Ratgeber · Investieren
Sparplan für Familien: So legst du Geld für deine Kinder an
Ein Sparplan für Familien bündelt regelmäßige Sparraten für den Nachwuchs und nutzt dabei den Zinseszinseffekt. So schaffst du mit kleinen Beträgen ein finanzielles Fundament für Ausbildung, Führerschein oder die erste eigene Wohnung.
11 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Ein Sparplan für Familien funktioniert am besten über ein eigenes Konto oder Depot auf den Namen des Kindes.
- Mit einem ETF-Sparplan kannst du langfristig von Renditechancen an den Aktienmärkten profitieren.
- Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr und Kind macht Kapitalerträge oft steuerfrei.
- Bereits 25 Euro monatlich können bis zum 18. Geburtstag ein solides Startkapital aufbauen.
01 · Grundlagen
Was ist ein Sparplan für Familien?
Ein Sparplan für Familien ist keine eigene Anlageklasse, sondern ein Sammelbegriff für regelmäßige Geldanlagen, die Eltern für ihre Kinder ausführen. Er kombiniert eine feste Sparrate mit einem Anlageprodukt wie einem ETF, einem Tagesgeldkonto oder einem Kindersparplan.
Ein Sparplan für Familien bündelt regelmäßige Einzahlungen, die du für dein Kind oder die ganze Familie anlegst. Die Sparrate wird meist monatlich automatisch eingezogen und fließt in ein Produkt wie einen ETF, ein Tagesgeldkonto oder einen Kindersparplan.
Die Konstanz der Sparrate ist wichtiger als die Höhe des einzelnen Betrags. Schon 25 Euro monatlich ergeben über 18 Jahre ein solides Startkapital, wenn die Erträge reinvestiert werden.
Ein eigenes Kinderkonto oder Juniordepot gehört dem Kind. Du verwaltest es treuhänderisch, bis das Kind volljährig ist, und darfst das Geld nur im Sinne des Kindes verwenden.
Kurz erklärt
Sparplan für Familien
Regelmäßige, meist monatliche Geldanlage für Kinder oder die ganze Familie, um langfristig Vermögen aufzubauen und finanzielle Ziele wie Ausbildung oder Führerschein abzusichern.
Die Konstanz der Sparrate ist wichtiger als die Höhe des einzelnen Betrags.
02 · Hintergrund
Warum lohnt sich ein Sparplan für Familien?
Kinder kosten bis zur Volljährigkeit im Schnitt rund 210.000 Euro. Ein früh gestarteter Sparplan entlastet dich später und gibt deinem Kind mehr finanzielle Selbstständigkeit.
Eltern geben bis zur Volljährigkeit ihres Kindes im Schnitt rund 210.000 Euro aus. Ein früh gestarteter Sparplan entlastet dich später und gibt deinem Kind mehr finanzielle Selbstständigkeit.
Je früher du mit dem Sparen beginnst, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Schon kleine Beträge wachsen über 18 Jahre zu einem beachtlichen Polster heran, wenn Erträge reinvestiert werden.
Ein Sparplan für Familien schafft Planungssicherheit. Du legst eine Sparrate fest, die automatisch abgebucht wird, und baust so ohne großen Aufwand Vermögen für dein Kind auf.
Gleichzeitig lernt dein Kind über ein eigenes Konto oder Depot den Umgang mit Geld. Das fördert die finanzielle Selbstständigkeit und ein Gefühl für den Wert regelmäßigen Sparens.
Je früher du mit dem Sparen beginnst, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Schon kleine Beträge wachsen über 18 Jahre zu einem beachtlichen Polster heran, wenn Erträge reinvestiert werden.
Ein Sparplan für Familien schafft Planungssicherheit. Du legst eine Sparrate fest, die automatisch abgebucht wird, und baust so ohne großen Aufwand Vermögen für dein Kind auf.
