Ratgeber · Investieren
Aktive Fonds im Test: So findest du 2026 einen Testsieger für dein Depot
Ein aktiver Fonds kann den Markt schlagen, muss aber nicht. Entscheidend für deine Auswahl sind der Vergleich mit dem Referenzindex, die Kosten und die Stabilität des Fondsmanagements.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Aktienfonds Welt eignen sich als Basisinvestment, Schwellenländer- oder Deutschlandfonds nur als Beimischung.
- Die Bewertung eines aktiven Fonds misst das Chance-Risiko-Verhältnis im Vergleich zu seinem Referenzindex über fünf Jahre.
- Passive ETFs auf den MSCI World sind für die meisten Anleger die bequemere und oft günstigere Alternative.
- Stabile aktive Fonds großer Bankengruppen können für Filialbankkunden eine akzeptable Wahl sein.
01 · Grundlagen
Was macht einen aktiven Fonds zum Testsieger?
Ein Testsieger unter den aktiven Fonds überzeugt nicht durch die höchste Rendite, sondern durch ein dauerhaft gutes Verhältnis von Chance und Risiko im Vergleich zu seiner Benchmark.
Ein aktiver Fonds wird nicht an der absoluten Rendite gemessen, sondern an seinem Verhältnis von Chance und Risiko im Vergleich zum Referenzindex. Ein Fondsmanager kann eine hohe Rendite erzielen, indem er übermäßige Risiken eingeht, was langfristig selten gut geht. Entscheidend ist, ob der Fonds bei vergleichbarem oder geringerem Risiko besser abschneidet als seine Benchmark.
Der Untersuchungszeitraum beträgt in der Regel fünf Jahre. Ein einzelnes gutes Jahr sagt wenig über die Qualität des Fondsmanagements aus, weil kurzfristige Marktphasen das Ergebnis stark verzerren können. Erst über einen längeren Zeitraum zeigt sich, ob ein Manager dauerhaft in der Lage ist, den Index zu schlagen.
Für dich bedeutet das: Ein Testsieger muss nicht die höchste Rendite aller Fonds einer Gruppe haben. Er muss über fünf Jahre ein überzeugendes Chance-Risiko-Profil zeigen und dabei möglichst stabil bleiben.
Kurz erklärt
Aktiver Fonds
Ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager aktiv Wertpapiere auswählt, um eine bessere Rendite als der Referenzindex zu erzielen.
Die Bewertung erfolgt relativ zum Referenzindex, nicht absolut.
02 · Vergleich
Aktive Fonds oder passive ETFs: Was passt zu dir?
Die Grundsatzentscheidung beim Fondskauf lautet: aktives Management oder passiver Indexfonds. Beide Ansätze haben unterschiedliche Stärken und passen zu verschiedenen Anlegertypen.
Aktive Fonds setzen auf die Kompetenz eines Fondsmanagers, der Wertpapiere gezielt auswählt, um den Markt zu schlagen. Passive ETFs bilden einen Index wie den MSCI World eins zu eins ab und kommen mit deutlich niedrigeren Kosten aus.
Die laufenden Kosten aktiver Aktienfonds liegen oft zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr, während ein passiver ETF auf den MSCI World meist nur 0,1 bis 0,5 Prozent kostet. Dieser Kostenunterschied wirkt sich über viele Jahre erheblich auf deine Rendite aus, weil aktive Fonds den Kostennachteil erst einmal aufholen müssen.
Für die meisten Anleger ist ein 1.-Wahl-ETF auf den MSCI World die bequemste und auf Dauer oft erfolgreichste Lösung. Aktive Fonds können sinnvoll sein, wenn du bei einer Filialbank bist und nur hauseigene Produkte angeboten bekommst oder wenn du gezielt auf bestimmte Marktsegmente setzen willst.
| Aktiver Fonds | Passiver ETF | |
|---|---|---|
| Ziel | Schlägt den Referenzindex | Bildet den Referenzindex ab |
| Kosten (TER) | Niedriger, oft unter 0,3 Prozent pro Jahr | |
| Auswahl | Entscheidung des Fondsmanagers | Feste Regeln des Index |
03 · Schritt für Schritt
So bewertest du einen aktiven Fonds richtig
Die Bewertung eines aktiven Fonds erfolgt über das Chance-Risiko-Verhältnis im Vergleich zum Referenzindex. Der Untersuchungszeitraum beträgt in der Regel fünf Jahre.
Du schaust also nicht nur auf die Rendite, sondern auch darauf, wie viel Risiko der Fondsmanager eingegangen ist, um diese Rendite zu erzielen. Ein Fonds, der bei gleichem Risiko besser abschneidet als seine Benchmark, ist besser als einer, der nur durch höhere Schwankungen mehr Rendite liefert.
Gehe bei der Bewertung in dieser Reihenfolge vor:
- Wähle zuerst die passende Fondsgruppe, etwa Aktienfonds Welt für die Basis oder Aktienfonds Schwellenländer als Beimischung.
- Bestimme den Referenzindex, an dem der Fonds gemessen wird, zum Beispiel den MSCI World für weltweite Aktienfonds.
- Prüfe das Chance-Risiko-Verhältnis über einen Zeitraum von fünf Jahren, nicht nur über ein Jahr.
- Achte auf die Stabilität des Fondsmanagements, denn ein häufiger Managerwechsel kann die Strategie verwässern.
Ein guter Fonds zeigt über mehrere Jahre eine konstante Leistung, nicht nur einen kurzen Ausreißer nach oben. Die Stabilität ist oft wichtiger als die absolute Spitzenrendite.
Fondsgruppe wählen
Entscheide zuerst, ob du einen Aktienfonds Welt, Schwellenländer, Deutschland oder einen Rentenfonds suchst.
Referenzindex bestimmen
Jeder Fonds wird an seiner Benchmark gemessen, etwa dem MSCI World für weltweite Aktienfonds.
Chance-Risiko-Verhältnis prüfen
Vergleiche die Rendite des Fonds mit dem Risiko, das er eingegangen ist, relativ zum Index.
Stabilität beachten
Ein guter Fonds zeigt über mehrere Jahre eine konstante Leistung, nicht nur einen kurzen Ausreißer nach oben.
04 · Was gilt
Welche Fondsgruppen eignen sich wofür?
Nicht jede Fondsgruppe ist für jeden Zweck geeignet. Die folgende Übersicht zeigt, welche Rolle die wichtigsten Gruppen im Depot spielen.
Als Basisinvestment für den langfristigen Vermögensaufbau eignen sich vor allem Aktienfonds Welt, weil sie breit über viele Länder und Branchen streuen. Rentenfonds mit Staatsanleihen können als stabilisierender Baustein dienen, wenn du das Risiko im Depot reduzieren willst.
Als Beimischung kommen Aktienfonds Schwellenländer, Aktienfonds Deutschland oder Rentenfonds mit Unternehmensanleihen infrage. Sie können die Rendite erhöhen oder das Depot um bestimmte Marktsegmente ergänzen, bringen aber oft höhere Schwankungen mit sich. Aktienfonds Europa eignen sich, wenn du einen stärkeren Akzent auf europäische Unternehmen setzen willst.
Die klare Trennung zwischen Basis und Beimischung hilft dir, dein Depot nicht zu überladen. Der Kern sollte immer ein breit gestreuter Aktienfonds Welt sein, Beimischungen bleiben in der Regel unter 20 Prozent des Depotvolumens.
Geeignet als Basisinvestment
Geeignet als Beimischung
05 · Kosten
Was kostet ein aktiver Fonds?
Die Kosten sind bei aktiven Fonds ein entscheidender Faktor, denn sie schmälern deine Rendite direkt. Achte auf die laufenden Kosten und den Ausgabeaufschlag.
Die laufenden Kosten, auch TER genannt, liegen bei aktiven Aktienfonds Welt meist zwischen 1,0 und 2,0 Prozent pro Jahr. Aktive Rentenfonds sind mit 0,5 bis 1,5 Prozent etwas günstiger, aber immer noch deutlich teurer als passive ETFs.
Zusätzlich kann ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent anfallen, wenn du Fondsanteile kaufst. Bei Direktbanken oder Fondsvermittlern wird dieser Aufschlag oft reduziert oder komplett erlassen. Achte deshalb beim Kauf darauf, ob und in welcher Höhe ein Ausgabeaufschlag berechnet wird.
Die Kostenunterschiede wirken über viele Jahre erheblich. Ein aktiver Fonds mit 1,5 Prozent laufenden Kosten muss jedes Jahr 1,5 Prozent mehr Rendite erwirtschaften als ein ETF mit 0,2 Prozent, nur um gleichauf zu liegen.
