Ratgeber · Investieren
ETF-Sparplan für Rentner: So bleibt dein Vermögen im Ruhestand flexibel
Ein ETF-Sparplan kann auch nach dem Berufsleben ein sinnvoller Baustein deiner Geldanlage sein, wenn du Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Liquiditätsbedarf sauber aufeinander abstimmst.
11 Kapitel · 18 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Ein ETF-Sparplan ist für Rentner geeignet, wenn ein Teil des Vermögens mindestens 10 bis 15 Jahre liegen bleiben kann.
- Die Mischung aus Tagesgeld, Festgeld und breit gestreuten ETFs hilft, die Rentenlücke zu schließen, ohne die kurzfristige Liquidität zu gefährden.
- Der Zinseszinseffekt wirkt auch im Ruhestand weiter, wenn du Erträge reinvestierst und nicht sofort entnimmst.
- Für renditeorientierte Anteile im Depot gilt: Je länger der Anlagehorizont, desto besser lassen sich Kursschwankungen aussitzen.
01 · Grundlagen
Was ist ein ETF-Sparplan für Rentner?
Ein ETF-Sparplan funktioniert im Ruhestand grundsätzlich wie bei jüngeren Anlegern: Du investierst regelmäßig einen festen Betrag in börsengehandelte Indexfonds. Der Unterschied liegt in der Zielsetzung und der Entnahmeplanung.
Im Kern ist ein ETF-Sparplan eine Daueranweisung an deine Bank oder deinen Broker, in festen Abständen einen bestimmten Geldbetrag in börsengehandelte Indexfonds zu investieren. Für dich als Rentnerin oder Rentner verschiebt sich der Fokus dabei weg vom reinen Vermögensaufbau über viele Jahrzehnte hin zu einer planbaren Ergänzung deiner gesetzlichen Rente oder dem gezielten Kapitalerhalt für die nächste Generation. Der Sparplan selbst ist kein eigenes Produkt, sondern lediglich die Ausführungsart, mit der du Anteile an einem ETF deiner Wahl kaufst.
Entscheidend ist, dass du den Sparplan nicht isoliert betrachtest. Er ist ein renditeorientierter Baustein in deinem Anlagemix, der nur dann sinnvoll funktioniert, wenn die kurzfristige Liquidität durch andere Anlageformen wie Tagesgeld gesichert ist. Die Höhe der Sparrate und der gewählte ETF bestimmen, wie stark dein Vermögen an den Entwicklungen des globalen Aktienmarkts teilnimmt.
Für dich bedeutet das: Ein ETF-Sparplan im Ruhestand ist kein Automatismus, der alle finanziellen Fragen löst. Er ist ein Werkzeug, das du bewusst einsetzt, um einen Teil deines Vermögens langfristig arbeiten zu lassen, während du gleichzeitig jederzeit auf ausreichend verfügbares Geld für den Alltag zugreifen kannst.
Kurz erklärt
ETF-Sparplan für Rentner
Ein regelmäßiger Kauf von ETF-Anteilen mit einem festen Geldbetrag, der im Ruhestand meist dazu dient, vorhandenes Vermögen renditeorientiert anzulegen, die gesetzliche Rente zu ergänzen oder Vermögen für die nächste Generation aufzubauen.
Der Sparplan ist kein eigenes Produkt, sondern eine Ausführungsart. Entscheidend sind die Auswahl des ETF, die Sparrate und der geplante Entnahmezeitpunkt.
02 · Vergleich
ETF-Sparplan, Tagesgeld und Festgeld im Vergleich
Für Rentner ist selten eine einzelne Anlageform die richtige Lösung. Ein Mix aus verfügbaren und renditeorientierten Bausteinen gleicht aus, dass im Alter kurzfristige Ausgaben und langfristiger Kapitalerhalt zusammenkommen.
Die drei Anlageformen erfüllen im Ruhestand unterschiedliche Aufgaben, und keine davon ist für sich allein genommen die richtige Lösung. Ein ETF-Sparplan bietet langfristig die höchsten Renditechancen, bringt aber Wertschwankungen mit sich, die du aushalten musst. Tagesgeld ist jederzeit ohne Verlust des eingezahlten Betrags verfügbar, wirft jedoch meist Zinsen ab, die unterhalb der Inflationsrate liegen.
