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Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige: Dein Schutz für die Arbeitskraft

Als Selbstständige oder Freiberuflerin hängt dein Einkommen direkt an deiner Arbeitskraft. Eine Berufsunfähigkeits­versicherung sichert dich ab, wenn du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kannst.

10 Kapitel · 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Die meisten Selbstständigen haben keinen Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente.
  • Eine private BU zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.
  • Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit.
  • Achte beim Vertrag auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung und eine sinnvolle Nachversicherungsgarantie.

01 · Grundlagen

Was ist eine Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige?

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine eigenständige Risikoversicherung. Sie leistet eine vereinbarte monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr ausüben kannst.

Entscheidend ist dabei dein konkreter Beruf, nicht irgendeine andere Tätigkeit, die du theoretisch noch ausüben könntest.

Für Selbstständige und Freiberufler ist diese Versicherung oft die einzige Absicherung der Arbeitskraft. Die meisten von ihnen sind nicht in der Deutschen Rentenversicherung oder einem berufsständischen Versorgungswerk pflichtversichert und haben deshalb keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die private BU schließt diese Lücke und sichert deinen Lebensunterhalt, wenn du wegen Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kannst.

Die Leistung wird bereits ab einem Grad der Berufsunfähigkeit von 50 Prozent im zuletzt ausgeübten Beruf fällig. Das bedeutet: Du musst nicht vollständig arbeitsunfähig sein, um die vereinbarte Rente zu erhalten. Auch eine dauerhafte Einschränkung, die dich an der Ausübung deines Berufs hindert, reicht aus.

Im Leistungsfall musst du deine Versicherungsbeiträge nicht mehr weiterzahlen. Die Rente wird unabhängig davon gezahlt, ob du noch andere Einkünfte erzielst oder dein Betrieb fortbesteht. Das unterscheidet die private BU von vielen anderen Absicherungsformen.

Die häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen, gefolgt von Krebserkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats und Unfallfolgen. Diese Ursachen können jede Berufsgruppe treffen, auch Selbstständige in kaufmännischen oder akademischen Berufen.

Statistisch gesehen wird jeder vierte Berufstätige im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Für Selbstständige ohne private Vorsorge bedeutet das ein existenzielles Risiko, weil keine staatliche Grundsicherung einspringt.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb keine optionale Zusatzversicherung, sondern eine Basisabsicherung. Sie schützt dich vor dem Verlust deines Einkommens und deines Lebensstandards, wenn deine Arbeitskraft als wichtigstes Kapital wegfällt.

Für Selbstständige, die in ein Versorgungswerk einzahlen, etwa Architekten oder Journalisten, greift die dortige Absicherung meist erst bei vollständiger Berufsunfähigkeit und nach Aufgabe der beruflichen Tätigkeit. Die private BU leistet dagegen schon bei 50 Prozent Berufsunfähigkeit und ohne dass du deinen Beruf aufgeben musst.

Die vereinbarte Rentenhöhe sollte deinen laufenden Lebenshaltungskosten entsprechen. Als Faustregel gilt, 60 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens abzusichern, damit du im Leistungsfall deinen gewohnten Lebensstandard halten kannst.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbstständige ist damit eine monatliche Rente, die genau dann zahlt, wenn du sie am dringendsten brauchst: wenn deine Gesundheit dich dauerhaft daran hindert, deinen Beruf auszuüben.

Für Selbstständige ist sie oft die einzige Absicherung der Arbeitskraft, da kein gesetzlicher Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht.

Kurz erklärt

Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige

Eine private Versicherung, die eine monatliche Rente zahlt, wenn du deinen Beruf wegen Krankheit oder Unfall dauerhaft nicht mehr ausüben kannst. Entscheidend ist der zuletzt ausgeübte Beruf, nicht irgendeine andere Tätigkeit.

Für Selbstständige ist sie oft die einzige Absicherung der Arbeitskraft, da kein gesetzlicher Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht.

02 · Vergleich

Warum ist die BU für Selbstständige so wichtig?

Angestellte sind über die gesetzliche Rentenversicherung zumindest teilweise abgesichert. Für die meisten Selbstständigen und Freiberufler gilt das nicht, wodurch eine Berufsunfähigkeit schnell existenzbedrohend wird.

Sie haben bei Erwerbsminderung Anspruch auf eine Rente, wenn sie weniger als 3 Stunden täglich arbeitsfähig sind. Bei einer Arbeitsfähigkeit von 3 bis unter 6 Stunden täglich erhalten sie die halbe Erwerbsminderungsrente.

