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Erfahrungen mit ESG-ETFs: So findest du nachhaltige ETFs ohne Greenwashing

Erfahrungen mit ESG-ETFs zeigen: Der Name allein sagt wenig über die tatsächliche Nachhaltigkeit aus. Dieser Ratgeber erklärt, worauf du bei der Auswahl achten solltest und welche Kriterien wirklich zählen.

11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026

Das Wichtigste

  • ESG steht für Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung.
  • Seit Mai 2025 gelten strengere EU-Regeln für nachhaltige Fondsnamen.
  • Der Best-in-Class-Ansatz wählt die nachhaltigsten Unternehmen pro Branche aus.
  • Physische Replikation ist bei ETFs meist die solidere Wahl als synthetische.

01 · Grundlagen

Was bedeutet ESG bei ETFs?

ESG ist die Abkürzung für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung). Diese drei Bereiche bilden die Grundlage für die Nachhaltigkeitsbewertung von Unternehmen.

ESG ist kein Gütesiegel, sondern ein dreiteiliges Bewertungssystem, das Indexanbieter unterschiedlich streng auslegen. Die Abkürzung steht für Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (verantwortungsvolle Unternehmensführung). Für dich bedeutet das: Zwei ETFs mit dem Kürzel ESG im Namen können völlig unterschiedliche Aktien enthalten.

Der Umweltbereich umfasst Faktoren wie CO2-Ausstoß oder Wasserverbrauch. Soziale Kriterien betreffen Arbeitsbedingungen und Menschenrechte. Governance bewertet Transparenz, Korruptionsbekämpfung und die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats. Erst der Blick ins Portfolio zeigt, welche dieser Kriterien ein Anbieter tatsächlich anwendet.

Die EU hat auf diese Uneinheitlichkeit reagiert. Seit Mai 2025 dürfen Fonds Begriffe wie ESG nur noch im Namen tragen, wenn sie mindestens 80 Prozent ihres Vermögens nach Nachhaltigkeitskriterien investieren. Viele Produkte haben das Kürzel deshalb aus ihrem Namen entfernt.

Kurz erklärt

ESG-Kriterien

Ein dreiteiliges Bewertungssystem für Unternehmen: E steht für Umweltaspekte wie CO2-Ausstoß oder Wasserverbrauch, S für soziale Faktoren wie Arbeitsbedingungen, G für Unternehmensführung wie Transparenz und Korruptionsbekämpfung.

ESG ist kein einheitliches Gütesiegel, sondern ein Rahmen, den Indexanbieter unterschiedlich streng auslegen.

02 · Vergleich

Wie funktionieren nachhaltige ETFs?

Nachhaltige ETFs bilden einen Index ab, der Unternehmen nach bestimmten Nachhaltigkeitskriterien auswählt. Die beiden wichtigsten Methoden sind der Ausschluss kontroverser Branchen und der Best-in-Class-Ansatz.

Beide Verfahren können auch kombiniert werden.

Beim Ausschlussverfahren fliegen komplette Branchen wie Waffen, Tabak oder fossile Brennstoffe aus dem Index. Das kann die Branchenvielfalt verringern. Der Best-in-Class-Ansatz wählt dagegen aus jeder Branche die nachhaltigsten Unternehmen aus und behält so eine breite Streuung bei.

  • Der MSCI World SRI setzt auf Ausschlüsse und enthält rund 380 Aktien aus Industrieländern.
  • Der Dow Jones Best-in-Class World Enlarged kombiniert beide Methoden und umfasst rund 550 Aktien inklusive Schwellenländern.
  • Ein ETF auf den MSCI World SRI erzielte von 2020 bis 2024 eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,3 Prozent.
Zwei gängige Methoden für nachhaltige ETFs im Vergleich
AusschlusskriterienBest-in-Class-Ansatz
Funktions­weiseSchließt komplette Branchen wie Waffen, Tabak oder fossile Brennstoffe ausWählt aus jeder Branche die nachhaltigsten Unternehmen aus
StreuungKann zu einer geringeren Branchenvielfalt führenBehält eine breite Streuung über alle Branchen bei
Typische IndexbasisMSCI World SRI mit rund 380 Aktien aus IndustrieländernDow Jones Best-in-Class World Enlarged mit rund 550 Aktien inklusive Schwellenländern

03 · Checkliste

Welche Nachhaltigkeits­kriterien legen ESG-ETFs an?

