Ratgeber · Investieren
Lohnt sich ein ETF? So bewertest du Chancen und Kosten
Ein ETF kann sich für den langfristigen Vermögensaufbau lohnen, wenn du die Kosten niedrig hältst und die Wertentwicklung realistisch einschätzt. Entscheidend sind deine Anlagestrategie, dein Anlagehorizont und die Wahl des richtigen Depots.
11 Kapitel · 17 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- ETFs bilden einen Index passiv nach und verzichten auf aktives Fondsmanagement, was die laufenden Kosten deutlich senkt.
- Für den langfristigen Vermögensaufbau und die Altersvorsorge eignen sich breit streuende Aktien-ETFs, die über viele Jahre gehalten werden.
- Ein ETF-Sparplan lohnt sich bereits mit kleinen monatlichen Beträgen und gleicht Kursschwankungen über den Durchschnittskosteneffekt aus.
- Die Wertentwicklung hängt stark vom Einstiegszeitpunkt und der Anlagedauer ab, wobei der Zinseszinseffekt bei langen Laufzeiten besonders wirkt.
01 · Grundlagen
Was ist ein ETF und wie funktioniert die Anlagestrategie?
Ein ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der die Wertentwicklung eines Index wie dem MSCI World oder DAX nachbildet. Diese passive Anlagestrategie unterscheidet ihn grundlegend von aktiv gemanagten Fonds.
Ein ETF bildet einen Index nicht nur grob ab, sondern kauft die enthaltenen Wertpapiere in der passenden Gewichtung. Dadurch entfällt die Auswahl einzelner Aktien durch ein Fondsmanagement, was die laufenden Kosten deutlich senkt. Du beteiligst dich mit einem einzigen Wertpapier an der Entwicklung vieler Unternehmen gleichzeitig.
Die Fondsanteile werden wie einzelne Aktien an der Börse gehandelt. Du kannst sie also während der Handelszeiten kaufen und verkaufen, anders als herkömmliche Investmentfonds, die nur einmal pro Tag gehandelt werden. Die Gutschrift nach einem Verkauf erfolgt zwei Bankarbeitstage später.
Neben Aktien-ETFs gibt es auch Anleihen-ETFs, Geldmarkt-ETFs, Rohstoff-ETFs und Multi-Asset-ETFs. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind Aktien-ETFs auf breite Indizes wie den MSCI World am relevantesten, weil sie an den Kursgewinnen und Dividenden vieler Unternehmen teilhaben lassen.
ETF (Exchange-Traded Fund): Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines bestimmten Index wie dem MSCI World oder DAX passiv nachbildet. Die Fondsanteile werden wie einzelne Aktien an der Börse gehandelt. Die passive Anlagestrategie ist preiswert und im Vergleich zu aktiven Anlagestrategien auf lange Sicht rentabler.
Kurz erklärt
ETF (Exchange-Traded Fund)
Ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines bestimmten Index wie dem MSCI World oder DAX passiv nachbildet. Die Fondsanteile werden wie einzelne Aktien an der Börse gehandelt.
Die passive Anlagestrategie ist preiswert und im Vergleich zu aktiven Anlagestrategien auf lange Sicht rentabler.
02 · Vergleich
Passives oder aktives Fondsmanagement: Was lohnt sich mehr?
Der größte Vorteil von ETFs liegt in den geringeren Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds. Aktives Fondsmanagement versucht, den Vergleichsindex zu schlagen, scheitert daran aber systematisch.
Aktive Fondsmanager versuchen, durch die Auswahl einzelner Aktien oder das Timing von Käufen und Verkäufen besser abzuschneiden als der Vergleichsindex. Forschende haben über Jahrzehnte wiederholt nachgewiesen, dass dies im Mittel systematisch misslingt. Die Wertentwicklung aktiver Fonds liegt meist unter der ihres Vergleichsindex.
Der Hauptgrund sind die höheren Kosten. Aktive Fonds verlangen jährliche Verwaltungsgebühren von in der Regel 1,5 bis 2 Prozent des Fondsvermögens, ETFs dagegen meist nur 0,07 bis 0,3 Prozent. Hinzu kommt bei aktiven Fonds häufig ein Ausgabeaufschlag, der bei ETFs über die Börse vollständig entfällt.
Für dich bedeutet das: Jeder Prozentpunkt an Kosten reduziert deine Rendite direkt. Über einen Anlagezeitraum von 20 oder 30 Jahren summieren sich diese Unterschiede zu erheblichen Beträgen, die bei aktiven Fonds dem Vermögensaufbau fehlen.
