Intelligenz an der Universität Marburg

Karteikarten und Zusammenfassungen für Intelligenz an der Universität Marburg

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Was ist Intelligenz


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Wie kann man Intelligenz messen

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Was versteht man unter Hochbegabung?

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Wie hängen Intelligenz und Schulleistung zusammen?

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Was ist induktives Denken und wie kann man es fördern?

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Globale Intelligenzmodelle (Bspl.)

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Nenne die 9 Primärfaktoren nach Thurstone

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Hierarchische Modelle

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Erläutere die Intelligenzkonzeption von Cattel

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Was versteht man unter Fluider und kristallisierter Intelligenz?

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gf

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gc

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Intelligenz

Was ist Intelligenz


Drei Kernaspekte: 

1) Fähigkeit mit Abstraktion umzugehen

2) Fähigkeit Probleme zu lösen

3) Fähigkeit zu lernen



Intelligenz wird meist definiert als allgemeine Fähigkeit zum Denken oder Problemlösen in Situationen, die für das Individuum neuartig, d.h. nicht durch Lernerfahrungen vertraut sind, sodass keine automatisierte Handlungsroutinen zur Problemlösung eingesetzt werden können. Die bekannte Definition Wechslers.beinhaltet darüber hinaus, dass intelligentes (Problemlöse-) Verhalten auch "zweckvoll" und "vernünftig", also ökonomisch sinnvoll sein soll. Perleth (2008)


Intelligenz ist die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinander zu setzen. Wechsler 1964

Intelligenz

Wie kann man Intelligenz messen

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Intelligenz

Was versteht man unter Hochbegabung?

•  quantitativ definiert: Ein Mensch ist hochbegabt, sofern sein IQ 130 oder mehr Punkte beträgt. Damit wären statistisch 2,37% aller Menschen hochbegabt. 

•  drückt sich nicht in qualitativen Unterschieden (zu Normalbegabten) aus

 • Hochleistende sind Personen, die herausragende Leistungen erbringen

 • Hochbegabung ist ein Potential (Kompetenz), das sich in Hochleistung (Performanz) ausdrücken kann, aber nicht muss (Umsetzung von Potential in Leistung hängt von vielen Drittvariablen, wie Motivation, Arbeitsstil, Unterstützung etc., ab

Intelligenz

Wie hängen Intelligenz und Schulleistung zusammen?

Studie von Deary et al. (2007)

• N = 70.000 englische SchülerInnen 

• Intelligenz gemessen im Alter von 11 Jahren wurde zur Vorhersage des Abschlussexamens im Alter von 16 Jahren eingesetzt

 • 25 verschiedene Schulfächer, ein Gesamtfaktor „Schulleistung“ 

• Korrelation mit Gesamtfaktor Schulleistung r = 0.81

 • Korrelationen mit den Leistungen in den 25 verschiedenen Fächern variierte zwischen r = .77 (Mathematik) und r = .43 (Kunst und Design) 

• Generell waren die Beziehungen zu Leistungen in Hauptfächern höher als zu Leistungen in Nebenfächern 


Alterskorrelierte Prädiktion (Jensen, 1981; Rost, 2009) 

Vorhersage des Schulerfolgs durch den IQ nimmt mit der Zeit ab: 

• Grundschule (elementary school) r = .60-.70 

• Weiterführende Schule (high school) r = .50-.60 

• Beginn Hochschulstudium (college) r = .40-.50

 • Fortgeschrittenes Studium (graduate school) r = .30-.40

 -> Ursache liegt in Verringerung der Intelligenzvarianz 

-> Hohe Bedeutung des IQ bleibt über die Zeit gleich

Intelligenz

Was ist induktives Denken und wie kann man es fördern?

Induktion = Schluss von Einzelfällen auf allgemeine Gesetzmäßigkeiten 

Beispiel Einzelbeobachtung: Alle bisher beobachteten Schwäne sind weiß  Induktiver Schluss: Alle Schwäne sind weiß X 

→ Ein Induktiver Schluss lässt nur Wahrscheinlichkeitsaussagen zu! 