Die konkreten Kriterien unterscheiden sich je nach Indexanbieter. Einige Ausschlüsse sind jedoch bei vielen nachhaltigen ETFs üblich.

Sie betreffen vor allem Unternehmen, deren Geschäftsmodell mit erheblichen Schäden für Mensch oder Umwelt verbunden ist.

Besonders streng sind viele Indizes bei geächteten Waffen. Produzenten von Atomwaffen wie Airbus, Thales oder Safran werden in konsequent nachhaltigen Indizes ausgeschlossen. Auch hohe Umsätze aus Kohleförderung oder Kohleverstromung führen häufig zum Ausschluss.

  • Hersteller von Tabakprodukten sind in vielen nachhaltigen Indizes nicht enthalten.
  • Anbieter von Glücksspiel oder Erwachsenenunterhaltung werden ebenfalls häufig ausgeschlossen.
  • Unternehmen mit schweren Verstößen gegen Arbeitsrechte oder Menschenrechte fliegen aus dem Index.
  • Systematische Korruption oder mangelnde Transparenz in der Unternehmensführung kann ein Ausschlussgrund sein.

Häufige Ausschlusskriterien in nachhaltigen ETFs

01

Produzenten von Atomwaffen und anderen geächteten Waffen

02

Unternehmen mit hohen Umsätzen aus Kohleförderung oder Kohleverstromung

03

Hersteller von Tabakprodukten

04

Anbieter von Glücksspiel oder Erwachsenenunterhaltung

05

Unternehmen mit schweren Verstößen gegen Arbeitsrechte oder Menschenrechte

06

Firmen mit systematischer Korruption oder mangelnder Transparenz in der Unternehmensführung

04 · Fehler vermeiden

Woran erkennst du Greenwashing bei ESG-ETFs?

Nicht jeder ETF mit nachhaltig klingendem Namen hält, was er verspricht. Seit Mai 2025 gelten strengere EU-Regeln, doch Umbenennungen und vage Begriffe erschweren die Orientierung.

Seit Mai 2025 gelten strengere EU-Regeln für die Namensgebung nachhaltiger Fonds. Viele Anbieter haben geschützte Begriffe wie ESG oder Sustainable durch vage Marketingwörter ersetzt. Begriffe wie Screened, Selection oder Committed klingen nachhaltig, fallen aber nicht unter die EU-Vorschriften.

Ein Blick ins Portfolio lohnt sich deshalb immer. Der SPDR S&P 500 Leaders hieß ursprünglich ESG Screened und enthält Aktien von ExxonMobil, Chevron und ConocoPhillips. Auch der L&G Europe ex UK Equity ETF wirbt mit ökologischen und sozialen Merkmalen, hält aber Aktien von Atomwaffenproduzenten.

  • Der ETF-Name enthält Begriffe wie Screened, Selection oder Committed statt klarer Nachhaltigkeitsbegriffe.
  • Im Portfolio finden sich Aktien von großen Öl- und Gaskonzernen wie ExxonMobil oder Chevron.
  • Der ETF investiert in Anleihen von Staaten mit massiver fossiler Förderung wie Saudi-Arabien oder Katar.
  • Der Fonds nutzt synthetische Replikation und hält die Aktien nicht physisch.
  • Die Nachhaltigkeitsdefinition des Anbieters ist nicht transparent dokumentiert.

