Ratgeber · Investieren
Technologie-ETFs: So investierst du gezielt in den IT-Sektor
Ein Technologie-ETF bündelt Aktien von Unternehmen aus der Informationstechnologie. Du investierst damit in einen Sektor, der in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, aber auch besonderen Schwankungen unterliegt.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Technologie-ETFs bilden Indizes wie den MSCI World Information Technology ab und enthalten vor allem US-Unternehmen.
- Die jährlichen Gesamtkostenquoten liegen bei den verfügbaren IT-ETFs zwischen 0,18 und 0,30 Prozent.
- Als Beimischung von 5 bis 10 Prozent des Portfolios kann ein Technologie-ETF sinnvoll sein, ersetzt aber keinen breit gestreuten Welt-ETF.
- Die Wertentwicklung des MSCI World Information Technology lag über fünf Jahre bei rund 160 Prozent, historische Gewinne sind jedoch keine Garantie für die Zukunft.
01 · Grundlagen
Was ist ein Technologie-ETF?
Ein Technologie-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index aus dem Informationstechnologie-Sektor abbildet. Er bündelt Aktien von Unternehmen, die in Bereichen wie Software, Halbleiter oder IT-Services tätig sind.
Der Informationstechnologie-Sektor wird von Indexanbietern wie MSCI und S&P nach dem Global Industry Classification Standard abgegrenzt. Entscheidend für die Zuordnung ist, in welchem Geschäftsfeld ein Unternehmen den Großteil seiner Umsätze und Gewinne erzielt.
Für dich bedeutet das: Ein Technologie-ETF bildet einen Index ab, der ausschließlich Unternehmen aus diesem Sektor enthält. Die verfügbaren ETFs auf den IT-Sektor haben eine Gesamtkostenquote zwischen 0,18 und 0,30 Prozent pro Jahr.
- Der MSCI World Information Technology-Index enthält alle IT-Unternehmen aus dem MSCI World.
- Es gibt fünf Indizes auf den IT-Sektor, die über ETFs investierbar sind.
- Insgesamt stehen dir acht ETFs auf den IT-Sektor zur Auswahl.
Kurz erklärt
Technologie-ETF
Ein ETF, der einen Index aus Unternehmen des Informationstechnologie-Sektors nachbildet. Dazu zählen Hersteller und Anbieter von Hard- und Software, Halbleitern, Datenservices und IT-Dienstleistungen.
Der MSCI World Information Technology-Index enthält alle IT-Unternehmen aus dem MSCI World und ist die Grundlage für mehrere globale Technologie-ETFs.
02 · Vergleich
MSCI World Information Technology oder S&P Global Information Technology: Wo liegen die Unterschiede?
Für Technologie-ETFs stehen mehrere Indizes zur Auswahl. Die beiden wichtigsten sind der MSCI World Information Technology und der S&P Global Information Technology, die sich in ihrer Zusammensetzung und bei ESG-Filtern unterscheiden.
Der MSCI World Information Technology-Index konzentriert sich auf Unternehmen aus Industrieländern. Der S&P Global Information Technology ESG-Index bezieht zusätzlich Schwellenländer ein und wendet ESG-Kriterien an.
Die Kosten unterscheiden sich messbar: ETFs auf den MSCI-Index liegen bei 0,25 bis 0,30 Prozent pro Jahr, während der S&P-Index mit 0,18 Prozent pro Jahr abgebildet wird. Beide Indizes sind stark auf US-Unternehmen konzentriert.
- Der MSCI-Index wird von ETFs mit vollständiger Replikation oder Unfunded Swap abgebildet.
- Der S&P-Index wird von den verfügbaren ETFs vollständig repliziert.
- Die Anzahl der Positionen ist beim MSCI-Index mit 153 höher als beim ESG-gefilterten S&P-Index.
| MSCI World Information Technology | S&P Global Information Technology ESG | |
|---|---|---|
| Abgedeckter Markt | Unternehmen aus Industrieländern weltweit | Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern mit ESG-Kriterien |
| Typische Gesamtkostenquote (TER) | 0,18 bis 0,30 Prozent p.a. | 0,18 Prozent p.a. |
| Replikationsmethode bei verfügbaren ETFs | Vollständige Replikation oder Unfunded Swap | Vollständige Replikation |
03 · Was gilt
Welche Unternehmen stecken in einem Technologie-ETF?
