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FinanzbildungInvestieren9 Min.

ETF Sparplan für Rentner: Dein Weg zu mehr finanzieller Freiheit

Du bist im Ruhestand und möchtest dein Geld gewinnbringend anlegen? Ein ETF Sparplan kann auch für Rentner eine sinnvolle Ergänzung sein. Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie du startest und worauf du achten solltest.

RenteETF GrundlagenGeldanlage
Brauche ich das?
Nicht zwingend.
Nur sinnvoll, wenn du Geld übrig hast und langfristig denkst.
Ist das sicher?
Mit Risiken verbunden.
Kursschwankungen sind normal, langfristig aber meist positiv.
Wie viel Geld?
Schon wenig reicht.
Du kannst bereits mit kleinen Beträgen monatlich starten.
Wo anfangen?
Mit Vergleich starten.
Ein günstiger Broker und ein breiter Welt-ETF sind der Klassiker.

Warum ein ETF Sparplan auch für dich als Rentner relevant ist

Vielleicht denkst du, mit dem Renteneintritt ist das Thema Geldanlage gegessen. Doch das Gegenteil ist oft der Fall. Die gesetzliche Rente reicht für viele nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Ein ETF Sparplan kann dir helfen, deine finanzielle Situation im Ruhestand aktiv zu verbessern und dir ein Zusatzeinkommen zu sichern.

Die Lebenserwartung steigt, und damit auch die Zeit, in der du deinen Ruhestand finanzieren musst. Wenn du heute 65 bist, können durchaus noch 20 oder 30 Jahre vor dir liegen. In dieser Zeit verliert dein Erspartes auf dem Girokonto durch die Inflation an Kaufkraft. Ein ETF Sparplan bietet die Chance, diesem Effekt entgegenzuwirken und dein Vermögen real zu erhalten oder sogar zu vermehren.

Du musst kein Finanzexperte sein, um von einem ETF Sparplan zu profitieren. Die Idee dahinter ist einfach: Du investierst regelmäßig einen festen Betrag in einen Korb aus vielen verschiedenen Aktien. So bist du breit aufgestellt und musst dir keine Gedanken über einzelne Unternehmen machen. Das macht diese Anlageform auch für Einsteiger im Rentenalter attraktiv.

Natürlich ist ein ETF Sparplan kein Ersatz für deine Rente, sondern eine Ergänzung. Er kann dir aber ein Stück Unabhängigkeit und Flexibilität zurückgeben. Ob für Reisen, Enkelkinder oder einfach für ein sorgenfreieres Gefühl, ein zusätzliches Polster gibt dir mehr Gestaltungsspielraum in deinem neuen Lebensabschnitt.

~1,8 Mio.
Menschen in Deutschland nutzen einen ETF-Sparplan.
jede:r 3.
Rentner:in hat neben der Rente weitere Einkünfte.
0,2 % p.a.
Kann ein günstiger Welt-ETF an Kosten verursachen.

Die Grundlagen: Was ist ein ETF und wie funktioniert ein Sparplan?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, auf Deutsch börsengehandelter Indexfonds. Stell dir einen Korb vor, in dem viele verschiedene Aktien liegen, zum Beispiel von großen Unternehmen aus aller Welt. Dieser Korb bildet einen Index nach, wie den DAX oder den MSCI World. Wenn du einen ETF kaufst, kaufst du einen kleinen Anteil an diesem gesamten Korb.

Der große Vorteil: Du investierst nicht in ein einzelnes Unternehmen, sondern in die Entwicklung der gesamten Wirtschaft einer Region oder der Welt. Geht es einem Unternehmen schlecht, wird das durch andere, erfolgreichere Unternehmen im Korb meist ausgeglichen. Das reduziert dein Risiko erheblich im Vergleich zum Kauf einzelner Aktien.

Ein Sparplan ist die einfache und bequeme Art, in ETFs zu investieren. Du gibst einen festen Betrag an, zum Beispiel 50 oder rund 100 Euro, und einen Termin im Monat. Dein Broker kauft dann automatisch Anteile des von dir gewählten ETFs. So musst du dich nicht um den richtigen Einstiegszeitpunkt kümmern und profitierst vom sogenannten Cost-Average-Effekt.

Dieser Effekt bedeutet, dass du bei niedrigen Kursen mehr Anteile für dein Geld bekommst und bei hohen Kursen weniger. Über einen langen Zeitraum gleicht sich das aus und du erzielst einen guten Durchschnittspreis. Für dich als Rentner heißt das: Du sparst dir Stress und Zeit und baust nebenbei systematisch Vermögen auf.