Gleichzeitig lernt dein Kind über ein eigenes Konto oder Depot den Umgang mit Geld. Das fördert die finanzielle Selbstständigkeit und ein Gefühl für den Wert regelmäßigen Sparens.
03 · Vergleich
Sparplan für Familien: Welche Anlageformen gibt es?
Für den Vermögensaufbau für Kinder kommen mehrere Produkte infrage. Sie unterscheiden sich bei Sicherheit, Renditechancen und Flexibilität.
Ein ETF-Sparplan bietet langfristig höhere Renditechancen durch die Aktienmärkte, unterliegt aber Kursschwankungen. Er eignet sich für langfristige Ziele wie Studium oder die erste eigene Wohnung.
Ein Tagesgeldkonto bietet niedrige, aber planbare Zinsen und keine Kursschwankungen. Das Geld ist täglich verfügbar und eignet sich für kurzfristige Rücklagen wie Klassenfahrten oder Freizeitaktivitäten.
Bei Aktienfonds und Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge durch die Teilfreistellung steuerfrei. Auf Zinsen vom Tagesgeldkonto fällt dagegen die volle Abgeltungsteuer an.
| ETF-Sparplan | Tagesgeldkonto | |
|---|---|---|
| Renditechancen | Attraktive Zinsen bei voller Verfügbarkeit | |
| Schwankungen | Keine Kursschwankungen, täglich verfügbar | |
| Geeignet für | Kurzfristige Rücklagen wie Klassenfahrten oder Freizeit |
04 · Schritt für Schritt
So richtest du einen Sparplan für Familien ein
Der Ablauf ist einfach und in wenigen Schritten erledigt. Wichtig ist, dass du das Konto oder Depot auf den Namen deines Kindes eröffnest.
Ein eigenes Kinderkonto oder Juniordepot gehört dem Kind. Du als Elternteil verwaltest es treuhänderisch, bis das Kind volljährig ist.
Hinterlege direkt bei der Eröffnung einen Freistellungsauftrag. So nutzt du den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr und Kind für Kapitalerträge.
Wähle eine monatliche Sparrate, die zu deinem Haushaltsbudget passt. Auch 25 Euro monatlich ergeben über 18 Jahre ein solides Startkapital.
Richte einen Dauerauftrag oder Sparplan ein, damit die Sparrate automatisch abgebucht wird. So bleibst du konstant und verpasst keine Einzahlung.
Konto oder Depot auf den Namen des Kindes eröffnen
Ein eigenes Kinderkonto oder Juniordepot gehört dem Kind. Du als Elternteil verwaltest es treuhänderisch, bis das Kind volljährig ist.
Freistellungsauftrag hinterlegen
Hinterlege direkt bei der Eröffnung einen Freistellungsauftrag. So nutzt du den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Jahr und Kind für Kapitalerträge.
Sparrate festlegen
Wähle eine monatliche Sparrate, die zu deinem Haushaltsbudget passt. Auch 25 Euro monatlich ergeben über 18 Jahre ein solides Startkapital.
Dauerauftrag oder Sparplan einrichten
Richte einen Dauerauftrag auf das Tagesgeldkonto oder einen ETF-Sparplan ein. So läuft das Sparen automatisch und du verpasst keine Einzahlung.
05 · Kosten
Welche Kosten fallen bei einem Sparplan für Familien an?
Die Kosten hängen vom gewählten Produkt ab. Sie schmälern die Rendite und sollten deshalb bei der Auswahl beachtet werden.
Die Kosten hängen vom gewählten Produkt ab. Sie schmälern die Rendite und sollten deshalb bei der Auswahl beachtet werden.
Achte bei ETF-Sparplänen auf die Gesamtkostenquote. Günstige Indexfonds liegen oft bei 0,1 bis 0,5 Prozent pro Jahr.
Viele Banken bieten Kinderkonten und Tagesgeldkonten ohne Kontoführungsgebühren an. Die laufenden Kosten liegen dann bei 0 Euro.
