Ratgeber · Investieren
Aktien für Anfänger im Vergleich: So findest du den passenden Einstieg
Ein Aktienkauf ist auch mit wenig Kapital möglich, wenn du die Grundlagen kennst und dein Depot passend wählst. Dieser Vergleich zeigt dir die wichtigsten Kriterien für deinen Start an der Börse.
11 Kapitel · 12 Min. Lesezeit · Aktualisiert 07.10.2026
Das Wichtigste
- Für den Aktienkauf benötigst du ein Wertpapierdepot, das du bei Banken oder Online-Brokern eröffnen kannst.
- Mit breit streuenden ETFs und Aktienfonds reduzierst du dein Risiko gegenüber Einzelaktien.
- Deine Rendite entsteht durch Kurssteigerungen und Dividenden, Verluste sind bei fallenden Kursen möglich.
- Gewinne aus Aktienverkäufen und Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent.
01 · Grundlagen
Was sind Aktien und wie funktioniert die Börse?
Aktien verbriefen einen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Der Preis einer Aktie bildet sich an der Börse durch Angebot und Nachfrage.
Eine Aktie verbrieft einen Anteil an einer Aktiengesellschaft. Kaufst du eine Aktie, wirst du Miteigentümerin oder Miteigentümer des Unternehmens und partizipierst an dessen wirtschaftlicher Entwicklung.
Der Preis einer Aktie bildet sich an der Börse durch Angebot und Nachfrage. Diese werden von Unternehmensnachrichten, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen sowie den Erwartungen der Anleger beeinflusst. Steigt die Nachfrage, steigt in der Regel der Kurs; sinkt sie, fällt der Kurs.
Für dich bedeutet das: Du kannst von steigenden Kursen profitieren, musst aber auch mit Verlusten rechnen, wenn sich der Markt gegen dich entwickelt. Die Börse funktioniert als Marktplatz, an dem Käufer und Verkäufer zusammenkommen und Preise fortlaufend neu verhandelt werden.
Kurz erklärt
Aktie
Ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft verbrieft. Wer eine Aktie kauft, wird Miteigentümer des Unternehmens.
Der Aktienkurs schwankt, weil er von Unternehmensnachrichten, wirtschaftlichen Entwicklungen und den Erwartungen der Anleger beeinflusst wird.
02 · Vergleich
Aktien, Aktienfonds oder ETFs: Welche Anlageform passt zu dir?
Für den Einstieg stehen dir Einzelaktien, aktiv verwaltete Aktienfonds und passive Indexfonds (ETFs) zur Verfügung. Sie unterscheiden sich bei Aufwand, Kosten und Risikostreuung.
Der zentrale Unterschied liegt in der Risikostreuung und im Aufwand, den du selbst betreiben musst.
Bei einer Einzelaktie hängt dein Erfolg stark von einem einzigen Unternehmen ab. Ein Aktienfonds bündelt dagegen viele Aktien in einem Portfolio, ein ETF bildet einen ganzen Index wie den DAX mit seinen 40 großen börsennotierten Unternehmen nach. Mit Fonds und ETFs verteilst du dein Geld automatisch auf mehrere Werte.
Die Kosten unterscheiden sich ebenfalls: Aktiv verwaltete Fonds sind durch die Arbeit des Fondsmanagements häufig teurer, ETFs haben normalerweise geringere laufende Kosten. Für den Anfang ist eine breite Streuung über Fonds oder ETFs oft einfacher zu handhaben als die gezielte Auswahl einzelner Aktien.
| Einzelaktie | Aktienfonds | ETF (Indexfonds) | |
|---|---|---|---|
| Risikostreuung | Gering, abhängig von einem Unternehmen | Hoch, bündelt viele Aktien | Hoch, bildet einen ganzen Index ab |
| Verwaltung | Durch dich selbst | Aktives Fondsmanagement | Passiv, bildet Index nach |
| Kosten | Transaktionsgebühren beim Kauf und Verkauf | Häufig höhere laufende Kosten | Normalerweise geringere laufende Kosten |
03 · Schritt für Schritt
In 3 Schritten zum ersten Aktienkauf
Der Ablauf vom Depot bis zur ersten Order ist standardisiert. Mit einer klaren Reihenfolge vermeidest du typische Anfängerfehler.
