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Ratgeber · Versicherung

Berufsunfähigkeits­versicherung für BWL-Studenten: Dein Schutz vor dem Karriere-Aus

Als BWL-Student hast du bei Berufsunfähigkeit keinen gesetzlichen Anspruch auf Erwerbsminderungs­rente. Eine private Berufsunfähigkeits­versicherung sichert deine Arbeitskraft und deinen späteren Beruf ab, solange dein Gesundheits­zustand noch gut ist.

11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • BWL-Studenten zahlen für 1.500 Euro BU-Rente oft zwischen 46 und 67 Euro monatlich.
  • Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift bei Studierenden in der Regel nicht, weil die Wartezeit von 5 Jahren fehlt.
  • Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, auch bei jungen Leuten.
  • Eine Nachversicherungsgarantie erlaubt dir, die BU-Rente nach dem Studium ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.

01 · Was gilt

Warum ist die BU für BWL-Studenten wichtig?

Viele Studierende verlassen sich auf die gesetzliche Absicherung, doch genau die greift bei ihnen nicht. Wer früh berufsunfähig wird, steht ohne Einkommen da.

Die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllst du während des Studiums meist nicht. Damit stehst du bei einer schweren Erkrankung ohne staatliches Auffangnetz da.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung leistet bereits ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf. Gute Tarife erkennen dein BWL-Studium ausdrücklich als versicherte Tätigkeit an und zahlen die vereinbarte Rente, wenn du dein Studium aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fortsetzen kannst.

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit, nicht Unfälle. Sie treffen auch junge Menschen, oft während des Studiums oder beim Berufseinstieg. Wer früh abschließt, friert seinen Gesundheitszustand ein und sichert sich den Schutz, bevor eine Diagnose den Abschluss erschwert oder unmöglich macht.

  • Die private BU-Rente greift ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit in deinem konkreten Studium oder späteren Beruf.
  • Die gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente setzt voraus, dass du weniger als 3 Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit nachgehen kannst.
  • Die gesetzliche teilweise Erwerbsminderungsrente gilt bei 3 bis unter 6 Stunden täglicher Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Krankengeld erhältst du nur, wenn du neben dem Studium sozialversicherungspflichtig arbeitest, und auch dann nur für maximal sechs Wochen.

Das zahlt bzw. gilt für dich

·Private BU-Rente ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit im zuletzt ausgeübten Beruf
·Leistung bereits während des Studiums, wenn du dein Studium nicht mehr fortsetzen kannst
·Krankengeld, wenn du neben dem Studium sozialversicherungspflichtig arbeitest

Das greift bei dir nicht

·Gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente (du bist in der Regel nicht versichert)
·Gesetzliche teilweise Erwerbsminderungsrente (du bist in der Regel nicht versichert)
·Staatliche Unterstützung, die deinen Lebensunterhalt vollständig deckt

02 · Kosten

Was kostet eine Berufsunfähigkeits­versicherung für BWL-Studenten?

Die Beiträge hängen von deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Rentenhöhe ab. Für BWL-Studenten gibt es eine klare Preisspanne.

Für einen 20-jährigen BWL-Studenten als Nichtraucher ohne Vorerkrankungen kostet eine BU-Rente von 1.500 Euro bis zum 67. Lebensjahr in einem Vergleich von 10 bis 12 Anbietern zwischen etwa 46 Euro und 67 Euro netto im Monat. Der mittlere Tarif liegt bei rund 54 Euro. Diese Spanne zeigt, wie stark die technische Ausgestaltung und die Tarifkalkulation der Anbieter den Preis beeinflussen.

Der Nettobeitrag ist der Betrag, den du tatsächlich zahlst. Der Bruttobeitrag liegt höher und hängt mit der Überschussverwendung zusammen, nicht mit Steuern. Bei der Sofortverrechnung zahlst du den niedrigeren Nettobeitrag, bei einer Fondsanlage der Überschüsse kann die Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag in Investmentfonds fließen.

