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FinanzbildungUmschuldung10 Min.

Umschuldung So löst du teure Kredite clever ab

Umschuldung einfach erklärt: Wann lohnt sie sich, wie funktioniert sie & was müssen Studierende beachten? Jetzt informieren & Kosten berechnen.

Umschuldung einfachRechnerWas ist eine
Das Wichtigste in 30 Sekunden
  • Umschuldung bedeutet: einen bestehenden Kredit durch einen neuen – meist günstigeren – Kredit ablösen.
  • Ziel ist typischerweise die Senkung des Zinssatzes, Reduzierung der monatlichen Rate oder Zusammenfassen mehrerer Schulden.
  • Unterschied Umschuldungskredit vs. klassischer Ratenkredit: Verwendungszweck ist explizit die Ablösung bestehender Verbindlichkeiten.
  • Auch BAföG-Darlehen, Studienkredite oder Überziehungskredite (Dispo) können umgeschuldet werden.

Umschuldung einfach erklärt: Alten Kredit raus, günstigeren rein

Umschuldung bedeutet: einen bestehenden Kredit durch einen neuen – meist günstigeren – Kredit ablösen.

Eine Umschuldung bedeutet, einen bestehenden Kredit durch einen neuen – meist günstigeren – Kredit abzulösen. Das Ziel: weniger Zinsen zahlen, die monatliche Rate senken oder mehrere Schulden in einer einzigen übersichtlichen Rate bündeln. Für Verbraucher:innen ist das besonders relevant, wenn ein teurer Dispokredit oder ein alter Ratenkredit das Budget jeden Monat belastet.

Das Wichtigste auf einen Blick: Eine Umschuldung lohnt sich, wenn der neue Effektivzins spürbar unter dem alten liegt, die Vorfälligkeitsentschädigung die Ersparnis nicht aufzehrt und du die neue Laufzeit realistisch stemmen kannst. Konditionsanfrage statt Kreditanfrage stellen – so bleibt deine SCHUFA sauber.

AUF EINEN BLICK

  • Ziel ist typischerweise die Senkung des Zinssatzes, Reduzierung der monatlichen Rate oder Zusammenfassen mehrerer Schulden.
  • Unterschied Umschuldungskredit vs. klassischer Ratenkredit: Verwendungszweck ist explizit die Ablösung bestehender Verbindlichkeiten.
  • Auch private Darlehen, Autokredite oder Überziehungskredite (Dispo) können umgeschuldet werden.
  • Abgrenzung: Umschuldung ist keine Entschuldung – die Schuld bleibt, die Konditionen ändern sich.

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Was ist eine Umschuldung? Definition und Grundprinzip

Hauptindikator: Der neue Zinssatz liegt spürbar unter dem alten – auch kleine Unterschiede wirken über Laufzeit stark.

Eine Umschuldung bezeichnet den Vorgang, bei dem eine bestehende Verbindlichkeit – also ein laufender Kredit, ein Dispo oder mehrere Schulden gleichzeitig – durch einen neuen Kredit abgelöst wird. Im Kern geht es darum, von schlechteren Konditionen auf bessere zu wechseln. Der neue Kreditgeber zahlt dabei entweder direkt den alten Kredit zurück, oder du erhältst den Betrag und überweist ihn selbst an deine bisherige Bank. Das klingt simpel, hat aber einige Fallstricke, die du kennen solltest.

Der Unterschied zwischen einem klassischen Ratenkredit und einem Umschuldungskredit liegt vor allem im Verwendungszweck. Beim Umschuldungskredit ist dieser explizit die Ablösung bestehender Verbindlichkeiten – manche Banken verlangen sogar einen Nachweis darüber, dass das Geld tatsächlich dafür genutzt wurde. Das schränkt zwar die Flexibilität ein, kann aber den Vorteil bringen, dass du einen etwas günstigeren Zinssatz erhältst als bei einem frei verwendbaren Kredit.

