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Robo-Advisor Steuererklärung: So gibst du digitale Geldanlagen richtig an

Kapitalerträge aus deinem Robo-Advisor gehören in die Steuererklärung. Die Depotbank führt zwar automatisch Steuern ab, aber mit Freistellungs­auftrag und Anlage KAP holst du dir zu viel gezahlte Abgeltungs­teuer zurück.

10 Kapitel · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Gewinne aus Robo-Advisor Depots unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag.
  • Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, das senkt deine Steuerlast.
  • Ein Freistellungsauftrag nutzt den Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr.
  • Die Jahressteuerbescheinigung deiner Depotbank liefert alle Werte für die Anlage KAP.

01 · Grundlagen

Was ist ein Robo-Advisor?

Ein Robo-Advisor ist ein digitaler Anlagehelfer, der dein Geld automatisiert in ETFs und Indexfonds anlegt. Er übernimmt die Auswahl, das Rebalancing und die Verwaltung deines Depots.

Ein Robo-Advisor bündelt für dich die Geldanlage in einem automatisierten Depot. Die Software wählt passende ETFs und Indexfonds aus, gewichtet sie nach deiner Risikopräferenz und passt die Anteile regelmäßig an.

Für die Steuererklärung bedeutet das: Du hast keinen direkten Einfluss auf einzelne Käufe und Verkäufe. Die steuerlichen Ereignisse entstehen durch die Automatik, etwa wenn der Robo-Advisor Wertpapiere umschichtet oder Erträge wieder anlegt.

Die Depotbank im Hintergrund übernimmt die steuerliche Abwicklung. Sie führt Abgeltungsteuer ab, berücksichtigt deinen Freistellungsauftrag und stellt dir nach Jahresende eine Jahressteuerbescheinigung aus.

Kurz erklärt

Robo-Advisor

Digitale Vermögensverwaltung, die dein Geld automatisiert in ein Portfolio aus ETFs und Indexfonds investiert und laufend überwacht.

Die Depotbank im Hintergrund führt die steuerlichen Pflichten aus und stellt dir eine Jahressteuerbescheinigung aus.

02 · Vergleich

Welche Steuern fallen beim Robo-Advisor an?

Deine Kapitalerträge aus dem Robo-Advisor werden automatisch besteuert. Die Höhe hängt von der Fondsart und deinem persönlichen Steuersatz ab.

Auf Kapitalerträge aus deinem Robo-Advisor Depot fällt die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer.

Die Fondsart bestimmt, wie viel deiner Erträge überhaupt besteuert wird. Bei Aktienfonds, die fortlaufend mehr als 50 Prozent ihres Vermögens in Kapitalbeteiligungen investieren, greift eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: Nur 70 Prozent der Erträge aus Aktienfonds sind steuerpflichtig.

Bei Mischfonds oder Rentenfonds ohne ausreichende Aktienquote entfällt diese Teilfreistellung. Dort werden 100 Prozent der Erträge der Abgeltungsteuer unterworfen. Die meisten Robo-Advisor setzen überwiegend auf Aktien-ETFs, sodass du häufig von der Teilfreistellung profitierst.

Besteuerung von Kapitalerträgen im Robo-Advisor Depot
AktienfondsSonstige Fonds
Abgeltungs­teuer25 Prozent auf 70 Prozent der Erträge25 Prozent auf 100 Prozent der Erträge
Teilfreistellung30 Prozent steuerfreiKeine Teilfreistellung
Solidaritäts­zuschlag5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer

03 · Schritt für Schritt

So funktioniert die Steuerabführung bei Robo-Advisor Depots

Die Depotbank deines Robo-Advisors berechnet Steuern automatisch und führt sie an das Finanzamt ab. Du musst dich um die laufende Besteuerung nicht selbst kümmern.

Deine Depotbank arbeitet im Hintergrund wie ein Steuertreuhänder. Sobald Kapitalerträge entstehen, berechnet sie die fällige Abgeltungsteuer, den Solidaritätszuschlag und zieht deinen Freistellungsauftrag ab.

