NT an der Universität Zu Köln | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für NT an der Universität zu Köln

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TESTE DEIN WISSEN

Ein Blick über die Ränder des Kanons hinweg

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TESTE DEIN WISSEN

›Apokryphe‹ Schriften -> Schriften die gar nicht im biblischen Kanon auftreten


AT
- aus der Septuaginta
z.B. Esdras -> Oden Salomos, Psalmen Salomos
- aus Qumran
z.B. Buch der Jubiläen, Kriegsrolle
- frühjüdische Schriften
z.B. äthiopischer Henoch


NT

- Didache

- Barnabasbrief
- 1.Clemensbrief

- Ignatiusbriefe

- Evangelien: z.B. Thomasevangelium Protoevangelium des Jakobus Petrusevangelium


Die meisten dieser Texte sind erkennbar später entstanden als die neutestamentlichen Evangelien
und haben deswegen den Sprung in den Kanon nicht mehr geschafft.

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TESTE DEIN WISSEN

1.4. Die Antwort der Apokalyptik

1.4.1 Grundlegendes zur Apokalyptik 

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TESTE DEIN WISSEN

- Konzept der Apokalyptik beruht auf dem Gedanken der Wissensstiftung, ist wie die Toraweisheit als Antwort auf das hellenistische Bildungsprinzip zu verstehen

- Leitfrage: Woher stammt lebensrelevantes, singstiftendes Wissen?

- Toraweisheit=positives Geschichtsbild <-> Apokalyptik = pessimistisches, negatives Geschichtsbild, als Verfall- oder Unheilsgeschichte

- Ursprung im Griechischen mit der Bedeutung "Aufdeckung"/"Offenbarung"/"Enthüllung"

- Denkform der Apokalyptik wie sie sich in besonderer Weise in verschiedenen Apokalypsen der hellenistischen und römischen Zeit zeigt, basiert auf der Grundannahme, dass ein spezifisches Wissen offenbart wird, mit dessen Hilfe man die Katastrophe bestehen kann. 

- Wahrnehmung der Geschichte als Katastrophengeschichte

- Funktion von Apokalyptik in der Antike: Aufbau einer Hoffnung für ein Gegenwirklichkeit, die Gott in Kürze aufrichten wird

- In Gegenwart kein gutes Ende

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TESTE DEIN WISSEN

1.6. Johannes der Täufer

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TESTE DEIN WISSEN

Zeitlicher Kontext:
- Herodes Antipas: Herrscherüber Galiläa -> Landesherr Jesu
- Herodes Antipas verheiratet mit der Tochter des Nabatäerkönigs Aretas IV.
- Herodes Antipas verliebte sich in Herodias, die Frau seines Halbbruders Philippus. ->
heiratete sie und warf seine bisherige Frau, die Nabatäerprinzessin, hinaus
- Diese sucht Zuflucht bei ihrem Vater und Aretas IV. -> Krieg mit Sieg gegen Herodes


An dieser Stelle beginnt die Darstellung des Flavius über Johannes den Täufer.


- Meinung im Volk, die Niederlage des Herodes gegen Aretas sei eine Strafe für die Hinrichtung des Johannes -> Flavius kennt die Taufe des Johannes auszeichnet, sieht in ihm einen einflussreichen Menschen, der offenbar in der Lage ist, die Menschen zu einem Aufruhr zu mobilisieren.
- Deswegen habe Herodes ihn festsetzen und umbringen /hinrichten lassen
- Markusevangelium: Erzählung der Hinrichtung des Johannes als Hofgeschichte

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TESTE DEIN WISSEN

Das Johannesevangelium

Der Prolog

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TESTE DEIN WISSEN

- Text hat Wachstumsgeschichte: Lyrik, Prosa und identifizierte Aussagen
- Am Anfang verständigt sich der Autor dieses Textes – bevor er zu erzählen beginnt – mit seinen Leserinnen und Lesern über die Bedingungen der Möglichkeit seiner Erzählung
o Der logos: am Anfang bei Gott – ist zu Fleisch geworden- von Johannes bezeugt – er hat Kunde gebracht.
= Schüssel zum Verständnis des Prologs, auf diese Weise wissen wir von Gott
- ›Wir-Gruppe‹ mit besonderem Wissen
o »Und der logos wurde Fleisch, und er wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit...«
- -> Prolog als Reflexion einer Gruppe von Menschen, woher sie eigentlich weiß, was sie weiß.

