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Ratgeber · Versicherung

BU-Versicherung für Hebammenwissenschaft: So sicherst du deine Arbeitskraft richtig ab

Als Studentin der Hebammenwissenschaft oder als Hebamme trägst du hohe körperliche und psychische Verantwortung. Eine Berufsunfähigkeits­versicherung schließt die Lücke, die die gesetzliche Erwerbsminderungs­rente lässt.

11 Kapitel · 16 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Eine private BU leistet ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf, die gesetzliche Erwerbsminderungsrente erst bei weniger als 3 Stunden Arbeit pro Tag.
  • Die durchschnittliche gesetzliche Erwerbsminderungsrente lag 2024 bei rund 1.100 Euro monatlich und reicht meist nicht für den Lebensunterhalt.
  • Für Studentinnen der Hebammenwissenschaft ist eine monatliche BU-Rente von mindestens 1.000 Euro ein sinnvoller Ausgangspunkt.
  • Achte auf Infektionsklausel, Nachversicherungsgarantie und den Verzicht auf abstrakte Verweisung im Vertrag.

01 · Hintergrund

Warum ist eine BU-Versicherung für Hebammen sinnvoll?

Der Hebammenberuf verbindet körperliche Schwerstarbeit mit hoher emotionaler Belastung und unregelmäßigen Arbeitszeiten. Genau diese Kombination erhöht das Risiko, den Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben zu müssen.

Der Hebammenberuf ist durch eine Kombination aus körperlicher Schwerstarbeit, Schichtdienst und hoher emotionaler Verantwortung geprägt. Diese Belastungen führen dazu, dass das Risiko, den Beruf aus gesundheitlichen Gründen aufgeben zu müssen, überdurchschnittlich hoch ist. Versicherer stufen Hebammen daher meist in eine mittlere Risikoklasse ein, was die Absicherung wichtiger, aber auch etwas teurer macht als bei reinen Büroberufen.

Psychische Erkrankungen sind mit rund 38 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Gerade die Dauerverantwortung im Kreißsaal und der Umgang mit unvorhersehbaren, belastenden Situationen machen diesen Faktor für dich als Hebamme besonders relevant. Eine reine Absicherung für körperliche Leiden wie Rückenprobleme greift daher zu kurz.

Die gesetzliche Absicherung reicht im Ernstfall nicht aus, um deinen Lebensstandard zu halten. Die durchschnittliche gesetzliche Erwerbsminderungsrente lag 2024 bei rund 1.100 Euro monatlich, was für die meisten Menschen eine erhebliche finanzielle Lücke bedeutet.

Rund jede vierte Person wird im Lauf ihres Lebens berufsunfähig. Bei Hebammen kommen besondere Belastungen hinzu: langes Stehen, gebückte Haltungen, Schichtdienst, Nachtarbeit und ein hohes Infektionsrisiko im engen Kontakt mit Patientinnen und Neugeborenen.

Psychische Erkrankungen sind mit rund 38 Prozent die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Die hohe Verantwortung im Kreißsaal und belastende Situationen machen diesen Faktor für Hebammen besonders relevant.

Die gesetzliche Absicherung reicht nicht aus. Eine volle Erwerbsminderungsrente erhältst du nur, wenn du weniger als 3 Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kannst. Bei 3 bis 6 Stunden gibt es nur die halbe Rente. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente lag 2024 bei rund 1.100 Euro monatlich.

Eine private BU leistet dagegen bereits, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf als Hebamme zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Sie prüft nicht, ob du in einem anderen Beruf arbeiten könntest.

02 · Vergleich

Private BU oder gesetzliche Erwerbsminderungs­rente: Was ist der Unterschied?

Beide Absicherungen greifen bei gesundheitlich bedingter Arbeitsunfähigkeit, aber zu sehr unterschiedlichen Bedingungen. Der Vergleich zeigt, warum die private BU für Hebammen meist die wichtigere Absicherung ist.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente und eine private Berufsunfähigkeitsversicherung unterscheiden sich grundlegend in ihren Leistungsvoraussetzungen. Die private BU zahlt bereits, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf als Hebamme zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst. Die gesetzliche Rente greift erst, wenn du auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt weniger als 3 Stunden täglich in irgendeinem Beruf arbeiten kannst.