Die einbehaltene Steuer führt die Bank direkt an das Finanzamt ab. Du bekommst für jede steuerpflichtige Transaktion eine Abrechnung, musst dich aber um die laufende Zahlung nicht selbst kümmern.

Nach Ablauf des Kalenderjahres bündelt die Depotbank alle steuerlichen Vorgänge in einer Jahressteuerbescheinigung. Diese Werte überträgst du in die Anlage KAP deiner Steuererklärung, wenn du zu viel gezahlte Steuern zurückholen möchtest.

01

Kapitalerträge entstehen

Dein Robo-Advisor erzielt Gewinne durch Verkäufe, Dividenden oder Zinsen. Auch das Rebalancing kann steuerpflichtige Verkäufe auslösen.

02

Depotbank berechnet Steuer

Die Depotbank ermittelt die Abgeltungsteuer, den Solidaritätszuschlag und berücksichtigt deinen Freistellungsauftrag.

03

Steuer wird abgeführt

Die Depotbank führt die fällige Steuer direkt an das Finanzamt ab. Du erhältst eine Abrechnung über die Transaktion.

04

Jahressteuerbescheinigung

Nach Ablauf des Jahres stellt dir die Depotbank eine Jahressteuerbescheinigung aus. Diese Werte überträgst du in die Anlage KAP.

04 · Was gilt

Wann werden Gewinne beim Robo-Advisor versteuert?

Nicht nur bei der Auflösung deines Depots fallen Steuern an. Auch unterjährige Ereignisse lösen eine Besteuerung aus.

Jeder Verkauf von ETF-Anteilen mit Gewinn löst die Abgeltungsteuer aus, auch wenn der Robo-Advisor das automatisch beim Rebalancing vornimmt.

Laufende Erträge wie Dividenden und Zinserträge werden ebenfalls sofort besteuert. Bei thesaurierenden Fonds, die Erträge nicht ausschütten, greift seit 2019 die Vorabpauschale als jährliche Steuerzahlung auf einen fiktiven Ertrag.

Nicht sofort versteuert werden Kursgewinne von Anteilen, die du weiterhin hältst. Auch Einzahlungen auf dein Verrechnungskonto sind kein steuerpflichtiges Ereignis, ebenso wenig die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen.

Wird versteuert

·Verkauf von ETF-Anteilen mit Gewinn
·Rebalancing mit Gewinnrealisierung
·Dividenden und Zinserträge
·Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds
·Teilauszahlungen aus dem Depot

Wird nicht sofort versteuert

·Kursgewinne bei weiterhin gehaltenen Anteilen
·Einzahlungen auf das Verrechnungskonto
·Automatische Wiederanlage von Ausschüttungen

05 · Kosten

Sparer-Pauschbetrag und Freistellungs­auftrag nutzen

Mit einem Freistellungsauftrag nutzt du den Sparer-Pauschbetrag direkt bei deiner Depotbank. So bleiben Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person steuerfrei.

Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Für zusammenveranlagte Ehepaare verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro. Bis zu dieser Höhe bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei.

Damit die Depotbank den Freibetrag automatisch berücksichtigt, richtest du einen Freistellungsauftrag ein. Das geht direkt beim Robo-Advisor oder der angeschlossenen Depotbank, meist online oder per Formular.

Du kannst den Freistellungsauftrag auf mehrere Banken verteilen. Achte darauf, dass die Summe aller Aufträge deinen persönlichen Freibetrag nicht überschreitet. Viele Anbieter setzen eine Frist bis zum 15. Dezember für das Folgejahr.

Steuerfreie Kapitalerträge durch den Sparer-Pauschbetrag

Einzelperson1000 EUR
Ehepaar (zusammenveranlagt)2000 EUR

06 · Im Vertrag

Vorabpauschale bei thesaurierenden Fonds

Thesaurierende Fonds legen Erträge direkt wieder an. Seit 2019 wird auf diese Erträge eine Vorabpauschale fällig, die deine Depotbank automatisch berechnet.

