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Lernmaterialien für Virologie an der Universität Würzburg

Greife auf kostenlose Karteikarten, Zusammenfassungen, Übungsaufgaben und Altklausuren für deinen Virologie Kurs an der Universität Würzburg zu.

TESTE DEIN WISSEN

Tollwut-Virus

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TESTE DEIN WISSEN
  • Familie: Rhabdoviridae ("Stab")
  • -ssRNA, umhüllt, pistolenkugelförmig
  • Übertragung: Biss infizierter Tiere  --> in Wunde --> in Nerven --> in Gehirn: Replikation & Vermehrung --> in andere Gewebe (z.B. Speicheldrüsen)


Tollwut (Rabies, Lyssa)

  • 3.Welt: häufigste Ursache für fatale virale Enzephalitiden
  • Inkubation: 3-12 Wochen
  • Prodromalstadium: Brennen in Bißstelle, Kopfschmerzen, Gelenksteife, Fieber. 
  • Exzitationsstadium („rasende Wut“): Hyperaktivität, Hyperventilation, Hydrophobie, Aerophobie (~ 50%), Schluckkrämpfe, steigendes Fieber, erhöhter Speichelfluss und geistige Verwirrung 
  • Paralyse („stille Wut“): Nachlassen der Krämpfe, zunehmende Lähmungen, Bewusstlosigkeit, Koma, Tod durch Atemstillstand


PEP: Tollwutimmunglobulin (RIG) um Wunde, Wundexzision, wenn möglich nicht nähen, Antibiotika-/Tetanusprophylaxe, Aktive Impfung mit abgetöteten Viruspräparationen


Impfung: Totimpfstoff (Tierärzte, Förster etc.) - Auffrischung alle 2-5 Jahre

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TESTE DEIN WISSEN

Humanes Metapneumovirus

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TESTE DEIN WISSEN
  •  Familie Pneumoviridae, Genus Metapneumovirus

  • Struktur ähnlich HRSV, aber u.a. andere Genanordnung


Erkrankung

  • Symptomatik ähnlich HRSV


Übertragung

  • Durchseuchung bis zum 5. Lebensjahr ca. 80 %



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TESTE DEIN WISSEN

Varicella-Zoster Virus (VZV)

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TESTE DEIN WISSEN

Herpesvirus (HHV-3), alpha-Herpesvirinae

lineares dsDNA-Virus mit Hülle

Core, Kapsis aus 161 Kapsomeren

Reservoir: Mensch


Übertragung: 

  • Tröpfcheninfektion, hoch kontagiös, 
  • diplazentare Übertragung


Erkrankung: 

  • Inkubationszeit: 2-3 Wochen
  • Primärinfektion: Windpocken = Exanthem mit sehr starkem Juckreiz, Flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Papel -> Blässchen -> verkrustete Erosionen), Fieber
  • Reaktivierung einer latenten Infektion: Herpes Zoster (Gürtelrose)

    • schmerzhaftes vesikuläres Exanthem

    • betroffen 1 Dermatom an Kopf oder Thorax

  • Komplikationen: 

    • bakterielle Superinfektion der Hautläsionen durch v.a. S. pyrogenes, S. aureus

    • Varizellenpneumonie (v.a. Erwachsene)

    • ZNS-Manifestation (Meningitis, Enzephalitis, Fazialisparese)

    • Disseminierung bei Immunsuppression


Diagnose: PCR aus Blässchenabstrich, ggf. IgG-/M-ELISA


Therapie: symptomatisch, bei Immunsupp. evtl Aciclovir


Schwangerschaft: konnatales Varizellen-Syndrom bei Windpocken im 1./2. Trimester (2%): 

  • Hautnarben, neurologische Defizite – Augenschädigungen – Skelett-Anomalien
  • Vorbeugung: Impfung von seronegativen Frauen vor der Schwangerschaft

  • Therapie: passive Immunisierung mit IgG


Impfung:

  • Grundimmunisierung innerhalb des 2.LJ:  2 Dosen = 11-14 + 15-23 LM

  • gleichzeitig mit MMR-Impfung (an andere Stelle)

  • Empfohlen: Kinder ab Ende 11. LM, seronegative Frauen mit Kinderwunsch, Erwachsene > 60J.