Für die meisten Selbstständigen und Freiberufler gilt das nicht. Sie sind in der Regel nicht in der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert und haben deshalb keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Auch wer freiwillig einzahlt, erhält im Ernstfall meist nur eine Rente, die den gewohnten Lebensstandard nicht sichert.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt zudem eine allgemeine Wartezeit von 5 Jahren voraus. Das bedeutet: Du musst mindestens fünf Jahre Beiträge gezahlt haben, bevor überhaupt ein Anspruch entsteht. Für viele Selbstständige, die erst spät in die Rentenversicherung einsteigen, ist diese Hürde schwer zu erreichen.

Ohne private Vorsorge drohen bei Berufsunfähigkeit existenzbedrohende Einkommenseinbußen. Dein Betrieb kann ohne dich oft nicht weiterlaufen, laufende Kosten wie Miete, Kredite oder Gehälter laufen aber weiter. Die private BU schließt diese Lücke und sichert dein Einkommen unabhängig von staatlichen Leistungen.

Selbstständige, die in ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen, erhalten Leistungen bei Berufsunfähigkeit erst nach Aufgabe der beruflichen Tätigkeit. Das Versorgungswerk bietet zwar eine Grundabsicherung, greift aber meist nur bei vollständiger Berufsunfähigkeit. Zudem kann eine abstrakte Verweisung auf andere Tätigkeiten erfolgen.

Die private BU leistet dagegen schon ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Du musst deinen Beruf nicht aufgeben und wirst nicht auf andere Tätigkeiten verwiesen, wenn der Vertrag einen Verzicht auf abstrakte Verweisung enthält.

Für Selbstständige ist die eigene Arbeitskraft das wichtigste Kapital. Nur wenn du gesund bist, kannst du arbeiten und Geld verdienen. Fällt diese Arbeitskraft weg, bricht dein Einkommen vollständig weg, ohne dass ein Arbeitgeber oder eine staatliche Versicherung einspringt.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist deshalb für Selbstständige keine Ergänzung, sondern die zentrale Basisabsicherung. Sie schützt dich vor dem finanziellen Absturz, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente setzt eine allgemeine Wartezeit von 5 Jahren voraus.

Absicherung bei Berufsunfähigkeit im Vergleich
AngestellteSelbstständige
Gesetzliche AbsicherungAnspruch auf Erwerbsminderungsrente möglichIn der Regel kein Anspruch
Private BU-VersicherungSinnvolle ErgänzungZentrale Basisabsicherung

03 · Was gilt

Wann zahlt die Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige?

Die Leistung hängt von den Vertragsbedingungen ab. Entscheidend ist, dass du deinen konkreten Beruf nicht mehr ausüben kannst und keine andere zumutbare Tätigkeit verwiesen wirst.

Die private BU zahlt, wenn du zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf bist. Das bedeutet: Du kannst deinen konkreten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in dem Umfang ausüben, wie es deiner Ausbildung und Lebensstellung entspricht.

Die Berufsunfähigkeit muss voraussichtlich länger als 6 Monate andauern. Eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit, etwa durch eine Grippe oder einen kurzen Krankenhausaufenthalt, löst keine Leistung aus. Erst wenn die Einschränkung dauerhaft ist, zahlt die Versicherung.

Ein Verzicht auf abstrakte Verweisung ist für Selbstständige essenziell. Ohne diese Klausel darf der Versicherer dich auf eine andere Tätigkeit verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest. Mit Verzicht leistet die BU unabhängig davon, ob du in einem anderen Beruf arbeiten könntest.

Die Ursache der Berufsunfähigkeit spielt keine Rolle. Psychische Erkrankungen wie Burnout oder Depressionen sind genauso abgedeckt wie Krebserkrankungen, Unfallfolgen oder Erkrankungen des Bewegungsapparats. Auch wenn die Ursache in der Freizeit oder im Urlaub liegt, leistet die Versicherung.

Nicht zahlt die BU, wenn du deinen Betrieb durch zumutbare Umorganisation weiterführen kannst. Die Umorganisationsklausel prüft, ob du als Betriebsinhaber deine Tätigkeit so umstrukturieren kannst, dass du trotz gesundheitlicher Einschränkungen weiterarbeitest. Ist eine solche Umorganisation nicht möglich oder wirtschaftlich unzumutbar, erhältst du die vereinbarte Rente.