Festgeld liegt zwischen diesen beiden Polen: Du bekommst etwas höhere Zinsen als auf dem Tagesgeldkonto, bindest dein Geld aber für eine feste Laufzeit. Wenn du vor Ablauf an das Geld musst, fallen in der Regel Vorfälligkeitskosten an. Deshalb eignet sich Festgeld vor allem für Ausgaben, deren Termin du bereits kennst, etwa eine geplante Renovierung in zwei oder drei Jahren.
Für deinen Anlagemix heißt das: Das Tagesgeldkonto deckt ungeplante Ausgaben ab, das Festgeld finanziert mittelfristig geplante Anschaffungen, und der ETF-Sparplan übernimmt den renditeorientierten Teil mit einem Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren. So vermeidest du, dass du ETF-Anteile in einer Marktschwäche verkaufen musst, nur weil du kurzfristig Geld benötigst.
| ETF-Sparplan | Tagesgeld | Festgeld | |
|---|---|---|---|
| Verfügbarkeit | Während der Handelszeiten verkaufbar, aber Kursschwankungen möglich | Jederzeit verfügbar | Erst nach Ablauf der festen Laufzeit verfügbar |
| Renditechance | Hohe Rendite möglich, aber keine Garantie | Geringe Rendite | Attraktive Renditemöglichkeiten |
| Risiko | Gefahr von Kapitalverlusten | Sicher | Sicher |
| Geeignet für | Renditeorientierter Baustein im Anlagemix | Kurzfristig verfügbare Geldreserve, Finanzierung von kurzfristig geplanten Anschaffungen | Finanzierung von mittelfristig geplanten Anschaffungen |
03 · Schritt für Schritt
In 5 Schritten zum passenden ETF-Sparplan im Ruhestand
Bevor du einen ETF-Sparplan einrichtest, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. So stellst du sicher, dass du nur Geld investierst, das du in den kommenden Jahren nicht zwingend benötigst.
Bevor du einen Sparplan einrichtest, solltest du deine finanzielle Ausgangslage vollständig erfassen. Liste alle regelmäßigen Einnahmen wie gesetzliche Rente, Betriebsrente oder Mieteinnahmen auf und stelle sie deinen monatlichen Ausgaben gegenüber. So erkennst du, wie viel Geld du im Alltag tatsächlich benötigst und welcher Betrag für einen Sparplan dauerhaft übrig bleibt.
Im zweiten Schritt legst du dein Anlageziel fest. Möchtest du mit dem ETF-Sparplan deine Rente aufbessern, Vermögen für deine Kinder aufbauen oder dein Erspartes vor Inflation schützen? Das Ziel bestimmt, wie lange das Geld investiert bleiben kann und wie hoch deine Sparrate ausfallen sollte. Ein Sparplan für die Vererbung kann eine längere Laufzeit haben als einer, der in wenigen Jahren eine Zusatzrente finanzieren soll.
Danach bestimmst du deinen Anlagehorizont. Geld, das du in breit gestreute ETFs investierst, sollte mindestens 10 bis 15 Jahre unangetastet im Depot liegen, um mögliche Krisen und Kursschwankungen aussitzen zu können. Erst wenn diese drei Punkte klar sind, wählst du einen breit gestreuten ETF aus und legst die Sparrate fest, die du dauerhaft ohne Einschränkungen im Alltag aufbringen kannst.
Finanzielle Situation analysieren
Liste alle regelmäßigen Einnahmen wie gesetzliche Rente, Betriebsrente oder Mieteinnahmen auf und stelle sie deinen monatlichen Ausgaben gegenüber. So erkennst du, wie viel Geld du im Alltag benötigst und welcher Betrag für einen Sparplan übrig bleibt.
Anlageziele festlegen
Lege fest, ob du mit dem ETF-Sparplan deine Rente aufbessern, Vermögen für deine Kinder aufbauen oder dein Erspartes vor Inflation schützen möchtest. Das Ziel bestimmt, wie lange das Geld investiert bleiben kann.
Anlagehorizont bestimmen
Geld, das du in breit gestreute ETFs investierst, sollte mindestens 10, besser 15 Jahre unangetastet im Depot liegen. Nur so kannst du Kursschwankungen und Krisen aussitzen, ohne zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen zu müssen.
Risikobereitschaft prüfen
Überlege, wie du reagierst, wenn dein Depot an Wert verliert. Wer bei Verlusten nervös wird und verkauft, sollte den Aktienanteil im Portfolio kleiner wählen.
