Ratgeber · Investieren
Aktiver Fonds beste: So findest du Fonds, die zu deiner Anlagestrategie passen
Aktiv gemanagte Fonds versprechen eine bessere Wertentwicklung als der Markt, verlangen dafür aber meist höhere laufende Kosten. Ob ein aktiver Fonds für dein Depot geeignet ist, hängt von deiner Anlagestrategie, der Fondsart und den konkreten Konditionen ab.
10 Kapitel · 11 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Aktive Fonds werden von Fondsmanagern gesteuert und zielen darauf ab, eine Benchmark zu schlagen.
- Die laufenden Kosten aktiver Fonds liegen in der Regel deutlich über denen passiver ETFs.
- Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent bei der Abgeltungsteuer.
- Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Gebühr, die du beim Kauf aktiver Fonds oft zusätzlich zahlst.
01 · Grundlagen
Was ist ein aktiver Fonds?
Ein aktiver Fonds wird von einem Fondsmanagement betreut, das einzelne Wertpapiere auswählt und gewichtet. Das Ziel ist, eine höhere Rendite als ein Vergleichsindex zu erzielen.
Ein aktiver Fonds bündelt das Geld vieler Anleger und gibt es in die Hand eines Fondsmanagements. Dieses Team entscheidet laufend, welche Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Die Auswahl folgt einer eigenen Analyse und nicht dem starren Nachbau eines Index.
Das Ziel ist klar formuliert: Die Benchmark schlagen. Gelingt das nicht, hast du für die Verwaltung mehr bezahlt, ohne einen Mehrwert zu erhalten. Deshalb lohnt sich vor dem Kauf ein Blick auf die langfristige Wertentwicklung im Vergleich zum passenden Index.
- Ein aktiver Fonds kann flexibler auf Marktveränderungen reagieren als ein Indexfonds.
- Die Kehrseite sind höhere laufende Kosten, die du unabhängig vom Anlageerfolg trägst.
Kurz erklärt
Aktiver Fonds
Ein Investmentfonds, bei dem ein Fondsmanager aktiv Wertpapiere kauft und verkauft, um eine Benchmark zu übertreffen.
Im Gegensatz zu ETFs bildet ein aktiver Fonds keinen Index nach, sondern trifft eigene Anlageentscheidungen.
02 · Vergleich
Aktive Fonds und ETFs im Vergleich
Die Grundsatzentscheidung für dein Depot lautet meist: aktiver Fonds oder passiver ETF. Beide haben unterschiedliche Kostenstrukturen und Erfolgsaussichten.
Der zentrale Unterschied liegt in der Kostenstruktur. Aktive Fonds verlangen laufende Kosten von oft 1,0 bis 2,2 Prozent pro Jahr, während ETFs meist mit 0,1 bis 0,5 Prozent auskommen. Zusätzlich fällt bei aktiven Fonds häufig ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent an, den es bei ETFs in dieser Form nicht gibt.
Diese Kosten wirken direkt auf deine Nettorendite. Ein aktiver Fonds muss also nicht nur besser sein als der Markt, sondern so viel besser, dass er seine Mehrkosten erst einmal ausgleicht. Über lange Zeiträume gelingt das nur einem kleineren Teil der Fonds.
- Ein ETF bildet einen Index nach und benötigt dafür kein aktives Fondsmanagement.
- Ein aktiver Fonds versucht, den Index zu übertreffen, trägt aber das Risiko, ihn zu verfehlen.
| Aktiver Fonds | ETF | |
|---|---|---|
| Anlageziel | Benchmark schlagen | Index nachbilden |
| Laufende Kosten | Höher, oft 1,0 bis 2,2 Prozent | Niedriger |
| Ausgabeaufschlag | Üblich, oft bis 5 Prozent | Nicht üblich |
| Fondsmanager | Trifft Anlageentscheidungen | Nicht erforderlich |
03 · Was gilt
Welche Arten von aktiven Fonds gibt es?
Aktive Fonds gibt es für fast jede Anlageklasse. Die wichtigsten Gruppen sind Aktienfonds, Rentenfonds und Mischfonds.
Aktive Fonds decken nahezu jede Anlageklasse ab. Aktienfonds Welt investieren in Unternehmen aus vielen Ländern und eignen sich als Basisinvestment. Aktienfonds Schwellenländer setzen auf Unternehmen aus Emerging Markets und bringen oft eine höhere Volatilität mit.
Rentenfonds legen in Anleihen von Staaten oder Unternehmen an und reagieren empfindlich auf Zinsänderungen. Mischfonds kombinieren Aktien und Anleihen in einem Produkt und sind in defensiven wie offensiven Varianten erhältlich. Deine Wahl sollte sich aus deiner Anlagestrategie ergeben, nicht aus kurzfristigen Modethemen.
- Aktienfonds Welt können globale Standardwerte oder bestimmte Regionen abdecken.