Die Zusammensetzung eines Technologie-ETF hängt vom abgebildeten Index ab. Typische Branchen sind Halbleiter, Software und Hardware, wobei die Gewichtung einzelner Teilbereiche stark variieren kann.
Im Informationstechnologie-Sektor sind Hersteller und Anbieter von Hard- und Software, Halbleitern, Datenservices und IT-Dienstleistungen enthalten. Auch technologisch anspruchsvolle Hardware, Mobiltelefone, Computer und Zubehör zählen dazu.
Die Gewichtung innerhalb des Sektors kann stark variieren. Bei einem großen MSCI-Technologie-ETF entfallen rund 46 Prozent auf Halbleiter, 28 Prozent auf Software und 26 Prozent auf Hardware.
- Hersteller von Computerspielen werden dem Sektor Telekommunikation zugeordnet.
- Unternehmen aus anderen Sektoren wie Gesundheit oder Finanzen sind nicht enthalten.
- Anleihen oder Rohstoffe gehören nicht in einen Technologie-ETF.
Im Technologie-ETF enthalten
Nicht enthalten
04 · Schritt für Schritt
Wie bildet ein Technologie-ETF seinen Index ab?
Die Replikationsmethode beschreibt, wie ein ETF die Wertentwicklung seines Index nachbildet. Bei Technologie-ETFs kommen sowohl die vollständige Replikation als auch Swap-basierte Verfahren zum Einsatz.
Bei der vollständigen Replikation kauft der ETF alle im Index enthaltenen Aktien in der entsprechenden Gewichtung. Dadurch hält er die tatsächlichen Wertpapiere im Fondsvermögen und bildet den Index direkt ab.
Beim Unfunded Swap hält der ETF ein Portfolio aus Wertpapieren und tauscht dessen Rendite über ein Tauschgeschäft mit einem Kontrahenten gegen die Rendite des Technologie-Index. Das Kontrahentenrisiko wird durch Sicherheiten begrenzt.
- Beide Verfahren sind bei UCITS-ETFs reguliert und in der Praxis etabliert.
- Für dich als Anlegerin ist die Replikationsmethode ein Kriterium unter mehreren.
- Die verfügbaren Technologie-ETFs nutzen entweder vollständige Replikation oder Unfunded Swap.
Vollständige Replikation
Der ETF kauft alle im Index enthaltenen Aktien in der entsprechenden Gewichtung. Dadurch bildet er den Index direkt ab und hält die tatsächlichen Wertpapiere im Fondsvermögen.
Unfunded Swap
Der ETF hält ein Portfolio aus Wertpapieren und tauscht dessen Rendite über ein Tauschgeschäft mit einem Kontrahenten gegen die Rendite des Technologie-Index. Das Kontrahentenrisiko wird durch Sicherheiten begrenzt.
Auswahl des passenden ETF
Für dich als Anlegerin ist die Replikationsmethode ein Kriterium unter mehreren. Beide Verfahren sind bei UCITS-ETFs reguliert und in der Praxis etabliert.
05 · Kosten
Was kostet ein Technologie-ETF?
Die laufenden Kosten eines ETF werden über die Gesamtkostenquote (TER) ausgewiesen. Bei Technologie-ETFs liegt die Spanne zwischen 0,18 und 0,30 Prozent pro Jahr.
Die Spanne reicht von 0,18 Prozent pro Jahr für ESG-gefilterte S&P-ETFs bis zu 0,30 Prozent pro Jahr für einige MSCI-ETFs.
Zusätzlich zur TER können Transaktionskosten innerhalb des Fonds anfallen. Diese sind nicht in der TER enthalten und entstehen zum Beispiel beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren durch den Fonds.
- Günstige IT-ETFs auf den S&P Global Information Technology ESG kosten 0,18 Prozent pro Jahr.
- Der Xtrackers MSCI World Information Technology liegt bei 0,25 Prozent pro Jahr.
- Teurere MSCI-ETFs von Amundi kosten 0,30 Prozent pro Jahr.