Für 1.000 Euro BU-Rente liegt das Beitragsniveau für einen 20-jährigen Studenten in der günstigsten Berufsgruppe bei etwa 30 Euro monatlich. Die konkrete Höhe hängt von deinem Studiengang, deinem Eintrittsalter, deinem Gesundheitszustand und der gewünschten Vertragsausstattung ab.

  • Der günstigste Tarif für 1.500 Euro Rente liegt bei etwa 46 Euro netto im Monat.
  • Der teuerste Tarif im Vergleich kostet rund 67 Euro netto im Monat.
  • Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen oder riskanter Hobbys erhöhen den Beitrag zusätzlich.
  • Ohne Leistungsdynamik bleiben die Beiträge niedriger, dafür wächst deine Rente nicht mit der Inflation.

Monatliche Nettobeiträge für 1.500 Euro BU-Rente bis 67 (BWL-Student, 20 Jahre, Nichtraucher)

Günstigster Tarifca. 46 EUR
Mittlerer Tarifca. 54 EUR
Teuerster Tarifca. 67 EUR

03 · Schritt für Schritt

So funktioniert die BU während des BWL-Studiums

Der Leistungsfall ist im Studium anders definiert als im Beruf. Gute Tarife erkennen dein Studium als versicherte Tätigkeit an.

Während deines Studiums giltst du als berufsunfähig, wenn du dein BWL-Studium aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich mindestens sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr fortsetzen kannst. Maßgeblich ist die konkrete Studientätigkeit, so wie du sie zuletzt ausgeübt hast. Gute Tarife erkennen das Studium ausdrücklich als versicherte Tätigkeit an und leisten bereits in dieser Phase.

Ein wichtiger Qualitätsunterschied zeigt sich in der zweiten Studienhälfte. Manche Anbieter legen dann bereits die Lebensstellung zugrunde, die du mit deinem BWL-Abschluss normalerweise erreichen würdest. Das bedeutet: Du wirst so behandelt, als wärst du bereits in deinem angestrebten Beruf tätig. Ein Verweis auf eine einfache Tätigkeit mit niedrigerem Einkommen ist damit deutlich schwerer möglich.

Die Rentenzahlung beginnt, sobald die Berufsunfähigkeit festgestellt ist. In guten Tarifen erhältst du ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit die volle vereinbarte BU-Rente, nicht nur einen anteiligen Betrag. Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung ist bei allen ordentlichen Anbietern Standard und stellt sicher, dass nur dein konkreter Beruf beziehungsweise dein Studium geprüft wird.

  • Du kannst dein BWL-Studium aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich mindestens sechs Monate lang nicht mehr fortsetzen.
  • Du bist zu mindestens 50 Prozent in deiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit, also dem Studium, eingeschränkt.
  • In der zweiten Studienhälfte legen gute Tarife bereits das angestrebte Berufsbild eines BWLers zugrunde.
  • Du erhältst die vereinbarte monatliche BU-Rente, sobald die Berufsunfähigkeit festgestellt ist.
01

Gesundheitliche Beeinträchtigung

Du kannst dein BWL-Studium aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich mindestens sechs Monate lang nicht mehr fortsetzen.

02

Grad der Berufsunfähigkeit

Du bist zu mindestens 50 Prozent in deiner zuletzt ausgeübten Tätigkeit, also dem Studium, eingeschränkt.

03

Leistungsfall in der zweiten Studienhälfte

Gute Tarife legen in der zweiten Hälfte des Studiums bereits das angestrebte Berufsbild eines BWLers zugrunde, nicht nur das Studium.

04

Rentenzahlung

Du erhältst die vereinbarte monatliche BU-Rente, sobald die Berufsunfähigkeit festgestellt ist.

04 · Vergleich

Gesetzliche Erwerbsminderungs­rente vs. private BU

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente hat strenge Voraussetzungen, die du als Student meist nicht erfüllst. Die private BU leistet früher und umfassender.

