Spracherwerb an der Universität Würzburg | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Spracherwerb an der Universität Würzburg

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TESTE DEIN WISSEN


  1. Phasen des Erstspracherwerb
    1. ohne wörter


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TESTE DEIN WISSEN

Pränatale Phase

  • Kinder nehmen bereits im Mutterleib sprachliche Laute wahr, die sie auf das Sprachenlernen vorbereiten.
  • Können die Stimme ihrer Mutter und menschl. Vs. Andere Laute unterscheiden

Silent period

  • Nach der Geburt
  • Wahrnehmen und Verarbeiten von Hör- (und Seh-)reizen
  • Achtung! Kinder sind nicht stumm! Schreien, Lachen, Gurren, etc. à trainiert Stimmapparat (Stimmbänder, Zunge, Lippen etc.), aber produzieren keine Wörter!

Lautmuster

  • Ab ca. 5 Monaten
  • Kinder entdecken Lautmuster und spielen damit, die produzierten Laute ähneln mit der Zeit Vokalen und Konsonanten; Wahrnehmung scheint sich auf die Lautmuster der Muttersprache zu konzentrieren

Reduplikationen/Lautverdopplungen

  • Ab ca. 7. Monat
  • Da-da-da, ma-ma-ma
  • Kinder unterscheiden zuerst Vokale von Konsonanten, dann Mund- vs. Nasalkonsonant, dann Verschlusslaute die mit Mund- und Zähnen gebildet werden
  • Noch keine Worte!! Aber Vorstufe zur Wortbildung
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TESTE DEIN WISSEN

Usage-Based:

Lern und Entwicklungsprozesse 

(Tomasello) 


              1. Wortschatz


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TESTE DEIN WISSEN

Intention Reading: um ein linguistic sign verstehen zu können, muss man die sozialen Konventionen dazu verstehen


Erleichter durch: Kontext und Kontrast 






  • Kontext:
     Um einzelne neue Wörter verstehen zu können muss man ein grundlegendes Verständnis dafür haben, was die grobe Absicht des Sprechers ist. Bspsatz: „Do you want to glorp the dough?“ sieht man bereits, dass das neue Wort “glorp” wohl bedeuten sol, dass ich irgendetwas mache. Wenn ich jetzt noch sehe, was damit gemeint ist (z.B. macht es Mama vor), dann kann ich schnell die neue Bedeutung erschließen. Wenn das neue Wort „glorp“ aber in einem Kontext kommt, in dem ich gar nichts als bekannt voraussetzen kann, wird das Wort deutlich schwerer erfasst
  • Kontrast:
     Kinder können sich, wenn sie andere Wörter aus einem ähnlichen Kontext kennen, erschließen, dass dieses neue Wort eine kontrastive Bedeutung zu einem bereits bekannten Wort haben muss. Aus einer Fragestellung „Do you want to glop the dough?” kann man sich eventuell ableiten, dass das wohl was anderes sein muss als „roll, pug“, etc. 
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TESTE DEIN WISSEN

Empirie des Nativismus

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TESTE DEIN WISSEN

1. Ähnlichkeit des Erstspracherwerbs in allen Sprachen der Welt


2. Gleiche Reihenfolge beim Erlernen sprachimmanenter Strukturen    
 Brown (1973



3. Regelhaftigkeit der sprachlichen Äußerungen von Kindern



4. Intelligenz spielt keine Rolle!!!



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  1. Phasen des Erstspracherwerb

                      2. Wörter


 

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TESTE DEIN WISSEN

Holophrasen

  • ab ca. 11. Monat, rezeptive Wortschatz besteht aus 20-60 Wörtern
  • Einwortsätze oder durch Pausen getrennte, isolierte Wörterreihen die Information tragen
  • für Verständnis der Holophrasen ist Kontext notwendig
  • Einzelworte à zunächst für hier und jetzt à später stellt sich Objektpermanenz ein (Kind kann Dinge bezeichnen die es nicht sieht)
  • Zuerst sich bewegende Dinge (ziehen Aufmerksamkeit und Wahrnehmung auf sich)
  • Zunächst Überspezifizierung: wauwau ist nur der Hund des Nachbarn, andere Hunde können nicht benannt werden
  • Danach Übergeneralisierung: alles was vier Beine hat wird zum wauwau
  • Anschließend die Verknüpfung zwischen Lexem und Konzept und konventionelle Verwendung von wauwau
  • In dieser Phase sind Prozesse wie Akkommodation (Anpassung/Erweiterung eines kognitiven Schemas des Kindes) und Assimilation (Eingliederung von neuen Umwelterfahrungen in bereits bestehende Schemata) relevant

