Kapitel 11: Die Körperliche Und Kognitive Entwicklung In Der Adoleszenz an der Universität Osnabrück | Karteikarten & Zusammenfassungen

Lernmaterialien für Kapitel 11: Die körperliche und kognitive Entwicklung in der Adoleszenz an der Universität Osnabrück

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Wie haben sich die Konzepte der Adoleszenz über das letzte Jahrhundert verändert?

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Die Biologische Perspektive:

  • Pubertät sei eine biologische Entwicklung
  • G. Stanley Hall: "Sturm und Drang"
  • Anna Freud: "Entwicklungsstörung"
    • genitale Phase --> sexuelle Impulse erwachen erneut und lösen psychische Konflikte und impulsives Verhalten aus --> erfüllt biologische Bestimmung (=Fortpflanzung)
    • stürmische Phase, psychologische Konflikte --> biologisch verursacht


Die soziale Perspektive:

  • Vorstellung von "Sturm und Drang" ist übertrieben
  • Häufigkeit psychologischer Störungen steigt nur leicht an, dazu etwa gleich groß wie bei Erwachsenen
  • emotionale Turbulenzen kein zwangsläufiges Merkmal der Adoleszenz
  • Margaret Mead:
    • soziales Umfeld für die Bandbreite der Teenager-Gefühle verantwortlich
    • Wissenschaft muss soziale und kulturbedingte Einflüsse in höherem Maß berücksichtigen
    • klare kulturelle Unterschiede in der Adoleszenz


Ein ausgewogener Standpunkt:

  • biologische, psychische und soziale Kräfte wirken zusammen um die Entwicklung in der Adoleszenz zu prägen
  • biologische Veränderungen sind universell --> bei allem Primaten in allen Kulturen
  • innerliche Belastungen und soziale Erwartungen können Momente von Unsicherheit, Selbstzweifeln und Enttäuschungen hervorrufen (kindliche Verhaltensweisen ablegen, neue zwischenmenschliche Beziehungen eingehen, mehr Verantwortung übernehmen)
  • Länge der Adoleszenz variiert in vers. Kulturen:
    • vom Stammes- und Dorfgemeinschaften geprägte Kulturen --> kurze Phasen der Adoleszenz
    • Industrieländer/bildungsorientierter --> verlängerte Phase der Adoleszenz
      • viele Jahre von den Eltern abhängig --> müssen produktives Arbeitsleben vorbereiten --> Familiengründung aufschieben
      • frühe Adoleszenz: 11-14 Jahre --> rasche pubertäre Veränderungen
      • mittlere Adoleszenz: 14-16 Jahre --> pubertäre Veränderungen beinahe abgeschlossen
      • späte Adoleszenz: 16-18 Jahre (teilweise noch länger) --> ganz erwachsenes Aussehen, stellt sich darauf ein, erwachsene Rollen einzunehmen
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Hormonelle Veränderungen während der Pubertät

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Hormonelle Entwicklungen steuern:


1. Steigerung der Körpergröße

  • Wachstumshormon (WH)/Somatotropin (STH)
    • körperliches Wachstum
    • Reifung des Skeletts


2. Geschlechtsreife:

  • von Geschlechtshormonen gesteuert
  • sowohl Östrogene als auch Androgene bei beiden Geschlechtern --> aber in unterschiedlichen Mengen
  • Östrogene steigern die Ausschüttung von Wachstumshormonen --> pubertärer Wachstumsschub --> in Verbindung mit Androgenen eine Verdichtung der Knochenstruktur


  • Jungen:
    • Hoden schütten viel Testosteron aus --> Wachstum von Muskeln, Körper- und Gesichtsbehaarung und andere männliche Geschlechtsmerkmale
    • Androgene tragen auch zum Körperwachstum bei
    • Hoden schütten kleine Mengen von Östrogenen aus --> vorübergehendes Brustwachstum
  • Mädchen:
    • Eierstöcke schütten Östrogene aus --> Reifung von Brüsten, Gebärmutter und Scheide, weibliche Proportionen, Fettpolster anlegen
    • Östrogene --> Steuerung des Menstruationszyklus
    • Nebennieren-Androgene --> Längenwachstum, Wachstum von Scham- und Achselbehaarung
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Beschreiben Sie Körperwachstum, motorische Leistung und sexuelle Reifung während der Pubertät.