Für dich bedeutet das: Selbst wenn du nicht mehr als Hebamme arbeiten kannst, aber theoretisch noch einer anderen Tätigkeit nachgehen könntest, zahlt die gesetzliche Erwerbsminderungsrente nicht. Die private BU hingegen stellt auf deine konkrete Tätigkeit ab und leistet unabhängig davon, ob du einen anderen Beruf ausüben könntest.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Höhe der Leistung. Während die gesetzliche Rente im Durchschnitt bei rund 1.100 Euro liegt, kannst du die Höhe deiner privaten BU-Rente individuell vereinbaren. Für angestellte Hebammen wird je nach Einkommen meist eine Rente zwischen 1.500 und 2.500 Euro monatlich empfohlen.

Private Berufsunfähigkeitsversicherung im Vergleich zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente
Private BUGesetzliche EM-Rente
Leistungs­voraussetzungWenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf als Hebamme aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannstWeniger als 3 Stunden arbeitsfähig pro Tag in irgendeinem Beruf
BezugsgrößeKonkrete Tätigkeit als HebammeAllgemeiner Arbeitsmarkt, nicht der erlernte Beruf
Durchschnittliche HöheIndividuell vereinbart, oft 1.500 bis 2.500 Euro monatlichRund 1.100 Euro monatlich (Durchschnitt 2024)
Teilweise LeistungVolle vereinbarte Rente bei Erreichen des vertraglich festgelegten Grades der BerufsunfähigkeitHalbe Rente bei 3 bis 6 Stunden Arbeitsfähigkeit pro Tag

03 · Was gilt

Welche Belastungen machen eine Hebamme berufsunfähig?

Nicht jede gesundheitliche Einschränkung führt automatisch zur Berufsunfähigkeit. Entscheidend ist, ob du deine zuletzt konkret ausgeübte Tätigkeit zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.

Es kommt also nicht auf ein abstraktes Berufsbild an, sondern auf deinen tatsächlichen Arbeitsalltag mit all seinen Aufgaben.

Zu den typischen Auslösern zählen dauerhafte körperliche Einschränkungen, die Geburtshilfe oder Wochenbettbetreuung unmöglich machen, etwa chronische Rückenleiden. Auch psychische Erkrankungen, die die Ausübung des Berufs dauerhaft verhindern, sind ein häufiger Grund für eine Berufsunfähigkeit.

Ein behördliches Tätigkeitsverbot nach einer Infektion kann ebenfalls zur Leistung führen, allerdings nur, wenn dein Vertrag eine entsprechende Infektionsklausel enthält. Eine reine Arbeitszeitreduzierung ohne gesundheitliche Einschränkung löst dagegen keine BU-Leistung aus.

Zählt zur Berufsunfähigkeit

·Dauerhafte körperliche Einschränkungen, die Geburtshilfe oder Wochenbettbetreuung unmöglich machen
·Psychische Erkrankungen, die die Ausübung des Hebammenberufs dauerhaft verhindern
·Behördliches Tätigkeitsverbot nach einer Infektion, wenn eine Infektionsklausel vereinbart ist
·Chronische Rückenleiden, die langes Stehen und körperliche Unterstützung unmöglich machen

Zählt nicht automatisch

·Eine Arbeitszeitreduzierung ohne gesundheitliche Einschränkung
·Berufliche Neuorientierung aus freien Stücken

04 · Kosten

Was kostet eine BU-Versicherung für Hebammen?

Die Beiträge hängen von Alter, Gesundheitszustand, Tätigkeitsschwerpunkt und Rentenhöhe ab. Studentinnen der Hebammenwissenschaft zahlen oft weniger als berufstätige Hebammen mit Schwerpunkt Geburtshilfe.

Als Studentin der Hebammenwissenschaft kannst du dich bereits ab etwa 39 Euro pro Monat für eine BU-Rente von 1.000 Euro absichern. Eine angestellte Hebamme zahlt für dieselbe Rente je nach Anbieter und Tätigkeitsschwerpunkt etwa 45 bis 60 Euro.