Pivots

  • Ab. Ca. 18 Monaten
  • Außersprachlicher Kontext wichtig
  • Ketten aus zwei oder mehreren Wörtern
  • Prinzip: an eine kleine Anzahl Wörter die häufig wiederkehren (=pivots) werden eine Vielzahl ständig wechselnder Wörter angehängt
  • Ab einem Wortschatz von ca. 50 Wörtern gibt es eine „Wortschatzexplosion“
  • Kind kann einfach Aufträge befolgen und beginnt mit Was- und Wo- Fragen

Telegrammtext

  • Ab ca. 2 Jahren
  • (bis zu einem Alter von spätestens 24 Monaten sollte jedes Kind die 50 WortGrenze erreicht haben, wenn nicht wird es als Late Talker bezeichnet
  • Zwei-Wort-Sätze ohne Funktionswörter und Flexionsendungen 
  • Nähert sich bis zum 3. Jahr immer mehr der Erwachsenensprache an

Komplexe Sätze

  • Ab aber auch bis zum 3. Geburtstag
  • Vollständige Sätze, beherrschen die meisten Satztypen
  • Sätze werden verbunden, Passivkonstruktionen, Fragen, Relativsätze, etc. 
  • Organisieren ihren erlernten Wortschatz neu, stellen Beziehungen her, nehmen Unterschieden und Ähnlichkeiten im semantischen Feld wahr
  • Pinker bezeichnet Kinder in diesem Alter als „grammatical genius“ = sie beachten Sprachuniversalien, Gesprächsregeln und machen Fehler die einer Logik folgen: Bsp. Kind kannte vorher die Wörter unfasten und uncover nur als feste Lexeme lernt jetzt das Morphem un- und verwendet dieses richtig aber zum Teil auch falsch wie zB **unstraighten

4-6 Jahre alt

  • Abschluss der semantischen Entwicklung zwischen 4-6 Jahren
  • Mit 5-6 Jahren beherrschen Kinder fast alle Strukturen und phonologischen Routinen der Erwachsenensprache
  • Semantische Entwicklung (Bedeutungsvielfalt und Neue Wörter zu erschließen) ist noch nicht abgeschlossen, lebenslanger Prozess
  • Kausale Konjugationen können noch bis ca. 10J. ein Problem sein, grammatikalisch aber sitzt die Konstruktion: **I had one fish left, because ist name was Bill
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TESTE DEIN WISSEN

Usage-based Theory

Grundlagen

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TESTE DEIN WISSEN

1. keine universellen angeborenen Sprach-lern-Strukturen 

2. Angeborene Fähigkeit Strukturen zu erlernen


3. Durch: Input und Austausch 

= usage-based 


--> Beweis: Vielzahl Sprachen

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Usage-based Theory

Grundprozesse/ Vorraussetzungen

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TESTE DEIN WISSEN

1. Kommunikative Intentionen verstehen können


2. Den Sprachfluss in einzelne Einheiten wie Wörter segmentieren können


3. Linguistische Schemata (durch Analogien) erschließen können


4. Abstrakte Konstruktionen über die Schemata hinweg interferieren





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Usage-based theory 

-> Grundfähigkeiten zum Sprache lernen

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1.Sozialen Kognitionen = intention reading: 

a. Beobachtungslernen 

   --> dafür sich selbst und andere als intentionale Wesen sehen

 -> Eigene Intentionen ausdrücken

-> Femde Intentionen lesen 

Empirie: Tomasello 2007

Mutter oder Fremder deutet auf Spielzeug (Aufräumen/Bringen)


2. Generalisierungsprozesse 

= Pattern finding 

--> Analogien zwischen Objekten 

--> Fortschreitend 

--> Variabilität hilft

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Nativistisch V.S. Usage-based

          1.  Unterschiede

2.. Wie Sprachenlernenen ohne universal Grammatik möglich?

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1. Grammatik kein abstraktes Kontrukt sondern durch eigene Erfahrung erworben


2. Da:

a) Die Fähigkeiten zum Lernen einer Sprache von Kindern sind deutlich stärker als gedacht


b)  Die Sprache von Erwachsenen ist nicht so abstrakt wie gedacht


Löst chomsyk-Probleme:

1. Linking Problem

2. Problem of continuity




Linking Problem: wie lässt sich diese ominöse Universalgrammatik auf die Spezifitäten der unterschiedlichen Sprachen anwenden?