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Körperliches Wachstum/Wachstumsschub:

  • schneller Zuwachs an Körpergröße und -gewicht
  • Mädchen ab ca. 10 Jahre
  • Jungen ab ca. 12,5 Jahre
  • Östrogene lösen in stärkerem Maße die Ausschüttung des Wachstumshormons aus (hemmen die später dann auch wieder)
  • Mädchen sind anfangs größer und schwerer als Jungen, ab Alter von etwa 14 Jahren genau umgekehrt
  • körperliches Wachstum endet, wenn die Epiphysen am Ender der Knochen vollständig schließen
    • Mädchen --> ca. 17 Jahre
    • Jungen --> ca. 17,5 - 21 Jahre
  • insgesamt 
    • 25-28 cm Körpergröße
    • 23-34 kg Körpergewicht (fast die Hälfte des Körpergewichts eines Erwachsenen)


Sexuelle Reifung:

  • primäre Geschlechtsmerkmale --> Fortpflanzungsorgane
  • sekundäre Geschlechtsmerkmale --> körperlich sichtbar und dienen als zusätzliches Zeichen der sexuellen Reife
  • Merkmale entwickeln sich in einer ziemlich feststehenden Reihenfolge
  • typischerweise --> pubertäre Entwicklung dauert ca. 4 Jahre


  • Mädchen:
    • primäre Geschlechtsmerkmale: Eierstöcke, Gebärmutter und Scheide
    • sekundäre Geschlechtsmerkmale: Wachstum der Brüste, Achsel- und Schambehaarunf
    • Menarche --> erste Menstruation --> hängt vom Körperwachstum ab --> so lange hinausgezögert, bis das Mädchen in der Lage wäre ein Kind auszutragen
    • Mädchen mit höherem BMI in der Regel früher ihre Menstruation
  • Jungen:
    • primäre Geschlechtsorgane: Hoden, Hodensack und Penis
    • sekundäre Geschlechtsorgane: z.B. Achsel- und Schambehaarung
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Welche Veränderungen des Gehirns treten während der Pubertät auf?

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Erweiterung synaptischer Verbindungen


1. Synapseneliminierung (Pruning)

  • weniger genutzte Verbindungen werden ausgedünnt
  • es gibt auch neue Verbindungen, aber insgesamt gibt es weniger neue Verbindungen als Verbindungen, die gekappt werden --> mehr Effizienz


2. Myelinisierung

  • Gliazellen werden gebildet --> mehr Effizienz


führt zu:

  • verbesserte Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhälften durch den Balken, zwischen Frontallappen und anderen Gehirnregionen
  • Verbesserung vieler kognitiver Fertigkeiten
    • höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit, Verbesserung der Bereich der Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planungsvermögen, Integration von Informationen und Selbstkontrolle


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Die Rolle der körperliche Attraktivität (in Bezug auf Früh- oder Spätentwickler)

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  • weibliches Idealbild --> attraktiv gilt als dünn und langbeinig
  • männliches Idealbild --> groß, breitschultrig und muskulös
  • bei Mädchen wird das spätreifende Mädchen eher als positiv angesehen und bei Jungen haben frühreife eines "passenderes" Körperbild
  • Körperbild: Wahrnehmung des eigenen Körpers und die eigene Einstellung dazu
  • weiße Mädchen haben das kulturbedingte Ideal stark verinnerlicht --> streben nach einem dünnen Körper
  • Jungen sind weniger beständig in ihrer Selbstbeurteilung
  • schnell reifende Frühentwickler (Jungen) sind häufiger mit dem eigenen Körperbild zufrieden
  • Körperbild ist ein starker Prädiktor für das Selbstwertgefühl eins jungen Menschen
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Wann fühlen sich Jugendliche am wohlsten mit ihren Peers?