Kosten und Wertentwicklung im direkten Vergleich: Passives ETF-Management bildet einen Index stur nach, aktives Fondsmanagement trifft bewusste Anlageentscheidungen. Die laufenden Kosten pro Jahr liegen bei ETFs zwischen 0,07 und 0,3 Prozent, bei aktiven Fonds zwischen 1,5 und 2 Prozent. Der Ausgabeaufschlag entfällt bei ETFs, fällt bei aktiven Fonds regelmäßig an. Die Wertentwicklung entspricht bei ETFs im Mittel dem Vergleichsindex, bei aktiven Fonds liegt sie systematisch darunter.
| Passives ETF-Management | Aktives Fondsmanagement | |
|---|---|---|
| Anlagestrategie | Bildet einen Index stur nach | Trifft bewusste Anlageentscheidungen (Stock Picking, Market Timing) |
| Laufende Kosten pro Jahr | 0,07 bis 0,3 Prozent des Fondsvermögens | 1,5 bis 2 Prozent des Fondsvermögens |
| Ausgabeaufschlag | Entfällt | Kann anfallen |
| Wertentwicklung im Mittel | Entspricht dem Vergleichsindex | Systematisch geringer als der Vergleichsindex |
03 · Checkliste
Welche Vorteile bieten ETFs für den Vermögensaufbau?
ETFs ermöglichen dir eine breite Teilhabe an den Kapitalmarkterträgen bei gleichzeitig niedrigen Kosten. Für die Altersvorsorge und den langfristigen Vermögensaufbau sind breit streuende Aktien-ETFs besonders relevant.
Mit einem breit streuenden Aktien-ETF partizipierst du an Dividendenerträgen und Kursgewinnen vieler Unternehmen. Während du bei einer Streuung über viele Aktiengesellschaften jedes Jahr mit Dividendenzahlungen rechnen kannst, sind Kursgewinne unsicher und können über mehrere Jahre ausbleiben.
Die Kostenstruktur ist ein zentraler Vorteil. Beim Kauf über die Börse fällt kein Ausgabeaufschlag an, und die laufenden Kosten liegen meist zwischen 0,07 und 0,3 Prozent pro Jahr. Dadurch kannst du die Erträge der Kapitalmärkte fast vollständig für dich vereinnahmen.
Deine ETF-Anteile genießen den Rechtsstatus eines Sondervermögens. Sie werden getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft und der Depotbank aufbewahrt. Falls die Bank oder die Fondsgesellschaft zahlungsunfähig wird, sind deine Anteile davon nicht betroffen.
- Teilhabe an Dividendenerträgen und Kursgewinnen einer breit gestreuten Anlage
- Kein Ausgabeaufschlag beim Kauf über die Börse
- Niedrige laufende Kosten von meist 0,07 bis 0,3 Prozent pro Jahr
- Hohe Transparenz: Indexzusammensetzung ist jederzeit im Internet abrufbar
- Rechtsstatus als Sondervermögen schützt deine Anteile bei Pleite der Depotbank
- Einfacher Verkauf über die Börse mit Gutschrift nach zwei Bankarbeitstagen
Wichtige Vorteile von ETFs im Überblick
Teilhabe an Dividendenerträgen und Kursgewinnen einer breit gestreuten Anlage
Kein Ausgabeaufschlag beim Kauf über die Börse
Niedrige laufende Kosten von meist 0,07 bis 0,3 Prozent pro Jahr
Hohe Transparenz: Indexzusammensetzung ist jederzeit im Internet abrufbar
Rechtsstatus als Sondervermögen schützt deine Anteile bei Pleite der Depotbank
Einfacher Verkauf über die Börse mit Gutschrift nach zwei Bankarbeitstagen
04 · Fehler vermeiden
Welche Risiken und Nachteile haben ETFs?
ETFs sind nicht für jedes Anlageziel geeignet und bergen Risiken, die du vor dem Erwerb kennen solltest. Besonders die Wertentwicklung von Aktien-ETFs kann über mehrere Jahre hinweg stagnieren oder fallen.
Kursgewinne bei Aktien-ETFs sind nicht garantiert. Aktienkurse können über mehrere Jahre hinweg gleich bleiben oder fallen, was für dich als Anlegerin bedeutet, dass du einen langen Atem brauchst. Die durchschnittliche reale Rendite von Aktien aus 21 Ländern lag seit 1900 bei 5,1 Prozent pro Jahr, aber das ist ein langfristiger Durchschnitt, keine jährliche Zusage.