→ Wenn dieser auch logisch häufig nicht zulässig ist, kommt dem induktiven Denken dennoch eine große Bedeutung zu! 


• Thurstone: Induktives Denken ist eine primäre Denkfähigkeit

 • Spearman: Faktor g – wesentlich bestimmt durch Prozesse des induktiven Denkens

 • Cattell: Faktor gf der fluiden Intelligenz 


→ Fast alle Intelligenztests beinhalten daher Aufgaben zum induktiven Denken 

→ Training des induktiven Denkens kann zur Steigerung der allgemeinen Intelligenz und Problemlösungskompetenzen beitragen


Intelligenz

Globale Intelligenzmodelle (Bspl.)

- Binet und Simon (1905) gelten als die Urväter der psychometrischen Intelligenzforschung. Sie sahen Intelligenz als eine ganzheitliche und homogene Fähigkeit an. 

William Stern (1911, 1912) entwickelte den Klassiker der Intelligenzforschung, den „Intelligenzquotienten“ („IQ“) 

• Spearman (1927) postulierte einen allgemeinen Intelligenzfaktor („g“, was für generell intelligence steht)

Intelligenz

Nenne die 9 Primärfaktoren nach Thurstone

• Thurstone (1938) postuliert mehrere voneinander unabhängige geistige Primärfaktoren

 • Raumvorstellung (Beurteilung, ob im Raum gedrehte Körper gleich sind)

 • Sprachverständnis (Synonyme und Antonyme erkennen)

 • Wortflüssigkeit (schnell Worte z.B. mit Anfangsbuchstaben „B“ generieren) 

• Rechenfertigkeit (einfache Rechenoperationen schnell ausführen zu können)

 • Induktion (Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge erkennen) 

• Wahrnehmungsgeschwindigkeit (Ähnlichkeiten und Unterschiede schnell erkennen) 

• Deduktion (Schlussfolgerungen ziehen können)

 • Mechanisches Gedächtnis (Auswendiglernen und Reproduzieren) 

• Arithmetisches Schlussfolgern 

Intelligenz

Hierarchische Modelle

Den hierarchischen Modellen liegt eine hierarchische Ordnung von Intelligenzkomponenten zugrunde. Auf der obersten Ebene steht der Generalfaktor. Dieser wird in Teilkomponenten aufgespalten.

Intelligenz

Erläutere die Intelligenzkonzeption von Cattel

Cattell unterscheidet zwischen 

• Fluider (flüssiger) Intelligenz (gf), die die (weitgehend angeborene) Fähigkeit meint, „in neuartigen Situationen und anhand von sprachfreiem, figuralem Material, Denkprobleme zu erfassen, Beziehungen herzustellen, Regeln zu erkennen, Merkmale zu identifizieren und rasch wahrzunehmen“. gf hat Ähnlichkeiten mit Spearmans „g“ (generell intelligence). 

• Kristallisierter Intelligenz (gc), die insbesondere das über Erfahrung erworbene Wissen einer Person umfasst. Sie ist daher stark abhängig von Lerngelegenheiten und Umwelteinflüssen. Voraussetzung ist eine hohe fluide Intelligenz und förderliche Lernumwelten.

Intelligenz

Was versteht man unter Fluider und kristallisierter Intelligenz?

 Fluide und kristallisierte Intelligenz sind empirisch gewonnene Konstrukte, nämlich Ergebnisse einer „aufwärtsgerichteten“ Faktorenanalyse von Primärfaktoren (Primärfaktoren im Sinne Thurstones).

 Die o.g. Intelligenzen stellen dabei Faktoren zweiter Ordnung dar.

Intelligenz

gf

setzt sich zusammen aus z.B.

 - Figurale Beziehungen (Matrixaufgaben oder Analogien)

 - Gedächtnisleistung (Wiedergabe von Zahlen- oder Buchstabenreihen)

 - Induktion (Ableitung von Regeln) 

- Deduktion (Schlussfolgern)

Intelligenz

gc

- Rechenfertigkeit

 - Sprachverständnis

 - Semantische Beziehungen 

- Erfahrungsgeleitete Bewertung

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