Ratgeber · Investieren
Aktiver Fonds: So funktioniert das Fondsmanagement
Ein aktiver Fonds bündelt dein Geld mit dem vieler anderer Anleger. Ein Fondsmanager wählt daraus gezielt Wertpapiere aus, um eine bessere Rendite als der Markt zu erzielen.
10 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Aktive Fonds werden von einem Fondsmanagement gesteuert, das Wertpapiere gezielt auswählt und anpasst.
- Das Ziel ist die Outperformance, also eine bessere Wertentwicklung als die Benchmark.
- Aktives Fondsmanagement verursacht in der Regel höhere laufende Kosten als passive ETFs.
- Die Anlagestrategie eignet sich für Anleger, die Verantwortung abgeben und Marktchancen nutzen möchten.
01 · Grundlagen
Was ist ein aktiver Fonds?
Ein aktiver Fonds ist ein Investmentfonds, bei dem ein professionelles Management über die Zusammensetzung des Portfolios entscheidet. Im Gegensatz zu passiven Indexfonds geht es nicht darum, einen Index nachzubilden, sondern ihn zu schlagen.
Bei einem aktiven Fonds gibst du die Verantwortung für die Auswahl der Wertpapiere an ein professionelles Fondsmanagement ab. Dieses Team analysiert Märkte und Unternehmen, um gezielt Aktien oder Anleihen zu kaufen, von denen es eine überdurchschnittliche Entwicklung erwartet. Dein Geld wird dabei mit dem Kapital vieler anderer Anleger gebündelt.
Du erhältst für deine Einlage Anteilscheine, die deinen Anteil am Fondsvermögen verbriefen. Diese Anteile kannst du in der Regel jederzeit wieder verkaufen. Die konkrete Ausrichtung des Fonds, also ob er beispielsweise in Technologieaktien oder europäische Anleihen investiert, ist in der Anlagestrategie festgelegt.
- Ein aktiver Fonds strebt eine bessere Rendite als ein Vergleichsindex an.
- Das Fondsmanagement übernimmt die laufende Anpassung des Portfolios für dich.
Kurz erklärt
Aktiver Fonds
Ein Investmentfonds, bei dem Fondsmanager aktiv Wertpapiere kaufen und verkaufen, um eine höhere Rendite als ein Vergleichsindex (Benchmark) zu erzielen.
Das Fondsmanagement übernimmt die Auswahl, Gewichtung und laufende Anpassung der Wertpapiere im Fonds.
02 · Schritt für Schritt
So funktioniert aktives Fondsmanagement
Der Ablauf vom Kauf deiner Anteile bis zur Anpassung des Portfolios folgt einem klaren Prinzip. Das Fondsmanagement bündelt das Kapital und investiert es nach einer festgelegten Anlagestrategie.
Der Prozess beginnt mit der Bündelung des Kapitals: Du kaufst Anteilscheine, und dein Geld wird mit dem anderer Anleger zusammengeführt. Der Fondsprospekt definiert dabei verbindlich, in welche Anlageklassen und Regionen der Fonds investieren darf. Auf dieser Grundlage trifft das Fondsmanagement seine Entscheidungen.
Die Fondsmanager analysieren kontinuierlich Märkte, Branchen und einzelne Unternehmen. Sie wählen Wertpapiere aus, von denen sie eine Outperformance erwarten, und passen das Portfolio regelmäßig an. In schwachen Börsenphasen können sie beispielsweise schlecht laufende Werte verkaufen und in stabilere Anlagen umschichten.
- Das Fondsmanagement entscheidet über Kauf, Haltung und Verkauf der Wertpapiere.
- Die Anlagestrategie gibt den Rahmen für diese Entscheidungen vor.
Kapital bündeln
Du kaufst Anteilscheine an einem aktiv gemanagten Fonds. Dein Geld wird mit dem Kapital vieler anderer Anleger zusammengeführt.
Anlagestrategie festlegen
Der Fondsprospekt definiert, in welche Anlageklassen und Regionen der Fonds investieren darf, zum Beispiel in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe.
Wertpapiere auswählen
Das Fondsmanagement analysiert Märkte und Unternehmen und wählt gezielt Wertpapiere aus, von denen es eine überdurchschnittliche Entwicklung erwartet.
Portfolio laufend anpassen
Der Fondsmanager reagiert auf Marktveränderungen, verkauft schwache Positionen und kauft aussichtsreichere Werte nach, um die Rendite zu steigern.