Typische Gesamtkostenquoten (TER) von Technologie-ETFs
06 · Hintergrund
Welche Rolle spielen Big Data und künstliche Intelligenz für Technologie-ETFs?
Viele Unternehmen im Informationstechnologie-Sektor sind in den Bereichen Big Data und künstliche Intelligenz tätig. Diese Geschäftsfelder sind Teil des Sektors, werden aber nicht als eigenständige Branche im Index geführt.
Dazu zählen Anbieter von Cloud-Infrastruktur, Halbleiterhersteller für KI-Chips und Softwareunternehmen für Datenanalyse.
Ein Technologie-ETF bildet diese Unternehmen über den Sektorindex ab. Du investierst damit indirekt in die Wertschöpfungskette dieser Technologien, ohne auf einzelne Aktien setzen zu müssen.
- Themen-ETFs zu Cloud Computing, Cyber Security oder Digitalisierung bilden speziellere Teilbereiche ab.
- Ein breiter Technologie-ETF enthält diese Unternehmen als Teil des gesamten Sektors.
- Die Geschäftsfelder Big Data und KI werden nicht als eigenständige Branche im Index geführt.
Unternehmen, die Technologien für Big Data oder künstliche Intelligenz entwickeln, sind in der Regel dem Informationstechnologie-Sektor zugeordnet. Dazu zählen Anbieter von Cloud-Infrastruktur, Halbleiterhersteller für KI-Chips und Softwareunternehmen für Datenanalyse.
Ein Technologie-ETF bildet diese Unternehmen über den Sektorindex ab. Du investierst damit indirekt in die Wertschöpfungskette dieser Technologien, ohne auf einzelne Aktien setzen zu müssen.
Beachte, dass Themen-ETFs zu Cloud Computing, Cyber Security oder Digitalisierung speziellere Teilbereiche abbilden. Ein breiter Technologie-ETF enthält diese Unternehmen ebenfalls, gewichtet sie aber im Rahmen des gesamten Sektors.
07 · Vergleich
Wie hat sich der MSCI World Information Technology entwickelt?
Die Wertentwicklung des MSCI World Information Technology zeigt die Dynamik des Sektors. Über fünf Jahre lag das Plus bei rund 160 Prozent, über ein Jahr bei rund 36 Prozent.
Der MSCI World Information Technology-Index hat in den vergangenen Jahren eine starke Dynamik gezeigt. Über fünf Jahre lag das Plus bei 159,65 Prozent, über drei Jahre bei 131,61 Prozent.
Die kurzfristige Entwicklung war ebenfalls kräftig: In einem Monat stieg der Index um 10,71 Prozent, in einem Jahr um 36,40 Prozent. Historische Wertentwicklungen sind keine Garantie für künftige Renditen.
- Technologieaktien können in Marktkorrekturen überproportional stark fallen.
- Die Wertentwicklung einzelner ETFs kann aufgrund von Kosten und Replikationsmethode leicht abweichen.
- Der Xtrackers MSCI World Information Technology erzielte über fünf Jahre 158,17 Prozent.
| Zeitraum | Wertentwicklung | |
|---|---|---|
| 1 Monat | 1 Monat | 10,71 % |
| 1 Jahr | 1 Jahr | 36,40 % |
| 3 Jahre | 3 Jahre | 131,61 % |
| 5 Jahre | 5 Jahre | 159,65 % |
08 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert ein ETF-Sparplan auf einen Technologie-ETF?
Mit einem ETF-Sparplan investierst du regelmäßig einen festen Betrag in einen Technologie-ETF. Das funktioniert bei vielen Online-Brokern bereits ab kleinen Sparraten.
Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der ETF-Sparpläne anbietet. Die Auswahl an sparplanfähigen Technologie-ETFs ist bei vielen Anbietern groß, oft sind Sparpläne bereits ab 0 Euro möglich.
Du wählst einen ETF anhand von Kriterien wie ISIN, TER, Replikationsmethode und Fondsvolumen aus. Die ISIN identifiziert den ETF eindeutig, zum Beispiel IE00BM67HT60 für den Xtrackers MSCI World Information Technology.
- Du legst eine monatliche Sparrate fest, zum Beispiel 50 oder 100 Euro.