Nicht jeder ETF ist breit gestreut. Es gibt viele Produkte, deren Anlagestrategie darin besteht, von einer Fondsgesellschaft neu erfundene intransparente Indizes abzubilden. Diese solltest du meiden, weil du dort nicht einschätzen kannst, welche Risiken tatsächlich im Portfolio stecken.
Beim Kauf fallen Orderentgelte deiner Bank oder deines Brokers an. Diese liegen je nach Anbieter und Ausführungsplatz bei rund 0,5 Prozent der Anlagesumme und reduzieren deine Rendite zusätzlich zu den laufenden Kosten.
- Kursgewinne bei Aktien-ETFs sind unsicher und können über Jahre ausbleiben
- Die Wertentwicklung hängt stark vom Einstiegszeitpunkt ab
- Es gibt intransparente ETFs, die neu erfundene Indizes abbilden und gemieden werden sollten
- Die Risikostreuung hängt vom gewählten Index ab, nicht jeder ETF ist breit gestreut
- Beim Kauf fallen Orderentgelte der Bank oder des Brokers an
Diese Punkte solltest du vor dem ETF-Kauf beachten
05 · Vergleich
ETF-Sparplan oder Einmalanlage: Was lohnt sich wann?
Beide Anlageformen haben unterschiedliche Stärken: Der Sparplan profitiert vom Durchschnittskosteneffekt, die Einmalanlage vom Zinseszinseffekt. Welche Variante sich für dich lohnt, hängt von deinem Budget und deiner Anlagestrategie ab.
Die Entscheidung zwischen Sparplan und Einmalanlage hängt vor allem von deinem verfügbaren Kapital ab. Hast du kein größeres Vermögen zur Hand, kannst du aber monatlich Geld zur Seite legen, ist ein ETF-Sparplan sinnvoll. Sparpläne sind bereits ab 25 Euro pro Monat möglich.
Steht dir eine größere Investitionssumme zur Verfügung, hast du mit einer Einmalanlage mittelfristig betrachtet möglicherweise bessere Renditechancen. Der Einstiegszeitpunkt ist dabei allerdings wichtiger als beim Sparplan, weil die gesamte Summe sofort dem Markt ausgesetzt wird.
Du kannst beide Anlageformen auch kombinieren. Investiere beispielsweise einen vorhandenen Betrag als Einmalanlage und nutze parallel einen Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau. So stellst du deine Investition breit auf und reduzierst das Timing-Risiko.
Sparplan und Einmalanlage im direkten Vergleich: Beim ETF-Sparplan ist der Einstiegszeitpunkt nicht so wichtig, weil regelmäßige Käufe den Durchschnittskosteneffekt nutzen. Bei der Einmalanlage hängt die Rendite stärker vom Einstiegszeitpunkt ab. Sparpläne sind ab 25 Euro pro Monat möglich, für die Einmalanlage sind höhere Beträge sinnvoll. Das Risiko ist beim Sparplan tendenziell niedriger, der Zinseszinseffekt bei der Einmalanlage stärker ausgeprägt.
| ETF-Sparplan | Einmalanlage | |
|---|---|---|
| Einstiegszeitpunkt | Nicht so wichtig durch regelmäßige Käufe und Durchschnittskosteneffekt | Wichtig, da die Rendite vom Einstiegszeitpunkt abhängt |
| Benötigtes Kapital | Kleine Beträge reichen aus, Sparpläne sind ab 25 Euro pro Monat möglich | Höhere Beträge sind sinnvoll, um den Zinseszinseffekt voll auszuschöpfen |
| Risiko | Tendenziell niedriger, da regelmäßige Käufe Marktschwankungen ausgleichen | Tendenziell höher, da ein höherer Betrag dem Markt ausgesetzt wird |
| Zinseszinseffekt | Schwächer ausgeprägt, da er nur langsam über längere Zeit wirkt | Stärker ausgeprägt, da das gesamte Kapital sofort verzinst wird |
| Flexibilität | Sehr flexibel, Sparraten können angepasst oder pausiert werden | Wenig flexibel, da das Kapital einmalig gebunden wird |
06 · Hintergrund
Wie wirkt der Zinseszinseffekt bei ETFs?
Der Zinseszinseffekt ist eine zentrale Stärke der Einmalanlage, da das gesamte investierte Kapital sofort über den gesamten Zeitraum verzinst wird. Beim Sparplan wächst das Kapital erst langsam, wodurch der Effekt schwächer ausgeprägt ist.
