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Ratgeber · Versicherung

Dienstunfähigkeits­versicherung: Wann zahlt sie und wann nicht?

Die Dienstunfähigkeits­versicherung zahlt, wenn dein Dienstherr deine Dienstunfähigkeit feststellt und du eine echte Dienstunfähigkeits­klausel vereinbart hast. Entscheidend ist dein Beamtenstatus, denn er bestimmt, ob du überhaupt ein Ruhegehalt bekommst und wie groß deine Versorgungs­lücke ist.

10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du als Beamter aus gesundheitlichen Gründen dienstunfähig wirst.
  • Mit einer echten Dienstunfähigkeitsklausel verzichtet der Versicherer auf eine eigene Prüfung und folgt der Entscheidung deines Dienstherrn.
  • Beamte auf Widerruf, auf Probe und junge Beamte auf Lebenszeit unter fünf Jahren Dienstzeit haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt.
  • Auch für Beamte auf Lebenszeit mit Ruhegehaltsanspruch bleibt eine Versorgungslücke, weil das Ruhegehalt deutlich unter den letzten Dienstbezügen liegt.

01 · Grundlagen

Was ist eine Dienstunfähigkeits­versicherung?

Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Beamte. Sie zahlt eine vereinbarte monatliche Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Dienst nicht mehr ausüben kannst.

Die Dienstunfähigkeitsversicherung ist im Kern eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die um eine besondere Klausel für Beamte erweitert wurde. Sie zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen deinen Dienst nicht mehr ausüben kannst. Der entscheidende Unterschied zur normalen Berufsunfähigkeitsversicherung liegt darin, dass du als Beamter nicht nachweisen musst, dass du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.

Für die Leistung genügt es, wenn dein Dienstherr deine Dienstunfähigkeit feststellt. Das geschieht in der Regel durch ein amtsärztliches Gutachten. Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel verzichtet die Versicherung auf eine eigene Prüfung und folgt dieser Entscheidung.

Die Versicherung ist für alle Beamtenstatus relevant, also für Beamte auf Lebenszeit, auf Probe, auf Widerruf und auch für Zeitsoldaten. Besonders junge Beamte haben in den ersten Dienstjahren keinen Anspruch auf Ruhegehalt und sind daher auf die private Absicherung angewiesen.

Kurz erklärt

Dienstunfähigkeits­versicherung

Eine private Versicherung für Beamte, die eine monatliche Rente zahlt, wenn der Dienstherr die Dienstunfähigkeit feststellt. Sie entspricht einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Dienstunfähigkeitsklausel.

Die Leistung setzt ein, wenn du als Beamter dienstunfähig wirst. Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel folgt der Versicherer der Entscheidung deines Dienstherrn und prüft nicht selbst, ob du berufsunfähig bist.

02 · Vergleich

Dienstunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit: Was ist der Unterschied?

Für Beamte gelten andere Regeln als für Angestellte. Der Unterschied entscheidet darüber, ob und wann deine Versicherung zahlt.

Der Unterschied zwischen Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit entscheidet darüber, ob und wann deine Versicherung zahlt. Bei der Dienstunfähigkeit entscheidet allein der Amtsarzt im Auftrag deines Dienstherrn. Du kannst als dienstunfähig eingestuft werden, auch wenn du eigentlich noch zu 80 Prozent leistungsfähig bist, sofern nicht absehbar ist, dass deine Dienstfähigkeit vollständig zurückkehrt.

Bei der Berufsunfähigkeit prüft dagegen die private Versicherung anhand ärztlicher Unterlagen. Sie geht von Berufsunfähigkeit aus, wenn du zu mindestens 50 Prozent deiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen kannst. Als Beispiel: Statt 40 Stunden in der Woche kannst du aus gesundheitlichen Gründen nur noch 20 Stunden arbeiten.

Eine solche Prozentgrenze gibt es für die Dienstunfähigkeit bei Beamten nicht. Deshalb kann dich der Amtsarzt als dienstunfähig einstufen, während eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung der Auffassung wäre, dass du noch mehr als 50 Prozent deiner beruflichen Tätigkeit ausüben kannst. In diesem Fall würdest du von einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung kein Geld bekommen.

Die Dienstunfähigkeitsversicherung schließt genau diese Lücke. Als versicherter Beamter kommst du leichter an deine Rente, nämlich dann, wenn ein Amtsarzt deine Dienstunfähigkeit festgestellt hat. Der Versicherung musst du dann in aller Regel das amtsärztliche Gutachten zukommen lassen.