Besonders für Verbraucher:innen interessant: Nicht nur klassische Ratenkredite lassen sich umschulden. Auch ein überzogenes Girokonto (Dispo), ein Autokredit oder sogar ein privates Darlehen können grundsätzlich Gegenstand einer Umschuldung sein. Das Ziel ist dabei immer dasselbe – die Gesamtkosten deiner Schulden zu senken und deine finanzielle Lage langfristig zu verbessern.

AUF EINEN BLICK

  • Lohnt sich besonders bei: hochverzinstem Dispokredit, alten Ratenkrediten mit hohem Zinssatz, mehreren gleichzeitig laufenden Kleinkrediten.
  • Für Verbraucher:innen relevant: Dispo-Umschuldung auf Ratenkredit ist ein häufig genutzter Hebel.
  • Nicht immer lohnenswert: Vorfälligkeitsentschädigung beim alten Kredit kann Ersparnis aufzehren – Gesamtkosten vergleichen.
  • Restlaufzeit beachten: Bei kurzer verbleibender Laufzeit ist die Zinsersparnis oft geringer als die Wechselkosten.

Wann lohnt sich eine Umschuldung wirklich?

Schritt 1 – Bestandsaufnahme: Alle laufenden Kredite auflisten (Restschuld, Zinssatz, Restlaufzeit, monatliche Rate).

Der wichtigste Indikator für eine sinnvolle Umschuldung ist der Zinssatz. Liegt der neue Effektivzins spürbar unter dem alten, kannst du über die Restlaufzeit des Kredits erheblich sparen. Selbst ein Unterschied von einem oder zwei Prozentpunkten kann bei größeren Summen oder langen Laufzeiten mehrere Hundert Euro ausmachen. Deshalb gilt: Immer den Effektivzins vergleichen, nicht den Nominalzins – nur der Effektivzins enthält alle relevanten Kosten.

Besonders lohnend ist eine Umschuldung in drei typischen Situationen: erstens beim hochverzinsten Dispokredit, der oft deutlich teurer ist als ein normaler Ratenkredit; zweitens bei alten Ratenkrediten, die in Zeiten höherer Zinsen abgeschlossen wurden; und drittens, wenn mehrere kleine Kredite gleichzeitig laufen und durch einen einzigen Kredit gebündelt werden können. Gerade die Dispo-Umschuldung auf einen Ratenkredit ist für viele Verbraucher:innen ein häufig genutzter Hebel, weil Dispozinsen traditionell zu den teuersten Kreditformen gehören.

Nicht immer ist eine Umschuldung automatisch vorteilhaft. Du musst die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung einkalkulieren, die beim vorzeitigen Ablösen eines Kredits anfallen kann. Außerdem kann eine deutlich verlängerte Laufzeit trotz niedrigerer monatlicher Rate zu höheren Gesamtkosten führen. Die goldene Regel lautet daher: Immer die Gesamtkosten vergleichen – also alle Zinsen und Gebühren über die gesamte Laufzeit – und nicht nur auf die monatliche Rate schauen.

AUF EINEN BLICK

  • Schritt 2 – Vorfälligkeitsentschädigung prüfen: Alten Kreditvertrag auf Ablösebedingungen und mögliche Kosten durchlesen.
  • Schritt 3 – Angebote einholen: Mehrere Konditionenanfragen stellen (Achtung: nur Konditions- statt Kreditanfrage, um SCHUFA zu schonen).
  • Schritt 4 – Effektivzins vergleichen: Nur der effektive Jahreszins macht Angebote wirklich vergleichbar – nicht der Nominalzins.
  • Schritt 5 – Neuen Kredit beantragen und Ablösung organisieren: Neue Bank zahlt alten Kredit direkt ab oder überweist Betrag zur eigenen Ablösung.

Umschuldung Schritt für Schritt: So gehst du konkret vor

Negativer SCHUFA-Eintrag erschwert Umschuldung bei klassischen Banken erheblich.

