4 Tipps um während der Klausur deine Bestleistung abrufen zu können

4 Tipps um während der Klausur deine Bestleistung abrufen zu können

Ein ganzes Semester lang hast du Vorlesungen besucht, Übungen gemacht, Zusammenfassungen erstellt und dich tagelang intensiv auf die Klausur vorbereitet – und jetzt kommt es darauf an. Alles was du bis dahin seit Monaten gelernt hast, musst du innerhalb von wenigen Stunden aufs Papier bringen.

Umso ärgerlicher ist es dann, wenn du deine Leistung während der Klausur nicht abrufen kannst. Möglich Ursachen hierfür können mangelnde Konzentration, zu viel Stress, ein schlechtes Zeitmanagement oder eine falsche Herangehensweise an die Aufgaben sein. Damit dir das in der nächsten Klausur nicht passiert und du während der Klausur deine beste Leistung abrufen kannst, habe ich heute 4 Tipps für dich!

1. Bringe dich in den Performance-Modus

Du befindest dich bereits an deinem Prüfungsort und es sind noch 15 Minuten bis es los geht. Lernplan_Performance_ModusBevor du ganz hibbelig auf deinem Platz sitzt und dir Sorgen über die anstehende Klausur machst, kannst du dich schon mal in den Prüfungsmodus bringen. Damit du dich voll konzentrieren kannst und auch schwierige Aufgaben lösen kannst, müssen deine beiden Gehirnhälften und dein Arbeitsgedächtnis aktiviert werden. Da Gehirn- und Muskelarbeit in engen Verhältnis stehen, kannst du dir z.B. eine Über-Kreuz-Übung machen, dich dehnen, strecken oder deine Ohrläppchen massieren. Mit der richtigen Vorbereitung am Prüfungstag bist du optimal gerüstet um während der Klausur Bestleistungen zu erzielen.

Zudem kannst du deinen Fokus nochmal auf die positiven Dinge lenken, indem du beim Erhalten deiner Unterlagen dankbar bist, dass du überhaupt das Privileg hast, die Prüfung schreiben zu dürfen. Das mag dir im ersten Moment zwar etwas komisch vorkommen, aber ich kann dir versichern, dass es tausende junge Menschen gibt, die alles dafür geben würden, dein Fach studieren zu dürfen. Egal wie gut oder schlecht du auf die Klausur vorbereitet bist: Mache dir klar, dass du jetzt eh nichts mehr daran ändern kannst. Daneben kannst du dir ins Bewusstsein rufen, dass du absolut keinen Einfluss auf den Inhalt der Prüfung hast. Gib dein Bestes und entspann dich! 🙂

2. Jetzt geht’s los

Für einen guten Start in die Klausur solltest du dir bereits im Vorfeld überlegen, mit welchen Aufgaben du anfangen möchtest. Deine individuelle Reihenfolge muss nicht unbedingt der in der Klausur entsprechen. Starte mit Fragen bzw. Aufgaben, bei denen du dich in der Vorbereitung am besten gefühlt hast. Das gibt dir Selbstvertrauen und du hast dann für die schwierigeren am Ende mehr Zeit. Bei meinem Studium gab es teilweise auch Fächer mit Überhang. Das heißt, selbst wenn du eine Aufgabe nicht lösen, konntest du immer noch eine 1,0 bekommen. Falls du nicht alle Aufgaben lösen kannst, hast du zumindest nicht am Ende feststellen müssen, dass du bei den schweren deine Zeit vertrödelt hast und du zu den leichten gar nicht gekommen bist. Falls es dir hilft, kannst du auch dein Wissen aus dem Kurzzeitgedächtnis erstmal auf ein Schmierpapier schreiben, falls du dazu neigst, es im Laufe der Klausur wieder zu vergessen.Lernplan_Aufgabe_genau_durchlesen

Bei meinem Studium gibt es in bestimmten Fächern eine Einlesezeit. Diese wird an die eigentliche Bearbeitungszeit drangehängt und kann dir noch ein paar wertvolle extra Minuten verschaffen. Nutze diese Zeit gegebenenfalls wirklich zum Lesen und Überfliegen der Aufgaben, damit du einen Überblick bekommst. Damit kannst auch viel besser abschätzen, welche Teile der Prüfung am meisten Punkte bringen und dir thematisch tendenziell eher leichter fallen. Bevor du dich nun an die erste Aufgabe ran wagst, solltest du dir die Aufgabenstellung unbedingt nochmal ganz genau durchlesen. Lieber verwendest du hier 10 Sekunden deiner Zeit, als hinterher feststellen müssen, einen wichtigen Aspekt nicht bemerkt zu haben. Glaube mir, das passiert öfter als du denkst.

3. Im Laufe der Klausur im Flow bleiben

Außerdem solltet du auch während der Klausur nicht den Überblick verlieren und erledigte Aufgaben sofort abhaken. Das verschafft dir vor allem in Prüfungen Struktur, die aus Dutzenden Seiten bestehen. Bei Multiple-choice Klausuren ist diese Vorgehensweise definitiv Pflicht, da du sonst bei teilweise über 100 Fragen und Antworten schnell den Überblick verlierst. Es gibt wahrscheinlich Aufgaben, die du auf Anhieb lösen kannst, welche du dann sofort kennzeichnen solltest.

Wenn du gut vorbereitet bist, solltest du möglichst schnell in einen Flow-Zustand kommen, bei dem du eine Aufgabe nach der anderen abarbeitest. Falls du feststellen solltest, dass du bei einem Teil der Prüfung ins Stocken gerätst, kennzeichne diese und mache mit der nächsten weiter. Das sorgt einerseits dafür, dass du nicht in Stress und Panik verfällst und andererseits, dass du noch den zeitlichen Rahmen einhältst. Wirf hin und wieder mal einen Blick auf die Uhr, um deinen aktuellen Status abzuchecken.Lernplan_Klausur_Flow

In meinem Ingenieurstudium gibt es einige Klausuren, bei denen du viel Rechnen musst. Bei vielen musste man auch nur einige Formeln und Ansätze aufstellen und nach der gesuchten Größe auflösen. Da ich noch nie der beste im (Kopf-)Rechnen war, habe ich bei sehr umfangreichen Aufgaben mehrere Zwischenvariablen für lange Ausdrücke definiert, die dann in meinem Endergebnis vorkamen. Das hat mir teilweise 50% der Zeit gespart und es gab am Ende entweder gar keinen Punkt Abzug, da es erlaubt war oder nur sehr wenige. Falls du viel Text schreiben musst, kannst du dir auch Abkürzungen definieren, die du dann einmal auf der Klausur nennst und dann immer wieder verwenden kannst.

4. Überwinde Hindernisse, die dich von deiner Bestleistung abhalten können

Es wird auch bei den besten Studierenden vorkommen, dass sie eine Aufgabe nicht auf Anhieb lösen können. Falls dir das passiert, ist das zunächst nicht weiter schlimm. Vermeide hier jedoch minutenlang die Aufgabe anzustarren, da du hier wahrscheinlich durch deine unstrukturierten Gedankenströme nicht klare Ansätze finden wirst. Von daher empfehle ich dir, immer schriftlich zu denken. Das bedeutet, dass du immer Aktion bleiben solltest und deine Ansätze zumindest auf einem weiteren Schmierpapier notieren solltest. Damit schaffst du Struktur in deinen Lösungsansätzen und kannst dich über verschiedene Seiten an die Problemstellung über Kausalitätsketten ran tasten. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit erheblich früher oder später auf die richtige Lösungen zu kommen oder in Kombination mit den vorher notierten Ansätzen die Aufgabe lösen zu können.Lernplan_Blackout

Damit du in der Prüfung dein Konzentrationslevel so hoch wie möglich halten kannst, solltest du auch während der Klausur Mikro-Pausen einlegen. Du kannst beispielsweise nach jeder Aufgabe einmal tief durchatmen oder dich strecken und recken. Des Weiteren vermeidest du mit regelmäßigem Trinken, dass du nicht mehr klar denken kannst oder gar Kopfschmerzen bekommst.

Falls es doch mal zum Blackout kommen sollte, ist das ein Zeichen von erhöhtem Stresslevel. Um dieses zu reduzieren und keine Panik zu bekommen, solltest du dir davor schon eine Notfall-Strategie überlegen. Diese könnte wie folgt aussehen: Lenke dich ab und beschäftige dich mit etwas, was nichts mit der Klausur zu tun hat. Du kannst dir beispielsweise aufschreiben, was du am gestrigen Tag alles gegessen hattest. Alternativ kannst du an was schönes denken, z.B. wo du als letztes im Urlaub warst. Zudem kannst du etwas Trinken oder Essen. Viele Menschen verbinden Nahrungsaufnahme mit Entspannung und Abschalten. Ich habe beispielsweise immer ein paar Nüsse oder etwas Obst in der Klausur dabei. Atme einige male tief durch und dann kannst du dich wieder an die Aufgaben machen.

Viel Erfolg beim Umsetzen!

 

Zum Autor:

Fabian Bacherle ist Coach, Seminarleiter und Podcaster. Er hat es trotz anfänglichen Problemen geschafft, bereits ein Semester vor der Regelstudienzeit alle Klausuren in seinem Studium an der TU München erfolgreich abzulegen. Fabian unterstützt jetzt Studierende dabei, sich und ihr Studium auf das nächste Level zu bringen. Er zeigt dir sowohl in persönlichen Beratungsgesprächen als auch in seinem Podcast “Erfolg im Studium”, wie du konstant Bestleistungen im Studium erzielst und gleichzeitig dein Studentenleben genießen kannst.

Du kannst dir den Inhalt dieses Artikels auch als Podcast-Folge von Fabian anhören (Episode 059).