Der Zinseszinseffekt entsteht, weil die erzielten Erträge erneut angelegt werden und wieder neue Erträge generieren. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wächst dein Vermögen, weil der Effekt auf sich selbst aufbaut. Bei der Einmalanlage wirkt er besonders stark, da das gesamte Kapital sofort über den gesamten Zeitraum verzinst wird.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Unterschied: Bei einer Einmalanlage von 12.000 Euro in ETFs wird der gesamte Betrag sofort über 12 Monate verzinst. Bei einem Zinssatz von 5 Prozent werden daraus nach einem Jahr 12.600 Euro.
Bei einem ETF-Sparplan mit monatlichen Sparraten von 1.000 Euro wird jede Einzahlung unterschiedlich verzinst: die erste Rate für 12 Monate, die zweite nur noch 11 Monate und so weiter. Nach 12 Monaten werden aus den 12.000 Euro dann nur 12.315 Euro. Der Unterschied von 285 Euro zeigt, wie stark der Zinseszinseffekt bei der Einmalanlage wirkt.
Zinseszinseffekt bei Einmalanlage und Sparplan: Bei einer Einmalanlage von 12.000 Euro in ETFs wird der gesamte Betrag sofort über 12 Monate verzinst. Bei einem Zinssatz von 5 Prozent werden daraus nach einem Jahr 12.600 Euro. Bei einem ETF-Sparplan mit monatlichen Sparraten von 1.000 Euro wird jede Einzahlung unterschiedlich verzinst: die erste Rate für 12 Monate, die zweite nur noch 11 Monate und so weiter. Nach 12 Monaten werden aus den 12.000 Euro dann nur 12.315 Euro. Der Zinseszinseffekt entsteht, weil die erzielten Zinsen erneut angelegt werden und wieder neue Zinsen generieren. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wächst der Effekt.
Bei einer Einmalanlage von 12.000 Euro in ETFs wird der gesamte Betrag sofort über 12 Monate verzinst. Bei einem Zinssatz von 5 Prozent werden daraus nach einem Jahr 12.600 Euro.
Bei einem ETF-Sparplan mit monatlichen Sparraten von 1.000 Euro wird jede Einzahlung unterschiedlich verzinst: die erste Rate für 12 Monate, die zweite nur noch 11 Monate und so weiter. Nach 12 Monaten werden aus den 12.000 Euro dann nur 12.315 Euro.
Der Zinseszinseffekt entsteht, weil die erzielten Zinsen erneut angelegt werden und wieder neue Zinsen generieren. Je länger der Anlagezeitraum, desto stärker wächst dein Vermögen durch diesen Effekt.
07 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert der Durchschnittskosteneffekt beim ETF-Sparplan?
Der Durchschnittskosteneffekt ist die besondere Stärke von ETF-Sparplänen. Durch regelmäßige Sparraten kaufst du bei niedrigen Kursen mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger, was die Preisschwankungen mit der Zeit ausgleicht.
Der Durchschnittskosteneffekt gleicht Preisschwankungen über die Zeit aus. Du investierst jeden Monat denselben festen Betrag, unabhängig davon, ob die Kurse gerade hoch oder niedrig sind. Bei niedrigen Kursen bekommst du für deine Sparrate mehr Anteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger.
Dadurch erwirbst du Anteile zu einem durchschnittlichen Kurs, der in der Regel niedriger ist als der höchste Kurs im selben Betrachtungszeitraum. Das reduziert das Risiko, einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, und macht den Sparplan besonders für langfristige Anlegerinnen attraktiv.
Der Effekt funktioniert automatisch, sobald du einen Sparplan einrichtest. Du musst keine Kursprognosen abgeben oder den Markt beobachten, sondern profitierst von der Regelmäßigkeit deiner Käufe.
- Regelmäßige Sparrate festlegen: Du legst einen festen Betrag fest, den du monatlich in den ETF-Sparplan investierst, zum Beispiel 100 Euro.
- Automatischer Kauf zum jeweiligen Kurs: Jeden Monat wird deine Sparrate automatisch zum aktuellen Kurs in ETF-Anteile umgewandelt.
- Mehr Anteile bei niedrigen Kursen: Bei niedrigen Kursen bekommst du für deine Sparrate mehr Anteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger.
- Durchschnittlicher Kaufpreis: Über die Zeit erwirbst du Anteile zu einem durchschnittlichen Kurs, der in der Regel niedriger ist als der höchste Kurs im selben Zeitraum.