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  • am wohlsten mit Peers, die ihrer eigenen biologischen Reife entsprechen
  • andernfalls fühlen sich Früh- und Spätentwickler meist "deplatziert"
  • FrühentwicklerInnen such sich meist ältere Freunde
    • diese ermutigen sie zu Aktivitäten, die sie emotional noch nicht bewältigen können
    • z.B. sexuelle Aktivitäten, Drogen-/Alkoholkonsum
  • darauf können emotionale Belastungen und abfallende schulische Leistungen resultieren
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Langzeitfolgen von Frühreife

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  • besonders frühreife Mädchen leiden unter Langzeitfolgen
  • schlechtere Beziehungen zu Familie und Freunden
  • weniger Lebenszufriedenheit
  • Belastungen der Pubertät --> schlechtere schulische Leistungen und führen zu ungünstigen Peereinflüssen --> schlechtere Anpassung wird erweitert und verstärkt
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Beschreiben Sie Faktoren, die in Verbindung mit Essstörungen stehen

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Ernährung in der Adoleszenz:

  • Gesundheitsentscheidungen werden wichtig mit zunehmender Autonomie
  • schnelles Lörperwachstum führt zu einem starken Anstieg der Nahrungsaufnahme
  • häufig Eisenmangel (besonders bei Mädchen durch Menstruation)
  • gemeinsame Mahlzeiten mit Teenagern können Ernährung erheblich verbessern
  • besonders Mädchen neigen zu Modediäten


Essstörungen:

  • besonders gefährdet: frühreife Mädchen, die in Familien aufwachsen, in denen viel Wert auf Gewicht und Aussehen gelegt wird
  • sehr strenge Diät --> stärkste Prädiktor für eine Essstörung
  • Anorexia nervosa --> Magersucht
  • Bulimia nervosa --> Bulimie
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Anorexia Nervosa / Magersucht

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  • junger Erwachsener hungert absichtlich, weil er die zwanghafte Angst hat, dick zu werden
  • Häufigkeit von Magersucht in den letzten 50 Jahren stark gestiegen (in allen SÖS-Gruppen gleich häufig)
  • 90% Mädchen
  • 10%  Jungen --> Hälfte von ihnen homo- oder bisexuell --> fühlen sich mit muskulösem Körper nicht wohl


Symptome:

  • extrem verzerrtes Körperbild --> halten sich trotz Untergewicht für zu schwer
  • treiben exzessiv Sport --> um nicht mehr zuzunehmen
  • verlieren 25-50% ihres Körpergewichts
  • Menarche tritt nicht ein/Menstruation setzt aus
  • Mangelernährung führt zu blasser Haut, brüchigen Nägeln, feinen Haaren, extreme Kältempfindlichkeit


gesundheitliche Folgen:

  • Herzmuskeln schrumpfen
  • Nierenversagen
  • irreversible Hirnschäden
  • Verluste von Knochenmasse

--> etwa 6% sterben (entweder durch gesundheitliche Folgen oder Suizid)


Ursachen:

  • genetische Einfllüsse
  • Anomalien von Neurotransmittern, die mit Ängsten und Impulskontrolle einher gehen
  • unrealistische, perfektionistische Erwartungen an sich selbst
  • emotional gehemmt --> vermeiden enge Beziehungen
  • gesellschaftliches Schlankheitsideal --> trägt zum schlechteren Körperbild bei
  • Frühreifung in der Pubertät
  • elterliche Attribute können zu anhalten Ängsten und verbissenem Streben nach Perfektion führen


Behandlung:

  • Therapie schwierig --> leugnen Störung /spielen sie herunter
  • Einweisung in ein Krankenhaus --> lebensbedrohliche Unterernährung verhindern
  • Erfolgreich: Familientherapie in Kombi mit Medikamenten zum Abbau von Ängsten und Anomalien von Neurotransmittern


  • nur etwa 50% vollständig geheilt
  • viele später eine weniger extreme Form der Essstörung
  • 10% --> danach Bulimie
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Bulimie nervosa / Bulimie

