Sozialpsychologie an der Universität Witten/ Herdecke | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Sozialpsychologie an der Universität Witten/ Herdecke

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TESTE DEIN WISSEN
IAT
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TESTE DEIN WISSEN
IAT: Test zur Ermittlung impliziter Einstellungen/Präferenzen
  • Phase 1: Zielkonzept-Klassifikation (z.B. linke Taste: Fleisch, rechte Taste: Gemüse)
  • Phase 2: Attribut-Klassifikation (positiv <-> negativ)
  • Phase 3: Gemischte Klassifikation: künstliche Verbindung Attribut-Konzept (Fleisch, positiv <-> Gemüse, negativ)
  • Phase 4: Umgekehrte Zielkonzept-Klassifikation (rechte Taste: Gemüse, linke Taste:
    Fleisch) 
  • Phase 5: Umgekehrte gemischte Klassifikation (Gemüse, positiv <-> Fleisch, negativ)
  • IAT-Effekt
    • Unterschiedliche Reaktionszeiten in kompatibler vs. inkompatibler Bedingung
      • kompatible Bedingung: präferiertes Konzept + positives Attribut
      • inkompatible Bedingung: präferiertes Konzept + negatives Attribut
    • Berechnung: Zeitdifferenz zwischen kompatibler und inkompatibler Bedingung
      (Phase 5 – Phase 3)
    • Bedeutung: Unterschiede in den Reaktionszeiten werden als unterschiedlich starke Assoziationen zwischen Attribut- und Zielkonzepten interpretiert (Einstellung des Probanden legen eine Assoziation zwischen dem präferierten Konzept und dem positiven Attribut nahe)
    • ACHTUNG: Berechnung immer nur relativ zueinander
  • inhaltl. Bedeutung:  implizite Präferenzen können sichtbar gemacht werden, wenn Probanden schnell/automatisch reagieren müssen. —> Wenn Menschen im Alltag schnell/automatisch reagieren, wirken implizite Einstellungen!

Kritik an IAT:
Reihenfolge, ob zuerst ein stereotypkonsistenter oder zuerst ein stereotypinkonsistenter Durchgang vorliegt, hat einen Effekt auf das Ergebnis.
Reaktion: counterbalancing
zur Eliminierung des Reihenfolgeeffekts: eine Hälfte der Probanden durchläuft zuerst den stereotypkonsistenten, die andere Hälfte zuerst den -inkonsistenten Durchgang
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TESTE DEIN WISSEN
Implizite/explizite Einstellungen
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Einstellung:
Gesamtbewertung eines (Stimulus-) Objekts auf Grundlage kognitiver, affektiver und verhaltensbezogener Informationen (Haddock)

explizite Einstellungen
  • kontrolliert/kontrollierbar
  • introspektiv zugänglich
  • bei Selbstbericht möglicherweise verfälscht, z.B. in Richtung gesellschaftlicher Erwünschtheit

implizite Einstellungen:
  • automatisch aktiviert
  • keine Kontrolle 
  • unbewusst, keine Verfälschung
  • nicht nur konzeptuell sondern auch verhaltenswirksam

Implizite und explizite Einstellungen existieren nebeneinander, je nachdem, ob bewusst reflektiert oder automatisch gedacht/gehandelt wird, werden sie wirksam.
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Experiment 1
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Methoden:
  • Subjekte
    • Männer zwischen 18 und 35 Jahren ohne weibliche Begleitung, die eine von zwei unterschiedliche Brücken passierten
  • Ort
  • zwei Brücken
    • „experimental Brücke“: angsteinflößend (hoch über Felsen, schwingend, niedriges Geländer, etc.
    • „Kontroll Brücke“: kürzer, stabiler, nicht schwingend, hohes Geländer, nicht so hoch und über Seitenarm des Flusses
Ablauf
  • Interviewer spricht Subjekt an und sagt, dass um eine Studie geht, bei der es um den Einfluss von landschaftlichen Attraktionen auf den kreativen Ausdruck ginge
  • Der Fragebogen wurde auf der Brücke ausgefüllt und enthielt:
    • 6 Allgmeine Fragen über das Subjekt
    • Die Aufforderung eine kurze Geschichte zu einem Bild zu schreiben (TAT)
    • Die geschriebenen Geschichten wurden auf einer Skala von 1-5 zu ihrem Sexbezug gescored:
    • Interviewer bietet danach dem Subjekt an, die Studie detaillierter zu erklären, wenn mehr Zeit ist und gibt Telefonnummer
    • Es wurde angenommen, dass die Häufigkeit mit der die Experimental- bzw. Kontrollgruppe anriefen, etwas über deren Hingezogenheit zum/zur Interviewer/in aussagt

Ergebnisse:
TAT Antworten
  • weibliche Interviewerin
    • signifikant mehr sexuelle Inhalte in TAT bei Experimentalgruppe
  • männlicher Interviewer:
    • nicht signifikant mehr sexuelle Inhalte in TAT bei Experimentalgruppe
Behavioral Data
  • weibliche Interviewerin:
    • signifikant mehr Probanden riefen Interviewerin an
  • männlicher Interviewer:
    • nicht signifikant mehr Probanden riefen Interviewer an

Probleme:
  • möglicherweise unterschiedliche Populationen auf den Brücken
    • Experimentalbrücke ist Attraktion und zieht Touristen an
    • Kontrollgruppe wird von heimischen Menschen genutzt
  • Die Experimentalgruppe hatte evt. Weniger Möglichkeiten die Interviewerin anzurufen und sahen weniger Möglichkeiten einer längerfristigen Verbindung zu ihr, weil sie woanders herkamen
  • Der höhere Score im Sex TAT in der Experimentalgruppe kann an der Anwesenheit der attraktiven Frau und nicht an der Angstemotion gelegen haben
  • Zudem: es könnte Persönlichkeitsunterschiede zwischen der kick-suchenden Experimentalgruppe und der Kontrollgruppe geben:
    • Jemand der einen Kick sucht, traut sich evt. Eher die Interviewerin danach anzurufen
    • Persönlichkeitstheorien könnten auf die These hindeuten, dass Menschen die eher Kick suchen auch sexbezogenere Sprache verwenden
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Studie 2
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Ablauf:
  • alles gleich wie bei Experiment 1 außer:
  • um Unterschiede der Personengruppen in der Experimental- und Kontrollgruppe zu vermeiden, wurde als Kontrollgruppe Personen befragt, die die Brücke bereits überquert hatten, aber das musste mindestens 10 min her sein, sodass sie keine Angst oder Erregung mehr verspürten (Menschen, die die Brücke noch nicht überquert hatten wurden nicht befragt, da sie sich noch dagegen entscheiden konnten dies zu tun und sich dann als andere Persönlichkeiten entpuppt hätten)
  • Andere weibliche Interviewerin
  • Kein männlicher Interviewer
—> Kontroll- und Experimentalgruppe stammen aus selber Population

Ergebnisse:
  • TAT: Experimentalgruppe schildert signifikant mehr sexuelle Inhalte als Kontrollgruppe
  • Behavioral Data: Experimentalgruppe ruft Interviewerin signifikant häufiger an als Kontrollgruppe
—> Bestätigung der Ergebnisse aus Experiment 1

Probleme:
  • Interviewerin wusste nichts von der Hypothese der Studie und wurde stark von den Wissenschaftlern angeleitet, dennoch könnte sie die Experimental- und Kontrollgruppe unterschiedlich behandelt haben (ihr Abstand zu den Subjekten wurde kontrolliert, aber andere Variablen wie Blickkontakt o.ä. nicht)
  • Die Interviewerin hat evt. auf der Brücke hilfloser/ängstlich („Lady in distress“-Gestalt) gewirkt im Gegensatz zum Park hinter der Brücke, wo die Kontrollgruppe interviewt wurde
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Studie 3
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Aufgrund von den Problemen des Studienaufbaus aus Experiment 2, wurde eine 3. Studie im Labor durchgeführt.
Ablauf
  • wie Schachters Studie 1959
  • Subjekt und attraktive Konfidentin
  • Wissenschaftler erklärt, dass es zwei Stufen der Elektroschocke gäbe: ein sehr schmerzhafter und ein leichter, fast angenehmer. Wer welchen erhält sei zufällig
  • Die beiden müssen eine Münze werfen, welche Stufe sie jeweils bekommt
  • die beiden füllen außerhalb des Raums in separaten, abgetrennten Bereichen einen Fragebogen zu ihrem Befinden aus
  • Fragebogen mit drei Teilen:
    • Gefühle zum Experiment + Prüfung der Angstmanipulation
    • Gefühle zur Konfidentin + zwei Attraktivitätsfragen
    • TAT aus Studie 1 und 2
–> 2 x 2-Faktor-Design: Schmerz/kein Schmerz, Schmerz/kein Schmerz der Konfidentin 

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Wie wird die „Lady in distress“-Gestalt manipuliert in Experiment 3?
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Es gibt zwei Bedingungen:
  • Der Proband erwartet einen starken/schwachen Schock.
  • Die Konfidentin erwartet einen starken/schwachen Schock und der Proband weiß davon.
Der Einfluss der „Lady-in-Distress“-Gestalt kann betrachtet werden, weil er gemessen wird. Wie hoch ist die interpersonale Attraktion, wenn der Proband weiß, dass die Konfidentin einen starken Schock erhält? 

Da sich die interpersonelle Hingezogenheit des Probanden nur erhöht, wenn er selbst einen starken Schock erwartet, unabhängig von der Schockstärke der Konfidentin, kann der Schluss gezogen werden, dass die physiologische Erregung des Probanden einen Einfluss auf dessen Hingezogenheit zur Konfidentin hat und die „Lady-in-Distress“-Gestalt nicht. 
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Anderes Konzept, das sich auf dem Gebiet von embodied cognition untersuchen lässt, sprachliche Metaphern dafür, Hypothesen, Untersuchungsmethode?
Welche Konzepte würden bei einer empirischen Überprüfung wahrscheinlich gegen die Theorie des embodied cognition sprechen?
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Anderes Konzept: etwas, das weiter oben/hoch ist, ist überlegen 

sprachliche Metaphern: hoher Beamte/sozialer Status/Tier, hochkarätig, die Oberhand haben, hochbegabt, Oberbürgermeister, etc.

Hypothese: körperliche Erfahrung von Größe/räuml. Erhöhung haben einen Einfluss auf die Einschätzung von Macht/Einfluss/Fähigkeit

Untersuchungsmethode: Proband sollen Einfluss von Politikern, Organisationen, Institutionen einschätzen, während sie entweder auf dem Boden sitzen, auf einem Stuhl oder auf einem hohen Stuhl 

Konzepte, die gegen embodied cognition sprechen könnten:

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Action based model
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  • Eine Dissonanzreduktion führt zu erhöhtem commitment führt zu einer Verstärkung unmoralischen Verhaltens
  • Verhalten wird durch das Abwerten bzw. Auslöschen anderer Alternativen gerechtfertigt („spreading of alternatives (apart)“)
    • Polarisierung der Alternativen: durch schwierige Entscheidung wird gewählte Option umso stärker erhöht/als attraktiver angesehen
  • Beispiel: Entscheidung für oder gegen Fleisch in der Cafeteria:
    • 1. Tag: kognitive Dissonanz, schwierige Entscheidung, Dissonanzreduktion durch Entscheidung --> Erhöhung der Entscheidung, Verstärkung
    • 2. Tag: Entscheidungsschema vom Vortag schon parat, weniger kognitive Dissonanz, Entscheidung kann schon leichter getroffen werden
    • 3. Tag: noch weniger Dissonanz…
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Passive Strategien der Dissonanzreduktion 
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Damit kognitive Dissonanz entstehen kann, muss über Verhalten und Moral reflektiert werden, was durch verschiedene Strategien verhindert wird:
  • Handeln aus Gewohnheit, führt zu automatischem, unreflektiertem Handeln
  • Aktive Strategien zur Dissonanzreduktion verbreiten das unerwünschte Verhalten innerhalb einer Gesellschaft
    • Menschen lernen durch Beobachtung: Wenn Menschen beobachtet werden, die ein (moralisch verwerfliches) Verhalten zeigen, wird angenommen, dass diese Menschen Einstellungen haben, die mit dem Verhalten in Einklang stehen
    • Mikro-Level Dissonanzreduktion kann zu Makro-Level Polarisation führen
    • Durch die Überzeugung anderer von einem (moralisch verwerflichen) Verhalten, wird soziale Unterstützung hergestellt
  • Kulturelle Normen und Praxen entwickeln sich um Verhaltensweisen, die Dissonanz hervorrufen könnten
    • Institutionalisierung:  
      • Institutionen (z.B. Regierung) verhalten sich so, dass Menschen nicht mir kognitiver Dissonanz konfrontiert sind (z.B. Distanz zwischen Tier und Produkt schaffen) 
    • Ritualisierung: 
      • Rituale werden automatisch ausgeführt (z.B. Braten an Weihnachten)
      • Durch diese Rituale können Menschen sich in Einklang mit sozialen Werten/Normen oder Gruppennormen setzen




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Worum geht es in der Studie?
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Es wird ein Modell beschrieben, das Versuchung als Konflikt zwischen
  • einerseits impulsivem Verhalten (Verlangen, Drang) und
  • andererseits Selbstkontrolle konzeptualisiert. 
Nach Meinung der Autorinnen wurde in vorangegangener Forschung das Augenmerk vor allem auf den Aspekt der Selbstkontrolle gelegt. Daher entwickeln sie eine Herangehensweise für die Erforschung von Verhalten in Situationen der Versuchung, die beide Seiten,
nämlich impulsives Verhalten und Selbstkontrolle, gleichsam in den Fokus nimmt.
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Was ist ein Impuls?
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  • Ein Impuls…
    • 1. … ist eher spezifisch als unspezifisch und wird aktiviert, wenn globale Motivationen (z.B. Durst) auf spezifische aktivierende Merkmale in der Umgebung treffen
    • 2. … besitzt einen starken („hot“) Anreiz ein relativ primitives hedonisches Verhalten auf einen bestimmten Reiz auszuführen
    • 3. … ist räumlich und zeitlich unmittelbar ausgerichtet auf kurzfristige Belohnung, die Anziehungskraft verkleinert sich schnell bei zeitlicher und räumlicher Trennung
    • 4. … besitzt häufig ein Drang ein bestimmtes Verhalten auszuführen, typischerweise der Drang sich einer Versuchung zu nähern oder abzuwenden (kann sehr automatisch ablaufen, Bemerken erst am Ende der Handlung)
  • Impulse stehen in Konflikt mit Langzeitzielen
  • Es gibt viele unterschiedliche Mechanismen mit denen Menschen ihre Langzeitziele verbiegen, um sie in Einklang mit aktuellen Versuchungen zu bringen
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Warum Mitgliedschaft in einer Gruppe? 
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  • Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung
  • Andere als Informationsquelle/Orientierung (Verhaltensregeln, beiläufiger sozialer Einfluss, Identitätsfindung)
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  • 10154 Karteikarten
  • 169 Studierende
  • 2 Lernmaterialien

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Q:
IAT
A:
IAT: Test zur Ermittlung impliziter Einstellungen/Präferenzen
  • Phase 1: Zielkonzept-Klassifikation (z.B. linke Taste: Fleisch, rechte Taste: Gemüse)
  • Phase 2: Attribut-Klassifikation (positiv <-> negativ)
  • Phase 3: Gemischte Klassifikation: künstliche Verbindung Attribut-Konzept (Fleisch, positiv <-> Gemüse, negativ)
  • Phase 4: Umgekehrte Zielkonzept-Klassifikation (rechte Taste: Gemüse, linke Taste:
    Fleisch) 
  • Phase 5: Umgekehrte gemischte Klassifikation (Gemüse, positiv <-> Fleisch, negativ)
  • IAT-Effekt
    • Unterschiedliche Reaktionszeiten in kompatibler vs. inkompatibler Bedingung
      • kompatible Bedingung: präferiertes Konzept + positives Attribut
      • inkompatible Bedingung: präferiertes Konzept + negatives Attribut
    • Berechnung: Zeitdifferenz zwischen kompatibler und inkompatibler Bedingung
      (Phase 5 – Phase 3)
    • Bedeutung: Unterschiede in den Reaktionszeiten werden als unterschiedlich starke Assoziationen zwischen Attribut- und Zielkonzepten interpretiert (Einstellung des Probanden legen eine Assoziation zwischen dem präferierten Konzept und dem positiven Attribut nahe)
    • ACHTUNG: Berechnung immer nur relativ zueinander
  • inhaltl. Bedeutung:  implizite Präferenzen können sichtbar gemacht werden, wenn Probanden schnell/automatisch reagieren müssen. —> Wenn Menschen im Alltag schnell/automatisch reagieren, wirken implizite Einstellungen!

Kritik an IAT:
Reihenfolge, ob zuerst ein stereotypkonsistenter oder zuerst ein stereotypinkonsistenter Durchgang vorliegt, hat einen Effekt auf das Ergebnis.
Reaktion: counterbalancing
zur Eliminierung des Reihenfolgeeffekts: eine Hälfte der Probanden durchläuft zuerst den stereotypkonsistenten, die andere Hälfte zuerst den -inkonsistenten Durchgang
Q:
Implizite/explizite Einstellungen
A:
Einstellung:
Gesamtbewertung eines (Stimulus-) Objekts auf Grundlage kognitiver, affektiver und verhaltensbezogener Informationen (Haddock)

explizite Einstellungen
  • kontrolliert/kontrollierbar
  • introspektiv zugänglich
  • bei Selbstbericht möglicherweise verfälscht, z.B. in Richtung gesellschaftlicher Erwünschtheit

implizite Einstellungen:
  • automatisch aktiviert
  • keine Kontrolle 
  • unbewusst, keine Verfälschung
  • nicht nur konzeptuell sondern auch verhaltenswirksam

Implizite und explizite Einstellungen existieren nebeneinander, je nachdem, ob bewusst reflektiert oder automatisch gedacht/gehandelt wird, werden sie wirksam.
Q:
Experiment 1
A:
Methoden:
  • Subjekte
    • Männer zwischen 18 und 35 Jahren ohne weibliche Begleitung, die eine von zwei unterschiedliche Brücken passierten
  • Ort
  • zwei Brücken
    • „experimental Brücke“: angsteinflößend (hoch über Felsen, schwingend, niedriges Geländer, etc.
    • „Kontroll Brücke“: kürzer, stabiler, nicht schwingend, hohes Geländer, nicht so hoch und über Seitenarm des Flusses
Ablauf
  • Interviewer spricht Subjekt an und sagt, dass um eine Studie geht, bei der es um den Einfluss von landschaftlichen Attraktionen auf den kreativen Ausdruck ginge
  • Der Fragebogen wurde auf der Brücke ausgefüllt und enthielt:
    • 6 Allgmeine Fragen über das Subjekt
    • Die Aufforderung eine kurze Geschichte zu einem Bild zu schreiben (TAT)
    • Die geschriebenen Geschichten wurden auf einer Skala von 1-5 zu ihrem Sexbezug gescored:
    • Interviewer bietet danach dem Subjekt an, die Studie detaillierter zu erklären, wenn mehr Zeit ist und gibt Telefonnummer
    • Es wurde angenommen, dass die Häufigkeit mit der die Experimental- bzw. Kontrollgruppe anriefen, etwas über deren Hingezogenheit zum/zur Interviewer/in aussagt

Ergebnisse:
TAT Antworten
  • weibliche Interviewerin
    • signifikant mehr sexuelle Inhalte in TAT bei Experimentalgruppe
  • männlicher Interviewer:
    • nicht signifikant mehr sexuelle Inhalte in TAT bei Experimentalgruppe
Behavioral Data
  • weibliche Interviewerin:
    • signifikant mehr Probanden riefen Interviewerin an
  • männlicher Interviewer:
    • nicht signifikant mehr Probanden riefen Interviewer an

Probleme:
  • möglicherweise unterschiedliche Populationen auf den Brücken
    • Experimentalbrücke ist Attraktion und zieht Touristen an
    • Kontrollgruppe wird von heimischen Menschen genutzt
  • Die Experimentalgruppe hatte evt. Weniger Möglichkeiten die Interviewerin anzurufen und sahen weniger Möglichkeiten einer längerfristigen Verbindung zu ihr, weil sie woanders herkamen
  • Der höhere Score im Sex TAT in der Experimentalgruppe kann an der Anwesenheit der attraktiven Frau und nicht an der Angstemotion gelegen haben
  • Zudem: es könnte Persönlichkeitsunterschiede zwischen der kick-suchenden Experimentalgruppe und der Kontrollgruppe geben:
    • Jemand der einen Kick sucht, traut sich evt. Eher die Interviewerin danach anzurufen
    • Persönlichkeitstheorien könnten auf die These hindeuten, dass Menschen die eher Kick suchen auch sexbezogenere Sprache verwenden
Q:
Studie 2
A:
Ablauf:
  • alles gleich wie bei Experiment 1 außer:
  • um Unterschiede der Personengruppen in der Experimental- und Kontrollgruppe zu vermeiden, wurde als Kontrollgruppe Personen befragt, die die Brücke bereits überquert hatten, aber das musste mindestens 10 min her sein, sodass sie keine Angst oder Erregung mehr verspürten (Menschen, die die Brücke noch nicht überquert hatten wurden nicht befragt, da sie sich noch dagegen entscheiden konnten dies zu tun und sich dann als andere Persönlichkeiten entpuppt hätten)
  • Andere weibliche Interviewerin
  • Kein männlicher Interviewer
—> Kontroll- und Experimentalgruppe stammen aus selber Population

Ergebnisse:
  • TAT: Experimentalgruppe schildert signifikant mehr sexuelle Inhalte als Kontrollgruppe
  • Behavioral Data: Experimentalgruppe ruft Interviewerin signifikant häufiger an als Kontrollgruppe
—> Bestätigung der Ergebnisse aus Experiment 1

Probleme:
  • Interviewerin wusste nichts von der Hypothese der Studie und wurde stark von den Wissenschaftlern angeleitet, dennoch könnte sie die Experimental- und Kontrollgruppe unterschiedlich behandelt haben (ihr Abstand zu den Subjekten wurde kontrolliert, aber andere Variablen wie Blickkontakt o.ä. nicht)
  • Die Interviewerin hat evt. auf der Brücke hilfloser/ängstlich („Lady in distress“-Gestalt) gewirkt im Gegensatz zum Park hinter der Brücke, wo die Kontrollgruppe interviewt wurde
Q:
Studie 3
A:
Aufgrund von den Problemen des Studienaufbaus aus Experiment 2, wurde eine 3. Studie im Labor durchgeführt.
Ablauf
  • wie Schachters Studie 1959
  • Subjekt und attraktive Konfidentin
  • Wissenschaftler erklärt, dass es zwei Stufen der Elektroschocke gäbe: ein sehr schmerzhafter und ein leichter, fast angenehmer. Wer welchen erhält sei zufällig
  • Die beiden müssen eine Münze werfen, welche Stufe sie jeweils bekommt
  • die beiden füllen außerhalb des Raums in separaten, abgetrennten Bereichen einen Fragebogen zu ihrem Befinden aus
  • Fragebogen mit drei Teilen:
    • Gefühle zum Experiment + Prüfung der Angstmanipulation
    • Gefühle zur Konfidentin + zwei Attraktivitätsfragen
    • TAT aus Studie 1 und 2
–> 2 x 2-Faktor-Design: Schmerz/kein Schmerz, Schmerz/kein Schmerz der Konfidentin 

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Q:
Wie wird die „Lady in distress“-Gestalt manipuliert in Experiment 3?
A:
Es gibt zwei Bedingungen:
  • Der Proband erwartet einen starken/schwachen Schock.
  • Die Konfidentin erwartet einen starken/schwachen Schock und der Proband weiß davon.
Der Einfluss der „Lady-in-Distress“-Gestalt kann betrachtet werden, weil er gemessen wird. Wie hoch ist die interpersonale Attraktion, wenn der Proband weiß, dass die Konfidentin einen starken Schock erhält? 

Da sich die interpersonelle Hingezogenheit des Probanden nur erhöht, wenn er selbst einen starken Schock erwartet, unabhängig von der Schockstärke der Konfidentin, kann der Schluss gezogen werden, dass die physiologische Erregung des Probanden einen Einfluss auf dessen Hingezogenheit zur Konfidentin hat und die „Lady-in-Distress“-Gestalt nicht. 
Q:
Anderes Konzept, das sich auf dem Gebiet von embodied cognition untersuchen lässt, sprachliche Metaphern dafür, Hypothesen, Untersuchungsmethode?
Welche Konzepte würden bei einer empirischen Überprüfung wahrscheinlich gegen die Theorie des embodied cognition sprechen?
A:
Anderes Konzept: etwas, das weiter oben/hoch ist, ist überlegen 

sprachliche Metaphern: hoher Beamte/sozialer Status/Tier, hochkarätig, die Oberhand haben, hochbegabt, Oberbürgermeister, etc.

Hypothese: körperliche Erfahrung von Größe/räuml. Erhöhung haben einen Einfluss auf die Einschätzung von Macht/Einfluss/Fähigkeit

Untersuchungsmethode: Proband sollen Einfluss von Politikern, Organisationen, Institutionen einschätzen, während sie entweder auf dem Boden sitzen, auf einem Stuhl oder auf einem hohen Stuhl 

Konzepte, die gegen embodied cognition sprechen könnten:

Q:
Action based model
A:
  • Eine Dissonanzreduktion führt zu erhöhtem commitment führt zu einer Verstärkung unmoralischen Verhaltens
  • Verhalten wird durch das Abwerten bzw. Auslöschen anderer Alternativen gerechtfertigt („spreading of alternatives (apart)“)
    • Polarisierung der Alternativen: durch schwierige Entscheidung wird gewählte Option umso stärker erhöht/als attraktiver angesehen
  • Beispiel: Entscheidung für oder gegen Fleisch in der Cafeteria:
    • 1. Tag: kognitive Dissonanz, schwierige Entscheidung, Dissonanzreduktion durch Entscheidung --> Erhöhung der Entscheidung, Verstärkung
    • 2. Tag: Entscheidungsschema vom Vortag schon parat, weniger kognitive Dissonanz, Entscheidung kann schon leichter getroffen werden
    • 3. Tag: noch weniger Dissonanz…
Q:
Passive Strategien der Dissonanzreduktion 
A:
Damit kognitive Dissonanz entstehen kann, muss über Verhalten und Moral reflektiert werden, was durch verschiedene Strategien verhindert wird:
  • Handeln aus Gewohnheit, führt zu automatischem, unreflektiertem Handeln
  • Aktive Strategien zur Dissonanzreduktion verbreiten das unerwünschte Verhalten innerhalb einer Gesellschaft
    • Menschen lernen durch Beobachtung: Wenn Menschen beobachtet werden, die ein (moralisch verwerfliches) Verhalten zeigen, wird angenommen, dass diese Menschen Einstellungen haben, die mit dem Verhalten in Einklang stehen
    • Mikro-Level Dissonanzreduktion kann zu Makro-Level Polarisation führen
    • Durch die Überzeugung anderer von einem (moralisch verwerflichen) Verhalten, wird soziale Unterstützung hergestellt
  • Kulturelle Normen und Praxen entwickeln sich um Verhaltensweisen, die Dissonanz hervorrufen könnten
    • Institutionalisierung:  
      • Institutionen (z.B. Regierung) verhalten sich so, dass Menschen nicht mir kognitiver Dissonanz konfrontiert sind (z.B. Distanz zwischen Tier und Produkt schaffen) 
    • Ritualisierung: 
      • Rituale werden automatisch ausgeführt (z.B. Braten an Weihnachten)
      • Durch diese Rituale können Menschen sich in Einklang mit sozialen Werten/Normen oder Gruppennormen setzen




Q:
Worum geht es in der Studie?
A:
Es wird ein Modell beschrieben, das Versuchung als Konflikt zwischen
  • einerseits impulsivem Verhalten (Verlangen, Drang) und
  • andererseits Selbstkontrolle konzeptualisiert. 
Nach Meinung der Autorinnen wurde in vorangegangener Forschung das Augenmerk vor allem auf den Aspekt der Selbstkontrolle gelegt. Daher entwickeln sie eine Herangehensweise für die Erforschung von Verhalten in Situationen der Versuchung, die beide Seiten,
nämlich impulsives Verhalten und Selbstkontrolle, gleichsam in den Fokus nimmt.
Q:
Was ist ein Impuls?
A:
  • Ein Impuls…
    • 1. … ist eher spezifisch als unspezifisch und wird aktiviert, wenn globale Motivationen (z.B. Durst) auf spezifische aktivierende Merkmale in der Umgebung treffen
    • 2. … besitzt einen starken („hot“) Anreiz ein relativ primitives hedonisches Verhalten auf einen bestimmten Reiz auszuführen
    • 3. … ist räumlich und zeitlich unmittelbar ausgerichtet auf kurzfristige Belohnung, die Anziehungskraft verkleinert sich schnell bei zeitlicher und räumlicher Trennung
    • 4. … besitzt häufig ein Drang ein bestimmtes Verhalten auszuführen, typischerweise der Drang sich einer Versuchung zu nähern oder abzuwenden (kann sehr automatisch ablaufen, Bemerken erst am Ende der Handlung)
  • Impulse stehen in Konflikt mit Langzeitzielen
  • Es gibt viele unterschiedliche Mechanismen mit denen Menschen ihre Langzeitziele verbiegen, um sie in Einklang mit aktuellen Versuchungen zu bringen
Q:
Warum Mitgliedschaft in einer Gruppe? 
A:
  • Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Anerkennung
  • Andere als Informationsquelle/Orientierung (Verhaltensregeln, beiläufiger sozialer Einfluss, Identitätsfindung)
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