Regelmäßige Sparrate festlegen
Du legst einen festen Betrag fest, den du monatlich in den ETF-Sparplan investierst, zum Beispiel 100 Euro.
Automatischer Kauf zum jeweiligen Kurs
Jeden Monat wird deine Sparrate automatisch zum aktuellen Kurs in ETF-Anteile umgewandelt.
Mehr Anteile bei niedrigen Kursen
Bei niedrigen Kursen bekommst du für deine Sparrate mehr Anteile, bei hohen Kursen entsprechend weniger.
Durchschnittlicher Kaufpreis
Über die Zeit erwirbst du Anteile zu einem durchschnittlichen Kurs, der in der Regel niedriger ist als der höchste Kurs im selben Zeitraum.
08 · Kosten
Welche Kosten fallen beim ETF-Kauf an?
Die Gesamtkosten eines ETF-Investments setzen sich aus laufenden Kosten und einmaligen Orderentgelten zusammen. Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds sind ETFs deutlich günstiger.
Die laufenden Kosten eines ETFs liegen meist zwischen 0,07 und 0,3 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr. Diese Kosten werden direkt im Fondsvermögen verrechnet und reduzieren deine Rendite, ohne dass du sie aktiv bezahlst. Bei aktiven Fonds liegen die jährlichen Verwaltungsgebühren dagegen in der Regel bei 1,5 bis 2 Prozent.
Beim Kauf über die Börse fallen Orderentgelte deiner Bank oder deines Brokers an. Diese liegen je nach Anbieter und Ausführungsplatz bei rund 0,5 Prozent der Anlagesumme. Ein Ausgabeaufschlag, wie er bei aktiven Fonds regelmäßig anfällt, entfällt bei ETFs vollständig.
Für deine Gesamtkosten bedeutet das: Bei einem ETF-Investment zahlst du einmalig rund 0,5 Prozent für den Kauf und danach jährlich 0,07 bis 0,3 Prozent. Bei einem aktiven Fonds kommen zum Ausgabeaufschlag noch die deutlich höheren laufenden Kosten hinzu, was über lange Zeiträume einen erheblichen Renditeunterschied ausmacht.
Typische Kosten eines ETF-Investments: Laufende Kosten ETF pro Jahr liegen bei 0,07 bis 0,3 Prozent, laufende Kosten aktiver Fonds pro Jahr bei 1,5 bis 2 Prozent. Das Orderentgelt beim ETF-Kauf beträgt rund 0,5 Prozent. Der Ausgabeaufschlag entfällt bei ETFs vollständig, während er bei aktiven Fonds regelmäßig anfällt.
Typische Kosten eines ETF-Investments
09 · Checkliste
Welche Rolle spielt das Wertpapierdepot?
Für den Kauf von ETFs benötigst du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Die Wahl des Depots beeinflusst die Orderentgelte und damit deine Gesamtkosten.
Die Orderentgelte unterscheiden sich je nach Anbieter und Ausführungsplatz, daher lohnt sich ein Blick in das Preisverzeichnis. Auch die Kosten für Sparplanausführungen fallen je nach Anbieter unterschiedlich aus.
Deine ETF-Anteile werden als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Depotbank aufbewahrt. Das bedeutet: Falls die Bank, bei der du das Depot führst, zahlungsunfähig wird, sind deine ETF-Anteile davon nicht betroffen. Dieser Schutz gilt unabhängig davon, bei welchem Anbieter du dein Depot führst.
Prüfe bei der Depotwahl, ob das Depot die gewünschten ETFs an den relevanten Börsenplätzen anbietet. Nicht jeder Broker hat jedes Produkt im Angebot, und die Auswahl kann deine Anlagestrategie beeinflussen.
- Vergleiche die Orderentgelte im Preisverzeichnis der Bank oder des Brokers
- Achte auf die Kosten für Sparplanausführungen, die je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen
- Prüfe, ob das Depot die gewünschten ETFs an den relevanten Börsenplätzen anbietet
- Beachte, dass die Gutschrift nach einem Verkauf zwei Bankarbeitstage später erfolgt
- ETF-Anteile sind als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Depotbank aufbewahrt
Das solltest du bei der Depotwahl beachten
Vergleiche die Orderentgelte im Preisverzeichnis der Bank oder des Brokers
Achte auf die Kosten für Sparplanausführungen, die je nach Anbieter unterschiedlich ausfallen
Prüfe, ob das Depot die gewünschten ETFs an den relevanten Börsenplätzen anbietet
Beachte, dass die Gutschrift nach einem Verkauf zwei Bankarbeitstage später erfolgt
ETF-Anteile sind als Sondervermögen getrennt vom Vermögen der Depotbank aufbewahrt
10 · Was gilt
Wie findest du den richtigen Einstiegszeitpunkt?