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  • junge Erwachsene halten streng Diat, treiben exzessiv Sport um sich danach Essattacken hinzueben, auf die häufig absichtliches Erbrechen und die Einnahme von Abführmitteln folgt
  • 2-4% der Teenager betroffen


Symptome:

  • abnormale Essgewohnheiten
  • depressive Emotionen
  • Erbrechen


gesundheitliche Folgen:

  • Zahnschmelz wird geschödigt
  • Schädigung von Hals und Magen


Ursachen:

  • durch Vererbung beeinflusst
  • Übergewicht und früh eintretende Menarche erhöhen das Risiko
  • manche sind Perfektionisten
  • den meisten fehlt es an Selbstkontrolle, impulsive junge Menschen, die den Nervenkitze suchen
  • zeigen oft problematische Verhaltensweisenn


Behandlung:

  • leichter zu behandeln als Magersucht --> oft deprimiert und schuldbewusst --> suchen nach Hilfe
  • Selbsthilfegruppen
  • Ernährungsberatung
  • Übungen zur Veränderung der Essgewohnheiten
  • Anxiolytika (Angstlöser), Antidepressiva, Appetitzügler



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Welche wichtigen kognitiven Veränderungen finden während der Adoleszenz statt?

-Hypothetisch-deduktives Denken-


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Hypothetisch-deduktives Denken:

  • Piaget: formal-operationale Stufe mit etwa 11 Jahren 
  • mit Problem konfrontiert --> stellt zunächst eine Hypothese aus, folgert/deduziert darauf logische, überprüfbare Schlüsse
  • isoliert und kombiniert Variablen systematisch --> um herauszufinden, welcher der Schlüsse sich in der realen Welt bestätigt
  • ein Art der Problemlösung, die bei den Möglichkeiten anfängt und dann in die Realität übergeht
  • ein Faktor nach dem anderen wird variiert und die anderen dabei immer konstant gehalten --> jede Variable wird einzeln geprüft, dann, falls erforderlich werden bestimmte Variablen kombiniert


Propositionales Denken:

  • wird auch als Aussagenlogik bezeichnet
  • die Logik eine Proposition (verbale Aussage) zu beurteilen, ohne sich auf (Umstände der realen Welt zu beziehen)
    • Entweder der Chip in meiner ist grün oder er ist nicht grun
    • der Chip in meiner Hand ist grün und er ist nicht grün
  • Heranwachsende analysieren die Logik der Aussage
  • verstehen, dass die "entweder -oder" Aussage immer richtig ist, und die "und" Aussage immer falsch
  • formale Operationen erfordern auf Sprache beruhende und andere symbolische Systeme, die nicht für reale Objekte stehen


Wissenschaftliches Denken:

  • Fähigkeit, Theorie und Evidenz zu unterschieden und logische Regeln zu benutzen, um deren Zusammenhang zu ergründen (Abgleichung von Theorie und Beobachtung)
  • Denna Kuhn: verbessert sich stetig von der Kindheit bis zur Adoleszenz
  • Entwicklung dauert bis zum Erwachsenenalter an, auch danach
  • Einflussfaktoren:
    • Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
    • Exposition komplexer Probleme
    • Metakognitives Denken


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Welche wichtigen kognitiven Veränderungen finden während der Adoleszenz statt?

- Propositionales Denken-

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Propositionales Denken:

  • wird auch als Aussagenlogik bezeichnet
  • die Logik eine Proposition (verbale Aussage) zu beurteilen, ohne sich auf (Umstände der realen Welt zu beziehen)
    • Entweder der Chip in meiner ist grün oder er ist nicht grun
    • der Chip in meiner Hand ist grün und er ist nicht grün
  • Heranwachsende analysieren die Logik der Aussage
  • verstehen, dass die "entweder -oder" Aussage immer richtig ist, und die "und" Aussage immer falsch
  • formale Operationen erfordern auf Sprache beruhende und andere symbolische Systeme, die nicht für reale Objekte stehen



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Q:

Wie haben sich die Konzepte der Adoleszenz über das letzte Jahrhundert verändert?

A:

Die Biologische Perspektive:

  • Pubertät sei eine biologische Entwicklung
  • G. Stanley Hall: "Sturm und Drang"
  • Anna Freud: "Entwicklungsstörung"
    • genitale Phase --> sexuelle Impulse erwachen erneut und lösen psychische Konflikte und impulsives Verhalten aus --> erfüllt biologische Bestimmung (=Fortpflanzung)
    • stürmische Phase, psychologische Konflikte --> biologisch verursacht


Die soziale Perspektive:

  • Vorstellung von "Sturm und Drang" ist übertrieben
  • Häufigkeit psychologischer Störungen steigt nur leicht an, dazu etwa gleich groß wie bei Erwachsenen
  • emotionale Turbulenzen kein zwangsläufiges Merkmal der Adoleszenz
  • Margaret Mead:
    • soziales Umfeld für die Bandbreite der Teenager-Gefühle verantwortlich
    • Wissenschaft muss soziale und kulturbedingte Einflüsse in höherem Maß berücksichtigen
    • klare kulturelle Unterschiede in der Adoleszenz


Ein ausgewogener Standpunkt:

  • biologische, psychische und soziale Kräfte wirken zusammen um die Entwicklung in der Adoleszenz zu prägen
  • biologische Veränderungen sind universell --> bei allem Primaten in allen Kulturen
  • innerliche Belastungen und soziale Erwartungen können Momente von Unsicherheit, Selbstzweifeln und Enttäuschungen hervorrufen (kindliche Verhaltensweisen ablegen, neue zwischenmenschliche Beziehungen eingehen, mehr Verantwortung übernehmen)
  • Länge der Adoleszenz variiert in vers. Kulturen:
    • vom Stammes- und Dorfgemeinschaften geprägte Kulturen --> kurze Phasen der Adoleszenz
    • Industrieländer/bildungsorientierter --> verlängerte Phase der Adoleszenz
      • viele Jahre von den Eltern abhängig --> müssen produktives Arbeitsleben vorbereiten --> Familiengründung aufschieben
      • frühe Adoleszenz: 11-14 Jahre --> rasche pubertäre Veränderungen
      • mittlere Adoleszenz: 14-16 Jahre --> pubertäre Veränderungen beinahe abgeschlossen
      • späte Adoleszenz: 16-18 Jahre (teilweise noch länger) --> ganz erwachsenes Aussehen, stellt sich darauf ein, erwachsene Rollen einzunehmen
Q:

Hormonelle Veränderungen während der Pubertät

A:

Hormonelle Entwicklungen steuern:


1. Steigerung der Körpergröße

  • Wachstumshormon (WH)/Somatotropin (STH)
    • körperliches Wachstum
    • Reifung des Skeletts


2. Geschlechtsreife:

  • von Geschlechtshormonen gesteuert
  • sowohl Östrogene als auch Androgene bei beiden Geschlechtern --> aber in unterschiedlichen Mengen
  • Östrogene steigern die Ausschüttung von Wachstumshormonen --> pubertärer Wachstumsschub --> in Verbindung mit Androgenen eine Verdichtung der Knochenstruktur


  • Jungen:
    • Hoden schütten viel Testosteron aus --> Wachstum von Muskeln, Körper- und Gesichtsbehaarung und andere männliche Geschlechtsmerkmale
    • Androgene tragen auch zum Körperwachstum bei
    • Hoden schütten kleine Mengen von Östrogenen aus --> vorübergehendes Brustwachstum
  • Mädchen:
    • Eierstöcke schütten Östrogene aus --> Reifung von Brüsten, Gebärmutter und Scheide, weibliche Proportionen, Fettpolster anlegen
    • Östrogene --> Steuerung des Menstruationszyklus
    • Nebennieren-Androgene --> Längenwachstum, Wachstum von Scham- und Achselbehaarung
Q:

Beschreiben Sie Körperwachstum, motorische Leistung und sexuelle Reifung während der Pubertät.

A:

Körperliches Wachstum/Wachstumsschub:

  • schneller Zuwachs an Körpergröße und -gewicht
  • Mädchen ab ca. 10 Jahre
  • Jungen ab ca. 12,5 Jahre
  • Östrogene lösen in stärkerem Maße die Ausschüttung des Wachstumshormons aus (hemmen die später dann auch wieder)
  • Mädchen sind anfangs größer und schwerer als Jungen, ab Alter von etwa 14 Jahren genau umgekehrt
  • körperliches Wachstum endet, wenn die Epiphysen am Ender der Knochen vollständig schließen
    • Mädchen --> ca. 17 Jahre
    • Jungen --> ca. 17,5 - 21 Jahre
  • insgesamt 
    • 25-28 cm Körpergröße
    • 23-34 kg Körpergewicht (fast die Hälfte des Körpergewichts eines Erwachsenen)


Sexuelle Reifung:

  • primäre Geschlechtsmerkmale --> Fortpflanzungsorgane
  • sekundäre Geschlechtsmerkmale --> körperlich sichtbar und dienen als zusätzliches Zeichen der sexuellen Reife
  • Merkmale entwickeln sich in einer ziemlich feststehenden Reihenfolge
  • typischerweise --> pubertäre Entwicklung dauert ca. 4 Jahre


  • Mädchen:
    • primäre Geschlechtsmerkmale: Eierstöcke, Gebärmutter und Scheide
    • sekundäre Geschlechtsmerkmale: Wachstum der Brüste, Achsel- und Schambehaarunf
    • Menarche --> erste Menstruation --> hängt vom Körperwachstum ab --> so lange hinausgezögert, bis das Mädchen in der Lage wäre ein Kind auszutragen
    • Mädchen mit höherem BMI in der Regel früher ihre Menstruation
  • Jungen:
    • primäre Geschlechtsorgane: Hoden, Hodensack und Penis
    • sekundäre Geschlechtsorgane: z.B. Achsel- und Schambehaarung
Q:

Welche Veränderungen des Gehirns treten während der Pubertät auf?

A:

Erweiterung synaptischer Verbindungen


1. Synapseneliminierung (Pruning)

  • weniger genutzte Verbindungen werden ausgedünnt
  • es gibt auch neue Verbindungen, aber insgesamt gibt es weniger neue Verbindungen als Verbindungen, die gekappt werden --> mehr Effizienz


2. Myelinisierung

  • Gliazellen werden gebildet --> mehr Effizienz


führt zu:

  • verbesserte Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhälften durch den Balken, zwischen Frontallappen und anderen Gehirnregionen
  • Verbesserung vieler kognitiver Fertigkeiten
    • höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit, Verbesserung der Bereich der Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planungsvermögen, Integration von Informationen und Selbstkontrolle


Q:

Die Rolle der körperliche Attraktivität (in Bezug auf Früh- oder Spätentwickler)

A:
  • weibliches Idealbild --> attraktiv gilt als dünn und langbeinig
  • männliches Idealbild --> groß, breitschultrig und muskulös
  • bei Mädchen wird das spätreifende Mädchen eher als positiv angesehen und bei Jungen haben frühreife eines "passenderes" Körperbild
  • Körperbild: Wahrnehmung des eigenen Körpers und die eigene Einstellung dazu
  • weiße Mädchen haben das kulturbedingte Ideal stark verinnerlicht --> streben nach einem dünnen Körper
  • Jungen sind weniger beständig in ihrer Selbstbeurteilung
  • schnell reifende Frühentwickler (Jungen) sind häufiger mit dem eigenen Körperbild zufrieden
  • Körperbild ist ein starker Prädiktor für das Selbstwertgefühl eins jungen Menschen
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Q:

Wann fühlen sich Jugendliche am wohlsten mit ihren Peers?