Typische Kostenbestandteile eines aktiven Fonds
06 · Im Vertrag
Wichtige Fachbegriffe für den Fondskauf
Beim Kauf eines aktiven Fonds begegnen dir einige Fachbegriffe, die du kennen solltest, um Angebote richtig einordnen zu können.
Der Referenzindex, auch Benchmark genannt, ist der Vergleichsmaßstab, an dem der Fondsmanager gemessen wird. Für weltweite Aktienfonds ist das häufig der MSCI World.
Ein Investmentfonds ist ein Sondervermögen, das Geld vieler Anleger bündelt und in Wertpapiere investiert. Bei Aktienfonds sind 30 Prozent der Erträge durch die Teilfreistellung steuerfrei, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei, bei Ehepaaren sind es 2000 Euro.
Diese Begriffe helfen dir, Kosten, Steuern und Bewertungen richtig zu verstehen. Wer sie kennt, kann Angebote besser vergleichen und vermeidet teure Missverständnisse.
Glossar für aktive Fonds
07 · Checkliste
Checkliste: So findest du einen stabilen aktiven Fonds
Mit dieser Checkliste prüfst du, ob ein aktiver Fonds für dein Depot infrage kommt.
Die wichtigsten Kriterien betreffen die Fondsgruppe, das Chance-Risiko-Verhältnis, die Kosten und die Stabilität des Managements.
- Die Fondsgruppe passt zu deiner Anlagestrategie, also als Basisinvestment oder als Beimischung.
- Der Fonds hat über fünf Jahre ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis im Vergleich zum Referenzindex gezeigt.
- Die laufenden Kosten (TER) sind im Vergleich zur Fondsgruppe akzeptabel.
- Der Fondsmanager ist seit mehreren Jahren im Amt und verfolgt eine nachvollziehbare Strategie.
- Der Ausgabeaufschlag ist reduziert oder entfällt komplett.
- Du prüfst den Fonds mindestens einmal pro Jahr auf Veränderungen.
Die jährliche Überprüfung ist wichtig, weil sich die Bewertung eines Fonds ändern kann. Ein Fonds, der heute überzeugt, kann in zwei Jahren schwächeln, etwa durch einen Managerwechsel oder eine geänderte Strategie.
Kriterien für die Fondsauswahl
Fondsgruppe passt zu deiner Anlagestrategie (Basisinvestment oder Beimischung).
Der Fonds hat über fünf Jahre ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis gezeigt.
Die laufenden Kosten (TER) sind im Vergleich zur Fondsgruppe akzeptabel.
Der Fondsmanager ist seit mehreren Jahren im Amt und verfolgt eine nachvollziehbare Strategie.
Der Ausgabeaufschlag ist reduziert oder entfällt komplett.
Du prüfst den Fonds mindestens einmal pro Jahr auf Veränderungen.
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Kauf aktiver Fonds
Viele Anleger treffen bei aktiven Fonds Entscheidungen, die sie später bereuen. Diese Fehler kannst du vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Rendite des letzten Jahres zu schauen. Ein Jahr ist zu kurz, um die Qualität eines Fonds zu beurteilen, weil kurzfristige Marktphasen das Ergebnis stark verzerren können.
Ein weiterer Fehler ist, den Ausgabeaufschlag zu ignorieren. Er reduziert deine Rendite vom ersten Tag an und kann bei 5 Prozent auf einen Schlag einen erheblichen Teil deiner Anlage auffressen. Auch der Kauf zu vieler Fonds macht das Depot unübersichtlich, mehr als fünf bis sieben Fonds sind selten sinnvoll.
Vermeide außerdem, aktive Fonds für die Basis zu nutzen, obwohl ein ETF günstiger wäre. Und vergiss nicht die jährliche Überprüfung deines Depots, denn nur so erkennst du rechtzeitig, wenn ein Fonds nachlässt.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
09 · Hintergrund
Aktive Fonds von Bankengruppen: Was taugen sie?
Wenn du dein Depot bei einer Filialbank führst, werden dir oft hauseigene aktive Fonds angeboten. Einige davon sind stabil, andere nicht.
Dazu gehören die Deka bei Sparkassen, Union Investment bei Volks- und Raiffeisenbanken, die DWS bei der Deutschen Bank und Allianz Global Investors bei der Allianz. Diese Fondsgesellschaften bieten in der Regel keine ETFs an, sondern aktiv gemanagte Produkte.