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente und die private Berufsunfähigkeitsversicherung unterscheiden sich in ihren Voraussetzungen grundlegend. Die gesetzliche Rente setzt voraus, dass du weniger als 3 Stunden täglich irgendeiner Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen kannst. Die private BU leistet bereits, wenn du zu mindestens 50 Prozent in deinem konkreten Beruf als BWLer beziehungsweise in deinem Studium eingeschränkt bist.

Für die gesetzliche Erwerbsminderungsrente gilt eine allgemeine Wartezeit von 5 Jahren. Als Student erfüllst du diese Voraussetzung in der Regel nicht, weil du keine ausreichenden Pflichtbeiträge in die Deutsche Rentenversicherung eingezahlt hast. Die private BU hat keine Wartezeit, der Versicherungsschutz beginnt mit Vertragsabschluss.

Der entscheidende Unterschied liegt im Bezugspunkt. Die gesetzliche Rente fragt, ob du irgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausüben kannst. Die private BU fragt, ob du deinen zuletzt ausgeübten Beruf als BWLer nicht mehr ausüben kannst. Das macht die private Absicherung für dich deutlich wertvoller, weil sie deine spezifische Qualifikation schützt.

  • Die gesetzliche volle Erwerbsminderungsrente verlangt weniger als 3 Stunden tägliche Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.
  • Die gesetzliche teilweise Erwerbsminderungsrente gilt bei 3 bis unter 6 Stunden täglicher Arbeitsfähigkeit.
  • Die private BU leistet ab 50 Prozent Berufsunfähigkeit in deinem konkreten Beruf oder Studium.
  • Die gesetzliche Rente hat eine Wartezeit von 5 Jahren, die private BU leistet ab Vertragsbeginn.
Unterschiede zwischen gesetzlicher Erwerbsminderungsrente und privater BU
Gesetzliche Erwerbsminderungs­rentePrivate Berufsunfähigkeits­versicherung
Voraussetzung für LeistungMindestens 36 Monate Beiträge in die Deutsche RentenversicherungMindestens 50 Prozent berufsunfähig im zuletzt ausgeübten Beruf
WartezeitMindestens 36 Monate Beiträge in die Deutsche RentenversicherungKeine Wartezeit, Leistung ab Vertragsbeginn
BezugspunktIrgendeine Tätigkeit auf dem allgemeinen ArbeitsmarktDein konkreter Beruf als BWLer bzw. dein Studium
Status als StudentIn der Regel kein Anspruch, weil Pflichtbeiträge fehlenAbschluss als Student möglich und sinnvoll

05 · Im Vertrag

Der Gesundheits­zustand und die Gesundheits­prüfung

Dein aktueller Gesundheitszustand entscheidet über Annahme und Beitrag. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen oder Ausschlussklauseln führen.

Dein aktueller Gesundheitszustand ist ein zentraler Faktor bei der Beitragsberechnung. Vorerkrankungen oder häufige Arztbesuche können zu Risikozuschlägen führen, weil dem Versicherer das Gesamtbild nicht gefällt. Alternativ kann eine Ausschlussklausel vereinbart werden, bei der eine bestimmte Erkrankung vom Versicherungsschutz ausgeschlossen wird.

Wichtig zu wissen: Der Beitrag sinkt nicht, wenn du eine Ausschlussklausel bekommst. Du zahlst denselben Preis, erhältst aber weniger Leistung. Häufig betroffen sind Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Skoliose oder Wirbelsäulenbeschwerden, aber auch eine abgeschlossene Psychotherapie oder ein Tinnitus.

Bei Unsicherheiten solltest du eine anonyme Risikovoranfrage nutzen. Dein Versicherungsmakler klärt dabei vorab ohne Nennung deines Namens, ob und zu welchen Konditionen dich ein Anbieter annimmt. So vermeidest du Ablehnungen, die spätere Anträge bei anderen Versicherern erschweren können.

