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MagazineFinanzenInvestieren Aktiver Fonds wie funktioniert
FinanzbildungInvestieren9 Min.

Aktiver Fonds wie funktioniert: Dein einfacher Einstieg in die Welt der Fondsmanager

Du hast schon von aktiven Fonds gehört, aber weißt nicht genau, was dahintersteckt? Dieser Leitfaden erklärt dir Schritt für Schritt, wie diese Anlageform funktioniert, was sie von passiven Fonds unterscheidet und wie du klug damit umgehst.

FondsanlageFondsmanagerGeldanlage
Was ist das?
Gemanagtes Investment
Ein Profi wählt gezielt Aktien oder Anleihen für dich aus.
Lohnt sich das?
Nicht immer
Die höheren Gebühren müssen durch Mehrrendite erst ausgeglichen werden.
Wie starte ich?
Depot eröffnen
Über Banken oder Online-Broker kannst du direkt Anteile kaufen.
Risiko?
Marktabhängig
Auch Profis können Verluste nicht ausschließen, das Risiko bleibt bestehen.

Warum dich das Thema aktiver Fonds betrifft

Vielleicht denkst du, dass Fonds nur etwas für Börsenprofis oder Menschen mit sehr viel Geld sind. Das ist ein Irrglaube. Schon mit kleinen Beträgen kannst du in einen aktiven Fonds investieren und von der Arbeit eines Fondsmanagers profitieren. Das macht diese Anlageform auch für dich interessant, wenn du mit dem Gedanken spielst, dein Geld gewinnbringend anzulegen.

In Zeiten von niedrigen Zinsen auf dem Sparbuch suchen viele Menschen nach Alternativen. Aktive Fonds sind eine davon. Sie bieten die Chance auf höhere Renditen als ein Tagesgeldkonto, aber auch ein höheres Risiko. Es ist wichtig, dass du verstehst, wie dieses Finanzprodukt funktioniert, bevor du dein hart verdientes Geld investierst.

Der Staat fördert das Sparen in Fonds sogar durch die Abgeltungsteuer und gegebenenfalls durch den Sparerpauschbetrag. Das bedeutet, dass ein Teil deiner Gewinne steuerfrei bleibt, wenn du unter bestimmten Freigrenzen bleibst. Auch das ist ein Grund, warum sich eine Auseinandersetzung mit dem Thema für dich lohnen kann.

Zudem wirst du im Alltag ständig mit dem Thema konfrontiert, sei es in den Nachrichten, bei der Bank oder in Gesprächen mit Freunden. Wenn du die Grundlagen kennst, kannst du fundierte Entscheidungen treffen und bist nicht auf gut gemeinte Ratschläge angewiesen. Dieser Artikel gibt dir das nötige Rüstzeug dafür.

~1.900
Aktive Fonds gibt es allein in Deutschland am Markt.
1,5% p.a.
Kann die durchschnittliche Kostenquote eines aktiven Fonds betragen.
jede:r 3.
Anleger:in in Deutschland besitzt Fondsanteile, oft ohne die Details zu kennen.

Die Grundlagen: Was ist ein aktiver Fonds überhaupt?

Ein aktiver Fonds ist ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager oder ein Team von Experten entscheidet, welche Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Das Ziel ist es, einen bestimmten Index, wie zum Beispiel den DAX, zu schlagen. Der Fondsmanager versucht also, besser zu sein als der Gesamtmarkt. Das ist der entscheidende Unterschied zu einem passiven Fonds, der einfach einen Index nachbildet.

Stell dir vor, du möchtest in deutsche Unternehmen investieren. Du könntest dir selbst Aktien kaufen, müsstest dich aber intensiv mit jedem Unternehmen beschäftigen. Ein aktiver Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und der Fondsmanager übernimmt diese Arbeit für dich. Er analysiert Unternehmen, bewertet deren Geschäftsmodelle und trifft dann die Anlageentscheidungen.

Der Fonds ist in der Regel in viele verschiedene Unternehmen investiert. Das nennt man Diversifikation oder Risikostreuung. Wenn ein Unternehmen in deinem Fonds an Wert verliert, kann ein anderes Unternehmen diesen Verlust wieder ausgleichen. Dadurch ist dein Risiko geringer, als wenn du nur in eine einzelne Aktie investierst.