-> dafür beansprucht sie Augenzeugenschaft wie zum Beispiel
- prominenter Zeuge: Johannes den Täufer


Joh 1,1-2
göttliche Sphäre vor der Schöpfung als ursprünglicher Ort des Logos
- Logos: personifiziertes Wort Gottes -> Jesus
o Traditionsgeschichtlicher Hintergrund dazu: Philo von Alexandrien (~ 20–10 v. Chr.
bis ~ 40–50 n. Chr.) hat das Wort Logos eingeführt
- Logos als Gottes Hinwendung zur Welt

- Differenz: Inkarnation des Logos als Offenbarung (V.14)


Joh 1,3-8
›Schöpfung‹ und Schöpfungsmittlerschaft des Logos

- ›alles‹ durch den Logos erschaffen

- Schöpfung wird als einheitlich und vollkommen positiv bestimmt

- Licht und Finsternis als „konkurrierende“ Wahrnehmungsweisen der Wirklichkeit

-> Leben wird von den Menschen als Licht erfahren

-> Logos= Licht der Welt, ohne das sonst nichts zu verstehen ist

-> nur mit diesem Licht kann man überhaupt irgendetwas von der Wirklichkeit
wahrnehmen. Ohne den logos dagegen wäre man mit Blindheit geschlagen und
verstünde rein gar nichts. Massiver kann der Wahrheitsanspruch eines Textes wohl
nicht sein.


Joh 1,9-13
- Der Logos „kommt“ in die Welt (vgl. 8,23; 13,1 u.ö.)
- Stammt nicht von dieser Welt und ist präexistent
- Verhältnis zum Logos ist das Gericht

-> Im Akt von Ablehnung oder Annahme vollzieht sich das Gericht (vgl. 3,17-19; 9,39 u.ö.)

-> Gericht findet auf der Erde statt (Annahme oder Ablehnung des Logos = Entscheidung zwischen „bestehen“ des Gerichts und „Nichtbestehen“)


Mit dem Kommen des logos in die Welt vollzieht sich also eine Scheidung zwischen
- a) Menschen jüdischen Glaubens, die an Jesus Christus als den menschgewordenen logos glauben. Diese heißen im Johannesevangelium ›seine Jünger‹ oder ›Kinder Gottes‹.
- b) Menschen jüdischen Glaubens, die nicht an Jesus Christus als den menschgewordenen logos glauben. Diese heißen im Johannesevangelium oft einfach ›die Juden‹. -> Die Ablehnenden
- Diese Scheidung vollzieht sich innerhalb des ›Eigentums‹, also des Gottesvolkes Israel.
- johanneische Gruppe ist bedroht vom „Synagogenbann“

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TESTE DEIN WISSEN

Die erste Zeit nach Jesus

Frühe Christen in Jerusalem

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TESTE DEIN WISSEN

- Nach dem Tod Jesu und der Erfahrung der Auferstehung blieb zumindest ein Teil der
Jüngerinnen und Jünger Jesu zunächst in Jerusalem.
- Die Gruppe von Jesusanhängern und -anhängerinnen wird üblicherweise ›Jerusalemer Urgemeinde‹ genannt, aber das insinuiert in anachronistischer Weise schon gemeindliche Strukturen und eine klar zu erkennende Abgrenzung von anderen Gruppen, deshalb die Bezeichnung ›frühe Christen‹ zutreffender.
Der Verfasser der Apostelgeschichte schildert uns das Zusammenleben dieser Leute so:
o Neue Güterordnungen/ Wirtschaftsstruktur, wie Fürsorge für die Armen, Almosen, Gaben der Barmherzigkeit sind gesellschaftliche Aufgabe und religiöse
Pflicht -> jeder bringt mit, was er hat -> Gemeinschaftssinn
o Versicherung ihrer Gemeinschaft und Zugehörigkeit durch gemeinsames Mahl:
Kondensationspunkt für die grundlegende Erfahrung von Gemeinschaft im Alltag
o Noch jüdisch religiöses Symbolsystem: Tempel als wichtigster Bezugspunkt