Damit der Staat trotzdem jährlich Steuern erhält, wurde die Vorabpauschale eingeführt. Deine Depotbank berechnet sie automatisch und führt die fällige Abgeltungsteuer ab.

Dein Sparer-Pauschbetrag wird auch auf die Vorabpauschale angewendet. Liegt ein Freistellungsauftrag vor, bleibt die Vorabpauschale bis zur Höhe des Freibetrags steuerfrei.

Beim späteren Verkauf der Fondsanteile wird die bereits gezahlte Vorabpauschale auf den Veräußerungsgewinn angerechnet. So vermeidest du eine doppelte Besteuerung derselben Erträge.

Was du zur Vorabpauschale wissen musst

BerechnungAutomatischDie Depotbank berechnet die Vorabpauschale jährlich und führt die fällige Abgeltungsteuer direkt ab.
VerrechnungBeim VerkaufBeim späteren Verkauf der Fondsanteile wird die bereits gezahlte Vorabpauschale auf den Veräußerungsgewinn angerechnet.
FreistellungsauftragWird berücksichtigtDein Sparer-Pauschbetrag wird auch auf die Vorabpauschale angewendet, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt.

07 · Checkliste

Verluste beim Robo-Advisor steuerlich geltend machen

Verluste aus deinem Robo-Advisor Depot kannst du mit Gewinnen verrechnen. Das passiert automatisch innerhalb deines Depots oder über die Steuererklärung.

Verluste aus ETF-Verkäufen verrechnet dein Robo-Advisor automatisch mit Gewinnen im selben Depot. Die Depotbank führt dafür separate Verlusttöpfe, getrennt nach Aktien und sonstigen Kapitalerträgen.

Hast du Depots bei mehreren Banken, kannst du Verluste nur über die Steuererklärung institutsübergreifend verrechnen. Dafür beantragst du bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres eine Verlustbescheinigung bei deinem Robo-Advisor.

Die Verlustbescheinigung reichst du mit der Anlage KAP beim Finanzamt ein. Nicht genutzte Verluste gehen nicht verloren, sondern werden als Verlustvortrag in Folgejahre übertragen und mit künftigen Gewinnen verrechnet.

So nutzt du Verluste aus dem Robo-Advisor

01

Verluste aus ETF-Verkäufen werden automatisch mit Gewinnen im selben Depot verrechnet

02

Die Depotbank führt separate Verlusttöpfe für Aktien und sonstige Kapitalerträge

03

Bei mehreren Depots beantragst du bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung

04

Die Verlustbescheinigung reichst du mit der Anlage KAP beim Finanzamt ein

05

Nicht genutzte Verluste werden als Verlustvortrag in Folgejahre übertragen

08 · Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Robo-Advisor Steuererklärung

Viele Anleger verschenken Geld, weil sie Freistellungsaufträge falsch verteilen oder Verluste nicht geltend machen. Diese Fehler lassen sich vermeiden.

Der häufigste Fehler ist ein fehlender Freistellungsauftrag. Ohne ihn führt die Depotbank Abgeltungsteuer ab, obwohl dein Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro noch nicht ausgeschöpft ist. Die zu viel gezahlte Steuer holst du dir nur über die Steuererklärung zurück.

Ein weiterer Fehler ist die versäumte Frist für die Verlustbescheinigung. Wer bis zum 15. Dezember keinen Antrag stellt, kann Verluste aus dem Robo-Advisor Depot nicht mit Gewinnen aus anderen Depots verrechnen. Die Verluste bleiben dann nur als Verlustvortrag im selben Depot erhalten.

Auch die Teilfreistellung wird oft übersehen. Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei, was deine Steuerlast spürbar senkt. Prüfe deine Jahressteuerbescheinigung, ob die Depotbank die Teilfreistellung korrekt berücksichtigt hat.