Du kaufst Anteile an diesem Fonds. Der Wert eines Anteils wird als Anteilspreis bezeichnet und wird täglich an der Börse berechnet. Er ergibt sich aus dem Gesamtwert aller im Fonds enthaltenen Wertpapiere, geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Anteile. So einfach ist das Prinzip.

Die Funktionsweise: So arbeitet ein Fondsmanager

Der Fondsmanager hat einen klaren Auftrag: Er soll eine möglichst hohe Rendite für die Anleger erzielen. Dazu verfolgt er eine bestimmte Anlagestrategie. Diese kann zum Beispiel auf Wachstumsunternehmen, auf stabile Dividendenwerte oder auf bestimmte Regionen wie Asien ausgerichtet sein. Die Strategie wird im Verkaufsprospekt des Fonds genau beschrieben.

Um die besten Aktien zu finden, betreibt der Fondsmanager eine umfangreiche Analyse. Er schaut sich die Geschäftsberichte von Unternehmen an, bewertet die Konkurrenz und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Er spricht mit Unternehmensführungen und versucht, Trends frühzeitig zu erkennen. Auf Basis dieser Informationen kauft er Aktien, von denen er sich die größten Kurssteigerungen verspricht.

Der Fondsmanager überwacht seine Investments täglich. Wenn sich die Lage eines Unternehmens verschlechtert oder der Kurs sein Ziel erreicht hat, verkauft er die Aktien wieder und investiert das Geld in neue, vielversprechendere Unternehmen. Dieser Prozess des ständigen Kaufens und Verkaufens wird als aktives Portfoliomanagement bezeichnet.

Wichtig zu wissen: Der Fondsmanager ist nicht unfehlbar. Auch er kann Fehlentscheidungen treffen oder von der Marktentwicklung überrascht werden. Das ist das unternehmerische Risiko, das du als Anleger mitträgst. Im Gegenzug erhoffst du dir aber eine Rendite, die über der eines einfachen Indexfonds liegt.

Kosten: Was kostet dich die Arbeit des Fondsmanagers?

Die Arbeit des Fondsmanagers und die Verwaltung des Fonds sind nicht kostenlos. Diese Kosten werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen und schmälern deine Rendite. Die wichtigste Kennzahl ist die Gesamtkostenquote, die oft als TER (Total Expense Ratio) abgekürzt wird. Sie wird in Prozent pro Jahr angegeben.

Die TER umfasst die Verwaltungsgebühr für den Fondsmanager, die Kosten für die Verwahrung der Wertpapiere und die Prüfung des Fonds. Bei aktiven Fonds liegt die TER in der Regel deutlich höher als bei passiven Fonds. Das ist logisch, denn die Arbeit des Fondsmanagers und sein Team müssen schließlich bezahlt werden.

Zusätzlich zur TER können beim Kauf und Verkauf von Fondsanteilen weitere Gebühren anfallen. Beim Kauf kann ein Ausgabeaufschlag erhoben werden, der oft zwischen 3 und 5 Prozent des Anlagebetrags liegt. Dieser fließt an die Bank oder den Vermittler, der dir den Fonds verkauft hat. Es gibt aber auch Fonds, die ohne diesen Aufschlag ausgegeben werden.

Du solltest die Kosten immer im Blick behalten, denn sie haben einen großen Einfluss auf deinen langfristigen Ertrag. Ein Fonds, der rund 1,5 Prozent pro Jahr kostet, muss erst einmal diese Hürde überwinden, um überhaupt eine Rendite zu erzielen. Vergleiche daher immer die Kosten, bevor du dich für einen Fonds entscheidest.

Worauf du bei der Auswahl eines aktiven Fonds achten solltest

Die Auswahl des richtigen aktiven Fonds ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Du solltest nicht einfach dem erstbesten Fonds vertrauen, den dir deine Bank empfiehlt. Prüfe zuerst die Anlagestrategie. Passt sie zu deinen eigenen Zielen und deiner Risikobereitschaft? Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, ist ein Fonds mit Schwerpunkt auf etablierten Großunternehmen vielleicht besser geeignet als einer, der in junge Technologiefirmen investiert.

Ein wichtiger Indikator ist die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Aber Achtung: Eine gute Performance in der Vergangenheit ist keine Garantie für die Zukunft. Dennoch kannst du daran erkennen, wie der Fondsmanager in verschiedenen Marktphasen abgeschnitten hat. Achte darauf, wie der Fonds im Vergleich zu seinem Vergleichsindex und zu anderen Fonds derselben Kategorie abgeschnitten hat.

Schau dir auch die Größe des Fonds an. Ein sehr großer Fonds hat manchmal Probleme, in kleinere Unternehmen zu investieren, da er sonst zu viel Einfluss auf den Kurs nehmen würde. Ein sehr kleiner Fonds hingegen könnte wirtschaftlich nicht überlebensfähig sein. Eine moderate Größe ist oft ein gutes Zeichen.

Und schließlich: Wirf einen Blick auf das Fondsmanagement. Wie lange ist der Fondsmanager schon im Amt? Hat er den Fonds durch schwierige Zeiten geführt? Ein erfahrener und stabiler Fondsmanager ist ein wertvolles Gut für einen aktiven Fonds. Alle diese Informationen findest du im Factsheet und im Jahresbericht des Fonds.

Typische Fehler, die du als Einsteiger vermeiden solltest

Ein häufiger Fehler ist es, dem Fondsmanager zu viel zu vertrauen und die eigene Sorgfaltspflicht zu vernachlässigen. Du solltest nie einen Fonds kaufen, nur weil er in der Vergangenheit gut abgeschnitten hat oder weil ein Freund ihn empfohlen hat. Du musst die Strategie verstehen und dich mit den Kosten auseinandersetzen.

Ein weiterer Fehler ist das sogenannte Market Timing. Das bedeutet, du versuchst, den perfekten Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf zu finden. Das gelingt selbst Profis nicht zuverlässig. Anstatt auf den richtigen Moment zu warten, ist es oft besser, regelmäßig einen festen Betrag zu investieren. Das nennt man einen Sparplan. So glättest du Kursschwankungen über die Zeit.

Viele Anleger verkaufen ihre Fondsanteile in einer Krise aus Panik. Sie realisieren damit ihre Verluste und verpassen oft den anschließenden Aufschwung. Wenn deine Anlagestrategie langfristig ausgerichtet ist, solltest du Kursschwankungen aussitzen können. Ein Fonds ist keine kurzfristige Geldanlage, sondern ein Investment für mehrere Jahre.

Zu guter Letzt: Vergiss nicht, die Kosten zu vergleichen. Ein Fonds mit einer hohen TER muss eine deutlich bessere Leistung erbringen als ein günstiger Fonds, um am Ende für dich die gleiche Rendite zu erzielen. Achte also nicht nur auf die Rendite, sondern immer auch auf die Gebühren.

Dein Fahrplan: So legst du deinen ersten aktiven Fonds an

Bevor du loslegst, solltest du dir über deine finanziellen Ziele klar werden. Willst du für das Alter vorsorgen, für ein Haus sparen oder einfach dein Geld vermehren? Dein Zeithorizont ist entscheidend. Für einen aktiven Fonds solltest du mindestens fünf bis zehn Jahre einplanen, um Kursschwankungen ausgleichen zu können.

Der nächste Schritt ist die Eröffnung eines Wertpapierdepots. Das kannst du bei deiner Hausbank machen oder bei einem Online-Broker. Online-Broker sind oft günstiger und bieten eine große Auswahl an Fonds. Achte bei der Wahl des Anbieters auf die Depotgebühren und die Kosten für den Fonds- und Verkauf.

Jetzt kommt die Auswahl des konkreten Fonds. Nutze die Tipps aus diesem Artikel und vergleiche verschiedene Fonds. Achte auf die Kosten, die Historie und die Strategie. Du kannst auch einen Fonds-Sparplan einrichten, um schon mit kleinen monatlichen Beträgen ab rund 25 Euro zu starten. Das ist eine sehr disziplinierte Art zu investieren.

Nach dem Kauf solltest du dein Investment regelmäßig, aber nicht zu häufig, überprüfen. Einmal pro Jahr reicht völlig aus, um zu schauen, ob der Fonds noch zu deiner Strategie passt. Lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen verunsichern. Bleib geduldig und verfolge deinen langfristigen Plan.

Aktive Fonds im Vergleich: Die Alternativen

Der größte Gegenspieler des aktiven Fonds ist der passive Fonds, auch Indexfonds oder ETF genannt. Ein ETF bildet einfach einen Index wie den DAX oder den MSCI World ab. Er versucht nicht, den Markt zu schlagen, sondern bildet ihn einfach nach. Dementsprechend sind die Kosten deutlich niedriger.