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TESTE DEIN WISSEN

Rhinoviren

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TESTE DEIN WISSEN
  • RNA, unbehüllt
  • Picornaviridae, > 100 Serotypen
  • hohe Inzidenz
  • säurelabil
  • Respiratorisches Virus 


Übertragung: Tröpfchen-/Schmierinfektion


Erkrankung: Rhinitis acuta ("Schnupfen") = harmlose Entzündung der Nasenschleimhaut

  • Vermehrung beschränkt sich auf lokale Eintrittspforte (Nasopharynx-Epithel)
  • Inkubationszeit: 1-4 Tage
  • Dauer: 1 Woche, selbstlimitierend
  • Reinfektionen häufig


Therapie: Vasokonstriktorische, abschwellende Nasentropfen

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TESTE DEIN WISSEN

Adenoviren

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TESTE DEIN WISSEN
  • dsDNA-Virus ohne Hülle --> sehr Umwelt-resistent
  • Respiratorisches Virus 
  • kann nach Primärinfektion persistieren
  • ikosaedrisches Kapsid
  • humanpathogen: 5 Gruppen (A-F) > 50 Serotypen


Übertragung: fäkal-oral


Erkrankung:

  • respiratorische Infeketionen (Pharyngitis, Tonsillitis) v.a. Kinder
  • Gastroenteritis-Erreger (v.a. Klein-/Schulkinder)
  • Keratoconjunctivitis epidemica
    • Seriöse Sekretion, Juckreis, Fremdkörpergefühl, Konjunktive Follikel ...
  • Therapie: isotone Kochsalzlösung


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TESTE DEIN WISSEN

Herpes simplex (HSV, HHV-1/HHV-2)

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TESTE DEIN WISSEN

Herpesvirus (HHV-1/-2) 

dsDNA-Virus mit Hülle 

alpha (neurogen, schnell replizierend)


  • Übertragung: direkter Kontakt
  • Inkubationszeit: 6-8 Tage
  • Durchseuchung HSV1: fast 100%


Verlauf: 

  • Erstinfektion: oft asymptomatisch o. selten Gingivostomatitis
  • Persistenz/Latenz: keine Produktion von Viren aber Virale DNA bleibt in sensorischen Trigeminus-Ganglion
  • Reaktivierung (Infektion, Stress, etc.): Herpes labialis/genitalis etc.


Klinik: 

  • Gingivostomatitis/Streptomatosis aphthos - meist Erstinfektion v. HSV1
    • v.a. Kleinkinder o. IS
    • sehr schmerzhafte Blässchen/Erosionen der Mundschleimhaut und Gingiva, cervikale LK-Schwellung, Fieber, Allegemeinbefund
  • Herpes labialis (HHV-1) - häufige Sekundärinfektion (Reaktivierung)
  • Herpes genitalis (HHV-2) - sexuelle Übertragung, Primär-/Sekundärinfektion
  • Herpes digitalis (HHV1/2) - v.a. Kinder, Blässchenbildung, kleine Epitheldefekte
  • Ekzeme herpeticum (HHV1/2) - selten, Primär-/Sekundärinfektion
    • flächenhafte Infektion der Haut mit Blässchenbildung
    • oft Gesicht und Hals


Komplikation: Virämie --> Disseminierte Infektion: andere Organe (z.B. Leber) + Enzephalitis (häufigster viraler Erreger)


Gefahr: Transmission während Geburt bei primären Herpes genitalis der Mutter (40-50%)

(bei rezidivierenden Herpes nur selten 1-5%)

  • Neonataler herpes: SEM (skin, exe, mouth), Herpes-Enzephalitis, dissimilierte Erkrankung


Diagnostik: PCR, Kultur, Antigennachweis


Therapie: 

  • Aciclovir = Nukleosidanalogon mit selektiver Wirkung
    (Aciclovir wird durch virale Kinasen aktiviert und in Virus-DNA eingebaut ->Abbruch der DNA-Synthese in Zellen, in denen eine Virusvermehrung stattfindet)
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Coronavirus

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  • wichtiger Untertyp: SARS-CoV = neues Virus, Zoonose
  • Reservoir: Fledermäuse
  • gehülltes ssRNA-Virus
  • Respiratorisches Virus 


Übertragung: Aerolose


Erkrankung: 

  • leichte Infektion der oberen Atemwege + GI-Trankt
    • Gastroenteritis (TGEV), aviäre Bronchitis (IBV), Peritonitis (FIPV), Lähmung der Zilienbewegung des Flimmerepithels
  • SARS (Severe acute respiratory syndrome): Schweres akutes respiratorisches Syndrom, das durch SARS-CoV-Untertyp ausgelöst wird
    • interstitiellen atypische Pneumonie mit Gefahr einer schweren respiratorischen Insuffizienz
    • Inkkubationszeit: 2-7 Tage
    • Letalität 11%
    • 2002 Südostasien
  • MERS-CoV: 
    • Inkubationszeit: 1-2 Wochen
    • anfangs grippeähnlich
    • schwer verlaufende: atypische Penumonie, akutes Atemnotsyndrom, evtl. Nierenversachen, Durchfall


Diagnostik: 

  • Serologisch: Komplementsbindungsreaktion, Immunfluoreszenztest am Epithel 
  • PCR


Therapie: symptomatisch

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Cytomegalievirus

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TESTE DEIN WISSEN

Herpesvirus (HHV-5) - dsDNA mit Hülle

  • Nach Infektion lebenslang in Zellen (persistierende Infektion)
  • Durchsuchung in D.: 60%


Übertragung: Speichel, Geschlechtsverkehr, transplazentar, Blut, Organtransplantation


Erkrankung:

  • Konnatale CMV-Infektion
  • Zytomegalievirus-Infektion: CMV-Retinitis, CMV-Pneumonie, CMV-Kolitis
  • Störung des MHCI-Systems!
  • Bei Immunkompetenten: Primärinfektion meist asymptomatisch (selten: Fieber, Hepatitis, Mononukleose-artige Symptome) + Reaktivierung asymptomatisch
  • Bei Immunsupprimierten: schwere Erkrankung: Fieber, Penumonie, Enzephalitis, Retinitis, Kolitis, Organabstoßung


Schwangerschaft: Übertragung bei Primärinfektion ca. 30% (selten bei Re-Infektion)

  • ca. 90 % bei Geburt asymptomatisch --> 10% entwicklen später Hörschäden
  • Zeichen der symptomatischen Infektion:
    • – niedriges Geburtsgewicht

    • –  Hepatosplenomegalie

    • –  Mikrozephalie

    • –  psychomotorische Retardierung

    • –  Chorioretinitis

    • –  intrazerebrale Verkalkungen


Diagnostik: Virusnachweis (PCR, Kurzzeitkultur) im Urin oder aus Blut/ ggf. Liquor

  • Problem: Primärinfektion bei Schwangeren oft asymptomatisch


Therapie: Ganciclovir = Nukleosidanalogon mit geringer Selektivität

  • Aktivierung durch virale und zelluläre Kinasen --> Einbau in Virus-DNA --> Abbruch der DNA-Synthese;
    wirkt aber zum Teil auch auf Wirtszelle
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TESTE DEIN WISSEN

Zika-Virus (ZIVK)

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TESTE DEIN WISSEN
  • Familie Flaviviridae
  • ssRNA-Virus mit Hülle (+sRNA/ 10.617 Basen)
  • Endemisch: Afrika, Südostasien


Erkrankung: Zikafiebers

  • Inkubationszeit: wenige Tage bis 3 Wochen
  • 80% asymptomatisch
  • Fieber, Exaktem, Gelenkschmerzen, Konjunktivitis


Übertragung: über Stechmücken (Gattung: Aedes), während Schwangerschaft, sexuell

Schwangerschaft:

  • Microzephalie


Diagnostik: 

  • Reiseanamnese
  • DD: Dengue!
  • PCR aus Serum oder Serologie (IgM/IgG)
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TESTE DEIN WISSEN

Mumpsvirus

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TESTE DEIN WISSEN
  • ssRNA-Virus mit Hülle, 1 Serotyp, Genotyp A-N (D = v.a. G)
  • Paramyxoviridae, Rubulavirus
  • lymphotrop
  • Mensch = einziger Wirt (Kinder: 2-15J.)


Übertragung: Tröpfcheninfektion, hohe Kontagiosität


Erkrankung: Mumps (ø Exanthem!)

  • Inkubationszeit: ca. 2 Wochen
  • Ansteckungsfähigkeit: 2 Tage vor bis 4 Tage nach Krankheitsbeginn
  • Symptomatik:

    • meist subklinischer Verlauf (<50%)

    • Fieber und Kopfschmerz, danach schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (Parotis) (20‐30% einseitig, 70‐80% beidseitig für 3‐8 Tage)

    • Orchitis (15%‐30%) --> Sterilität selten

    • ZNS‐Beteiligung: Meningitis (1‐10%), transiente Taubheit in Hochfrequenz (4%)


Diagnose:

  • DD: EBV, Parainfluenza 1/3, Influenza, Coxsackie, Adenovirus, Parvovirus B19
  • IgM-ELISA, ggf. PCR aus Speichel/Urin


Impfung: Lebendimpfstoff - Grundimmunisierung (MMS, o. tetravalente Impfung)


Therapie: symptomatisch


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TESTE DEIN WISSEN

Tetravalenter Impfstoff (Lebendimpfstoff) - Kinderkrankheiten

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TESTE DEIN WISSEN

Masern + Mumps + Röteln + VZV


Indikation: Grundimmunisierung - Lebensmonate 11-14 und 15-23 

i.m. in Deltamuskel


  • Lebendimpfstoffe werden erst relativ spät verabreicht, da maternale Antikörper in ersten Lebensmonaten, die attenuierten Lebendimpfstoffe neutralisieren würden
  • Problematisch: Impflücke zwischen Verschwinden der materialen Antikörper und 11-14. Monat --> hohes Infektionsrisiko
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TESTE DEIN WISSEN

Respiratorisches Synzytialvirus (RSV)

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TESTE DEIN WISSEN
  • Familie Pneumoviridae, Genus Orthopneumovirus
  • Behüllt, ss RNA
  • hochkontagios, nosokomiale Erreger
  • G- und F-Protein: neutralisierende Antigene
    • Synzytienbildung in Zellkultur


Erkrankung:

  • Inkubationszeit: 2-8 Tage
  • befällt zilientragende Epithelzellen der Atemwege --> Bronchiolitis (untere Atemwege)
  • Infiltration v. LK, Bronchokonstriktion, Muskussekretion, Ödeme, Zerstörung v. Flimmerepithelzellen, Ziliostasis
  • Fieber, Husten, Dyspnoe, alveoläre Hypoventilation, Cyanose


Übertragung:

  • Übertragung: Tröpfchen, Schierinfektion
  • Risikopatienten: Kinder/Säuglinge
    • Kinder mit cardiopulmonaler Grunderkrankung, Frühgeborene
    • KMT-Patienten, Immunsuppremierte Patienten
  • Saisonalität in Wintermonaten
  • Durchsuchung bis 2. Lebensjahr fast 100% --> Reinfektion mit milderen Symptomen


Diagnostik: Antigen-Schnelltest (Nasen-Rachen-Abstrich)


Therapie:

  • Sekretmobilisation
  • Sauerstoff
  • Bronchodilatation
  • aerolisiertes Ribavirin - (Virostatikum, Nukleosid-Analogon) - umstritten wegen Nebenwirkungen!


Impfung: ø

  • Palivizumab (Synagis) = Passive Immunprophylaxe gegen F(usions)-Protein (monoklonale Antikörper)
  • für Kinder mit hohem Risiko


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  • 227224 Karteikarten
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  • 131 Lernmaterialien

Beispielhafte Karteikarten für deinen Virologie Kurs an der Universität Würzburg - von Kommilitonen auf StudySmarter erstellt!

Q:

Tollwut-Virus

A:
  • Familie: Rhabdoviridae ("Stab")
  • -ssRNA, umhüllt, pistolenkugelförmig
  • Übertragung: Biss infizierter Tiere  --> in Wunde --> in Nerven --> in Gehirn: Replikation & Vermehrung --> in andere Gewebe (z.B. Speicheldrüsen)


Tollwut (Rabies, Lyssa)

  • 3.Welt: häufigste Ursache für fatale virale Enzephalitiden
  • Inkubation: 3-12 Wochen
  • Prodromalstadium: Brennen in Bißstelle, Kopfschmerzen, Gelenksteife, Fieber. 
  • Exzitationsstadium („rasende Wut“): Hyperaktivität, Hyperventilation, Hydrophobie, Aerophobie (~ 50%), Schluckkrämpfe, steigendes Fieber, erhöhter Speichelfluss und geistige Verwirrung 
  • Paralyse („stille Wut“): Nachlassen der Krämpfe, zunehmende Lähmungen, Bewusstlosigkeit, Koma, Tod durch Atemstillstand


PEP: Tollwutimmunglobulin (RIG) um Wunde, Wundexzision, wenn möglich nicht nähen, Antibiotika-/Tetanusprophylaxe, Aktive Impfung mit abgetöteten Viruspräparationen


Impfung: Totimpfstoff (Tierärzte, Förster etc.) - Auffrischung alle 2-5 Jahre

Q:

Humanes Metapneumovirus

A:
  •  Familie Pneumoviridae, Genus Metapneumovirus

  • Struktur ähnlich HRSV, aber u.a. andere Genanordnung


Erkrankung

  • Symptomatik ähnlich HRSV


Übertragung

  • Durchseuchung bis zum 5. Lebensjahr ca. 80 %



Q:

Varicella-Zoster Virus (VZV)

A:

Herpesvirus (HHV-3), alpha-Herpesvirinae

lineares dsDNA-Virus mit Hülle

Core, Kapsis aus 161 Kapsomeren

Reservoir: Mensch


Übertragung: 

  • Tröpfcheninfektion, hoch kontagiös, 
  • diplazentare Übertragung


Erkrankung: 

  • Inkubationszeit: 2-3 Wochen
  • Primärinfektion: Windpocken = Exanthem mit sehr starkem Juckreiz, Flüssigkeitsgefüllte Bläschen (Papel -> Blässchen -> verkrustete Erosionen), Fieber
  • Reaktivierung einer latenten Infektion: Herpes Zoster (Gürtelrose)

    • schmerzhaftes vesikuläres Exanthem

    • betroffen 1 Dermatom an Kopf oder Thorax

  • Komplikationen: 

    • bakterielle Superinfektion der Hautläsionen durch v.a. S. pyrogenes, S. aureus

    • Varizellenpneumonie (v.a. Erwachsene)

    • ZNS-Manifestation (Meningitis, Enzephalitis, Fazialisparese)

    • Disseminierung bei Immunsuppression


Diagnose: PCR aus Blässchenabstrich, ggf. IgG-/M-ELISA


Therapie: symptomatisch, bei Immunsupp. evtl Aciclovir


Schwangerschaft: konnatales Varizellen-Syndrom bei Windpocken im 1./2. Trimester (2%): 

  • Hautnarben, neurologische Defizite – Augenschädigungen – Skelett-Anomalien
  • Vorbeugung: Impfung von seronegativen Frauen vor der Schwangerschaft

  • Therapie: passive Immunisierung mit IgG


Impfung:

  • Grundimmunisierung innerhalb des 2.LJ:  2 Dosen = 11-14 + 15-23 LM

  • gleichzeitig mit MMR-Impfung (an andere Stelle)

  • Empfohlen: Kinder ab Ende 11. LM, seronegative Frauen mit Kinderwunsch, Erwachsene > 60J.