Problem of continuity: wie können wir Veränderungen in der kindlichen Sprache erklären, wenn doch die universellen grammatikalischen Probleme immer die gleichen sind?



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Theorie Nativismus nach Chomsky

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1. Grammatik zu komplex um nur durch hören erlernt zu werden 

--> universelle sprachspeziefische Module im Gehirn 


-->   2. Universalgrammatik

aus: a) Prinzipien

        b) Parameter




Annahmen: 

  • Spracherwerb wird in Stadien erlernt
  • Diese Stadien sind für alle Kinder und alle Sprachen ähnlich, auch wenn das Tempo des Durchlaufens unterschiedlich ist
  • Spracherwerb folgt Regeln und einer Systematik und sind gegen Korrekturen relativ resistent
  • Es muss universelle Sprachspezifische Module im menschl. Gehirn geben, die für den Spracherwerb zuständig sind, und es Kindern möglich machen Sprache so leicht zu erlernen
  • syntaktisch und lexikalisch einfachen sprachlichen Äußerungen von Kindern können nicht aus den komplexen und vielschichtigen Äußerungen, die sie bei ihren Eltern hören hergeleitet werden 
  • das abstrakte Konstrukt der Grammatik unserer Sprachen viel zu komplex ist um überhaupt selbst erschlossen werden zu können, und schon gar nicht von Kindern 

 

Universalgrammatik

  • soll das im Gehirn angelegte Modul sein, dass den Erwerb aller menschlichen Sprachen möglich macht
  • besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: Prinzipien und Parameter

Prinzipien

  • universelle abstrakte Regeln über Sprache (Reihenfolge S-V-O, NP, VP, ..)
  • die Beziehungen zwischen diesen Strukturen sind essentiell für das Verständnis (durch Veränderung der Struktur kann man z.B. eine Frage formen)
  • es werden lexikalische (content words) und funktionale (function words) syntaktische Kategorien unterschieden, die in der Universalgrammatik angelegt sind

Parameter

  • Nicht in allen Sprachen sind die Strukturen, die es auf Satzebene gibt, gleich realisiert
  • Man muss lernen, wie in der spez. Zielsprache diese grundlegende Struktur realisiert ist
  • Parameter = unterschiedliche mögliche Realisierungen einer Struktur      
     (Z.B. Parameter Head: Englisch = Head-first language à in Phrasen wird immer erst Head, dann das Komplement gennant: the girl with the blue trousers; vs. Japanisch eine head-last language: erst Komplement dann head: picture wall on the hanging)
  • Man müsste also lediglich eine Phrase in der Zielsprache hören um zu wissen welche Parameter in dieser Sprache realisiert ist

àStudien haben bestätigt, dass Kinder sobald sie Zwei-Wort-Sätze bilden diese Strukturierung in eine head-first oder head-last Sprache bereits verstanden haben. Dadurch sieht sich die Universalgrammatik bestätigt.

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Usage-Based

Lern und Entwicklungsprozess

(Tomasello) 


           2. Syntaktische Lernprozesse

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TESTE DEIN WISSEN

1. Frühe Syntaktische Entwicklungen

-> Einzelne Wörter / Phrasen


2. Erlernen abstrakter syntaktischer Einheiten:


1. Entrenchment:

= Registrierung wiederkehrender Strukturen  --> kog. Trampelpfad


2. Chunking    

(= ZSF wdk. Strukturen )

 Chunks im im LZG = Tuning 


Kategorisierung      (Vergleichen C)


Schemabildung       (Kg. verkmüpft)


Komposition   

-> bildet komplexe Strukturen aus einfachen

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Allgemeine Bedinungen für den Erstspracherwerb

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1. Erfahrbarkeit

vgl.  & va.  usage-based


2. Kindgemäßer Input

-->kurze Sätze, langsam


3. Sprechanlässe


4. Alter

-->sensible Phase -> Gehirn



Erfahrbarkeit: Kinder müssen der Sprache ausgesetzt sein um sie zu erlernen (bezieht sich auf die usage-based Modelle)


 

  1. Kindgemäßer Input: caretakerspeech/child directed speech = Anpassung an kindliches Rezeptionsvermögen àkurze Sätze, langsam, Wiederholungen, Dehnung der Vokale, Begrenzung der syntaktischen Beziehungen, etc. 
  2. Erweiterungsstrategie: unvollständige Aussagen des Kindes werden Paraphrasiert und Erweitert, keine bewusste Korrektur und weisen nicht auf Fehler hin

 

  1. Sprechanlässe: Kinder sind zwar Sprechanlässen ausgesetzt, unternehmen aber auch eigene Anstrengungen --> Bsp. Kind monologisiert beim Sprechen; Warum-Fragen (nicht am Grund an sich interessiert, sondern dem Fortgang am Gespräch)
  2. Alter: Zeitpunkt des Spracherwerbs entscheidend
    • sensible Phase/critical period: ein besonders günstiges Zeitfenster, in dem Spracherwerb bis auf muttersprachliches Niveau ohne Anstrengungen erfolgen kann
    • Man macht die Plastizität des Gehirns dafür verantwortlich
    • Man geht aber nicht mehr davon aus, dass sich dieses „Erwerbsfenster“ ab einem bestimmten Alter wieder schließt!

Optimale Zeitspanne für einen erfolgreichen natürlichen Spracherwerb ab dem 2.Jahr, ab dem 5.Jahr klingt es bereits wieder ab und spätestens ab dem 11. Jahr optimale Phase zu Ende à kann nicht mehr auf wichtige Teile der angeborenen Spracherwerbsfähigkeit zugreifen

 à die Fähigkeit eine Sprache zu lernen bleibt erhalten


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TESTE DEIN WISSEN

Bedingungen des Zweitspracherwerbs 

A. Alter 

B. Kognitive Faktoren

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TESTE DEIN WISSEN

1. Alter

-> Lentempo/Aussprache = Jünger

--> Grammatik = Älter besser

 

2. Kognitive Faktoren

 A. Intelligenz 

(eher Tb z.b. Lesefähigkeit)

 

B. Sprachlernneigung

(Neigung zu sprachbezogene F.)

 

C. Kognitive Strategien

 a) Mnemotechniken

      --> LOCI- Methode= Ort 

      -->Eselsbrücken

 

b) Elaborationsstategien

    -->Konstruktion (eigene Worte)

    -->Integration (mit neuen Infos)

    -->Transfer  (auf neune SV)

 

c) Metakognitive  Strategien

     --> Planung (Zeit/ Methode)

    --> Regulation 

    --> Evaluierung

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Q:


  1. Phasen des Erstspracherwerb
    1. ohne wörter


A:

Pränatale Phase

  • Kinder nehmen bereits im Mutterleib sprachliche Laute wahr, die sie auf das Sprachenlernen vorbereiten.
  • Können die Stimme ihrer Mutter und menschl. Vs. Andere Laute unterscheiden

Silent period

  • Nach der Geburt
  • Wahrnehmen und Verarbeiten von Hör- (und Seh-)reizen
  • Achtung! Kinder sind nicht stumm! Schreien, Lachen, Gurren, etc. à trainiert Stimmapparat (Stimmbänder, Zunge, Lippen etc.), aber produzieren keine Wörter!

Lautmuster

  • Ab ca. 5 Monaten
  • Kinder entdecken Lautmuster und spielen damit, die produzierten Laute ähneln mit der Zeit Vokalen und Konsonanten; Wahrnehmung scheint sich auf die Lautmuster der Muttersprache zu konzentrieren

Reduplikationen/Lautverdopplungen

  • Ab ca. 7. Monat
  • Da-da-da, ma-ma-ma
  • Kinder unterscheiden zuerst Vokale von Konsonanten, dann Mund- vs. Nasalkonsonant, dann Verschlusslaute die mit Mund- und Zähnen gebildet werden
  • Noch keine Worte!! Aber Vorstufe zur Wortbildung
Q:

Usage-Based:

Lern und Entwicklungsprozesse 

(Tomasello) 


              1. Wortschatz


A:

Intention Reading: um ein linguistic sign verstehen zu können, muss man die sozialen Konventionen dazu verstehen


Erleichter durch: Kontext und Kontrast 






  • Kontext:
     Um einzelne neue Wörter verstehen zu können muss man ein grundlegendes Verständnis dafür haben, was die grobe Absicht des Sprechers ist. Bspsatz: „Do you want to glorp the dough?“ sieht man bereits, dass das neue Wort “glorp” wohl bedeuten sol, dass ich irgendetwas mache. Wenn ich jetzt noch sehe, was damit gemeint ist (z.B. macht es Mama vor), dann kann ich schnell die neue Bedeutung erschließen. Wenn das neue Wort „glorp“ aber in einem Kontext kommt, in dem ich gar nichts als bekannt voraussetzen kann, wird das Wort deutlich schwerer erfasst
  • Kontrast:
     Kinder können sich, wenn sie andere Wörter aus einem ähnlichen Kontext kennen, erschließen, dass dieses neue Wort eine kontrastive Bedeutung zu einem bereits bekannten Wort haben muss. Aus einer Fragestellung „Do you want to glop the dough?” kann man sich eventuell ableiten, dass das wohl was anderes sein muss als „roll, pug“, etc. 
Q:

Empirie des Nativismus

A:

1. Ähnlichkeit des Erstspracherwerbs in allen Sprachen der Welt


2. Gleiche Reihenfolge beim Erlernen sprachimmanenter Strukturen    
 Brown (1973



3. Regelhaftigkeit der sprachlichen Äußerungen von Kindern



4. Intelligenz spielt keine Rolle!!!



Q:


  1. Phasen des Erstspracherwerb

                      2. Wörter


 

A:

Holophrasen

  • ab ca. 11. Monat, rezeptive Wortschatz besteht aus 20-60 Wörtern
  • Einwortsätze oder durch Pausen getrennte, isolierte Wörterreihen die Information tragen
  • für Verständnis der Holophrasen ist Kontext notwendig
  • Einzelworte à zunächst für hier und jetzt à später stellt sich Objektpermanenz ein (Kind kann Dinge bezeichnen die es nicht sieht)
  • Zuerst sich bewegende Dinge (ziehen Aufmerksamkeit und Wahrnehmung auf sich)
  • Zunächst Überspezifizierung: wauwau ist nur der Hund des Nachbarn, andere Hunde können nicht benannt werden
  • Danach Übergeneralisierung: alles was vier Beine hat wird zum wauwau
  • Anschließend die Verknüpfung zwischen Lexem und Konzept und konventionelle Verwendung von wauwau
  • In dieser Phase sind Prozesse wie Akkommodation (Anpassung/Erweiterung eines kognitiven Schemas des Kindes) und Assimilation (Eingliederung von neuen Umwelterfahrungen in bereits bestehende Schemata) relevant

Pivots

  • Ab. Ca. 18 Monaten
  • Außersprachlicher Kontext wichtig
  • Ketten aus zwei oder mehreren Wörtern
  • Prinzip: an eine kleine Anzahl Wörter die häufig wiederkehren (=pivots) werden eine Vielzahl ständig wechselnder Wörter angehängt
  • Ab einem Wortschatz von ca. 50 Wörtern gibt es eine „Wortschatzexplosion“
  • Kind kann einfach Aufträge befolgen und beginnt mit Was- und Wo- Fragen

Telegrammtext

  • Ab ca. 2 Jahren
  • (bis zu einem Alter von spätestens 24 Monaten sollte jedes Kind die 50 WortGrenze erreicht haben, wenn nicht wird es als Late Talker bezeichnet
  • Zwei-Wort-Sätze ohne Funktionswörter und Flexionsendungen 
  • Nähert sich bis zum 3. Jahr immer mehr der Erwachsenensprache an

Komplexe Sätze

  • Ab aber auch bis zum 3. Geburtstag
  • Vollständige Sätze, beherrschen die meisten Satztypen
  • Sätze werden verbunden, Passivkonstruktionen, Fragen, Relativsätze, etc. 
  • Organisieren ihren erlernten Wortschatz neu, stellen Beziehungen her, nehmen Unterschieden und Ähnlichkeiten im semantischen Feld wahr
  • Pinker bezeichnet Kinder in diesem Alter als „grammatical genius“ = sie beachten Sprachuniversalien, Gesprächsregeln und machen Fehler die einer Logik folgen: Bsp. Kind kannte vorher die Wörter unfasten und uncover nur als feste Lexeme lernt jetzt das Morphem un- und verwendet dieses richtig aber zum Teil auch falsch wie zB **unstraighten

4-6 Jahre alt

  • Abschluss der semantischen Entwicklung zwischen 4-6 Jahren
  • Mit 5-6 Jahren beherrschen Kinder fast alle Strukturen und phonologischen Routinen der Erwachsenensprache
  • Semantische Entwicklung (Bedeutungsvielfalt und Neue Wörter zu erschließen) ist noch nicht abgeschlossen, lebenslanger Prozess
  • Kausale Konjugationen können noch bis ca. 10J. ein Problem sein, grammatikalisch aber sitzt die Konstruktion: **I had one fish left, because ist name was Bill
Q:

Usage-based Theory

Grundlagen

A:

1. keine universellen angeborenen Sprach-lern-Strukturen 

2. Angeborene Fähigkeit Strukturen zu erlernen


3. Durch: Input und Austausch 

= usage-based 


--> Beweis: Vielzahl Sprachen

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Q:

Usage-based Theory

Grundprozesse/ Vorraussetzungen

A:

1. Kommunikative Intentionen verstehen können


2. Den Sprachfluss in einzelne Einheiten wie Wörter segmentieren können


3. Linguistische Schemata (durch Analogien) erschließen können


4. Abstrakte Konstruktionen über die Schemata hinweg interferieren





Q:

Usage-based theory 

-> Grundfähigkeiten zum Sprache lernen

A:

1.Sozialen Kognitionen = intention reading: 

a. Beobachtungslernen 

   --> dafür sich selbst und andere als intentionale Wesen sehen

 -> Eigene Intentionen ausdrücken

-> Femde Intentionen lesen 

Empirie: Tomasello 2007

Mutter oder Fremder deutet auf Spielzeug (Aufräumen/Bringen)


2. Generalisierungsprozesse 

= Pattern finding 

--> Analogien zwischen Objekten 

--> Fortschreitend 

--> Variabilität hilft

Q:

Nativistisch V.S. Usage-based

          1.  Unterschiede

2.. Wie Sprachenlernenen ohne universal Grammatik möglich?

A:

1. Grammatik kein abstraktes Kontrukt sondern durch eigene Erfahrung erworben


2. Da:

a) Die Fähigkeiten zum Lernen einer Sprache von Kindern sind deutlich stärker als gedacht


b)  Die Sprache von Erwachsenen ist nicht so abstrakt wie gedacht


Löst chomsyk-Probleme:

1. Linking Problem

2. Problem of continuity




Linking Problem: wie lässt sich diese ominöse Universalgrammatik auf die Spezifitäten der unterschiedlichen Sprachen anwenden?


Problem of continuity: wie können wir Veränderungen in der kindlichen Sprache erklären, wenn doch die universellen grammatikalischen Probleme immer die gleichen sind?



Q:

Theorie Nativismus nach Chomsky

A:

1. Grammatik zu komplex um nur durch hören erlernt zu werden 

--> universelle sprachspeziefische Module im Gehirn 


-->   2. Universalgrammatik

aus: a) Prinzipien

        b) Parameter




Annahmen: 

  • Spracherwerb wird in Stadien erlernt
  • Diese Stadien sind für alle Kinder und alle Sprachen ähnlich, auch wenn das Tempo des Durchlaufens unterschiedlich ist
  • Spracherwerb folgt Regeln und einer Systematik und sind gegen Korrekturen relativ resistent
  • Es muss universelle Sprachspezifische Module im menschl. Gehirn geben, die für den Spracherwerb zuständig sind, und es Kindern möglich machen Sprache so leicht zu erlernen
  • syntaktisch und lexikalisch einfachen sprachlichen Äußerungen von Kindern können nicht aus den komplexen und vielschichtigen Äußerungen, die sie bei ihren Eltern hören hergeleitet werden 
  • das abstrakte Konstrukt der Grammatik unserer Sprachen viel zu komplex ist um überhaupt selbst erschlossen werden zu können, und schon gar nicht von Kindern 

 

Universalgrammatik

  • soll das im Gehirn angelegte Modul sein, dass den Erwerb aller menschlichen Sprachen möglich macht
  • besteht im Wesentlichen aus zwei Komponenten: Prinzipien und Parameter

Prinzipien

  • universelle abstrakte Regeln über Sprache (Reihenfolge S-V-O, NP, VP, ..)
  • die Beziehungen zwischen diesen Strukturen sind essentiell für das Verständnis (durch Veränderung der Struktur kann man z.B. eine Frage formen)
  • es werden lexikalische (content words) und funktionale (function words) syntaktische Kategorien unterschieden, die in der Universalgrammatik angelegt sind

Parameter

  • Nicht in allen Sprachen sind die Strukturen, die es auf Satzebene gibt, gleich realisiert
  • Man muss lernen, wie in der spez. Zielsprache diese grundlegende Struktur realisiert ist
  • Parameter = unterschiedliche mögliche Realisierungen einer Struktur      
     (Z.B. Parameter Head: Englisch = Head-first language à in Phrasen wird immer erst Head, dann das Komplement gennant: the girl with the blue trousers; vs. Japanisch eine head-last language: erst Komplement dann head: picture wall on the hanging)
  • Man müsste also lediglich eine Phrase in der Zielsprache hören um zu wissen welche Parameter in dieser Sprache realisiert ist

àStudien haben bestätigt, dass Kinder sobald sie Zwei-Wort-Sätze bilden diese Strukturierung in eine head-first oder head-last Sprache bereits verstanden haben. Dadurch sieht sich die Universalgrammatik bestätigt.

Q:

Usage-Based

Lern und Entwicklungsprozess

(Tomasello) 


           2. Syntaktische Lernprozesse

A:

1. Frühe Syntaktische Entwicklungen

-> Einzelne Wörter / Phrasen


2. Erlernen abstrakter syntaktischer Einheiten:


1. Entrenchment:

= Registrierung wiederkehrender Strukturen  --> kog. Trampelpfad


2. Chunking    

(= ZSF wdk. Strukturen )

 Chunks im im LZG = Tuning 


Kategorisierung      (Vergleichen C)


Schemabildung       (Kg. verkmüpft)


Komposition   

-> bildet komplexe Strukturen aus einfachen

Q:

Allgemeine Bedinungen für den Erstspracherwerb

A:

1. Erfahrbarkeit

vgl.  & va.  usage-based


2. Kindgemäßer Input

-->kurze Sätze, langsam


3. Sprechanlässe


4. Alter

-->sensible Phase -> Gehirn



Erfahrbarkeit: Kinder müssen der Sprache ausgesetzt sein um sie zu erlernen (bezieht sich auf die usage-based Modelle)


 

  1. Kindgemäßer Input: caretakerspeech/child directed speech = Anpassung an kindliches Rezeptionsvermögen àkurze Sätze, langsam, Wiederholungen, Dehnung der Vokale, Begrenzung der syntaktischen Beziehungen, etc. 
  2. Erweiterungsstrategie: unvollständige Aussagen des Kindes werden Paraphrasiert und Erweitert, keine bewusste Korrektur und weisen nicht auf Fehler hin

 

  1. Sprechanlässe: Kinder sind zwar Sprechanlässen ausgesetzt, unternehmen aber auch eigene Anstrengungen --> Bsp. Kind monologisiert beim Sprechen; Warum-Fragen (nicht am Grund an sich interessiert, sondern dem Fortgang am Gespräch)
  2. Alter: Zeitpunkt des Spracherwerbs entscheidend
    • sensible Phase/critical period: ein besonders günstiges Zeitfenster, in dem Spracherwerb bis auf muttersprachliches Niveau ohne Anstrengungen erfolgen kann
    • Man macht die Plastizität des Gehirns dafür verantwortlich
    • Man geht aber nicht mehr davon aus, dass sich dieses „Erwerbsfenster“ ab einem bestimmten Alter wieder schließt!

Optimale Zeitspanne für einen erfolgreichen natürlichen Spracherwerb ab dem 2.Jahr, ab dem 5.Jahr klingt es bereits wieder ab und spätestens ab dem 11. Jahr optimale Phase zu Ende à kann nicht mehr auf wichtige Teile der angeborenen Spracherwerbsfähigkeit zugreifen

 à die Fähigkeit eine Sprache zu lernen bleibt erhalten


Q:

Bedingungen des Zweitspracherwerbs 

A. Alter 

B. Kognitive Faktoren

A:

1. Alter

-> Lentempo/Aussprache = Jünger

--> Grammatik = Älter besser

 

2. Kognitive Faktoren

 A. Intelligenz 

(eher Tb z.b. Lesefähigkeit)

 

B. Sprachlernneigung

(Neigung zu sprachbezogene F.)

 

C. Kognitive Strategien

 a) Mnemotechniken

      --> LOCI- Methode= Ort 

      -->Eselsbrücken

 

b) Elaborationsstategien

    -->Konstruktion (eigene Worte)

    -->Integration (mit neuen Infos)

    -->Transfer  (auf neune SV)

 

c) Metakognitive  Strategien

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