Wie man den perfekten Lernplan erstellt und sich auch daran hält

4 min read

By Sergei

26. November 2018

Entspanne dich mit deinem Lernplan!

Die Situation kennst du bestimmt nur zu gut: Ein Berg von Aufgaben und Lernstoff liegt vor dir. Der Tag der Prüfung rückt womöglich näher. Und trotzdem schaffst du es immer wieder, die Probleme zu verdrängen und dich mit schöneren Aktivitäten zu beschäftigen. Mit „Verschieberitis“ (neudeutsch Prokrastination) wird der Berg immer größer und unbezwingbarer. Allerhöchste Zeit, einen Lernplan zu erstellen. Mit diesem lernst du, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und dich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Allein durch die Sortierung der Aufgaben nach Wichtigkeit wirst du dich schon ein wenig entspannen, weil sich die diffuse Bedrohung der unbezwingbaren Gegner in konkrete Schritte verwandelt. Wenn du diese in die Form eines schlüssigen Zeitplans bringst, ist die Entspannung der Situation noch näher. Aber merke dir vorab: Jeder Plan erfordert, dass du genügend Disziplin beim Lernen aufbringst, um deine Bemühungen zum Erfolg zu führen.

 

Der Lernplan ist ein Zeitplan!

Um einen effizienten Lernplan zu erstellen, musst du im Prinzip alle Anforderungen in einem Zeitplan unterbringen. Dazu solltest du dir zunächst einmal aufschreiben, welche Lehrveranstaltungen du belegt hast. Notiere für jedes Seminar die wöchentliche Veranstaltungsdauer, die erforderliche Vorbereitungszeit sowie die besonderen Leistungen wie Referate oder Hausarbeiten. Auch den Aufwand für Klausuren solltest du schätzen. Dazu überlege, welche Themen dir am meisten liegen, die du mit wenig Mühe erledigen kannst. Stelle ein Ranking der Bereiche auf: Geschichte ist einfach, bekommt den ersten Platz. Statistik ist eine große Herausforderung, weil dir das Zahlen-Gen fehlt, und landet auf dem letzten Platz. So erhältst du diverse Blöcke mit Zeitanforderungen, die du am besten noch in etwa zweistündige Module unterteilst.

 

Papier oder digital ist zunächst zweitrangig!

Ob du eine digitale Vorlage wählst, dir selber in einer Tabellenkalkulation ein Schema erstellst oder die Woche mit ein paar Strichen auf dem Papier einrichtest, ist erstmal egal. Wichtig ist, dass du die einzelnen Zeitschnipsel in einer guten Ordnung in der Woche unterbringst. Wenn dir dieser fertige Plan entgegen strahlt, ist es höchste Zeit, richtig loszulegen. Denn die Motivation zum Lernen stellt sich oft erst dann ein, wenn du ernsthaft anfängst. Schließlich ist dein Lernplan ja kein Papiertiger. Du bist die einzige Person, die ihn zum Leben erwecken kann. Dazu ist es unbedingt erforderlich, dass du dir ehrlich Rechenschaft ablegst, wie weit du den Plan verwirklicht hast. Nur dann kannst du effizient lernen, indem du den Fokus immer wieder auf den Stoff ausrichtest. Anders als in der Schule oder im Job steht niemand hinter dir und treibt dich an. In der Uni stehst du ziemlich allein da. Niemanden außer dir interessiert es, ob du mitkommst. Das liegt ganz in deiner eigenen Verantwortung.

 

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Pausen und Freizeit einplanen!

Niemand kann nur lernen und arbeiten. Sowohl im Laufe eines Lerntages als auch für die Abende und das Wochenende sollten entspannende Aktivitäten in deinem Zeitplan stehen. Denn wer sich nie eine Pause gönnt und Sport, Kultur und das soziale Leben vernachlässigt, fällt schnell in das entgegengesetzte Extrem. Sieben Tage in der Woche von morgens bis abends zu lernen, führt unmittelbar in die Erschöpfung oder das Burnout. Daher plane regelmäßige Termine ein und lasse auch Raum für spontane Verabredungen oder ein Sonnenbad. Dein Lernplan soll dich ja nicht wie ein Korsett einengen. Im Gegenteil: Wenn sich dein Plan bewährt, befreit er dich von allzu großem Druck, weil du jederzeit deinen realen Stand kennst und weißt, was du dir leisten kannst, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

 

Den Lernplan weiterentwickeln!

Kein Zeitplan ist zu Anfang perfekt. Manche behaupten sogar, dass er nie fertig wird. Das soll dich nicht runterziehen, sondern deutet auf eine realistische Einschätzung hin. Wenn du es schaffst, deinen ersten Wochenplan aufzustellen, hast du schon viel erreicht. Doch nun gilt es, diesen auch einzuhalten. Schnell wirst du merken, dass das nicht so einfach ist. Kein Grund, die Flinte in das berühmte Korn zu werfen. Im Gegenteil. Wenn du spätestens nach einer Woche siehst, was du abgehakt und was du nicht geschafft hast, ist es Zeit, zu überlegen, wo die Ursachen liegen. War es „nur“ mangelnde Selbstdisziplin? Daran kann man arbeiten. Gab es äußere Ursachen? Zum Beispiel der Mitbewohner, der dich ständig abgelenkt hat? Dann suche nach Möglichkeiten, diese Störungsquellen abzustellen oder zu umgehen. Hat die Zeit nicht gereicht? Dann wirst du wohl für die nächste Woche mehr Zeit für ein Thema einplanen müssen. Vielleicht war ja auch etwas schneller erledigt als gedacht? Die Zeit kannst du für das andere Thema einplanen. Ging alles viel schneller? Dann gehe mit deinem Mitbewohner einen Kaffee trinken und freue dich des Lebens und deines erfolgreichen Zeitplans.

 

Der Lernplan ist einzig und allein dein Plan!

Wenn du dich bei der Arbeit mit dem Lernplan beobachtest, wirst du feststellen, dass es zwar bestimmte Eckpunkte gibt, die jeder beachten muss. Doch der Erfolg deines Zeitplans hängt entscheidend davon ab, wie du es schaffst, diesen auf deine individuellen Bedürfnisse zuzuschneiden. Jeder lernt unterschiedlich, angefangen bei eher auditivem oder eher visuellem Lernen. Dafür gibt es unterschiedliche Hilfs- und Lernmittel wie Visualisierungen zum Aufhängen oder Podcasts mit relevanten Fachdiskussionen. Jedes Mittel hat seine eigenen zeitlichen Anforderungen. Vor allem hat aber jeder einzelne ein ganz eigenes Lerntempo. Das solltest du realistisch einschätzen, um dir nicht selbst eine Enttäuschung zu organisieren. Behalte das auch im Hinterkopf, wenn du dich mit anderen über den Lernplan austauschst. So kannst du von den Erfahrungen deiner Mitstudenten profitieren und deine „Erkenntnisse“ weitervermitteln, ohne frustriert zu sein, dass andere Studenten vielleicht ein schnelleres Lerntempo oder eine andere Methode haben. Lass dich nicht in Panik versetzen, konzentrier dich auf dich selbst und deinen Lernplan!

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Fange einfach mal an!

Wer zu lange über Sinn und Form eines Plans grübelt, hat schon wieder wertvolle Zeit vergeudet. Nutze die Erfahrungen, die du in Foren und sinnvollen Vorlagen sowie Apps finden kannst. Der erste Wochenplan, erst einmal aufgestellt, wird in keiner Hinsicht perfekt sein, außer in einem Punkt: Jeder Zeitplan ist besser als keiner. Die kontinuierliche Entwicklung und Umsetzung musst du allerdings selbst übernehmen.

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