Q:

Rhinoviren

A:
  • RNA, unbehüllt
  • Picornaviridae, > 100 Serotypen
  • hohe Inzidenz
  • säurelabil
  • Respiratorisches Virus 


Übertragung: Tröpfchen-/Schmierinfektion


Erkrankung: Rhinitis acuta ("Schnupfen") = harmlose Entzündung der Nasenschleimhaut

  • Vermehrung beschränkt sich auf lokale Eintrittspforte (Nasopharynx-Epithel)
  • Inkubationszeit: 1-4 Tage
  • Dauer: 1 Woche, selbstlimitierend
  • Reinfektionen häufig


Therapie: Vasokonstriktorische, abschwellende Nasentropfen

Q:

Adenoviren

A:
  • dsDNA-Virus ohne Hülle --> sehr Umwelt-resistent
  • Respiratorisches Virus 
  • kann nach Primärinfektion persistieren
  • ikosaedrisches Kapsid
  • humanpathogen: 5 Gruppen (A-F) > 50 Serotypen


Übertragung: fäkal-oral


Erkrankung:

  • respiratorische Infeketionen (Pharyngitis, Tonsillitis) v.a. Kinder
  • Gastroenteritis-Erreger (v.a. Klein-/Schulkinder)
  • Keratoconjunctivitis epidemica
    • Seriöse Sekretion, Juckreis, Fremdkörpergefühl, Konjunktive Follikel ...
  • Therapie: isotone Kochsalzlösung


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Q:

Herpes simplex (HSV, HHV-1/HHV-2)

A:

Herpesvirus (HHV-1/-2) 

dsDNA-Virus mit Hülle 

alpha (neurogen, schnell replizierend)


  • Übertragung: direkter Kontakt
  • Inkubationszeit: 6-8 Tage
  • Durchseuchung HSV1: fast 100%


Verlauf: 

  • Erstinfektion: oft asymptomatisch o. selten Gingivostomatitis
  • Persistenz/Latenz: keine Produktion von Viren aber Virale DNA bleibt in sensorischen Trigeminus-Ganglion
  • Reaktivierung (Infektion, Stress, etc.): Herpes labialis/genitalis etc.


Klinik: 

  • Gingivostomatitis/Streptomatosis aphthos - meist Erstinfektion v. HSV1
    • v.a. Kleinkinder o. IS
    • sehr schmerzhafte Blässchen/Erosionen der Mundschleimhaut und Gingiva, cervikale LK-Schwellung, Fieber, Allegemeinbefund
  • Herpes labialis (HHV-1) - häufige Sekundärinfektion (Reaktivierung)
  • Herpes genitalis (HHV-2) - sexuelle Übertragung, Primär-/Sekundärinfektion
  • Herpes digitalis (HHV1/2) - v.a. Kinder, Blässchenbildung, kleine Epitheldefekte
  • Ekzeme herpeticum (HHV1/2) - selten, Primär-/Sekundärinfektion
    • flächenhafte Infektion der Haut mit Blässchenbildung
    • oft Gesicht und Hals


Komplikation: Virämie --> Disseminierte Infektion: andere Organe (z.B. Leber) + Enzephalitis (häufigster viraler Erreger)


Gefahr: Transmission während Geburt bei primären Herpes genitalis der Mutter (40-50%)

(bei rezidivierenden Herpes nur selten 1-5%)

  • Neonataler herpes: SEM (skin, exe, mouth), Herpes-Enzephalitis, dissimilierte Erkrankung


Diagnostik: PCR, Kultur, Antigennachweis


Therapie: 

  • Aciclovir = Nukleosidanalogon mit selektiver Wirkung
    (Aciclovir wird durch virale Kinasen aktiviert und in Virus-DNA eingebaut ->Abbruch der DNA-Synthese in Zellen, in denen eine Virusvermehrung stattfindet)
Q:

Coronavirus

A:
  • wichtiger Untertyp: SARS-CoV = neues Virus, Zoonose
  • Reservoir: Fledermäuse
  • gehülltes ssRNA-Virus
  • Respiratorisches Virus 


Übertragung: Aerolose


Erkrankung: 

  • leichte Infektion der oberen Atemwege + GI-Trankt
    • Gastroenteritis (TGEV), aviäre Bronchitis (IBV), Peritonitis (FIPV), Lähmung der Zilienbewegung des Flimmerepithels
  • SARS (Severe acute respiratory syndrome): Schweres akutes respiratorisches Syndrom, das durch SARS-CoV-Untertyp ausgelöst wird
    • interstitiellen atypische Pneumonie mit Gefahr einer schweren respiratorischen Insuffizienz
    • Inkkubationszeit: 2-7 Tage
    • Letalität 11%
    • 2002 Südostasien
  • MERS-CoV: 
    • Inkubationszeit: 1-2 Wochen
    • anfangs grippeähnlich
    • schwer verlaufende: atypische Penumonie, akutes Atemnotsyndrom, evtl. Nierenversachen, Durchfall


Diagnostik: 

  • Serologisch: Komplementsbindungsreaktion, Immunfluoreszenztest am Epithel 
  • PCR


Therapie: symptomatisch

Q:

Cytomegalievirus

A:

Herpesvirus (HHV-5) - dsDNA mit Hülle

  • Nach Infektion lebenslang in Zellen (persistierende Infektion)
  • Durchsuchung in D.: 60%


Übertragung: Speichel, Geschlechtsverkehr, transplazentar, Blut, Organtransplantation


Erkrankung:

  • Konnatale CMV-Infektion
  • Zytomegalievirus-Infektion: CMV-Retinitis, CMV-Pneumonie, CMV-Kolitis
  • Störung des MHCI-Systems!
  • Bei Immunkompetenten: Primärinfektion meist asymptomatisch (selten: Fieber, Hepatitis, Mononukleose-artige Symptome) + Reaktivierung asymptomatisch
  • Bei Immunsupprimierten: schwere Erkrankung: Fieber, Penumonie, Enzephalitis, Retinitis, Kolitis, Organabstoßung


Schwangerschaft: Übertragung bei Primärinfektion ca. 30% (selten bei Re-Infektion)

  • ca. 90 % bei Geburt asymptomatisch --> 10% entwicklen später Hörschäden
  • Zeichen der symptomatischen Infektion:
    • – niedriges Geburtsgewicht

    • –  Hepatosplenomegalie

    • –  Mikrozephalie

    • –  psychomotorische Retardierung

    • –  Chorioretinitis

    • –  intrazerebrale Verkalkungen


Diagnostik: Virusnachweis (PCR, Kurzzeitkultur) im Urin oder aus Blut/ ggf. Liquor

  • Problem: Primärinfektion bei Schwangeren oft asymptomatisch


Therapie: Ganciclovir = Nukleosidanalogon mit geringer Selektivität

  • Aktivierung durch virale und zelluläre Kinasen --> Einbau in Virus-DNA --> Abbruch der DNA-Synthese;
    wirkt aber zum Teil auch auf Wirtszelle
Q:

Zika-Virus (ZIVK)

A:
  • Familie Flaviviridae
  • ssRNA-Virus mit Hülle (+sRNA/ 10.617 Basen)
  • Endemisch: Afrika, Südostasien


Erkrankung: Zikafiebers

  • Inkubationszeit: wenige Tage bis 3 Wochen
  • 80% asymptomatisch
  • Fieber, Exaktem, Gelenkschmerzen, Konjunktivitis


Übertragung: über Stechmücken (Gattung: Aedes), während Schwangerschaft, sexuell

Schwangerschaft:

  • Microzephalie


Diagnostik: 

  • Reiseanamnese
  • DD: Dengue!
  • PCR aus Serum oder Serologie (IgM/IgG)
Q:

Mumpsvirus

A:
  • ssRNA-Virus mit Hülle, 1 Serotyp, Genotyp A-N (D = v.a. G)
  • Paramyxoviridae, Rubulavirus
  • lymphotrop
  • Mensch = einziger Wirt (Kinder: 2-15J.)