Der Einstiegszeitpunkt ist bei der Einmalanlage bedeutsamer als beim Sparplan, da die erzielte Rendite direkt vom Kaufzeitpunkt abhängt. Beim Sparplan gleicht der Durchschnittskosteneffekt das Timing-Risiko aus.
Der Einstiegszeitpunkt ist bei der Einmalanlage bedeutsamer als beim Sparplan, weil die gesamte Summe sofort dem Markt ausgesetzt wird. Je nach Wertentwicklung kannst du nach der Investition entweder Gewinne erzielen oder Verluste erleiden. Das richtige Timing erfordert Wissen und Erfahrung, die selbst Profis nicht zuverlässig haben.
Beim ETF-Sparplan gleicht der Durchschnittskosteneffekt das Timing-Risiko aus. Durch die regelmäßigen Käufe über Monate und Jahre verteilst du dein Investment auf viele verschiedene Kursniveaus. Dadurch ist der genaue Einstiegszeitpunkt weniger entscheidend für dein langfristiges Ergebnis.
Für einen langfristigen Anlagehorizont von 10 Jahren oder mehr ist das Timing bei breit streuenden Aktien-ETFs wie dem MSCI World weniger wichtig. Die langfristige Wertentwicklung wird stärker von der Dauer deiner Investition bestimmt als vom exakten Kaufzeitpunkt.
Wann ist der Einstiegszeitpunkt entscheidend? Timing ist wichtig bei einer Einmalanlage mit einem höheren Investitionsbetrag, wenn du kurzfristig investieren und wieder verkaufen möchtest, und bei ETFs, die einen sehr engen oder speziellen Index abbilden. Timing ist weniger wichtig bei einem ETF-Sparplan mit regelmäßigen monatlichen Raten, bei einem langfristigen Anlagehorizont von 10 Jahren oder mehr, und bei breit streuenden Aktien-ETFs wie dem MSCI World.
Timing ist wichtig
Timing ist weniger wichtig
11 · Checkliste
Welche ETFs eignen sich für die Altersvorsorge?
Für den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge eignen sich nur die wenigsten ETFs. Breit streuende Aktien-ETFs auf etablierte Indizes sind für langfristige Anlageziele am besten geeignet.
Achte bei der Auswahl auf eine breite Risikostreuung über viele Aktiengesellschaften. Ein ETF auf einen bekannten Index bietet dir die Möglichkeit, jederzeit im Internet Informationen über die Zusammensetzung abzurufen. Die Fondsgesellschaften informieren meist sogar täglich über die exakte Zusammenstellung des Portfolios.
Meide ETFs, die neu erfundene intransparente Indizes einer Fondsgesellschaft abbilden. Diese Produkte sind oft nicht breit gestreut und du kannst die tatsächlichen Risiken nicht einschätzen. Für die Altersvorsorge mit einem Horizont von 10 Jahren oder mehr sind transparente, breit streuende Aktien-ETFs die bessere Wahl.
- Wähle ETFs, die einen bekannten und etablierten Index wie den MSCI World oder DAX nachbilden
- Achte auf eine breite Risikostreuung über viele Aktiengesellschaften
- Meide ETFs, die neu erfundene intransparente Indizes einer Fondsgesellschaft abbilden
- Bevorzuge Aktien-ETFs für langfristige Anlageziele mit einem Horizont von 10 Jahren oder mehr
- Berücksichtige die laufenden Kosten von 0,07 bis 0,3 Prozent pro Jahr bei deiner Auswahl
Geeignete ETFs für die Altersvorsorge erkennen
Wähle ETFs, die einen bekannten und etablierten Index wie den MSCI World oder DAX nachbilden
Achte auf eine breite Risikostreuung über viele Aktiengesellschaften
Meide ETFs, die neu erfundene intransparente Indizes einer Fondsgesellschaft abbilden
Bevorzuge Aktien-ETFs für langfristige Anlageziele mit einem Horizont von 10 Jahren oder mehr
Berücksichtige die laufenden Kosten von 0,07 bis 0,3 Prozent pro Jahr bei deiner Auswahl
Häufige Fragen
Fragen zu Lohnt sich ein ETF? So bewertest du Chancen und Kosten
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber