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Nachhaltige Geldanlage: So gehst du mit dem Risiko um

Nachhaltige Geldanlagen verbinden Renditeziele mit ökologischen und sozialen Kriterien. Das Risiko hängt dabei weniger vom Label als von der konkreten Anlagestrategie und deiner persönlichen Risikotoleranz ab.

10 Kapitel · 15 Min. Lesezeit · Aktualisiert 12.10.2026

Das Wichtigste

  • Nachhaltige Geldanlagen sind nicht automatisch sicherer oder riskanter als konventionelle Anlagen.
  • Die EU-Offenlegungsverordnung schafft Transparenz, ist aber kein Gütesiegel für Qualität.
  • Deine Nachhaltigkeitspräferenzen müssen seit August 2022 in der Anlageberatung erfragt werden.
  • Rendite und Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus, erfordern aber eine langfristige Betrachtung.

01 · Grundlagen

Was bedeutet nachhaltige Geldanlage?

Nachhaltige Geldanlage folgt den ESG-Kriterien und verbindet finanzielle Ziele mit Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten. Eine einheitliche gesetzliche Mindestnorm existiert bislang nicht.

Für die Einordnung der Nachhaltigkeit eines Unternehmens, einer Anleihe oder eines Investmentfonds haben sich drei hauptsächliche Ansätze etabliert. Ausschlusskriterien sortieren Geschäftsfelder wie Atomkraft, Rüstung oder Kinderarbeit aus. Beim Best-In-Class-Ansatz wählst du aus jeder Branche die Unternehmen aus, die am wenigsten gegen diese Kriterien verstoßen und zusätzlich auf Veränderung setzen. Gezielte Investitionen nach proaktiven Positivkriterien lenken dein Geld dagegen direkt in Bereiche wie erneuerbare Energien, Gesundheit oder nachhaltige Landwirtschaft.

Es gibt über 200 Kriterien, die im Detail in die Beurteilung von Anlageprodukten einfließen können. Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung davon, welche Wirtschaftsaktivitäten nachhaltig sind oder nicht. Allein über Energiegewinnung mittels Kernkraft oder Gas, über Elektromobilität, Gentechnik in der Landwirtschaft oder Tierversuche in der Medizin gibt es konträre Meinungen. Deshalb kommst du nicht darum herum, deine nachhaltigen Ansprüche für Geldanlagen zunächst selbst zu definieren und dabei eventuell Kompromisse einzugehen.

Die EU-Offenlegungsverordnung regelt zwar Transparenzpflichten und schreibt für verschiedene Nachhaltigkeitsstrategien unterschiedliche Offenlegungsvorgaben vor. Das sind jedoch keine behördlichen Gütesiegel oder einheitlichen Qualitätsstandards. Prüfe daher genau, ob ein Produkt wirklich deinen persönlichen Nachhaltigkeitsvorstellungen entspricht.

Kurz erklärt

Nachhaltige Geldanlage

Eine Geldanlage, die neben der Rendite auch Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien (ESG) berücksichtigt. Dazu zählen Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen und transparente Unternehmensführung.

Es gibt keine behördliche Mindestqualität für nachhaltige Produkte. Die EU-Offenlegungsverordnung regelt Transparenzpflichten, ist aber kein Gütesiegel.

02 · Vergleich

Rendite und Risiko: Was ist bei nachhaltigen Fonds anders?

Nachhaltige Fonds und ETFs unterscheiden sich im Risiko nicht grundsätzlich von konventionellen Produkten. Entscheidend sind die enthaltenen Anlageklassen, die regionale Streuung und die Kostenstruktur.

Nur weil eine Geldanlage nach ethischen oder ökologischen Grundsätzen konzipiert wurde, ist sie nicht automatisch sicher. Bei nachhaltigen Investments gilt das Gleiche wie bei herkömmlichen Geldanlagen: Risiken und Kosten müssen genau hinterfragt werden. Die Rendite- und Nachhaltigkeitsfrage solltest du langfristig betrachten.