Typische Warnsignale bei vermeintlich nachhaltigen ETFs

·Der ETF-Name enthält Begriffe wie Screened, Selection oder Committed statt klarer Nachhaltigkeitsbegriffe
·Im Portfolio finden sich Aktien von großen Öl- und Gaskonzernen wie ExxonMobil oder Chevron
·Der ETF investiert in Anleihen von Staaten mit massiver fossiler Förderung wie Saudi-Arabien oder Katar
·Der Fonds nutzt synthetische Replikation und hält die Aktien nicht physisch
·Die Nachhaltigkeitsdefinition des Anbieters ist nicht transparent dokumentiert

05 · Vergleich

Was ist der Unterschied zwischen physischen und synthetischen ETFs?

ETFs können ihren Index auf zwei Arten abbilden: physisch durch den Kauf der Aktien oder synthetisch über Tauschgeschäfte. Für nachhaltige Anleger ist dieser Unterschied besonders relevant.

Bei der physischen Replikation kauft der Fonds die Aktien des Index tatsächlich. Bei der synthetischen Replikation bildet er die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte ab, ohne die Wertpapiere selbst zu erwerben.

Für nachhaltige Anleger ist dieser Unterschied besonders relevant. Nur bei physischer Replikation siehst du genau, welche Unternehmen im Portfolio sind und kannst sie auf ESG-Kriterien prüfen. Synthetische ETFs erschweren diese Nachhaltigkeitsprüfung erheblich.

  • Physische ETFs kaufen die Aktien des Index tatsächlich und sind transparent.
  • Synthetische ETFs bilden die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte ab und sind schwerer nachvollziehbar.
  • Indexfonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, enthalten immer die Aktien selbst.
Physische und synthetische Replikation im Vergleich
Physische ReplikationSynthetische Replikation
WertpapiereDer ETF kauft die Aktien des Index tatsächlichDer ETF bildet die Wertentwicklung über Tauschgeschäfte ab

06 · Grundlagen

Welche Rolle spielt die Unternehmensführung bei ESG-ETFs?

Das G in ESG steht für Governance, also die Art und Weise, wie ein Unternehmen geführt wird. Dieser Bereich wird oft unterschätzt, ist aber ein zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeitsbewertung.

Eine schwache Unternehmensführung kann auch bei guten Umweltwerten ein Ausschlussgrund sein.

Indexanbieter bewerten die Unternehmensführung anhand mehrerer Faktoren. Dazu gehören die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, die Vergütungspolitik, Aktionärsrechte, Transparenz der Berichterstattung und Maßnahmen gegen Korruption. Unternehmen mit systematischen Verstößen in diesen Bereichen schaffen es nicht in streng nachhaltige Indizes.

Für dich bedeutet das: Ein ETF, der nur auf Umweltkriterien achtet, aber Governance vernachlässigt, ist kein vollständig nachhaltiges Produkt. Die drei ESG-Bereiche gehören zusammen und sollten gemeinsam bewertet werden.

Kurz erklärt

Governance-Kriterien

Bewertung der Unternehmensführung anhand von Faktoren wie Unabhängigkeit des Aufsichtsrats, Vergütungspolitik, Aktionärsrechte, Transparenz der Berichterstattung und Maßnahmen gegen Korruption.

Eine schwache Unternehmensführung kann auch bei guten Umweltwerten ein Ausschlussgrund sein.

07 · Kosten

Was kosten ESG-ETFs?

Die laufenden Kosten nachhaltiger ETFs liegen meist etwas über denen klassischer Indexfonds, sind aber im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds weiterhin günstig.

Die Gesamtkostenquote, auch TER genannt, wird direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und mindert deine Rendite.

Günstige SRI-ETFs auf den MSCI World kommen auf laufende Kosten von 0,22 Prozent pro Jahr. Breit gestreute Best-in-Class-ETFs mit Schwellenländern liegen bei etwa 0,6 Prozent pro Jahr. Aktiv gemanagte nachhaltige Fonds kosten dagegen oft 1,0 bis 2,0 Prozent pro Jahr.

  • Günstige SRI-ETFs auf den MSCI World kosten 0,22 Prozent pro Jahr.
  • Breit gestreute Best-in-Class-ETFs liegen bei 0,6 Prozent pro Jahr.
  • Aktiv gemanagte nachhaltige Fonds kosten 1,0 bis 2,0 Prozent pro Jahr.