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TESTE DEIN WISSEN

Zwischen Kerygma und Dialektik

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TESTE DEIN WISSEN

Rudolf Bultmann: existentialistische Bibelauslegung
- nach den Einwänden von WEIß, WREDE und vor allem SCHWEITZER schien es unmöglich, den ›historischen Jesus‹ zu rekonstruieren, daher lag die historische Jesus-Forschung erst einmal auf Eis.
- stattdessen: Untersuchung, Erkennung, Abgrenzung der literarischen Formen in den Evangelien nach ›kleinen Einheiten‹

-> man stellte fest, dass bereits in sehr frühen Stadien der Überlieferung Interpretationsprozesse
stattgefunden haben, die von den Gemeindebedürfnissen geprägt sind.

Martin Dibelius (1883-1947) zeigt voran gegangene Thesen deutlich auf
- jede ›kleine Einheit‹ ist kerygmatisch geprägt
- Hauptvertreter der sogenannten ›formgeschichtlichen Schule

Rudolf Bultmann (1884-1976)
- Rückfrage nach dem historischen Jesus methodisch unmöglich und theologisch überflüssig
- Vertreter der Dialektische Theologie

-> Gott und Welt zwei radikal voneinander geschiedene Größen
Aber Gott und Welt berühren sich in einem Punkt: Im Kommen Jesu in die Welt (einschl. seiner Rückkehr in die himmlische Welt durch Kreuz und Auferstehung)
- Nicht das ›Was‹, sondern das ›Dass‹ ist entscheidend
- dieses ›Dass‹ bringt uns Menschen dazu, auf diesen Anruf Gottes zu antworten – mit unserer ganzen Existenz
- BULTMANN unterstreicht die Bedeutung dieser existentialen Antwort des Menschen auf Gottes Offenbarung. Das lässt sich mit dem Schlagwort ›existentiale Bibelauslegung‹ versehen
- Ein solches bewusstes Antworten auf Gottes Ruf mit der ganzen eigenen Existenz ist ein individueller Vollzug des Glaubens, eine letztlich un- oder übervernünftige
Gesamtausrichtung des eigenen Lebens
- sehr beeindruckendes theologisches Konzept und es hatte nachhaltigen Erfolg, dass damit die historische Frage erst einmal vom Tisch war

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TESTE DEIN WISSEN

Zentrale Aspekte der Makkabäeraufstände

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TESTE DEIN WISSEN

Die Makkabäeraufstände zeigen, ganz anders als der Schriftgelehrten Ansatz des Buches Jesus Sirach einen anderen Weg, wie auf die Herausforderungen, die der Hellenismus mit sich brachte, reagiert werden konnte

- Mit Traditionalismus

- Mit Bekenntnis

- Mit militärischem Mut

>Mit Todesmut für Tora und Tempel<

- Jüdische Identität wird Frage des Bekenntnisses und der Bereitschaft zum bewaffneten Widerstand

- Tempel als Zentrum der jüdischen Religion wird zum >kritischen Ort<

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TESTE DEIN WISSEN

Jüdische Perspektive Paideia-Prinzip


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TESTE DEIN WISSEN

Herausforderungen 

- vergleichbares Bildungswesen nicht vorhanden

- Frage nach der eigenen Identität

- Frage nach Tradition und Werten

- Verhältnis hellenistische Kultur-jüdische Religion?

-> Infragestellung heilgeschichtlicher und ethnischer Gewissheit

-> Was bleibt an eigener Identität, wenn man doch durch Bildung auch jemanden ganz anderer werden könnte?

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TESTE DEIN WISSEN

Das Paideia-Prinzip ist...

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TESTE DEIN WISSEN

- aristokratisch: kein Integrations- und Alphabetisierungsprogramm für soziale Schwache, sondern Rekrutierung der Oberschicht für eigene Zwecke (Bildung nur für die Oberschicht)

- kriegerische Ausrichtung: hellenistisches Lebensideal (immer besser sein als andere Menschen) für militärischen Machterhalt

- konservativ: Export der Griechischen Kultur als richtig und gut erkannte Kultur (Tradition, Werte) zur Bestands- und Machtsicherung -> kein Austausch der Kulturen

--> Wettkampf im Lebensmittelpunkt

--> Bildung also vor allem der militärischen Stärke

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TESTE DEIN WISSEN

1.1.2 Der Prozess der Hellenisierung


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TESTE DEIN WISSEN

Mit den Eroberungsfeldzügen Alexanders beginnt das Zeitalter des Hellenismus und der Prozess der Hellenisierung


Johann Gustav Droysen:

Hellenismus als Epochenbegriff von der Zeit Alexanders bis zum Erstarken der Römer

Prozess der Hellenisierung meint die 

Hellenisierung: Durchdringung der orientalischen Kultur mit griechischer Lebensweise, organisierter Kulturtransport


Voraussetzung: Überwindung ethischer Grenzen, Volkszugehörigkeit wird durch Aneignung der griechischen Lebensweise ersetzt

Medium: Sprache, der die Sprache kann, kann auch an der Kultur der Herrschenden teilhaben & das Alte Testament, weitere religiöse Schriften wurde ins Griechische übersetzt

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TESTE DEIN WISSEN

Buch Sirach

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TESTE DEIN WISSEN

- Unter dem Eindruck des hellenistischen Bildungsideals kam es nun als Reaktion zu einer weiteren Reform des weisheitlichen Denkens

- Protagonist dieser Reform ist Jesus Sirach

- Stammt ca. aus 180 

- Lektüreziel des Buches Sprach: Bildung des Verstandes, dass >Weise-Werden< durch das Wissen Gottes

- >> Alle Weisheit stammt vom Herrn, und ewig ist sie bei ihm. <<

-> Lebensdienliche Weisheit stammt von Gott

-> Bildungsgedanke ausdrücklich in einen theologischen Zusammenhang

- das Wissen- und das ist angesichts des hellenistischen Paideia-Prinzips eine starke Behauptung- das Wissen, auf das wir unsere Bildung, unsere Karriere, unser Leben gründen, stammt nicht aus dem griechischen Gymnasion, sondern vom Herrn und hat dort einen beliebenden Ort

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TESTE DEIN WISSEN

Reform weisheitlichen Denkens


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TESTE DEIN WISSEN

- Krise des weisheitlichen Denkens, weil TEZ nicht immer aufgeht (bgl. Ijob/Kohelet)

- Antwort Jesus Sirachs: Gottesfurcht: "Alle Weisheit stammt vom Herrn, und ewig ist sie bei ihm." (Sir 1,1) -> Antwort auf Paideia-Prinzip

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Q:

Ein Blick über die Ränder des Kanons hinweg

A:

›Apokryphe‹ Schriften -> Schriften die gar nicht im biblischen Kanon auftreten


AT
- aus der Septuaginta
z.B. Esdras -> Oden Salomos, Psalmen Salomos
- aus Qumran
z.B. Buch der Jubiläen, Kriegsrolle
- frühjüdische Schriften
z.B. äthiopischer Henoch


NT

- Didache

- Barnabasbrief
- 1.Clemensbrief

- Ignatiusbriefe

- Evangelien: z.B. Thomasevangelium Protoevangelium des Jakobus Petrusevangelium


Die meisten dieser Texte sind erkennbar später entstanden als die neutestamentlichen Evangelien
und haben deswegen den Sprung in den Kanon nicht mehr geschafft.

Q:

1.4. Die Antwort der Apokalyptik

1.4.1 Grundlegendes zur Apokalyptik 

A:

- Konzept der Apokalyptik beruht auf dem Gedanken der Wissensstiftung, ist wie die Toraweisheit als Antwort auf das hellenistische Bildungsprinzip zu verstehen

- Leitfrage: Woher stammt lebensrelevantes, singstiftendes Wissen?

- Toraweisheit=positives Geschichtsbild <-> Apokalyptik = pessimistisches, negatives Geschichtsbild, als Verfall- oder Unheilsgeschichte

- Ursprung im Griechischen mit der Bedeutung "Aufdeckung"/"Offenbarung"/"Enthüllung"

- Denkform der Apokalyptik wie sie sich in besonderer Weise in verschiedenen Apokalypsen der hellenistischen und römischen Zeit zeigt, basiert auf der Grundannahme, dass ein spezifisches Wissen offenbart wird, mit dessen Hilfe man die Katastrophe bestehen kann. 