Wie ein ETF Sparplan im Ruhestand konkret funktioniert

Der Ablauf ist denkbar einfach. Zuerst wählst du einen Broker, also ein Finanzinstitut, bei dem du dein Wertpapierdepot eröffnest. Viele Banken und Online-Broker bieten mittlerweile kostenlose oder sehr günstige Sparpläne an. Du vergleichst die Angebote und entscheidest dich für einen Anbieter, der zu dir passt.

Im nächsten Schritt legst du fest, welchen ETF du besparen möchtest. Für Einsteiger und Rentner eignen sich besonders breit gestreute ETFs auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Diese bilden die Entwicklung von tausenden Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab und gelten als solide Basis für ein langfristig orientiertes Portfolio.

Dann bestimmst du deinen Sparbetrag und das Intervall. Du kannst monatlich, vierteljährlich oder halbjährlich einen Betrag einzahlen. Wichtig ist, dass du dir eine Summe aussuchst, die du langfristig entbehren kannst. Es ist besser, mit einem kleineren Betrag zu starten, als sich zu übernehmen und den Plan später wieder abzubrechen.

Dein Broker erledigt den Rest automatisch. Er kauft an dem von dir gewählten Termin Anteile des ETFs für deinen festgelegten Betrag. Du kannst jederzeit in dein Online-Depot schauen, den Betrag ändern, pausieren oder den Sparplan komplett beenden. Diese Flexibilität gibt dir die Sicherheit, jederzeit die Kontrolle über dein Geld zu behalten.

Kosten verstehen: Was ein ETF Sparplan wirklich kostet

Kosten sind ein wichtiges Thema, denn sie schmälern deine Rendite. Bei einem ETF Sparplan gibt es zwei wesentliche Kostenarten. Zum einen die Kosten für den Broker, also die Depotführung und die Ausführung des Sparplans. Viele Anbieter sind hier in den letzten Jahren auf null oder einen sehr geringen Betrag pro Ausführung gegangen.

Zum anderen gibt es die laufenden Kosten des ETFs selbst, die als Gesamtkostenquote oder TER (Total Expense Ratio) bezeichnet werden. Diese wird jährlich von deinem Fondsvermögen abgezogen und deckt die Verwaltung des Fonds ab. Für breit gestreute Aktien-ETFs liegt diese Kennzahl meist unter einem Prozent pro Jahr, oft sogar deutlich darunter.

Achte darauf, dass es keine versteckten Kosten gibt. Manche Broker verlangen zum Beispiel Gebühren für die Kontoeröffnung oder die jährliche Depotführung. Diese sollten bei einem guten Anbieter entfallen. Auch der Kauf und Verkauf von Fondsanteilen außerhalb des Sparplans kann mit Gebühren verbunden sein, die du im Blick behalten solltest.

Ein Vergleich der Anbieter lohnt sich also. Du solltest aber nicht nur auf den Preis schauen, sondern auch auf die Qualität der Plattform und den Service. Ein etablierter Anbieter mit gutem Kundensupport kann dir im Zweifel mehr Sicherheit geben als ein unbekannter Billiganbieter. Letztendlich gilt: Die Kosten sollten im Verhältnis zum Nutzen und zur gebotenen Leistung stehen.

Worauf du als Rentner bei der Auswahl besonders achten solltest

Als Rentner hast du einen anderen Anlagehorizont als ein junger Berufstätiger. Du solltest daher besonders auf die Risikostreuung achten. Ein ETF auf den MSCI World enthält Aktien aus über 20 Ländern und tausenden Unternehmen. Das ist eine sehr solide Basis, um das Klumpenrisiko einzelner Länder oder Branchen zu vermeiden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Währung. Viele weltweit investierende ETFs sind in US-Dollar aufgelegt. Da du deine Ausgaben aber in Euro tätigst, unterliegst du einem Währungsrisiko. Es gibt jedoch auch in Euro hedged Varianten, die dieses Risiko minimieren. Diese sind aber oft etwas teurer. Überlege, ob du dieses Risiko eingehen möchtest oder nicht.

Die Wahl der ausschüttenden oder thesaurierenden Variante ist ebenfalls entscheidend. Ein ausschüttender ETF zahlt dir die erwirtschafteten Dividenden regelmäßig aus. Das kann dir im Ruhestand ein zusätzliches, planbares Einkommen bescheren. Ein thesaurierender ETF legt die Dividenden automatisch wieder an, was den Zinseszinseffekt verstärkt, aber keine laufenden Erträge liefert.