Dienstunfähigkeit und Berufsunfähigkeit im direkten Vergleich
DienstunfähigkeitBerufsunfähigkeit
Wer entscheidet?Der Amtsarzt im Auftrag deines DienstherrnDie private Versicherung anhand ärztlicher Unterlagen
Wann liegt sie vor?Wenn du deine dienstlichen Aufgaben dauerhaft nicht mehr erfüllen kannst, unabhängig von einer ProzentgrenzeWenn du zu mindestens 50 Prozent deiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit nicht mehr nachgehen kannst
Leistung der VersicherungZahlt bei echter Dienstunfähigkeitsklausel ohne eigene PrüfungZahlt nach eigener Prüfung der Versicherung

03 · Was gilt

Wann zahlt die Dienstunfähigkeits­versicherung?

Der Zahlungszeitpunkt hängt von deiner vertraglichen Klausel ab. Bei der echten Dienstunfähigkeitsklausel ist die Entscheidung deines Dienstherrn maßgeblich.

Die Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn dein Dienstherr deine Dienstunfähigkeit feststellt und du eine echte Dienstunfähigkeitsklausel vereinbart hast. In diesem Fall verzichtet die Versicherung auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit und folgt der Entscheidung deines Dienstherrn. Das amtsärztliche Gutachten genügt als Nachweis.

Die Leistung setzt auch ein, wenn du als Beamter auf Widerruf, auf Probe oder auf Lebenszeit dienstunfähig wirst. Entscheidend ist nicht dein Beamtenstatus, sondern die Feststellung der Dienstunfähigkeit durch deinen Dienstherrn. Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel ist die Versicherung an diese Entscheidung gebunden.

Für bestimmte Berufsgruppen wie Polizisten, Feuerwehrleute oder Justizvollzugsbeamte gibt es die spezielle Dienstunfähigkeit. Sie liegt vor, wenn du die besonderen Anforderungen deines Dienstes aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr erfüllen kannst, zum Beispiel wenn ein Polizist seinen Zeigefinger nicht mehr richtig bewegen kann und dadurch die Dienstwaffe nicht mehr nutzen kann. Eine gute Dienstunfähigkeitsversicherung erkennt die spezielle Dienstunfähigkeit automatisch an, sobald dein Dienstherr die Entscheidung trifft.

Nicht zahlt die Versicherung, wenn du nur eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dienstunfähigkeitsklausel abgeschlossen hast und die Versicherung zu dem Ergebnis kommt, dass du noch zu mindestens 50 Prozent berufsfähig bist. Auch wenn du die Dienstunfähigkeit selbst vermutest, aber dein Dienstherr sie nicht festgestellt hat, bleibt die Leistung aus.

Da zahlt sie

·Dein Dienstherr stellt deine Dienstunfähigkeit fest und du hast eine echte Dienstunfähigkeitsklausel vereinbart.
·Du reichst das amtsärztliche Gutachten bei deiner Versicherung ein.
·Du bist als Beamter auf Widerruf, auf Probe oder auf Lebenszeit dienstunfähig geworden.
·Du bist speziell dienstunfähig, zum Beispiel als Polizist, und dein Dienstherr entlässt dich aus dem aktiven Dienst.

Da zahlt sie nicht

·Du hast nur eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dienstunfähigkeitsklausel und die Versicherung kommt zu dem Schluss, dass du noch mehr als 50 Prozent arbeiten kannst.
·Du wirst dienstunfähig, hast aber keine Versicherung abgeschlossen.
·Du bist Beamter auf Lebenszeit mit weniger als fünf Jahren Dienstzeit und hast keine private Vorsorge getroffen.

04 · Schritt für Schritt

So läuft die Leistungs­prüfung ab

Der Weg zur Auszahlung ist bei der echten Dienstunfähigkeitsklausel klar geregelt. Du musst nicht selbst beweisen, dass du berufsunfähig bist.

Der Weg zur Auszahlung beginnt mit der amtsärztlichen Untersuchung. Dein Dienstherr beauftragt den Amtsarzt, deinen Gesundheitszustand zu prüfen. Der Amtsarzt erstellt ein Gutachten über deine Dienstfähigkeit und gibt eine Empfehlung ab, ob du deine dienstlichen Aufgaben dauerhaft noch erfüllen kannst.

Auf Basis dieses Gutachtens entscheidet dein Dienstherr, ob du dienstunfähig bist. Er legt auch fest, ob du in den Ruhestand versetzt oder aus dem Beamtenverhältnis entlassen wirst. Diese Entscheidung ist für deine Versicherung der zentrale Anknüpfungspunkt.