Liquidität sichern
Lege eine ausreichend hohe Reserve auf einem Tagesgeldkonto an, bevor du Geld in einen ETF-Sparplan steckst. Ungeplante Ausgaben im Ruhestand sollten dich nicht zwingen, ETF-Anteile zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu verkaufen.
04 · Was gilt
Wann sich ein ETF-Sparplan für Rentner lohnt
Ein ETF-Sparplan ist im Ruhestand nicht für jeden Zweck die richtige Wahl. Entscheidend ist, ob du auf das investierte Geld verzichten kannst und wie viel Zeit du dem Markt gibst.
Ein ETF-Sparplan ist im Ruhestand dann sinnvoll, wenn du auf das investierte Geld für einen längeren Zeitraum verzichten kannst. Du solltest eine ausreichend große Reserve auf einem Tagesgeldkonto haben, damit ungeplante Ausgaben wie eine neue Waschmaschine oder eine Zahnbehandlung nicht dazu führen, dass du ETF-Anteile verkaufen musst. Nur wenn diese Liquiditätsreserve steht, ist der renditeorientierte Baustein tragfähig.
Gleichzeitig muss dein Anlagehorizont stimmen. Das Geld, das du in einen ETF-Sparplan steckst, sollte mindestens 10 bis 15 Jahre im Depot bleiben können. Wenn du planst, in den nächsten Jahren größere Summen zu entnehmen, etwa für eine Weltreise oder den Kauf einer barrierefreien Wohnung, ist der Sparplan für diesen Zweck ungeeignet. In diesem Fall sind Tagesgeld oder kurzlaufendes Festgeld die bessere Wahl.
Für dich bedeutet das: Ein ETF-Sparplan lohnt sich, wenn du deine gesetzliche Rente langfristig um einen renditeorientierten Baustein ergänzen möchtest oder Vermögen für die nächste Generation aufbauen willst. Er ist ungeeignet, wenn du das Geld innerhalb weniger Jahre benötigst oder keine ausreichende Liquiditätsreserve für ungeplante Kosten hast.
Geeignet
Eher ungeeignet
05 · Kosten
Rendite und Zinseszinseffekt im Ruhestand
Auch im Ruhestand kann der Zinseszinseffekt wirken, wenn du Erträge nicht sofort entnimmst, sondern im ETF-Sparplan reinvestierst. Je länger das Geld angelegt bleibt, desto stärker wächst das Vermögen durch wiederangelegte Erträge.
Das gilt auch dann, wenn du erst mit 60 oder 65 Jahren beginnst, denn ein Anlagehorizont von 15 oder 20 Jahren ist im Ruhestand keine Seltenheit.
Ein Beispiel verdeutlicht den Effekt: Bei einem Startkapital von 50.000 Euro und einer angenommenen Rendite von 5 Prozent pro Jahr nach Inflation wächst das Vermögen nach 6 Jahren auf etwa 67.000 Euro. Nach 15 Jahren sind es rund 104.000 Euro, und nach 20 Jahren ungefähr 135.000 Euro. Diese Werte sind Schätzungen und berücksichtigen keine Steuern, Depotkosten oder zwischenzeitliche Entnahmen.
Für dich heißt das: Der Zinseszinseffekt belohnt Geduld. Wenn du es schaffst, das investierte Kapital möglichst lange unangetastet zu lassen und Erträge zu reinvestieren, kann auch ein später Start an der Börse dein Vermögen spürbar vermehren. Entscheidend ist, dass du nicht gezwungen bist, in einer Marktschwäche Anteile zu verkaufen.
So wirkt sich der Anlagehorizont auf ein investiertes Vermögen aus
06 · Im Vertrag
Steuern auf Erträge aus deinem ETF-Sparplan
Erträge aus einem ETF-Sparplan unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Rentner gelten dieselben Freibeträge wie für alle anderen Anleger, und die Teilfreistellung reduziert die Steuerlast bei Aktienfonds.
Pro Person und Jahr bleiben 1000 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Dieser Sparer-Pauschbetrag gilt für alle Kapitalerträge, also auch für Zinsen aus Tagesgeld oder Festgeld.
Auf Erträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer an. Zusätzlich werden 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf die Abgeltungsteuer fällig. Bei Aktienfonds mit mindestens 51 Prozent Aktienquote bleibt ein Teil der Erträge steuerfrei: Die Teilfreistellung beträgt 30 Prozent, sodass nur 70 Prozent der Erträge versteuert werden müssen.
