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Gold-ETFs für Anfänger: So investierst du in Gold als Wertpapier

Gold-ETFs und Gold-ETCs bilden den Goldpreis ab, ohne dass du physisches Gold kaufen musst. Für Anlegerinnen und Anleger in Deutschland sind Gold-ETCs mit Lieferanspruch die praktikable Wahl, weil klassische Gold-ETFs hier nicht zugelassen sind.

9 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • Klassische Gold-ETFs sind in Deutschland nicht handelbar, da sie gegen EU-Fondsrichtlinien verstoßen.
  • Gold-ETCs sind börsengehandelte Schuldverschreibungen und die gängige Alternative für deutsche Depots.
  • Gold-ETCs zählen nicht zum Sondervermögen, daher trägst du ein Emittentenrisiko.
  • Als Beimischung zum Aktienportfolio gilt eine Obergrenze von zehn Prozent des Anlagevermögens als sinnvoll.

01 · Grundlagen

Was sind Gold-ETFs und warum gibt es sie in Deutschland nicht?

Der Begriff Gold-ETF wird oft verwendet, meint aber nicht immer dasselbe. Für dein Depot in Deutschland ist die rechtliche Einordnung entscheidend.

Ein klassischer Gold-ETF wäre ein börsengehandelter Fonds, der ausschließlich die Wertentwicklung des Goldpreises nachbildet und mit physischem Gold hinterlegt ist. Das Geld der Anlegerinnen und Anleger würde also in Goldbarren fließen, die ein Treuhänder verwahrt.

Genau diese Konstruktion ist in der EU nicht zugelassen. Die OGAW-Richtlinie für Investmentfonds schreibt vor, dass ein Fonds nicht nur einen einzigen Bestandteil haben darf, sondern sein Risiko über mehrere Werte streuen muss. Ein reiner Gold-ETF mit nur einem Basiswert erfüllt diese Anforderung nicht und kann deshalb in Deutschland nicht aufgelegt oder über deutsche Börsen vertrieben werden.

In den USA oder der Schweiz gibt es große Gold-ETFs, die dort ein hohes Volumen haben. Du kannst sie aber nicht einfach über dein deutsches Depot kaufen, weil sie nicht an deutschen Handelsplätzen zugelassen sind.

Für dich bedeutet das: Wenn du über ein Wertpapier an der Goldpreisentwicklung teilhaben willst, brauchst du eine andere rechtliche Konstruktion. In der Praxis sind das Gold-ETCs, also Exchange Traded Commodities, die als Schuldverschreibung und nicht als Investmentfonds aufgelegt sind.

Kurz erklärt

Gold-ETF

Ein börsengehandelter Fonds, der die Wertentwicklung des Goldpreises nachbildet und meist mit physischem Gold hinterlegt ist. Da ein Fonds nach EU-Recht nicht nur einen einzigen Bestandteil haben darf, sind solche Einzelrohstoff-ETFs in Deutschland nicht zugelassen.

In den USA oder der Schweiz gibt es große Gold-ETFs, du kannst sie aber nicht über deutsche Börsen kaufen.

02 · Vergleich

Gold-ETC oder Goldminen-ETF: Was bildet den Goldpreis ab?

Nicht jedes Wertpapier mit Gold im Namen folgt dem Goldpreis. Der Unterschied zwischen Rohstoff und Unternehmen ist für deine Anlageentscheidung zentral.

Der entscheidende Unterschied liegt im Basiswert. Ein Gold-ETC bildet den Goldpreis ab, weil er mit physischem Gold hinterlegt ist oder sich als Schuldverschreibung am Goldpreis orientiert. Ein Goldminen-ETF investiert dagegen in Aktien von Unternehmen, die Gold fördern, verarbeiten oder finanzieren.

Diese Unterscheidung hat konkrete Folgen für dein Depot. Goldminen-ETFs können sich gegenläufig zum Goldpreis entwickeln, wenn zum Beispiel ein Minenbetreiber betriebliche Probleme hat oder die Förderkosten steigen. Der Aktienkurs folgt dann der Unternehmensentwicklung und nicht dem Rohstoffpreis.

Willst du auf die Preisentwicklung von Gold setzen, sind Goldminen-ETFs nicht geeignet. Sie sind eine Wette auf die Geschäftsmodelle einzelner Unternehmen und tragen zusätzlich das allgemeine Aktienmarktrisiko.