Du reichst das amtsärztliche Gutachten und den Bescheid deines Dienstherrn bei deiner Versicherung ein. Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel verzichtet die Versicherung auf eine eigene medizinische Prüfung. Sie folgt der Entscheidung deines Dienstherrn und zahlt die vereinbarte monatliche Rente.

Die Versicherung prüft bei der echten Dienstunfähigkeitsklausel also nicht selbst, ob du tatsächlich dienst- und berufsunfähig bist. Das kann Zeit und Nerven sparen, weil du nicht in einen Streit mit der Versicherung über deinen Gesundheitszustand gerätst.

01

Amtsärztliche Untersuchung

Dein Dienstherr beauftragt den Amtsarzt, deinen Gesundheitszustand zu prüfen. Der Amtsarzt erstellt ein Gutachten über deine Dienstfähigkeit.

02

Entscheidung des Dienstherrn

Auf Basis des amtsärztlichen Gutachtens entscheidet dein Dienstherr, ob du dienstunfähig bist und ob du in den Ruhestand versetzt oder entlassen wirst.

03

Einreichen des Gutachtens

Du reichst das amtsärztliche Gutachten und den Bescheid deines Dienstherrn bei deiner Versicherung ein.

04

Leistungsentscheidung der Versicherung

Bei einer echten Dienstunfähigkeitsklausel verzichtet die Versicherung auf eine eigene Prüfung und zahlt die vereinbarte monatliche Rente.

05 · Im Vertrag

Die Dienstunfähigkeits­klausel: Das Herzstück deines Vertrags

Nicht jede Klausel ist gleich. Die echte Dienstunfähigkeitsklausel ist der entscheidende Unterschied zu einer gewöhnlichen Berufsunfähigkeitsversicherung.

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel ist der wichtigste Bestandteil deines Vertrags. Sie bedeutet, dass die Versicherung auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit verzichtet und der Entscheidung deines Dienstherrn folgt. Das amtsärztliche Gutachten genügt als Nachweis, du musst nicht zusätzlich beweisen, dass du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist.

Bei der unechten Dienstunfähigkeitsklausel erkennt die Versicherung die Dienstunfähigkeit zwar an, prüft aber zusätzlich, ob du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist. Das kann zu Ablehnungen führen, obwohl dein Dienstherr dich als dienstunfähig eingestuft hat. Diese Klausel solltest du vermeiden.

Für bestimmte Berufsgruppen ist die spezielle Dienstunfähigkeit relevant. Polizisten, Feuerwehrleute oder Justizvollzugsbeamte können dienstunfähig sein, obwohl sie allgemein noch arbeiten könnten. Eine gute Versicherung erkennt die spezielle Dienstunfähigkeit automatisch an, ohne zusätzlichen Nachweis.

Weitere wichtige Vertragsbestandteile sind der Verzicht auf abstrakte Verweisung, eine ausreichende Rentenhöhe und eine Nachversicherungsgarantie. Mit der Nachversicherungsgarantie kannst du die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, wenn sich deine Lebenssituation ändert.

Wichtige Vertragsbestandteile

Echte DienstunfähigkeitsklauselEmpfohlenDie Versicherung verzichtet auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit und folgt der Entscheidung deines Dienstherrn. Das amtsärztliche Gutachten genügt als Nachweis.
Spezielle DienstunfähigkeitFür bestimmte BerufeFür Polizisten, Feuerwehrleute oder Justizvollzugsbeamte kann Dienstunfähigkeit schon vorliegen, wenn sie spezielle Anforderungen nicht mehr erfüllen. Gute Verträge erkennen das automatisch an.

06 · Was gilt

Für wen ist die Dienstunfähigkeits­versicherung sinnvoll?

Dein Beamtenstatus bestimmt, wie groß deine Versorgungslücke im Fall der Dienstunfähigkeit ist. Für einige Gruppen ist die Absicherung existenziell.

Dein Beamtenstatus bestimmt, wie groß deine Versorgungslücke im Fall der Dienstunfähigkeit ist. Für einige Gruppen ist die Absicherung existenziell, weil sie im Ernstfall ohne jedes Einkommen dastehen. Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt, wenn sie dienstunfähig werden.

Sie werden aus dem Beamtenverhältnis entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die allgemeine Wartezeit für eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente beträgt fünf Jahre. Viele Anwärter und Beamte auf Probe erfüllen diese Wartezeit nicht, sodass sie im Ernstfall ohne jede staatliche Unterstützung dastehen.

Auch Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Jahren Dienstzeit erhalten noch kein Ruhegehalt. Sie sind in den ersten Dienstjahren ebenfalls auf die private Absicherung angewiesen. Zeitsoldaten haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit.