A:
  • am wohlsten mit Peers, die ihrer eigenen biologischen Reife entsprechen
  • andernfalls fühlen sich Früh- und Spätentwickler meist "deplatziert"
  • FrühentwicklerInnen such sich meist ältere Freunde
    • diese ermutigen sie zu Aktivitäten, die sie emotional noch nicht bewältigen können
    • z.B. sexuelle Aktivitäten, Drogen-/Alkoholkonsum
  • darauf können emotionale Belastungen und abfallende schulische Leistungen resultieren
Q:

Langzeitfolgen von Frühreife

A:
  • besonders frühreife Mädchen leiden unter Langzeitfolgen
  • schlechtere Beziehungen zu Familie und Freunden
  • weniger Lebenszufriedenheit
  • Belastungen der Pubertät --> schlechtere schulische Leistungen und führen zu ungünstigen Peereinflüssen --> schlechtere Anpassung wird erweitert und verstärkt
Q:

Beschreiben Sie Faktoren, die in Verbindung mit Essstörungen stehen

A:

Ernährung in der Adoleszenz:

  • Gesundheitsentscheidungen werden wichtig mit zunehmender Autonomie
  • schnelles Lörperwachstum führt zu einem starken Anstieg der Nahrungsaufnahme
  • häufig Eisenmangel (besonders bei Mädchen durch Menstruation)
  • gemeinsame Mahlzeiten mit Teenagern können Ernährung erheblich verbessern
  • besonders Mädchen neigen zu Modediäten


Essstörungen:

  • besonders gefährdet: frühreife Mädchen, die in Familien aufwachsen, in denen viel Wert auf Gewicht und Aussehen gelegt wird
  • sehr strenge Diät --> stärkste Prädiktor für eine Essstörung
  • Anorexia nervosa --> Magersucht
  • Bulimia nervosa --> Bulimie
Q:

Anorexia Nervosa / Magersucht

A:
  • junger Erwachsener hungert absichtlich, weil er die zwanghafte Angst hat, dick zu werden
  • Häufigkeit von Magersucht in den letzten 50 Jahren stark gestiegen (in allen SÖS-Gruppen gleich häufig)
  • 90% Mädchen
  • 10%  Jungen --> Hälfte von ihnen homo- oder bisexuell --> fühlen sich mit muskulösem Körper nicht wohl


Symptome:

  • extrem verzerrtes Körperbild --> halten sich trotz Untergewicht für zu schwer
  • treiben exzessiv Sport --> um nicht mehr zuzunehmen
  • verlieren 25-50% ihres Körpergewichts
  • Menarche tritt nicht ein/Menstruation setzt aus
  • Mangelernährung führt zu blasser Haut, brüchigen Nägeln, feinen Haaren, extreme Kältempfindlichkeit


gesundheitliche Folgen:

  • Herzmuskeln schrumpfen
  • Nierenversagen
  • irreversible Hirnschäden
  • Verluste von Knochenmasse

--> etwa 6% sterben (entweder durch gesundheitliche Folgen oder Suizid)


Ursachen:

  • genetische Einfllüsse
  • Anomalien von Neurotransmittern, die mit Ängsten und Impulskontrolle einher gehen
  • unrealistische, perfektionistische Erwartungen an sich selbst
  • emotional gehemmt --> vermeiden enge Beziehungen
  • gesellschaftliches Schlankheitsideal --> trägt zum schlechteren Körperbild bei
  • Frühreifung in der Pubertät
  • elterliche Attribute können zu anhalten Ängsten und verbissenem Streben nach Perfektion führen


Behandlung:

  • Therapie schwierig --> leugnen Störung /spielen sie herunter
  • Einweisung in ein Krankenhaus --> lebensbedrohliche Unterernährung verhindern
  • Erfolgreich: Familientherapie in Kombi mit Medikamenten zum Abbau von Ängsten und Anomalien von Neurotransmittern


  • nur etwa 50% vollständig geheilt
  • viele später eine weniger extreme Form der Essstörung
  • 10% --> danach Bulimie
Q:

Bulimie nervosa / Bulimie

A:
  • junge Erwachsene halten streng Diat, treiben exzessiv Sport um sich danach Essattacken hinzueben, auf die häufig absichtliches Erbrechen und die Einnahme von Abführmitteln folgt
  • 2-4% der Teenager betroffen


Symptome:

  • abnormale Essgewohnheiten
  • depressive Emotionen
  • Erbrechen


gesundheitliche Folgen:

  • Zahnschmelz wird geschödigt
  • Schädigung von Hals und Magen


Ursachen:

  • durch Vererbung beeinflusst
  • Übergewicht und früh eintretende Menarche erhöhen das Risiko
  • manche sind Perfektionisten
  • den meisten fehlt es an Selbstkontrolle, impulsive junge Menschen, die den Nervenkitze suchen
  • zeigen oft problematische Verhaltensweisenn


Behandlung:

  • leichter zu behandeln als Magersucht --> oft deprimiert und schuldbewusst --> suchen nach Hilfe
  • Selbsthilfegruppen
  • Ernährungsberatung
  • Übungen zur Veränderung der Essgewohnheiten
  • Anxiolytika (Angstlöser), Antidepressiva, Appetitzügler



Q:

Welche wichtigen kognitiven Veränderungen finden während der Adoleszenz statt?

-Hypothetisch-deduktives Denken-


A:

Hypothetisch-deduktives Denken:

  • Piaget: formal-operationale Stufe mit etwa 11 Jahren 
  • mit Problem konfrontiert --> stellt zunächst eine Hypothese aus, folgert/deduziert darauf logische, überprüfbare Schlüsse
  • isoliert und kombiniert Variablen systematisch --> um herauszufinden, welcher der Schlüsse sich in der realen Welt bestätigt
  • ein Art der Problemlösung, die bei den Möglichkeiten anfängt und dann in die Realität übergeht
  • ein Faktor nach dem anderen wird variiert und die anderen dabei immer konstant gehalten --> jede Variable wird einzeln geprüft, dann, falls erforderlich werden bestimmte Variablen kombiniert


Propositionales Denken:

  • wird auch als Aussagenlogik bezeichnet
  • die Logik eine Proposition (verbale Aussage) zu beurteilen, ohne sich auf (Umstände der realen Welt zu beziehen)
    • Entweder der Chip in meiner ist grün oder er ist nicht grun
    • der Chip in meiner Hand ist grün und er ist nicht grün
  • Heranwachsende analysieren die Logik der Aussage
  • verstehen, dass die "entweder -oder" Aussage immer richtig ist, und die "und" Aussage immer falsch
  • formale Operationen erfordern auf Sprache beruhende und andere symbolische Systeme, die nicht für reale Objekte stehen


Wissenschaftliches Denken:

  • Fähigkeit, Theorie und Evidenz zu unterschieden und logische Regeln zu benutzen, um deren Zusammenhang zu ergründen (Abgleichung von Theorie und Beobachtung)
  • Denna Kuhn: verbessert sich stetig von der Kindheit bis zur Adoleszenz
  • Entwicklung dauert bis zum Erwachsenenalter an, auch danach
  • Einflussfaktoren:
    • Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
    • Exposition komplexer Probleme
    • Metakognitives Denken


Q:

Welche wichtigen kognitiven Veränderungen finden während der Adoleszenz statt?

- Propositionales Denken-

A:

Propositionales Denken:

  • wird auch als Aussagenlogik bezeichnet
  • die Logik eine Proposition (verbale Aussage) zu beurteilen, ohne sich auf (Umstände der realen Welt zu beziehen)
    • Entweder der Chip in meiner ist grün oder er ist nicht grun
    • der Chip in meiner Hand ist grün und er ist nicht grün
  • Heranwachsende analysieren die Logik der Aussage
  • verstehen, dass die "entweder -oder" Aussage immer richtig ist, und die "und" Aussage immer falsch
  • formale Operationen erfordern auf Sprache beruhende und andere symbolische Systeme, die nicht für reale Objekte stehen



Kapitel 11: Die körperliche und kognitive Entwicklung in der Adoleszenz

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