- Die Ausführung erfolgt automatisch zum gewählten Termin.
- Der Broker kauft regelmäßig Anteile des Technologie-ETF für dich.
Depot eröffnen
Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der ETF-Sparpläne anbietet. Die Auswahl an sparplanfähigen Technologie-ETFs ist bei vielen Anbietern groß.
Technologie-ETF auswählen
Du wählst einen ETF anhand von Kriterien wie ISIN, TER, Replikationsmethode und Fondsvolumen aus. Die ISIN identifiziert den ETF eindeutig.
Sparrate und Intervall festlegen
Du legst eine monatliche Sparrate fest, zum Beispiel 50 oder 100 Euro. Die Ausführung erfolgt automatisch zum gewählten Termin.
Sparplan laufen lassen
Der Broker kauft regelmäßig Anteile des Technologie-ETF. Durch den Durchschnittskosteneffekt verteilst du dein Investment über verschiedene Kursniveaus.
09 · Fehler vermeiden
Welche Risiken bringt ein Technologie-ETF mit sich?
Ein Technologie-ETF konzentriert sich auf einen einzelnen Sektor. Das erhöht das Klumpenrisiko im Vergleich zu einem breit gestreuten Welt-ETF.
Die US-Konzentration ist hoch: Rund 90 Prozent des MSCI World Information Technology entfallen auf US-Unternehmen. In Bärenmärkten oder bei steigenden Zinsen können Technologiewerte überproportional stark fallen.
- Du setzt auf einen Sektor, der in der Vergangenheit stark war, aber keine systematische Outperformance garantiert.
- Viele Welt-Indizes wie der MSCI World enthalten Technologieaktien bereits mit hohem Anteil.
- Ein zusätzlicher Technologie-ETF erhöht dieses Gewicht weiter.
Typische Risiken und Fehler beim Investment in Technologie-ETFs
10 · Checkliste
Für wen ist ein Technologie-ETF geeignet?
Ein Technologie-ETF eignet sich als Beimischung für erfahrene Anlegerinnen, die das Wachstumspotenzial des IT-Sektors gezielt nutzen möchten. Als Basisinvestment ist er nicht geeignet.
Als Basisinvestment ist er nicht geeignet, weil ihm die breite Streuung fehlt.
Eine sinnvolle Größe ist eine Beimischung von 5 bis 10 Prozent des Portfolios. Damit übergewichtest du den Sektor gezielt, ohne dein gesamtes Vermögen von der Technologieentwicklung abhängig zu machen.
- Du hast bereits ein breit gestreutes Basisinvestment, zum Beispiel einen Welt-ETF.
- Du möchtest den Technologie-Sektor gezielt übergewichten und bist dir des Klumpenrisikos bewusst.
- Du kannst mit starken Kursschwankungen umgehen und verfolgst einen Anlagehorizont von mehreren Jahren.
Checkliste: Wann ein Technologie-ETF zu dir passt
Du hast bereits ein breit gestreutes Basisinvestment, zum Beispiel einen Welt-ETF.
Du möchtest den Technologie-Sektor gezielt übergewichten und bist dir des Klumpenrisikos bewusst.
Du planst eine Beimischung von 5 bis 10 Prozent deines Portfolios.
Du kannst mit starken Kursschwankungen umgehen und verfolgst einen Anlagehorizont von mehreren Jahren.
Du informierst dich regelmäßig über die Entwicklung des Sektors und passt deine Strategie bei Bedarf an.
11 · Im Vertrag
Wie werden Technologie-ETFs in Deutschland besteuert?
Für die Besteuerung von Technologie-ETFs gelten die allgemeinen Regeln für Aktienfonds. Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast auf Kursgewinne und Dividenden.
Für Aktienfonds mit einer Aktienquote von mindestens 51 Prozent sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Technologie-ETFs erfüllen diese Voraussetzung in der Regel, da sie fast ausschließlich in Aktien investieren.
Auf die verbleibenden 70 Prozent der Erträge fällt Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an. Zusätzlich wird auf die Abgeltungsteuer ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben.
- Erträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei.
- Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 2000 Euro pro Jahr.
- Die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast auf Kursgewinne und Dividenden.
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