Der erste und oft unterschätzte Schritt ist die Bestandsaufnahme. Schreibe alle laufenden Kredite auf: Restschuld, aktueller Zinssatz, verbleibende Laufzeit und monatliche Rate. Nur wenn du weißt, was du genau ablösen möchtest, kannst du sinnvoll vergleichen. Vergiss dabei nicht den Dispo – viele Menschen haben dauerhaft einen Teil ihres Girokontos überzogen, ohne es als „Kredit" wahrzunehmen.

Im zweiten Schritt prüfst du deinen bestehenden Kreditvertrag auf Ablösebedingungen. Wann kann der Kredit vorzeitig zurückgezahlt werden? Fällt dabei eine Vorfälligkeitsentschädigung an, und wenn ja, wie hoch? Bei Verbraucherkrediten ist die Vorfälligkeitsentschädigung gesetzlich gedeckelt – aber auch gedeckelte Beträge können deine Ersparnis schmälern.

Im dritten Schritt holst du Angebote ein. Hier ist ein entscheidender Punkt zu beachten: Stelle immer eine Konditionsanfrage, keine Kreditanfrage. Eine Konditionsanfrage ist SCHUFA-neutral und gibt dir einen realistischen Eindruck vom möglichen Zinssatz, ohne deinen SCHUFA-Score zu belasten. Erst wenn du dich für ein konkretes Angebot entscheidest und den Kredit tatsächlich beantragst, wird eine vollwertige Kreditanfrage gestellt. Je mehr Angebote du einholst, desto besser deine Verhandlungsposition.

Schritt vier ist der eigentliche Vergleich: Stelle die Effektivzinsen gegenüber, rechne die Gesamtkosten durch und überprüfe, ob Sondertilgungen oder eine flexible Laufzeitanpassung möglich sind. Erst dann unterschreibst du – und löst deinen alten Kredit ab.

AUF EINEN BLICK

  • Konditionsanfrage vs. Kreditanfrage: Nur Kreditanfragen verschlechtern den SCHUFA-Score – immer Konditionsanfrage bevorzugen.
  • Optionen bei schlechter SCHUFA: Mitantragsteller, Bürgschaft, oder Kreditvermittler (Seriosität prüfen!).
  • Warnung vor unseriösen Angeboten: Vorkosten-Betrug ist bei 'SCHUFA-freien Krediten' verbreitet – niemals Gebühren vor Auszahlung zahlen.
  • Bonitätsverbesserung als Vorbereitung: Fehlerhafte SCHUFA-Einträge können kostenlos korrigiert werden (einmal jährlich kostenlose Selbstauskunft).

Umschuldung trotz SCHUFA – was ist möglich und was ist Vorsicht geboten?

Immobilienkredite haben Zinsbindungsfristen – Umschuldung ist meist erst nach Ablauf ohne Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Ein negativer SCHUFA-Eintrag erschwert die Umschuldung bei klassischen Banken erheblich. Wer beispielsweise eine Zahlungsstörung oder einen Eintrag wegen eines geplatzten Kredits hat, wird bei vielen Anbietern schlicht abgelehnt oder erhält nur sehr ungünstige Konditionen. Dennoch gibt es Wege, auch in dieser Situation handlungsfähig zu bleiben.

Eine Möglichkeit ist, einen Mitantragsteller oder eine Bürgschaft einzubringen. Wenn eine Person mit guter Bonität – etwa ein Familienmitglied – gemeinsam den Kredit beantragt oder bürgt, verbessert das die Chancen auf eine Zusage erheblich. Auch spezialisierte Kreditvermittler können in solchen Situationen helfen, allerdings ist hier besondere Sorgfalt bei der Auswahl des Anbieters geboten. Seriöse Vermittler verlangen keine Vorgebühren – wer vor der Kreditauszahlung Geld verlangt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit unseriös.