Einmalige Gebühren können bei der Kontoeröffnung oder bei einzelnen Transaktionen anfallen. Vergleiche die Anbieter, bevor du dich festlegst.
06 · Was gilt
Steuern beim Sparplan für Familien: Was gilt?
Mit einem Konto oder Depot auf den Namen des Kindes nutzt du den Sparer-Pauschbetrag des Kindes. So bleiben Erträge oft steuerfrei.
So bleiben Erträge oft steuerfrei.
Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Jahr und Kind bleiben bei einem eigenen Kinderdepot steuerfrei. Dafür hinterlegst du den Freistellungsauftrag direkt bei der Eröffnung.
Gewinne aus Aktienfonds profitieren von der Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge bleiben steuerfrei, nur 70 Prozent werden besteuert.
Erträge auf einem Depot der Eltern, die für das Kind angespart werden, müssen dagegen voll versteuert werden. Das gilt auch für Zinsen, Dividenden und Aktiengewinne oberhalb des Freibetrags.
Steuerfrei möglich
Steuerpflichtig
07 · Im Vertrag
Sparer-Pauschbetrag und Teilfreistellung: Die wichtigsten Werte
Diese steuerlichen Größen bestimmen, wie viel von deiner Rendite übrig bleibt. Sie gelten für das Jahr 2026.
Sie gelten für das Jahr 2026.
Der Sparer-Pauschbetrag pro Person liegt bei 1000 Euro Kapitalerträgen pro Jahr, die steuerfrei bleiben. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr.
Auf Kapitalerträge oberhalb des Freibetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Zusätzlich werden 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer fällig.
Bei Aktienfonds und Aktien-ETFs bleiben 30 Prozent der Erträge durch die Teilfreistellung steuerfrei. Nur 70 Prozent werden besteuert.
Steuerliche Eckdaten für den Sparplan für Familien
08 · Checkliste
Sparrate für Kinder: Wie viel solltest du anlegen?
Die passende Sparrate hängt von deinem Budget und den Zielen für dein Kind ab. Entscheidend ist, dass du regelmäßig und früh anfängst.
Lege eine Sparrate fest, die du über viele Jahre konstant zahlen kannst. Orientiere dich an deinem Haushaltsbudget und nicht an Wunschsummen.
Nutze Geldgeschenke von Verwandten als Sonderzahlungen für das Kinderdepot. Erhöhe die Sparrate, wenn dein Einkommen steigt oder das Kindergeld nicht vollständig benötigt wird.
Behalte kurzfristige Rücklagen auf einem Tagesgeldkonto getrennt vom langfristigen ETF-Sparplan. So vermeidest du, dass du langfristige Anlagen für kurzfristige Ausgaben auflösen musst.
Checkliste für die Wahl der Sparrate
Lege eine Sparrate fest, die du über viele Jahre konstant zahlen kannst.
Orientiere dich an deinem Haushaltsbudget und nicht an Wunschsummen.
Nutze Geldgeschenke von Verwandten als Sonderzahlungen für das Kinderdepot.
Erhöhe die Sparrate, wenn dein Einkommen steigt oder das Kindergeld nicht vollständig benötigt wird.
Behalte kurzfristige Rücklagen auf einem Tagesgeldkonto getrennt vom langfristigen ETF-Sparplan.
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Sparplan für Familien
Diese Fehler kannst du vermeiden, wenn du den Sparplan für dein Kind von Anfang an richtig aufsetzt.
Das Depot läuft auf den Namen der Eltern statt auf das Kind, dadurch geht der Sparer-Pauschbetrag des Kindes verloren. Eröffne das Konto oder Depot deshalb direkt auf den Namen deines Kindes.
Der Freistellungsauftrag wird nicht eingerichtet, obwohl das Kind einen eigenen Steuerfreibetrag von 1000 Euro pro Jahr hat. Hinterlege ihn direkt bei der Eröffnung.
Es wird nur auf ein Sparbuch oder Girokonto gespart, wodurch langfristig Renditechancen durch Aktien-ETFs verschenkt werden. Für langfristige Ziele ist ein ETF-Sparplan meist die bessere Wahl.
Die Sparrate wird zu hoch angesetzt und der Sparplan nach wenigen Monaten ausgesetzt, weil das Budget nicht reicht. Wähle eine Rate, die du langfristig durchhalten kannst.
Kurzfristige Ausgaben wie Klassenfahrten werden aus dem langfristigen Depot entnommen. Trenne kurzfristige Rücklagen auf einem Tagesgeldkonto vom langfristigen Sparplan.
Häufige Fehler und wie du sie umgehst
10 · Hintergrund
Sparplan für Familien und Altersvorsorge: Wo ist der Unterschied?
Ein Sparplan für Familien dient meist der finanziellen Unterstützung des Kindes. Die Altersvorsorge der Eltern bleibt davon getrennt.
Der Sparplan für Familien zielt auf Ausgaben wie Ausbildung, Führerschein oder die erste eigene Wohnung des Kindes. Die Altersvorsorge der Eltern hat dagegen den Ruhestand im Blick.
Beide Ziele solltest du nicht vermischen. Ein eigenes Kinderdepot gehört dem Kind und darf nur in dessen Sinne verwendet werden. Für die Altersvorsorge der Eltern gibt es separate Produkte.
Wenn du beides parallel besparen möchtest, lege zwei getrennte Sparpläne an. So behältst du den Überblick und vermeidest, dass Gelder zweckentfremdet werden.
Der Sparplan für Familien zielt auf Ausgaben wie Ausbildung, Führerschein oder die erste eigene Wohnung des Kindes. Die Altersvorsorge der Eltern hat dagegen den Ruhestand im Blick.
Beide Ziele solltest du nicht vermischen. Ein eigenes Kinderdepot gehört dem Kind und darf nur in dessen Sinne verwendet werden. Für die Altersvorsorge der Eltern gibt es separate Produkte.
Wenn du beides parallel besparen möchtest, lege zwei getrennte Sparpläne an. So behältst du den Überblick und vermeidest, dass Gelder zweckentfremdet werden.
11 · Hintergrund
Ab welchem Alter lohnt sich ein Sparplan für Familien?
Der beste Zeitpunkt für den Start ist die Geburt des Kindes. Aber auch ein späterer Einstieg kann sich lohnen, wenn die Sparrate entsprechend angepasst wird.
Je früher du beginnst, desto länger wirkt der Zinseszinseffekt. Ein Start direkt nach der Geburt gibt dem Vermögen 18 Jahre Zeit, um zu wachsen.
Beginnt dein Kind erst mit 10 Jahren, bleibt weniger Zeit für den Vermögensaufbau. Dann musst du die Sparrate erhöhen, um ein ähnliches Ziel zu erreichen.
Für kurzfristige Ziele wie den Führerschein mit 17 oder 18 eignet sich ein Tagesgeldkonto besser als ein ETF-Sparplan, weil Kursschwankungen dann nicht mehr ausgeglichen werden können.
Je früher du beginnst, desto länger wirkt der Zinseszinseffekt. Ein Start direkt nach der Geburt gibt dem Vermögen 18 Jahre Zeit, um zu wachsen.
Beginnt dein Kind erst mit 10 Jahren, bleibt weniger Zeit für den Vermögensaufbau. Dann musst du die Sparrate erhöhen, um ein ähnliches Ziel zu erreichen.
Für kurzfristige Ziele wie den Führerschein mit 17 oder 18 eignet sich ein Tagesgeldkonto besser als ein ETF-Sparplan, weil Kursschwankungen dann nicht mehr ausgeglichen werden können.
Häufige Fragen
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