Diversifikation sicherstellen
Das Management streut das Kapital über viele verschiedene Werte, um das Verlustrisiko in schwachen Börsenphasen zu reduzieren.
03 · Vergleich
Aktive Fonds und ETFs im Vergleich
Der grundlegende Unterschied liegt im Management. Während klassische ETFs passiv einen Index abbilden, entscheidet bei aktiven Fonds ein Mensch oder Team über die Wertpapierauswahl.
Der zentrale Unterschied liegt im Management: Ein klassischer ETF bildet passiv einen Index wie den Dax oder MSCI World nach, während bei einem aktiven Fonds ein Team aktiv Wertpapiere auswählt. Diese aktive Steuerung hat ihren Preis, denn die laufenden Kosten liegen bei aktiven Fonds häufig zwischen 1,5 und 2,5 Prozent pro Jahr. Passive ETFs sind dagegen oft schon für unter 0,5 Prozent Jahreskosten zu haben.
Für dich bedeutet das: Ein ETF ist in der Regel transparenter und günstiger, ein aktiver Fonds bietet dafür die Chance, den Markt zu schlagen. Allerdings gelingt das vielen aktiven Fonds über längere Zeiträume nicht. Die höheren Kosten müssen durch eine entsprechend bessere Wertentwicklung erst wieder hereingeholt werden.
- Ein aktiver Fonds strebt eine Outperformance an, ein ETF bildet den Index ab.
- Die Kosten aktiver Fonds sind meist deutlich höher als bei passiven ETFs.
| Aktiver Fonds | Passiver ETF | |
|---|---|---|
| Management | Fondsmanager wählt Wertpapiere aktiv aus | Bildet einen Index automatisch nach |
| Ziel | Outperformance, also den Markt schlagen | Indexentwicklung möglichst genau abbilden |
| Laufende Kosten | In der Regel höher, oft 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr | In der Regel niedriger als bei aktiv gemanagten Fonds |
| Transparenz | Positionen werden seltener offengelegt, Strategie kann intransparent sein | Indexzusammensetzung ist bekannt, sehr transparent |
| Anlegeraufwand | Gering, da das Management die Entscheidungen trifft | Gering, da der Index die Auswahl vorgibt |
04 · Kosten
Welche Kosten fallen bei aktiven Fonds an?
Aktives Fondsmanagement hat seinen Preis. Die Gesamtkosten setzen sich aus mehreren Posten zusammen und liegen meist deutlich über denen passiver Indexfonds.
Die jährlichen Gesamtkosten eines aktiven Fonds liegen häufig zwischen 1,5 und 2,5 Prozent des investierten Kapitals. Darin enthalten ist die laufende Verwaltungsgebühr, die das Fondsmanagement und dessen Analysen abdeckt. Zusätzlich können beim Kauf ein einmaliger Ausgabeaufschlag und beim Verkauf ein Rücknahmeabschlag anfallen.
Einige Fonds erheben zudem eine Performance-Gebühr, wenn sie ihre Benchmark schlagen. Diese Gebühr soll das Management zu überdurchschnittlichen Ergebnissen anspornen, schmälert aber deine Rendite. Prüfe vor dem Kauf immer die Gesamtkostenquote (TER), die die laufenden Kosten ausweist, aber nicht alle einmaligen Gebühren enthält.
- Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr beim Kauf von Fondsanteilen.
- Transaktionskosten entstehen zusätzlich durch Käufe und Verkäufe im Fonds.
Typische Kostenarten bei aktiv gemanagten Fonds
05 · Was gilt
Wann lohnt sich ein aktiver Fonds für dich?
Ob ein aktiver Fonds zu deiner Situation passt, hängt von deiner Risikobereitschaft, deinem Zeitaufwand und deinen Marktkenntnissen ab. Nicht für jeden Anlegertyp ist aktives Fondsmanagement die beste Wahl.
Ein aktiver Fonds kann für dich passen, wenn du die Verantwortung für die Wertpapierauswahl komplett abgeben möchtest. Du profitierst dann von der Expertise des Fondsmanagements, ohne dich selbst um Analysen oder Umschichtungen kümmern zu müssen. Das ist besonders hilfreich, wenn du wenig Zeit für deine Geldanlage aufwenden willst.
Für Einsteiger sind aktive Fonds dagegen nur bedingt geeignet, da sie oft intransparenter und komplexer sind als ETFs. Wenn du Kosten gering halten und eine nachvollziehbare Strategie bevorzugst, bist du mit einem passiven Indexfonds meist besser beraten. Eine Kombination aus einem kostengünstigen ETF-Kernportfolio und gezielt ausgewählten aktiven Fonds kann eine sinnvolle Ergänzung sein.