Für dich bedeutet das: Du kannst deine Steuerlast senken, indem du einen Freistellungsauftrag in Höhe des Sparer-Pauschbetrags bei deiner Bank oder deinem Broker einrichtest. So werden Erträge bis 1000 Euro pro Person gar nicht erst mit Steuern belastet. Die Teilfreistellung bei Aktien-ETFs reduziert die Steuerlast zusätzlich, was die Nettorendite deines Sparplans spürbar verbessert.
Die wichtigsten Steuerregeln für deinen ETF-Sparplan
07 · Checkliste
Checkliste: Das solltest du vor dem ersten ETF-Sparplan prüfen
Mit dieser Checkliste gehst du sicher, dass dein ETF-Sparplan zu deiner Lebenssituation im Ruhestand passt und du keine Liquiditätsengpässe riskierst.
Bevor du den ersten Sparplan einrichtest, solltest du deine finanzielle Situation vollständig durchleuchten. Nur wenn du weißt, wie viel Geld du monatlich frei verfügbar hast und welche Ausgaben in den kommenden Jahren auf dich zukommen, kannst du eine Sparrate wählen, die du dauerhaft durchhältst. Eine zu hohe Sparrate führt sonst schnell dazu, dass du den Sparplan in einer schwierigen Phase aussetzen oder ETF-Anteile verkaufen musst.
Die folgenden Punkte helfen dir, deine Vorbereitung zu strukturieren:
- Liste deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben vollständig auf, um deinen frei verfügbaren Überschuss zu ermitteln.
- Lege einen Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto an, der für ungeplante Ausgaben jederzeit verfügbar ist.
- Stelle sicher, dass das Geld für den ETF-Sparplan mindestens 10 bis 15 Jahre im Depot bleiben kann.
- Schätze deine persönliche Risikobereitschaft bei Kursschwankungen ehrlich ein, bevor du dich für eine Sparrate entscheidest.
- Definiere dein Anlageziel klar, damit du später weißt, ob du das Geld für die Rentenaufbesserung, den Vermögensaufbau oder die Vererbung benötigst.
Erst wenn diese Punkte geklärt sind, wählst du einen breit gestreuten ETF aus und richtest den Sparplan ein. So vermeidest du, dass aus einem renditeorientierten Baustein ein Liquiditätsproblem wird.
Vor dem Start deines ETF-Sparplans
Monatliche Einnahmen und Ausgaben vollständig aufgelistet
Höhe der Rentenlücke oder des frei verfügbaren Überschusses ermittelt
Notgroschen auf einem Tagesgeldkonto für ungeplante Ausgaben angelegt
Anlagehorizont von mindestens 10 bis 15 Jahren für den ETF-Anteil festgelegt
Persönliche Risikobereitschaft bei Kursschwankungen ehrlich eingeschätzt
Anlageziel definiert: Rentenaufbesserung, Vermögensaufbau oder Vererbung
Breit gestreuten ETF ohne Branchen- oder Regionenkonzentration ausgewählt
Sparrate so gewählt, dass sie dauerhaft ohne Einschränkungen im Alltag tragbar ist
Steuerliche Freibeträge und Teilfreistellung bei der Planung berücksichtigt
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim ETF-Sparplan im Ruhestand
Viele Rentner unterschätzen, wie schnell aus einem renditeorientierten Baustein ein Liquiditätsproblem werden kann. Diese Fehler lassen sich mit einer klaren Entnahmestrategie vermeiden.
Der häufigste Fehler ist, zu viel Geld in ETFs zu investieren und zu wenig Reserve auf dem Tagesgeldkonto zu lassen. Wenn dann eine ungeplante Ausgabe ansteht, bist du gezwungen, ETF-Anteile zu verkaufen, möglicherweise genau in einer Marktschwäche. Dadurch realisierst du Verluste, die bei einem längeren Anlagehorizont vermeidbar gewesen wären.
Ein weiterer Fehler ist, Geld in einen ETF-Sparplan zu stecken, das innerhalb weniger Jahre für geplante Ausgaben benötigt wird. Wer beispielsweise in drei Jahren eine größere Renovierung finanzieren will, sollte dieses Geld nicht in Aktienfonds anlegen, sondern auf einem Festgeldkonto parken. Auch die Entnahmestrategie erst im Nachhinein zu planen, statt vor dem ersten Sparplan, führt oft zu ungünstigen Verkäufen.