Nachhaltige Fonds können durch Ausschlusskriterien ein konzentrierteres Portfolio aufweisen. Wenn viele Branchen ausgeschlossen werden, steigt das Klumpenrisiko, weil dein Geld auf weniger Titel verteilt ist. Gleichzeitig zeigen die Mittelabflüsse der vergangenen Jahre, dass Anleger kurzfristig oft dorthin wechseln, wo die Rendite höher erscheint. Im vergangenen Jahr flossen laut Morningstar 84 Milliarden Dollar aus globalen nachhaltigen Fonds ab, der erste Mittelabfluss seit Beginn der Datenerfassung 2018.

Aus Unternehmenssicht funktioniert Nachhaltigkeit als eine Art Risikomanagement. Reputationsrisiken und Schäden lassen sich vermeiden, wenn Unternehmen früh auf Nachhaltigkeit setzen. Langfristig sollten solche Unternehmen besser abschneiden, als das in der Vergangenheit der Fall war. Kurzfristig können nachhaltige Fonds jedoch von konventionellen Produkten abweichen, weil sie bestimmte Branchen nicht abbilden.

Risikoprofile im Vergleich
Konventioneller AktienfondsNachhaltiger Aktienfonds
MarktrisikoSchwankungen durch tägliche Kursbewegungen an den BörsenGleiche Kursrisiken wie bei herkömmlichen Anlagen, nachhaltig heißt nicht automatisch sicher
Transparenz der KriterienTransparenzpflichten nach der EU-Offenlegungsverordnung, aber keine behördlichen Gütesiegel
RenditepotenzialRendite und Nachhaltigkeit müssen sich nicht ausschließen, entscheidend ist der langfristige Verlauf

03 · Checkliste

ESG-Kriterien und Ausschlusskriterien: So filterst du Unternehmen

ESG steht für Environment, Social und Governance. Ausschlusskriterien definieren, welche Geschäftsfelder oder Praktiken für dein Investment tabu sind.

ESG steht für Environment, Social und Governance, also Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Ausschlusskriterien definieren, welche Geschäftsfelder oder Praktiken für dein Investment tabu sind. Sie sind der einfachste Weg, um dein Portfolio nach deinen Werten auszurichten.

Typische Ausschlusskriterien sind Atomkraft, Kinderarbeit, Rüstungs- und Waffenproduktion, Korruption, Glücksspiel, Menschenrechtsverletzungen, industrielle Tierhaltung, Agrar-Gentechnik, Tabakherstellung, Pornografie, Erdölproduktion und Fracking, Lebensmittelspekulationen sowie die Zerstörung von Ökosystemen. Welche dieser Kriterien für dich relevant sind, hängt von deinen persönlichen Prioritäten ab.

Beim Best-In-Class-Ansatz wählst du aus jeder Branche die Unternehmen aus, die am wenigsten gegen Ausschlusskriterien verstoßen und zusätzlich auf Veränderung setzen. Ein Beispiel ist ein Erdölförderer, der zunehmend eine alternative Energieerzeugung aufbaut. So bleibt dein Anlageuniversum breiter, während du trotzdem Nachhaltigkeitsstandards anlegst.

Typische Ausschlusskriterien nachhaltiger Geldanlagen

01

Atomkraft und fossile Brennstoffe wie Kohle, Öl und Fracking

02

Rüstungs- und Waffenproduktion

03

Kinderarbeit und Menschenrechtsverletzungen

04

Korruption und intransparente Unternehmensführung

05

Glücksspiel, Tabakherstellung und Pornografie

06

Industrielle Tierhaltung und Agrar-Gentechnik

07

Lebensmittelspekulation und Zerstörung von Ökosystemen

04 · Im Vertrag

EU-Offenlegungs­verordnung und EU-Taxonomie: Welche Regeln gelten?

Die EU hat mit der Offenlegungsverordnung und der Taxonomie zwei zentrale Regelwerke geschaffen. Sie sollen Transparenz herstellen und Kapitalströme in nachhaltige Aktivitäten lenken.

Die EU-Offenlegungsverordnung verpflichtet Anbieter von Finanzprodukten, offenzulegen, wie Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt werden und welche nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren bestehen. Sie schafft Transparenz, ist aber kein Gütesiegel und keine einheitliche Qualitätsnorm. Du kannst anhand der Offenlegungen besser erkennen, welche Strategie ein Produkt tatsächlich verfolgt.

Die EU-Taxonomie ist ein Klassifikationssystem, das definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Sie ist Teil des Aktionsplans Sustainable Finance und soll Kapitalströme gezielt in nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten lenken. In der Praxis bedeutet das: Seit August 2022 ist jede Einrichtung, bei der eine Beratung oder Vermittlung von Geldanlage- oder Versicherungsprodukten stattfindet, verpflichtet, dich nach deinen nachhaltigen Anlagezielen zu befragen.

Sofern du nicht ausdrücklich ein Nichtinteresse dokumentieren lässt, muss die Auswahl der für dich infrage kommenden Anlageproduktklassen nach deinen ethisch-ökologischen Präferenzen erfolgen. Diese Beratungspflicht gilt für Banken, Versicherungen und deren Vertriebsorganisationen.

Die wichtigsten EU-Regelwerke für nachhaltige Geldanlagen

EU-OffenlegungsverordnungTransparenzVerpflichtet Anbieter von Finanzprodukten, offenzulegen, wie Nachhaltigkeitsrisiken berücksichtigt werden und welche nachteiligen Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren bestehen.
EU-TaxonomieKlassifikationDefiniert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als ökologisch nachhaltig gelten. Sie ist Teil des Aktionsplans Sustainable Finance und soll Kapitalströme gezielt lenken.
NachhaltigkeitspräferenzenBeratungspflichtSeit August 2022 müssen Banken und Versicherungen bei der Anlageberatung deine nachhaltigen Anlageziele erfragen und bei der Produktempfehlung berücksichtigen.

05 · Was gilt

Nachhaltigkeits­präferenzen: Was musst du in der Beratung angeben?

Seit August 2022 sind Finanzberater verpflichtet, deine Nachhaltigkeitspräferenzen zu erfragen. Du kannst zwischen verschiedenen Ansätzen wählen oder Nachhaltigkeit ausdrücklich ausschließen.

Wenn du kein Interesse dokumentieren lässt, entfällt die Pflicht für den Berater, nachhaltige Produkte zu bevorzugen.

Als nachhaltig gelten in der Beratung Produkte mit einem Mindestanteil an Taxonomie-konformen Investitionen, Produkte mit einem Mindestanteil an nachhaltigen Investitionen nach Offenlegungsverordnung sowie Produkte, die wesentliche nachteilige Auswirkungen auf Nachhaltigkeitsfaktoren berücksichtigen. Diese Kategorien sind gesetzlich definiert und geben dir eine Orientierung, was der Berater dir als nachhaltig anbieten darf.

Produkte mit reinem Greenwashing-Label ohne überprüfbare Kriterien zählen nicht als nachhaltig. Auch Anlagen, die nur den Namen grün tragen, aber keine ESG-Daten offenlegen, erfüllen die Anforderungen nicht. Achte bei deiner Wahl nicht allein auf die Produktbezeichnung, sondern prüfe in den Produktinformationen, ob die Anlagestrategie zu deiner Vorstellung von Nachhaltigkeit passt.

Zählt als nachhaltig

·Produkte mit Mindestanteil an Taxonomie-konformen Investitionen
·Produkte mit Mindestanteil an nachhaltigen Investitionen nach Offenlegungsverordnung
·Produkte, die wesentliche nachteilige Auswirkungen (PAI) berücksichtigen

Zählt nicht als nachhaltig

·Produkte ohne ESG-Bezug, wenn du Nachhaltigkeit ausdrücklich ablehnst
·Produkte mit reinem Greenwashing-Label ohne überprüfbare Kriterien
·Anlagen, die nur den Namen 'grün' tragen, aber keine ESG-Daten offenlegen

06 · Hintergrund

Klimakrise und Energiewende: Warum sie deine Anlagestrategie beeinflussen

Die Klimakrise verändert Risiken und Chancen an den Kapitalmärkten. Die Energiewende lenkt Kapitalströme in neue Technologien und Infrastruktur, während alte Geschäftsmodelle unter Druck geraten.

Die Klimakrise wirkt als systemisches Risiko auf Unternehmen und Staaten. Extremwetterereignisse, regulatorische Eingriffe und veränderte Konsummuster können Geschäftsmodelle entwerten oder neue Märkte schaffen. Für dich als Anlegerin bedeutet das: Klimarisiken sind auch finanzielle Risiken, unabhängig davon, ob du nachhaltig investierst oder nicht.

Die Energiewende verschiebt Investitionsströme von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Unternehmen, die früh in diese Transformation investieren, können profitieren. Gleichzeitig entstehen Stranded Assets, also Vermögenswerte, die durch den Wandel an Wert verlieren. Deutschland hat seine Ressourcen für 2026 rechnerisch bereits am 10. Mai verbraucht, wie das Global Footprint Network ermittelt hat.

Die Infrastruktur in Europa, insbesondere in Deutschland, ist veraltet, marode und nicht zukunftsfähig. Gerade hier ergeben sich interessante Möglichkeiten für Investorinnen und Investoren. Du kannst in zukunftsfähige Infrastruktur investieren und gleichzeitig davon profitieren. Allerdings zeigen die jüngsten Entwicklungen: Der Aufschwung bei Erneuerbaren Energien wird aktuell weniger vom Klimaschutz getrieben als von stark steigenden Energiepreisen infolge geopolitischer Konflikte.

Die Klimakrise wirkt als systemisches Risiko auf Unternehmen und Staaten. Extremwetterereignisse, regulatorische Eingriffe und veränderte Konsummuster können Geschäftsmodelle entwerten oder neue Märkte schaffen. Für Anleger bedeutet das: Klimarisiken sind auch finanzielle Risiken.

Die Energiewende verschiebt Investitionsströme von fossilen Energieträgern zu erneuerbaren Energien, Netzen und Speichern. Unternehmen, die früh in diese Transformation investieren, können profitieren. Gleichzeitig entstehen Stranded Assets, also Vermögenswerte, die durch den Wandel an Wert verlieren.

Nachhaltige Geldanlagen können ein Instrument sein, um Klimarisiken im Portfolio zu reduzieren und von der Energiewende zu profitieren. Entscheidend ist, ob die ausgewählten Produkte tatsächlich in Transformationsbranchen investieren oder nur fossile Werte ausschließen.

07 · Grundlagen

Sustainable Finance: Was steckt hinter dem Konzept?

Sustainable Finance bezeichnet die Ausrichtung des Finanzsystems auf Nachhaltigkeitsziele. Die EU treibt diesen Wandel mit Regulierung und Klassifikationssystemen voran.

Das Konzept umfasst Regulierung, Produktstandards und Beratungspflichten, die Kapitalströme gezielt in ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Wirtschaftsaktivitäten lenken sollen. Die EU treibt diesen Wandel mit ihrem Aktionsplan Sustainable Finance voran.

Der Aktionsplan bildet den Rahmen für die Taxonomie, die Offenlegungsverordnung und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen in der Beratung. Ziel ist es, Anbieter von Geldanlageprodukten und Anleger zu ethisch-ökologischer Geldanlage zu bewegen. In der Praxis bedeutet das für dich: Du wirst in der Beratung aktiv nach deinen Nachhaltigkeitspräferenzen gefragt und kannst diese einfordern.

Die Umsetzung ist jedoch nicht immer geradlinig. Geopolitische Risiken, wirtschaftliche Umbrüche und politische Gegenbewegungen wie die Ablehnung von Nachhaltigkeitskriterien in den USA führen zu Umschichtungen. Anleger wechseln vom Impact-Investing, bei dem eine bestimmte nachhaltige Wirkung wichtiger ist als die Rendite, zu Investments mit weniger strengen Nachhaltigkeitskriterien und mehr Rendite.

Kurz erklärt

Sustainable Finance

Ein Konzept, das Kapitalströme gezielt in ökologisch nachhaltige und sozial verantwortliche Wirtschaftsaktivitäten lenken soll. Es umfasst Regulierung, Produktstandards und Beratungspflichten.

Der EU-Aktionsplan Sustainable Finance bildet den Rahmen. Er umfasst die Taxonomie, die Offenlegungsverordnung und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitspräferenzen in der Beratung.

08 · Fehler vermeiden

Waldinvestments: Nachhaltige Rendite aus Forst­wirtschaft?

Waldinvestments gelten als nachhaltige Anlageform mit langfristigem Horizont. Sie bieten Inflationsschutz und ökologischen Nutzen, sind aber mit spezifischen Risiken verbunden.