Unter diesen Fonds gibt es stabile Produkte, die über Jahre ein akzeptables Chance-Risiko-Verhältnis zeigen. Sie sind oft eine brauchbare Lösung, wenn du bei deiner Bank bleiben möchtest und keinen separaten Depotanbieter nutzen willst. Du musst dann nicht extra ein neues Depot eröffnen und kannst deine Geldanlage an einem Ort bündeln.
Achte bei diesen Fonds auf die günstigste Anteilsklasse. Viele Fondsgesellschaften bieten denselben Fonds in mehreren Varianten an, die sich in den Kosten unterscheiden. Frage deinen Berater gezielt nach der günstigsten Tranche, denn das kann über Jahre mehrere hundert Euro ausmachen.
Filialbanken bieten in der Regel keine ETFs an, sondern aktiv gemanagte Fonds der eigenen Fondsgesellschaft. Dazu gehören die Deka bei Sparkassen, Union Investment bei Volks- und Raiffeisenbanken, die DWS bei der Deutschen Bank und Allianz Global Investors bei der Allianz.
Unter diesen Fonds gibt es stabile Produkte, die über Jahre ein akzeptables Chance-Risiko-Verhältnis zeigen. Sie sind oft eine brauchbare Lösung, wenn du bei deiner Bank bleiben möchtest und keinen separaten Depotanbieter nutzen willst.
Achte bei diesen Fonds auf die günstigste Anteilsklasse. Viele Fondsgesellschaften bieten unterschiedliche Tranchen an, die sich in den laufenden Kosten unterscheiden. Frage deinen Berater gezielt danach.
10 · Was gilt
Steuern auf aktive Fonds: Das bleibt dir 2026
Die Besteuerung von Fondserträgen folgt klaren Regeln. Mit dem Sparer-Pauschbetrag und der Teilfreistellung kannst du deine Steuerlast senken.
Kapitalerträge bis 1000 Euro pro Person und Jahr bleiben durch den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro. Darüber hinaus fällt auf Erträge die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an, zuzüglich Solidaritätszuschlag.
Bei Aktienfonds greift die Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge sind steuerfrei, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden. Das bedeutet, du versteuerst nur 70 Prozent deiner Erträge aus Aktienfonds. Für Rentenfonds ohne Aktienanteil gilt diese Begünstigung nicht, dort werden die Erträge voll versteuert.
Für dich heißt das: Aktienfonds sind steuerlich attraktiver als reine Rentenfonds. Wenn du deinen Sparer-Pauschbetrag noch nicht ausgeschöpft hast, kannst du Erträge bis zu dieser Grenze komplett steuerfrei vereinnahmen.
11 · Hintergrund
Edelmetalle und Schwellenländer: Nur als Beimischung
Aktienfonds Schwellenländer und Edelmetallfonds können das Depot ergänzen, sollten aber nie die Basis bilden.
Aktienfonds Schwellenländer investieren in Unternehmen aus Ländern wie China, Indien oder Brasilien. Sie bieten höhere Wachstumschancen, sind aber auch deutlich schwankungsanfälliger als Aktienfonds Welt. Ein Depot, das nur aus Schwellenländerfonds besteht, kann in Krisenphasen stark an Wert verlieren.
Edelmetallfonds oder Rohstofffonds können als Absicherung gegen Inflation dienen. Sie werfen jedoch keine laufenden Erträge ab und sind stark von Marktzyklen abhängig. In langen Phasen steigender Aktienmärkte bleiben sie oft deutlich hinter der Entwicklung eines breiten Aktienfonds zurück.
Als Faustregel gilt: Beimischungen wie Schwellenländer oder Edelmetalle sollten zusammen nicht mehr als 10 bis 20 Prozent des Depots ausmachen. Der Kern bleibt ein breit gestreuter Aktienfonds Welt, der für Stabilität und langfristigen Vermögensaufbau sorgt.
Aktienfonds Schwellenländer investieren in Unternehmen aus Ländern wie China, Indien oder Brasilien. Sie bieten höhere Wachstumschancen, sind aber auch deutlich schwankungsanfälliger als Aktienfonds Welt.
Edelmetallfonds oder Rohstofffonds können als Absicherung gegen Inflation dienen. Sie werfen jedoch keine laufenden Erträge ab und sind stark von Marktzyklen abhängig.
Aktienfonds Schwellenländer und Aktienfonds Deutschland eignen sich zur Beimischung. Der Kern des Depots bleibt ein breit gestreuter Aktienfonds Welt.
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