Besonders verbreitet ist der sogenannte Vorkosten-Betrug im Bereich „SCHUFA-freier Kredite". Werbung mit garantierten Krediten ohne SCHUFA-Prüfung ist in Deutschland in aller Regel entweder unseriös oder schlicht unwahr. Seriöse Banken prüfen immer die Kreditwürdigkeit. Die Devise lautet: Niemals Gebühren zahlen, bevor Geld auf deinem Konto eingegangen ist – ohne Ausnahme.

AUF EINEN BLICK

  • Ausnahme: Nach einer Laufzeit von zehn Jahren gibt es ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht gemäß § 489 BGB.
  • Anschlussfinanzierung vs. Umschuldung: Bei Ablauf der Zinsbindung spricht man auch von Anschlussfinanzierung – Konditionen der Hausbank und anderer Anbieter vergleichen.
  • Forward-Darlehen: Günstige Zinsen für die Anschlussfinanzierung bis zu mehrere Jahre im Voraus sichern.
  • Für Verbraucher mit laufenden Immobilienkrediten besonders relevant – etwa bei Ablauf der Zinsbindung oder bei einer geplanten Immobilienübertragung.

Umschuldung Hauskredit: Besonderheiten bei Immobiliendarlehen

Vorfälligkeitsentschädigung: Fällt beim vorzeitigen Ablösen eines alten Kredits an – Höhe abhängig von Restschuld und Restlaufzeit.

Bei Immobilienkrediten gelten andere Spielregeln als bei klassischen Verbraucherkrediten. Hier ist der Kredit in der Regel an eine feste Zinsbindungsfrist gekoppelt – typischerweise fünf, zehn oder fünfzehn Jahre. Während dieser Zeit ist eine vorzeitige Ablösung ohne erhebliche Vorfälligkeitsentschädigung kaum möglich. Die beste Gelegenheit zur Umschuldung eines Hauskredits ist daher das Ende der Zinsbindungsfrist.

Es gibt jedoch eine wichtige gesetzliche Ausnahme: Nach einer Gesamtlaufzeit von zehn Jahren steht dir als Kreditnehmer ein Sonderkündigungsrecht zu, unabhängig von der vereinbarten Zinsbindungsfrist. Das bedeutet, dass du nach Ablauf dieser Frist den Kredit mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten ohne Vorfälligkeitsentschädigung ablösen kannst – ein erheblicher finanzieller Hebel, besonders wenn der aktuelle Marktzins unter deinem Vertragszins liegt.

Wenn die Zinsbindungsfrist ausläuft, spricht man oft von einer Anschlussfinanzierung. Hier ist es besonders wichtig, nicht einfach das Angebot der eigenen Hausbank anzunehmen, sondern aktiv Vergleiche anzustellen. Auch ein sogenanntes Forward-Darlehen kann interessant sein: Dabei sicherst du dir günstige Konditionen für die Anschlussfinanzierung bis zu mehrere Jahre im Voraus – sinnvoll, wenn du mit steigenden Zinsen rechnest. Für diese Entscheidung empfiehlt sich im Zweifelsfall eine unabhängige Finanzberatung.

AUF EINEN BLICK

  • Bei Verbraucherkrediten ist die Vorfälligkeitsentschädigung gesetzlich gedeckelt (§ 502 BGB).
  • Bearbeitungsgebühren: Viele Banken erheben keine Bearbeitungsgebühr mehr – trotzdem vor Vertragsschluss prüfen.
  • SCHUFA-Anfrage-Kosten: Keine direkten Kosten, aber falsche Anfrageart kann Score negativ beeinflussen.
  • Gesamtkostenrechnung: Zinsersparnis über gesamte Restlaufzeit minus alle Wechselkosten = tatsächliche Ersparnis.

Kosten der Umschuldung: Was der Wechsel wirklich kostet

Verbraucher:innen mit unregelmäßigem oder geringem Einkommen haben oft eingeschränkte Kreditoptionen.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist die größte potenzielle Kostenfalle bei einer Umschuldung. Sie entsteht, wenn du einen bestehenden Kredit vor dem vereinbarten Ende zurückzahlst, weil die Bank dadurch Zinseinnahmen verliert. Bei klassischen Verbraucherkrediten ist die Vorfälligkeitsentschädigung gesetzlich auf maximal ein Prozent der vorzeitig zurückgezahlten Restschuld begrenzt – oder 0,5 Prozent, wenn die Restlaufzeit weniger als ein Jahr beträgt. Trotzdem solltest du diesen Betrag immer konkret ausrechnen, bevor du eine Entscheidung triffst.