Der Ablauf vom Depot bis zur ersten Order folgt einer klaren Reihenfolge. Wenn du diese einhältst, vermeidest du typische Anfängerfehler und behältst den Überblick.
Zuerst eröffnest du ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Das Depot verwahrt deine Aktien und wickelt Käufe sowie Verkäufe ab. Nach der Eröffnung lädst du es per Banküberweisung auf.
Danach legst du deine Anlagestrategie fest. Du entscheidest, ob du in Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs investierst. Für den Anfang eignet sich eine breite Streuung über viele Titel, weil sie das Risiko verringert.
Im dritten Schritt kaufst du das Wertpapier. Du suchst es über die ISIN im Depot, gibst die Stückzahl ein und wählst den Handelsplatz. Nach der Ausführung wird die Aktie oder der Fondsanteil in deinem Depot angezeigt.
Wertpapierdepot eröffnen
Du eröffnest ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Das Depot verwahrt deine Aktien und wickelt Käufe sowie Verkäufe ab.
Anlagestrategie festlegen
Du entscheidest, ob du in Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs investierst. Für den Anfang eignet sich eine breite Streuung über viele Titel.
Wertpapier kaufen
Du suchst das Wertpapier über die ISIN im Depot, gibst die Stückzahl ein und wählst den Handelsplatz. Nach der Ausführung wird die Aktie in deinem Depot angezeigt.
04 · Kosten
Welche Kosten fallen beim Aktienkauf an?
Neben dem Kaufpreis entstehen Gebühren für die Order und die Depotführung. Diese Kosten beeinflussen deine Nettorendite.
Beim Kauf und Verkauf von Aktien fallen Ordergebühren an, deren Höhe sich je nach Anbieter und Handelsplatz unterscheidet. Die Handelsplätze können sich leicht in den Gebühren unterscheiden, daher lohnt sich ein Blick auf die Konditionen deines Depots.
Bei Fonds kommen laufende Kosten hinzu: ETFs sind normalerweise günstiger, aktiv verwaltete Fonds häufig teurer. Vergleiche vor der Kontoeröffnung die Gebührenmodelle mehrerer Anbieter, da hohe Kosten bei kleinen Anlagebeträgen die Rendite stark mindern.
Typische Kostenarten beim Handel mit Aktien und Fonds
05 · Hintergrund
Womit du als Anfänger rechnen musst: Rendite, Dividende und Inflation
Deine Gesamtrendite setzt sich aus Kursgewinnen und Ausschüttungen zusammen. Die Inflation mindert die reale Kaufkraft deines Vermögens.
Einen Kursgewinn erzielst du, wenn du eine Aktie zu einem höheren Kurs verkaufst, als du sie gekauft hast, und die Differenz höher ist als die Transaktionsgebühren.
Während du eine Aktie hältst, kann das Unternehmen eine Dividende ausschütten. Über die Auszahlung entscheidet die Hauptversammlung, und nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende. Erhältst du eine, wird dir pro Aktie ein bestimmter Betrag gutgeschrieben.
Langfristig bieten Aktien im Vergleich zu anderen Geldanlagen eine überdurchschnittliche Rendite. Gleichzeitig schwanken die Kurse an der Börse regelmäßig. Die Inflation verringert die Kaufkraft deines Vermögens, daher reicht es nicht, nur den nominalen Betrag zu betrachten.
Eine Rendite erzielst du, wenn du eine Aktie zu einem höheren Kurs verkaufst, als du sie gekauft hast. Voraussetzung ist, dass die Differenz höher ist als die Transaktionsgebühren.
Während du eine Aktie hältst, kann das Unternehmen eine Dividende ausschütten. Über die Auszahlung entscheidet die Hauptversammlung. Nicht jedes Unternehmen zahlt eine Dividende.
Aktien gelten langfristig als eine Anlageform, die im Vergleich zu anderen Geldanlagen eine überdurchschnittliche Rendite bieten kann. Gleichzeitig schwanken die Kurse an der Börse regelmäßig.