Diese Fehler kosten dich Steuergeld

·Kein Freistellungsauftrag eingerichtet: Die Depotbank führt Steuern ab, obwohl dein Sparer-Pauschbetrag nicht ausgeschöpft ist
·Freistellungsauftrag zu spät erteilt: Viele Anbieter setzen eine Frist bis zum 15. Dezember für das Folgejahr
·Verlustbescheinigung nicht beantragt: Verluste aus einem Depot können nicht mit Gewinnen aus einem anderen Depot verrechnet werden
·Jahressteuerbescheinigung ignoriert: Ohne die Werte aus der Bescheinigung ist die Anlage KAP unvollständig
·Teilfreistellung übersehen: Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge steuerfrei, das reduziert deine Steuerlast

09 · Hintergrund

Robo-Advisor Steuererklärung: Diese Unterlagen brauchst du

Für die Anlage KAP benötigst du die Jahressteuerbescheinigung deiner Depotbank. Sie enthält alle relevanten Werte für deine Steuererklärung.

Die Jahressteuerbescheinigung deiner Depotbank ist das zentrale Dokument für die Robo-Advisor Steuererklärung. Sie weist Kapitalerträge, einbehaltene Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und die Höhe des genutzten Sparer-Pauschbetrags aus.

Zusätzlich benötigst du die Verlustbescheinigung, wenn du Verluste aus deinem Robo-Advisor Depot mit Gewinnen aus anderen Depots verrechnen möchtest. Diese musst du bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei deiner Depotbank beantragen.

Die Werte aus der Jahressteuerbescheinigung überträgst du in die Anlage KAP deiner Steuererklärung. Das Finanzamt prüft dann, ob du zu viel Abgeltungsteuer gezahlt hast und erstattet dir die Differenz.

Die Jahressteuerbescheinigung deiner Depotbank ist das zentrale Dokument für die Robo-Advisor Steuererklärung. Sie weist Kapitalerträge, einbehaltene Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und die Höhe des genutzten Sparer-Pauschbetrags aus.

Zusätzlich benötigst du die Verlustbescheinigung, wenn du Verluste aus deinem Robo-Advisor Depot mit Gewinnen aus anderen Depots verrechnen möchtest. Diese musst du bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei deiner Depotbank beantragen.

Die Werte aus der Jahressteuerbescheinigung überträgst du in die Anlage KAP deiner Steuererklärung. Das Finanzamt prüft dann, ob du zu viel Abgeltungsteuer gezahlt hast und erstattet dir die Differenz.

10 · Vergleich

Digitale Vermögens­verwaltung im Vergleich zur Direktanlage

Robo-Advisor und Direktanlage in ETFs unterscheiden sich in der steuerlichen Handhabung nur wenig. Die Depotbank übernimmt in beiden Fällen die Steuerabführung.

Die steuerliche Behandlung von Robo-Advisor und Direktanlage in ETFs ist weitgehend identisch. In beiden Fällen führt die Depotbank die Abgeltungsteuer automatisch ab und berücksichtigt deinen Freistellungsauftrag.

Der wesentliche Unterschied liegt im Rebalancing. Beim Robo-Advisor erfolgt es automatisch und kann ohne dein Zutun steuerpflichtige Verkäufe auslösen. Bei der Direktanlage entscheidest du selbst, wann du Anteile verkaufst und kannst die Steuerwirkung besser steuern.

Die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds gilt für beide Anlageformen gleichermaßen. Auch der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person steht dir unabhängig davon zu, ob du einen Robo-Advisor oder ein eigenes ETF-Depot nutzt.

Steuerliche Handhabung: Robo-Advisor vs. Direktanlage in ETFs
Robo-AdvisorDirektanlage in ETFs
SteuerabführungAutomatisch durch Depotbank
RebalancingManuell
Freistellungs­auftragBeim Broker einrichtbar
Teilfreistellung30 Prozent bei Aktienfonds

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026