesamt registriert werden. Du erhältst eine elektronische ID, die an der Drohne angebracht wird.

02

Drohnenführerschein erwerben

Für Drohnen ab 2 kg Abfluggewicht ist ein Kenntnisnachweis nötig. Unter Verbandsregeln kann dieser entfallen, wenn du in Deutschland und unter 30 m Höhe fliegst.

03

Flugverbotszonen beachten

In der Nähe von Flughäfen, über Menschenansammlungen oder Naturschutzgebieten gelten Flugverbotszonen. Verstöße können den Versicherungsschutz gefährden.

09 · Fehler vermeiden

Personenschäden: Das größte finanzielle Risiko

Ein Absturz auf eine Person kann zu hohen Schadensersatzforderungen führen. Die Deckungssumme deiner Versicherung muss im Ernstfall für Behandlungskosten, Schmerzensgeld und Verdienstausfall ausreichen.

Behandlungskosten, Schmerzensgeld und lebenslanger Verdienstausfall summieren sich schnell auf mehrere Millionen Euro.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, die private Haftpflicht decke alle Drohnen unabhängig vom Gewicht ab. Viele Policen begrenzen den Schutz jedoch auf 5 kg Abfluggewicht. Auch das Fliegen über Menschenansammlungen trotz Verbot lässt den Versicherungsschutz entfallen.

Wähle eine Deckungssumme, die auch schwere Personenschäden abdeckt. Die Differenz zwischen 3 Mio. und 12 Mio. Euro kostet im Jahr oft nur wenige Euro, kann im Ernstfall aber den Unterschied zwischen finanzieller Sicherheit und Existenzgefährdung bedeuten.

Häufige Fehler bei der Absicherung von Personenschäden

·Zu niedrige Deckungssumme gewählt, die bei schweren Personenschäden nicht ausreicht
·Annahme, die private Haftpflicht decke alle Drohnen unabhängig vom Gewicht ab
·Flug über Menschenansammlungen trotz Verbot, wodurch der Versicherungsschutz entfällt
·Keine Vorsorge für den Fall, dass die Drohne an Dritte ausgeliehen wird

10 · Schritt für Schritt

Absturz: Was tun nach einem Drohnenunfall?

Nach einem Absturz mit Personen- oder Sachschaden ist schnelles und richtiges Handeln wichtig. Die Schadensmeldung an deine Versicherung sollte zeitnah erfolgen.

Fotografiere die Unfallstelle, die Drohne und eventuelle Schäden. Notiere die Kontaktdaten von Zeugen und Geschädigten, bevor du den Ort verlässt.

Melde den Schaden zeitnah deiner Drohnenversicherung oder deiner privaten Haftpflicht. Schildere den Hergang sachlich und vollständig, ohne Schuldzuweisungen vorzunehmen. Die Versicherung prüft dann, ob und in welcher Höhe sie leistet.

Erkenne vor Ort keine Schuld an und unterschreibe keine Schuldanerkenntnisse. Überlasse die rechtliche Prüfung deiner Versicherung, die im Schadensfall auch die Abwehr unberechtigter Ansprüche übernimmt.

01

Schaden dokumentieren

Fotografiere die Unfallstelle, die Drohne und eventuelle Schäden. Notiere Kontaktdaten von Zeugen und Geschädigten.

02

Versicherung informieren

Melde den Schaden deiner Drohnenversicherung oder privaten Haftpflicht. Schildere den Hergang sachlich und vollständig.

03

Keine Schuld anerkennen

Erkenne vor Ort keine Schuld an und unterschreibe keine Schuldanerkenntnisse. Überlasse die Prüfung deiner Versicherung.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026