Die Leistung wird ab Eintritt der Berufsunfähigkeit gezahlt, auch wenn eine ärztliche Prognose innerhalb der ersten 6 Monate nicht möglich war. Das ist wichtig, weil sich die Dauer einer Erkrankung oft erst nach Monaten abschätzen lässt.

Im Leistungsfall musst du deine Versicherungsbeiträge nicht mehr weiterzahlen. Die Rente wird unabhängig davon gezahlt, ob du noch andere Einkünfte erzielst oder dein Betrieb fortbesteht.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt also genau dann, wenn du deinen Beruf dauerhaft nicht mehr ausüben kannst und keine zumutbare Alternative in deinem Betrieb besteht.

Du bist zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf und die Einschränkung dauert voraussichtlich länger als 6 Monate.

Da zahlt sie

·Du bist zu mindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf
·Die Berufsunfähigkeit dauert voraussichtlich länger als 6 Monate
·Ein Verzicht auf abstrakte Verweisung ist vereinbart
·Die Ursache ist eine psychische Erkrankung wie Burnout oder Depression

Da zahlt sie nicht

·Du bist nur vorübergehend arbeitsunfähig (z. B. bei einer Grippe)
·Du kannst deinen Betrieb durch zumutbare Umorganisation weiterführen
·Du übst eine andere Tätigkeit aus, die deiner Ausbildung und Lebensstellung entspricht
·Die Berufsunfähigkeit wurde vorsätzlich herbeigeführt

04 · Kosten

Was kostet eine Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige?

Der Beitrag hängt von deinem Beruf, deinem Alter, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe ab. Selbstständige in kaufmännischen Berufen zahlen oft weniger als Handwerker.

Monatliche Beiträge für eine Rente von 1.500 Euro können je nach Beruf und Alter zwischen 40 und 120 Euro liegen. Kaufmännische Selbstständige mit 30 Jahren zahlen etwa 40 bis 60 Euro, Freiberufler im IT-Bereich mit 35 Jahren etwa 50 bis 80 Euro. Handwerker mit körperlicher Tätigkeit und 40 Jahren müssen mit 80 bis 120 Euro rechnen.

Die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung absetzbar. Das reduziert die tatsächliche Belastung, weil du die Kosten von deinem zu versteuernden Einkommen abziehen kannst.

Je früher du abschließt, desto niedriger sind die Beiträge. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Berufsunfähigkeit, und auch Vorerkrankungen können den Beitrag erhöhen oder den Abschluss erschweren.

Eine Beitragsdynamik kann die Rente regelmäßig erhöhen, um die Inflation auszugleichen. Bei einer jährlichen Inflation von 2 Prozent wäre eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.500 Euro in 20 Jahren nur noch etwa 1.009 Euro wert. Die Dynamik sorgt dafür, dass deine Rente mit den Lebenshaltungskosten Schritt hält.

Die Kosten setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Der Beruf wird einer Risikoklasse zugeordnet, das Alter bestimmt die Eintrittswahrscheinlichkeit, und der Gesundheitszustand entscheidet über mögliche Risikozuschläge.

Für Selbstständige lohnt sich ein Vergleich der Tarife, weil die Beiträge je nach Anbieter und Beruf deutlich variieren können. Achte dabei nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungsbedingungen.

Die Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung absetzbar.

05 · Im Vertrag

Diese Klauseln solltest du in deiner BU als Selbstständige kennen

Die Vertragsbedingungen entscheiden darüber, ob du im Ernstfall wirklich Geld bekommst. Drei Klauseln sind für Selbstständige besonders wichtig.

Die abstrakte Verweisung ist ein Leistungsausschluss, den du unbedingt vermeiden solltest. Sie erlaubt dem Versicherer, dich auf eine andere Tätigkeit zu verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest. Ein Verzicht auf diese Klausel ist für Selbstständige essenziell, weil du sonst im Leistungsfall auf einen anderen Beruf verwiesen werden könntest.

Die Umorganisationsklausel ist eine betriebsbezogene Prüfung. Der Versicherer prüft, ob du deinen Betrieb durch Umorganisation weiterführen kannst, etwa indem du Aufgaben an Mitarbeiter abgibst oder deine Tätigkeit umstrukturierst. Die Klausel sollte klar definieren, wann eine Umorganisation zumutbar ist und wann nicht.

Die Nachversicherungsgarantie gibt dir Flexibilität. Du kannst die versicherte Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, etwa bei Eintritt in die Selbstständigkeit, bei Heirat, Geburt eines Kindes oder wenn dein Einkommen um mindestens 10 Prozent steigt. Das ist wichtig, weil sich deine Lebensumstände im Laufe der Zeit ändern.