Übertragung: Tröpfcheninfektion, hohe Kontagiosität


Erkrankung: Mumps (ø Exanthem!)

  • Inkubationszeit: ca. 2 Wochen
  • Ansteckungsfähigkeit: 2 Tage vor bis 4 Tage nach Krankheitsbeginn
  • Symptomatik:

    • meist subklinischer Verlauf (<50%)

    • Fieber und Kopfschmerz, danach schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüsen (Parotis) (20‐30% einseitig, 70‐80% beidseitig für 3‐8 Tage)

    • Orchitis (15%‐30%) --> Sterilität selten

    • ZNS‐Beteiligung: Meningitis (1‐10%), transiente Taubheit in Hochfrequenz (4%)


Diagnose:

  • DD: EBV, Parainfluenza 1/3, Influenza, Coxsackie, Adenovirus, Parvovirus B19
  • IgM-ELISA, ggf. PCR aus Speichel/Urin


Impfung: Lebendimpfstoff - Grundimmunisierung (MMS, o. tetravalente Impfung)


Therapie: symptomatisch


Q:

Tetravalenter Impfstoff (Lebendimpfstoff) - Kinderkrankheiten

A:

Masern + Mumps + Röteln + VZV


Indikation: Grundimmunisierung - Lebensmonate 11-14 und 15-23 

i.m. in Deltamuskel


  • Lebendimpfstoffe werden erst relativ spät verabreicht, da maternale Antikörper in ersten Lebensmonaten, die attenuierten Lebendimpfstoffe neutralisieren würden
  • Problematisch: Impflücke zwischen Verschwinden der materialen Antikörper und 11-14. Monat --> hohes Infektionsrisiko
Q:

Respiratorisches Synzytialvirus (RSV)

A:
  • Familie Pneumoviridae, Genus Orthopneumovirus
  • Behüllt, ss RNA
  • hochkontagios, nosokomiale Erreger
  • G- und F-Protein: neutralisierende Antigene
    • Synzytienbildung in Zellkultur


Erkrankung:

  • Inkubationszeit: 2-8 Tage
  • befällt zilientragende Epithelzellen der Atemwege --> Bronchiolitis (untere Atemwege)
  • Infiltration v. LK, Bronchokonstriktion, Muskussekretion, Ödeme, Zerstörung v. Flimmerepithelzellen, Ziliostasis
  • Fieber, Husten, Dyspnoe, alveoläre Hypoventilation, Cyanose


Übertragung:

  • Übertragung: Tröpfchen, Schierinfektion
  • Risikopatienten: Kinder/Säuglinge
    • Kinder mit cardiopulmonaler Grunderkrankung, Frühgeborene
    • KMT-Patienten, Immunsuppremierte Patienten
  • Saisonalität in Wintermonaten
  • Durchsuchung bis 2. Lebensjahr fast 100% --> Reinfektion mit milderen Symptomen


Diagnostik: Antigen-Schnelltest (Nasen-Rachen-Abstrich)


Therapie:

  • Sekretmobilisation
  • Sauerstoff
  • Bronchodilatation
  • aerolisiertes Ribavirin - (Virostatikum, Nukleosid-Analogon) - umstritten wegen Nebenwirkungen!


Impfung: ø

  • Palivizumab (Synagis) = Passive Immunprophylaxe gegen F(usions)-Protein (monoklonale Antikörper)
  • für Kinder mit hohem Risiko


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