- Aktive Fonds eignen sich für Anleger mit höherer Risikobereitschaft und Renditeziel.
- Für kostenbewusste Anleger sind passive ETFs oft die einfachere Wahl.
Eher geeignet
Eher ungeeignet
06 · Checkliste
Anlagestrategien für aktiv gemanagte Fonds
Aktive Fonds verfolgen unterschiedliche Strategien, um den Markt zu schlagen. Die Auswahl reicht von breit streuenden Mischfonds bis zu fokussierten Branchenfonds.
Aktienfonds investieren überwiegend in Aktien und streben langfristiges Kapitalwachstum an, während Rentenfonds auf Anleihen setzen und konservativer ausgerichtet sind. Mischfonds kombinieren beide Anlageklassen und bieten eine breitere Streuung in einem Produkt.
Branchenfonds konzentrieren sich auf Sektoren wie Technologie oder Rohstoffe und sind riskanter, weil sie weniger diversifiziert sind. Thesaurierende Fonds legen Erträge automatisch wieder an und nutzen so den Zinseszinseffekt, ausschüttende Fonds zahlen Erträge regelmäßig aus. Deine Wahl hängt davon ab, ob du ein Zusatzeinkommen möchtest oder dein Vermögen langfristig aufbauen willst.
- Mischfonds kombinieren Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen.
- Thesaurierende Fonds reinvestieren Erträge automatisch für dich.
Diese Strategien solltest du vor dem Kauf prüfen
Aktienfonds: Investieren überwiegend in Aktien und streben langfristiges Kapitalwachstum an
Rentenfonds: Enthalten Anleihen und eignen sich für konservativere Anleger
Mischfonds: Kombinieren Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen in einem Produkt
Branchenfonds: Konzentrieren sich auf Sektoren wie Technologie oder Rohstoffe, sind aber riskanter
Thesaurierende Fonds: Legen Erträge automatisch wieder an und nutzen den Zinseszinseffekt
Ausschüttende Fonds: Zahlen Erträge regelmäßig aus, was für ein Zusatzeinkommen sorgen kann
07 · Hintergrund
Die Rolle der Benchmark bei aktiven Fonds
Jeder aktive Fonds misst sich an einem Vergleichsindex. Diese Benchmark zeigt, ob das Fondsmanagement sein Ziel erreicht hat, besser als der Markt abzuschneiden.
Für einen globalen Aktienfonds ist das oft der MSCI World, für deutsche Standardwerte der Dax. Die Benchmark zeigt dir, ob das Fondsmanagement sein Ziel erreicht hat, besser als der Markt abzuschneiden.
Das Ziel ist die Outperformance: Der Fonds soll nach Abzug aller Kosten eine höhere Rendite erzielen als seine Benchmark. Gelingt das nicht, hättest du mit einem kostengünstigen Indexfonds auf dieselbe Benchmark meist besser abgeschnitten. Vergleiche die Wertentwicklung eines aktiven Fonds immer über einen langen Zeitraum von bis zu 10 Jahren mit seiner Benchmark.
- Die Benchmark ist der Maßstab für den Erfolg des Fondsmanagements.
- Nur eine Outperformance nach Kosten rechtfertigt die höheren Gebühren.
Die Benchmark ist der Maßstab für den Erfolg eines aktiven Fonds. Sie bildet den Markt ab, gegen den das Fondsmanagement antritt, zum Beispiel den MSCI World für globale Aktienfonds oder den Dax für deutsche Standardwerte.
Das Ziel des aktiven Fondsmanagements ist die Outperformance: Der Fonds soll nach Kosten eine höhere Rendite erzielen als seine Benchmark. Gelingt das nicht, hätte ein kostengünstiger Indexfonds auf dieselbe Benchmark für dich als Anleger meist die bessere Wahl sein können.
Beim Vergleich der Performance solltest du immer einen langen Zeitraum betrachten, idealerweise bis zu zehn Jahre. Kurzfristige Höchststände sagen wenig über die Qualität des Fondsmanagements aus, und vergangene Wertentwicklung ist kein Garant für zukünftige Erfolge.
08 · Grundlagen
Aktiv gemanagte ETFs als Sonderform
Die Grenze zwischen aktiven und passiven Produkten verschwimmt zunehmend. Aktiv gemanagte ETFs kombinieren die aktive Wertpapierauswahl mit der börslichen Handelbarkeit eines ETFs.