Die Nachversicherungsobergrenze steigt bei einigen Tarifen jedes Jahr automatisch um 1.000 Euro. So kannst du deine BU-Rente später ohne erneute Risikoprüfung an veränderte Lebensumstände und steigende Lebenshaltungskosten anpassen.

Eine Beitragsdynamik erhöht die Rente regelmäßig, um die Inflation auszugleichen. Ohne Dynamik verliert deine Rente über die Jahre an Kaufkraft, weil die Lebenshaltungskosten steigen.

Achte bei der Umorganisationsklausel darauf, dass der Versicherer klar definiert, wann eine Umorganisation zumutbar ist. Unklare Formulierungen können im Leistungsfall zu Streit führen.

Ein Verzicht auf abstrakte Verweisung ist für Selbstständige essenziell, weil du sonst im Leistungsfall auf einen anderen Beruf verwiesen werden könntest.

Wichtige Vertragsklauseln für Selbstständige

Abstrakte VerweisungLeistungsausschlussDer Versicherer darf dich auf eine andere Tätigkeit verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest. Ein Verzicht auf diese Klausel ist für Selbstständige essenziell.
UmorganisationsklauselBetriebsbezogene PrüfungDer Versicherer prüft, ob du deinen Betrieb durch Umorganisation weiterführen kannst. Die Klausel sollte klar definieren, wann eine Umorganisation zumutbar ist.
NachversicherungsgarantieFlexibilitätDu kannst die versicherte Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen, etwa bei Heirat, Geburt eines Kindes oder Einkommenssteigerung.

06 · Checkliste

Checkliste: So findest du die passende BU für Selbstständige

Ein guter Vertrag verbindet eine ausreichende Rentenhöhe mit klaren Leistungsbedingungen. Diese Punkte solltest du vor dem Abschluss prüfen.

Der Verzicht auf abstrakte Verweisung ist die wichtigste Bedingung. Nur so stellst du sicher, dass der Versicherer dich nicht auf eine andere Tätigkeit verweisen kann, die du theoretisch noch ausüben könntest.

Die Rentenhöhe sollte mindestens 60 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens betragen. Nur so kannst du deinen gewohnten Lebensstandard halten, wenn dein Einkommen wegfällt.

Die Laufzeit sollte bis zum Beginn der Regelaltersrente reichen. Eine kürzere Laufzeit spart Beiträge, lässt dich aber im Alter ohne Schutz, wenn das Risiko einer Berufsunfähigkeit steigt.

Eine Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung ist wichtig, damit du die Rente später an veränderte Lebensumstände anpassen kannst. Das gilt besonders bei Eintritt in die Selbstständigkeit, bei Heirat oder Geburt eines Kindes.

Die Beitragsdynamik gleicht die Inflation aus. Ohne Dynamik verliert deine Rente über die Jahre an Kaufkraft, weil die Lebenshaltungskosten steigen.

Die Umorganisationsklausel sollte klar definieren, wann eine Umorganisation zumutbar ist. Unklare Formulierungen können im Leistungsfall zu Streit führen.

Beantworte die Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß. Falsche oder unvollständige Angaben können im Leistungsfall dazu führen, dass der Versicherer die Zahlung verweigert.

Die Rentenhöhe sollte mindestens 60 bis 80 Prozent deines Nettoeinkommens betragen.

Darauf achtest du beim BU-Abschluss

01

Verzicht auf abstrakte Verweisung im Vertrag

02

Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung

03

Laufzeit bis zum Beginn der Regelaltersrente

04

Beitragsdynamik zum Inflationsausgleich

05

Klare Definition der Umorganisationsklausel

06

Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

07 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der BU für Selbstständige

Viele Selbstständige schließen eine BU ab, ohne die Bedingungen genau zu lesen. Das kann im Leistungsfall teuer werden.

Das kann im Leistungsfall teuer werden, weil die Versicherung dann nicht zahlt oder nur eine zu niedrige Rente leistet.

Eine zu niedrige Rentenhöhe ist ein häufiger Fehler. Wer nur 500 oder 800 Euro absichert, kann seinen Lebensstandard im Ernstfall nicht halten. Die Rente sollte mindestens 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens betragen.

Auf eine abstrakte Verweisung im Kleingedruckten nicht zu achten, ist riskant. Ohne Verzicht auf diese Klausel kann der Versicherer dich auf eine andere Tätigkeit verweisen, die du theoretisch noch ausüben könntest.

Die Umorganisationsklausel nicht auf ihre Zumutbarkeitsgrenzen zu prüfen, kann im Leistungsfall zu Streit führen. Achte darauf, dass der Versicherer klar definiert, wann eine Umorganisation zumutbar ist und wann nicht.

Keine Nachversicherungsgarantie zu vereinbaren, nimmt dir die Flexibilität, die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das ist besonders wichtig, wenn sich deine Lebensumstände ändern.

Die Gesundheitsfragen unvollständig oder falsch zu beantworten, kann den Versicherungsschutz gefährden. Im Leistungsfall prüft der Versicherer die Angaben genau und kann die Zahlung verweigern, wenn du Vorerkrankungen verschwiegen hast.

Die BU erst nach der Existenzgründung abzuschließen, wenn Vorerkrankungen vorliegen, kann den Abschluss erschweren oder verteuern. Je früher du abschließt, desto niedriger sind die Beiträge und desto einfacher ist die Gesundheitsprüfung.

Die Gesundheitsfragen unvollständig oder falsch zu beantworten, kann den Versicherungsschutz gefährden.

Diese Fehler vermeidest du

·Zu niedrige Rentenhöhe wählen, die den Lebensstandard nicht sichert
·Auf eine abstrakte Verweisung im Kleingedruckten nicht achten
·Die Umorganisationsklausel nicht auf ihre Zumutbarkeitsgrenzen prüfen
·Keine Nachversicherungsgarantie vereinbaren
·Die Gesundheitsfragen unvollständig oder falsch beantworten
·Die BU erst nach der Existenzgründung abschließen, wenn Vorerkrankungen vorliegen

08 · Schritt für Schritt

So läuft der Abschluss einer BU für Selbstständige ab

Der Weg zur eigenen Berufsunfähigkeitsversicherung führt über eine Bedarfsermittlung, die Gesundheitsprüfung und die Vertragsunterzeichnung.

Jeder Schritt ist wichtig, damit du am Ende einen Vertrag hast, der zu deiner Situation passt.

In der Bedarfsermittlung legst du dein monatliches Nettoeinkommen fest und bestimmst die gewünschte Rentenhöhe. Als Faustregel gilt, 60 bis 80 Prozent des Nettoeinkommens abzusichern, damit du im Leistungsfall deinen Lebensstandard halten kannst.

Beim Einholen von Angeboten vergleichst du Tarife verschiedener Anbieter. Achte auf die Bedingungen zur abstrakten Verweisung und zur Umorganisation, nicht nur auf den Preis. Ein günstiger Tarif mit schlechten Bedingungen nützt dir im Ernstfall wenig.

Die Gesundheitsprüfung umfasst Fragen zu deinem Gesundheitszustand der letzten drei bis fünf Jahre. Beantworte sie wahrheitsgemäß, denn falsche Angaben können im Leistungsfall den Versicherungsschutz gefährden. Bei Unsicherheit hilft eine anonyme Risikovoranfrage, um vorab zu klären, ob ein Abschluss trotz Vorerkrankungen möglich ist.

Beim Vertragsabschluss unterschreibst du den Antrag und erhältst die Police. Ab diesem Zeitpunkt besteht der Versicherungsschutz, bei einigen Tarifen sogar schon ab Antragstellung mit vorläufigem Schutz.

Der vorläufige Versicherungsschutz kann bis zu 1.500 Euro im Monat leisten, wenn die Berufsunfähigkeit noch vor dem Versicherungsbeginn aufgrund eines Unfalls eintritt. Das schließt die Lücke zwischen Antragstellung und Vertragsbeginn.

Nach dem Abschluss solltest du deine Rente regelmäßig überprüfen. Bei Eintritt in die Selbstständigkeit, bei Heirat, Geburt eines Kindes oder wenn dein Einkommen um mindestens 10 Prozent steigt, kannst du die Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

Die Gesundheitsprüfung umfasst Fragen zu deinem Gesundheitszustand der letzten drei bis fünf Jahre.

01

Bedarfsermittlung

Du ermittelst dein monatliches Nettoeinkommen und legst die gewünschte Rentenhöhe fest.

02

Angebote einholen

Du vergleichst Tarife verschiedener Anbieter. Achte auf die Bedingungen zur abstrakten Verweisung und zur Umorganisation.

03

Gesundheitsprüfung

Du beantwortest Fragen zu deinem Gesundheitszustand der letzten drei bis fünf Jahre wahrheitsgemäß. Bei Unsicherheit hilft eine anonyme Risikovoranfrage.

04

Vertragsabschluss

Du unterschreibst den Antrag und erhältst die Police. Ab diesem Zeitpunkt besteht Versicherungsschutz, bei Unfällen oft schon mit Antragstellung.

09 · Hintergrund

Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige: Die wichtigsten Ursachen

Berufsunfähigkeit trifft nicht nur Handwerker oder körperlich Arbeitende. Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache und betreffen alle Berufsgruppen.

Statistisch wird jeder vierte Berufstätige im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Die Ursachen haben sich in den letzten Jahrzehnten verschoben, weg von körperlichen Unfällen hin zu psychischen Erkrankungen.

Psychische Erkrankungen wie Burnout, Depressionen oder Angststörungen stehen an erster Stelle. Sie machen einen großen Teil der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung aus und können jede Berufsgruppe treffen, auch Selbstständige in kaufmännischen oder akademischen Berufen.

Danach folgen Krebserkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats, Unfallfolgen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen. Auch neurologische Erkrankungen nehmen zu. Diese Ursachen sind unabhängig vom Beruf und können jeden treffen.

Für Selbstständige bedeutet das: Die Absicherung der Arbeitskraft ist keine Frage des Berufsrisikos. Auch wer am Schreibtisch arbeitet, kann durch eine psychische Erkrankung oder eine Krebsdiagnose berufsunfähig werden.

Die private BU leistet unabhängig von der Ursache. Egal ob die Berufsunfähigkeit durch einen Unfall im Urlaub, eine Erkrankung in der Freizeit oder eine psychische Belastung im Beruf entsteht, die Versicherung zahlt die vereinbarte Rente.

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit und betreffen alle Berufsgruppen.

Statistisch wird jeder vierte Berufstätige im Laufe seines Arbeitslebens berufsunfähig. Die Ursachen haben sich in den letzten Jahrzehnten verschoben.

Psychische Erkrankungen wie Burnout, Depressionen oder Angststörungen stehen an erster Stelle. Sie machen einen großen Teil der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung aus.

Danach folgen Krebserkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats, Unfallfolgen sowie Herz- und Gefäßerkrankungen. Auch neurologische Erkrankungen nehmen zu.

Für Selbstständige bedeutet das: Die Absicherung der Arbeitskraft ist keine Frage des Berufsrisikos, sondern eine Frage der existenziellen Vorsorge.

10 · Hintergrund

Lohnt sich eine Berufsunfähigkeits­versicherung für Selbstständige?

Die Beiträge sind eine Investition in deine finanzielle Sicherheit. Ohne BU riskierst du im Ernstfall den Verlust deines Einkommens und deines Lebensstandards.

Für die meisten Selbstständigen ist die private BU die einzige Möglichkeit, ihre Arbeitskraft abzusichern. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente steht ihnen in der Regel nicht zu, weil sie nicht in der Deutschen Rentenversicherung pflichtversichert sind.

Selbst wenn du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, reicht die Erwerbsminderungsrente meist nicht aus, um deinen gewohnten Lebensstandard zu halten. Die private BU schließt diese Lücke und sichert dein Einkommen unabhängig von staatlichen Leistungen.

Die monatlichen Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Im Leistungsfall musst du die Beiträge nicht weiterzahlen, sodass die Versicherung dich finanziell entlastet, wenn du sie am dringendsten brauchst.

Eine BU lohnt sich besonders, wenn du früh abschließt. Dann sind die Beiträge niedriger und du hast noch keine Vorerkrankungen, die den Abschluss erschweren oder verteuern könnten. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko einer Berufsunfähigkeit, und auch die Beiträge werden höher.

Die private BU ist eine Investition in deine finanzielle Sicherheit. Ohne sie riskierst du im Ernstfall den Verlust deines Einkommens und deines Lebensstandards, weil keine staatliche Versicherung einspringt.

Die monatlichen Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar.

Für die meisten Selbstständigen ist die private BU die einzige Möglichkeit, ihre Arbeitskraft abzusichern. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente steht ihnen in der Regel nicht zu.

Selbst wenn du freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst, reicht die Erwerbsminderungsrente meist nicht aus, um deinen gewohnten Lebensstandard zu halten.

Die monatlichen Beiträge sind als Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar. Im Leistungsfall musst du die Beiträge nicht weiterzahlen.

Eine BU lohnt sich besonders, wenn du früh abschließt. Dann sind die Beiträge niedriger und du hast noch keine Vorerkrankungen, die den Abschluss erschweren.

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026