Typische laufende Kosten pro Jahr für nachhaltige Aktien-ETFs

Günstige SRI-ETFs auf den MSCI World0,22 % p. a.
Breit gestreute Best-in-Class-ETFs0,6 % p. a.

08 · Was gilt

Wie unterscheiden sich ETFs und Indexfonds?

ETFs und Indexfonds werden oft synonym verwendet, haben aber unterschiedliche Handelsmechanismen. Für die Nachhaltigkeitsbewertung spielt das eine untergeordnete Rolle, für die Flexibilität im Depot schon.

ETFs kannst du während der Börsenhandelszeiten kaufen und verkaufen, der Kurs kann im Tagesverlauf schwanken. Klassische Indexfonds werden einmal täglich über den Fondsanbieter gehandelt.

Für die Nachhaltigkeitsbewertung spielt der Unterschied eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist die Art der Replikation: ETFs können physisch oder synthetisch aufgebaut sein. Indexfonds, die nicht an der Börse gehandelt werden, enthalten immer die Aktien selbst, also physische Replikation.

  • ETFs werden während der Börsenhandelszeiten gekauft und verkauft.
  • Indexfonds werden einmal täglich zum Nettoinventarwert gehandelt.
  • ETFs können physisch oder synthetisch replizieren, Indexfonds immer physisch.

ETF

·Wird während der Börsenhandelszeiten gekauft und verkauft
·Kurs kann im Tagesverlauf schwanken
·Physische oder synthetische Replikation möglich
·In der Regel ohne Ausgabeaufschlag handelbar

Indexfonds

·Kauf und Verkauf einmal täglich über den Fondsanbieter
·Preis entspricht dem Nettoinventarwert zum Tagesschluss
·Enthält immer die Aktien selbst, also physische Replikation
·Kein börslicher Handel oder nur eingeschränkt

09 · Checkliste

Welche Umweltaspekte berücksichtigen ESG-ETFs?

Der Umweltbereich umfasst mehr als nur den CO2-Ausstoß. Auch der Umgang mit Wasser, Abfall und Biodiversität fließt in die Bewertung ein.

Der Umweltbereich umfasst mehr als nur den CO2-Ausstoß. Indexanbieter bewerten auch den Umgang mit Wasser, Abfall und Biodiversität. Diese Faktoren fließen in die Nachhaltigkeitsbewertung ein und können über Aufnahme oder Ausschluss eines Unternehmens entscheiden.

Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen ohne glaubwürdige Klimastrategie haben es in strengen ESG-Indizes schwer. Auch ein hoher Wasserverbrauch in der Produktion oder mangelndes Recycling können zum Ausschluss führen. Der Einsatz erneuerbarer Energien im Betrieb wirkt sich dagegen positiv aus.

  • Treibhausgasemissionen und Klimastrategie des Unternehmens werden bewertet.
  • Wasserverbrauch und Wassermanagement in der Produktion fließen ein.
  • Umgang mit Abfall und Recyclingquoten sind Teil der Bewertung.
  • Auswirkungen auf die Biodiversität an Produktionsstandorten werden geprüft.
  • Der Einsatz erneuerbarer Energien im Betrieb wirkt sich positiv aus.

Typische Umweltkriterien in der ESG-Bewertung

01

Treibhausgasemissionen und Klimastrategie des Unternehmens

02

Wasserverbrauch und Wassermanagement in der Produktion

03

Umgang mit Abfall und Recyclingquoten

04

Auswirkungen auf die Biodiversität an Produktionsstandorten

05

Einsatz erneuerbarer Energien im Betrieb

06

Vermeidung von Umweltverschmutzung und Altlasten

10 · Grundlagen

Was bedeutet SRI bei ETFs?

SRI steht für Socially Responsible Investment, also sozial verantwortliches Investieren. Der Begriff wird oft synonym zu nachhaltigem Investieren verwendet, hat aber eine eigene Tradition.

SRI-Indizes wenden strenge Ausschlusskriterien an und konzentrieren sich auf Unternehmen mit hohen Nachhaltigkeitsstandards.