Sie bieten Inflationsschutz und ökologischen Nutzen, weil Waldflächen CO2 binden und langfristig an Wert gewinnen können. Gleichzeitig sind sie mit spezifischen Risiken verbunden, die du vor einem Einstieg genau prüfen solltest.

Waldflächen lassen sich nicht kurzfristig verkaufen, die Kapitalbindung ist langfristig. Naturrisiken wie Stürme, Dürre, Schädlingsbefall und Waldbrände können den Bestand schädigen und den Wert deiner Anlage mindern. Hinzu kommen Preisschwankungen, denn Holzpreise unterliegen konjunkturellen und regionalen Schwankungen.

Laufende Kosten für Aufforstung, Pflege und Verwaltung reduzieren die Rendite. Auch regulatorische Risiken sind zu beachten: Änderungen im Forst- oder Umweltrecht können die Nutzung einschränken. Waldinvestments eignen sich daher vor allem für Anlegerinnen, die einen langen Atem haben und einen Teil ihres Vermögens illiquide anlegen können.

Risiken bei Waldinvestments

·Illiquidität: Waldflächen lassen sich nicht kurzfristig verkaufen, die Kapitalbindung ist langfristig.
·Naturrisiken: Stürme, Dürre, Schädlingsbefall und Waldbrände können den Bestand schädigen.
·Preisschwankungen: Holzpreise unterliegen konjunkturellen und regionalen Schwankungen.
·Managementkosten: Laufende Kosten für Aufforstung, Pflege und Verwaltung reduzieren die Rendite.
·Regulatorische Risiken: Änderungen im Forst- oder Umweltrecht können die Nutzung einschränken.

09 · Vergleich

SRI, ETFs und aktive Fonds: Welche Produktarten gibt es?

Für nachhaltige Geldanlagen stehen dir verschiedene Produktarten zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in Kosten, Transparenz und der Strenge der Nachhaltigkeitskriterien.

Nachhaltige ETFs sind meist regelbasiert und nutzen Ausschlusskriterien oder den Best-In-Class-Ansatz. Ihre laufenden Kosten liegen oft unter 0,5 Prozent, und die Indexzusammensetzung ist öffentlich einsehbar. Aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds setzen dagegen auf individuelle Titelauswahl und oft strengere SRI-Kriterien, verlangen dafür aber häufig laufende Kosten von über 1 Prozent.

SRI steht für Socially Responsible Investment und kann eine erste Orientierung bieten, wenn du Produkte mit strengeren sozialen und ethischen Kriterien suchst. Hinweise auf die Ausrichtung an ESG-Kriterien oder an SRI findest du in den Produktinformationen. Achte bei deiner Wahl nicht allein auf die Produktbezeichnung, sondern prüfe, ob die Anlagestrategie zu deiner Vorstellung von Nachhaltigkeit passt.

Für Aktienfonds und Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent, unabhängig davon, ob sie nachhaltig sind oder nicht. Das reduziert deine Steuerlast auf Kursgewinne und Dividenden. Auch Anleihen für ökologische oder soziale Projekte, sogenannte Green oder Social Bonds, gehören zu den nachhaltigen Produktarten. Ausschlussfonds vermeiden Investitionen in bestimmte Branchen wie Rüstung oder Kohle und berücksichtigen Kriterien guter Unternehmensführung.

10 · Kosten

Steuern auf nachhaltige Geldanlagen: Was bleibt von der Rendite?

Für nachhaltige Geldanlagen gelten dieselben Steuerregeln wie für konventionelle Kapitalerträge. Der Sparer-Pauschbetrag und die Teilfreistellung reduzieren die Steuerlast.

Auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen wird die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent fällig. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer.

Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr. Bis zu diesem Betrag bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei, wenn du einen Freistellungsauftrag bei deiner Bank einrichtest.

Für Aktienfonds und Aktien-ETFs gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet: 30 Prozent der Erträge aus diesen Fonds bleiben steuerfrei, nur 70 Prozent werden besteuert. Diese Regelung gilt unabhängig davon, ob der Fonds nachhaltig ist oder nicht. Sie reduziert die effektive Steuerlast auf Aktienfondserträge spürbar.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 12.10.2026