Beamte auf Lebenszeit mit mindestens fünf Jahren Dienstzeit erhalten ein Ruhegehalt, das jedoch deutlich unter ihren letzten Dienstbezügen liegt. Die Versorgungslücke bleibt bestehen und wächst mit jedem fehlenden Dienstjahr. Eine Dienstunfähigkeitsversicherung ist daher für alle Beamten sinnvoll, besonders wichtig ist sie für junge Beamte und Anwärter.

Hohe Versorgungslücke

·Beamte auf Widerruf: Sie haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt und werden in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert.
·Beamte auf Probe: Auch sie haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt, wenn sie dienstunfähig werden.
·Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Jahren Dienstzeit: Sie erhalten noch kein Ruhegehalt.
·Zeitsoldaten: Sie haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit.

Geringere Versorgungslücke

·Beamte auf Lebenszeit mit mindestens fünf Jahren Dienstzeit: Sie erhalten ein Ruhegehalt, das aber deutlich unter den letzten Dienstbezügen liegt.
·Beamte auf Lebenszeit mit 40 Dienstjahren: Sie erreichen das maximale Ruhegehalt von 71,75 Prozent des Bruttogehalts.

07 · Kosten

Wie groß ist deine Versorgungs­lücke?

Das Ruhegehalt steigt mit jedem Dienstjahr. Je früher du dienstunfähig wirst, desto größer ist die Lücke zwischen deinem letzten Gehalt und deiner Versorgung.

Das Ruhegehalt steigt mit jedem Dienstjahr um 1,79375 Prozent der Dienstbezüge, die du zuletzt vor dem Ruhestand bezogen hast. Nach 40 Jahren Dienstzeit erreichst du das maximale Ruhegehalt von 71,75 Prozent des Bruttogehalts. Selbst dann bleibt eine Lücke von rund 28 Prozent zu deinem letzten Gehalt.

Je früher du dienstunfähig wirst, desto größer ist die Lücke. Nach 5 Dienstjahren liegt dein Ruhegehalt bei etwa 9 Prozent deiner letzten Dienstbezüge, nach 10 Dienstjahren bei etwa 18 Prozent und nach 20 Dienstjahren bei etwa 36 Prozent. Erst nach 30 Dienstjahren erreichst du etwa 54 Prozent.

Wirst du vor deinem 60. Lebensjahr dienstunfähig, werden zwei Drittel der Zeit bis zu deinem 60. Geburtstag als zusätzliche Dienstjahre angerechnet. Wirst du zum Beispiel mit 40 Jahren dienstunfähig, bekommst du 13 zusätzliche Dienstjahre hinzugerechnet. Das verbessert dein Ruhegehalt, schließt die Lücke aber nicht vollständig.

Die Dienstunfähigkeitsversicherung füllt diese Lücke auf. Die monatliche Rente sollte so bemessen sein, dass du zusammen mit deinem Ruhegehalt deinen Lebensstandard halten kannst. Als Faustregel gilt: Die Rente sollte deine Versorgungslücke decken.

Ruhegehalt nach Dienstjahren

Nach 5 Dienstjahrenca. 9 %
Nach 10 Dienstjahrenca. 18 %
Nach 20 Dienstjahrenca. 36 %
Nach 30 Dienstjahrenca. 54 %
Nach 40 Dienstjahren71,75 %

08 · Checkliste

Checkliste: Worauf du beim Abschluss achten solltest

Nicht jeder Vertrag bietet den gleichen Schutz. Diese Punkte solltest du vor dem Abschluss prüfen.

Nicht jeder Vertrag bietet den gleichen Schutz. Bevor du eine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließt, solltest du die folgenden Punkte prüfen. Sie entscheiden darüber, ob du im Ernstfall tatsächlich eine Rente bekommst und ob diese Rente ausreicht.

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel ist der wichtigste Punkt. Sie stellt sicher, dass die Versicherung auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit verzichtet und der Entscheidung deines Dienstherrn folgt. Ohne diese Klausel kann die Versicherung ablehnen, obwohl du dienstunfähig bist.

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist ebenfalls entscheidend. Die Versicherung darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest. Nur so ist sichergestellt, dass du deine Rente auch dann bekommst, wenn du in einem anderen Beruf noch arbeiten könntest.

Die Rentenhöhe sollte deine Versorgungslücke decken. Berechne dein voraussichtliches Ruhegehalt und wähle die Rente so, dass du zusammen mit dem Ruhegehalt deinen Lebensstandard halten kannst. Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt dir, die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

Für Polizisten, Feuerwehrleute und Justizvollzugsbeamte sollte die spezielle Dienstunfähigkeit automatisch anerkannt sein. Prüfe außerdem, ob die Versicherung auch bei Dienstunfähigkeit durch einen Dienstunfall leistet und ob sie eine Leistung bei spezieller Dienstunfähigkeit ohne zusätzlichen Nachweis vorsieht.