Du kannst sie also wie eine Aktie fortlaufend an der Börse kaufen und verkaufen, während ein Team aktiv über die Zusammensetzung entscheidet.
Das weltweite Vermögen in aktiven ETFs stieg 2025 um 65 Prozent auf rund 1,9 Billionen US-Dollar. In Europa bleibt diese Produktkategorie mit einem Marktanteil von etwa 3 Prozent aber noch eine Nische. Die Kosten liegen meist zwischen denen passiver ETFs und klassischer aktiver Fonds.
- Aktiv gemanagte ETFs werden wie ein Fonds aktiv gesteuert, aber wie ein ETF gehandelt.
- In Europa ist ihr Marktanteil mit rund 3 Prozent noch gering.
Kurz erklärt
Aktiv gemanagter ETF
Ein börsengehandelter Fonds, bei dem ein Fondsmanagement aktiv über die Zusammensetzung des Portfolios entscheidet, während das Produkt fortlaufend an der Börse gehandelt wird.
Das weltweite Vermögen in aktiven ETFs stieg 2025 um 65 Prozent auf rund 1,9 Billionen US-Dollar, bleibt aber in Europa mit etwa 3 Prozent Marktanteil eine Nische.
09 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Kauf aktiver Fonds
Wer einen aktiven Fonds wählt, sollte einige Fallstricke kennen. Diese Fehler können deine Rendite schmälern oder zu einer falschen Produktwahl führen.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die vergangene Performance zu schauen und die Kosten zu ignorieren. Eine hohe Rendite in der Vergangenheit ist kein Garant für zukünftige Erfolge, und hohe Gebühren schmälern deine Rendite dauerhaft. Prüfe deshalb immer, ob der Fonds seine Benchmark nach Kosten überhaupt langfristig schlägt.
Viele Anleger überschätzen auch die Transparenz aktiver Fonds. Die Positionen werden zwar in Berichten offengelegt, können sich aber bis zum nächsten Bericht durch Eingriffe des Fondsmanagers ändern. Achte zudem darauf, ob eine Anteilsklasse ohne Ausgabeaufschlag verfügbar ist, bevor du einen Fonds mit hohem Aufschlag kaufst.
- Vergleiche die Performance immer mit der Benchmark und über einen langen Zeitraum.
- Prüfe, ob es eine Anteilsklasse ohne Ausgabeaufschlag gibt.
Diese Fehler solltest du vermeiden
10 · Hintergrund
Diversifikation als Kernprinzip aktiver Fonds
Ein zentraler Vorteil aktiver Fonds ist die breite Streuung des Kapitals. Das Fondsmanagement versucht, das Verlustrisiko durch die Verteilung auf viele Wertpapiere zu reduzieren.
Diversifikation bedeutet, dein Geld über möglichst viele verschiedene Wertpapiere zu streuen. In einem aktiven Fonds übernimmt das Fondsmanagement diese Aufgabe, indem es Aktien, Anleihen oder andere Werte aus unterschiedlichen Regionen und Branchen kombiniert. Dadurch reduziert sich das Risiko, das mit einer einzelnen Aktie verbunden wäre.
Der Vorteil zeigt sich besonders in schwachen Börsenphasen: Verluste einzelner Positionen können durch besser laufende Werte ausgeglichen werden. Ein breit gestreuter Fonds ist daher in der Regel weniger schwankungsanfällig als eine Einzelaktie. Diversifikation ist jedoch kein Garant gegen Verluste, sondern reduziert lediglich das Risiko.
- Das Fondsmanagement streut dein Kapital über viele Wertpapiere und Branchen.
- Breite Streuung kann Verluste einzelner Positionen abfedern.
Diversifikation bedeutet, dein Geld über möglichst viele verschiedene Wertpapiere zu streuen. In einem aktiven Fonds übernimmt das Fondsmanagement diese Aufgabe, indem es Aktien, Anleihen oder andere Werte aus unterschiedlichen Regionen und Branchen kombiniert.
Der Vorteil zeigt sich besonders in schwachen Börsenphasen: Verluste einzelner Positionen können durch besser laufende Werte ausgeglichen werden. Ein breit gestreuter Fonds ist daher in der Regel weniger schwankungsanfällig als eine Einzelaktie.
Allerdings ist Diversifikation kein Garant gegen Verluste. Auch ein breit gestreuter aktiver Fonds unterliegt Kursschwankungen und eignet sich vor allem für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont.
Häufige Fragen
Fragen zu Aktiver Fonds
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber