Heil und Sonderpädagogik . A an der Universität zu Köln

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Theoretisches Fundament: These 1

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These 3

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These 2

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Deutungsmuster (Theorie)

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Erste Schulen - Ende 19. Jahrhundert

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Weitere Beispiele für These 4

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These 4

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Historische Stationen: Zeialter der Aufklärung (18./19. Jh.)


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Historische Stationen: Übergang zur Neuzeit

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Historische Stationen: 19. Jahrhundert

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Historische Stationen: Mittelalter

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Wie entsteht Diskrimminierung?

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Heil und Sonderpädagogik . A

Theoretisches Fundament: These 1

Individuelle Besonderheiten des Körpers, Lernens oder Sozialverhalten nicht per se negativ bewertet "Behinderung oder Beeinträchtigung" wahrgenommen, sondern hängt vielmehr von einer Reihe von gesellschaftlichen und kulturellen Kontextfaktoren: 

  1. von gesellschaftlichen Mechanismen der Wahrnehmung und Bewertung von Differenz - Differenz; etwas fällt auf weil es anders ist, setzt voraus, es gibt eine Normalitätserwartung,
  2. kulturellen Deutungsmustern des Körpers und abweichenden Verhaltens
  3. religiöse und moralische Vorstellung
  4. vorherrschenden Modell von Gesundheit und Krankheit
  5. von wirtschaftlichen und sozioökonomischen Faktoren

    -von verfügbaren Möglichkeiten zu medizinischer Behandlung, technischer Kompensation, Versorgung und Pflege (früher nicht auf dem Stand der heutigen Medizin gewesen, hätte man damals gesagt, ist von Gott so gegeben und muss man annehmen)

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These 3

Körperliche Merkmale werden (in unterschiedlichen Kontexten auf unterschiedliche Weise) einer Bewertung unterzogen und hierarchisiert.


In der Folge gibt es nicht nur einen Ausprägungsgrad körperlicher Merkmale (mehr oder weniger), sondern auch einen Wert dieser Merkmale ( nützlich oder unnützlich, erwünscht oder unerwünscht) (schön oder nicht schön, bringt mir was, bringt mir nichts) 


Auf der Basis körperlicher Differenzierungsmerkmale enstehen (historisch wandelbare) Durchschnitts- und Idealnormen -> diese Normen sind immer mit Erwatungen gekoppelt, wie etwas sollte, wie etwas aussehen solltet (zB Schönheitsideale) zB 15 Jahrhundert fülligere Frauen schöner

 

Heil und Sonderpädagogik . A

These 2

Körpermerkmale spielen bei diesen Deutungsmustern eine wichtige Rolle: 

Größe (ungewöhnliche Größe), Haut- Haar und Augenfarbe, Geschlecht, Leistungsfähigkeit in unserer Gesellschaft


Kein Mensch ist hässlich, sondern wenn, dann entspricht es nicht dem Schönheitsideal; die Wahrnehmung der Gesellschaft, kann von Kultur unterschiedlich sein

Anhand dieser Merkmale wird festgestellt, worin sich Menschen gleichen und worin sie sich unterscheiden, wir machen das unbewusst und vergleichen sie mit anderen Menschen, Vorstellung davon zu bekommen wer wir sind und wer die anderen sind, auch ein entscheidender Faktor, wie wir Sympathie und Antipathie verteilen, kann positiv und negativ sein

 


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Deutungsmuster (Theorie)

 Deutungsmuster eng mit emotionalen (meistens Sachen die uns emotional berühren, bekommen unsere Aufmerksamtkeit, Dinge die uns verunsichern, uns irritieren, interessanter) und gedanklichen Resonanzen (ist spontan gemeint) auf Behinderungen gekoppelt und zeigen sich auf der Handlungsebene in konkreten Reaktionen und institutionalisierten Praktiken

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Erste Schulen - Ende 19. Jahrhundert

Waren private Gründungen; entstanden neben dem allgemeinen Erziehungswesen

Schulischen Bildungssystem wurden ab dem Ende des 19 Jahrhundert Hilfs und Entlastungsinstitutionen für lernschwache Schüler eingerichtet. à hatten doppelte Funktion, Entlastung der Schule und Erziehung zur Brauchbarkeit, also soziales Nutzen aus Ihnen schöpfen, schon zeigen welche Berufe sie können werden und welche nicht

 

 

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Weitere Beispiele für These 4

Intraindividuelle (in mir selbst angesiedelte) Ambivalenz: 


  1. Spannung zwischen spontan erlebten negativen, ablehnenden Gefühlen und dem sozialen Gebot, nicht schlecht über Menschen mit Behinderungen zu denken (vor allem sichtbar bei Menschen, die nicht vertraut sind, im Umgang mit behinderten Menschen)


 


  1. Typische gesellschaftliche Ambivalenz ist die Spannung zwischen dem Präventionsgebot und dem Gebot, Menschen mit Behinderung als unseresgleichen zu achten (man weiß, man soll normal mit Menschen umgehen, die eine Behinderung haben einerseits, trotzdem wird bei Schwangeren Pränataldiagnostik durchgeführt, fällt im Beispiel mit Downsyndrom auf, werden immer weniger geboren, weil Behinderung unerwünscht ist- bedeutet auf der einen Seite sollen wir Menschen mit Respekt behandeln, die eine Behinderung haben, jedoch besteht ein Präventionsgebot, welches besagt, wir können die Menschen „beseitigen“ welche Behinderung haben, bevor sie geboren sind


 Aufgrund der Ambivalenzen gehen Exklusionstendenzen und religiös, karitativ, sozial, medizinisch und pädagogisch motivierte Formen der Zuwendung, Fürsorge und Unterstützung oft miteinander einher

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These 4

Deutungsmuster von Behinderung und die gesellschaftlichen Resonanzen sind keineswegs eindeutig negativ, sondern häufig ambivalent (doppeldeutig).

 

Ambivalenz liegt vor, 

  1. wenn wir anderen Menschen, sozialen Beziehungen oder Tatsachen gegenüber, die für uns zB in Hinblick auf unsere Identität oder unsere Handlungsfähigkeit wichitg sind, widersprüchliche Gefühle oder Gedanken haben bzw uns widersprüchlichen sozialen Normen ausgesetzt sehen, und (quasi nur interessant, wenns uns betrifft)
  2. Wenn diese Widersprüche zeitweilig oder auf Dauer als unlösbar empfunden werden


Resonanzen auf Menschen mit Behinderungen zeichnen sich oft durch solche Ambivalenzen aus: Wir finden gleichzeitig Ablehnung, Missachtung, Abwehr, Unbehagen usw einerseits und Mitleid, Faszination, Zuwendung, karitative (barmherzig) Impulse (der Impuls zu helfen) anderseits

 

Beispiel, wir sind in der Bahn und die Person hat starke Verbrennungen im Gesicht; dann kann ich eine Resonanz oder Ambivalenz beobachten, einerseits nicht schön, ich habe den Impuls in mir, der mir sagt, kuck da nicht so hin, aber ist gleichzeitig auch eine Faszination, da ich sowas nicht jeden Tag sehe, da kann es noch einen Impuls geben, dem ich nicht nachgehe, aber der will, dass ich nochmals hinschaue

 

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Historische Stationen: Zeialter der Aufklärung (18./19. Jh.)


Einerseits: 

  • entstanden fortgeschrittene Bestrebungen zur Verbesserung des Menschen durch Erziehung
  • Kam die Idee der Bildsamkeit auch behinderter Kinder auf -> Gründung erster Schulen Kinder mit Behinderung im 18 Jahrhundert


Andererseits: 

  • bildete sich der Gegensatz von „Normalität“ und „Irrsinn“ bzw „Wahnsinn“- sozusagen die Nicht Vernunft
  • Galten nun abweichende Formen des Wahrnehmens, Denkens und Verhaltens als das „Andere der Vernunft“-Vernunft Handeln nach Angaben die begründet sind, Vernunft unterscheidet Mensch vom Tier
  • Entstand die Idee der Heilbarkeits des Wahnsinns durch die Medizin
  • Verschwand das „Andere der Vernunft“ hinter den Mauern der neu enstehenden Psychatrien

 

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Historische Stationen: Übergang zur Neuzeit

Bis ins 17 Jahrhundert hinein galten gebrechliche oder missgestaltete Neugeborene als Anzeichen für einen gottlosen Lebenswandel. Körperliche Missgestalt wurde als Ausdruck moralischer Verfehlung gedeutet

 

Säkularisierung (zwar war Religion wichtig, aber nicht mehr das wichtigste) und Verwissenschaftlichung führten seit dem 17 Jahrhundert zu einer „Naturalisierung des Monströsen“- versuchte nun, es mit den Mitteln der Naturwissenschaften zu erklären (Moscosco 1995)

 

18. Jahrhundert wurde die Abweichung bz. Fehlentwicklung „zum konstitutiven Bestandteil der Wissenschaft vom Leben“

Gleichzeitig, entwickelte sich die moderne Pädagogik, die seit dem späten 18 Jahrhundert erste Ansätze einer Pädagogik, auch bei Behinderungen

 

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Historische Stationen: 19. Jahrhundert

Einführung der Unterscheidung zwischen Irren und Idioten: Psychisch Kranke (Irre) wurden in Psychatrien untergebracht. Schwachsinnige (Idioten) wurden entweder in psychatrischen Klinken oder Iditoten-anstalten untergebracht

 

Unterscheidung brachte Trennung von potentiell Integrierbaren und nicht Integrierbaren(brauchbar und nicht brauchbar) Idiotie nicht heilbar

 

„Idiotenanstalten“ unheilbar angesehene „hochgradig Schwachsinnige“ eingerichteten Institutionen diensten der Verwahrung und Pflege Geistigbehinderter und waren der Idee der karitativen Hilfe verpflichtet

 

Ambivalente Wirkung: mit der intentionelle Betreuung Behinderter (man beschäftige sich mit den Menschen, pflegte und betreute sie) ging ihre gesellschaftliche Separierung einher. (aber man separierte sie von der restlichen Gesellschaft)

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Historische Stationen: Mittelalter

In dem Zeitalter, Menschen mit bestimmten Behinderungen: „Monster“.„Monster“ galten als eine „Herausforderung für die natürliche und moralische Ordnung der Welt“


Bei Ihnen stellte sich die Frage der Zugehörigkeit: Sie fallen aus „dem identifizierten WIR einer menschlichen Gemeinschaft heraus, häufig „ohne etwas eindeutig anderes zu sein als ein Mensch“ - also i-wie sah man dass es Menschen waren, aber waren so anders, dass man sie nicht als unseresgleichen ansehen konnte --> 


Deswegen wurden sie als Zeichen und Wunder gedeutet, als physischer Ausdruck moralischer Verwerfungen, waren Objekte wissenschaftlicher Neugier und profanen Vergnügens, galten als Entgleisungen der Natur, wurden aber auch epistemologisch zur Erforschung ex negativo der ontologischen Ordnung der Dinge genutzt. (Hagner 2003)

Was bedeutet das: 

wenn ein Kind mit einer Behinderung auftauchte, fragte man sich, was haben sich die Eltern zu schulde kommen lassen, dass sie dieses Kind bekommen haben, sozusagen eine Strafe des Himmels


Was machte man mit ihnen: 

zB siamesischer Zwilling, damals im 16. Jahrhundert wurde als dämonologisch dargestellt, manchmal wurden Menschen mit Behinderungen auf „Narrenschiffen“ deportiert (also wurden weggebracht) und in „Narrentürmen“ asyliert (können zwar bleiben, aber bleiben an bestimmten Orten)

-Menschen mit Behinderung wurden als Spaßmacher oder menschliche Kuriositäten auf Jahrmärkten und an Fürstenhöfen dem staunenden Publikum vorgeführt

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Wie entsteht Diskrimminierung?

Wenn körperliche Merkmale fehlen oder als unangemessen ausgeprägt empfunden werden, können Diskriminierung, soziale Benachteiligung oder Exklusion die Folge sein, insbesondere die körperlichen Merkmale, die als sehr wichtig für das menschliche Leben wahrgenommen werden, also wichtig wie die Relevanz des körperlichen Merkmals

 

Beispiel Gehörlosigkeit: früher – und auch heute wieder – „Taubheit“ genannt

 

„Taub- Unfähigkeit zu hören, ohne Gehör, nicht willens zu hören, ohne Empfindung: leer, hohl, ohne Frucht („Taube Nuss“

 

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