Für dich heißt das: Vermeide Panikverkäufe bei Kursschwankungen, setze auf breite Diversifikation statt auf einzelne Branchen oder Regionen, und berücksichtige die Wirkung von Steuern und Depotkosten auf deine Nettorendite. Wer diese Fehler vermeidet, hat gute Chancen, dass der ETF-Sparplan im Ruhestand seinen Zweck erfüllt.
Diese Fehler solltest du vermeiden
09 · Hintergrund
Entnahmestrategie: So nutzt du dein ETF-Vermögen im Alter
Ein ETF-Sparplan ist nur die halbe Strategie. Mindestens genauso wichtig ist ein Plan, wie du das angesparte Vermögen später nutzt, ohne zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen zu müssen.
Ein ETF-Sparplan ist nur die halbe Strategie. Mindestens genauso wichtig ist ein Plan, wie du das angesparte Vermögen später nutzt, ohne zu ungünstigen Zeitpunkten verkaufen zu müssen. Wer im Ruhestand regelmäßig Geld aus einem ETF-Depot entnimmt, sollte die Reihenfolge der Entnahmen beachten: Kurzfristig benötigtes Geld liegt besser auf einem Tagesgeldkonto oder in kurzlaufendem Festgeld, damit du nicht gezwungen bist, ETF-Anteile in einer Marktschwäche zu verkaufen.
Eine einfache Strategie ist, nur die Erträge zu entnehmen und das investierte Kapital weiterarbeiten zu lassen. Das funktioniert, wenn die Rendite ausreicht, um die gewünschte Zusatzrente zu finanzieren. Reicht sie nicht, kannst du zusätzlich kleine Anteile verkaufen und den Rest weiterhin breit gestreut anlegen. Wichtig ist, dass du die Entnahmen so planst, dass du auch bei schwankenden Märkten nicht in Bedrängnis gerätst.
Für dich bedeutet das: Lege vor dem ersten Sparplan fest, wie viel Geld du später monatlich oder quartalsweise entnehmen möchtest und wie lange das Vermögen reichen soll. So stellst du sicher, dass du dein ETF-Vermögen im Alter planvoll nutzt und nicht von kurzfristigen Marktbewegungen abhängig bist.
Wer im Ruhestand regelmäßig Geld aus einem ETF-Depot entnimmt, sollte die Reihenfolge der Entnahmen beachten. Kurzfristig benötigtes Geld liegt besser auf einem Tagesgeldkonto oder in kurzlaufendem Festgeld, damit du nicht gezwungen bist, ETF-Anteile in einer Marktschwäche zu verkaufen.
Eine einfache Strategie ist, nur die Erträge zu entnehmen und das investierte Kapital weiterarbeiten zu lassen. Das funktioniert, wenn die Rendite ausreicht, um die gewünschte Zusatzrente zu finanzieren. Reicht sie nicht, kannst du zusätzlich kleine Anteile verkaufen und den Rest weiterhin breit gestreut anlegen.
Für die Auszahlung aus dem Depot legst du einen individuellen Turnus fest. Monatliche, quartalsweise oder jährliche Entnahmen sind möglich. Wichtig ist, dass du die Entnahmen so planst, dass dein Vermögen über den gesamten Ruhestand reicht und du nicht zu früh zu viel verbrauchst.
10 · Hintergrund
Diversifikation: Warum breite Streuung im Alter besonders wichtig ist
Mit zunehmendem Alter wird die Zeit knapper, Verluste auszugleichen. Eine breite Streuung über viele Länder und Branchen senkt das Risiko, dass ein einzelner Markt oder Sektor dein Depot übermäßig belastet.
ETFs auf breite Indizes wie den MSCI World oder vergleichbare globale Aktienindizes streuen dein Geld über hunderte oder tausende Unternehmen aus verschiedenen Ländern. Dadurch reduzierst du das Risiko, das mit einzelnen Aktien oder Branchen verbunden ist, erheblich. Ein einzelnes Unternehmen kann insolvent werden, ein ganzer Markt entwickelt sich langfristig in der Regel weiter.
Für Rentner ist diese Diversifikation besonders wertvoll, weil der Anlagehorizont kürzer ist als bei jungen Anlegern. Wer breit streut, muss nicht darauf hoffen, dass ein einzelner Markt oder eine einzelne Branche sich erholt, sondern profitiert von der langfristigen Entwicklung des globalen Aktienmarkts. Das senkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Rückschlag dein gesamtes Depot übermäßig belastet.