- Wahrnehmung der Geschichte als Katastrophengeschichte

- Funktion von Apokalyptik in der Antike: Aufbau einer Hoffnung für ein Gegenwirklichkeit, die Gott in Kürze aufrichten wird

- In Gegenwart kein gutes Ende

Q:

1.6. Johannes der Täufer

A:

Zeitlicher Kontext:
- Herodes Antipas: Herrscherüber Galiläa -> Landesherr Jesu
- Herodes Antipas verheiratet mit der Tochter des Nabatäerkönigs Aretas IV.
- Herodes Antipas verliebte sich in Herodias, die Frau seines Halbbruders Philippus. ->
heiratete sie und warf seine bisherige Frau, die Nabatäerprinzessin, hinaus
- Diese sucht Zuflucht bei ihrem Vater und Aretas IV. -> Krieg mit Sieg gegen Herodes


An dieser Stelle beginnt die Darstellung des Flavius über Johannes den Täufer.


- Meinung im Volk, die Niederlage des Herodes gegen Aretas sei eine Strafe für die Hinrichtung des Johannes -> Flavius kennt die Taufe des Johannes auszeichnet, sieht in ihm einen einflussreichen Menschen, der offenbar in der Lage ist, die Menschen zu einem Aufruhr zu mobilisieren.
- Deswegen habe Herodes ihn festsetzen und umbringen /hinrichten lassen
- Markusevangelium: Erzählung der Hinrichtung des Johannes als Hofgeschichte

Q:

Das Johannesevangelium

Der Prolog

A:

- Text hat Wachstumsgeschichte: Lyrik, Prosa und identifizierte Aussagen
- Am Anfang verständigt sich der Autor dieses Textes – bevor er zu erzählen beginnt – mit seinen Leserinnen und Lesern über die Bedingungen der Möglichkeit seiner Erzählung
o Der logos: am Anfang bei Gott – ist zu Fleisch geworden- von Johannes bezeugt – er hat Kunde gebracht.
= Schüssel zum Verständnis des Prologs, auf diese Weise wissen wir von Gott
- ›Wir-Gruppe‹ mit besonderem Wissen
o »Und der logos wurde Fleisch, und er wohnte unter uns, und wir sahen seine
Herrlichkeit...«
- -> Prolog als Reflexion einer Gruppe von Menschen, woher sie eigentlich weiß, was sie weiß.

-> dafür beansprucht sie Augenzeugenschaft wie zum Beispiel
- prominenter Zeuge: Johannes den Täufer


Joh 1,1-2
göttliche Sphäre vor der Schöpfung als ursprünglicher Ort des Logos
- Logos: personifiziertes Wort Gottes -> Jesus
o Traditionsgeschichtlicher Hintergrund dazu: Philo von Alexandrien (~ 20–10 v. Chr.
bis ~ 40–50 n. Chr.) hat das Wort Logos eingeführt
- Logos als Gottes Hinwendung zur Welt

- Differenz: Inkarnation des Logos als Offenbarung (V.14)


Joh 1,3-8
›Schöpfung‹ und Schöpfungsmittlerschaft des Logos

- ›alles‹ durch den Logos erschaffen

- Schöpfung wird als einheitlich und vollkommen positiv bestimmt

- Licht und Finsternis als „konkurrierende“ Wahrnehmungsweisen der Wirklichkeit

-> Leben wird von den Menschen als Licht erfahren

-> Logos= Licht der Welt, ohne das sonst nichts zu verstehen ist

-> nur mit diesem Licht kann man überhaupt irgendetwas von der Wirklichkeit
wahrnehmen. Ohne den logos dagegen wäre man mit Blindheit geschlagen und
verstünde rein gar nichts. Massiver kann der Wahrheitsanspruch eines Textes wohl
nicht sein.


Joh 1,9-13
- Der Logos „kommt“ in die Welt (vgl. 8,23; 13,1 u.ö.)
- Stammt nicht von dieser Welt und ist präexistent
- Verhältnis zum Logos ist das Gericht

-> Im Akt von Ablehnung oder Annahme vollzieht sich das Gericht (vgl. 3,17-19; 9,39 u.ö.)

-> Gericht findet auf der Erde statt (Annahme oder Ablehnung des Logos = Entscheidung zwischen „bestehen“ des Gerichts und „Nichtbestehen“)


Mit dem Kommen des logos in die Welt vollzieht sich also eine Scheidung zwischen
- a) Menschen jüdischen Glaubens, die an Jesus Christus als den menschgewordenen logos glauben. Diese heißen im Johannesevangelium ›seine Jünger‹ oder ›Kinder Gottes‹.
- b) Menschen jüdischen Glaubens, die nicht an Jesus Christus als den menschgewordenen logos glauben. Diese heißen im Johannesevangelium oft einfach ›die Juden‹. -> Die Ablehnenden
- Diese Scheidung vollzieht sich innerhalb des ›Eigentums‹, also des Gottesvolkes Israel.
- johanneische Gruppe ist bedroht vom „Synagogenbann“

Q:

Die erste Zeit nach Jesus

Frühe Christen in Jerusalem

A:

- Nach dem Tod Jesu und der Erfahrung der Auferstehung blieb zumindest ein Teil der
Jüngerinnen und Jünger Jesu zunächst in Jerusalem.
- Die Gruppe von Jesusanhängern und -anhängerinnen wird üblicherweise ›Jerusalemer Urgemeinde‹ genannt, aber das insinuiert in anachronistischer Weise schon gemeindliche Strukturen und eine klar zu erkennende Abgrenzung von anderen Gruppen, deshalb die Bezeichnung ›frühe Christen‹ zutreffender.
Der Verfasser der Apostelgeschichte schildert uns das Zusammenleben dieser Leute so:
o Neue Güterordnungen/ Wirtschaftsstruktur, wie Fürsorge für die Armen, Almosen, Gaben der Barmherzigkeit sind gesellschaftliche Aufgabe und religiöse
Pflicht -> jeder bringt mit, was er hat -> Gemeinschaftssinn
o Versicherung ihrer Gemeinschaft und Zugehörigkeit durch gemeinsames Mahl:
Kondensationspunkt für die grundlegende Erfahrung von Gemeinschaft im Alltag
o Noch jüdisch religiöses Symbolsystem: Tempel als wichtigster Bezugspunkt

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Q:

Zwischen Kerygma und Dialektik

A:

Rudolf Bultmann: existentialistische Bibelauslegung
- nach den Einwänden von WEIß, WREDE und vor allem SCHWEITZER schien es unmöglich, den ›historischen Jesus‹ zu rekonstruieren, daher lag die historische Jesus-Forschung erst einmal auf Eis.
- stattdessen: Untersuchung, Erkennung, Abgrenzung der literarischen Formen in den Evangelien nach ›kleinen Einheiten‹

-> man stellte fest, dass bereits in sehr frühen Stadien der Überlieferung Interpretationsprozesse
stattgefunden haben, die von den Gemeindebedürfnissen geprägt sind.

Martin Dibelius (1883-1947) zeigt voran gegangene Thesen deutlich auf
- jede ›kleine Einheit‹ ist kerygmatisch geprägt
- Hauptvertreter der sogenannten ›formgeschichtlichen Schule

Rudolf Bultmann (1884-1976)
- Rückfrage nach dem historischen Jesus methodisch unmöglich und theologisch überflüssig
- Vertreter der Dialektische Theologie

-> Gott und Welt zwei radikal voneinander geschiedene Größen
Aber Gott und Welt berühren sich in einem Punkt: Im Kommen Jesu in die Welt (einschl. seiner Rückkehr in die himmlische Welt durch Kreuz und Auferstehung)
- Nicht das ›Was‹, sondern das ›Dass‹ ist entscheidend
- dieses ›Dass‹ bringt uns Menschen dazu, auf diesen Anruf Gottes zu antworten – mit unserer ganzen Existenz
- BULTMANN unterstreicht die Bedeutung dieser existentialen Antwort des Menschen auf Gottes Offenbarung. Das lässt sich mit dem Schlagwort ›existentiale Bibelauslegung‹ versehen
- Ein solches bewusstes Antworten auf Gottes Ruf mit der ganzen eigenen Existenz ist ein individueller Vollzug des Glaubens, eine letztlich un- oder übervernünftige
Gesamtausrichtung des eigenen Lebens
- sehr beeindruckendes theologisches Konzept und es hatte nachhaltigen Erfolg, dass damit die historische Frage erst einmal vom Tisch war

