Ratgeber · Investieren
Aktien: So funktioniert die Geldanlage an der Börse
Mit einer Aktie wirst du Miteigentümerin eines Unternehmens und kannst auf zwei Arten Geld verdienen: durch Kursgewinne beim Verkauf und durch Dividenden. Bevor du dein Geld anlegst, solltest du verstehen, wie Aktienkurse entstehen und welche Rolle dein Depot dabei spielt.
10 Kapitel · 13 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Aktien sind börsengehandelte Wertpapiere, die einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbriefen.
- Der Aktienkurs bildet sich an der Börse durch Angebot und Nachfrage und kann stark schwanken.
- Für den Aktienhandel benötigst du ein Wertpapierdepot, über das du Wertpapiere kaufst und verwaltest.
- Neben Einzelaktien kannst du über Aktienfonds und ETFs breit gestreut in viele Unternehmen gleichzeitig investieren.
01 · Grundlagen
Was ist eine Aktie?
Eine Aktie ist mehr als ein Blatt Papier: Sie macht dich zur Teilhaberin eines Unternehmens. Welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind, hängt von der Art der Aktie ab.
Eine Aktie verbrieft deinen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Mit dem Kauf wirst du Miteigentümerin des Unternehmens und übernimmst einen kleinen Teil des unternehmerischen Risikos. Dein Geld ist nicht fest verzinst, sondern entwickelt sich mit dem Unternehmen.
Als Aktionärin hast du bestimmte Rechte. Dazu gehört bei Stammaktien das Stimmrecht auf der Hauptversammlung, wo du über wichtige Unternehmensentscheidungen abstimmen kannst. Manche Gesellschaften beteiligen dich zusätzlich über eine Dividende am Gewinn.
Eine Aktie ist ein börsengehandeltes Wertpapier, das dich zur Teilhaberin an einer Aktiengesellschaft macht.
Kurz erklärt
Aktie
Eine Aktie ist ein börsengehandeltes Wertpapier. Mit dem Kauf erwirbst du einen Anteil an einer Aktiengesellschaft und wirst Aktionärin.
Als Aktionärin nimmst du über die Kursentwicklung an der wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens teil und kannst bei manchen Gesellschaften eine Gewinnbeteiligung, die Dividende, erhalten.
02 · Vergleich
Stammaktien oder Vorzugsaktien: Was ist der Unterschied?
Nicht jede Aktie gewährt dir dieselben Rechte. Vor allem beim Stimmrecht auf der Hauptversammlung gibt es einen wichtigen Unterschied, den du vor dem Aktienkauf kennen solltest.
Wenn allgemein von Aktien die Rede ist, sind in der Regel Stammaktien gemeint. Sie sind die am häufigsten gehandelte Aktienart an der Börse und gewähren dir das Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Dort entscheidest du mit über die Verwendung des Gewinns und die Besetzung des Aufsichtsrats.
Vorzugsaktien werden seltener ausgegeben und gehandelt. Sie schließen dich meist vom Stimmrecht aus, bieten dafür aber einen Ausgleich bei der Dividende. Dieser Vorzug kann eine etwas höhere oder eine garantierte Ausschüttung sein, was für Anlegerinnen interessant ist, die keinen Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen möchten.
Der entscheidende Unterschied liegt im Stimmrecht: Stammaktien berechtigen zur Abstimmung, Vorzugsaktien in der Regel nicht.
| Stammaktien | Vorzugsaktien | |
|---|---|---|
| Stimmrecht auf der Hauptversammlung | Ja, jede Stammaktie gewährt in der Regel ein Stimmrecht. | Nein, Vorzugsaktien sind meist vom Stimmrecht ausgeschlossen. |
| Dividende | Höhe wird jährlich von der Hauptversammlung beschlossen. | Wird oft mit einem Vorzug, also einer etwas höheren oder garantierten Dividende, bedacht. |
03 · Schritt für Schritt
Wie funktioniert der Aktienhandel an der Börse?
Der Handel mit Aktien läuft immer nach demselben Prinzip ab. Sobald du ein Depot hast, kannst du Wertpapiere über die Börse kaufen und verkaufen.
Für den Kauf und Verkauf von Aktien benötigst du ein Wertpapierdepot. Das ist eine Art Konto, in dem deine Wertpapiere verwahrt und verwaltet werden. Du kannst es bei einer Bank vor Ort oder bei einem Online-Broker eröffnen.