Für viele Rentner ist die Mischung aus beidem sinnvoll. Du könntest zum Beispiel einen Teil deines Geldes in einen ausschüttenden ETF stecken, um dir etwas auszahlen zu lassen, und einen Teil in einen thesaurierenden, um weiterhin vom Wachstum zu profitieren. Wichtig ist, dass du einen Plan hast, der zu deinen persönlichen Bedürfnissen und deiner Lebenssituation passt.

Typische Fehler, die du bei einem ETF Sparplan vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist, zu viel auf einmal investieren zu wollen. Gerade am Anfang solltest du mit einem kleineren Betrag starten und dich an die Schwankungen des Marktes gewöhnen. Ein Sparplan ist ideal, um sich langsam heranzutasten, ohne dass du bei einem Kurseinbruch sofort in Panik gerätst und alles verkaufst.

Ein weiterer Fehler ist, ständig den ETF oder den Broker zu wechseln. Jeder Wechsel kostet Zeit und oft auch Geld. Bleib bei deiner einmal gewählten Strategie und gib ihr Zeit zu wirken. Die Finanzmärkte schwanken, das ist normal. Wer langfristig investiert, wird für seine Geduld in der Regel belohnt.

Viele Rentner machen auch den Fehler, ihr Notgeldpolster zu vernachlässigen. Bevor du mit einem Sparplan beginnst, solltest du einen Notgroschen von etwa drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto haben. Dieses Geld ist für unerwartete Ausgaben wie eine Autoreparatur oder eine neue Brille gedacht und sollte nicht in Aktien investiert sein.

Und schließlich: Höre nicht auf gut gemeinte Tipps von Bekannten oder Verwandten, die dir das neueste heiße Investment empfehlen. Bleib bei deinen breit gestreuten ETFs und lass dich nicht zu riskanten Einzelwetten verleiten. Ein ruhiger und besonnener Ansatz ist im Ruhestand der Schlüssel zum Erfolg.

Dein Fahrplan: So setzt du deinen ETF Sparplan Schritt für Schritt um

Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Schau dir deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben genau an. Wie viel Geld bleibt dir am Ende des Monats übrig, das du langfristig investieren kannst? Sei hier ehrlich zu dir selbst und plane einen Puffer für unvorhergesehene Dinge ein.

Im zweiten Schritt vergleichst du die verschiedenen Broker. Achte auf die Kosten für die Depotführung und die Sparplanausführung. Lies Erfahrungsberichte und teste die Benutzeroberfläche, wenn möglich mit einem Demokonto. Ein guter Broker ist intuitiv bedienbar und bietet dir alle wichtigen Funktionen, ohne dich zu überfordern.

Der dritte Schritt ist die Auswahl deines ETFs. Für den Anfang empfehlen wir dir einen breit aufgestellten Welt-ETF. Entscheide dich für die ausschüttende oder thesaurierende Variante, je nachdem, ob du laufende Erträge wünschst oder das Wachstum maximieren möchtest. Achte auf eine niedrige Gesamtkostenquote.

Der vierte Schritt ist die Einrichtung des Sparplans. Du legst den Betrag, das Intervall und den Ausführungstermin fest. Danach läuft alles automatisch. Überprüfe deinen Plan mindestens einmal im Jahr und passe ihn bei Bedarf an deine Lebensumstände an. So bleibst du Herr deiner Finanzen und gehst gestärkt in deinen Ruhestand.

Die steuerliche Seite: Was du als Rentner bei ETFs wissen musst

Auch im Ruhestand sind Gewinne aus deinem ETF Sparplan steuerpflichtig. In Deutschland gibt es dafür den Abgeltungsteuersatz von rund 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Diese Steuer wird automatisch von deinem Broker einbehalten und an das Finanzamt abgeführt, du musst also nichts aktiv tun.

Es gibt jedoch einen Freibetrag, den Sparerpauschbetrag, der dir zusteht. Dieser beträgt für Einzelpersonen rund 1.000 Euro pro Jahr. Das bedeutet, dass deine Gewinne bis zu dieser Höhe steuerfrei sind. Dein Broker fragt dich, ob du einen Freistellungsauftrag erteilen möchtest, damit er diesen Betrag bei der Steuerberechnung berücksichtigen kann.

