Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen an der Universität Osnabrück

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Ein allmählicher Übergang: Die Phase des Erwachsenwerdens 

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Emerging Adulthood

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Risiken & Resilienz im jungen Erwachsenenalter 

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Persönlichkeitsveränderungen im frühen Erwachsenenalter nach Erikson

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Was ist die soziale Uhr und wie beeinflusst sie die Entwicklung im Erwachsenenalter?

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die Partnerwahl (romantische Liebe)


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Bowlby's inneres Arbeitsmodell


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Ausblick auf die Lebensspanne: Bindungsmuster in der Kindheit & Liebesbeziehungen im Erwachsenenalter 


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Meilensteine des Familienlebenszyklus, die im frühen Erwachsenenalter vorherrschen 

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Auszug aus dem Elternhaus 

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Übergang in die Ehe 

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Zufriedenheit in der Ehe 

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Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Ein allmählicher Übergang: Die Phase des Erwachsenwerdens 

  • Emerging Adulthood (Übergangsphase Teenageralter & junges Erwachsenenalter 
  • Ende des Teenager-Jahre bis Mitte 20 -> gekennzeichnet durch 
    • 1. Gefühl zwischen Teenager und Erwachsener zu sein (Übergang, kein abrupter Wechsel)
    • 2. Identitätsexploration (Identitätsfindung geht weiter -> erheblich verlängert heutzutage)
    • 3. Selbstorientiert, Fehlen von Verpflichtungen (kein Egozentrismus -> Freunde und Eltern von Bedeutung -> obwohl man schon Verpflichtungen eingeht, hat man viel mehr Wahlmöglichkeiten
    • 4. Ungewissheit und Möglichkeiten
  • Einstellungen und Werthaltungen erweitern sich 
  • bessere moral. Urteilsfähigkeit 
  • Lebenssinn, Selbstwirksamkeit, Entschlossenheit & Verantwortungsbewusstsein -> Identitätsfindung -> Handlungsselbst 


Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Emerging Adulthood

  • schnelle kulturelle Veränderungen 
  • niedriges SÖS = früheres Arbeiten, Familiengründung -> weniger Zeit für Exploration (frühes Commitment erforderlich)
  • WEIRD Länder = von Identitätssuche und psych. Aspekten geprägt (Selbstständigkeit)
    • kollektivistische Kulturen -> Rücksicht auf andere, Selbstbeherrschung 
    • Kulturen mit niedrigerem SÖS -> kurze Phase des Erwachsenwerdens (WEIRD = längere Phase -> nicht der durchschnitt)
    • Globalisierung stark verbreitet -> Emerging Adulthood ausgeprägt

Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Risiken & Resilienz im jungen Erwachsenenalter 

  • aktivere Rolle als jemals zuvor, kann auch zu Enttäuschungen führen 
  • engagierte Exploration verlängert frühe Risiken 
  • häufige Einsamkeit 

Faktoren, die einen reibungslosen Übergang zum Erwachsenenalter unterstützen (-> Resilienz verbessern)

  • 1. kog. Eigenschaften (Resilienz -> Fähigkeit Herausforderungen zu überwinden, Streben nach Wissen, Wissen über Soft- und Hardskills)
  • 2. emo. und soz. Eigenschaften: bessere Regulation & Kontrolle (zeigen von Emotionen), Selbstwertgefühl, Konfliktlösung, Empathie, sehr individuell 
  • sozialer Rückhalt 
    • (1) Eltern, Gleichaltrige, Mentoren 
    • (2) gute Verbindung zu Schule, Vereine, Arbeitsumfeld, etc.

Faktoren, die zu einer schlechteren Anpassung beitragen 

  • wiederholte negative Ereignisse (dramatisch -> Scheidung, Tod, etc.) -> niedrige Resilienz -> kleine alltägliche Dinge haben keinen dramatischen Einfluss
  • übertriebene elterliche Fürsorge -> "Helikoptereltern" (Eltern weiterhin Einfluss) -> sehr viel Kontrolle = Prädiktor für Depressionen 


-> fast alle junge Menschen -> soz. Rückhalt -> optimistischer Blick in die Zukunft 

Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Persönlichkeitsveränderungen im frühen Erwachsenenalter nach Erikson

Eriksons psychosoziale Entwicklungstheorie: Intimität versus Isolierung 

  • Balance zwischen Selbstbestimmung und Intimität
  • eingehen einer dauerhaften Verpflichtung gegenüber einem intimen Partner 
  • Intimität:
    • etw. Unabhängigkeit abgeben 
    • Identität neu definieren 
    • erfolgreiche Lösung des Konflikts: -> Bereit für die Entwicklungsstufe des mittleren Erwachsenenalters & Generativität 
  • Isolierung:
    • fehlende Bereitschaft für dauerhafte Bindung -> Identitätsmoratorium korreliert negativ mit Treue und Liebe 
    • Befürchtung eigene Identität zu verlieren 
    • Bedrohung durch Nähe (keine Bindungen eingehen)
    • Konkurrenz- anstatt KOoperationsgedanke 
    • Intimität hängt nicht nur von Beziehung an sich ab, sonder auch die Qualität der Beziehung und Eigenschaften des Partners 


Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Was ist die soziale Uhr und wie beeinflusst sie die Entwicklung im Erwachsenenalter?

Der Lebenszyklus: Erwachsenenalter 

  • Stereotypen, wie das Leben aussehen könnte/Meilensteine, die auf fast jede Person Einfluss haben
  • 1. frühes Erwachsenenalter 
    • Auszug aus dem Elternhaus 
    • Karriere 
    • Heirat 
    • Elternschaft
  • 2. Mittleres Erwachsenenalter
    • Karriere
    • Großziehen der Kinder
  • 3. Spätes Erwachsenenalter
    • Rente
    • Altwerden 
    • Tod des (Ehe)Partners
  • -> Stress am höchsten in den Übergagsphasen 

die soziale Uhr 

  • betrifft Kultur- & Generatiosbedingte Einflüsse auf die Entwicklung
  • altersabhängige Erwartungen an wichtige Lebensereignisse 
  • "Musterplan für Lebenszyklus"
  • befolgen des Plans = Selbstwertgefühl und soz. Stabilität <-> Verspätung = psych. Belastung 
  • Erwartungen werden von Generation zu Generation flexibler
  • weiblicher Zeitplan 
    • frühe Heirat, Kinder = Verantwortungsgefühlt. Selbstkontrolle, Fürsorge <-> weniger Selbstwertgefühl, Gefühl der Angreifbarkeit 
  • männlicher Zeitplan 
    • Karriere, Beförderung bis Ende 20 -> dominat, gesellig, unabhängig, intellektuell effektiv <-> Selbstzweifeln, Inkompetenz, Einsamkeit

Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

die Partnerwahl (romantische Liebe)


grundsätzlich -> notwendig: langfristige emotionale Verbindung; nicht zwangsweise romantischer Partner (können auch Freunde, Geschwister, Kollegen sein)

Die Partnerwahl:

  • Suche nach Lebenspartner -> einer der wichtigsten Meilensteine im jungen Erwachsenen alter -> Auswirkungen auf das Selbstkonzept, psych. Wohlbefinden 
  • Partnersuche nach Ähnlichkeiten 
    • in Alter, Bildung, Ethnizität, Persönlichkeit, Intelligenz, Körpergröße, körperliche Attraktivität
    • je größer Ähnlichkeit, desto zufriedener ist die Beziehung & desto größer Chance, das die Beziehung länger anhält 
  • unterschied. Schwerpunktssetzung je nach Geschlecht 
    • M:
      •  körperl. Attraktivität 
      • haushälterische Qualitäten 
      • jüngere Partnerin
      • früh physische Intimität -> Fokus auf Fruchtbarkeit
    • W:
      • Intelligenz 
      • Ehrlichkeit
      • finanzieller Status
      • moralische Integrität und psych. Intimität 
      • Männern mindestens genauso groß wie die Frau
      • Wohlergehen des Nachwuschses
  •  soziale Lerntheorie:
    • Lernen früh  Persönlichkeitseigenschaften wertzuschätzen, die zum trad. Familienbild passen 
  • Einfluss des Zeitalters & kult. Unterschied 
    • Anähern (westl. Kultur) hinsichtlich Vorlieben (z.B. beide legen Wert auf finaz. Status)
  • M und W
    • gegenseitige Anziehung
    • Verlässlichkeit
    • emot. reife 
    • befriedigende Beziehung im Fokus
  • Homosexuelle 
    • geschlechtstyp. Vorlieben 
  • andere Einflussfaktoren 
    • Kontext, in dem man sich trifft
    • Timing
    • frühe Eltern-Kind-Bindung/Beziehung
  • Attributation & Zufriedenheit 
    • glückliche Paare:
      • pos: Internal (von innen, aus der Person selbst), Global, Stabil
      • neg: External, spezifisch, instabil
    • unglückliche Paare
      • pos: external (von äußeren Umständen bestimmt), spezifisch, instabil
      • neg: internal, global, stabil
  • fundamentaler Attributionsfehler
    • Neigung zur Annahme -> Verhalten anderer Person internal beeinflusst und unser eher external


Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Bowlby's inneres Arbeitsmodell


1. Bindung zur Bezugsperson 

  • Mutter gibt sicheres Gefühl
  • kümmert sich -> sichere Bindung 

2. inneres Arbeitsmodell

  • Bild von Bindungen aus der Kindheit -> 
  • 3 Erwartungen 
    • 3a eigene Beziehung zu anderen 
    • 3b habe ich Liebe verdient 
    • 3c können andere mich unterstützen (lieben und mir helfen)


Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Ausblick auf die Lebensspanne: Bindungsmuster in der Kindheit & Liebesbeziehungen im Erwachsenenalter 


frühe Bindungen -> inneres Arbeitsmodell: Reihe von Erwartungen an Bindungsfiguren -> "Leitlinien für Beziehunge"

a) sichere Bindung 

  • Selbstkonzept als liebenswerte Menschen 
  • wenig Angst, verlassen zu werden 
  • mitfühlend & unterstützend Partner gegenüber 
  • befriedigende sex. Aktivität

b) Unsicher-vermeidende Bindung

  • Unabhängigkeit
  • Misstrauen & Angst vor Nähe 
  • Eifersucht & emot. Distanz
  • wenig Freude an Körperkontakt 
  • kurzlebige sex. Beziehungen 
  • unrealistische Annahmen über Beziehungen 

c) unsicher-ambivalente Bindung 

  • völlige Verschmelzung mit anderen Menschen 
  • Angst, andere Menschen zu überwältigen 
  • Eifersuch und Hochs & Tiefs
  • Zweifel an Zuneigung der Partners 
  • unangebrachte Informationen über sich selbst 
  • Ausdruck von Wut & Angst 

Bewertung früher Bindungserfahrungen durch Erwachsene 

  • Einfluss auf Erziehungsverhalten 
  • Mitbestimmung der Liebesbeziehungen im Erwachsenenalter 

Kritik:

  • (1) Partnerattribute beeinflussen auch das innere Arbeitsmodell & Liebesbeziehungen 
  • (2) inneres Arbeitsmodell wird kontinuierlich "aktualisiert" (kann sich mit wechselnden Partnern ändern)
  • (3) starke kulturelle Unterschiede


Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Meilensteine des Familienlebenszyklus, die im frühen Erwachsenenalter vorherrschen 

  • Auszug aus dem Elternhaus
  • Übergang in die Ehe 
  • Zufriedenheit in der Ehe
  • die Entscheidun Kinder zu bekommen 
  • der Übergang zur Elternschaft


Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Auszug aus dem Elternhaus 

  • Durchschnittsalter während der letzten 60 Jahre zurückgegangen 
  • finanzielle Unabhängigkeit ist wichtiger geworden 
  • Studium als Grund -> früherer Auszug
  • Heirat, Arbeitsstelle als Grund -> Auszug später
  • Scheidungskinder -> früherer Auszug 
  • Elternhaus als "sichere Ausgangsbasis" -> kein Zeichen von Schwäche
  • Kultur, SÖS, Ethnizität beeinflussen Möglichkeit zu & Interesse an einem Auszug (kollekt. Kulturen -> späterer Auszug)
  • sichere Eltern-Kind-Bindung <-> Auszug und Annahme von erwachsenen Rollen 
  • mögliche neg. Folgen = finanzielle Not, soziale Einsamkeit 

Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Übergang in die Ehe 

  • Ehe = langfristige Beziehungen (ähnlicher Status)
  • weniger Eheschließungen und Heiratsalter steigt
  • zwei Systeme müssen sich zu neuem Subsystem zusammenschließen 
  • eheliche Rollen 
    • individuelle Entscheidungen jetzt gemeinsam 
    • wandelnde Geschlechterrollen -> schwierig eigene Beziehungen zu definieren 
    • heutzutage wenig starker Wendepunkt -> Leben häufig schon vorher zusammen 
  • Traditionelle Ehen
    • trad. Rollen -> M: Oberhaupt, Ernährer -> wirtsch. Fürsorge
    • W: liebevolle Fürsorge für Mann, Kinder & Heim 
  • Egalitäre Ehen:
    • Gleichberechtigung (Macht und Autorität) 
    • gleich viel Bezug zu Beruf und familiären Verpflichtungen -> Vorstellung bei gebildeten Frauen 
    • Realität: Doppelverdienerfamilien (M: mehr Fürsorge für Kinder; W: deutlich mehr Haushalt)
  • -> meist unausgeglichene Arbeitsteilung -> Zwischenform traditionelle und egalitäre Ehen

Kapitel 14 die emotionale und soziale Entwicklung beim jungen Erwachsenen

Zufriedenheit in der Ehe 

positive Auswirkungen:

  • -> Zufriedenheit und Stabilität
  • ähnlicher SÖS, Bildung, Religion, Alter
  • höheres Heiratsalter 
  • liebevolle, pos. Beziehungen zu Verwandtschaft (stabile Ehen)
  • geteilte familiäre Verpflichtungen (faire Verteilung)
  • gesicherter finaz. und beruflicher Status 
  • emot. pos. Persönlichkeit -> Konfliktlösungsfähigkeiten 
  • gemeinsame Aktivitäten, Ziele und Werte 
  • "rosarote Brille"
  • M > W: Zufriedenheit (tendenziell)
  • W: Unzufrieden v.a. bei Überforderung 
  • Zufriedenheit beider Seiten (wegen Gleichberechtigung) -> Harmonie 



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