Die Inflation verringert die Kaufkraft deines Geldes. Eine Geldanlage in Aktien kann helfen, den Wert deines Vermögens langfristig zu erhalten, wenn die Rendite über der Inflationsrate liegt.
06 · Checkliste
Risikostreuung und Risikominimierung: So gehst du vor
Eine strategische Streuung auf unterschiedliche Aktien und Anlageklassen ist der wichtigste Hebel, um das Verlustrisiko zu senken.
Wenn ein Wertpapier gerade weniger gut läuft, hast du im Idealfall andere, die den Ausfall wettmachen können.
Setze nicht alles auf eine einzelne Aktie, sondern verteile dein Kapital auf mehrere Titel, die nicht voneinander abhängig sind. Nutze ETFs oder Aktienfonds, da du mit ihnen bereits in eine Vielzahl von Titeln investierst. Kombiniere Aktien mit anderen Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilienfonds.
Lege dein Geld mittel- bis langfristig an, um Kursschwankungen besser auszusitzen. Wer kurzfristig handelt, ist stärker von zufälligen Marktbewegungen abhängig.
Maßnahmen zur Risikominimierung für dein Depot
Streue dein Geld auf viele verschiedene Unternehmen, Branchen und Länder.
Setze nicht alles auf eine einzelne Aktie, sondern verteile dein Kapital auf mehrere Titel.
Nutze ETFs oder Aktienfonds, da du mit ihnen bereits in eine Vielzahl von Titeln investierst.
Kombiniere Aktien mit anderen Anlageklassen wie Anleihen oder Immobilienfonds.
Lege dein Geld mittel- bis langfristig an, um Kursschwankungen besser auszusitzen.
07 · Fehler vermeiden
Typische Fehler beim Einstieg in Aktien
Viele Anfänger unterschätzen die Kosten oder setzen auf zu wenige Titel. Diese Fehler lassen sich mit etwas Vorbereitung vermeiden.
Ein häufiger Fehler ist, zu hohe Ordergebühren bei kleinen Kaufbeträgen zu akzeptieren. Das schmälert deine Rendite, weil die Gebühren im Verhältnis zum eingesetzten Kapital stark ins Gewicht fallen. Ein weiterer Fehler ist, das gesamte Kapital in eine einzige Aktie zu investieren und damit ein hohes Klumpenrisiko einzugehen.
Bei fallenden Kursen panisch zu verkaufen, statt die mittel- bis langfristige Anlagestrategie beizubehalten, kostet dich oft Rendite. Auch die Kosten von aktiv gemanagten Fonds werden häufig unterschätzt. Achte außerdem darauf, dass ein Broker mit sehr günstigen Gebühren nicht nur wenige Handelsplätze und eine kleine Auswahl an Wertpapieren anbietet.
Häufige Anfängerfehler beim Aktienkauf
08 · Was gilt
Steuern auf Aktiengewinne: Das gilt 2026
Auf Kapitalerträge aus Aktien und Fonds wird Abgeltungsteuer fällig. Ein Sparer-Pauschbetrag bleibt steuerfrei.
Ein Sparer-Pauschbetrag bleibt steuerfrei, bevor die Steuer greift.
Steuerpflichtig sind Kursgewinne aus dem Verkauf von Aktien, Dividendenzahlungen sowie Ausschüttungen aus Aktienfonds und ETFs. Steuerfrei bleiben Erträge bis 1000 EUR pro Person und Jahr im Rahmen des Sparer-Pauschbetrags. Bei zusammenveranlagten Ehepaaren sind es 2000 EUR pro Jahr.
Für das Jahr 2026 gilt: Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1000 EUR pro Person und Jahr. Alles, was darüber hinausgeht, unterliegt der Abgeltungsteuer.
Steuerpflichtig
Steuerfrei
09 · Im Vertrag
Abgeltungsteuer und Teilfreistellung: Was von deiner Rendite übrig bleibt
Die Abgeltungsteuer beträgt 25 Prozent auf deine Kapitalerträge. Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung, die einen Teil der Erträge steuerfrei stellt.
Auf diese Steuer wird zusätzlich ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent erhoben, was die Gesamtbelastung erhöht.
Für Aktienfonds gilt eine Teilfreistellung: 30 Prozent der Erträge sind steuerfrei. Das bedeutet, nur 70 Prozent der Erträge aus bestimmten Aktienfonds werden besteuert. Die Teilfreistellung gilt für bestimmte Fonds und reduziert deine Steuerlast spürbar.
Der Sparer-Pauschbetrag von 1000 EUR pro Person und Jahr bleibt vorab steuerfrei. Bei Ehepaaren sind es 2000 EUR. Erst nach Ausschöpfung dieses Freibetrags fallen Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag an.
Die wichtigsten Steuerregeln für Aktienanleger
10 · Checkliste
Depot eröffnen: Darauf achtest du beim Anbietervergleich
Ein gutes Depot für Anfänger verbindet einen erreichbaren Kundenservice mit fairen Gebühren und einer ausreichenden Auswahl an Handelsplätzen.
Gerade als Einsteiger wirst du Fragen haben, daher ist ein Kundenservice, der schnell und unkompliziert erreichbar ist, besonders hilfreich.
Achte auf ein faires Gebührenmodell, das deine Rendite bei kleinen Anlagebeträgen nicht übermäßig belastet. Ein Broker sollte eine große Auswahl an Aktien, ETFs und Fonds sowie mehrere Handelsplätze bereitstellen, damit du flexibel handeln kannst.
Eine übersichtliche Weboberfläche oder App erleichtert dir, Kurse zu verfolgen und Orders aufzugeben. Die Möglichkeit, dein Depot per Banküberweisung aufzuladen und mit dem Handel zu beginnen, ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium.
Kriterien für die Wahl deines Wertpapierdepots
Ein Kundenservice, der schnell und unkompliziert erreichbar ist und sich mit Wertpapieren auskennt.
Ein faires Gebührenmodell, das deine Rendite bei kleinen Anlagebeträgen nicht übermäßig belastet.
Eine große Auswahl an Aktien, ETFs und Fonds sowie mehrere Handelsplätze.
Eine übersichtliche Weboberfläche oder App, über die du Kurse verfolgen und Orders aufgeben kannst.
Die Möglichkeit, dein Depot per Banküberweisung aufzuladen und mit dem Handel zu beginnen.
11 · Hintergrund
Anlagestrategie für Anfänger: Langfristig und breit gestreut
Eine ruhige, langfristige Strategie mit breiter Streuung ist für die meisten Einsteiger besser geeignet als kurzfristiges Handeln.
Langfristig bieten Aktien eine überdurchschnittliche Rendite im Vergleich zu anderen Geldanlagen, wenn du Börsen-Hochphasen nutzt und schwache Zeiten aussitzt.
Eine strategische Streuung auf unterschiedliche Aktien und andere Anlageklassen kann das Risiko bei einer mittel- bis langfristigen Anlage verringern. Mit einem ETF auf einen breiten Index wie den DAX investierst du in viele große Unternehmen gleichzeitig, der Fonds bildet die Wertentwicklung des Index möglichst genau nach.
Für den Anfang sind breit gestreute ETFs oder Aktienfonds oft einfacher zu handhaben als die Auswahl einzelner Aktien. Du profitierst von der eingebauten Streuung und musst nicht selbst entscheiden, welche Unternehmen sich langfristig gut entwickeln.
Langfristig bieten Aktien eine überdurchschnittliche Rendite im Vergleich zu anderen Geldanlagen. Dabei nutzt du Börsen-Hochphasen und sitzt schwache Zeiten aus.
Eine strategische Streuung auf unterschiedliche Aktien und andere Anlageklassen kann das Risiko bei einer mittel- bis langfristigen Anlage verringern.
Mit einem ETF auf einen breiten Index wie den DAX investierst du in viele große Unternehmen gleichzeitig. Der Fonds bildet die Wertentwicklung des Index möglichst genau nach.
Für den Anfang sind breit gestreute ETFs oder Aktienfonds oft einfacher zu handhaben als die Auswahl einzelner Aktien. Du musst dich nicht ständig um die Entwicklung einzelner Unternehmen kümmern.
Häufige Fragen
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