Q:

Zentrale Aspekte der Makkabäeraufstände

A:

Die Makkabäeraufstände zeigen, ganz anders als der Schriftgelehrten Ansatz des Buches Jesus Sirach einen anderen Weg, wie auf die Herausforderungen, die der Hellenismus mit sich brachte, reagiert werden konnte

- Mit Traditionalismus

- Mit Bekenntnis

- Mit militärischem Mut

>Mit Todesmut für Tora und Tempel<

- Jüdische Identität wird Frage des Bekenntnisses und der Bereitschaft zum bewaffneten Widerstand

- Tempel als Zentrum der jüdischen Religion wird zum >kritischen Ort<

Q:

Jüdische Perspektive Paideia-Prinzip


A:

Herausforderungen 

- vergleichbares Bildungswesen nicht vorhanden

- Frage nach der eigenen Identität

- Frage nach Tradition und Werten

- Verhältnis hellenistische Kultur-jüdische Religion?

-> Infragestellung heilgeschichtlicher und ethnischer Gewissheit

-> Was bleibt an eigener Identität, wenn man doch durch Bildung auch jemanden ganz anderer werden könnte?

Q:

Das Paideia-Prinzip ist...

A:

- aristokratisch: kein Integrations- und Alphabetisierungsprogramm für soziale Schwache, sondern Rekrutierung der Oberschicht für eigene Zwecke (Bildung nur für die Oberschicht)

- kriegerische Ausrichtung: hellenistisches Lebensideal (immer besser sein als andere Menschen) für militärischen Machterhalt

- konservativ: Export der Griechischen Kultur als richtig und gut erkannte Kultur (Tradition, Werte) zur Bestands- und Machtsicherung -> kein Austausch der Kulturen

--> Wettkampf im Lebensmittelpunkt

--> Bildung also vor allem der militärischen Stärke

Q:

1.1.2 Der Prozess der Hellenisierung


A:

Mit den Eroberungsfeldzügen Alexanders beginnt das Zeitalter des Hellenismus und der Prozess der Hellenisierung


Johann Gustav Droysen:

Hellenismus als Epochenbegriff von der Zeit Alexanders bis zum Erstarken der Römer

Prozess der Hellenisierung meint die 

Hellenisierung: Durchdringung der orientalischen Kultur mit griechischer Lebensweise, organisierter Kulturtransport


Voraussetzung: Überwindung ethischer Grenzen, Volkszugehörigkeit wird durch Aneignung der griechischen Lebensweise ersetzt

Medium: Sprache, der die Sprache kann, kann auch an der Kultur der Herrschenden teilhaben & das Alte Testament, weitere religiöse Schriften wurde ins Griechische übersetzt

Q:

Buch Sirach

A:

- Unter dem Eindruck des hellenistischen Bildungsideals kam es nun als Reaktion zu einer weiteren Reform des weisheitlichen Denkens

- Protagonist dieser Reform ist Jesus Sirach

- Stammt ca. aus 180 

- Lektüreziel des Buches Sprach: Bildung des Verstandes, dass >Weise-Werden< durch das Wissen Gottes

- >> Alle Weisheit stammt vom Herrn, und ewig ist sie bei ihm. <<

-> Lebensdienliche Weisheit stammt von Gott

-> Bildungsgedanke ausdrücklich in einen theologischen Zusammenhang

- das Wissen- und das ist angesichts des hellenistischen Paideia-Prinzips eine starke Behauptung- das Wissen, auf das wir unsere Bildung, unsere Karriere, unser Leben gründen, stammt nicht aus dem griechischen Gymnasion, sondern vom Herrn und hat dort einen beliebenden Ort

Q:

Reform weisheitlichen Denkens


A:

- Krise des weisheitlichen Denkens, weil TEZ nicht immer aufgeht (bgl. Ijob/Kohelet)

- Antwort Jesus Sirachs: Gottesfurcht: "Alle Weisheit stammt vom Herrn, und ewig ist sie bei ihm." (Sir 1,1) -> Antwort auf Paideia-Prinzip

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