Für eine Beleghebamme mit Schwerpunkt Geburtshilfe liegen die Beiträge bei etwa 48 Euro aufwärts. Selbstständige Hebammen mit eigener Praxis müssen aufgrund des höheren Risikos und der betrieblichen Struktur mit monatlichen Kosten von circa 60 bis 80 Euro für 1.000 Euro Rente rechnen. Diese Werte sind Schätzungen für das Jahr 2026 und dienen als erste Orientierung.

Die tatsächlichen Kosten steigen proportional mit der gewünschten Rentenhöhe. Wenn du als angestellte Hebamme eine Rente von 2.000 Euro statt 1.000 Euro absicherst, verdoppelt sich der Beitrag in etwa.

Orientierungswerte für monatliche BU-Beiträge bei 1.000 Euro BU-Rente

Studentin Hebammenwissenschaftab ca. 39 EUR
Beleghebamme mit Geburtshilfeab ca. 48 EUR

05 · Im Vertrag

Welche Klauseln sind für Hebammen besonders wichtig?

Bei Hebammen entscheiden wenige Vertragsdetails darüber, ob die BU im Ernstfall zahlt. Diese Klauseln solltest du vor dem Abschluss genau prüfen.

Die wichtigste Klausel ist die Infektionsklausel. Sie stellt sicher, dass du auch dann Leistungen erhältst, wenn du nach einer Infektion ein behördliches Tätigkeitsverbot bekommst, ohne dass eine dauerhafte Berufsunfähigkeit nachgewiesen werden muss.

Eine Nachversicherungsgarantie ist besonders für Studentinnen und Berufseinsteigerinnen wichtig. Sie ermöglicht dir, die BU-Rente nach dem Studienabschluss, dem Berufseinstieg, einer Heirat oder der Geburt eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. So kannst du deine Absicherung an dein steigendes Einkommen anpassen.

Achte außerdem auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung. Diese Klausel verhindert, dass dich der Versicherer im Leistungsfall auf einen anderen Beruf verweist, den du theoretisch noch ausüben könntest. Für Selbstständige ist zusätzlich eine faire Umorganisationsklausel entscheidend, die festlegt, ob und wie du deinen Betrieb umorganisieren musst, bevor die BU leistet.

Wichtige Vertragsklauseln für die BU von Hebammen

InfektionsklauselUnverzichtbarLeistet auch bei behördlichem Tätigkeitsverbot nach einer Infektion, ohne dass eine dauerhafte Berufsunfähigkeit nachgewiesen werden muss.
NachversicherungsgarantieWichtig für Studium und BerufseinstiegErmöglicht die Erhöhung der BU-Rente nach Studienabschluss, Berufseinstieg, Heirat oder Geburt eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Verzicht auf abstrakte VerweisungStandard in guten VerträgenDer Versicherer darf dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest.
UmorganisationsklauselFür SelbstständigeRegelt, ob und wie du deine Praxis oder dein Geburtshaus umorganisieren musst, bevor die BU leistet. Eine faire Klausel verlangt keine unzumutbaren Veränderungen.
Psycho-AusschlussVermeidenEinige Verträge schließen psychische Erkrankungen aus oder begrenzen die Leistung. Da Psyche die häufigste BU-Ursache ist, solltest du solche Klauseln ablehnen.

06 · Schritt für Schritt

Wie bereitest du deine Gesundheits­fragen richtig vor?

Die Gesundheitsprüfung ist der kritischste Punkt beim BU-Abschluss. Eine sorgfältige Vorbereitung und eine anonyme Risikovoranfrage verhindern Ablehnungen und schlechtere Konditionen.

Beantworte die Fragen niemals aus dem Gedächtnis, sondern sammle zunächst alle relevanten Arztberichte, Diagnosen und Behandlungsunterlagen der letzten 5 bis 10 Jahre. Notiere zu jeder Erkrankung das Datum, die Diagnose, den Behandlungsverlauf und den Abschluss der Behandlung.

Eine anonyme Risikovoranfrage über einen unabhängigen Berater ist der sicherste Weg, um deine Chancen zu prüfen. Dabei wird dein Gesundheitsprofil ohne Nennung deines Namens bei mehreren Versicherern angefragt. So erhältst du eine Rückmeldung, ob und zu welchen Konditionen du versicherbar bist, ohne dass ein Eintrag in der zentralen Hinweisdatei der Versicherer (HIS-Datei) entsteht.

Vergleiche anschließend die Rückmeldungen der Versicherer. Manche Anbieter nehmen auch Vorerkrankungen zu normalen Bedingungen an, während andere Risikozuschläge verlangen oder bestimmte Erkrankungen ausschließen. Erst wenn du ein passendes Angebot gefunden hast, stellst du einen offiziellen Antrag.

01

Gesundheitshistorie aufbereiten

Sammle alle Arztberichte, Diagnosen und Behandlungsunterlagen. Notiere Datum, Diagnose, Behandlungsverlauf und Abschluss jeder Erkrankung.

02

Anonyme Risikovoranfrage stellen

Über einen unabhängigen Berater kannst du anonym bei mehreren Versicherern anfragen, ob und zu welchen Konditionen du versicherbar bist. Das hinterlässt keinen Eintrag in der HIS-Datei.

03

Ergebnisse vergleichen

Vergleiche die Rückmeldungen der Versicherer. Manche Anbieter nehmen auch Vorerkrankungen zu normalen Bedingungen an, andere verlangen Risikozuschläge oder schließen Leistungen aus.

04

Antrag sorgfältig ausfüllen

Beantworte alle Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß und vollständig. Falsche Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen.

05

Vertrag nach Annahme prüfen

Prüfe den Versicherungsschein auf Abweichungen vom Antrag, insbesondere auf Ausschlüsse, Zuschläge oder verkürzte Leistungsdauern.

07 · Checkliste

Worauf musst du im Studium der Hebammenwissenschaft achten?

Das duale Studium verbindet Hochschule und berufspraktische Einsätze. Deine BU muss beide Phasen abdecken und dir nach dem Abschluss genug Spielraum für die Zukunft lassen.

Das duale Studium der Hebammenwissenschaft verbindet einen hochschulischen mit einem berufspraktischen Teil. Deine BU muss daher beide Phasen abdecken. Prüfe, ob die versicherte Tätigkeit sowohl die theoretische Ausbildung an der Hochschule als auch die praktischen Einsätze in Klinik, Geburtshaus oder bei Hausgeburten umfasst.

Eine Startrente von mindestens 1.000 Euro monatlich ist im Studium ein sinnvoller Ausgangspunkt. Wichtiger ist jedoch die Möglichkeit, diese Rente später zu erhöhen. Eine Nachversicherungsgarantie stellt sicher, dass du deine Absicherung nach dem Berufseinstieg ohne erneute Gesundheitsprüfung an dein Einkommen anpassen kannst.

Achte darauf, dass dein Vertrag keinen Ausschluss für psychische Erkrankungen enthält. Gerade im Studium und in den ersten Berufsjahren ist die psychische Belastung hoch, und ein solcher Ausschluss würde eine der häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit von der Leistung ausnehmen.

Checkliste für die BU im Hebammenstudium

01

Versicherte Tätigkeit umfasst sowohl den hochschulischen als auch den berufspraktischen Teil

02

Startrente von mindestens 1.000 Euro monatlich vereinbart

03

Nachversicherungsgarantie für den Berufseinstieg ohne erneute Gesundheitsprüfung

04

Erhöhungsmöglichkeiten bei Einkommenssteigerungen nach dem Studium

05

Kein Psycho-Ausschluss im Vertrag

06

Infektionsklausel bereits im Studium eingeschlossen

07

Beitragsdynamik oder Erhöhungsoptionen für spätere Anpassungen

08

Laufzeit bis mindestens zum 67. Lebensjahr

08 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei der BU für Hebammen vermeiden?

Viele Hebammen schließen eine BU ab, ohne die besonderen Anforderungen ihres Berufs zu berücksichtigen. Diese Fehler können im Leistungsfall teuer werden.

Der häufigste Fehler ist, nur auf den Preis zu achten und dabei wichtige Klauseln zu übersehen. Eine BU ohne Infektionsklausel kann im Ernstfall wertlos sein, wenn du nach einer Infektion ein Tätigkeitsverbot erhältst. Ebenso kritisch ist eine zu niedrig gewählte BU-Rente, die im Leistungsfall nicht zum Leben reicht.

Ein weiterer schwerwiegender Fehler ist die unvollständige oder ungenaue Beantwortung der Gesundheitsfragen. Werden Vorerkrankungen verschwiegen oder falsch dargestellt, kann der Versicherer im Leistungsfall vom Vertrag zurücktreten oder die Leistung verweigern. Nimm dir daher ausreichend Zeit für die Aufbereitung deiner Gesundheitshistorie.

Viele Hebammen akzeptieren zudem einen Vertrag mit abstrakter Verweisung oder ohne Nachversicherungsgarantie. Beides kann dazu führen, dass du im Ernstfall keine oder eine zu geringe Leistung erhältst. Als Selbstständige solltest du außerdem eine faire Umorganisationsklausel prüfen, die festlegt, ob du deinen Betrieb umstrukturieren musst, bevor die BU zahlt.

Häufige Fehler beim Abschluss einer BU für Hebammen

·Nur auf den Preis achten und wichtige Klauseln wie die Infektionsklausel übersehen
·Zu niedrige BU-Rente wählen, die im Ernstfall nicht zum Leben reicht
·Gesundheitsfragen unvollständig oder aus dem Gedächtnis beantworten
·Auf eine abstrakte Verweisung im Vertrag nicht achten
·Keine Nachversicherungsgarantie für Studium, Berufseinstieg oder Familiengründung vereinbaren
·Als Selbstständige keine faire Umorganisationsklausel prüfen
·Psychische Erkrankungen als Ausschluss akzeptieren
·Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente als ausreichende Absicherung einschätzen

09 · Kosten

Wie hoch sollte deine BU-Rente sein?

Die richtige Rentenhöhe orientiert sich an deinen laufenden Kosten und deinem Einkommen. Als Faustregel gilt: etwa 75 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens, mindestens aber 1.000 Euro monatlich.

Für angestellte Hebammen wird je nach Einkommen meist eine Rente zwischen 1.500 und 2.500 Euro empfohlen.

Ein beispielhafter monatlicher Bedarf setzt sich aus verschiedenen Posten zusammen. Wohnen und Nebenkosten schlagen mit etwa 850 Euro zu Buche, Lebensmittel und Alltag mit 450 Euro. Dazu kommen Krankenversicherung und Vorsorge mit 400 Euro, Mobilität und Kommunikation mit 200 Euro sowie Rücklagen und Puffer mit 200 Euro.

In diesem Beispiel liegt der Gesamtbedarf bei 2.100 Euro monatlich. Dein tatsächlicher Bedarf kann niedriger oder höher ausfallen. Entscheidend ist, dass du deine individuellen Fixkosten und deinen Lebensstandard realistisch einschätzt, bevor du die Rentenhöhe festlegst.

Beispielhafter monatlicher Bedarf einer angestellten Hebamme

Wohnen und Nebenkosten850 EUR
Lebensmittel und Alltag450 EUR
Krankenversicherung und Vorsorge400 EUR
Mobilität und Kommunikation200 EUR
Rücklagen und Puffer200 EUR

10 · Was gilt

Was gilt für angestellte, freiberufliche und selbstständige Hebammen?

Deine Beschäftigungsform bestimmt, welche Vertragsdetails besonders wichtig sind. Angestellte, Beleghebammen und Selbstständige haben unterschiedliche Absicherungsbedarfe.

Als angestellte Hebamme in der Klinik solltest du den Fokus auf eine ausreichend hohe Monatsrente und eine Nachversicherungsgarantie legen. Dein Arbeitgeber zahlt im Krankheitsfall zwar sechs Wochen Lohnfortzahlung und danach Krankengeld, aber das sichert dich nicht dauerhaft ab.

Für Beleghebammen und Hebammen im Geburtshaus oder bei Hausgeburten sind andere Punkte entscheidend. Hier geht es um Geburtshilfe, Rufbereitschaft, selbstständige Organisation, Wegezeiten und die tatsächliche Einkommensstruktur. Die Tätigkeitsbeschreibung im Vertrag muss diese Besonderheiten präzise abbilden.