Bearbeitungsgebühren spielen heute bei den meisten Banken keine große Rolle mehr – viele Anbieter erheben keine gesonderte Gebühr für die Kreditbearbeitung. Dennoch gilt: Vor Vertragsschluss immer das Kleingedruckte lesen und alle anfallenden Kosten explizit erfragen. Manchmal verstecken sich Kosten in Form von Restschuldversicherungen oder anderen Zusatzprodukten, die du nicht zwingend benötigst.

Auch die SCHUFA selbst verursacht keine direkten finanziellen Kosten – aber eine falsch gestellte Kreditanfrage kann deinen Score belasten und damit indirekt zukünftige Kreditkonditionen verteuern. Deshalb ist die konsequente Nutzung von Konditionsanfragen bei der Angebotsphase keine Kleinigkeit, sondern ein konkreter finanzieller Vorteil.

AUF EINEN BLICK

  • Typische Schulden im Alltag: Dispokredit, Ratenkredit, Konsumkredite.
  • KfW-Studienkredit: Rückzahlung beginnt nach dem Studium – Umschuldung ist möglich, aber Konditionen und Tilgungsflexibilität prüfen.
  • Dispo-Umschuldung auf Ratenkredit: Häufig sinnvoll, da Dispozinsen deutlich über Ratenkreditzinsen liegen.
  • Ein regelmäßiges Einkommen erhöht Kreditchancen – Einkommensnachweis auch aus Minijob hilfreich.

Umschuldung: Besondere Situation und praktische Tipps

Fehler 1: Nur auf die monatliche Rate schauen, nicht auf Gesamtkosten – eine niedrigere Rate bei längerer Laufzeit kann teurer werden.

Verbraucher:innen stehen bei der Umschuldung vor einer spezifischen Herausforderung: In der Regel haben sie kein oder nur ein geringes regelmäßiges Einkommen. Das schränkt die Kreditoptionen deutlich ein, da Banken bei der Bonitätsprüfung ein verlässliches Einkommen als Sicherheit sehen. Wer beispielsweise in Teilzeit oder mit einem geringen Verdienst arbeitet, kann bis zu 603 Euro monatlich verdienen – das reicht für viele Banken jedoch nicht als ausreichende Einkommensbasis für einen Umschuldungskredit.

Die häufigsten Schulden im Alltag sind: der dauerhaft überzogene Dispo, ein laufendes Darlehen, ein öffentliches Förderdarlehen sowie Konsumkredite für größere Anschaffungen. Gerade der Dispo ist oft der teuerste Schuldenberg, weil Dispozinsen zu den höchsten im Markt gehören. Hier kann eine Umschuldung auf einen klassischen Ratenkredit sehr sinnvoll sein – selbst wenn der erreichbare Zinssatz für Verbraucher:innen aufgrund der eingeschränkten Bonität nicht ideal ist, dürfte er in vielen Fällen deutlich unter dem Dispozins liegen.

Bei einem laufenden Förderdarlehen beginnt die Rückzahlung nach einer bestimmten Frist. Eine Umschuldung ist prinzipiell möglich, aber hier solltest du besonders sorgfältig abwägen: Solche Darlehen bieten oft flexible Tilgungsoptionen und soziale Schutzklauseln, die ein normaler Ratenkredit nicht hat. Prüfe daher nicht nur den Zinssatz, sondern auch, ob du bei finanziellen Engpässen Ratenpausen oder eine Laufzeitverlängerung beantragen kannst – solche Sicherheitsnetze haben einen Wert, der sich nicht im Effektivzins abbildet.