- Mischfonds bieten eine eingebaute Streuung über mehrere Anlageklassen.
Merkmale
Beispiele
04 · Schritt für Schritt
So funktioniert die Auswahl eines aktiven Fonds
Die Suche nach einem passenden aktiven Fonds folgt einem klaren Ablauf. So vermeidest du Fehlkäufe und behältst deine Anlagestrategie im Blick.
Bevor du einen aktiven Fonds kaufst, legst du dein Anlageziel, deinen Anlagehorizont und deine Risikobereitschaft fest. Erst danach entscheidest du, welche Fondskategorie dazu passt. Ein Aktienfonds Welt eignet sich für langfristigen Vermögensaufbau, ein Rentenfonds eher für kürzere Zeiträume oder defensivere Strategien.
Im nächsten Schritt vergleichst du die laufenden Kosten und den Ausgabeaufschlag. Die Wertentwicklung solltest du über mehrere Jahre betrachten und mit der Benchmark sowie mit ETFs derselben Kategorie vergleichen. Kaufe den Fonds erst, wenn alle Punkte zusammenpassen.
- Definiere zuerst Anlageziel, Anlagehorizont und Risikobereitschaft.
- Vergleiche die Wertentwicklung über mehrere Jahre mit der Benchmark und mit ETFs derselben Kategorie.
Anlagestrategie festlegen
Definiere zuerst dein Anlageziel, deinen Anlagehorizont und deine Risikobereitschaft.
Fondskategorie wählen
Entscheide, ob ein Aktienfonds Welt, ein Rentenfonds oder ein Mischfonds zu deiner Strategie passt.
Kosten vergleichen
Prüfe laufende Kosten und Ausgabeaufschlag. Diese mindern deine Nettorendite.
Wertentwicklung einordnen
Vergleiche die Wertentwicklung über mehrere Jahre mit der Benchmark und mit ETFs derselben Kategorie.
Depot eröffnen und kaufen
Kaufe den Fonds über dein Depot. Achte auf die Höhe des Ausgabeaufschlags bei deiner Depotbank.
05 · Kosten
Was kostet ein aktiver Fonds?
Die Kosten sind der wichtigste Unterschied zu ETFs. Sie setzen sich aus laufenden Kosten und dem einmaligen Ausgabeaufschlag zusammen.
Die laufenden Kosten werden jährlich direkt dem Fondsvermögen entnommen und mindern deine Rendite, ohne dass du eine separate Rechnung erhältst. Bei Aktienfonds liegen sie typischerweise zwischen 1,0 und 2,2 Prozent, bei Rentenfonds zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. ETFs derselben Kategorien kosten oft nur 0,1 bis 0,5 Prozent.
Der Ausgabeaufschlag fällt nur beim Kauf an und kann bei manchen Depotbanken reduziert oder erlassen werden. Er liegt oft bei bis zu 5 Prozent des Anlagebetrags. Prüfe vor dem Kauf, ob deine Depotbank den Ausgabeaufschlag rabattiert.
- Laufende Kosten werden jährlich aus dem Fondsvermögen entnommen.
- Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Kaufgebühr und kann oft reduziert werden.
Typische Kostenbestandteile aktiver Fonds
06 · Im Vertrag
Wichtige Fachbegriffe zu aktiven Fonds
Diese Begriffe begegnen dir in Factsheets und auf Vergleichsseiten. Sie helfen dir, die Konditionen eines aktiven Fonds richtig einzuordnen.
Der Ausgabeaufschlag ist eine einmalige Kaufgebühr, die auf den Anteilspreis aufgeschlagen wird. Er liegt oft bei 3 bis 5 Prozent. Die laufenden Kosten sind die Gesamtkostenquote, die jährlich aus dem Fondsvermögen entnommen wird und Verwaltungsgebühr sowie weitere Kosten umfasst.
Die Benchmark ist der Vergleichsindex, an dem sich die Wertentwicklung des aktiven Fonds messen lässt. Die Volatilität beschreibt die Schwankungsbreite der Kurse; eine höhere Volatilität bedeutet stärkere Wertschwankungen. Die Teilfreistellung ist eine Steuervergünstigung für Aktienfonds, die deine Steuerlast senkt.
- Die Benchmark zeigt, ob sich das aktive Management gelohnt hat.
- Die Volatilität hilft dir einzuschätzen, wie stark der Fonds im Wert schwanken kann.
Glossar für aktive Fonds
07 · Checkliste
Checkliste: So prüfst du einen aktiven Fonds
Bevor du einen aktiven Fonds kaufst, solltest du diese Punkte abhaken. So stellst du sicher, dass der Fonds zu deiner Anlagestrategie passt.
Vor dem Kauf eines aktiven Fonds solltest du systematisch vorgehen. Die folgenden Prüfpunkte helfen dir, Fehlkäufe zu vermeiden und den Fonds in deine Gesamtstrategie einzuordnen. Hake jeden Punkt ab, bevor du eine Kaufentscheidung triffst.
- Passt die Fondskategorie zu deiner Anlagestrategie und deinem Anlagehorizont?
- Liegt die Wertentwicklung über mehrere Jahre über der Benchmark?
- Sind die laufenden Kosten im Vergleich zu ETFs derselben Kategorie vertretbar?
- Fällt ein Ausgabeaufschlag an und kannst du ihn bei deiner Depotbank reduzieren?
- Ist die Volatilität mit deiner Risikobereitschaft vereinbar?
- Bietet deine Depotbank den Fonds ohne überhöhte Transaktionskosten an?
Prüfpunkte vor dem Kauf
Passt die Fondskategorie zu deiner Anlagestrategie?
Liegt die Wertentwicklung über mehrere Jahre über der Benchmark?
Sind die laufenden Kosten im Vergleich zu ETFs derselben Kategorie vertretbar?
Fällt ein Ausgabeaufschlag an und kannst du ihn reduzieren?
Ist die Volatilität mit deiner Risikobereitschaft vereinbar?
Bietet deine Depotbank den Fonds ohne überhöhte Transaktionskosten an?
08 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Kauf aktiver Fonds
Diese Fehler führen dazu, dass Anleger mit aktiven Fonds schlechter abschneiden als nötig. Du kannst sie leicht vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Wertentwicklung des Vorjahres zu schauen und langfristige Ergebnisse zu ignorieren. Ein einzelnes gutes Jahr sagt wenig über die Qualität des Fondsmanagements aus. Betrachte immer mehrere Jahre und vergleiche mit der Benchmark.
Ein weiterer Fehler ist, den Ausgabeaufschlag nicht zu beachten und dadurch zu viel Kapital beim Kauf zu verlieren. Auch der Vergleich aktiver Fonds mit ETFs ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Kosten führt zu falschen Schlüssen. Kaufe keinen aktiven Fonds, der seine Benchmark über Jahre nicht schlägt.
- Vergleiche die Wertentwicklung über mehrere Jahre, nicht nur das letzte Jahr.
- Beachte den Ausgabeaufschlag und prüfe Rabatte bei deiner Depotbank.
Häufige Fehler
09 · Hintergrund
Steuern auf Erträge aktiver Fonds
Erträge aus aktiven Fonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die deine Steuerlast senkt.
Auf Erträge aus aktiven Fonds fällt die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent an. Hinzu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent auf die Abgeltungsteuer. Diese Steuern werden fällig, sobald deine Erträge den Sparer-Pauschbetrag übersteigen.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung von 30 Prozent. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Erträge steuerfrei bleiben und nur 70 Prozent versteuert werden müssen. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr, bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr.
- Die Teilfreistellung senkt die Steuerlast bei Aktienfonds spürbar.
- Erst oberhalb des Sparer-Pauschbetrags wird Abgeltungsteuer fällig.
Für die Geldanlage in aktiven Fonds fällt Abgeltungsteuer auf Erträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne an. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 Euro pro Jahr. Erst oberhalb dieses Betrags wird Abgeltungsteuer fällig.
10 · Hintergrund
Aktive Fonds im Depot: Das solltest du beachten
Aktive Fonds kannst du über jedes Wertpapierdepot kaufen. Die Konditionen der Depotbank beeinflussen, wie viel du beim Kauf und Halten zahlst.
Beim Kauf aktiver Fonds über dein Depot fällt oft ein Ausgabeaufschlag an. Manche Depotbanken bieten reduzierte Ausgabeaufschläge oder Aktionen ohne Kaufgebühr an. Ein Vergleich der Depotkonditionen kann sich daher direkt in Euro auszahlen.
Die laufenden Kosten werden unabhängig von deiner Depotbank direkt dem Fondsvermögen entnommen. Sie sind im Fondsprospekt ausgewiesen und gelten für alle Anleger. Für die Steuererklärung ist die Teilfreistellung von 30 Prozent bei Aktienfonds relevant; deine Depotbank berücksichtigt sie in der Regel automatisch bei der Abrechnung.
- Vergleiche die Ausgabeaufschläge verschiedener Depotbanken vor dem Kauf.
- Die laufenden Kosten sind im Fondsprospekt ausgewiesen und für alle Anleger gleich.
Beim Kauf aktiver Fonds über dein Depot fällt oft ein Ausgabeaufschlag an. Manche Depotbanken bieten reduzierte Ausgabeaufschläge oder Aktionen ohne Kaufgebühr an.
Die laufenden Kosten werden unabhängig von deiner Depotbank direkt dem Fondsvermögen entnommen. Sie sind im Fondsprospekt ausgewiesen und gelten für alle Anleger.
Häufige Fragen
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