Für deine erste Order wählst du die gewünschte Aktie über ihre internationale Wertpapierkennnummer, die ISIN, aus. Danach gibst du die Stückzahl an und legst den Ausführungsplatz fest, also die Börse, an der dein Auftrag ausgeführt werden soll. Die Börsenplätze unterscheiden sich manchmal leicht in den Gebühren.
An der Börse trifft dein Kaufauftrag auf ein passendes Verkaufsangebot. Der Preis, zu dem der Handel zustande kommt, ist der aktuelle Börsenkurs. Deine gekauften Aktien werden anschließend in deinem Depot angezeigt, wo du ihre Kursentwicklung verfolgen und sie bei Bedarf wieder verkaufen kannst.
Ohne Wertpapierdepot ist kein Aktienhandel möglich, denn dort werden deine gekauften Wertpapiere verwahrt.
Wertpapierdepot eröffnen
Für den Aktienhandel benötigst du ein Wertpapierdepot. Das ist eine Art Konto, in dem deine Aktien verwahrt und verwaltet werden. Du kannst es bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen.
Auftrag erteilen
Du wählst die gewünschte Aktie über ihre Wertpapierkennnummer (ISIN) aus und gibst die Stückzahl an. Anschließend legst du den Ausführungsplatz, also die Börse, fest und erteilst die Kauforder.
Ausführung an der Börse
Deine Order wird an der Börse ausgeführt. Dort trifft dein Kaufauftrag auf ein passendes Verkaufsangebot. Der Preis, zu dem der Handel zustande kommt, ist der aktuelle Aktienkurs.
Verwahrung im Depot
Nach der Ausführung werden die gekauften Aktien in deinem Depot angezeigt. Du kannst die Kursentwicklung dort jederzeit verfolgen und die Wertpapiere bei Bedarf wieder verkaufen.
04 · Hintergrund
Wie entsteht der Aktienkurs?
Der Preis einer Aktie ist keine feste Größe, sondern verändert sich während der Handelszeiten ständig. Dahinter steckt ein einfaches Prinzip, das von vielen Faktoren beeinflusst wird.
Der Preis einer Aktie bildet sich an der Börse durch das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Wenn viele Anlegerinnen eine Aktie kaufen möchten, steigt der Kurs. Überwiegt dagegen das Verkaufsinteresse, fällt er.
Auf dieses Verhältnis wirken verschiedene Einflüsse ein. Die Geschäftszahlen des Unternehmens, globale Krisen und geopolitische Ereignisse können die Nachfrage nach einer Aktie verändern. Entscheidend sind dabei oft die Erwartungen der Anleger für die Zukunft: Positive Nachrichten führen häufig zu steigenden Kursen, während schlechte Meldungen die Kurse fallen lassen können.
Der Aktienkurs ist kein fester Wert, sondern das Ergebnis von Angebot und Nachfrage während der Handelszeiten.
Aktienkurse steigen und fallen nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Ist eine Aktie beliebt und wird häufig gekauft, steigt der Kurs in der Regel. Umgekehrt fällt er, wenn viele Anleger ihre Aktien verkaufen möchten.
Auf Angebot und Nachfrage wirken verschiedene Einflüsse. Dazu gehören die Geschäftszahlen des Unternehmens, globale Krisen, geopolitische Ereignisse und die Erwartungen der Anleger für die Zukunft. Positive Nachrichten führen oft zu steigenden Kursen, während schlechte Nachrichten die Kurse fallen lassen können.
05 · Was gilt
So verdienst du Geld mit Aktien
Mit Aktien kannst du auf zwei Wegen eine Rendite erzielen. Beide haben unterschiedliche Voraussetzungen und sollten dir vor dem ersten Aktienkauf klar sein.
Deine Rendite aus Aktien kann aus zwei Quellen stammen. Die erste ist die Kurssteigerung: Du verkaufst eine Aktie zu einem höheren Preis, als du beim Kauf gezahlt hast. Die Differenz abzüglich der Transaktionsgebühren ist dein Gewinn.
Die zweite Ertragsquelle ist die Dividende. Manche Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns an ihre Aktionärinnen aus. Über die Höhe und die Auszahlung entscheidet die Hauptversammlung jedes Jahr neu. Nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende, und eine Garantie für Ausschüttungen gibt es nicht.
Beide Ertragsquellen sind mit Risiken verbunden. Fällt der Kurs unter deinen Kaufpreis, erleidest du beim Verkauf einen Verlust. Und auch eine Dividende kann niedriger ausfallen als erhofft oder ganz ausbleiben.
Mit Aktien kannst du durch Kursgewinne und Dividenden Geld verdienen, aber auch Verluste erleiden.
So funktioniert es
Das ist zu beachten
06 · Vergleich
Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs: Welche Anlageform passt?
Du musst dich nicht für ein einzelnes Unternehmen entscheiden. Über Fonds und ETFs kannst du dein Geld mit einem einzigen Kauf auf viele Aktien verteilen.
Bei einer Einzelaktie setzt du dein Geld auf ein einziges Unternehmen. Das bietet die Chance auf hohe Gewinne, wenn sich das Unternehmen gut entwickelt, bedeutet aber auch ein hohes Risiko, wenn es schlecht läuft. Du triffst alle Kauf- und Verkaufsentscheidungen selbst und musst die Kursentwicklung im Blick behalten.
Aktienfonds bündeln die Aktien mehrerer Unternehmen in einem Portfolio. Ein Fondsmanager wählt die Titel aktiv aus und passt die Zusammenstellung regelmäßig an. Dafür fallen in der Regel höhere laufende Kosten an als bei passiven Produkten. Dein Risiko ist durch die Streuung auf verschiedene Unternehmen geringer als bei einer Einzelaktie.
ETFs, auch Indexfonds genannt, bilden einen Börsenindex wie den DAX möglichst genau nach. Der DAX zeigt die Kursentwicklung von 40 großen börsennotierten Unternehmen aus Deutschland. Ein DAX-ETF enthält Aktien dieser 40 Unternehmen in derselben Gewichtung wie der Index. Die Kosten sind normalerweise geringer als bei aktiv verwalteten Fonds, weil kein Fondsmanagement eingreift.
Mit einem einzigen ETF-Kauf streust du dein Geld über viele Unternehmen und senkst so dein Risiko.
| Einzelaktien | Aktienfonds | ETFs | |
|---|---|---|---|
| Streuung des Risikos | Gering, da das Geld in nur einem Unternehmen steckt. | Hoch, da der Fonds Aktien mehrerer Unternehmen bündelt. | Hoch, da der Fonds einen ganzen Index mit vielen Aktien abbildet. |
| Verwaltung | Ein Fondsmanager wählt die Aktien aktiv aus und passt das Portfolio an. | Passiv, der Fonds bildet einen Index wie den DAX möglichst genau nach. | |
| Kosten | Beim Aktienkauf werden Ordergebühren fällig. | In der Regel höhere laufende Kosten durch das aktive Management. | In der Regel geringere laufende Kosten als bei aktiv verwalteten Fonds. |
07 · Kosten
Welche Kosten fallen beim Aktienkauf an?
Beim Handel mit Aktien entstehen Gebühren, die deine Rendite mindern. Ein Überblick hilft dir, die Kosten im Blick zu behalten.
Die wichtigste Kostenart ist die Ordergebühr, die bei jedem Kauf und jedem Verkauf fällig wird. Ihre Höhe unterscheidet sich je nach Depotanbieter und kann deine Entscheidung für ein Depot beeinflussen.
Zusätzlich können Kosten für die Depotführung anfallen. Viele Anbieter verzichten darauf oder knüpfen die Kostenfreiheit an Bedingungen, etwa eine Mindestanzahl an Transaktionen pro Quartal. Bei Fonds und ETFs kommen laufende Kosten hinzu, die bei aktiv verwalteten Fonds häufig höher ausfallen als bei passiven Indexfonds.
Achte bei der Depotwahl auf die Ordergebühren, denn sie fallen bei jeder Transaktion an und reduzieren deine Rendite.
Typische Kostenarten beim Aktienhandel
08 · Im Vertrag
Steuern auf Aktiengewinne: Das gilt 2026
Gewinne aus Aktien sind in Deutschland steuerpflichtig. Für die Höhe der Abgabe gibt es klare Regeln und einen Freibetrag, den du nutzen kannst.
Für Kapitalerträge wie Kursgewinne und Dividenden gilt die Abgeltungsteuer. Sie beträgt pauschal 25 Prozent auf die Erträge oberhalb des Sparer-Pauschbetrags.
Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 Euro pro Person und Jahr. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Betrag auf 2000 Euro. Erst wenn deine Kapitalerträge diesen Freibetrag übersteigen, werden Steuern fällig. Auf die Abgeltungsteuer kommt zusätzlich der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent hinzu.
Für Aktienfonds gilt eine steuerliche Vergünstigung: Die Teilfreistellung lässt 30 Prozent der Erträge steuerfrei. Das gilt für aktiv gemanagte Aktienfonds und für ETFs, die überwiegend in Aktien investieren. Du versteuerst also nur 70 Prozent der Erträge aus solchen Fonds.
Pro Person und Jahr sind Kapitalerträge bis 1000 Euro steuerfrei, bei Ehepaaren bis 2000 Euro.
Die wichtigsten Steuerregeln für deine Aktienanlage
09 · Checkliste
Diversifikation: Warum Streuung so wichtig ist
Ein Grundsatz der Geldanlage lautet: Lege nicht alles auf eine Karte. Die Streuung deines Geldes über verschiedene Aktien und Anlageklassen kann das Risiko verringern.
Das Risiko einer Aktienanlage lässt sich durch Streuung verringern. Wenn du dein Geld auf viele verschiedene Werte verteilst, kann ein Verlust bei einer Aktie durch Gewinne bei anderen ausgeglichen werden. Eine breite Streuung über unterschiedliche Branchen und Länder schützt dich vor Klumpenrisiken.
Für die Diversifikation musst du nicht viele Einzelaktien kaufen. Ein breit gestreuter Aktienfonds oder ein ETF auf einen großen Index enthält bereits Aktien vieler Unternehmen. Du kannst Einzelaktien mit solchen Fonds kombinieren, um dein Portfolio noch breiter aufzustellen.
Neben Aktien solltest du auch andere Anlageklassen berücksichtigen. Anleihen, Tagesgeld oder Festgeld entwickeln sich oft anders als Aktien und können dein Gesamtrisiko senken. Prüfe regelmäßig, ob die Gewichtung deiner Anlagen noch zu deinem Anlageziel und deinem Anlagehorizont passt.
Setze nicht dein gesamtes verfügbares Geld auf eine einzige Aktie, sondern verteile es auf mehrere Werte und Anlageklassen.
So streust du dein Aktieninvestment sinnvoll
Investiere in Aktien aus unterschiedlichen Branchen und Ländern.
Kombiniere Einzelaktien mit breit gestreuten Aktienfonds oder ETFs.
Setze nicht dein gesamtes verfügbares Geld auf eine einzige Aktie.
Berücksichtige neben Aktien auch andere Anlageklassen wie Anleihen oder Tagesgeld.
Prüfe regelmäßig, ob die Gewichtung deiner Anlagen noch zu deinem Anlageziel passt.
10 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Einstieg in Aktien
Gerade am Anfang passieren Fehler, die sich vermeiden lassen. Wenn du diese Punkte kennst, startest du mit einem klareren Blick in den Aktienhandel.
Ein häufiger Fehler ist, Geld in Aktien zu investieren, das du kurzfristig für den Alltag oder für Notfälle benötigst. Bevor du an der Börse einsteigst, solltest du einen Notgroschen von etwa drei Monatsgehältern angespart haben. Nur Geld, das du langfristig entbehren kannst, gehört in Aktien.
Ein weiterer Fehler ist der Verzicht auf Diversifikation. Wer alles auf eine einzige Aktie setzt, trägt ein hohes Risiko, das sich durch Streuung deutlich verringern lässt. Auch die Kosten solltest du nicht ignorieren: Ordergebühren und laufende Fondsgebühren mindern deine Rendite über die Jahre erheblich.
Viele Einsteigerinnen verkaufen bei fallenden Kursen aus Panik. Aktienkurse schwanken, und kurzfristige Verluste gehören dazu. Wer einen langfristigen Anlagehorizont hat, kann solche Schwankungen aussitzen. Ohne klares Anlageziel und ohne festgelegten Anlagehorizont fällt es schwer, in turbulenten Marktphasen ruhig zu bleiben.
Investiere niemals Geld, das du für den täglichen Bedarf, zur Schuldentilgung oder in Notfällen benötigen könntest.
Diese Fehler solltest du beim Aktienkauf vermeiden
Häufige Fragen
Fragen zu Aktien
{{f.a}}
Investieren
Mehr zu Investieren
Weiter mit Finanzen
Ratgeber zu Versicherung, Geldanlage und Studienfinanzierung für Studierende.
Alle Finanz-Ratgeber