Die Frage, ob aktiv oder passiv besser ist, beschäftigt die Finanzwelt seit Jahren. Studien zeigen, dass viele aktive Fonds über einen langen Zeitraum ihren Vergleichsindex nicht schlagen. Das liegt vor allem an den höheren Kosten. Es gibt aber auch aktive Fonds, die über Jahre hinweg besser abschneiden. Die Herausforderung ist, diese im Voraus zu identifizieren.

Neben Fonds gibt es auch die Möglichkeit, direkt in einzelne Aktien zu investieren. Das bietet die größte Flexibilität, erfordert aber auch das meiste Wissen und die meiste Zeit. Du musst dich selbst um die Analyse der Unternehmen kümmern und die Entwicklungen verfolgen. Für Einsteiger ist das oft eine zu große Hürde.

Eine weitere Alternative sind Mischfonds, die sowohl in Aktien als auch in Anleihen investieren. Sie sind oft weniger schwankungsanfällig als reine Aktienfonds. Der Fondsmanager kann je nach Marktlage die Gewichtung zwischen den Anlageklassen verschieben. Auch das ist eine Form des aktiven Managements, die für konservativere Anleger interessant sein kann.

Deine nächsten Schritte: Wissen anwenden und starten

Du hast jetzt einen umfassenden Überblick darüber, wie aktive Fonds funktionieren. Der wichtigste Schritt ist nun, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Beginne nicht mit großen Summen, sondern starte klein. Ein Sparplan mit einem überschaubaren monatlichen Betrag ist eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln.

Nutze die kostenlosen Vergleichsportale im Internet, um verschiedene Fonds zu vergleichen. Dort findest du alle wichtigen Kennzahlen wie die Wertentwicklung, die Kosten und die Risikokennzahlen. Nimm dir Zeit für diese Recherche, denn sie ist die Grundlage für deinen Anlageerfolg.

Sprich mit deiner Bank oder einem unabhängigen Finanzberater. Lass dir die Strategie des Fonds erklären und stelle gezielte Fragen zu den Kosten. Ein guter Berater wird dir nicht nur einen Fonds verkaufen, sondern auch auf deine persönliche Situation eingehen. Du solltest dich wohl und gut informiert fühlen.

Denke daran: Investieren ist ein Marathon, kein Sprint. Es wird Zeiten geben, in denen dein Fonds an Wert verliert. Das ist normal. Wichtig ist, dass du einen langen Atem hast und deine Anlageentscheidung nicht von kurzfristigen Emotionen leiten lässt. Mit dem Wissen aus diesem Artikel bist du dafür gut gerüstet.

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Häufige Fragen

Das kommt darauf an. Aktive Fonds können den Markt schlagen, müssen es aber nicht. ETFs sind günstiger und bilden den Markt einfach ab. Für viele Anleger sind ETFs die einfachere und oft erfolgreichere Wahl.

Das ist unterschiedlich. Viele Fonds haben eine Mindestanlagesumme, die oft bei 50 bis 100 Euro liegt. Mit einem Sparplan kannst du aber oft schon mit monatlich 25 Euro einsteigen.

Ein Totalverlust ist theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich. Da der Fonds in viele verschiedene Unternehmen investiert ist, müssten alle gleichzeitig pleitegehen. Dennoch kann der Wert deiner Anteile stark schwanken.

Du kannst aktive Fonds über deine Hausbank, über Sparkassen und Volksbanken oder über Online-Broker kaufen. Online-Broker sind oft günstiger und bieten eine größere Auswahl.

Eine jährliche Überprüfung ist völlig ausreichend. Schau dir an, ob der Fonds noch zu deiner Strategie passt und ob das Management stabil ist. Kurzfristige Kursschwankungen solltest du ignorieren.

Ein ausschüttender Fonds zahlt dir die erwirtschafteten Erträge, wie Dividenden, regelmäßig aus. Ein thesaurierender Fonds legt diese Erträge direkt wieder an. Für den Vermögensaufbau sind thesaurierende Fonds oft besser geeignet.

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SR

StudySmarter-Redaktion

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Redaktionell geprüft. Stand: 30.08.2026, nächste Prüfung: 02/2027. Dieser Artikel ist Finanzbildung, keine Rechts- oder Steuerberatung.