Ein Gold-ETC ist dagegen das passende Instrument, wenn du den Goldpreis als Beimischung zu deinem Aktienportfolio abbilden möchtest. Du trägst dabei das Emittentenrisiko des Herausgebers und die Schwankungen des Goldpreises, aber nicht die unternehmerischen Risiken einzelner Minenbetreiber.

Goldpreis abbilden oder in Goldunternehmen investieren
Gold-ETCGoldminen-ETF
BasiswertPhysisches Gold oder Goldpreis als SchuldverschreibungAktien von Unternehmen aus der Goldindustrie
Rechtliche FormZertifikat (Schuldverschreibung)Investmentfonds (Sondervermögen)
RisikoEmittentenrisiko, GoldpreisschwankungenUnternehmensrisiken, Branchenrisiko, Aktienmarktrisiko
Geeignet fürBeimischung zur Abmilderung von AktienschwankungenGezielte Wette auf Goldunternehmen, kein Goldpreisersatz

03 · Schritt für Schritt

Wie funktioniert der Kauf eines Gold-ETC?

Der Ablauf ist mit einem normalen Wertpapierkauf vergleichbar. Du benötigst lediglich ein Depot, das den gewünschten Gold-ETC anbietet.

Der Ablauf ähnelt dem Kauf eines Aktien-ETF. Du benötigst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker, das den gewünschten Gold-ETC im Angebot hat. Nicht jedes Depot führt jeden Gold-ETC, deshalb lohnt sich ein Blick in das Produktverzeichnis vor der Depoteröffnung.

Anschließend suchst du den Gold-ETC über die Wertpapierkennnummer oder den Namen. Ein bekannter Vertreter ist Xetra-Gold, der von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Börse herausgegeben wird und komplett mit Gold gedeckt ist.

Du kannst den Gold-ETC einmalig kaufen oder einen Sparplan einrichten. Die Abrechnung läuft über dein Verrechnungskonto, das du bei der Depoteröffnung angegeben hast. Nach dem Kauf liegt der Gold-ETC in deinem Depot und du kannst ihn dort wie andere Wertpapiere verwalten.

Beachte, dass die Depotbank die Kosten für das Verwalten und Lagern des Goldes trägt und diese meist an dich weitergibt. Manche Anbieter nehmen bestimmte Gold-ETCs deshalb nicht in ihr Sortiment auf.

01

Depot auswählen

Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Nicht jedes Depot bietet jeden Gold-ETC an.

02

Gold-ETC finden

Du suchst den gewünschten Gold-ETC über die Wertpapierkennnummer oder den Namen. Bekannt ist etwa Xetra-Gold.

03

Order aufgeben

Du kaufst den Gold-ETC einmalig oder richtest einen Sparplan ein. Die Abrechnung erfolgt über dein Verrechnungskonto.

04

Im Depot verwahren

Der Gold-ETC liegt in deinem Depot. Lagerkosten für das Gold werden meist über eine Gebühr abgedeckt.

04 · Kosten

Welche Kosten fallen bei Gold-ETCs an?

Neben den üblichen Ordergebühren deines Depots können bei Gold-ETCs laufende Kosten für die Verwahrung des Goldes anfallen.

Diese Verwahrgebühr liegt bei vielen Produkten bei etwa 0,3 Prozent pro Jahr und wird oft monatlich berechnet.

Die Ordergebühr beim Kauf hängt von deinem Depot ab und kann zwischen 0 und 10 Euro liegen. Hinzu kommt die Geld-Brief-Spanne, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, die bei Gold-ETCs typischerweise zwischen 0,1 und 0,5 Prozent beträgt.

Vergleiche bei der Auswahl nicht nur die Ordergebühren, sondern auch die jährliche Verwahrgebühr. Diese laufenden Kosten werden direkt im Kurs oder als separater Posten berücksichtigt und summieren sich über die Jahre.

Bei Xetra-Gold fällt zum Beispiel eine Gebühr von monatlich 0,025 Prozent für die Verwahrung an. Das entspricht etwa 0,3 Prozent pro Jahr und wird von der Depotbank an die Anleger weitergegeben.

Kurz erklärt

Verwahrgebühr pro Monat

Typische Kostenbestandteile eines Gold-ETC

0,025 %

05 · Im Vertrag

Wie sicher sind Gold-ETCs im Vergleich zu Fonds?

Der rechtliche Schutz deines Geldes unterscheidet sich grundlegend zwischen Fonds und Zertifikaten. Das solltest du vor dem Kauf verstehen.

Geld in ETFs und Fonds gilt als Sondervermögen und bleibt bei einer Pleite des Anbieters geschützt. Gold-ETCs zählen nicht dazu.