Ein praktischer Tipp: Wenn du einen Mitantragsteller – zum Beispiel eine Person mit stabilem Einkommen – einbringen kannst, erhöht das deine Chancen auf eine Kreditzusage erheblich und kann den Zinssatz spürbar senken. Wichtig dabei: Beide Parteien sollten sich über die Konsequenzen im Klaren sein, denn der Mitantragsteller haftet gemeinsam für die Schuld.

AUF EINEN BLICK

  • Fehler 2: Kreditanfrage statt Konditionsanfrage stellen – schadet dem SCHUFA-Score unnötig.
  • Fehler 3: Vorfälligkeitsentschädigung ignorieren – kann die Zinsersparnis komplett aufheben.
  • Fehler 4: Unseriösen Kreditvermittlern vertrauen – nie Vorgebühren zahlen.
  • Fehler 5: Neue Schulden aufnehmen, während alte Schulden laufen – Gesamtverschuldung im Blick behalten.

Häufige Fehler bei der Umschuldung – und wie du sie vermeidest

Der häufigste Fehler ist der Blick auf die monatliche Rate statt auf die Gesamtkosten. Eine niedrigere Rate klingt verlockend, kann aber durch eine deutlich verlängerte Laufzeit unter dem Strich teurer werden. Rechenbeispiel: Ein Kredit mit niedrigerer Rate, der aber zwei Jahre länger läuft, kann trotzdem mehr kosten als der alte Kredit – weil du schlicht länger Zinsen zahlst. Deshalb zählt immer die Summe aller Zahlungen über die gesamte Laufzeit.

Fehler Nummer zwei ist das Stellen einer Kreditanfrage statt einer Konditionsanfrage in der Vergleichsphase. Das ist ein klassischer Anfängerfehler, der deinen SCHUFA-Score unnötig belastet – und zwar genau dann, wenn du ihn für die eigentliche Kreditentscheidung gut gebrauchen kannst. Die gute Nachricht: Fast alle Vergleichsportale und die meisten Banken bieten heute explizit SCHUFA-neutrale Konditionsanfragen an. Nutze diese konsequent.

Fehler Nummer drei ist das Ignorieren der Vorfälligkeitsentschädigung. Manche Menschen sind so erfreut über ein günstiges neues Angebot, dass sie vergessen, die Ablösekosten beim alten Kredit gegenzurechnen. Das kann die gesamte Ersparnis aufzehren oder sogar zu einem Verlust führen. Hol dir deshalb vor jeder Umschuldungsentscheidung eine schriftliche Auskunft über die Vorfälligkeitsentschädigung von deiner aktuellen Bank.

Fehler Nummer vier betrifft unseriöse Kreditvermittler. Wer bei schlechter Bonität verzweifelt nach einem Kredit sucht, ist besonders anfällig für zweifelhafte Angebote. Die Regel ist klar: Seriöse Anbieter verlangen niemals Gebühren, bevor der Kredit ausgezahlt wurde. Wer Vorauszahlungen fordert – egal unter welchem Vorwand – sollte sofort von der Liste gestrichen werden.

Umschuldung klug angehen: Dein nächster Schritt

Eine Umschuldung ist kein Allheilmittel, aber ein wirksames Werkzeug, um Zinskosten zu senken, finanzielle Übersicht zu gewinnen und monatlichen Spielraum zurückzuholen. Ob Dispo-Ablösung, alter Ratenkredit oder bald auslaufende Zinsbindung beim Immobiliendarlehen – die Grundformel ist immer gleich: Gesamtkosten vergleichen, Konditionsanfragen stellen, Vorfälligkeitsentschädigungen einrechnen und nur dann wechseln, wenn der Vorteil nachweislich vorhanden ist.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher gilt zusätzlich: Seid realistisch bezüglich eurer Einkommenssituation und überlegt gut, ob ihr Flexibilitätsvorteile wie bei einem variablen Darlehen leichtfertig aufgeben wollt. Und: Finger weg von Angeboten, die Vorgebühren verlangen oder „garantierte Kredite ohne SCHUFA" versprechen.