Deine Abschluss-Checkliste

01

Echte Dienstunfähigkeitsklausel: Die Versicherung verzichtet auf eine eigene Prüfung der Berufsunfähigkeit.

02

Verzicht auf abstrakte Verweisung: Die Versicherung darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen.

03

Ausreichende Rentenhöhe: Die monatliche Rente sollte deine Versorgungslücke decken.

04

Nachversicherungsgarantie: Du kannst die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

05

Spezielle Dienstunfähigkeit: Für Polizisten, Feuerwehrleute und Justizvollzugsbeamte sollte die spezielle Dienstunfähigkeit automatisch anerkannt sein.

06

Leistung bei Dienstunfall: Auch bei einem Dienstunfall sollte die Versicherung zahlen, wenn du dienstunfähig wirst.

09 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Dienstunfähigkeits­versicherung

Diese Fehler können dazu führen, dass du im Ernstfall keine oder nur eine geringe Rente bekommst.

Der häufigste Fehler ist der Abschluss einer normalen Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dienstunfähigkeitsklausel. Die Versicherung prüft dann selbst, ob du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig bist, und kann ablehnen, obwohl dein Dienstherr dich als dienstunfähig eingestuft hat. Das kann im Ernstfall dazu führen, dass du keine Rente bekommst.

Ein weiterer Fehler ist eine zu niedrige Rentenhöhe. Wenn die Rente deine Versorgungslücke nicht deckt, musst du deinen Lebensstandard deutlich einschränken. Berechne dein voraussichtliches Ruhegehalt und wähle die Rente entsprechend.

Viele Beamte verlassen sich auf ihren Beamtenstatus und glauben, der Dienstherr würde schon für sie sorgen. Beamte auf Widerruf und auf Probe haben jedoch keinen Anspruch auf Ruhegehalt und stehen ohne private Vorsorge vor dem Nichts. Auch Beamte auf Lebenszeit mit weniger als fünf Jahren Dienstzeit erhalten noch kein Ruhegehalt.

Die abstrakte Verweisung ist ein weiteres Risiko. Wenn sie nicht ausgeschlossen ist, kann die Versicherung dich auf einen anderen Beruf verweisen und die Leistung verweigern. Prüfe daher, ob der Vertrag einen Verzicht auf abstrakte Verweisung enthält.

Häufige Fehler

·Nur eine normale Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Dienstunfähigkeitsklausel abgeschlossen: Die Versicherung prüft selbst und kann ablehnen, obwohl du dienstunfähig bist.
·Zu niedrige Rentenhöhe gewählt: Die Rente deckt deine Versorgungslücke nicht und du musst deinen Lebensstandard deutlich einschränken.
·Auf den Beamtenstatus verlassen: Beamte auf Widerruf und auf Probe haben keinen Anspruch auf Ruhegehalt und stehen ohne private Vorsorge vor dem Nichts.
·Abstrakte Verweisung nicht ausgeschlossen: Die Versicherung kann dich auf einen anderen Beruf verweisen und die Leistung verweigern.
·Zu spät abgeschlossen: Mit zunehmendem Alter und gesundheitlichen Problemen wird der Abschluss teurer oder unmöglich.

10 · Hintergrund

Dienstunfähigkeits­versicherung für Beamte auf Widerruf und Probe

Für Anwärter und Beamte auf Probe ist die Absicherung besonders wichtig, weil sie im Fall der Dienstunfähigkeit keinen Anspruch auf Ruhegehalt haben.

Beamte auf Widerruf und Beamte auf Probe haben im Fall der Dienstunfähigkeit keinen Anspruch auf Ruhegehalt. Sie werden aus dem Beamtenverhältnis entlassen und in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Die allgemeine Wartezeit für eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente beträgt fünf Jahre. Viele Anwärter und Beamte auf Probe erfüllen diese Wartezeit nicht, sodass sie im Ernstfall ohne jede staatliche Unterstützung dastehen.

Eine Dienstunfähigkeitsversicherung mit echter Dienstunfähigkeitsklausel schließt diese Lücke. Sie zahlt eine monatliche Rente, sobald dein Dienstherr deine Dienstunfähigkeit feststellt. Für Beamte auf Widerruf und auf Probe ist sie daher keine Option, sondern eine Notwendigkeit.

Häufige Fragen

Fragen zu Dienstunfähigkeits­versicherung

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026