SRI-Indizes sind oft strenger als reine ESG-Indizes, da sie mehr Ausschlüsse vornehmen. Der MSCI World SRI enthält beispielsweise nur rund 380 Aktien aus Industrieländern, während der klassische MSCI World über 1.400 Unternehmen umfasst. Diese stärkere Auswahl kann die Branchenvielfalt verringern, erhöht aber die Nachhaltigkeitsstandards.

Für dich bedeutet das: Ein ETF mit SRI im Namen ist in der Regel strenger nachhaltig ausgerichtet als ein reiner ESG-ETF. Du solltest trotzdem prüfen, welche Ausschlüsse der zugrunde liegende Index tatsächlich vornimmt.

Kurz erklärt

SRI

Socially Responsible Investment bezeichnet einen Anlageansatz, der neben finanziellen auch ethische und soziale Kriterien berücksichtigt. SRI-Indizes wie der MSCI World SRI wenden strenge Ausschlusskriterien an und konzentrieren sich auf Unternehmen mit hohen Nachhaltigkeitsstandards.

SRI-Indizes sind oft strenger als reine ESG-Indizes, da sie mehr Ausschlüsse vornehmen.

11 · Hintergrund

Wie hat sich die Regulierung für ESG-ETFs verändert?

Die EU hat die Namensgebung für nachhaltige Fonds verschärft, um Greenwashing einzudämmen. Viele ETFs mussten ihre Namen ändern, weil sie die neuen Anforderungen nicht erfüllten.

Seit Mai 2025 untersagen neue Leitlinien der EU-Marktaufsichtsbehörde ESMA Fonds und ETFs, sich nachhaltig oder klimafreundlich zu nennen, wenn sie bestimmte Bedingungen nicht erfüllen. Um Begriffe wie ESG, Sustainable, Impact oder Climate im Namen tragen zu dürfen, müssen die Produkte fossile Unternehmen weitestgehend ausschließen und mindestens 80 Prozent ihres verwalteten Vermögens nach Nachhaltigkeitskriterien investieren.

Hunderte Produkte, vor allem ETFs, änderten aufgrund der neuen Bestimmungen ihren Namen. Sie ersetzten geschützte Nachhaltigkeitsbegriffe durch Marketingwörter wie Screened, Selection oder Committed. Diese klingen vage nachhaltig, fallen aber nicht unter die EU-Vorschriften und ermöglichen weiterhin legales Greenwashing.

Die ESMA fordert daher bereits weitere Nachbesserungen. Für dich heißt das: Verlasse dich nicht auf den Namen eines ETFs, sondern prüfe das Portfolio und die zugrunde liegenden Kriterien selbst.

Seit Mai 2025 untersagen neue Leitlinien der EU-Marktaufsichtsbehörde ESMA Fonds und ETFs, sich nachhaltig oder klimafreundlich zu nennen, wenn sie bestimmte Bedingungen nicht erfüllen. Um Begriffe wie ESG, Sustainable, Impact oder Climate im Namen tragen zu dürfen, müssen die Produkte unter anderem fossile Unternehmen weitestgehend ausschließen und mindestens 80 Prozent ihres verwalteten Vermögens nach Nachhaltigkeitskriterien investieren.

Hunderte Produkte, vor allem ETFs, änderten aufgrund der neuen Bestimmungen ihren Namen. Sie ersetzten geschützte Nachhaltigkeitsbegriffe durch Marketing-Begriffe wie Screened, Selection oder Committed. Diese klingen vage nachhaltig, fallen aber nicht unter die EU-Vorschriften und ermöglichen weiterhin legales Greenwashing.

Für dich als Anlegerin bedeutet das: Verlasse dich nicht auf den Namen eines ETFs, sondern prüfe die tatsächlichen Bestände und die Methodik des zugrunde liegenden Index. Ein Blick in das Portfolio zeigt oft mehr als jeder Marketingbegriff.

Häufige Fragen

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FinanzredaktionAktualisiert am 07.10.2026