Dein nächster Schritt: Bevor du einen Umschuldungskredit anträgst, lohnt es sich zu wissen, was dir monatlich tatsächlich zur Verfügung steht – also was nach Steuern und Abgaben von deinem Einkommen übrig bleibt. Nutze dafür den StudySmarter Brutto-Netto-Rechner und verschaffe dir einen klaren Überblick über deine finanzielle Ausgangslage.
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Häufige Fragen

Bei einer Umschuldung ersetzen Sie einen bestehenden Kredit durch einen neuen Kredit mit besseren Konditionen, während die Anschlussfinanzierung die Verlängerung oder Neuverhandlung Ihrer bestehenden Immobilienfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung bezeichnet. Die Umschuldung betrifft in der Regel Konsumkredite, die Anschlussfinanzierung dagegen fast ausschließlich Baufinanzierungen.

Ja, als Verbraucher können Sie in der Regel einen Umschuldungskredit erhalten, sofern Ihre Bonität ausreichend ist und Sie ein regelmäßiges Einkommen nachweisen können. Die Bank prüft dabei Ihre Kreditwürdigkeit anhand von Einkommen, Ausgaben und Ihrer SCHUFA-Auskunft.

Die Dauer einer Umschuldung hängt von der Schnelligkeit der beteiligten Banken ab und liegt meist zwischen einigen Tagen und mehreren Wochen. Nach der Kreditzusage muss die alte Bank die Restschuld bestätigen, und die Auszahlung des neuen Kredits erfolgt dann direkt an das alte Institut.

Eine Umschuldung kann sich kurzfristig auf Ihre SCHUFA auswirken, da ein neuer Kreditantrag mit einer Abfrage und einem neuen Kreditkonto verbunden ist. Langfristig schadet sie nicht, wenn Sie den neuen Kredit zuverlässig bedienen und die alte Verbindlichkeit vollständig abgelöst wird.

Die Vorfälligkeitsentschädigung ist eine Ausgleichszahlung, die Sie Ihrer Bank leisten müssen, wenn Sie einen Kredit vorzeitig und vollständig zurückzahlen. Sie fällt insbesondere bei Immobilienkrediten mit langer Zinsbindung an, da die Bank dadurch entgangene Zinseinnahmen kompensiert.

Grundsätzlich können Sie auch einen KfW-Kredit umschulden, allerdings gelten hier besondere Bedingungen, da die KfW über Hausbanken vergibt und oft staatliche Förderungen mit dem Kredit verbunden sind. Eine vorzeitige Ablösung ist meist nur mit Zustimmung der Hausbank und unter Berücksichtigung der Förderkonditionen möglich.

Sie können in einer Umschuldung grundsätzlich mehrere bestehende Kredite zusammenfassen, wobei die Anzahl nicht gesetzlich begrenzt ist. Die neue Bank prüft jedoch, ob die Summe der Restschulden und Ihre monatliche Belastung in einem vertretbaren Verhältnis zu Ihrem Einkommen stehen.

Wenn Sie die Umschuldungsrate nicht mehr zahlen können, geraten Sie in Zahlungsverzug, und die Bank kann Mahngebühren sowie Verzugszinsen erheben. Bei anhaltenden Problemen sollten Sie frühzeitig das Gespräch mit Ihrer Bank suchen, um eine Stundung oder eine Ratenanpassung zu vereinbaren, andernfalls droht im schlimmsten Fall die Kündigung des Kredits.

Quellen & Stand 09.07.2026

MS

StudySmarter-Redaktion

Finanz-Redaktion · StudySmarter
Marie macht Finanzthemen für Studierende verständlich – von der ersten Versicherung bis zum ersten Sparplan.

Redaktionell geprüft. Alle Zahlen mit Quellenangabe, Stand 09.07.2026. Dieser Artikel ist Finanzbildung – keine Rechts- oder Steuerberatung.

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