  • Ein Risikozuschlag ist ein prozentualer Aufschlag auf den Beitrag bei Vorerkrankungen oder riskanten Hobbys.
  • Eine Ausschlussklausel schließt eine bestimmte Erkrankung vom Versicherungsschutz aus, senkt aber nicht den Beitrag.
  • Die anonyme Risikovoranfrage klärt vorab, ob und zu welchen Konditionen dich ein Anbieter annimmt.
  • Die Nachversicherungsgarantie erlaubt spätere Erhöhungen der BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Wichtige Begriffe zur Gesundheitsprüfung

RisikozuschlagBeitragEin prozentualer Aufschlag auf den Beitrag, wenn Vorerkrankungen oder riskante Hobbys vorliegen.
AusschlussklauselLeistungEine bestimmte Erkrankung wird vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Der Beitrag sinkt dadurch nicht.
Anonyme RisikovoranfrageAntragDein Versicherungsmakler klärt vorab anonym, ob und zu welchen Konditionen dich ein Anbieter annimmt.
NachversicherungsgarantieVertragDu kannst die BU-Rente zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

06 · Checkliste

Nachversicherungs­garantie: Deine Option für später

Die Nachversicherungsgarantie ist für Studenten besonders wertvoll. Sie erlaubt dir, deine Rente an dein späteres Gehalt anzupassen, ohne dass dein Gesundheitszustand erneut geprüft wird.

Die Nachversicherungsgarantie ist für dich als BWL-Student besonders wertvoll, weil dein Einkommen nach dem Studium deutlich steigen wird. Sie erlaubt dir, deine BU-Rente zu bestimmten Anlässen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Das ist der entscheidende Vorteil: Selbst wenn du später erkrankst, bleibt die Erhöhung möglich, weil dein Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss eingefroren wurde.

Gute Tarife bieten Nachversicherungsgarantien bis zu einer Gesamtrente von 3.000 Euro oder sogar 4.000 Euro. Manche Anbieter ermöglichen zusätzlich eine Karrieregarantie bis 6.000 Euro. Die konkreten Obergrenzen unterscheiden sich je nach Tarif und sollten bei deiner Auswahl eine zentrale Rolle spielen.

Die Nachversicherung muss innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Anlass beantragt werden, oft 6 bis 12 Monate. Versäumst du diese Frist, verfällt die Option für diesen Anlass. Deshalb lohnt es sich, die Fristen in deinem Vertrag zu kennen und rechtzeitig zu handeln.

  • Der Abschluss deines BWL-Studiums ist ein typischer Anlass für eine Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung.
  • Der Beginn deiner ersten Anstellung nach dem Studium berechtigt ebenfalls zur Erhöhung.
  • Heirat oder die Geburt eines Kindes sind weitere anerkannte Anlässe.
  • Die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit kann eine Nachversicherung auslösen.
  • Eine Gehaltserhöhung, die eine höhere Rente rechtfertigt, ermöglicht ebenfalls die Anpassung.

Typische Anlässe für eine Nachversicherung ohne Gesundheitsprüfung

01

Abschluss deines BWL-Studiums

02

Beginn deiner ersten Anstellung nach dem Studium

03

Heirat oder Geburt eines Kindes

04

Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit

05

Gehaltserhöhung, die eine höhere Rente rechtfertigt

07 · Im Vertrag

Abstrakte Verweisung: Warum du darauf achten solltest

Die abstrakte Verweisung kann im Leistungsfall dazu führen, dass du auf einen anderen Beruf verwiesen wirst. Gute Tarife verzichten darauf.

Die abstrakte Verweisung ist eine Klausel, die im Leistungsfall problematisch werden kann. Sie erlaubt dem Versicherer, dich auf einen anderen Beruf zu verweisen, der mit deiner Ausbildung und Erfahrung vergleichbar ist. Wenn du als BWLer beispielsweise nicht mehr im Controlling arbeiten kannst, könnte der Versicherer argumentieren, dass du noch im Vertrieb arbeiten könntest.

Gute Tarife verzichten vollständig auf die abstrakte Verweisung. Der Versicherer prüft dann nur, ob du deinen zuletzt ausgeübten Beruf als BWLer nicht mehr ausüben kannst. Dieser Verzicht ist heute bei allen ordentlichen Anbietern Standard und kein besonderes Verkaufsargument, sondern eine Grundvoraussetzung für einen guten Vertrag.

Die konkrete Verweisung ist dagegen unkritisch. Sie greift nur, wenn du tatsächlich einen anderen Beruf ausübst und der Versicherer dich darauf verweisen kann. Solange du in deinem Beruf als BWLer arbeitest, spielt sie keine Rolle.

  • Die abstrakte Verweisung erlaubt dem Versicherer, dich auf einen vergleichbaren anderen Beruf zu verweisen, um die Leistung zu verweigern.
  • Der Verzicht auf abstrakte Verweisung stellt sicher, dass nur dein zuletzt ausgeübter Beruf als BWLer geprüft wird.
  • Die konkrete Verweisung greift nur, wenn du tatsächlich einen anderen Beruf ausübst, und ist für dich unkritisch.

Die abstrakte Verweisung in der BU

Abstrakte VerweisungKlauselDer Versicherer kann dich auf einen anderen, mit deiner Ausbildung und Erfahrung vergleichbaren Beruf verweisen, um die Leistung zu verweigern.
Verzicht auf abstrakte VerweisungStandardDer Versicherer prüft nur, ob du deinen zuletzt ausgeübten Beruf als BWLer nicht mehr ausüben kannst. Das ist bei guten Tarifen üblich.
Konkrete VerweisungAusnahmeNur wenn du tatsächlich einen anderen Beruf ausübst, kann der Versicherer dich darauf verweisen. Das ist für dich unkritisch.

08 · Hintergrund

Psychische Erkrankungen: Das unterschätzte Risiko

Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit. Sie treffen auch junge Menschen und Studenten, oft ohne Vorwarnung.

Schwere Depressionen oder Angststörungen entstehen oft in Lebensphasen mit hohem Druck, etwa während des Studiums oder beim Berufseinstieg. Das Klischee, dass Berufsunfähigkeit erst ab Mitte 40 relevant wird, stimmt nicht.

Wer bereits in psychotherapeutischer Behandlung war, bekommt später oft nur schwer oder nur mit Ausschlussklausel eine BU. Die Gesundheitsprüfung fragt nach solchen Behandlungen, und eine abgeschlossene Therapie kann die Annahme erschweren. Deshalb ist der Abschluss in jungen Jahren so wertvoll: Er friert deinen Gesundheitszustand ein, bevor solche Einträge entstehen.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Student schloss seine BU ab und erhielt wenige Monate später eine MS-Diagnose. Ein anderer begann kurz nach Vertragsabschluss eine Psychotherapie. Beide wären heute nicht mehr oder nur zu deutlich schlechteren Konditionen versicherbar gewesen. Weil sie Bestandsverträge hatten, konnten sie beim Berufseinstieg ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

  • Psychische Erkrankungen entstehen häufig in Lebensphasen mit hohem Druck, etwa während des Studiums.
  • Wer bereits in Behandlung war, bekommt später oft nur schwer oder nur mit Ausschlussklausel eine BU.
  • Ein Abschluss in jungen Jahren friert deinen Gesundheitszustand ein und schützt dich vor späteren Ausschlüssen.

Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen entstehen häufig in Lebensphasen mit hohem Druck, etwa während des Studiums oder beim Berufseinstieg. Wer bereits in Behandlung war, bekommt später oft nur schwer oder nur mit Ausschlussklausel eine BU.

Ein Abschluss in jungen Jahren friert deinen Gesundheitszustand ein. Spätere psychische Erkrankungen sind dann mitversichert, ohne dass du eine erneute Gesundheitsprüfung durchlaufen musst.

09 · Checkliste

Beitragshöhe: Diese Faktoren bestimmen deinen Preis

Nicht nur der Studiengang entscheidet über die Beitragshöhe. Mehrere Stellschrauben beeinflussen, wie viel du monatlich zahlst.

Der Beitrag für deine BU als BWL-Student setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen. Das Eintrittsalter ist einer der wichtigsten: Je jünger du abschließt, desto günstiger bleibt der Beitrag dauerhaft. Der Unterschied zwischen einem Abschluss mit 20 und mit 21 Jahren liegt bei etwa fünf Prozent und mehr.

Dein Gesundheitszustand beeinflusst die Prämie direkt. Vorerkrankungen führen zu Risikozuschlägen oder Ausschlussklauseln. Auch die gewünschte Rentenhöhe spielt eine Rolle: 1.500 Euro Rente kosten mehr als 1.000 Euro Rente. Die Laufzeit bis 67 ist teurer als eine kürzere Absicherung bis 60.

Die Überschussverwendung beeinflusst den Zahlbeitrag. Bei der Sofortverrechnung zahlst du den niedrigeren Nettobeitrag. Bei einer Fondsanlage der Überschüsse fließt die Differenz zwischen Netto- und Bruttobeitrag in Investmentfonds, was bei jungen Leuten durchaus eine Überlegung wert sein kann, weil die Auszahlung steuerfrei wäre.

  • Das Eintrittsalter macht jedes Jahr Wartezeit dauerhaft teurer, etwa fünf Prozent pro Jahr.
  • Der Gesundheitszustand führt bei Vorerkrankungen zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen.
  • Die Rentenhöhe bestimmt den Beitrag direkt: 1.500 Euro Rente kosten mehr als 1.000 Euro Rente.
  • Die Laufzeit bis 67 ist teurer als eine Absicherung bis 60.
  • Eine Leistungsdynamik erhöht den Beitrag, sorgt aber für einen jährlichen Inflationsausgleich.
  • Die Überschussverwendung beeinflusst den Zahlbeitrag, je nachdem ob du Sofortverrechnung oder Fondsanlage wählst.

Faktoren, die deinen BU-Beitrag als BWL-Student beeinflussen

01

Eintrittsalter: Jedes Jahr Wartezeit macht den Beitrag dauerhaft teurer.

02

Gesundheitszustand: Vorerkrankungen führen zu Risikozuschlägen oder Ausschlüssen.

03

Rentenhöhe: 1.500 Euro Rente kosten mehr als 1.000 Euro Rente.

04

Laufzeit: Eine Absicherung bis 67 ist teurer als bis 60.

05

Leistungsdynamik: Ein jährlicher Inflationsausgleich erhöht den Beitrag.

06

Überschussverwendung: Die Wahl zwischen Sofortverrechnung und Fondsanlage beeinflusst den Zahlbeitrag.

10 · Fehler vermeiden

Typische Fehler beim Abschluss einer BU für BWL-Studenten

Viele Studierende machen vermeidbare Fehler, die sie später bereuen. Diese Punkte solltest du vor dem Abschluss prüfen.

Viele Studierende wählen eine zu niedrige Rente, weil sie im Studium noch kein hohes Einkommen haben. Das rächt sich später: Jede Erhöhung kostet dein dann aktuelles Eintrittsalter und ist damit deutlich teurer als ein frühzeitiger Abschluss mit höherer Rente. Sichere als Student so viel ab, wie du dir leisten kannst, idealerweise 2.000 Euro.

Ein weiterer Fehler ist, sich auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu verlassen. Als Student hast du in der Regel keinen Anspruch, weil dir die erforderlichen Beitragszeiten fehlen. Auch das Krankengeld nach sechs Wochen gibt es nur für Angestellte in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung, nicht für Studierende ohne Nebenjob.

Anträge ohne anonyme Risikovoranfrage zu stellen, kann teuer werden. Eine Ablehnung wird in der Regel gespeichert und erschwert spätere Anträge bei anderen Anbietern. Bei Vorerkrankungen oder Unsicherheiten solltest du immer erst anonym anfragen, dann entscheiden.

  • Eine zu niedrige Rente zu wählen, macht spätere Erhöhungen teurer, weil dein Eintrittsalter steigt.
  • Einen falschen Studiengang anzugeben, kann im Leistungsfall zu Problemen führen.
  • Sich auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu verlassen, ist als Student ein Fehler, weil du in der Regel keinen Anspruch hast.
  • Anträge ohne anonyme Risikovoranfrage zu stellen, riskiert Ablehnungen, die spätere Anträge erschweren.
  • Die abstrakte Verweisung zu ignorieren, kann im Leistungsfall dazu führen, dass du auf einen anderen Beruf verwiesen wirst.
  • Die Nachversicherungsgarantie zu übersehen, zwingt dich bei jeder Erhöhung zu einer erneuten Gesundheitsprüfung.

Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

·Zu niedrige Rente wählen: Später ist jede Erhöhung teurer, weil dein Eintrittsalter steigt.
·Falschen Studiengang angeben: Das kann im Leistungsfall zu Problemen führen.
·Auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente verlassen: Als Student hast du in der Regel keinen Anspruch.
·Anträge ohne anonyme Risikovoranfrage stellen: Eine Ablehnung erschwert spätere Anträge bei anderen Anbietern.
·Auf die abstrakte Verweisung nicht achten: Gute Tarife verzichten darauf, schlechte nicht.
·Nachversicherungsgarantie ignorieren: Ohne sie musst du bei jeder Erhöhung erneut durch die Gesundheitsprüfung.

11 · Schritt für Schritt

Nachversicherung: So passt du deine Rente nach dem Studium an

Nach dem Studium steigt dein Einkommen. Mit der Nachversicherungsgarantie kannst du deine BU-Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung anheben.

Das ist der entscheidende Vorteil: Selbst wenn du während des Studiums erkrankt bist, bleibt die Erhöhung möglich, weil dein Gesundheitszustand bei Vertragsabschluss eingefroren wurde.

Der erste Schritt ist die Prüfung des Anlasses. Der Abschluss deines BWL-Studiums oder der Beginn deiner ersten Anstellung sind typische Auslöser. Auch Heirat, die Geburt eines Kindes oder die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit berechtigen zur Nachversicherung.

Die Frist ist entscheidend. Die Nachversicherung muss innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Anlass beantragt werden, oft 6 bis 12 Monate. Versäumst du diese Frist, verfällt die Option für diesen Anlass. Der Beitrag steigt entsprechend der höheren Rente und deines aktuellen Alters, nicht deines Gesundheitszustands.

  • Prüfe zuerst, ob ein Anlass vorliegt, etwa der Abschluss deines BWL-Studiums oder der Beginn deiner ersten Stelle.
  • Beachte die Frist, die oft 6 bis 12 Monate nach dem Anlass beträgt.
  • Erhöhe deine BU-Rente auf den gewünschten Betrag, ohne eine neue Gesundheitsprüfung zu durchlaufen.
  • Der Beitrag steigt entsprechend der höheren Rente und deines aktuellen Alters, nicht deines Gesundheitszustands.
01

Anlass prüfen

Du hast dein BWL-Studium abgeschlossen oder deine erste Stelle angetreten.

02

Frist beachten

Die Nachversicherung muss innerhalb einer bestimmten Frist nach dem Anlass beantragt werden.

03

Rente erhöhen

Du erhöhst deine BU-Rente auf den gewünschten Betrag, ohne eine neue Gesundheitsprüfung.

04

Beitrag anpassen

Der Beitrag steigt entsprechend der höheren Rente und deines aktuellen Alters, nicht deines Gesundheitszustands.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026