Wichtig zu wissen: Die Steuer fällt nicht erst beim Verkauf deiner Anteile an, sondern auch auf die Ausschüttungen, die du erhältst. Bei thesaurierenden ETFs, die die Erträge wieder anlegen, wird eine Vorabpauschale fällig. Diese ist eine Art vorweggenommene Steuer auf die erwarteten Erträge und wird ebenfalls von deinem Broker berechnet.

Es ist ratsam, sich mit diesen grundlegenden steuerlichen Aspekten vertraut zu machen oder einen Steuerberater zu konsultieren, wenn du unsicher bist. Die gute Nachricht ist: Die Automatik der Broker nimmt dir den Großteil der Arbeit ab. Du musst dich nur um deinen Freistellungsauftrag kümmern und deine Steuerbescheinigungen für die Steuererklärung aufbewahren.

Alternative Strategien: Wie du deinen Sparplan im Rentenalter optimierst

Neben dem klassischen Welt-ETF gibt es weitere Möglichkeiten, deinen Sparplan zu gestalten. Du könntest zum Beispiel in einen ETF investieren, der sich auf dividendenstarke Unternehmen konzentriert. Diese schütten regelmäßig einen Teil ihrer Gewinne aus und können so für ein stetiges Einkommen im Ruhestand sorgen.

Eine andere Strategie ist die Beimischung von Anleihe-ETFs. Diese sind in der Regel weniger schwankungsanfällig als Aktien-ETFs und können dein Portfolio stabilisieren. Eine Mischung aus rund 60 Prozent Aktien-ETF und rund 40 Prozent Anleihen-ETF ist ein klassisches, ausgewogenes Portfolio, das für viele Rentner gut geeignet sein kann.

Du könntest auch über einen Entnahmeplan nachdenken. Dabei verkaufst du regelmäßig einen Teil deiner Fondsanteile, um dir ein zusätzliches Einkommen zu sichern. In Kombination mit einem Sparplan in der Ansparphase kannst du so im Ruhestand eine flexible und planbare Einkommensquelle schaffen.

Wichtig ist, dass du dich nicht überforderst. Du musst nicht alle Strategien kennen oder anwenden. Der einfache Einstieg mit einem breit gestreuten Welt-ETF ist für die meisten Rentner die beste Wahl. Wenn du dich sicherer fühlst, kannst du dein Portfolio später immer noch erweitern und anpassen. Der Schlüssel ist, überhaupt anzufangen.

Kurzer Selbst-Check: Brauchst du das?

Beantworte 3 Fragen für deine Einschätzung.

Hast du ein Notgeldpolster für unerwartete Ausgaben?
Kannst du das Geld mindestens 10 Jahre entbehren?
Verstehst du, dass Kurse auch mal fallen können?
Beantworte die Fragen für deine Empfehlung.

Häufige Fragen

Ja, wenn du langfristig denkst und Geld übrig hast. Er kann helfen, die Kaufkraft deines Vermögens zu erhalten und dir ein Zusatzeinkommen zu sichern. Du solltest aber nur Geld investieren, das du nicht für den täglichen Bedarf benötigst.

Das hängt ganz von deiner persönlichen finanziellen Situation ab. Beginne mit einem Betrag, der dir keine finanziellen Sorgen bereitet, zum Beispiel rund 50 Euro im Monat. Du kannst den Betrag später jederzeit erhöhen oder reduzieren.

Für Einsteiger empfehlen sich breit gestreute ETFs auf den MSCI World oder den FTSE All-World. Sie bilden die globale Wirtschaft ab und bieten eine solide Basis. Achte auf eine niedrige Gesamtkostenquote und wähle die ausschüttende Variante, wenn du laufende Erträge wünschst.

Dein Depot und die darin enthaltenen Fondsanteile gehen in dein Erbe über. Deine Erben können das Depot entweder auflösen oder die Anteile weiterhalten. Es ist wichtig, deine Erben über dein Depot zu informieren und die Zugangsdaten sicher aufzubewahren.

Ja, in der Regel kannst du einen Sparplan jederzeit ohne Kosten pausieren oder ganz beenden. Dein angespartes Vermögen bleibt in deinem Depot erhalten und du kannst es nach Belieben verkaufen oder weiterhin halten.

ETFs unterliegen Kursschwankungen, daher besteht ein gewisses Risiko. Langfristig betrachtet haben Aktienmärkte aber in der Vergangenheit eine positive Entwicklung gezeigt. Mit einem breit gestreuten ETF und einem langen Anlagehorizont kannst du das Risiko gut minimieren.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.