Für dich heißt das: Wähle für deinen ETF-Sparplan einen Fonds, der möglichst viele Länder und Branchen abdeckt. Verzichte auf ETFs, die sich auf eine einzelne Region oder Branche konzentrieren, auch wenn diese kurzfristig höhere Renditen versprechen. Breite Streuung ist im Alter kein Nice-to-have, sondern ein zentraler Baustein deiner Risikokontrolle.
ETFs auf breite Indizes wie den MSCI World oder vergleichbare globale Aktienindizes streuen dein Geld über hunderte oder tausende Unternehmen aus verschiedenen Ländern. Dadurch reduzierst du das Risiko, das mit einzelnen Aktien oder Branchen verbunden ist, erheblich.
Für Rentner ist diese Diversifikation besonders wertvoll, weil der Anlagehorizont kürzer ist als bei jungen Anlegern. Wer breit streut, muss nicht darauf hoffen, dass ein einzelner Markt oder eine einzelne Branche sich erholt, sondern profitiert von der langfristigen Entwicklung des globalen Aktienmarkts.
Die Diversifikation ersetzt jedoch keine Liquiditätsplanung. Auch ein breit gestreuter ETF kann in Krisenphasen deutlich an Wert verlieren. Deshalb gehört zu einer durchdachten Anlagestrategie im Ruhestand immer auch ein sicherer Baustein aus Tagesgeld oder Festgeld.
11 · Hintergrund
Anlagestrategie für Rentner: So findest du den richtigen Mix
Die passende Anlagestrategie im Ruhestand verbindet Sicherheit, Liquidität und Rendite. Das magische Dreieck der Geldanlage hilft dir, deine Prioritäten zu erkennen und das Vermögen entsprechend aufzuteilen.
Eine Geldanlage, die gleichzeitig hohe Renditechancen, unkomplizierte Verfügbarkeit und ein geringes Verlustrisiko bietet, gibt es nicht. Du kannst immer nur zwei Aspekte kombinieren. Deshalb ist es ratsam, das verfügbare Kapital auf verschiedene Produkte aufzuteilen und so das Risiko zu streuen. Das magische Dreieck der Geldanlage hilft dir, deine Prioritäten zu erkennen und das Vermögen entsprechend aufzuteilen.
Ein möglicher Mix für Rentner besteht aus einem Tagesgeldkonto für kurzfristige Ausgaben, einem Festgeldanteil für mittelfristig geplante Anschaffungen und einem ETF-Sparplan für den renditeorientierten Baustein mit langem Anlagehorizont. Wie groß die einzelnen Anteile sind, hängt von deiner Rentenlücke, deinem Anlagehorizont und deiner Risikobereitschaft ab. Wer eine große Liquiditätsreserve benötigt, wird den ETF-Anteil kleiner wählen als jemand, der vor allem Vermögen vererben möchte.
Für dich bedeutet das: Es gibt keinen allgemeingültigen Prozentsatz, der für alle Rentner passt. Entscheidend ist, dass du die drei Bausteine so kombinierst, dass du jederzeit ruhig schlafen kannst und gleichzeitig einen Teil deines Vermögens langfristig für dich arbeiten lässt.
Eine Geldanlage, die gleichzeitig hohe Renditechancen, unkomplizierte Verfügbarkeit und ein geringes Verlustrisiko bietet, gibt es nicht. Du kannst immer nur zwei Aspekte kombinieren. Deshalb ist es ratsam, das verfügbare Kapital auf verschiedene Produkte aufzuteilen und so das Risiko zu streuen.
Ein möglicher Mix für Rentner besteht aus einem Tagesgeldkonto für kurzfristige Ausgaben, einem Festgeldanteil für mittelfristig geplante Anschaffungen und einem ETF-Sparplan für den renditeorientierten Baustein mit langem Anlagehorizont. Wie groß die einzelnen Anteile sind, hängt von deiner Rentenlücke, deiner Risikobereitschaft und deinen Zielen ab.
Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand kann der Anlagehorizont noch viele Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte betragen. Es spricht nichts dagegen, einen Teil des Vermögens weiterarbeiten zu lassen, solange die kurzfristige Liquidität gesichert ist und du die Schwankungen des Aktienmarkts aushältst.
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