Selbstständige Hebammen mit eigener Praxis müssen zusätzlich auf eine faire Umorganisationsklausel achten. Diese legt fest, ob und wie du deinen Betrieb umstrukturieren musst, bevor die BU leistet. Beachte, dass eine private BU-Rente nur deinen persönlichen Lebensunterhalt sichert, nicht aber laufende Praxis- oder Betriebskosten. Dafür ist eine separate betriebliche Absicherung erforderlich.

Besonders relevant

·Angestellte Hebamme: Tätigkeitsbeschreibung, Schichtanteile, körperliche Aufgaben, Einkommen und Arbeitgeberleistungen
·Beleghebamme: Geburtshilfe, Rufbereitschaft, selbstständige Organisation, Wegezeiten und tatsächliche Einkommensstruktur
·Geburtshaus oder Hausgeburt: Konkreter Leistungsumfang, Bereitschaft, Kooperationen, Verantwortung und mögliche Ersatzmöglichkeiten
·Eigene Praxis: Personalverantwortung, betriebliche Struktur und mögliche Umorganisation im Leistungsfall

Weniger relevant

·Betriebskosten einer Praxis sind nicht automatisch über die private BU abgesichert
·Eine Arbeitszeitreduzierung ohne gesundheitliche Einschränkung löst keine BU-Leistung aus
·Die Berufsbezeichnung allein entscheidet nicht über die Leistung, sondern die konkrete Tätigkeit
·Die gesetzliche Rentenversicherung prüft nicht dieselbe Frage wie eine private BU

11 · Schritt für Schritt

Wie findest du die passende BU-Versicherung für Hebammen?

Der Weg zur passenden BU führt über eine sorgfältige Bedarfsanalyse, eine anonyme Risikovoranfrage und den Vergleich der Vertragsbedingungen. Ein unabhängiger Berater kann dich dabei unterstützen.

Der Weg zur passenden BU beginnt mit einer sorgfältigen Bedarfsanalyse. Ermittle deinen monatlichen Bedarf, dein Einkommen und deine bestehenden Absicherungen. Daraus ergibt sich die benötigte Rentenhöhe, die als Grundlage für alle weiteren Schritte dient.

Bereite im zweiten Schritt deine Gesundheitshistorie auf. Sammle alle relevanten Arztberichte und Diagnosen der letzten Jahre. Eine saubere Aufbereitung erhöht die Chancen auf eine Annahme zu normalen Bedingungen und verhindert spätere Probleme im Leistungsfall.

Stelle anschließend über einen unabhängigen Berater eine anonyme Risikovoranfrage bei mehreren Versicherern. So erfährst du, ob und zu welchen Konditionen du versicherbar bist, ohne dass ein Eintrag in der HIS-Datei entsteht. Vergleiche danach die Vertragsbedingungen der Anbieter, die dir ein Angebot gemacht haben, mit Fokus auf die für Hebammen wichtigen Klauseln.

01

Bedarfsanalyse durchführen

Ermittle deinen monatlichen Bedarf, dein Einkommen und deine bestehenden Absicherungen. Daraus ergibt sich die benötigte BU-Rente.

02

Gesundheitshistorie aufbereiten

Sammle alle relevanten Arztberichte und Diagnosen. Eine saubere Aufbereitung erhöht die Chancen auf eine Annahme zu normalen Bedingungen.

03

Anonyme Risikovoranfrage stellen

Lass über einen unabhängigen Berater anonym bei mehreren Versicherern anfragen, ob und zu welchen Konditionen du versicherbar bist.

04

Vertragsbedingungen vergleichen

Prüfe die Klauseln, die für Hebammen wichtig sind: Infektionsklausel, Nachversicherungsgarantie, Verzicht auf abstrakte Verweisung und faire Umorganisationsklausel.

05

Antrag stellen und Vertrag prüfen

Fülle den Antrag wahrheitsgemäß aus und prüfe den Versicherungsschein auf Abweichungen, Ausschlüsse oder Zuschläge.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026