Ein Gold-ETC ist rechtlich eine Schuldverschreibung. Du gibst dem Herausgeber einen Kredit, damit er davon Gold kaufen kann. Als Sicherheit für diesen Kredit dient das Gold, das der Emittent verwahren lässt.

Geht der Herausgeber pleite, kannst du dein Investment oder Teile davon verlieren. Die Goldbesicherung soll dieses Emittentenrisiko abmildern, bietet aber nicht den gleichen Schutz wie das Sondervermögen bei Fonds.

Ein Lieferanspruch auf physisches Gold ist nicht automatisch enthalten. Nur manche Gold-ETCs bieten die Möglichkeit, sich Goldbarren ausliefern zu lassen. Je nach Produkt ist das mit hohen Kosten verbunden oder an Mindestmengen geknüpft.

Rechtliche Einordnung und Sicherheit

SondervermögenNur bei FondsGeld in ETFs und Fonds ist Sondervermögen und bleibt bei einer Pleite des Anbieters geschützt. Gold-ETCs zählen nicht dazu.
SchuldverschreibungBei ETCsEin Gold-ETC ist ein Zertifikat. Du gibst dem Herausgeber einen Kredit, der mit Gold besichert ist.
EmittentenrisikoBei ETCsGeht der Herausgeber pleite, kannst du dein Investment oder Teile davon verlieren. Die Goldbesicherung soll dieses Risiko abmildern.
LieferanspruchNicht automatischNur manche Gold-ETCs bieten die Möglichkeit, sich Goldbarren ausliefern zu lassen. Das ist kein Standardmerkmal.

06 · Was gilt

Für wen eignen sich Gold-ETCs im Portfolio?

Gold ist kein Muss für die Geldanlage. Als Beimischung kann es aber die Schwankungen eines Aktienportfolios abmildern.

Gold ist kein Muss für die Geldanlage. Als Beimischung kann es aber die Schwankungen eines Aktienportfolios abmildern, weil sich der Goldpreis oft anders entwickelt als der Aktienmarkt.

Sinnvoll ist ein Gold-ETC, wenn du bereits einen breit gestreuten Aktien-ETF besparst und eine kleine Beimischung suchst. Du kannst damit ohne physisches Gold an der Goldpreisentwicklung teilhaben und gleichzeitig die Schwankungen deines Depots reduzieren.

Investiere nicht mehr als zehn Prozent deines Anlagevermögens in Gold und Gold-Wertpapiere. Diese Obergrenze verhindert ein Klumpenrisiko, falls der Goldpreis über längere Zeit seitwärts läuft oder fällt.

Eher nicht sinnvoll ist ein Gold-ETC, wenn du noch keinen Aktien-ETF hast und mit der Geldanlage beginnst. Auch wenn du langfristig eine ähnliche Rendite wie mit weltweiten Aktien erwartest, bist du mit einem breit gestreuten Aktien-ETF besser aufgestellt. Gold-ETCs haben langfristig nicht einmal halb so viel Rendite gebracht wie eine Investition in weltweit gestreute Aktien.

Sinnvoll

·Du hast bereits einen breit gestreuten Aktien-ETF und suchst eine Beimischung.
·Du willst die Schwankungen deines Depots reduzieren.
·Du möchtest ohne physisches Gold an der Goldpreisentwicklung teilhaben.
·Du bleibst unter einer Beimischung von zehn Prozent deines Anlagevermögens.

Eher nicht sinnvoll

·Du hast noch keinen Aktien-ETF und beginnst mit der Geldanlage.
·Du erwartest langfristig eine ähnliche Rendite wie mit weltweiten Aktien.
·Du möchtest dein gesamtes Vermögen in Gold anlegen.
·Du scheust das Emittentenrisiko einer Schuldverschreibung.

07 · Fehler vermeiden

Welche Fehler solltest du bei Gold-ETCs vermeiden?

Einige typische Missverständnisse führen dazu, dass Anlegerinnen und Anleger mehr Risiko eingehen als nötig.

Ein häufiger Fehler ist die Verwechslung von Goldminen-ETFs mit Goldpreis-ETCs. Wer auf den Goldpreis setzen will, aber einen Goldminen-ETF kauft, wundert sich über abweichende Kursverläufe und trägt zusätzlich Unternehmensrisiken.

Ein weiterer Fehler ist eine zu hohe Goldquote. Wer mehr als zehn Prozent seines Vermögens in Gold und Gold-Wertpapiere investiert, erhöht das Klumpenrisiko und macht das Depot abhängig von einem einzigen Rohstoff.

Gehe nicht davon aus, dass ein Gold-ETC wie ein Fonds als Sondervermögen geschützt ist. Die Schuldverschreibung unterliegt dem Emittentenrisiko, das du vor dem Kauf verstehen solltest.

Ignoriere außerdem nicht die laufenden Verwahrgebühren. Wer nur die Ordergebühren vergleicht, übersieht die jährlichen Kosten für die Goldlagerung, die über die Jahre die Rendite schmälern. Und wenn du einen Gold-ETC ohne Lieferanspruch kaufst, erwarte nicht, jederzeit Goldbarren zu erhalten.

Häufige Fehler im Umgang mit Gold-Wertpapieren

·Du verwechselst Goldminen-ETFs mit Goldpreis-ETCs und wunderst dich über abweichende Kursverläufe.
·Du investierst mehr als zehn Prozent deines Vermögens in Gold und erhöhst damit das Klumpenrisiko.
·Du gehst davon aus, dass ein Gold-ETC wie ein Fonds als Sondervermögen geschützt ist.
·Du ignorierst die laufenden Verwahrgebühren und vergleichst nur die Ordergebühren.
·Du kaufst einen Gold-ETC ohne Lieferanspruch und erwartest, jederzeit Goldbarren zu erhalten.

08 · Hintergrund

Wie werden Gold-ETCs in Deutschland besteuert?

Die Besteuerung von Gold-Wertpapieren hängt von der rechtlichen Form ab. Für Gold-ETCs gelten andere Regeln als für physisches Gold.

Gewinne aus Gold-ETCs unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 Euro pro Person und Jahr kann diese Steuerlast reduzieren, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro.

Anders als bei physischem Gold, das nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei verkauft werden kann, gibt es bei Gold-ETCs keine solche Steuerbefreiung. Die Gewinne werden unabhängig von der Haltedauer besteuert.

Die Teilfreistellung von 30 Prozent gilt nur für Aktienfonds, nicht für Rohstoff-Zertifikate. Gold-ETCs profitieren also nicht von dieser Vergünstigung, die bei Aktien-ETFs einen Teil der Erträge steuerfrei stellt.

Für dich bedeutet das: Ein Gold-ETC ist steuerlich weniger attraktiv als physisches Gold, wenn du langfristig hältst. Die Steuerlast fällt bei jedem Verkauf mit Gewinn an und wird direkt von deiner Depotbank einbehalten.

Gewinne aus Gold-ETCs unterliegen der Abgeltungsteuer. Anders als bei physischem Gold, das nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei verkauft werden kann, gibt es bei Gold-ETCs keine solche Steuerbefreiung.

09 · Checkliste

Checkliste: So startest du mit einem Gold-ETC

Wenn du dich für eine kleine Goldbeimischung entschieden hast, hilft dir diese Reihenfolge beim Einstieg.

So vermeidest du typische Fehler und behältst die Kosten im Blick.

Prüfe zuerst, ob du bereits einen breit gestreuten Aktien-ETF besparst. Ein Gold-ETC ist eine Beimischung und kein Ersatz für ein diversifiziertes Aktienportfolio.

Lege fest, wie viel Prozent deines Vermögens in Gold fließen sollen, und bleibe unter der Obergrenze von zehn Prozent. Diese Grenze schützt dich vor einem zu großen Klumpenrisiko.

  • Vergleiche Depots, die Gold-ETCs mit Lieferanspruch anbieten, und achte auf die jährliche Verwahrgebühr des Gold-ETC.
  • Kaufe zunächst eine kleine Position oder richte einen Sparplan ein, um die Funktionsweise kennenzulernen.
  • Beobachte die Entwicklung als Beimischung, nicht als Hauptanlage, und gleiche sie regelmäßig mit deiner Gesamtstrategie ab.

Dein Fahrplan für den ersten Gold-ETC

01

Prüfe, ob du bereits einen breit gestreuten Aktien-ETF besparst.

02

Lege fest, wie viel Prozent deines Vermögens in Gold fließen sollen (maximal zehn Prozent).

03

Vergleiche Depots, die Gold-ETCs mit Lieferanspruch anbieten.

04

Achte auf die jährliche Verwahrgebühr des Gold-ETC.

05

Kaufe zunächst eine kleine Position oder richte einen Sparplan ein.

06

Beobachte die Entwicklung als Beimischung, nicht als Hauptanlage.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026